Aero Continente

Historische Airline aus Lima: 1992 gegründet, Ende der 1990er-Jahre führende Inlandsairline Perus mit Boeing 727 und 737-200, dazu Flüge nach Miami und Ableger in Chile – bis US-Sanktionen gegen den Gründer 2004 den Flugbetrieb beendeten.

Auch bekannt als: Aero Continente S.A. · Aerocontinente · Nuevo Continente · N6

PeruPeruNetzwerk-AirlinesIATA: N6ICAO: ACQ11 Min. Lesezeit

N6

IATA-Code

ACQ

ICAO-Code

1992–2004

Jahre im Flugbetrieb

OB-

Kennzeichen-Präfix Peru

Das Wichtigste in Kürze

  • Aero Continente war eine peruanische Airline mit Drehkreuz Lima, die von 1992 bis 2004 flog und Ende der 1990er-Jahre den Inlandsmarkt Perus dominierte.
  • Codes: IATA N6, ICAO ACQ, Rufzeichen „AERO CONTINENTE“.
  • Boeing-Klassiker als Rückgrat: 727-100 und 737-200 trugen das Inlandsnetz, 757 und 767 flogen nach Miami.
  • Das Ende kam aus Washington: Am 1. Juni 2004 setzte die US-Regierung Gründer Fernando Zevallos auf Grundlage des Kingpin Act auf die Sanktionsliste und blockierte die Airline.
  • Nuevo Continente versuchte im Sommer 2004 einen Neustart unter Führung der Belegschaft, flog aber nur wenige Monate.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Aero Continente im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Geschichte: vom Charterbetrieb zum Marktführer
  4. 4.Das Ende: Sanktionen, Grounding und Nuevo Continente
  5. 5.Die Flotte
  6. 6.Woran du Aero Continente erkennst
  7. 7.Aero Continente im regionalen Umfeld
  8. 8.Häufige Verwechslungen
  9. 9.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeN6
ICAO-CodeACQ
RufzeichenAERO CONTINENTE
DrehkreuzeLIM
StatusHistorisch – nach den US-Sanktionen vom Juni 2004 im Juli 2004 gegroundet, Nachfolger Nuevo Continente im Herbst 2004 eingestellt
GeschäftsmodellLinienairline mit dichtem Inlandsnetz in Peru und internationalen Strecken innerhalb Südamerikas, in die Karibik und nach Miami
GegründetAnfang 1992 in Lima von Fernando Zevallos, Flugbetrieb ab Mai 1992 (zunächst Charter), Linienverkehr ab Juli 1993
Sitz und DrehkreuzLima, Flughafen Jorge Chávez (LIM)
AblegerAero Continente Chile, Aero Continente Dominicana und die peruanische Aviandina
Allianzkeine
FlottentypenBoeing 727-100 und -200, 737-100 und -200, 757-200, 767-200ER, Fokker F28, Turboprops der F27-Familie, kurzzeitig eine Lockheed L-1011 TriStar
Größte FlotteRund 30 Flugzeuge Ende der 1990er-Jahre (laut englischsprachiger Wikipedia)
KennzeichenPeruanische Registrierung mit OB-

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Aero Continente?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Peruanisches Kennzeichen mit OB- und Ziffernfolge am Rumpf
  • Schriftzug „Aero Continente“ am Rumpf; ab Ende Juli 2004 flog das Unternehmen als Nuevo Continente weiter
  • Flotte aus älteren Boeing-Jets: vor allem 727-100 mit drei Hecktriebwerken und 737-200 mit schlanken, langen Triebwerksgondeln
  • Auf der Langstrecke nach Miami Boeing 757-200 und 767-200ER, teils geleast und mit fremden Kennzeichen
  • Flugnummern mit N6, im Funk das Rufzeichen AERO CONTINENTE
  • Heute nur noch auf Archivfotos – seit Herbst 2004 fliegt kein Flugzeug mehr unter diesem Namen

Wer Ende der 1990er-Jahre in Peru geflogen ist, kam an Aero Continente kaum vorbei. Die Airline aus Lima verband Küste, Anden und Amazonasgebiet mit alten Boeing 727 und 737-200, flog nach Miami und gründete Ableger in Chile und der Dominikanischen Republik. Nach nur zwölf Jahren war 2004 Schluss – nicht wegen eines Unfalls oder Flugzeugmangels, sondern weil die US-Regierung den Gründer als Drogenhändler einstufte. Hier liest du, wie die Airline groß wurde, welche Flugzeuge sie flog, wie das Ende ablief und woran du sie auf Archivfotos erkennst.

