Das Wichtigste in Kürze
- LAB war Boliviens Flag-Carrier und eine der ältesten Airlines Südamerikas: gegründet im September 1925 in Cochabamba.
- Deutsche Wurzeln: Die deutsche Gemeinde gründete die Airline, das erste Flugzeug war eine Junkers F 13 namens „El Oriente“.
- Codes: IATA LB, ICAO LLB, Kennzeichen mit CP-.
- Ab 1941 Staatsairline, ab 1970 prägte die Boeing 727 fast 40 Jahre lang das Bild.
- Teilprivatisierung 1995 mit der brasilianischen VASP, danach Schulden, Streiks und 2007 das Ende des Linienbetriebs.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | LB |
|---|---|
| ICAO-Code | LLB |
| Drehkreuze | CBB, VVI, LPB |
| Status | Historisch – Linienbetrieb 2007 eingestellt, danach nur noch vereinzelte Charterflüge; laut deutschsprachiger Wikipedia 2010 Entzug der Lizenz |
| Geschäftsmodell | Staatliche bzw. teilprivatisierte Netzwerk-Airline mit Inlandsnetz und Strecken in Südamerika, nach Mittel- und Nordamerika sowie nach Madrid |
| Gegründet | September 1925 in Cochabamba von Mitgliedern der deutschen Gemeinde in Bolivien |
| Sitz und Drehkreuze | Sitz in Cochabamba (CBB), weitere Drehkreuze Santa Cruz-Viru Viru (VVI) und La Paz-El Alto (LPB) |
| Eigentümer | Ab 1941 mehrheitlich staatlich, ab 1995 rund zur Hälfte bei der brasilianischen VASP, ab Ende 2001 bei bolivianischen Investoren |
| Allianz | keine |
| Flottentypen (Auswahl) | Junkers F 13 und Ju 52, Douglas DC-3, DC-4 und DC-6, Lockheed Electra, Fairchild F-27 und Fokker F27, Boeing 707, 727, 737-300, 757 und 767, Airbus A300 und A310 |
| Kennzeichen | Bolivianische Registrierung mit CP-, in den ersten Jahrzehnten noch CB- |
| Nachfolger als Flag-Carrier | Boliviana de Aviación (BoA), gegründet im Oktober 2007 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Lloyd Aéreo Boliviano?
- Bolivianisches Kennzeichen mit CP- am Rumpf, etwa CP-861 bei der ersten Boeing 727
- Schriftzug „Lloyd Aéreo Boliviano“ oder Kürzel LAB am Rumpf
- Ab Mitte der 1990er-Jahre ein an die brasilianische VASP angelehntes Farbschema
- Über Jahrzehnte das Rückgrat der Flotte: Boeing 727 mit drei Hecktriebwerken, späte -200 teils mit Winglets
- Auf der Langstrecke Airbus A310, Boeing 707 und später 767-300ER
- Heute fast nur noch auf Archivfotos – der Linienverkehr endete 2007
Bevor Lufthansa überhaupt existierte, flog in den bolivianischen Anden schon eine Airline mit deutschen Wurzeln: Lloyd Aéreo Boliviano, kurz LAB. Gegründet 1925 von der deutschen Gemeinde in Cochabamba, startete sie mit einer einzigen Junkers F 13 und wurde zur Flag-Carrier Boliviens. Über 80 Jahre später war Schluss – nach Teilprivatisierung, Schulden und Streiks. Hier liest du, wie LAB entstand, welche Flugzeuge sie flog, warum sie scheiterte und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
LAB hat den Linienbetrieb 2007 eingestellt und flog danach nur noch vereinzelte Charterflüge. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Heutige Flag-Carrier Boliviens ist Boliviana de Aviación.
LAB im Überblick
Lloyd Aéreo Boliviano war die nationale Airline Boliviens mit Sitz in Cochabamba. Neben dem Flughafen Jorge Wilstermann (CBB) in Cochabamba spielten Santa Cruz – erst El Trompillo, ab 1990 Viru Viru (VVI) – und La Paz-El Alto (LPB) eine zentrale Rolle im Netz. In Südamerika gehörte LAB zu den ältesten Fluggesellschaften überhaupt; nur die kolumbianische Avianca ist in der Region noch älter.
