Das Wichtigste in Kürze
- Astraeus ist eine historische britische Airline: Flugbetrieb von April 2002 bis zur Insolvenz am 21. November 2011.
- Heimat Gatwick: Firmensitz in Crawley, Flugzeuge in London-Gatwick stationiert.
- Vom Charter zum ACMI-Spezialisten: Ab Mai 2008 vermietete Astraeus Flugzeuge samt Crew vor allem an andere Airlines.
- Isländische Eigentümer: Ab 2006 gehörte die Airline schrittweise isländischen Investoren, die auch hinter Iceland Express standen.
- Ed Force One: Iron Maiden tourte 2008/09 und 2011 mit umgebauten Astraeus-757 um die Welt, oft geflogen von Sänger Bruce Dickinson.
- Plötzliches Ende: Fehlende Winteraufträge und technische Probleme führten im November 2011 in die Insolvenz.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 5W |
|---|---|
| ICAO-Code | AEU |
| Rufzeichen | FLYSTAR |
| Drehkreuze | LGW |
| Status | Historisch – Betrieb am 21. November 2011 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Zunächst Charter für britische Reiseveranstalter, ab Mai 2008 Schwerpunkt auf ACMI-, Wet-, Damp- und Dry-Lease |
| Flugbetrieb | April 2002 bis November 2011 |
| Sitz | Astraeus House in Crawley (West Sussex), Basis London-Gatwick |
| Eigentümer | Ab 2006 isländische Investoren (Holding Fons), später vollständig im Besitz der Schwestergesellschaft Fengur, zu der auch Iceland Express gehörte |
| Codes | IATA 5W, ICAO AEU, Rufzeichen FLYSTAR |
| Prägende Typen | Boeing 737-300, 737-500, 737-700 und Boeing 757-200, zuletzt auch ein Airbus A320 |
| Bekanntester Auftrag | Boeing 757 „Ed Force One“ für die Welttourneen von Iron Maiden 2008/09 und 2011 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Astraeus Airlines?
- Rufzeichen FLYSTAR und ICAO-Code AEU – in alten Funkmitschnitten und Flugdaten das sicherste Erkennungsmerkmal
- Britische G-Kennzeichen an Boeing 737 und 757, etwa G-OJIB und G-STRX
- Als Wet-Lease-Anbieter oft in der Lackierung oder mit Titeln des Kunden unterwegs – Astraeus ist dann nur am Kennzeichen und Rufzeichen zu erkennen
- Die Iron-Maiden-Bemalung mit Maskottchen Eddie auf einer 757 – das berühmteste Astraeus-Flugzeug
- Heute nur noch auf historischen Fotos zu sehen – die Airline existiert seit 2011 nicht mehr
Den Namen Astraeus kannten in den 2000er-Jahren vor allem Insider: eine kleine Airline aus Gatwick, deren Boeings oft unter fremdem Namen flogen. Dann landete eine ihrer Boeing 757 mit Iron-Maiden-Bemalung auf Flughäfen rund um die Welt – und im Cockpit saß der Sänger der Band. Astraeus war Charterairline, Flugzeugvermieter und Tour-Dienstleister in einem, bis im November 2011 schlagartig Schluss war. Hier erfährst du, wie das Geschäftsmodell funktionierte, welche Typen die Airline flog und woran du Astraeus auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
Astraeus Airlines hat den Flugbetrieb am 21. November 2011 eingestellt. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Zeit von 2002 bis 2011. Die Codes 5W und AEU stehen hier für die historische britische Airline.
Astraeus im Überblick
Astraeus Airlines war eine britische Charter- und ACMI-Airline mit Firmensitz in Crawley, West Sussex, und Flugzeugbasis am Flughafen London-Gatwick. Benannt war sie nach Astraios, in der griechischen Mythologie der Gott der Abenddämmerung. Rechtlich firmierte sie als Astraeus Limited, kurzzeitig trat sie auch unter der Marke Flystar auf – daher stammt das Rufzeichen.