Historische Airline

Aero Continente hat den Flugbetrieb im Juli 2004 eingestellt, die Nachfolgegesellschaft Nuevo Continente flog nur bis zum Herbst 2004. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die historische Airline. Die Codes N6 und ACQ stehen hier für Aero Continente.

Aero Continente im Überblick

Aero Continente war eine peruanische Linienairline mit Sitz in Lima und Drehkreuz am Flughafen Jorge Chávez (LIM). Gegründet wurde sie Anfang 1992 von dem Unternehmer Fernando Zevallos, im Mai 1992 begann der Flugbetrieb. In ihren besten Jahren war sie die führende Inlandsairline des Landes, die Flotte umfasste rund 30 Flugzeuge.

Ihre Geschichte lässt sich grob in drei Abschnitte teilen: den Aufstieg vom Charterbetrieb zum Marktführer im Inland, die Expansion über die Landesgrenzen hinaus um das Jahr 2000 – und das abrupte Ende 2004, als Washington die Airline auf eine Sanktionsliste setzte. Gerade dieser letzte Abschnitt macht Aero Continente zu einem ungewöhnlichen Fall in der Luftfahrtgeschichte Südamerikas.

N6IATA-Code in der Flugnummer
ACQICAO-Code im Flugplan
LIMDrehkreuz Lima

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code N6: stand vor den Flugnummern, auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code ACQ: Kennung im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen AERO CONTINENTE: so meldeten sich die Crews im Funk.

Für dein Archiv ist wichtig: IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline oft neu vergeben. Wenn du heute auf einer Flugnummer mit N6 stößt, hat sie mit Aero Continente nichts mehr zu tun. Notiere bei alten Fotos deshalb immer Airline-Name, Kennzeichen und Jahr – nicht nur den Code. Wie das Zusammenspiel von IATA- und ICAO-Codes funktioniert, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes.

Südamerikas Luftfahrtgeschichte im Hangar

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Geschichte: vom Charterbetrieb zum Marktführer

Die Anfänge (1992–1993)

Aero Continente startete klein. In den ersten Monaten flog die junge Gesellschaft vor allem Charterflüge für die Ölindustrie, unter anderem für den US-Konzern Occidental Petroleum, der im peruanischen Amazonasgebiet aktiv war. Solche Einsätze zu abgelegenen Förderstandorten waren typisch für Peru: Viele Regionen im Osten des Landes sind auf dem Landweg nur mühsam oder gar nicht zu erreichen.

Am 20. Juli 1993 nahm Aero Continente den Linienverkehr im Inland auf – mit gerade zwei Flugzeugen, einer Boeing 727-100 und einer Boeing 737-200. Damit war das Grundmuster der Flotte gesetzt: gebrauchte Boeing-Jets der ersten Generationen, die auf dem Weltmarkt günstig zu haben waren und mit den kurzen, teils hoch gelegenen Pisten Perus zurechtkamen.

Wachstum in einem leeren Markt (1994–1999)

In den folgenden Jahren baute Aero Continente das Netz Schritt für Schritt aus. Zu den Inlandszielen gehörten neben Lima unter anderem Cusco, Arequipa, Juliaca, Trujillo, Chiclayo, Piura, Tacna, Iquitos, Pucallpa und Tarapoto – also die Andenstädte im Süden ebenso wie die Küste im Norden und das Amazonastiefland.

Den entscheidenden Schub brachte das Verschwinden der Konkurrenz. Die beiden Traditionsairlines des Landes, Faucett und Aeroperú, gerieten in den 1990er-Jahren in schwere Schwierigkeiten und gaben bis 1999 auf. Damit blieb Aero Continente als wichtigste Inlandsairline übrig. Die Flotte wuchs auf rund 30 Flugzeuge, und die Airline begann, ins Ausland zu expandieren.

1992

Gründung in Lima durch Fernando Zevallos, Start mit Charterflügen für die Ölindustrie.

1993

Beginn des Linienverkehrs im Inland mit einer 727-100 und einer 737-200.

1999

Faucett und Aeroperú sind Geschichte, Aero Continente führt den Inlandsmarkt an; Genehmigung für Flüge nach Miami.

2004

US-Sanktionen im Juni, Grounding im Juli, Neustart als Nuevo Continente und endgültiges Aus im Herbst.