Die Geschichte lässt sich in vier Phasen teilen: die deutsche Pionierzeit mit Junkers-Flugzeugen, die Verstaatlichung 1941, die lange Ära als staatliche Flag-Carrier mit Boeing-Jets – und ab 1995 die Teilprivatisierung, die in einer Finanzkrise endete.
Codes und Kennzeichen
- IATA-Code LB: stand vor den Flugnummern auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code LLB: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
- Kennzeichen CP-: die in Bolivien registrierten LAB-Flugzeuge trugen ab den 1950er-Jahren dieses Präfix, gefolgt von einer Zahl – etwa CP-861 für die erste Boeing 727. In den Jahrzehnten davor waren bolivianische Flugzeuge noch mit CB- registriert.
Beim Funkrufzeichen widersprechen sich die Nachschlagewerke, deshalb lassen wir es hier weg. Für dein Archiv gilt wie bei jeder historischen Airline: Codes werden nach dem Ende einer Gesellschaft neu vergeben. Notiere zu alten Fotos immer Airline-Name, Kennzeichen und Jahr. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes, wie Kennzeichen aufgebaut sind, der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Luftfahrtgeschichte im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – auch deine Archivfotos von LAB-Jets bekommen so ihren Platz in der Sammlung. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Geschichte: von der Junkers F 13 zur Flag-Carrier
Deutsche Gründer und „El Oriente“ (1925–1931)
Bolivien war in den 1920er-Jahren ein Land ohne nennenswerte Verkehrswege zwischen Hochland und Tiefland. Die Reise von Cochabamba ins tropische Santa Cruz war über Land lang und beschwerlich. Mitglieder der deutschen Gemeinde in Cochabamba – in den Quellen wird unter anderem Guillermo Kyllmann (auch Killman geschrieben) genannt – sahen darin eine Chance. Sie kauften der Junkers-Vertriebsorganisation in Südamerika ein Vorführflugzeug ab: eine Junkers F 13, das erste Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt.
Die Maschine bekam den Namen „El Oriente“ – nach dem bolivianischen Osten, den sie erschließen sollte. Im September 1925 wurde Lloyd Aéreo Boliviano gegründet, noch im selben Jahr begann der Verkehr zwischen Cochabamba und Santa Cruz. Das exakte Datum des ersten Linienflugs geben die Quellen unterschiedlich an.
Mit einer Beteiligung des bolivianischen Staates kamen bald weitere F 13 dazu, später auch die größeren Junkers W 33 und W 34; Junkers selbst beteiligte sich finanziell. 1930 nahm LAB die erste internationale Strecke auf: von La Paz nach Corumbá in Brasilien. Dort übernahm das Syndicato Condor, ein Ableger der Deutschen Luft Hansa, Post und Passagiere weiter nach Rio de Janeiro. Ein deutsches Netzwerk über halb Südamerika – das war damals keine Seltenheit.
Krieg, Ju 52 und Verstaatlichung (1932–1945)
1932 kamen die ersten mehrmotorigen Flugzeuge: eine Ford Trimotor, die nach wenigen Monaten verloren ging, und eine Junkers Ju 52/3m. Im selben Jahr begann der Chaco-Krieg gegen Paraguay. Die Regierung zog Flugzeuge und Personal von LAB für Transportflüge an die Front heran. 1935 übergab der Staat zwei weitere Ju 52 an LAB und erhielt dafür eine Beteiligung von 48 Prozent. 1936 bestand die Flotte aus elf Maschinen, darunter drei Ju 52 – mehr zur „Tante Ju“ liest du im Artikel Junkers Ju 52.
Der Zweite Weltkrieg beendete die deutsche Phase. Im Mai 1941 übernahm der Staat die Mehrheit an der finanziell angeschlagenen LAB, die deutschen Beschäftigten mussten gehen. Die US-Airline Panagra erhielt einen Vertrag zur Führung des Unternehmens. Aus den Junkers-Flugzeugen wurden US-Typen: ab 1941 Lockheed Lodestar, ab 1945 die Douglas DC-3.