Den Flugbetrieb nahm Astraeus im April 2002 mit Boeing 737 auf. Zu den Gründern zählten frühere Beschäftigte der kurz zuvor zusammengebrochenen British World Airlines, die das Chartergeschäft also bestens kannten. Die Airline besaß eine britische Betriebsgenehmigung der Kategorie A, die für Flugzeuge mit mehr als 19 Sitzen nötig ist, und war im IATA-Sicherheitsprogramm IOSA registriert.
In den ersten Jahren flog Astraeus Pauschalurlauber für britische Reiseveranstalter, im Sommer wie im Winter. Ab 2008 änderte sich das Geschäft grundlegend: Statt eigener Charterketten vermietete die Airline ihre Flugzeuge samt Besatzung an andere Gesellschaften. Spätestens ab diesem Zeitpunkt waren Astraeus-Jets oft gar nicht mehr als solche zu erkennen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 5W: stand in Flugnummern auf Charterflügen unter eigenem Code.
- ICAO-Code AEU: taucht in Flugplänen der Flugsicherung und in Archivdaten auf.
- Rufzeichen FLYSTAR: Damit meldeten sich die Crews im Funk – auch dann, wenn das Flugzeug für einen Kunden unterwegs war und dessen Namen am Rumpf trug.
Gerade bei einer ACMI-Airline ist das Rufzeichen Gold wert: Lackierung und Ticket sagen dann oft etwas anderes als der Funk. Wie die Code-Systeme aufgebaut sind, erklärt der Artikel Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Jede Sichtung mit Kennzeichen und Airline
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – praktisch, wenn ein Wet-Lease-Jet unter fremder Flagge auftaucht. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
2002: Start in Gatwick
Aufnahme des Flugbetriebs im April 2002 mit Boeing 737. Astraeus fliegt Charter für britische Reiseveranstalter.
2004–2006: Wachstum und neue Eigentümer
Ab 2004 wächst die Flotte, erstmals kommen auch Boeing 757 dazu. Im Oktober 2006 steigt die isländische Investmentgesellschaft Fons mit 51 Prozent ein und baut ihren Anteil später auf 100 Prozent aus.
2008: Neues Geschäftsmodell und Ed Force One
Iron Maiden tourt mit der umgebauten 757 G-OJIB. Ab Mai 2008 konzentriert sich Astraeus auf Vermietung mit und ohne Crew, im Herbst übernimmt sie die Flüge von Iceland Express.
2009–2011: Spezialist für Wet Lease
Neue 737-500 und 737-700, Einsätze für Kunden in Europa und dem Nahen Osten. 2011 fliegt Iron Maiden mit der zweiten Ed Force One, G-STRX.
21. November 2011: Das Ende
Ohne ausreichende Winteraufträge und nach technischen Problemen geht Astraeus in die Insolvenzverwaltung und stellt den Betrieb sofort ein.
Charterairline für Reiseveranstalter
Die ersten Jahre verliefen typisch für eine britische Charterairline: Reiseveranstalter kauften Sitzkapazität für ganze Saisons, Astraeus stellte Flugzeug und Crew. Die kleine Boeing-737-Flotte passte gut zu den Mittelstrecken ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Ab 2004 wuchs die Flotte, und mit der größeren Boeing 757-200 kam ein Muster dazu, das für Ferienstrecken mit vielen Sitzen ideal war. Wo der Unterschied zwischen Charter und Linie liegt, erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Bemerkenswert ist, dass Astraeus sich in Gatwick hielt, während andere Charterairlines den Flughafen verließen oder ganz verschwanden. 2009 galt sie als die einzige Charterairline, die dort noch ihren Sitz hatte.
Isländische Eigentümer und Iceland Express
Am 30. Oktober 2006 übernahm die isländische Investmentgesellschaft Fons die Mehrheit an Astraeus, später gehörte die Airline vollständig zur Schwestergesellschaft Fengur. Beide Holdings gingen auf dieselben Haupteigentümer zurück. Zum selben Umfeld gehörte auch die Low-Cost-Airline Iceland Express, die ihre Flüge von anderen Airlines durchführen ließ.