Expansion über Peru hinaus (1999–2003)

Ende 1999 erhielt Aero Continente die Genehmigung für Flüge von Lima nach Miami. Zum Start kam eine geleaste Boeing 757-200 zum Einsatz, die von der britischen Charterairline Air 2000 stammte. Später flog der chilenische Ableger die Strecke mit einer Boeing 767-200ER. Der Flughafen Miami war damals – wie heute – das wichtigste Tor zwischen Nord- und Südamerika.

Dazu kamen Tochtergesellschaften:

  • Aero Continente Chile entstand um 1999/2000 und flog im chilenischen Inlandsmarkt, etwa nach Arica, Iquique, Antofagasta, Puerto Montt und Punta Arenas. Anfang der 2000er-Jahre nahmen chilenische Behörden Beschäftigte wegen Drogenverdachts fest, und die Gesellschaft musste den Flugbetrieb einstellen.
  • Aero Continente Dominicana wurde Ende 2001 in Santo Domingo gegründet und blieb nur kurz aktiv.
  • Aviandina war eine kleine peruanische Inlandsairline, die von 1999 bis 2003 flog. Ihre Boeing 727-100 und 737-200 kamen von Aero Continente.

International flog Aero Continente unter anderem nach Santiago de Chile, Buenos Aires, La Paz, Santa Cruz, Guayaquil, Quito, Bogotá, Caracas, Panama-Stadt, Santo Domingo und Port-au-Prince. Damit war die Airline zeitweise in fast allen Nachbarländern präsent – in Konkurrenz zu Gesellschaften wie Lloyd Aéreo Boliviano, TAME, Avianca oder Aerolíneas Argentinas.

Das Ende: Sanktionen, Grounding und Nuevo Continente

Über die Herkunft des Startkapitals und die Verbindungen des Gründers wurde in Peru schon in den 1990er-Jahren berichtet und ermittelt. Zum Bruch kam es am 1. Juni 2004: An diesem Tag stufte die US-Regierung Fernando Zevallos auf Grundlage des Foreign Narcotics Kingpin Designation Act als bedeutenden ausländischen Drogenhändler ein. Die Sanktionsbehörde OFAC im US-Finanzministerium blockierte zugleich das Vermögen von Aero Continente S.A., Aero Continente (USA) Inc. und Aviandina – zunächst als Maßnahme bis zum Abschluss weiterer Ermittlungen.

Für eine Airline mit Boeing-Flotte war das fatal. US-Unternehmen durften keine Geschäfte mehr mit ihr machen. Der Versicherer zog sich zurück, und Ersatzteile aus den USA waren nicht mehr zu bekommen. Ohne Versicherung darf kein Verkehrsflugzeug abheben: Am 12. Juli 2004 stand der Flugbetrieb still.

Die Beschäftigten versuchten den Neustart. Das Unternehmen ging in die Hand der Belegschaft über, erhielt den Namen Nuevo Continente und flog ab dem 23. Juli 2004 wieder – allerdings nur noch im Inland. Die Sanktionen blieben jedoch bestehen, und im Herbst 2004 entzogen die peruanischen Behörden die Betriebsgenehmigung, offiziell aus Sicherheitsgründen. Am 10. November 2004 stufte OFAC Aero Continente dann auch formell als sanktioniertes Unternehmen ein; auf der Liste steht Nuevo Continente ausdrücklich als neuer Name derselben Firma.

Zevallos selbst wurde im November 2005 von einem peruanischen Gericht wegen Drogendelikten zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Datum auf Archivfotos prüfen

Zwischen Ende Juli und Herbst 2004 flog das Unternehmen unter dem Namen Nuevo Continente. Zeigt ein Foto diesen Titel, lässt es sich damit sehr genau datieren. Wie du alte Bilder sauber beschriftest und ablegst, zeigt der Guide zum Archivieren von Flugzeugfotos.