Die Staatsairline wächst (1946–1994)
Nach dem Krieg baute LAB das Netz kräftig aus. Bolivien ist ein Land der extremen Höhen: El Alto bei La Paz zählt zu den höchstgelegenen Verkehrsflughäfen der Welt. Dünne Luft verlängert Startstrecken und kostet Nutzlast – die Typenwahl musste das stets berücksichtigen.
Auf die DC-3 folgten Curtiss C-46, ab 1955 die Douglas DC-4 und ab 1960 die Douglas DC-6. Zeitweise flogen sogar Boeing B-17 für LAB. Ab 1968 kam die Turboprop-Ära mit der Lockheed L-188 Electra, ab 1969 mit der Fairchild F-27. In den 1960er-Jahren wuchs das Netz nach Argentinien, Brasilien, Chile und Peru.
Den großen Schritt brachte 1970 die erste Boeing 727-100 mit dem Kennzeichen CP-861. Die 727 war wie gemacht für Bolivien: Sie kam mit hoch gelegenen Pisten gut zurecht und blieb bis 2008 im Einsatz – fast 40 Jahre. In den 1970er-Jahren nahm LAB den Linienverkehr nach Miami auf, ab 1977 flog sie auch die Boeing 707. 1990 beschäftigte die fast vollständig staatliche Airline rund 1.700 Menschen und flog laut Aviacionline 21 Inlands- und 15 Auslandsziele.
1925
Gründung in Cochabamba, erste Flüge mit der Junkers F 13 „El Oriente“.
1941
Der Staat übernimmt die Mehrheit, Panagra führt das Unternehmen zeitweise.
1970
Die erste Boeing 727 kommt – der Typ bleibt fast 40 Jahre.
1995
VASP übernimmt rund die Hälfte der Anteile und die Führung.
2007
Die Regierung gibt LAB auf, Boliviana de Aviación wird gegründet.
VASP, Asbún und der Niedergang (1995–2010)
Ende der 1980er-Jahre begann Bolivien, Staatsbetriebe teilweise zu privatisieren – dort „Kapitalisierung“ genannt. 1995 übernahm die brasilianische VASP rund die Hälfte der LAB-Anteile und die Betriebsführung. Die Flugzeuge bekamen ein an VASP angelehntes Farbschema. Die Erwartungen erfüllten sich nicht: Nach der deutschsprachigen Wikipedia zog VASP über die Jahre Kapital ab, LAB geriet an den Rand des Ruins.
Ende 2001 ging der VASP-Anteil unter politischem Druck an bolivianische Investoren um den Unternehmer Ernesto Asbún. Neue Partnerschaften – etwa ab 2004 mit Ecuatoriana de Aviación und Flügen nach Quito, Guayaquil und Mexiko – brachten keine Wende. Im Februar 2006 streikten die Piloten wegen monatelang ausstehender Gehälter. Leasinggeber holten 727 und 767 zurück, LAB flog aus dem Abrechnungssystem der IATA heraus. Ein Sanierungskonzept, das die Regierung 2006 mit Lufthansa Consulting erarbeitete, blieb ohne Erfolg – eine kleine Pointe, wenn man an die deutschen Anfänge denkt.
Am 30. März 2007 beschloss die Regierung, LAB aufzugeben. Im Oktober 2007 entstand mit Boliviana de Aviación eine neue staatliche Airline. LAB flog bis Anfang 2008 nur noch einzelne Charterflüge, unter anderem für AeroSur. Am 1. Februar 2008 musste eine 727-200 auf Flug 301 nahe Trinidad wegen Treibstoffmangels notlanden; alle Insassen überlebten, das Flugzeug war aber ein Totalschaden. Laut deutschsprachiger Wikipedia wurde die Lizenz 2010 entzogen.