Im Herbst 2008 übernahm Astraeus erneut sämtliche Flüge von Iceland Express, zunächst mit zwei Boeing 737-700, ab 2010 auch mit 757. Für Spotter in Kopenhagen, London oder am Flughafen Keflavik bedeutete das: Eine Maschine mit Iceland-Express-Titeln konnte in Wahrheit ein britisch registrierter Astraeus-Jet sein.
Wende 2008: vom Charter zum Wet Lease
Im Mai 2008 stellte Astraeus den eigenen Vollzeit-Charter- und Linienbetrieb ein und konzentrierte sich auf die Untervermietung ihrer Flotte. Angeboten wurden drei Varianten:
- Wet Lease (ACMI): Flugzeug, komplette Crew, Wartung und Versicherung aus einer Hand.
- Damp Lease: Flugzeug mit Cockpitcrew, die Kabinencrew stellt der Kunde.
- Dry Lease: nur das Flugzeug, den Betrieb übernimmt der Kunde.
Daneben blieb das Geschäft mit Ad-hoc-Chartern: Astraeus flog Fußballvereine wie Manchester United und Arsenal sowie Mannschaften aus FA Cup und irischem FAI Cup, Filmstudios wie Disney und Warner Bros., Regierungs- und Militärkunden sowie Firmen- und Gruppenreisen. Am 20. Oktober 2010 brachte Bruce Dickinson persönlich den FC Liverpool zum Europapokalspiel gegen den SSC Neapel an den Flughafen Neapel. Wie Wet Lease in der Praxis funktioniert und woran du solche Einsätze erkennst, liest du im Artikel Wet Lease erklärt.
Die Flotte: Boeing 737 und 757
Astraeus setzte durchgehend auf Boeing-Narrowbodys, die bereits einige Jahre im Einsatz waren. Bei der Einstellung 2011 lag das Durchschnittsalter je nach Quelle zwischen gut 17 und 19 Jahren. Die wichtigsten Muster im Überblick:
| Typ | Zeitraum bei Astraeus | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-300 | ab 2002 | Charter, später Wet Lease | Classic-Generation mit CFM56 |
| Boeing 737-500 | ab 2009 | Wet Lease | Kürzeste Classic-Variante |
| Boeing 737-700 | ab Mitte der 2000er | Charter, Iceland Express | Next Generation mit Winglets möglich |
| Boeing 757-200 | ab 2004 | Charter, Wet Lease, Ed Force One | Größtes Muster der Flotte |
| Airbus A320 | 2011 | Wet Lease | Nur kurz und nicht in allen Quellen geführt |
2008 bestand die Flotte aus zwei 737-300, zwei 737-700 und fünf 757-200. 2009 kamen eine 737-500 und eine weitere 737-700 dazu. Bei der Einstellung im November 2011 waren es rund neun Flugzeuge – die Zusammensetzung wird je nach Quelle etwas unterschiedlich angegeben.
Boeing 757: das Arbeitspferd
Die Boeing 757-200 war das wichtigste Flugzeug von Astraeus. Ihre Kombination aus großer Sitzzahl, Reichweite und guten Startleistungen machte sie für Ferienflüge, Sportcharter und lange Überführungen gleichermaßen attraktiv. Gegen Ende waren mehrere 757 an Kunden vermietet, laut einer Flottenübersicht unter anderem an Saudia sowie an die britischen Ferienairlines Thomson und Thomas Cook Airlines. Thomson ging später in TUI Airways auf.
Wie du die schlanke 757 von der breiteren 767 unterscheidest, zeigt der Artikel Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Boeing 737: Classic und Next Generation
Bei der 737 deckte Astraeus zwei Generationen ab: die Boeing 737-300 und die kurze Boeing 737-500 aus der Classic-Familie sowie die modernere Boeing 737-700 der Next Generation. Die 737-700 bildeten das Rückgrat der Iceland-Express-Flüge. Wie du Classic und NG auf Fotos sicher auseinanderhältst, erklärt der Artikel Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden. Hersteller aller Muster außer dem A320 war Boeing.
