Das Wichtigste in Kürze
- VASP war eine brasilianische Airline aus São Paulo, gegründet 1933 und bis 1990 im Besitz des Bundesstaats São Paulo.
- Codes: IATA VP, ICAO VSP, Rufzeichen „VASP“.
- Die Boeing 737-200 war das Rückgrat: VASP flog den Typ ab 1969 und bis zum letzten Betriebstag 2005.
- Nach der Privatisierung 1990 wagte VASP mit DC-10-30 und MD-11 den Sprung auf Langstrecke – und zog sich Ende der 1990er-Jahre wieder zurück.
- Ende Januar 2005 untersagte die Behörde DAC den Linienbetrieb; 2008 folgte der Konkurs.
Inhaltsverzeichnis
- 1.VASP im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Privatisierung und Expansion unter Canhedo
- 5.Die Flotte von VASP
- 6.737-200 oder 737-300? So unterscheidest du sie
- 7.Woran du VASP erkennst
- 8.Das Ende: Krise, Grounding, Konkurs
- 9.VASP im Spotter-Alltag heute
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | VP |
|---|---|
| ICAO-Code | VSP |
| Rufzeichen | VASP |
| Drehkreuze | CGH, GRU |
| Status | Historisch – Linienbetrieb im Januar 2005 eingestellt, Konkurs 2008 |
| Voller Name | Viação Aérea São Paulo S/A |
| Gegründet | 4. November 1933 in São Paulo |
| Eigentümer | Lange Zeit der Bundesstaat São Paulo; ab 1990 mehrheitlich die Gruppe um Wagner Canhedo |
| Geschäftsmodell | Netzwerk-Airline mit Schwerpunkt Inlandsverkehr, in den 1990er-Jahren zusätzlich internationale Strecken |
| Drehkreuze | São Paulo-Congonhas (CGH) und São Paulo-Guarulhos (GRU) |
| Prägende Typen | Boeing 737-200, 737-300, 727-200, Airbus A300B2, später DC-10-30 und MD-11 |
| Letzter Linienflug | Ende Januar 2005, als die Luftfahrtbehörde DAC den Linienbetrieb untersagte |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich VASP?
- Weiß-blaue Bemalung mit dem Schriftzug „VASP“ – das Logo wechselte über die Jahrzehnte mehrfach
- Brasilianische Kennzeichen mit PP-, bei VASP sehr oft in der Reihe PP-S..
- Auf Inlandsstrecken fast immer eine Boeing 737 – erst die -200, später auch die -300
- Die großen Jets: Airbus A300B2 im Inland, DC-10-30 und MD-11 auf Langstrecke
- Flugnummer mit VP, im Flugplan der Flugsicherung VSP
- Typische Fotoorte: Congonhas und Guarulhos in São Paulo
Wer sich mit brasilianischer Luftfahrt beschäftigt, stößt schnell auf drei große Namen, die es nicht mehr gibt: Varig, Transbrasil – und VASP. Die Airline aus São Paulo war mehr als sieben Jahrzehnte lang ein fester Teil des Himmels über Brasilien, vor allem mit der Boeing 737-200 auf dem Stadtflughafen Congonhas. Diese Seite fasst zusammen, was VASP ausmachte, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Dein Archiv mit Struktur
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so bleiben auch alte VASP-Aufnahmen sauber sortiert und auffindbar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
VASP im Überblick
VASP – ausgeschrieben Viação Aérea São Paulo – war eine historische brasilianische Airline. Gegründet wurde sie am 4. November 1933 in São Paulo, den Flugbetrieb nahm sie wenige Tage später auf. Bereits 1935 übernahm der Bundesstaat São Paulo die Mehrheit, und so blieb es fast sechs Jahrzehnte lang: VASP war eine staatliche Regionalgesellschaft, die zu einer der größten Airlines des Landes heranwuchs.
Ihr Zuhause war der Flughafen Congonhas mitten in São Paulo. Der Platz war so eng mit der Airline verbunden, dass er im Volksmund zeitweise als „Campo da VASP“ bezeichnet wurde. Später kam der internationale Flughafen São Paulo-Guarulhos als zweite Basis hinzu.