Die Flotte im Wandel
| Ära | Wichtige Typen | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Pionierzeit (1925–1941) | Junkers F 13, W 33, W 34, Ju 52/3m, Ford Trimotor | Wellblech-Optik der Junkers-Typen, nur noch in Museen und auf Schwarz-Weiß-Fotos |
| Kolbenmotoren (1941–1973) | Lockheed Lodestar, Douglas DC-3, Curtiss C-46, DC-4, DC-6, Boeing B-17 | DC-6 bis 1973 im Einsatz |
| Turboprops (1968–2004) | Lockheed L-188 Electra, Fairchild F-27, Fokker F27 Friendship | F27 bis 2004 im Inlandsnetz |
| Jets (1970–2008) | Boeing 727-100 und -200, 707, 737-300 | 727 fast 40 Jahre Rückgrat der Flotte |
| Großraum (1989–2006) | Boeing 767-200, Airbus A300, A310, 767-300ER, Lockheed L-1011 TriStar | A310 von 1991 bis 2004, TriStar nur 2006 |
Die Boeing 727-200 war das Gesicht von LAB. Einige späte Exemplare erhielten Winglets – ein ungewöhnlicher Anblick an einer 727. Wie du solche Flügelspitzen unterscheidest, erklärt Winglets, Sharklets und Co.. Auf der Langstrecke flog LAB lange den Airbus A310, später die Boeing 767-300ER. Ab 1996 ergänzte die Boeing 737-300 die 727 im Regionalnetz, 2004 bis 2006 kam die Boeing 757-200 hinzu.
Viele späte Großraumflugzeuge waren geleast und wechselten mehrfach den Besitzer. Wie das funktioniert, liest du im Artikel Flugzeugleasing erklärt.
Die 727 auf der Wunschliste
Setz seltene Typen wie die Boeing 727 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eine der letzten aktiven Maschinen in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Strecken: von Corumbá bis Madrid
Das Netz spiegelte über Jahrzehnte die Geografie Boliviens. Im Inland verband LAB das Hochland um La Paz, Oruro und Potosí mit den Tälern von Cochabamba und Sucre und dem Tiefland um Santa Cruz und Trinidad. Ohne Küste und mit schwierigen Straßen war das Flugzeug für viele Orte das wichtigste Verkehrsmittel.
International ging es schrittweise voran:
- 1930: La Paz–Corumbá in Brasilien, mit Anschluss nach Rio de Janeiro
- 1960er-Jahre: Buenos Aires, Salta, São Paulo, Arica und Lima
- 1970er-Jahre: Miami als erstes Ziel in den USA, dazu Panama, Paraguay und Chile
- 1980er-Jahre: unter anderem Montevideo, Caracas und Manaus
- 2000er-Jahre: Madrid als Transatlantikstrecke, dazu Washington, Mexiko-Stadt, Cancún, Bogotá, Havanna, Quito und Guayaquil
Am Flughafen Miami war LAB über Jahrzehnte ein vertrauter Gast, in Madrid-Barajas nur in den letzten Jahren. Auf einigen Strecken arbeitete LAB per Codeshare mit Partnern zusammen – wie das funktioniert, erklärt Codeshare-Flüge erklärt.
Unfälle und Zwischenfälle
Fliegen in Bolivien war über Jahrzehnte gefährlich: hohe Berge, wechselhaftes Wetter und Flughäfen in großer Höhe. Laut deutschsprachiger Wikipedia verlor LAB seit 1945 insgesamt 32 Flugzeuge, bei 15 dieser Unfälle starben zusammen 359 Menschen. Einige Ereignisse prägten das Land besonders:
- 1960: Eine DC-4 auf dem Weg von Cochabamba nach La Paz stürzt nach einem Triebwerksbrand kurz nach dem Start in einen Bergsee, niemand an Bord überlebt.
- 1969: Eine DC-6 prallt gegen den Berg Choquetanga. Unter den 74 Toten sind zahlreiche Spieler des Fußballklubs The Strongest aus La Paz.
- 1976: Eine geleaste Boeing 707 im Frachteinsatz stürzt beim Start in Santa Cruz auf einen Sportplatz. Neben der dreiköpfigen Besatzung sterben 88 Menschen am Boden.
- 2008: Notlandung einer 727-200 nahe Trinidad wegen Treibstoffmangels, ohne Todesopfer.
