Das Wichtigste in Kürze
- PLUNA war die Nationalairline Uruguays und flog von 1936 bis 2012 mit Drehkreuz Montevideo-Carrasco.
- Codes: IATA PU, ICAO PUA, Rufzeichen „PLUNA“.
- Lange Typengeschichte: von de Havilland Dragonfly und DC-3 über Vickers Viscount und Boeing 737-200 bis zur reinen CRJ900-Flotte.
- Wechselvolle Eigentümer: erst privat, ab 1951 staatlich, ab 1995 mit Varig-Beteiligung, ab 2007 mehrheitlich beim Investor Leadgate.
- Abruptes Ende: Am 5. Juli 2012 stoppte die Regierung den Flugbetrieb und leitete die Liquidation ein; seitdem hat Uruguay keine eigene Nationalairline mehr.
Inhaltsverzeichnis
- 1.PLUNA im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Geschichte: von der Dragonfly zur Viscount
- 4.Jet-Zeitalter und Langstrecke
- 5.Varig, Leadgate und der Umbau zur Regionalairline
- 6.Das Netz in den letzten Jahren
- 7.Das Ende im Juli 2012
- 8.Die Flotte im Überblick
- 9.Woran du PLUNA erkennst
- 10.PLUNA im regionalen Umfeld
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | PU |
|---|---|
| ICAO-Code | PUA |
| Rufzeichen | PLUNA |
| Drehkreuze | MVD |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 5. Juli 2012 eingestellt, danach Liquidation durch den uruguayischen Staat |
| Geschäftsmodell | Nationale Linienairline mit Schwerpunkt auf Regionalverkehr im Mercosur-Raum, zeitweise auch Langstrecke nach Madrid und Miami |
| Gegründet | 1936 von den Brüdern Jorge und Alberto Márquez Vaeza, erste Flüge im November 1936 |
| Name | Abkürzung für „Primeras Líneas Uruguayas de Navegación Aérea“ |
| Sitz und Drehkreuz | Montevideo, Flughafen Carrasco (MVD); Punta del Este als zweiter Schwerpunkt |
| Eigentümer | Ab 1951 komplett staatlich, ab 1995 teilprivatisiert (Varig beteiligt), 2007–2012 mehrheitlich bei Leadgate Investment, zum Schluss wieder vollständig staatlich |
| Allianz | keine |
| Letzte Flotte | 13 Bombardier CRJ900 mit je 90 Sitzen (Stand Juni 2012) |
| Kennzeichen | Uruguayische Registrierung mit CX- |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich PLUNA?
- Uruguayisches Kennzeichen mit CX- am Rumpf oder Heck
- In den letzten Jahren ausschließlich Bombardier CRJ900: schlanker Regionaljet mit zwei Hecktriebwerken und T-Leitwerk
- Ab Ende 2007 ein neues Corporate Design, dessen Idee auf der Deutung von „Uruguay“ als „Fluss der bunten Vögel“ beruht
- Davor prägten Boeing 737-200 Advanced mit schlanken, langen Triebwerksgondeln jahrzehntelang das Bild
- Auf der Langstrecke zeitweise Boeing 767-300ER und geleaste Großraumjets, teils mit fremden Kennzeichen
- Flugnummern mit PU, im Funk das Rufzeichen PLUNA – heute nur noch auf Archivfotos zu sehen
Wer heute in Montevideo landet, sitzt in einem Flugzeug einer ausländischen Airline. Das war über 75 Jahre lang anders: Von 1936 bis 2012 flog PLUNA als Nationalairline Uruguays – mit einer Typengeschichte, die von zweimotorigen Doppeldeckern über die Vickers Viscount und die Boeing 737-200 bis zum Bombardier-Regionaljet reicht. Diese Seite zeigt dir, wie die Airline entstand, warum sie im Juli 2012 so plötzlich verschwand und woran du PLUNA-Maschinen auf alten Fotos erkennst.