1990 wurde VASP privatisiert. Unter dem neuen Eigentümer wagte die Airline den Sprung auf internationale Langstrecken – ein Ausflug, der nur wenige Jahre hielt. Ab Ende der 1990er-Jahre ging es bergab, und im Januar 2005 untersagte die damalige Luftfahrtbehörde DAC den Linienbetrieb.
Die Geschichte in Etappen
Die Anfänge waren bescheiden. Die ersten Flugzeuge waren zwei kleine Monospar ST-4 mit Platz für nur drei Fluggäste. Die ersten regulären Strecken verbanden São Paulo mit Städten im Landesinneren wie Ribeirão Preto und São José do Rio Preto. Den Durchbruch brachte die Verbindung zwischen São Paulo und Rio de Janeiro, die VASP mit der Junkers Ju 52 aufnahm – die Keimzelle des späteren Luftbrücken-Verkehrs zwischen den beiden Metropolen.
1933/1934
Gründung in São Paulo, erste Linien ins Landesinnere mit kleinen Monospar-Maschinen.
1930er-Jahre
Der Bundesstaat São Paulo übernimmt die Mehrheit. Mit Junkers Ju 52 startet der Linienverkehr zwischen São Paulo und Rio de Janeiro.
1958–1962
Die Vickers Viscount bringt Turboprop-Komfort. 1962 übernimmt VASP die Lóide Aéreo Nacional und erhält damit Strecken im ganzen Land.
1968/1969
Mit der BAC One-Eleven beginnt das Jet-Zeitalter, 1969 kommen die ersten Boeing 737-200 – der Typ prägt VASP bis zum Schluss.
1977–1986
Boeing 727-200, ab 1982 drei Airbus A300B2 und ab 1986 die Boeing 737-300 ergänzen die Flotte.
1990–1992
Privatisierung im September 1990. Unter Wagner Canhedo folgen DC-10-30 und ab 1992 die MD-11 für internationale Strecken.
1999–2005
Rückzug von den meisten Auslandsstrecken, Marktanteile schrumpfen. Im Januar 2005 untersagt die DAC den Linienbetrieb.
2008
Nach einem Sanierungsverfahren erklärt ein Gericht in São Paulo den Konkurs.
In den 1960er- und 1970er-Jahren war VASP eine der großen Inlandsairlines Brasiliens. Den internationalen Verkehr dominierte in dieser Zeit Varig, die nach dem Aus der Panair do Brasil 1965 den Auslandsverkehr des Landes lange nahezu allein bestritt. VASP konzentrierte sich auf das riesige Inlandsnetz – und genau dafür passte die kleine, robuste 737-200 perfekt.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code VP: stand in der Flugnummer, also auf Tickets, Anzeigetafeln und in Flugplänen.
- ICAO-Code VSP: stand im Flugplan der Flugsicherung.
- Rufzeichen VASP: so meldeten sich die Crews im Funk.
Wie die beiden Codesysteme zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Für dein Archiv ist vor allem wichtig: Seit 2005 fliegt kein Flugzeug mehr unter VP oder VSP. Taucht einer dieser Codes in einer heutigen Datenbank auf, gehört er zu historischen Einträgen – oder wurde später neu vergeben. Prüf also immer das Datum der Aufnahme.
Privatisierung und Expansion unter Canhedo
Im September 1990 verkaufte der Bundesstaat São Paulo die Mehrheit an VASP. Den Zuschlag erhielt eine Gruppe um den Unternehmer Wagner Canhedo aus Brasília, an der auch Beschäftigte der Airline beteiligt waren. Canhedo wurde Eigentümer und Präsident – und stellte VASP neu auf.
