Das Wichtigste in Kürze
- Die Deutsche Luft Hansa war die deutsche Staatsairline von 1926 bis 1945, entstanden aus der Fusion von Deutscher Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr.
- Drehkreuz war Berlin-Tempelhof, von dort startete am 6. April 1926 auch der erste Linienflug nach Zürich.
- Die Junkers Ju 52/3m prägte die 1930er-Jahre: Ende 1940 flogen 80 Exemplare für die Airline.
- Die Fw 200 Condor stand für Langstrecken-Rekorde, etwa den Nonstopflug Berlin–New York im August 1938.
- Die heutige Lufthansa ist keine Rechtsnachfolgerin: Die 1953 gegründete Luftag kaufte 1954 lediglich Namen und Kranich.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die Deutsche Luft Hansa im Überblick
- 2.Codes, Kennzeichen und Name
- 3.Die Geschichte von 1926 bis 1945
- 4.Die Flotte: von der F 13 bis zur Condor
- 5.Woran du die Deutsche Luft Hansa erkennst
- 6.Die NS-Zeit und das Ende
- 7.Abgrenzung zur Lufthansa ab 1953
- 8.Die Luft Hansa heute erleben
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| Drehkreuze | THF |
|---|---|
| Status | Historisch – letzter Linienflug am 21. April 1945, Restvermögen zum 1. Januar 1951 liquidiert |
| Gegründet | 6. Januar 1926 in Berlin durch Fusion von Deutscher Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr |
| Name | Deutsche Luft Hansa AG, ab 1933 Deutsche Lufthansa AG (in einem Wort) |
| Erster Linienflug | 6. April 1926 von Berlin-Tempelhof nach Zürich |
| Drehkreuz | Berlin-Tempelhof (THF), Hauptwerft in Berlin-Staaken |
| Flotte zum Start | 162 Flugzeuge, überwiegend veraltete Muster aus dem Ersten Weltkrieg |
| Prägende Typen | Junkers F 13, Junkers G 24, Junkers Ju 52/3m, Heinkel He 70, Focke-Wulf Fw 200 Condor, Dornier Wal |
| Markenzeichen | Kranich im Kreis nach einem Entwurf von Otto Firle aus dem Jahr 1918 |
| Verhältnis zur heutigen Lufthansa | Keine Rechtsnachfolge: Die 1953 gegründete Luftag kaufte 1954 Namen und Kranich |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Deutsche Luft Hansa?
- Kranich im Kreis am Rumpf oder Leitwerk – das Signet stammt von Otto Firle und ist älter als die Airline selbst
- Schriftzug „Deutsche Luft Hansa“ in zwei Wörtern bis 1933, danach „Deutsche Lufthansa“
- Bis 1934 Zahlenkennzeichen (D- plus Ziffern), danach Buchstabenkennzeichen wie D-AQUI oder D-ACON
- Typisch: Wellblech-Beplankung der Junkers-Flugzeuge F 13, G 24 und Ju 52
- Dreimotorige Ju 52/3m mit Sternmotoren an Bug und Flügeln – das Arbeitspferd der 1930er
- Ab 1933 trugen die Flugzeuge die Hakenkreuzflagge am Seitenleitwerk – ein wichtiges Datierungsmerkmal historischer Fotos
Wer sich mit deutscher Luftfahrtgeschichte beschäftigt, kommt an der Deutschen Luft Hansa nicht vorbei. Zwischen 1926 und 1945 war sie die Fluggesellschaft des Deutschen Reichs – mit Wellblech-Junkers, der legendären „Tante Ju“, Rekordflügen der Fw 200 Condor und Katapultpost über den Südatlantik. Gleichzeitig ist sie eine Airline, deren Geschichte du nicht ohne die NS-Zeit erzählen kannst. Diese Seite zeigt dir, woher die DLH kam, welche Flugzeuge sie prägten, wohin sie flog und warum die heutige Lufthansa zwar Namen und Kranich trägt, rechtlich aber ein Neuanfang ist.
Historische Aufnahmen sauber archivieren
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Die Deutsche Luft Hansa im Überblick
Die Deutsche Luft Hansa war eine historische deutsche Fluggesellschaft, gegründet am 6. Januar 1926 in Berlin. Sie entstand aus dem Zusammenschluss der beiden damals großen deutschen Luftverkehrsunternehmen: der Deutschen Aero Lloyd und der Junkers Luftverkehr. Hinter der Fusion stand der Staat, der den zersplitterten und hoch subventionierten Luftverkehr bündeln wollte. Zum Vorstand gehörte unter anderem Erhard Milch, der als Technischer Direktor begann.