Die Flotte

Aero Continente setzte fast durchgehend auf gebrauchte Flugzeuge, vor allem aus den USA. Die genaue Zusammensetzung schwankte stark, und die Stückzahlen weichen in den verfügbaren Quellen voneinander ab. Die folgende Übersicht zeigt die genannten Typen, die Zeiträume sind Näherungswerte:

Typ Einsatz Zeitraum (ca.) Spotter-Hinweis
Boeing 727-100 Inland, Rückgrat der Anfangsjahre 1993–2004 Drei Hecktriebwerke, kurzer Rumpf
Boeing 727-200 Einzelstück (nicht in allen Quellen) um 1996 Längerer Rumpf als die -100
Boeing 737-100 Inland 1996 bis Anfang 2000er Kürzeste 737, sehr selten
Boeing 737-200 Inland und Nachbarländer 1993–2004 Schlanke, lange Triebwerksgondeln unter dem Flügel
Boeing 757-200 Miami 1999–2004 Geleast, teils mit fremdem Kennzeichen
Boeing 767-200ER Miami, Langstrecke 2000–2004 Erster Großraumjet nach der TriStar
Fokker F28 Fellowship Regionalstrecken 1995–2004 Kleiner Jet mit Hecktriebwerken
F27-Familie Turboprop-Strecken Mitte der 1990er Hochdecker mit zwei Propellern
Lockheed L-1011 TriStar Kurzzeitig 1996–1997 Drittes Triebwerk im Heck

Die Boeing 727-100 und die 737-200 prägten das Bild der Airline. Beide stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und waren in Südamerika noch lange verbreitet, als sie in Europa längst aus den Linienflotten verschwunden waren. Dazu kamen einzelne 737-100 – die kürzeste Version der 737, von der Boeing nur wenige Exemplare gebaut hat. Wenn du die frühen 737-Versionen auseinanderhalten willst, hilft der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.

Für Regionalstrecken flog Aero Continente die Fokker F28 Fellowship und Turboprops der F27-Familie. Hier sind sich die Quellen nicht einig: Genannt werden sowohl die Fokker F27 Friendship als auch die verlängerte US-Lizenzversion Fairchild Hiller FH-227. Die spanischsprachige Wikipedia führt außerdem kleine Jetstream 31. Kurios wirkt der Abstecher in die Großraumklasse: 1996/97 flog kurzzeitig eine Lockheed L-1011 TriStar.

727 und 737-200 auf der Wunschliste

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Ein Zwischenfall in Lima

Am 13. Dezember 2003 landete eine Boeing 737-200 von Aero Continente auf dem Flug von Caracas nach Lima ohne ausgefahrenes Fahrwerk. Die Crew war laut Unfallberichten mit einem Problem an den Landeklappen beschäftigt und vergaß dabei das Fahrwerk. Das Flugzeug wurde so schwer beschädigt, dass es nicht mehr repariert wurde. Alle Insassen überlebten.

Woran du Aero Continente erkennst

Weil die Airline seit über 20 Jahren Geschichte ist, begegnet sie dir nur noch auf Fotos – in Archiven, auf Spotter-Plattformen oder in alten Sammlungen. Diese Merkmale helfen dir bei der Zuordnung:

Das spricht für Aero Continente

  • Schriftzug „Aero Continente“ am Rumpf
  • Peruanisches Kennzeichen mit OB- und Ziffern
  • Boeing 727-100 oder 737-200 der ersten Generation
  • Aufnahme in Lima oder einer peruanischen Provinzstadt zwischen 1993 und 2004

Das spricht eher für eine andere Airline

  • Titel „Nuevo Continente“ – dann stammt das Foto aus der Nachfolgephase 2004
  • Chilenisches Kennzeichen mit CC- – dann eher der chilenische Ableger oder ein Leasingflugzeug
  • Titel „Aviandina“ – die kleine Schwester mit eigenem Auftritt
  • Moderne Airbus-Jets in Lima – dann LATAM oder eine Low-Cost-Airline

Ein Blick auf das Kennzeichen lohnt sich besonders, weil Flugzeuge zwischen den Gesellschaften der Gruppe und mit Leasinggebern hin- und hergingen. Ein und dieselbe 737 konnte so innerhalb weniger Jahre unter verschiedenen Titeln fliegen. Wie du solche Wechsel nachverfolgst, erklären die Artikel zur Umregistrierung von Flugzeugen und zum Flugzeugleasing. Grundsätzliches zu Länderpräfixen findest du unter Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Bei den Miami-Jets ist Vorsicht angebracht: Die 757 und 767 waren geleast und trugen je nach Zeitraum nicht unbedingt ein peruanisches Kennzeichen. Den Unterschied zwischen beiden Typen erkennst du am Rumpf – schmal bei der 757, Großraum bei der 767. Details dazu liefert der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden.