Die Airline drängte nun ins Ausland. Ab Anfang der 1990er-Jahre setzte sie Großraumjets auf internationalen Strecken ein und baute ihr Auslandsnetz Schritt für Schritt aus. Genannt werden unter anderem Los Angeles, San Francisco, New York, Miami, Toronto, Brüssel, Zürich, Frankfurt, Madrid, Barcelona, Athen, Casablanca, Seoul und Osaka sowie Ziele in Südamerika und der Karibik. Für eine Airline, die jahrzehntelang fast nur Inlandsverkehr betrieben hatte, war das ein gewaltiger Schritt.
Parallel kaufte sich die Canhedo-Gruppe bei anderen Airlines in Südamerika ein: Dazu gehörten der bolivianische Flag-Carrier Lloyd Aéreo Boliviano, die Ecuatoriana de Aviación aus Ecuador und die argentinische Transportes Aéreos Neuquén. Zusätzlich betrieb VASP mit VASPEX eine eigene Frachtsparte.
Gut zu wissen
Die Expansion hielt nicht lange. Ende der 1990er-Jahre strich VASP die meisten internationalen Verbindungen wieder; spätestens 2002 hatte sich die Airline ganz auf das Inland zurückgezogen. Die Langstrecken-Jahre sind deshalb ein vergleichsweise kurzes Kapitel – und Fotos davon umso begehrter.
Die Flotte von VASP
VASP hat in über 70 Jahren eine ganze Reihe von Typen geflogen. Für Spotter sind vor allem die Jets ab den späten 1960er-Jahren interessant, weil es davon noch viele Fotos gibt.
| Typ | Zeitraum bei VASP | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-200 | 1969–2005 | Inland, Rückgrat der Flotte | Schmale, lange Triebwerke unter dem Flügel |
| Boeing 727-200 | 1977–2005 | Inland, auch Fracht | Drei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk |
| Airbus A300B2 | 1982–2005 | Dichte Inlandsstrecken | Nur drei Exemplare – selten |
| Boeing 737-300 | 1986–2004 | Inland | Dicke, unten abgeflachte Triebwerke |
| McDonnell Douglas DC-10-30 | 1991–1996 | International | Drittes Triebwerk im Seitenleitwerk |
| McDonnell Douglas MD-11 | ab 1992, um 2000 ausgemustert | International | Winglets und längerer Rumpf als die DC-10 |
Davor flog VASP unter anderem die Douglas DC-3 bzw. C-47, die Vickers Viscount als ersten Turboprop und zwei BAC One-Eleven, mit denen 1968 das Jet-Zeitalter bei VASP begann. Auch die japanische NAMC YS-11 gehörte zeitweise zur Flotte.
Die Boeing 737-200 ist der Typ, an den die meisten bei VASP denken. Die Airline bekam die ersten Exemplare 1969 und flog den Typ bis zum letzten Betriebstag – also mehr als 35 Jahre. Hersteller war Boeing. Die beiden Großraumtypen DC-10 und MD-11 stammten von McDonnell Douglas, der A300 von Airbus.
Klassiker auf der Wunschliste
Setz Typen wie die 737-200 oder die MD-11 auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn einer der letzten aktiven Vertreter bei dir anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
737-200 oder 737-300? So unterscheidest du sie
Auf alten VASP-Fotos aus Congonhas siehst du fast immer eine Boeing 737. Ob es eine -200 oder eine -300 ist, verraten ein paar Details.
Das spricht für die 737-200
- Schlanke, lange Triebwerke, die direkt unter dem Flügel sitzen
- Kürzerer Rumpf
- Deutlich hörbarer, lauter Klang beim Start
Das spricht für die 737-300
- Dicke Triebwerke mit unten abgeflachtem Lufteinlass
- Etwas längerer Rumpf
- Triebwerke weiter vorn vor dem Flügel
Am sichersten ist der Blick auf die Triebwerke: Die schmalen Röhren der -200 sind unverwechselbar. Wenn du mehr über das Erkennen älterer Jets lernen willst, hilft dir der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Woran du VASP erkennst
Die Bemalung von VASP war über die Jahrzehnte überwiegend weiß-blau gehalten, mit dem Namen „VASP“ am Rumpf. Das Logo änderte sich mehrfach – grob lassen sich Varianten aus den Jahren ab 1950, ab 1985 und ab 2001 unterscheiden. Für eine sichere Zuordnung ist das Design allein deshalb nicht ideal, vor allem wenn du die genaue Epoche nicht kennst.