Am Gründungstag übernahm die neue Gesellschaft 162 Flugzeuge – ein bunter Bestand, der zu großen Teilen aus veralteten Mustern der Kriegszeit bestand. Dazu kam die Junkers F 13, das erste in Serie gebaute Ganzmetall-Verkehrsflugzeug. Ende 1926 arbeiteten bereits mehr als 1.500 Menschen für die Airline.
Den ersten Linienflug absolvierte die Luft Hansa am 6. April 1926 von Berlin-Tempelhof mit Zwischenlandungen nach Zürich. Im ersten Betriebsjahr kamen mehr als sechs Millionen Flugkilometer und gut 56.000 Fluggäste zusammen. 1933 änderte die Gesellschaft ihre Schreibweise: Aus „Luft Hansa“ in zwei Wörtern wurde „Lufthansa“ in einem.
Codes, Kennzeichen und Name
Bei einer Airline aus den 1920er-Jahren funktioniert die übliche Steckbrief-Logik nicht. Ein paar Punkte solltest du kennen:
- Kein IATA- oder ICAO-Code im heutigen Sinn: Die zwei- und dreistelligen Airline-Codes, die du von Anzeigetafeln und Trackern kennst, gab es in dieser Form noch nicht. Wir nennen deshalb bewusst keine Codes.
- DLH ist doppelt belegt: Die Abkürzung wird gern für die alte Luft Hansa verwendet. Gleichzeitig ist DLH der ICAO-Code der heutigen Lufthansa. Wer alte Unterlagen sortiert, muss also auf den Zeitraum achten.
- Kennzeichen mit D-: Alle Flugzeuge waren in Deutschland registriert. Bis 1934 trugen die Flugzeuge Nummern hinter dem D-, im Frühjahr 1934 stellte das Reich auf Buchstabenkennzeichen um. Kennzeichen wie D-AQUI oder D-ACON stammen also aus der Zeit danach. Mehr dazu findest du in der Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Kennzeichen helfen beim Datieren
Zeigt ein Foto eine Luft-Hansa-Maschine mit Zahlenkennzeichen, entstand es vor 1934. Steht dazu noch „Luft Hansa“ in zwei Wörtern am Rumpf, grenzt du die Aufnahme oft sogar auf die Jahre bis 1933 ein. Weitere Tipps gibt dir der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Die Geschichte von 1926 bis 1945
Die Aufbaujahre: Netz, Nachtflug und Rekorde
Die Luft Hansa baute in kurzer Zeit ein dichtes Netz auf. Neben dem Hauptdrehkreuz Berlin-Tempelhof spielten Flughäfen wie Köln, Frankfurt, Leipzig/Halle, Hamburg und München eine wichtige Rolle. Auch weitere Städte wie Dortmund waren angebunden – mehr zum heutigen Flughafen Dortmund findest du auf seiner eigenen Seite.
Früh experimentierte die Airline mit Nachtflügen. Ab dem 1. Mai 1926 flog sie nachts Post und Fracht zwischen Berlin und Königsberg, eingesetzt wurde die dreimotorige Junkers G 24. Im Januar 1928 war die Verbindung bis Madrid durchgehend befliegbar. Die Fluggastzahlen schwankten in den ersten Jahren deutlich, im September 1934 begrüßte die Airline aber bereits ihren millionsten Passagier.
Schnell und modern: die Blitzstrecken
Ab Juni 1934 setzte die Lufthansa die Heinkel He 70 auf sogenannten Blitzstrecken ein, etwa zwischen Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main. Die schnittige He 70 stellte mehrere Weltrekorde auf, blieb aber nur wenige Jahre im Liniendienst. Parallel kamen ausländische Muster in die Flotte, darunter die Douglas DC-2 und die Douglas DC-3, deren Bedeutung für die Luftfahrt der Artikel zur Geschichte der DC-3 beleuchtet.