757 und 737 Classic auf der Wunschliste
Setz Typen wie die Boeing 757 oder die 737-300 auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Ed Force One: die Iron-Maiden-757
Für die meisten Luftfahrtfans ist Astraeus untrennbar mit Ed Force One verbunden. Die Idee stammte von Iron-Maiden-Sänger Bruce Dickinson, der bei Astraeus als Kapitän auf der 757 flog. Für die Somewhere Back in Time World Tour charterte die Band 2008 eine Astraeus-757 mit dem Kennzeichen G-OJIB.
Der Clou war der Umbau zum Kombi-Flugzeug: Ein Teil der Kabine wurde für Fracht umgerüstet, sodass Band, Tourcrew und rund zwölf Tonnen Ausrüstung in einem einzigen Flugzeug reisen konnten. Damit wurden Länder erreichbar, die vorher als logistisch zu aufwendig galten, etwa Costa Rica und Kolumbien. Auf der ersten Etappe von Februar bis März 2008 legte die Band so rund 50.000 Meilen in 45 Tagen zurück, mit 23 Konzerten in 13 Ländern. Die Flüge liefen unter dem Rufzeichen-Zusatz 666 – eine Anspielung auf den Song „The Number of the Beast“, die später auch dem Dokumentarfilm „Iron Maiden: Flight 666“ seinen Namen gab.
Bemalung, Name und zweite Maschine
G-OJIB bekam eine Sonderlackierung mit Bandmaskottchen Eddie. Den Namen „Ed Force One“ hatten Fans in einem Wettbewerb auf der Website der Band ausgesucht. Weil Astraeus-Kunden positiv auf das auffällige Design reagierten, blieb die Bandbemalung nach der ersten Tourphase noch bis Ende Mai 2008 am Flugzeug. Auf der zweiten Tourphase 2009 kam G-OJIB erneut zum Einsatz.
Für die Final Frontier World Tour 2011 war ursprünglich wieder G-OJIB vorgesehen. Tatsächlich startete am 8. Februar 2011 aber eine andere 757-200, G-STRX, in einer leicht veränderten Iron-Maiden-Bemalung. Für die Book of Souls World Tour 2016 nutzte die Band dann eine ehemalige Boeing 747-400 von Air France, betrieben von einer anderen Airline – Astraeus existierte da schon nicht mehr. Mehr zu den Unterschieden der Jumbo-Varianten findest du auf der Seite zur Boeing 747-400.
Sonderlackierung richtig zuordnen
Siehst du ein Foto einer Iron-Maiden-757, hilft das Kennzeichen: G-OJIB steht für die Touren 2008/09, G-STRX für 2011. Wie du solche Bemalungen sauber dokumentierst, erklärt der Artikel Sonderlackierungen sammeln und dokumentieren. Mit Planetrack legst du solche Funde mit Kennzeichen und Airline in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Bruce Dickinson im Cockpit
Dass ein Rockstar als Linienpilot arbeitet, machte Astraeus weit über die Branche hinaus bekannt. Dickinson flog die 757 als Kapitän, wann immer er nicht mit der Band auf Tour war. Ab dem 16. September 2010 war er außerdem Marketingdirektor der Airline. Im Juni 2011 trat er zudem in einem Sicherheitsvideo der britischen Luftfahrtbehörde CAA zum Thema Flugzeugbeladung auf.
Seine Biografie verzeichnet in diesen Jahren auch bemerkenswerte Sonderflüge: 2006 holte er rund 200 Briten während des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah aus dem Libanon, und im September 2008 flog er nach dem Zusammenbruch von XL Airways 180 gestrandete Urlauber aus Ägypten zurück. Für welche Gesellschaft diese Flüge jeweils liefen, geben die Quellen nicht eindeutig an. Nach dem Ende von Astraeus gründete Dickinson 2012 den Wartungsbetrieb Cardiff Aviation in Wales.
Woran du Astraeus erkennst
Astraeus begegnet dir heute fast nur noch auf Fotos und in Archiven. Weil die Airline so oft für andere flog, ist die Zuordnung kniffliger als bei klassischen Airlines:
- Kennzeichen: britische G-Registrierungen an 737 und 757. Die Grundlagen erklärt der Artikel britische G-Kennzeichen.