Archivfotos sauber einsortieren
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PLUNA im Überblick
PLUNA war die Nationalairline Uruguays und hatte ihren Sitz und ihr Drehkreuz am Flughafen Carrasco in Montevideo. Der Name ist eine Abkürzung: Primeras Líneas Uruguayas de Navegación Aérea, sinngemäß „Erste uruguayische Luftverkehrslinien“. Die Airline flog Linien-, Fracht- und Charterverkehr – den Großteil ihrer Geschichte vor allem in die Nachbarländer Argentinien und Brasilien, zeitweise aber auch über den Atlantik nach Madrid und nach Nordamerika.
Uruguay ist ein kleines Land zwischen zwei großen Nachbarn. Das prägte PLUNA von Anfang an: Die Airline war immer stark von den Märkten in Buenos Aires und Südbrasilien abhängig. Genau diese Abhängigkeit wurde ihr am Ende zum Verhängnis.
Den Flugbetrieb stellte PLUNA am 5. Juli 2012 ein. Seitdem hat Uruguay keine eigene Nationalairline mehr.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code PU: stand in der Flugnummer, also auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code PUA: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen PLUNA: so meldeten sich die Crews im Funk – praktisch, weil Name und Rufzeichen identisch waren.
- Kennzeichen CX-: das Nationalitätszeichen Uruguays, das die eigenen Maschinen trugen.
Für dein Archiv ist vor allem der ICAO-Code wichtig, weil er Verwechslungen mit anderen Airlines ausschließt. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen und warum sie nach dem Ende einer Airline neu vergeben werden können, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes.
Geschichte: von der Dragonfly zur Viscount
Gegründet wurde PLUNA im Herbst 1936 von den Brüdern Jorge und Alberto Márquez Vaeza. Unterstützung bekamen sie finanziell und technisch über den britischen Botschafter in Montevideo. Im November 1936 starteten die ersten Flüge mit zwei kleinen de Havilland Dragonfly, zweimotorigen Doppeldeckern, die auf den Namen Churrinche und San Alberto getauft waren. Sie verbanden Montevideo mit Salto und Paysandú im Nordwesten des Landes.
Schon früh stieg der Staat ein: Er unterstützte die Airline mit Zuschüssen und hielt ab 1944 die große Mehrheit. Im November 1951 wurde PLUNA schließlich vollständig staatlich. Während des Zweiten Weltkriegs musste der Betrieb zeitweise ruhen, weil Ersatzteile fehlten.
Nach dem Krieg begann der Aufbau eines internationalen Netzes. Ab 1946 kam die Douglas DC-3 in der militärischen Version C-47 in die Flotte – insgesamt zehn Exemplare flogen bis Ende der 1970er-Jahre für PLUNA. Davor waren bereits zwei Douglas DC-2 im Einsatz. Ab 1948 ging es regelmäßig nach Porto Alegre, 1954 kam São Paulo dazu.
Einen Technologiesprung brachte 1958 die Vickers Viscount. Mit dem britischen Turboprop begann bei PLUNA das Turbinenzeitalter. Die Viscount flog in mehreren Versionen bis Mitte der 1980er-Jahre und gehört zu den bekanntesten Typen der Airline. Wer sich für die DC-3 als Typ interessiert, findet im Beitrag zur Geschichte der DC-3 den Hintergrund.
PLUNA im Museum
In Uruguay sind mehrere ehemalige PLUNA-Flugzeuge erhalten geblieben, darunter laut spanischsprachiger Wikipedia eine DC-3 und eine Viscount im Museo Aeronáutico Jaime Meregalli. Wenn du nach Uruguay reist, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.
Jet-Zeitalter und Langstrecke
In den 1970er-Jahren wurde die Flotte bunter. Neben Turboprops wie der Fokker F27, der verwandten Fairchild Hiller FH-227 und der brasilianischen Embraer Bandeirante kamen die ersten Jets. Ab Ende der 1970er-Jahre flogen drei Boeing 727-100 in der Kombi-Version 727-100C.
Das eigentliche Rückgrat war aber die Boeing 737-200 Advanced. Insgesamt acht Exemplare liefen über einen Zeitraum von rund 40 Jahren bei PLUNA – die letzten verließen die Flotte erst 2009. Kaum ein anderer Typ steht so sehr für die Airline wie diese kurze, robuste 737 mit ihren langen, schlanken Triebwerksgondeln.