Post über den Südatlantik
Eines der ehrgeizigsten Projekte war der Luftpostdienst nach Südamerika. Im Februar 1934 startete die erste regelmäßige Luftpostlinie über den Südatlantik. Der Trick: Weil die Flugboote die Strecke nicht ohne Zwischenstopp schafften, lagen auf dem Ozean umgebaute Frachtschiffe als schwimmende Stützpunkte. Von ihren Katapulten aus wurden Dornier-Wal-Flugboote gestartet. Als Stützpunktschiffe dienten unter anderem die „Westfalen“ und die zum Katapultschiff umgebaute „Schwabenland“. Ab 1937 kamen dafür auch die moderneren Dornier Do 18 mit Dieselmotoren zum Einsatz. Hersteller der Flugboote war Dornier.
Asien und die Partnergesellschaften
Auch nach Osten griff die Airline weit aus. Ab Oktober 1937 flog sie Post nach Bagdad, später weiter nach Teheran; 1938 kamen Passagierflüge nach Teheran und kurz darauf eine Verlängerung bis Kabul hinzu. Schon 1936 hatte eine Ju 52/3m den Hindukusch und den Pamir überflogen, um eine Route nach Asien zu erkunden.
Daneben war die Lufthansa an mehreren Gesellschaften im Ausland beteiligt:
| Gesellschaft | Land | Zeitraum | Was sie war |
|---|---|---|---|
| Deruluft | Sowjetunion / Deutschland | Beteiligung ab 1926, aufgelöst 1937 | Gemeinsame Gesellschaft für Flüge zwischen Deutschland und der Sowjetunion |
| Syndicato Condor | Brasilien | Beteiligung ab 1927, Betrieb bis 1941 | Partner in Südamerika, Anschluss an die Südatlantik-Post |
| Eurasia | China | 1930–1940 | Gemeinsame Gesellschaft mit dem chinesischen Verkehrsministerium |
Bei Eurasia ist die Chronologie gut belegt: Gegründet im Februar 1930, nahm sie im Mai 1931 einen Postdienst ab Shanghai auf. Ende November 1940 endete das Engagement nach einem Eingreifen der chinesischen Regierung.
Oldtimer auf der Wunschliste
Setz die Ju 52 oder die DC-3 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein Oldtimer in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die Flotte: von der F 13 bis zur Condor
Die Flotte der Luft Hansa wandelte sich in knapp 20 Jahren enorm – vom einmotorigen Ganzmetall-Pionier bis zum viermotorigen Langstreckenflugzeug. Diese Typen sind für Spotter und Sammler am wichtigsten:
| Typ | Zeitraum bei der DLH | Einsatz | Erkennungsmerkmal |
|---|---|---|---|
| Junkers F 13 | ab 1926 | Kurzstrecke der ersten Jahre | Einmotoriger Tiefdecker mit Wellblech |
| Junkers G 24 | ab 1926 | Strecken- und Nachtflug | Dreimotorig, Wellblech, eckiger Rumpf |
| Heinkel He 70 | 1934–1937 | Blitzstrecken | Schlanker, elliptischer Flügel, glatte Haut |
| Junkers Ju 52/3m | ab 1932 | Rückgrat in Europa | Drei Sternmotoren, Wellblech, festes Fahrwerk |
| Dornier Wal | 1930er | Südatlantik-Post | Flugboot mit Tandem-Motoren über dem Flügel |
| Douglas DC-2 / DC-3 | 1930er | Ergänzung in Europa | Zweimotorig, glatte Metallhaut |
| Junkers Ju 90 | 1938–1940 | Größeres Streckenflugzeug | Viermotorig, kurze Einsatzzeit |
| Focke-Wulf Fw 200 Condor | ab 1938 | Langstrecke und Rekordflüge | Viermotorig, schlanker Rumpf, Einziehfahrwerk |
Junkers Ju 52/3m: das Arbeitspferd
Keine Maschine steht so sehr für die Luft Hansa wie die dreimotorige Junkers Ju 52/3m. Sie flog am 7. März 1932 zum ersten Mal, schon im Mai desselben Jahres übernahm die Airline das erste Exemplar. Danach wuchs der Bestand rasch: Ende 1934 besaß die Lufthansa 41 Ju 52/3m, Ende 1938 waren es 73 und Ende 1940 mit 80 Maschinen so viele wie nie. Im Jahr 1938 wurde rund drei Viertel des gesamten Verkehrs der Airline mit diesem Typ geflogen.