- Rufzeichen und Codes: FLYSTAR im Funk, AEU in Flugdaten, 5W in Flugnummern.
- Fremde Titel: Eine 737 mit Iceland-Express-Schriftzug und G-Kennzeichen spricht stark für Astraeus.
- Zeitraum und Ort: Gatwick als Heimat, dazu Ferienziele, Keflavik und Einsatzorte der Wet-Lease-Kunden zwischen 2002 und 2011.
Spricht für Astraeus
- Boeing 737 oder 757 mit G-Kennzeichen
- Rufzeichen FLYSTAR im Funkmitschnitt
- Iceland-Express-Titel an einer britisch registrierten Maschine
- Iron-Maiden-Bemalung an einer 757 (G-OJIB oder G-STRX)
Spricht dagegen
- Foto nach November 2011
- Iron-Maiden-Bemalung an einer 747 – das ist die spätere Ed Force One
- Nicht britisches Kennzeichen ohne Bezug zu Astraeus
Übergangs- und Kundenlackierungen sind ein eigenes Sammelgebiet. Tipps dazu findest du im Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen.
Das Ende im November 2011
Das ACMI-Geschäft lebt von Verträgen: Wer für eine Saison keine Kunden findet, steht mit teuren Flugzeugen und Personal da. Genau das passierte Astraeus im Herbst 2011. Für den Winter fehlten ausreichend Aufträge, und gleichzeitig hatte die Airline nach eigenen Angaben „extremes Pech“ mit technischen Problemen an ihren Flugzeugen.
Am 21. November 2011 ging Astraeus in die Insolvenzverwaltung und stellte den Flugbetrieb sofort ein. Iceland Express musste kurzfristig Ersatz finden und mietete zwei Airbus A320 von Holidays Czech Airlines; die isländische Airline selbst wurde 2012 von WOW air übernommen. Einen Überblick über ähnliche Zusammenbrüche gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
Was bleibt
- Das Geschäftsmodell lebt weiter: Britische ACMI- und Charteranbieter wie Titan Airways oder die isländische Air Atlanta Icelandic arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip.
- Ed Force One ist Legende: Die Iron-Maiden-757 gehört zu den bekanntesten Sonderbemalungen der 2000er-Jahre.
- Gatwick als Charter-Standort: Auch andere britische Ferienairlines jener Zeit wie Flyglobespan oder XL Airways sind inzwischen Geschichte.
Spuren von Astraeus heute
Live spotten kannst du Astraeus nicht mehr. Die Typen und Orte, die zu ihrer Geschichte gehören, kannst du aber weiter erleben:
Gatwick als Heimatbasis
- London-Gatwick war Heimat der Flotte
- Ferien- und Charterverkehr prägen den Flughafen bis heute
- Standorte und Tipps im Gatwick-Spotting-Guide
Wet Lease im Alltag
- Jeden Sommer fliegen Mietjets unter fremden Titeln
- Kennzeichen und Rufzeichen verraten den echten Betreiber
- Hintergrund im Artikel Wet Lease erklärt
Die Typen von damals
- Die 757 ist im Passagierdienst selten geworden, fliegt aber oft noch als Frachter
- 737 Classic sind in Europa kaum noch im Linienbetrieb, die 737-700 dagegen schon
Häufige Verwechslungen
- Astraeus mit dem Rufzeichen verwechseln – FLYSTAR gehörte zu Astraeus, nicht zu einer eigenständigen Airline namens Flystar.
- Jede Iceland-Express-Maschine für isländisch halten – viele flogen mit britischem Kennzeichen und Astraeus-Crew.
- Ed Force One immer für dieselbe Maschine halten – es gab zwei Astraeus-757 (G-OJIB, G-STRX) und später eine 747 eines anderen Betreibers.
- Astraeus für eine Linienairline halten – sie war vor allem Charter- und Vermietungsspezialist.