Für längere Strecken setzte PLUNA ab Mitte der 1980er-Jahre die Boeing 707-320B ein, insgesamt sechs Exemplare bis 1995. In den 1980er-Jahren eröffnete die Airline Verbindungen nach Madrid, Asunción, Rio de Janeiro und Santiago de Chile. Die zuvor bedienten Strecken nach New York und Miami wurden in dieser Zeit dagegen eingestellt. Mehr zur Geschichte des ersten großen Boeing-Jets liest du im Beitrag zur Boeing 707.
1936–1945
Gründung, Dragonfly-Doppeldecker im Inland, erste DC-2. Kriegsbedingte Pause wegen fehlender Ersatzteile.
1946–1970er
DC-3/C-47 als Arbeitspferd, ab 1958 die Viscount. Netz nach Brasilien und Argentinien.
1970er–1990er
Boeing 737-200 Advanced, 727-100C und 707-320B. Langstrecke nach Madrid.
1995–2012
Teilprivatisierung mit Varig, danach Leadgate und reine CRJ900-Flotte – bis zum Aus im Juli 2012.
Varig, Leadgate und der Umbau zur Regionalairline
1995 wurde PLUNA teilprivatisiert. Der Staat verkaufte 51 Prozent an eine Beteiligungsgesellschaft mit argentinischen und uruguayischen Investoren, die später die Hälfte ihres Pakets an die brasilianische Varig weitergab. Mitte der 2000er-Jahre hielten Staat und Varig je 49 Prozent.
Die Verbindung zu Varig prägte diese Jahre auch in der Flotte: Eine McDonnell Douglas DC-10-30 war von Varig geleast. Anfang der 2000er-Jahre flogen außerdem Boeing 767-300ER, eine Boeing 757-200, Boeing 737-300 und kurzzeitig geleaste Exoten wie eine Lockheed L-1011 TriStar und ein Airbus A330-200 für PLUNA. Einige dieser Leasing-Maschinen flogen mit ausländischen Kennzeichen – typisch für kurzfristig geleaste Flugzeuge, wie der Guide zum Flugzeugleasing erklärt.
Als Varig 2005 selbst in die Insolvenz rutschte, wollte die brasilianische Airline ihren Anteil verkaufen. Ein Verkauf an die venezolanische Conviasa scheiterte 2006. Im Jahr 2007 übernahm dann Leadgate Investment, eine Tochter der Latin American Regional Aviation Holding (LARAH), 75 Prozent der Anteile.
Leadgate baute PLUNA radikal um: weg von gemischten, teils alten Jets, hin zu einer einheitlichen Flotte aus Bombardier CRJ900. Sieben Jets wurden 2007 bestellt, der erste kam im März 2008. Ende 2010 und Ende 2011 kamen jeweils drei weitere hinzu, bis die Flotte 13 Flugzeuge umfasste – so viele wie nie zuvor. Im Oktober 2007 präsentierte die Airline zudem ein neues Erscheinungsbild, dessen Idee auf einer Deutung des Wortes „Uruguay“ als „Fluss der bunten Vögel“ beruht. 2010 beteiligte sich außerdem der kanadische Jazz Air Income Fund indirekt an PLUNA – eine Verbindung zum Umfeld von Jazz Aviation, dem großen CRJ- und Dash-8-Betreiber in Kanada.
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Das Netz in den letzten Jahren
Unter Leadgate konzentrierte sich PLUNA auf den Regionalverkehr. Von Montevideo aus und mit Punta del Este als zweitem Schwerpunkt bediente die Airline vor allem Ziele in Brasilien, Argentinien, Chile und Paraguay.
| Land | Ziele (Auswahl aus den letzten Jahren) |
|---|---|
| Uruguay | Montevideo (Drehkreuz), Punta del Este |
| Argentinien | Buenos Aires (Aeroparque und Ezeiza), Córdoba, Rosario |
| Brasilien | São Paulo-Guarulhos, Rio de Janeiro, Porto Alegre, Florianópolis, Curitiba, Brasília, Belo Horizonte, Salvador, Foz do Iguaçu, Campinas |
| Chile | Santiago |
| Paraguay | Asunción |
Die Strecke nach Madrid lief in den späten Jahren über einen Codeshare mit Iberia, die den Flug selbst durchführte. Mit American Airlines war ein Codeshare auf der Strecke Miami–Montevideo angekündigt. Wie solche Vereinbarungen funktionieren und warum auf der Anzeigetafel oft eine andere Airline steht als die, die tatsächlich fliegt, zeigt der Artikel Codeshare-Flüge erklärt.