Die „Tante Ju“ bot in der Regel 15 Fluggästen Platz, bei Bedarf kamen zwei Notsitze dazu. Typisch sind die Wellblechhaut, das feste Fahrwerk und die drei Sternmotoren – einer im Bug, je einer an den Flügeln. Die ganze Geschichte des Flugzeugs erzählt der Artikel Junkers Ju 52 – Tante Ju. Bekannt ist auch die Ju 52 mit dem historischen Kennzeichen D-AQUI: Sie stammt nicht aus dem Vorkriegsbestand, sondern flog ab 1956 in Ecuador und wurde später von der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung bis 2018 in historischer Lufthansa-Bemalung betrieben.
Focke-Wulf Fw 200 Condor: der Rekordflieger
Mit der Fw 200 Condor wollte die Lufthansa die Ju 52 auf längeren Strecken ablösen. Das viermotorige Flugzeug aus Bremen flog 1937 zum ersten Mal und war für 26 Passagiere ausgelegt. Ab Mitte 1938 setzte die Airline den Typ im Linienverkehr ein.
Berühmt wurde die Condor durch zwei Flüge im Jahr 1938:
- Berlin–New York: Im August 1938 flog die Fw 200 mit dem Kennzeichen D-ACON nonstop von Berlin-Staaken nach New York. Für die rund 6.370 Kilometer brauchte sie 24 Stunden und 56 Minuten, der Rückflug nach Tempelhof gelang in knapp 20 Stunden.
- Berlin–Tokio: Ende November 1938 folgte ein Flug nach Tokio mit Zwischenlandungen in Basra, Karatschi und Hanoi – nach 46 Stunden und 18 Minuten war das Ziel erreicht. Auf dem Rückweg musste dieselbe Maschine im Dezember 1938 wegen eines Defekts an der Treibstoffleitung vor Manila notwassern.
Die zivile Karriere der Condor blieb kurz: 1939 und 1940 gingen die Lufthansa-Maschinen an die Luftwaffe, die den Typ im Krieg vor allem als Fernaufklärer einsetzte.
Typisch Ju 52/3m
- Drei Sternmotoren, einer davon im Bug
- Wellblechhaut an Rumpf und Flügeln
- Festes Fahrwerk, oft mit Radverkleidungen
- Kantiger, kurzer Rumpf
Typisch Fw 200 Condor
- Vier Motoren an langen, schlanken Flügeln
- Glatte Metallhaut statt Wellblech
- Langer, schlanker Rumpf mit Fensterreihe
- Einziehfahrwerk
Woran du die Deutsche Luft Hansa erkennst
Das wichtigste Erkennungszeichen ist der Kranich im Kreis. Entworfen hat ihn der Grafiker Otto Firle schon 1918 – und zwar für die Deutsche Luft-Reederei, eine der Vorgängergesellschaften. Die Luft Hansa übernahm das Signet 1926, und bis heute fliegt der Kranich auf den Flugzeugen der Lufthansa. Wer sich für die Entwicklung solcher Bemalungen interessiert, findet im Artikel Legendäre Airline-Lackierungen weitere Beispiele.
Zur Datierung historischer Bilder helfen dir vier Merkmale:
Schriftzug lesen
„Deutsche Luft Hansa“ in zwei Wörtern spricht für die Jahre bis 1933, „Deutsche Lufthansa“ für die Zeit danach.
Kennzeichen prüfen
Reine Zahlen hinter dem D- stehen für die Zeit vor 1934, Buchstaben wie D-AQUI für die Jahre danach.
Leitwerk ansehen
Ab 1933 trugen die Flugzeuge die Hakenkreuzflagge am Seitenleitwerk – ein klares Zeichen für die NS-Zeit.
Typ bestimmen
F 13 und G 24 deuten auf die frühen Jahre, eine Fw 200 kann erst ab 1937/38 im Bild sein.
Die NS-Zeit und das Ende
Die Geschichte der Luft Hansa ist eng mit der Politik verwoben. Die Airline war von Anfang an auf staatliche Zuschüsse angewiesen. Nach 1933 wuchs die Nähe zum Regime: Das frühere Vorstandsmitglied Erhard Milch wechselte als Staatssekretär ins neue Reichsluftfahrtministerium und wurde zu einer zentralen Figur beim Aufbau der Luftwaffe. Ziviler Luftverkehr und Luftrüstung waren in diesen Jahren personell und organisatorisch eng verflochten.