Zuverlässiger ist das Kennzeichen. Brasilianische Flugzeuge tragen das Präfix PP- (daneben gibt es PR-, PT- und weitere). Bei VASP begannen auffallend viele Kennzeichen mit PP-S, etwa bei Flugzeugen aus der Viscount- und 737-Ära. Mehr zu Länderpräfixen findest du im Artikel zu Länderkennungen an Flugzeugen und allgemein unter Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Zeigt dein altes Foto wirklich VASP?
- Weiß-blaue Bemalung mit Schriftzug „VASP“
- Brasilianisches Kennzeichen mit PP-, besonders PP-S..
- Typ Boeing 737-200, 737-300, 727-200, A300, DC-10 oder MD-11
- Aufnahme aus der Zeit vor 2005
- Ort in Brasilien, besonders Congonhas oder Guarulhos
- Flugnummer mit VP oder Rufzeichen VASP dokumentiert
Das Ende: Krise, Grounding, Konkurs
Die Krise begann schleichend. Die internationale Expansion war teuer, die Flotte alterte, und auf dem Heimatmarkt wuchs die Konkurrenz. Anfang der 2000er-Jahre rutschte VASP vom zweiten auf den vierten Platz im brasilianischen Markt ab. Neue Anbieter wie GOL setzten mit modernen 737 auf niedrige Preise, während VASP noch viele 737-200 aus den 1970er-Jahren flog.
2002
VASP gibt den internationalen Verkehr endgültig auf und konzentriert sich auf das Inland.
2004
Die DAC legt mehrere 737-200 wegen fehlender Pflichtwartung still. Viele Städte verlieren ihre Verbindung, die 737-300 werden ausgeflottet.
Januar 2005
Die DAC untersagt den Linienbetrieb. Charterflüge sind noch kurze Zeit erlaubt.
2005–2008
Sanierungsverfahren nach dem neuen brasilianischen Insolvenzrecht, im September 2008 dann die Konkurserklärung. Das juristische Nachspiel zog sich noch über Jahre.
Einige Maschinen blieben nach dem Aus jahrelang abgestellt in Congonhas stehen. 2011 wurden die letzten dort verbliebenen Flugzeuge zerlegt und als Schrott verkauft. Wer sich für solche Abstellflächen interessiert, findet im Artikel über Flugzeugfriedhöfe und Boneyards mehr zum Thema.
Vom Niedergang profitierten andere: Die frühere TAM – heute LATAM Airlines Brasil – und GOL übernahmen in dieser Zeit große Teile des Inlandsmarkts. Mit VASP verschwand ein Name, der in São Paulo jahrzehntelang zum Alltag gehört hatte. Ähnlich erging es der Transbrasil, die schon 2001 aufgeben musste, und wenig später auch Varig.
VASP im Spotter-Alltag heute
Natürlich wirst du heute keinen VASP-Flug mehr erwischen. Spannend bleibt die Airline trotzdem – vor allem für Sammler und Archivfreunde.
Lohnt sich, wenn …
- du alte Fotos, Dias oder Negative aus Brasilien digitalisierst und zuordnen willst
- du die Geschichte einzelner Kennzeichen verfolgst – viele ex-VASP-Jets flogen später woanders weiter
- du klassische Typen wie 737-200 oder MD-11 sammelst
Prüf es genau, wenn …
- ein Foto nur das Leitwerk zeigt und das Kennzeichen fehlt
- das Aufnahmedatum unklar ist
Kein VASP, wenn …
- die Aufnahme nach Anfang 2005 im regulären Linienverkehr entstanden ist
Besonders lohnend ist die Spurensuche über Kennzeichen. Viele Flugzeuge wechselten nach ihrer Zeit bei VASP den Betreiber und bekamen dabei ein neues Kennzeichen. Wie solche Wechsel ablaufen, erklärt der Artikel zur Umregistrierung von Flugzeugen. Und wer wissen will, wie alt eine Maschine auf einem Foto war, findet Hinweise unter Flugzeugalter herausfinden.