Für Spotter in São Paulo war PLUNA damals ein regelmäßiger Gast am Flughafen Guarulhos – ein vergleichsweise seltener Regionaljet zwischen den großen Brasilianern.
Das Ende im Juli 2012
Trotz gut gebuchter Flüge in der Hauptsaison schrieb PLUNA rote Zahlen. Laut englischsprachiger Wikipedia verlor die Airline in den acht Monaten bis Februar 2012 rund 18 Millionen US-Dollar. Als Gründe galten unter anderem eine restriktive Luftverkehrspolitik Argentiniens nach der Wiederverstaatlichung von Aerolíneas Argentinas und eine schwächere Konjunktur in Brasilien.
Im Juni 2012 warnte die Unternehmensführung öffentlich vor dem Zusammenbruch. Leadgate zog sich zurück, der 75-Prozent-Anteil fiel an den Staat. Nach einem am 3. Juli begonnenen Streik der Belegschaft entschied die Regierung: Am 5. Juli 2012 wurde der Flugbetrieb eingestellt und die Liquidation eingeleitet. Flotte und Streckenrechte kamen anschließend unter den Hammer.
Die zunächst für September 2012 angesetzte Versteigerung von sieben CRJ900 wurde mangels Bietern verschoben. Am 1. Oktober 2012 erhielt die spanische Gesellschaft Cosmo als einzige Bieterin den Zuschlag für 137 Millionen US-Dollar. Die Abwicklung des Verkaufs führte in Uruguay später zu Gerichtsverfahren und politischen Rücktritten. Die Lücken im Streckennetz füllten ausländische Airlines wie Aerolíneas Argentinas, GOL und die heutige LATAM.
Juristisches Nachspiel
Der Fall PLUNA war mit dem Ende des Flugbetriebs nicht abgeschlossen. Die panamaische Holding Caballero Verde, die die Leadgate-Muttergesellschaft LARAH übernommen hatte, klagte vor einem internationalen Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) gegen Uruguay. Laut Berichten vom Februar 2024 wurde Uruguay zur Zahlung von rund 80 Millionen US-Dollar verurteilt. Die von ehemaligen PLUNA-Beschäftigten gegründete Alas Uruguay flog nur von März 2015 bis Oktober 2016.
Die Flotte im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Typen der PLUNA-Geschichte. Die Angaben stammen aus der Flottenliste der englischsprachigen Wikipedia; einzelne Jahreszahlen weichen je nach Quelle leicht ab.
| Typ | Anzahl | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| de Havilland Dragonfly | 2 | 1936–1939 | Doppeldecker der Anfangszeit |
| Douglas DC-2 | 2 | ab 1942 | Vorgänger der DC-3 |
| Douglas C-47 / DC-3 | 10 | 1946–1979 | Langjähriges Arbeitspferd |
| Vickers Viscount (700 und 800) | 8 | 1958–1986 | Beginn des Turbinenzeitalters |
| Boeing 727-100C | 3 | 1978–1984 | Kombi-Version mit Frachttor |
| Boeing 737-200 Advanced | 8 | 1969–2009 | Das Gesicht der Airline über Jahrzehnte |
| Boeing 707-320B | 6 | 1985–1995 | Langstrecke nach Madrid |
| McDonnell Douglas DC-10-30 | 1 | 1994–1997 | Von Varig geleast |
| Boeing 767-300ER | 3 | 2002–2009 | Letzte Langstreckenära |
| Bombardier CRJ900 | 13 | 2008–2012 | Einheitsflotte zum Schluss |
Hinzu kamen kurzzeitig geleaste Einzelstücke wie eine Boeing 737-800, zwei DC-8 und ein Airbus A330-200 sowie in den 1970er- bis 1990er-Jahren Turboprops wie Fokker F27, FH-227 und Bandeirante; eine ATR 42 flog von 2004 bis 2008. Hersteller der letzten Flotte war Bombardier; die meisten Jets davor stammten von Boeing.