Besonders schwer wiegt ein Kapitel aus dem Krieg: In den Reparaturwerkstätten der Lufthansa mussten nach den Forschungen des Historikers Lutz Budraß mindestens 10.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter arbeiten. Auch das gehört zur Geschichte der Airline und sollte in keiner Darstellung fehlen.
Mit Kriegsbeginn 1939 brach der zivile Luftverkehr weitgehend zusammen. Ein Teil der Flotte ging an die Luftwaffe, die Partnergesellschaften in China und Brasilien endeten 1940 und 1941 – Deruluft war schon 1937 aufgelöst worden. Die Lufthansa flog nur noch ein stark geschrumpftes Netz. Am 21. April 1945 fand der letzte Linienflug statt, einen Tag später der letzte Flug der alten Gesellschaft überhaupt. Nach der Kapitulation lösten die Alliierten das Unternehmen auf und liquidierten das verbliebene Vermögen zum 1. Januar 1951.
Ein Wort zu historischen Bildern
Auf Fotos aus den Jahren 1933 bis 1945 siehst du NS-Symbole am Leitwerk. Für die Datierung sind sie ein wichtiges Merkmal. Wenn du solche Bilder teilst, ordne sie in ihren historischen Zusammenhang ein – und beachte, dass die öffentliche Verwendung dieser Symbole in Deutschland gesetzlich eingeschränkt ist.
Abgrenzung zur Lufthansa ab 1953
Die wichtigste Frage für viele Leser: Ist die heutige Lufthansa die alte Luft Hansa? Die kurze Antwort lautet nein – zumindest nicht rechtlich.
| Deutsche Luft Hansa | Heutige Lufthansa | |
|---|---|---|
| Gründung | 6. Januar 1926 in Berlin | 6. Januar 1953 als Luftag in Köln |
| Name | Luft Hansa, ab 1933 Lufthansa | seit 1954 Deutsche Lufthansa AG |
| Erster Linienflug | 6. April 1926, Berlin–Zürich | 1. April 1955, innerdeutsch |
| Drehkreuz | Berlin-Tempelhof | ab 1958 Frankfurt, später auch München |
| Ende | Liquidation zum 1. Januar 1951 | aktiv, heute Teil der Lufthansa Group |
Die neue Gesellschaft wurde am 6. Januar 1953 in Köln als „Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf“ (Luftag) gegründet – viele ihrer Leute hatten früher für die alte Luft Hansa gearbeitet. Am 6. August 1954 erwarb die Luftag Namen und Kranich-Logo der liquidierten Gesellschaft für 30.000 D-Mark und nannte sich fortan Deutsche Lufthansa AG. Den planmäßigen Inlandsverkehr nahm sie am 1. April 1955 auf, im Juni 1955 folgte die Strecke nach New York mit der Lockheed Super Constellation. Wie diese Flugzeuge aussahen, zeigt der Artikel zur Lockheed Constellation.
Nach Berlin durfte die neue Lufthansa wegen des Viermächtestatus jahrzehntelang nicht fliegen. Sie machte 1958 den Flughafen Frankfurt zum wichtigsten Drehkreuz und kehrte erst nach der Wiedervereinigung im Oktober 1990 in die Hauptstadt zurück. Heute ist sie Kern der Lufthansa Group; die Wartung und Überholung übernimmt unter anderem Lufthansa Technik.
Kompliziert wird es durch die DDR: Dort gründete sich am 1. Juli 1955 ebenfalls eine „Deutsche Lufthansa“. 1963 wurde sie aufgelöst, ihren Betrieb setzte die Interflug fort.