Woran du LAB auf Archivfotos erkennst
Da LAB nicht mehr fliegt, begegnen dir ihre Flugzeuge vor allem in Fotoarchiven und Datenbanken. Das hilft beim Zuordnen:
Starke Hinweise auf LAB
- Kennzeichen mit CP- und Schriftzug „Lloyd Aéreo Boliviano“ oder „LAB“
- Boeing 727 mit bolivianischer Registrierung
- Fotos aus Cochabamba, Santa Cruz oder La Paz
- Flugnummern mit LB im Bildtitel
Vorsicht bei
- Farbschemata ähnlich VASP – ab 1995 sehen sich LAB und VASP verwechselbar ähnlich
- Geleasten Großraumjets mit ausländischem Kennzeichen
- Ehemaligen LAB-727 im Dienst der bolivianischen Luftwaffe
Bei Leasingflugzeugen und Eigentümerwechseln entstehen oft Mischlackierungen. Wie du sie einordnest, zeigt der Guide zu Hybrid-Liveries. Für Fotos aus der Pionierzeit hilft dir Oldtimer am Himmel erkennen, für die Kolbenmotor-Jahre die Geschichte der Douglas DC-3.
Archiv sauber pflegen
Notiere zu jedem alten LAB-Foto Kennzeichen, Typ, Ort und Jahr. So erkennst du später, ob ein Flugzeug in VASP-naher Farbe oder im älteren LAB-Design unterwegs war. Tipps zur Ablage gibt der Artikel Flugzeugfotos archivieren.
LAB heute spotten?
Realistisch
- Archivfotos aus Fotodatenbanken, Büchern und Nachlässen
- Die heutige Flag-Carrier Boliviana de Aviación an den gleichen Flughäfen
Nur mit Glück
- Abgestellte ehemalige LAB-Flugzeuge in Bolivien – der aktuelle Zustand ist nicht verlässlich belegt
- Junkers F 13 oder Ju 52 in Museen, die Typen der Pionierzeit zeigen
Ausgeschlossen
- Ein LAB-Linienflug – den gibt es seit 2007 nicht mehr
Wie selten ein solcher Fund ist, kannst du mit dem Artikel Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen. Und wer die südamerikanische Luftfahrtgeschichte weiter verfolgen will, findet mit Varig, Panair do Brasil, PLUNA und Aero Continente weitere historische Airlines der Region.
Häufige Verwechslungen
- LAB und Boliviana de Aviación gleichsetzen – BoA ist eine 2007 neu gegründete Staatsairline, keine Fortführung von LAB.
- LAB-Jets für VASP halten – ab 1995 ähnelten sich die Farbschemata, das CP-Kennzeichen entscheidet.
- „Lloyd“ mit dem Norddeutschen Lloyd oder Aero Lloyd verbinden – LAB war eine eigenständige bolivianische Gesellschaft, eine Verbindung zu diesen Firmen ist nicht belegt.
- LAB als Lufthansa-Tochter sehen – deutsche Gründer und das Syndicato Condor als Anschlusspartner ja, Konzernbeteiligung der Lufthansa nein.
- 727-100 und 727-200 verwechseln – die -200 hat einen deutlich längeren Rumpf.
- LB heute noch LAB zuordnen – IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline neu vergeben.
Archivfunde mit der Community teilen
Poste deine Fotos von LAB-Flugzeugen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Fans der südamerikanischen Luftfahrt aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Lloyd Aéreo Boliviano ist ein Stück Luftfahrtgeschichte mit überraschend deutschem Anfang: eine Junkers F 13 in Cochabamba, ein Anschluss an das Syndicato Condor, Ju 52 im Chaco-Krieg. Danach prägten Staatsbesitz, Boeing 727 und der Sprung nach Miami und Madrid das Bild – bis Teilprivatisierung und Schulden die Airline nach über 80 Jahren zu Fall brachten. Für Spotter bleibt LAB ein Archivthema, aber ein lohnendes.
Kurzfazit
LAB (IATA LB, ICAO LLB) war von 1925 bis zum Ende des Linienbetriebs 2007 Boliviens wichtigste Airline. Erkennbar ist sie auf Archivfotos am CP-Kennzeichen, am Namenszug und an der langen Boeing-727-Ära.