Woran du PLUNA erkennst
Da PLUNA seit 2012 nicht mehr fliegt, begegnet dir die Airline nur noch auf Archivfotos – in Fotodatenbanken, alten Dias oder im Nachlass anderer Spotter. Um eine Aufnahme sicher zuzuordnen, helfen dir drei Merkmale:
- Das Kennzeichen: Eigene Maschinen trugen das uruguayische Präfix CX-. Geleaste Großraumjets flogen teils mit fremden Kennzeichen. Wie du Kennzeichen grundsätzlich liest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.
- Der Typ: Eine CRJ900 mit PLUNA-Titeln stammt aus der Zeit 2008 bis 2012, eine 737-200 meist aus der Zeit davor. Viscount und DC-3 gehören in die Frühzeit.
- Die Bemalung: Ab Ende 2007 trat PLUNA mit dem neuen, farbenfrohen Erscheinungsbild auf. Ältere Fotos zeigen frühere Designs, die sich über die Jahrzehnte mehrfach änderten. Wie Airlines ihr Design wechseln, zeigt der Beitrag Lackierungswechsel und Rebranding.
CRJ900 oder CRJ700?
Auf Fotos der letzten Jahre ist der Typ nicht immer eindeutig. Die CRJ900 ist deutlich länger als die CRJ700, was du am Verhältnis von Rumpf zu Flügel und an der Zahl der Fenster siehst. Wie du Regionaljets sicher auseinanderhältst, erklärt der Artikel Regionaljets erkennen.
PLUNA im regionalen Umfeld
PLUNA war Teil einer Generation südamerikanischer Traditionsairlines, von denen viele nicht mehr existieren. In Brasilien verschwanden Varig, VASP und Transbrasil, in Argentinien LAPA. Wer historische Südamerika-Fotos sortiert, trifft diese Namen oft auf denselben Flughäfen an.
Heute wird Uruguay vor allem von großen Gesellschaften der Nachbarländer bedient. In der Region fliegen außerdem kleinere Airlines wie Paranair aus Paraguay. Aktuelle Strecken nach Montevideo ändern sich laufend; prüf vor einer Reise den gültigen Flugplan.
Gute Chancen auf PLUNA, wenn …
- du Archivfotos aus Südamerika vor 2012 durchsiehst
- du Dias oder Negative aus Buenos Aires, Montevideo oder Südbrasilien digitalisierst
- du ein Luftfahrtmuseum in Uruguay besuchst
Prüf es genauer, wenn …
- ein Großraumjet mit fremdem Kennzeichen PLUNA-Titel trägt – dann war er sehr wahrscheinlich geleast
- ein CRJ900 mit CX-Kennzeichen nach 2012 fotografiert wurde
Kein PLUNA-Flug, wenn …
- das Foto nach Juli 2012 im Linienbetrieb entstanden ist – seitdem fliegt keine Maschine mehr unter diesem Namen
Für die Ordnung im eigenen Archiv hilft der Guide zur Archivierung von Flugzeugfotos. Und wenn du wissen willst, wie besonders so eine Aufnahme heute ist, lies den Beitrag Seltenheit einer Sichtung einschätzen.
Häufige Verwechslungen
- PU für eine Abkürzung von Punta del Este halten – PU war der IATA-Code von PLUNA.
- Jede CRJ900 mit CX-Kennzeichen PLUNA zuordnen – nach 2012 wechselten die Jets den Besitzer; prüf Datum und Titel.
- Geleaste Langstreckenjets für eigene Maschinen halten – DC-10, TriStar und A330 waren geleast, teils mit fremder Registrierung.
- 737-200 und 737-300 verwechseln – die -200 hat lange, schlanke Triebwerke, die -300 die breiteren CFM-Triebwerke mit abgeflachter Unterseite.
- PLUNA für eine Varig-Tochter halten – Varig war Miteigentümer, PLUNA blieb aber eine eigenständige uruguayische Airline.