Sehr wahrscheinlich die alte Luft Hansa, wenn …
- eine F 13, G 24, Ju 52 oder Fw 200 mit Kranich zu sehen ist
- „Luft Hansa“ in zwei Wörtern am Rumpf steht
- das Bild sicher vor 1945 entstanden ist
Genauer prüfen, wenn …
- eine Ju 52 in Lufthansa-Farben zu sehen ist – das kann auch eine Traditionsmaschine wie D-AQUI sein
- eine Lufthansa-Maschine aus den 1950er-Jahren ohne Datum auftaucht
Eher nicht die alte DLH, wenn …
- eine Super Constellation, Convair oder ein Jet mit Kranich zu sehen ist
- das Bild nach 1945 aufgenommen wurde
Die Luft Hansa heute erleben
Im Linienverkehr wirst du die Deutsche Luft Hansa nie mehr sehen. Spuren findest du trotzdem – vor allem in Berlin. Der frühere Flughafen Tempelhof war das Zentrum des Netzes, und das Deutsche Technikmuseum Berlin hat eine Fw 200 bewahrt, die 1942 im Trondheimfjord versank, 1999 geborgen und über mehr als 20 Jahre restauriert wurde – unter anderem mit Unterstützung von Airbus und Lufthansa Technik. Sie gilt als einziges erhaltenes Exemplar ihres Typs. Nach Angaben des Museums ist sie im früheren Flughafen Tempelhof aufgebaut und nur bei Führungen zu sehen; prüf vor dem Besuch die aktuellen Termine.
Rund um die Junkers-Flugzeuge lohnt sich ein Besuch im Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau. Im Deutschen Museum München steht eine Amiot AAC.1 Toucan – ein in Frankreich gebauter Ju-52-Abkömmling. Einen Überblick über weitere Sammlungen gibt dir der Artikel Luftfahrtmuseen in Deutschland.
Wer die Epoche mit anderen europäischen Airlines vergleichen will, schaut sich KLM an, die schon 1919 gegründet wurde, sowie die historischen Gesellschaften Swissair und Sabena.
Quellen kritisch prüfen
Zur Luft Hansa kursieren viele widersprüchliche Angaben, etwa zu Erstflugdaten, Flottenzahlen oder Kennzeichen. Gleiche Fotos und Daten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du eine Aufnahme endgültig zuordnest – und markiere Unsicheres als solches.
Häufige Verwechslungen
- Alte und neue Lufthansa gleichsetzen – die heutige Lufthansa entstand 1953 als Luftag und ist rechtlich ein Neuanfang.
- DLH für einen historischen Code halten – DLH ist der ICAO-Code der heutigen Lufthansa, nicht der alten Luft Hansa.
- Jede Ju 52 in Lufthansa-Farben für ein Vorkriegsflugzeug halten – D-AQUI etwa flog erst ab 1956, zunächst in Ecuador.
- Die Fw 200 „Condor“ mit der Airline Condor verwechseln – der Flugzeugname und der heutige Ferienflieger sind zwei verschiedene Dinge.
- Syndicato Condor für eine deutsche Airline halten – sie war eine Partnergesellschaft in Brasilien.
- Die DDR-Lufthansa übersehen – zwischen 1955 und 1963 gab es zwei Gesellschaften mit dem Namen Lufthansa.
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Poste deine Museumsfotos und historischen Aufnahmen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Ort, tausch dich in Kommentaren und Chats mit anderen Fans aus und bau deinen Hangar Stück für Stück aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Deutsche Luft Hansa war knapp zwei Jahrzehnte lang die deutsche Staatsairline. Von Tempelhof aus baute sie ein dichtes Netz auf, wagte Nachtflüge, Katapultpost über den Südatlantik und Rekordflüge nach New York und Tokio. Die Ju 52/3m wurde zu ihrem Symbol, die Fw 200 Condor zu ihrem Aushängeschild auf der Langstrecke. Zugleich war die Airline tief in das NS-System verstrickt – bis hin zur Zwangsarbeit in ihren Werkstätten. 1945 endete der Betrieb, 1951 die Gesellschaft. Die heutige Lufthansa trägt Namen und Kranich, ist aber ein Neuanfang von 1953.
Kurzfazit
Die Deutsche Luft Hansa (1926–1945) war eine historische deutsche Staatsairline mit Drehkreuz Berlin-Tempelhof. Geprägt von der Ju 52/3m und der Fw 200 Condor – und rechtlich nicht identisch mit der Lufthansa, die 1953 als Luftag neu gegründet wurde.
Zusammenfassung
- Die Deutsche Luft Hansa baute ab 1926 ein dichtes europäisches Netz auf und wagte sich früh an Nachtflüge, Südatlantik-Post und Asienrouten.
- In der NS-Zeit war die Airline eng mit Staat und Luftrüstung verflochten; in ihren Werkstätten mussten Tausende Zwangsarbeiter arbeiten.