Deine Sichtungen sauber sortiert
Poste Fotos von 757, 737 oder Sonderlackierungen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Luftfahrtgeschichte aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Astraeus war nie eine große Airline, aber eine, die in Erinnerung bleibt. Aus einem kleinen Gatwick-Charterflieger wurde ein flexibler Vermieter von 737 und 757, der für Reiseveranstalter, Iceland Express, Airlines im Nahen Osten und Fußballvereine flog. Weltberühmt machte sie eine einzige Maschine: die umgebaute 757 mit Eddie am Rumpf und einem Rocksänger im Cockpit. Als im Herbst 2011 die Aufträge ausblieben, war nach knapp zehn Jahren Schluss.
Kurzfazit
Astraeus Airlines (IATA 5W, ICAO AEU, Rufzeichen FLYSTAR) war eine historische britische Charter- und ACMI-Airline aus Gatwick von 2002 bis 2011. Sie flog Boeing 737 und 757, oft für andere Airlines, und stellte Iron Maiden die Ed Force One. Am 21. November 2011 stellte sie den Betrieb ein.
Zusammenfassung
- Astraeus Airlines war eine kleine britische Charter- und ACMI-Airline aus Gatwick, die Boeing 737 und 757 für Reiseveranstalter und andere Fluggesellschaften flog.
- Ab 2008 lebte sie fast vollständig vom Vermieten ihrer Flugzeuge samt Besatzung, unter anderem an Iceland Express.
- Weltweit bekannt wurde sie durch Iron Maidens Tour-Jet Ed Force One, eine umgebaute Boeing 757 mit Bandbemalung.
- Live spotten kannst du Astraeus nicht mehr. Ihre Typen, Gatwick als Heimatbasis und das ACMI-Geschäftsmodell gibt es aber bis heute.
Häufige Fragen
Gibt es Astraeus Airlines heute noch?
Nein. Astraeus ging am 21. November 2011 in die Insolvenzverwaltung und stellte den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung ein. Als Gründe nannte die Airline fehlende Aufträge für den Winter 2011/12 und eine Serie technischer Probleme. Eine Nachfolgeairline unter diesem Namen gibt es nicht.
Welche Codes hatte Astraeus?
Astraeus nutzte den IATA-Code 5W und den ICAO-Code AEU. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen FLYSTAR – ein Überbleibsel der kurzen Zeit, in der die Airline unter der Marke Flystar auftrat.
Was hatte Astraeus mit Iron Maiden zu tun?
Iron Maiden charterte für die Somewhere Back in Time World Tour eine Boeing 757 von Astraeus. Die Maschine mit dem Kennzeichen G-OJIB wurde zu einem Kombi-Flugzeug umgebaut, das Band, Crew und Bühnentechnik zugleich transportierte, und bekam eine Iron-Maiden-Bemalung. Der Spitzname „Ed Force One“ stammt aus einem Wettbewerb auf der Website der Band. 2011 flog die Band mit einer zweiten 757, G-STRX.
Ist Bruce Dickinson wirklich für Astraeus geflogen?
Ja. Der Iron-Maiden-Sänger war bei Astraeus als Kapitän auf der Boeing 757 angestellt und flog auch die Tourmaschine der Band. Ab September 2010 war er zusätzlich Marketingdirektor der Airline. Nach dem Aus von Astraeus gründete er 2012 den Wartungsbetrieb Cardiff Aviation in Wales.
Was bedeutet ACMI bei Astraeus?
ACMI steht für Aircraft, Crew, Maintenance und Insurance. Astraeus stellte anderen Airlines also Flugzeug, Besatzung, Wartung und Versicherung aus einer Hand – man spricht auch von Wet Lease. Dazu kamen Damp Lease (nur Teil der Crew) und Dry Lease (nur das Flugzeug).
Für wen flog Astraeus?
Am Anfang vor allem für britische Reiseveranstalter. Später gehörten Iceland Express, große Ferienairlines und Airlines aus dem Nahen Osten zu den Kunden. Dazu kamen Ad-hoc-Charter für Fußballvereine wie Manchester United, Arsenal und Liverpool, für Filmstudios, Regierungen und Militär.