Historische Airlines im Hangar
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Fazit
PLUNA war über 75 Jahre die fliegende Visitenkarte Uruguays – von den Doppeldeckern der Gründerjahre über DC-3, Viscount und Boeing 737-200 bis zur modernen CRJ900-Flotte. Das Ende im Juli 2012 kam schnell und hinterließ ein Land ohne eigene Nationalairline. Für Spotter bleibt PLUNA ein Archivthema: Wer Kennzeichen, Typ und Bemalung zusammen betrachtet, kann jede Aufnahme sauber in die passende Epoche einordnen.
Kurzfazit
PLUNA (IATA PU, ICAO PUA) war von 1936 bis 2012 die Nationalairline Uruguays mit Drehkreuz Montevideo. Die Boeing 737-200 prägte jahrzehntelang das Bild, zum Schluss flog eine reine CRJ900-Flotte – heute findest du PLUNA nur noch auf Archivfotos und im Museum.
Zusammenfassung
- PLUNA entstand 1936 als private Gründung zweier Brüder und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Schritt für Schritt zur staatlichen Nationalairline Uruguays.
- Über Jahrzehnte war die Boeing 737-200 das Arbeitspferd; dazu kamen je nach Epoche Viscount, 707, DC-10 oder 767 für längere Strecken.
- Nach der Krise des Partners Varig übernahm 2007 Leadgate die Mehrheit und baute PLUNA zur Regionalairline mit einer einheitlichen CRJ900-Flotte um.
- Verluste, Probleme auf dem argentinischen Markt und der Rückzug des Investors führten im Juli 2012 zum Aus – mit juristischen Nachspielen bis in die 2020er-Jahre.
Häufige Fragen
Gibt es PLUNA heute noch?
Nein. PLUNA stellte den Flugbetrieb am 5. Juli 2012 ein, nachdem die Regierung Uruguays die Liquidation beschlossen hatte. Seitdem hat das Land keine eigene Nationalairline mehr; Montevideo wird von ausländischen Gesellschaften angeflogen.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte PLUNA?
PLUNA flog unter dem IATA-Code PU und dem ICAO-Code PUA. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „PLUNA“.
Wofür steht der Name PLUNA?
PLUNA ist eine Abkürzung für Primeras Líneas Uruguayas de Navegación Aérea, also etwa „Erste uruguayische Luftverkehrslinien“. Später firmierte das Unternehmen als PLUNA Líneas Aéreas Uruguayas S.A.
Welche Flugzeuge flog PLUNA zuletzt?
Zum Schluss bestand die Flotte ausschließlich aus Bombardier CRJ900. Die ersten der sieben 2007 bestellten Jets kamen ab März 2008, Ende 2010 und Ende 2011 folgten jeweils drei weitere. Beim Aus im Sommer 2012 waren 13 CRJ900 mit je 90 Sitzen im Einsatz.
Welche Typen flog PLUNA in ihrer Geschichte?
Die Liste ist lang: Am Anfang standen zwei de Havilland Dragonfly, später folgten Douglas DC-2 und DC-3/C-47, die Vickers Viscount, Turboprops wie Fokker F27, FH-227 und Embraer Bandeirante, dann Boeing 727-100C, 707-320B, über Jahrzehnte die 737-200 Advanced, dazu 737-300, 757-200 und 767-300ER. Einzelne Großraumjets wie DC-10-30, L-1011 TriStar und A330-200 waren geleast.
Warum ging PLUNA pleite?
Mehrere Faktoren kamen zusammen: hohe Verluste, eine restriktive Luftverkehrspolitik Argentiniens, eines der wichtigsten Märkte, und eine schwächere Wirtschaft in Brasilien. Im Juni 2012 zog sich der Mehrheitseigner Leadgate zurück, seine Anteile fielen an den Staat. Nach einem Streik der Belegschaft stoppte die Regierung am 5. Juli 2012 den Flugbetrieb.
Was passierte mit den CRJ900 von PLUNA?
Der Staat ließ sieben CRJ900 versteigern. Nach einer Verschiebung bekam am 1. Oktober 2012 die spanische Gesellschaft Cosmo als einzige Bieterin den Zuschlag für 137 Millionen US-Dollar. Die Abwicklung dieses Verkaufs beschäftigte in Uruguay später die Justiz.
Welche Rolle spielte Varig bei PLUNA?