- Für Spotter ist die DLH ein Thema für Museum und Archiv: Fw 200 und Ju 52 lassen sich heute nur noch in Ausstellungen oder als Nachbauten bzw. Nachkriegsexemplare sehen.
- Wer historische Fotos zuordnet, achtet auf Schriftzug, Kennzeichensystem und Leitwerk – damit lässt sich die Aufnahme oft auf wenige Jahre eingrenzen.
Häufige Fragen
Wann gab es die Deutsche Luft Hansa?
Gegründet wurde die Deutsche Luft Hansa AG am 6. Januar 1926 in Berlin. Den ersten Linienflug absolvierte sie am 6. April 1926. 1933 änderte sie die Schreibweise in Deutsche Lufthansa. Der letzte Linienflug fand am 21. April 1945 statt, die Alliierten liquidierten das verbliebene Vermögen zum 1. Januar 1951.
Ist die heutige Lufthansa dieselbe Firma?
Nein. Die heutige Deutsche Lufthansa AG ging aus der Luftag hervor, die am 6. Januar 1953 in Köln gegründet wurde. Im August 1954 erwarb sie Namen und Kranich-Logo der liquidierten Gesellschaft und heißt seitdem Lufthansa. Rechtlich ist sie keine Nachfolgerin der Luft Hansa von 1926, auch wenn viele frühere Mitarbeiter am Neustart beteiligt waren und das Unternehmen die Tradition bis 1926 zurückführt.
Hatte die Deutsche Luft Hansa einen IATA- oder ICAO-Code?
Die heute üblichen zweistelligen IATA- und dreistelligen ICAO-Airline-Codes gab es in dieser Form zur Zeit der DLH noch nicht. Deshalb nennen wir hier keine Codes. Die Abkürzung DLH wird zwar oft für die alte Airline verwendet, ist aber heute der ICAO-Code der neuen Lufthansa.
Welche Flugzeuge flog die Deutsche Luft Hansa?
Zum Start bestand die Flotte aus 162 Flugzeugen, darunter viele veraltete Muster aus dem Ersten Weltkrieg und die Junkers F 13. Später kamen unter anderem Junkers G 24, Heinkel He 70, Dornier-Wal-Flugboote, die Junkers Ju 52/3m, Douglas DC-2 und DC-3 sowie die Focke-Wulf Fw 200 Condor dazu. Die Ju 52/3m war ab 1932 im Dienst und wurde zum wichtigsten Typ.
Wohin flog die Deutsche Luft Hansa?
Kern war ein dichtes Netz in Deutschland und Europa mit Tempelhof als Drehkreuz, etwa nach Zürich oder bis Madrid. Ab Februar 1934 bot die Airline eine regelmäßige Luftpostverbindung über den Südatlantik nach Südamerika an. In Asien flog sie ab 1937 über Bagdad nach Teheran und später bis Kabul; über Partnergesellschaften war sie zudem in China, Brasilien und der Sowjetunion aktiv.
Was war der Rekordflug der Fw 200 nach New York?
Im August 1938 flog die Fw 200 Condor D-ACON nonstop von Berlin-Staaken nach New York. Für die rund 6.370 Kilometer brauchte sie 24 Stunden und 56 Minuten. Im November 1938 folgte ein Flug von Berlin nach Tokio mit Zwischenlandungen in Basra, Karatschi und Hanoi.
Welche Rolle spielte die Luft Hansa in der NS-Zeit?
Die Airline war staatlich subventioniert und eng mit dem Regime verflochten. Ihr früheres Vorstandsmitglied Erhard Milch wurde 1933 Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium und trieb die Aufrüstung der Luftwaffe voran. In den Reparaturwerkstätten der Lufthansa mussten nach Forschungen des Historikers Lutz Budraß mindestens 10.000 Zwangsarbeiter arbeiten.
Wo kann ich heute Flugzeuge der Deutschen Luft Hansa sehen?
Original-Flugzeuge aus dem DLH-Betrieb sind extrem selten. Das Deutsche Technikmuseum Berlin hat eine 1942 im Trondheimfjord versunkene Fw 200 bergen und über viele Jahre restaurieren lassen; nach Angaben des Museums ist sie im früheren Flughafen Tempelhof zu sehen, aber nur im Rahmen von Führungen. Ju 52 begegnen dir in mehreren Museen – oft als Nachkriegsexemplare oder Lizenzbauten.