Zusammenfassung
- Lloyd Aéreo Boliviano begann 1925 mit einer einzelnen Junkers F 13 zwischen Cochabamba und Santa Cruz und wuchs zur nationalen Airline Boliviens.
- Der Staat übernahm 1941 die Mehrheit, die deutschen Beschäftigten mussten gehen, und die US-Gesellschaft Panagra übernahm zeitweise die Führung.
- Mit der Boeing 727 ab 1970, der 707 und später A310 und 767 erreichte LAB Miami und schließlich Madrid.
- Nach der Teilprivatisierung an VASP und einem Eigentümerwechsel 2001 geriet LAB in eine schwere Finanzkrise; 2007 übernahm Boliviana de Aviación die Rolle als Flag-Carrier.
Häufige Fragen
Gibt es Lloyd Aéreo Boliviano heute noch?
Nein, jedenfalls nicht im Linienverkehr. Die bolivianische Regierung beschloss Ende März 2007, LAB aufzugeben. Bis Anfang 2008 flog die Airline nur noch vereinzelte Charterflüge. Laut deutschsprachiger Wikipedia wurde die Lizenz 2010 entzogen. Spätere Berichte über einen Neustart führten nach den verfügbaren Quellen nicht zu einem regulären Flugbetrieb.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte LAB?
LAB flog unter dem IATA-Code LB und dem ICAO-Code LLB. Für das Funkrufzeichen nennen die Quellen unterschiedliche Angaben, deshalb fehlt es hier.
Warum heißt eine bolivianische Airline „Lloyd“?
Gegründet wurde LAB 1925 von Mitgliedern der deutschen Gemeinde in Bolivien. Der Name „Lloyd“ war damals ein verbreiteter Begriff in der Verkehrs- und Versicherungswelt; manche Quellen verweisen auf Lloyd’s in London. Eine Verbindung zu deutschen Gesellschaften wie dem Norddeutschen Lloyd ist nicht belegt.
Was war das erste Flugzeug von LAB?
Eine Junkers F 13, die die Gründer der Junkers-Vertriebsorganisation in Südamerika abkauften. Die Maschine bekam den Namen „El Oriente“ und flog 1925 die ersten Verbindungen zwischen Cochabamba und Santa Cruz. Das genaue Datum des ersten Linienflugs geben die Quellen unterschiedlich an.
Welche Rolle spielte VASP bei LAB?
Im Zuge der „Kapitalisierung“ bolivianischer Staatsbetriebe übernahm die brasilianische VASP 1995 rund die Hälfte der Anteile und die Betriebsführung. LAB-Flugzeuge bekamen ein an VASP angelehntes Farbschema. Ende 2001 verkaufte VASP ihren Anteil an bolivianische Investoren.
Welche Flugzeuge flog LAB zuletzt?
In den letzten Jahren vor allem Boeing 727-200 und 737-300, auf der Langstrecke 767-300ER und kurz eine 757-200. 2006 kam für kurze Zeit eine Lockheed L-1011 TriStar hinzu. Ende 2010 waren laut deutschsprachiger Wikipedia nur noch vier 727-200 übrig.
Wer ist heute Boliviens Flag-Carrier?
Seit 2007 übernimmt die staatliche Boliviana de Aviación (BoA) diese Rolle. Sie wurde im Oktober 2007 gegründet, als LAB den Linienbetrieb bereits eingestellt hatte.
Kann ich LAB-Flugzeuge noch spotten?
Eine Live-Sichtung im Linienbetrieb ist ausgeschlossen. Laut deutschsprachiger Wikipedia standen Ende 2010 noch zwei 727-200 in Cochabamba, zwei weitere wurden von der bolivianischen Luftwaffe betrieben. Ob und in welchem Zustand einzelne Maschinen heute existieren, ist nicht verlässlich belegt. Realistisch sind vor allem Archivfotos.
Lloyd Aéreo Boliviano im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Junkers F 13
Ein Motor, vier Passagiere, Wellblech aus Duralumin: Die Junkers F 13 von 1919 gilt als erstes Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was hinter den Schweizer Nachbauten steckt und wo du Originale siehst.
FlugzeugtypJunkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypDouglas DC-4 / C-54 Skymaster
Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypDouglas DC-6
Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
FlugzeugtypLockheed L-188 Electra
Vier Allison-Turboprops, ein auffällig kurzer Flügel und eine bewegte Geschichte: Die Lockheed L-188 Electra war Amerikas erster großer Turboprop-Airliner, wurde schnell von Jets verdrängt und machte danach Karriere als Frachter und Löschflugzeug. So erkennst du sie und so findest du die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypAirbus A310
Kurz, bullig, mit kleinen Zäunen an den Flügelspitzen: Die A310 war Airbus’ zweiter Großraumjet und lange in Deutschland zu Hause. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
Weitere Airlines
Boliviana de Aviación
Boliviens staatliche Airline mit Sitz in Cochabamba: Boeing 737 auf Inlands- und Regionalstrecken, Airbus A330-200 auf der Langstrecke nach Madrid – und Flughäfen, die zu den höchsten der Welt zählen.
NetzwerkVASP
Historische Airline aus São Paulo: 1933 gegründet, jahrzehntelang im Besitz des Bundesstaats, Großbetreiber der Boeing 737-200, nach der Privatisierung 1990 kurz mit MD-11 auf Langstrecke – und 2005 am Boden.
NetzwerkVarig
Historische Flag-Carrier Brasiliens: 1927 von einem deutschen Auswanderer in Porto Alegre gegründet, jahrzehntelang größte Airline Südamerikas, ab 1997 in der Star Alliance – und 2006 im Insolvenzverfahren zerschlagen.
NetzwerkDeutsche Luft Hansa
Historische deutsche Staatsairline von 1926 bis 1945: Drehkreuz Berlin-Tempelhof, Ju 52 als Arbeitspferd, Fw 200 Condor für Rekordflüge, Katapultpost über den Südatlantik – und rechtlich keine Vorgängerin der heutigen Lufthansa.
NetzwerkAero Continente
Historische Airline aus Lima: 1992 gegründet, Ende der 1990er-Jahre führende Inlandsairline Perus mit Boeing 727 und 737-200, dazu Flüge nach Miami und Ableger in Chile – bis US-Sanktionen gegen den Gründer 2004 den Flugbetrieb beendeten.
NetzwerkAvianca
Kolumbiens Flag-Carrier mit Drehkreuz Bogotá: 1919 als SCADTA gegründet, nach KLM die zweitälteste noch bestehende Airline der Welt, Star-Alliance-Mitglied und heute Teil der Abra Group – in Europa mit der Boeing 787-8 zu Gast.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerFokker
Fokker war über Jahrzehnte der große Name der niederländischen Luftfahrt: erst Jagdflugzeuge im Ersten Weltkrieg, dann die F.VII, später F27, F28, Fokker 50, 70 und 100. 1996 ging der Hersteller pleite. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was vom Unternehmen geblieben ist und wo du Fokker-Typen heute noch vor die Linse bekommst.
HerstellerLockheed Martin
Lockheed Martin baut heute fast nur Militärflugzeuge, doch das Erbe reicht von der dreifach geleitwerkten Constellation über den Großraumjet TriStar bis zur Hercules und zur F-35. Wer die Formen kennt, erkennt Lockheed-Typen am Zaun eines Fliegerhorsts genauso sicher wie im Museum.
Passende Guides aus dem Blog
- Junkers Ju 52: Die Geschichte der Tante Ju bis zu den letzten Rundflügen
- Douglas DC-3: das Flugzeug, das die Luftfahrt veränderte
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- Hybrid-Lackierungen erkennen: Wenn ein Flugzeug zwei Airlines trägt
- Wenn Airlines ihr Design wechseln: Rebranding, Übergangszeit und die letzten alten Lackierungen
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- Codeshare-Flüge erklärt: warum ein Flug mehrere Flugnummern hat
- Flugzeugfotos archivieren: Ordnerstruktur und Dateinamen nach Kennzeichen, Typ und Datum
- Wie selten ist meine Sichtung? Seltenheit von Typen, Airlines und Kennzeichen einschätzen