Aero Continente im regionalen Umfeld

Der Fall Aero Continente zeigt, wie fragil der Luftverkehr in Südamerika um die Jahrtausendwende war. Auch andere große Namen verschwanden in diesen Jahren oder kurz danach, etwa VASP und Varig in Brasilien, LAPA in Argentinien oder später Lloyd Aéreo Boliviano. Bei Aero Continente kam allerdings ein Sonderfaktor hinzu: Nicht Schulden oder Konkurrenz, sondern die US-Sanktionen beendeten den Betrieb. Eine Parallele aus jüngerer Zeit ist die venezolanische Conviasa, deren Flotte und Netz ebenfalls stark von US-Sanktionen geprägt sind.

In Peru füllten andere die Lücke. Die LAN-Tochter LAN Perú, heute LATAM Airlines Peru, wurde zur prägenden Airline in Lima und ist Teil der LATAM Airlines Group. Daneben fliegen heute unter anderem Sky Airline Peru und Star Peru im Inland.

Gute Chancen auf Aero-Continente-Bilder, wenn …

  • du Fotoarchive aus Lima, Cusco oder Miami zwischen 1993 und 2004 durchsuchst
  • du in Sammlungen gezielt nach OB-Kennzeichen und Boeing 727 oder 737-200 filterst

Prüf es genau, wenn …

  • ein Foto nur das Leitwerk oder einen Teil des Rumpfs zeigt
  • eine 757 oder 767 abgebildet ist, die möglicherweise geleast war

Keine Chance auf eine Live-Sichtung

  • Seit Herbst 2004 fliegt kein Flugzeug mehr unter dem Namen Aero Continente oder Nuevo Continente

Wie selten solche Archivfunde einzuordnen sind, erklärt der Artikel Wie selten ist meine Sichtung?. Und wenn dich die Flugzeuge selbst interessieren: Der Guide Oldtimer am Himmel erkennen hilft dir, Klassiker wie die 727 auch heute noch zuzuordnen.

Häufige Verwechslungen

  • Aero Continente und Nuevo Continente trennen – es war dasselbe Unternehmen, aber Fotos mit dem neuen Titel stammen sicher aus der zweiten Jahreshälfte 2004.
  • Aviandina für eine eigenständige Konkurrenz halten – die kleine Airline war eng mit Aero Continente verbunden und flog deren Jets.
  • Aero Continente Chile mit der peruanischen Mutter gleichsetzen – der Ableger flog mit eigener Lizenz im chilenischen Inlandsmarkt.
  • N6 heute noch Aero Continente zuordnen – IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline neu vergeben.
  • 737-100 und 737-200 verwechseln – die -100 ist sichtbar kürzer und bei Aero Continente eine Rarität.
  • 727-100 und 727-200 verwechseln – die -200 hat einen deutlich längeren Rumpf.

Archivfunde mit der Community teilen

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Fazit

Aero Continente stieg in nur wenigen Jahren vom Charterbetrieb zur führenden Inlandsairline Perus auf, flog nach Miami und gründete Ableger in Chile und der Karibik. Das Fundament waren gebrauchte Boeing 727 und 737-200 – günstig, robust und für die Pisten des Landes geeignet. Das Ende kam 2004 nicht durch den Markt, sondern durch die US-Sanktionen gegen den Gründer: Ohne Versicherung und Ersatzteile war der Betrieb nicht zu halten, und auch der Neustart als Nuevo Continente scheiterte nach wenigen Monaten. Für Spotter bleibt eine Airline, die sich auf Archivfotos über OB-Kennzeichen, Schriftzug und klassische Boeing-Flotte gut zuordnen lässt.

Kurzfazit

Aero Continente (IATA N6, ICAO ACQ) war eine historische peruanische Airline mit Drehkreuz Lima, die von 1992 bis 2004 vor allem mit Boeing 727 und 737-200 flog. Nach den US-Sanktionen vom Juni 2004 wurde sie gegroundet, der Nachfolger Nuevo Continente gab im Herbst 2004 auf.

Zusammenfassung

  • Aero Continente wuchs aus einem kleinen Charterbetrieb zur größten Inlandsairline Perus, nachdem die Traditionsgesellschaften Faucett und Aeroperú verschwunden waren.
  • Mit Ablegern in Chile und der Dominikanischen Republik und einer Strecke nach Miami griff die Airline weit über Peru hinaus.
  • Die US-Sanktionen gegen Gründer Fernando Zevallos vom Juni 2004 kosteten die Airline Versicherungsschutz und den Zugang zu Ersatzteilen; im Juli 2004 stand der Betrieb still.
  • Spotter erkennen Aero Continente auf Archivfotos am OB-Kennzeichen, am Schriftzug und an der Flotte aus Boeing 727 und 737-200.