Deutsche Luft Hansa im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Junkers Ju 52/3m (Tante Ju)
Wellblech, drei Sternmotoren und ein unverwechselbares Brummen: Die Junkers Ju 52 war das Rückgrat der frühen Lufthansa und flog bis 2018 noch Passagiere. So erkennst du die Tante Ju – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypJunkers F 13
Ein Motor, vier Passagiere, Wellblech aus Duralumin: Die Junkers F 13 von 1919 gilt als erstes Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was hinter den Schweizer Nachbauten steckt und wo du Originale siehst.
FlugzeugtypDouglas DC-2
Ganzmetall, Einziehfahrwerk, zwei Sternmotoren: Die Douglas DC-2 machte 1934 das moderne Verkehrsflugzeug alltagstauglich und flog als KLM-Uiver beim Rennen London–Melbourne aufs Podest. So erkennst du die kleine Schwester der DC-3 – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypLockheed L-1049 Super Constellation
Drei Seitenflossen, ein Rumpf wie ein Delfin und vier dröhnende Sternmotoren: Die Lockheed Super Constellation ist der Inbegriff der Propeller-Ära. Mit ihr startete Lufthansa 1955 in die Langstrecke, und in Basel hielt ein Verein bis 2016 eine Super Connie in der Luft. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du sie heute noch findest.
Weitere Airlines
Lufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
NetzwerkInterflug
Historische Staatsairline der DDR: 1958 gegründet, ab 1963 alleiniger ziviler Luftverkehr der DDR mit Il-18, Tu-134 und Il-62 ab Berlin-Schönefeld – und 1991 nach dem Ende der DDR abgewickelt.
NetzwerkSwissair
Historische Schweizer Nationalairline von 1931 bis 2002: Swissair flog mit Caravelle, DC-8, Boeing 747, MD-11 und A330 von Zürich, Genf und Basel in die Welt – bis zum Grounding im Oktober 2001.
NetzwerkKLM Royal Dutch Airlines
Die niederländische Netzwerk-Airline mit dem hellblauen Rumpf: 1919 gegründet, Drehkreuz Amsterdam-Schiphol, Teil von Air France-KLM und Mitglied von SkyTeam – mitten im Umbau von Boeing zu Airbus.
NetzwerkSabena
Historische belgische Nationalairline von 1923 bis 2001: Sabena flog von Brüssel nach Europa, Nordamerika und vor allem nach Afrika – mit Caravelle, Boeing 707, 747 und zuletzt Airbus A330 und A340, bis der Konkurs im November 2001 alles beendete.
FerienfliegerCondor
Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Lufthansa Group
Die Lufthansa Group ist keine Airline, sondern ein Konzern mit einem Dutzend Flugbetrieben – von Lufthansa über SWISS und Austrian bis Eurowings und ITA Airways. Wer am Zaun nur den Kranich sucht, übersieht die halbe Gruppe.
FlughafenFlughafen Berlin-Tempelhof
Historischer Stadtflughafen mitten in Berlin: 1923 eröffnet, Heimat der Deutschen Luft Hansa, Schauplatz der Luftbrücke 1948/49 und mit dem riesigen Bogenbau von Ernst Sagebiel ein Architekturdenkmal – geschlossen am 30. Oktober 2008, heute Tempelhofer Feld.
MuseumDeutsches Technikmuseum Berlin
Über dem Landwehrkanal in Kreuzberg hängt eine Douglas C-47 am Dach – das Wahrzeichen des Deutschen Technikmuseums. Drinnen erzählt die Ausstellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“ mit über 40 Flugzeugen und Großobjekten deutsche Luftfahrtgeschichte, von der Jeannin-Stahltaube über die Ju 52 bis zur Luftbrücke 1948/49.
MuseumTechnikmuseum Hugo Junkers Dessau
Auf dem Gelände der früheren Junkers-Flugzeugwerke in Dessau steht eine Ju 52, die 1940 in einem norwegischen See versank und Jahrzehnte später geborgen wurde. Drumherum zeigt das Technikmuseum „Hugo Junkers“ Nachbauten von F 13 und J 1, Motoren, Gleiter, NVA-Jets und das Erbe eines Erfinders, der weit mehr als Flugzeuge baute.
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