Welche Flugzeuge hatte Astraeus?
Die Flotte bestand im Kern aus Boeing 737 der Serien -300, -500 und -700 sowie Boeing 757-200. 2008 waren es neun Maschinen, bei der Einstellung 2011 ebenfalls rund neun. Zum Schluss gehörte nach einigen Angaben auch ein Airbus A320 dazu; die Quellen weichen bei der genauen Zusammensetzung voneinander ab.
Astraeus Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 737-500
Klein, kompakt und mit den typischen platten Triebwerkseinlässen: Die 737-500 war die kürzeste 737 Classic und der moderne Ersatz für die 737-200. Hier liest du, wer sie flog, wo sie heute noch unterwegs ist und wie du sie von -300 und -600 trennst.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypBoeing 747-400
Der meistgebaute Jumbo: Woran du die Boeing 747-400 und ihre Frachter erkennst, wie du sie von 747-8 und älteren 747 abgrenzt und wo du sie Stand Oktober 2026 noch erwischst.
Weitere Airlines
Iceland Express
Historische isländische Low-Cost-Marke (2002–2012): Iceland Express forderte Icelandair ab Keflavík heraus, besaß aber selbst kein einziges Flugzeug. Geflogen wurde mit Mietjets von Astraeus, JetX, Hello und Holidays Czech Airlines – 2012 übernahm WOW air das Streckennetz.
FerienfliegerXL Airways
Historischer britischer Ferienflieger (1994–2008) mit Sitz in Crawley bei Gatwick: Aus Sabre Airways wurde 2001 Excel Airways und 2006 XL Airways. Mit Boeing 737-800, 757, 767 und A330 flog sie Pauschalurlauber ans Mittelmeer und in die Karibik, bis die XL Leisure Group am 12. September 2008 zusammenbrach.
FerienfliegerThomas Cook Airlines
Historische britische Ferienairline (2003–2019) aus Manchester: hervorgegangen aus JMC Air, zuletzt mit Airbus A321 und A330-200 unterwegs – bis zur Liquidation des Thomas-Cook-Konzerns am 23. September 2019 und der größten Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte.
FerienfliegerTUI Airways
Der britische Ferienflieger der TUI Group: größte Airline im TUI-Verbund, Boeing 737 auf der Kurz- und Mittelstrecke, Boeing 787 auf der Langstrecke und eine Geschichte, die bei Britannia Airways beginnt.
NetzwerkSaudia
Die nationale Airline Saudi-Arabiens aus Dschidda: SkyTeam-Mitglied seit 2012, Langstrecke mit Boeing 777-300ER, 787 und Airbus A330, Kurz- und Mittelstrecke mit der A320-Familie – und regelmäßig zu Gast in Frankfurt, München und Wien.
CharterAir Atlanta Icelandic
Die isländische Airline, die fast nie in Island fliegt: Air Atlanta vermietet seit 1986 Großraumflugzeuge samt Crew an andere Airlines, war jahrzehntelang mit Passagier-Jumbos im Hajj-Verkehr unterwegs und fliegt heute vor allem Boeing-747-400-Frachter.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
FlughafenFlughafen Keflavík
Islands Tor zur Welt liegt auf einem windigen Lavafeld am Rand der Reykjanes-Halbinsel: zwei gekreuzte Pisten aus der Zeit der US-Militärbasis, ein Terminal, Icelandair als Hausherr – und Umsteigewellen zwischen Europa und Nordamerika, die den Tag im Takt halten.
FlughafenFlughafen Neapel-Capodichino
Größter Flughafen Süditaliens und ein echter Stadtflughafen: eine einzige 2.628-Meter-Bahn zwischen Wohnvierteln, Basen von easyJet, Ryanair, Volotea und Wizz Air, saisonale Transatlantikflüge, dazu Militär und ein großer Wartungsbetrieb – und am Horizont der Vesuv.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
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- Sonderlackierungen sammeln und dokumentieren: Listen, Varianten und Verbleib
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