Nach der Teilprivatisierung 1995 stieg die brasilianische Varig über eine Beteiligungsgesellschaft bei PLUNA ein; Mitte der 2000er-Jahre hielt sie 49 Prozent. Als Varig 2005 selbst in die Krise geriet, wollte sie ihren Anteil loswerden – ein Grund, warum PLUNA 2007 an einen neuen Investor ging.
PLUNA im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Bombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypBoeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 707-320 Intercontinental
Vier Triebwerke unter gepfeilten Flügeln, ein spitzer Antennendorn auf der Seitenflosse und Platz für den Nordatlantik: Die 707-320 Intercontinental war die erste echte Langstrecken-707. Als Airliner ist sie Geschichte – als AWACS, Tanker und Museumsstück lebt sie weiter.
FlugzeugtypBoeing 727-100
Die erste 727 war kurz, gedrungen und ein Kind der frühen Jet-Ära: drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, eine Treppe im Rumpfende. So erkennst du die 727-100, so unterscheidest du sie von der -200 – und hier stehen die letzten Exemplare.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypVickers Viscount
Riesige ovale Fenster, vier pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turbinen und ein Platz in den Geschichtsbüchern: Die Vickers Viscount brachte 1953 als erstes Turboprop-Flugzeug den Linienverkehr in Schwung. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo du die letzten Exemplare findest.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypDouglas DC-2
Ganzmetall, Einziehfahrwerk, zwei Sternmotoren: Die Douglas DC-2 machte 1934 das moderne Verkehrsflugzeug alltagstauglich und flog als KLM-Uiver beim Rennen London–Melbourne aufs Podest. So erkennst du die kleine Schwester der DC-3 – und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
FlugzeugtypLockheed L-1011 TriStar
Drei Rolls-Royce-Triebwerke, eines davon tief im Heck versteckt: Die Lockheed TriStar war der elegante, technisch ambitionierte Gegenspieler der DC-10 – und in Düsseldorf jahrzehntelang das Gesicht der LTU.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
FlugzeugtypEmbraer EMB 110 Bandeirante
Tiefdecker, zwei PT6-Turboprops, rund 15 bis 21 Sitze: Mit dem Bandeirante begann 1968 die Geschichte von Embraer. So erkennst du den brasilianischen Zubringer-Klassiker und findest die letzten Exemplare.
Weitere Airlines
Varig
Historische Flag-Carrier Brasiliens: 1927 von einem deutschen Auswanderer in Porto Alegre gegründet, jahrzehntelang größte Airline Südamerikas, ab 1997 in der Star Alliance – und 2006 im Insolvenzverfahren zerschlagen.
NetzwerkAerolíneas Argentinas
Argentiniens staatliche Flag-Carrier mit Drehkreuzen in Buenos Aires: SkyTeam-Mitglied seit 2012, mit dem Airbus A330-200 in Madrid und Rom zu Gast und seit Jahren Spielball der Debatte um eine erneute Privatisierung.
RegionalAustral Líneas Aéreas
Historische Inlandsairline aus Argentinien: 1971 aus zwei Vorgängern entstanden, später Schwester von Aerolíneas Argentinas mit Embraer-190-Flotte – und Ende November 2020 vollständig in den Flag-Carrier integriert.
Low-CostGOL Linhas Aéreas
Brasiliens große Low-Cost-Airline aus Rio de Janeiro: ein Vierteljahrhundert lang reine Boeing-737-Flotte, Chapter-11-Verfahren 2024/25, Teil der Abra Group mit Avianca – und seit 2026 erstmals Airbus A330 für die Langstrecke nach Europa.
NetzwerkLATAM Airlines
Südamerikas größte Airline-Gruppe, entstanden aus der chilenischen LAN und der brasilianischen TAM: Sitz in Santiago, Boeing 787 auf der Langstrecke, seit 2020 ohne Allianz und eng mit Delta verbunden.
NetzwerkLATAM Airlines Brasil
Brasiliens größte Airline, hervorgegangen aus TAM: Airbus-A320-Familie im Inland, Boeing 777-300ER und 787 auf der Langstrecke nach Frankfurt, Lissabon, Mailand und weiteren Zielen in Europa.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
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