Häufige Fragen

Gibt es Aero Continente heute noch?

Nein. Aero Continente stellte den Flugbetrieb im Juli 2004 ein, nachdem die USA im Juni 2004 Sanktionen verhängt hatten. Die Nachfolgegesellschaft Nuevo Continente flog ab Ende Juli 2004 nur noch im Inland und musste im Herbst 2004 aufgeben, als die peruanischen Behörden die Betriebsgenehmigung entzogen.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Aero Continente?

Aero Continente flog unter dem IATA-Code N6 und dem ICAO-Code ACQ. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „AERO CONTINENTE“.

Warum wurde Aero Continente sanktioniert?

Am 1. Juni 2004 stufte die US-Regierung Gründer Fernando Zevallos nach dem Foreign Narcotics Kingpin Designation Act als bedeutenden ausländischen Drogenhändler ein. Gleichzeitig blockierte die US-Behörde OFAC das Vermögen von Aero Continente S.A., Aero Continente (USA) Inc. und Aviandina. Im November 2004 folgte die formelle Einstufung der Airline selbst, auf der Liste steht Nuevo Continente als neuer Name. In Peru wurde Zevallos im November 2005 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Welche Flugzeuge flog Aero Continente?

Fast ausschließlich Boeing-Jets älterer Generationen: 727-100, einzelne 727-200, 737-100 und vor allem 737-200. Für Miami kamen 757-200 und 767-200ER dazu. Ergänzt wurde die Flotte durch Fokker F28, Turboprops der F27-Familie und 1996/97 kurz eine Lockheed L-1011 TriStar. Genaue Stückzahlen weichen je nach Quelle ab.

Was war Nuevo Continente?

Nach dem Grounding im Juli 2004 ging das Unternehmen in die Hände der Beschäftigten über und flog ab dem 23. Juli 2004 als Nuevo Continente weiter – nur noch im Inland. Die US-Sanktionen blieben aber bestehen, und im Herbst 2004 entzogen die peruanischen Behörden die Betriebsgenehmigung, offiziell aus Sicherheitsgründen.

Flog Aero Continente in die USA?

Ja. Ende 1999 erhielt die Airline die Genehmigung für Flüge von Lima nach Miami. Zunächst flog dort eine geleaste Boeing 757-200, später übernahm der chilenische Ableger die Strecke mit einer 767-200ER. Mit den Sanktionen von 2004 endete der Zugang zum US-Markt.

Was waren Aero Continente Chile und Aviandina?

Aero Continente Chile entstand um 1999/2000 für den chilenischen Inlandsmarkt und musste nach Ermittlungen chilenischer Behörden Anfang der 2000er-Jahre den Betrieb einstellen. Aviandina war eine kleine peruanische Inlandsairline von 1999 bis 2003, deren Jets von Aero Continente geleast waren. Dazu kam 2001 kurzzeitig Aero Continente Dominicana in Santo Domingo.

Wer fliegt heute in Peru?

Den Inlandsmarkt prägt heute vor allem LATAM Airlines Peru mit Drehkreuz Lima. Dazu kommen unter anderem Sky Airline Peru und Star Peru.

Aero Continente im Blick behalten

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 727-100

Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.

Flugzeugtyp

Boeing 727-200

Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.

Flugzeugtyp

Boeing 737-100

Kurzer Rumpf, schlanke Triebwerke dicht unter dem Flügel und ein deutscher Erstkunde: Die 737-100 war die allererste Version der Boeing 737. Nur 30 Stück entstanden, eine einzige ist bis heute erhalten. So erkennst du sie und ordnest sie ein.

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Boeing 757-200

Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.

Flugzeugtyp

Boeing 767-200/-200ER

Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.

Flugzeugtyp

Fokker F28 Fellowship

Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.

Flugzeugtyp

Fokker F27 Friendship

Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.

Flugzeugtyp

Lockheed L-1011 TriStar

Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.

Flugzeugtyp

BAe Jetstream 31/32

Klein, schlank, tiefer Flügel und ein unverwechselbar kreischender Garrett-Sound: Die Jetstream 31/32 war jahrzehntelang der Zubringer auf Britanniens Regionalstrecken – und ist heute ein seltener Fang.

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