Archiv sauber beschriften
Notiere bei historischen Fotos immer Kennzeichen, Typ, Ort und – so genau wie möglich – das Datum. Ohne Datum lässt sich die Bemalung kaum einer Epoche zuordnen. Wie du Sichtungen strukturiert festhältst, zeigt der Guide zum Spotter-Logbuch.
Häufige Verwechslungen
- VASP mit Varig verwechseln – beide waren große brasilianische Airlines, doch Varig kam aus Porto Alegre, war Star-Alliance-Mitglied und dominierte lange den Auslandsverkehr.
- Jede weiß-blaue 737 in Brasilien für VASP halten – auch andere Airlines nutzten ähnliche Farben. Das Kennzeichen entscheidet.
- 737-200 und 737-300 gleichsetzen – die Triebwerksform verrät die Generation sofort.
- MD-11 als DC-10 notieren – die MD-11 hat Winglets und einen längeren Rumpf.
- VP für einen aktuellen Code halten – VASP fliegt seit 2005 nicht mehr; spätere Nutzungen eines Codes haben mit der Airline nichts zu tun.
- Das Ende auf 2008 datieren – 2008 kam der Konkurs, der Linienbetrieb endete schon im Januar 2005.
Geschichte teilen
Sammle deine Klassiker im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern über alte Airlines aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
VASP war über sieben Jahrzehnte eine feste Größe in Brasilien: vom staatlichen Regionalflieger mit Ju 52 über den großen 737-200-Betreiber in Congonhas bis zum kurzen Langstrecken-Abenteuer mit der MD-11. Die Privatisierung brachte erst Aufbruch, dann die Krise – und 2005 das Ende des Flugbetriebs. Für Spotter lebt VASP heute in Archiven weiter, und mit Kennzeichen und Typ lässt sich fast jedes alte Foto sicher zuordnen.
Kurzfazit
VASP (IATA VP, ICAO VSP) war eine historische Airline aus São Paulo (1933–2005), bekannt vor allem für die Boeing 737-200 in Congonhas und die MD-11 der 1990er-Jahre. Das Kennzeichen mit PP-S.. ist der beste Hinweis auf alten Fotos.
Zusammenfassung
- VASP gehört neben Varig und Transbrasil zu den großen verschwundenen Namen der brasilianischen Luftfahrt.
- Für Spotter ist VASP vor allem die Airline der Boeing 737-200 in São Paulo-Congonhas – über Jahrzehnte ein vertrautes Bild.
- Die MD-11-Jahre ab 1992 waren ein kurzer, ehrgeiziger Ausflug in den Interkontinentalverkehr.
- Fotos von VASP findest du heute nur noch im Archiv; Kennzeichen mit PP-S.. sind ein guter erster Hinweis.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte VASP?
VASP flog mit dem IATA-Code VP in der Flugnummer und dem ICAO-Code VSP im Flugplan. Das Rufzeichen im Funk lautete „VASP“. Weil die Airline seit 2005 nicht mehr fliegt, findest du diese Codes heute nur noch in alten Flugplänen, Tickets und Fotodatenbanken.
Wofür steht VASP?
VASP ist die Abkürzung für Viação Aérea São Paulo, also etwa „Luftverkehrsgesellschaft São Paulo“. Der Name verrät die Herkunft: Die Airline wurde 1933 in São Paulo gegründet und gehörte über Jahrzehnte dem gleichnamigen Bundesstaat.
Welche Flugzeuge flog VASP?
In der Frühzeit Junkers Ju 52, später Douglas DC-3, Vickers Viscount und kurz die BAC One-Eleven. Ab 1969 prägte die Boeing 737-200 die Flotte, dazu kamen 727-200, 737-300 und drei Airbus A300B2. Nach der Privatisierung flog VASP auch DC-10-30 und MD-11 auf internationalen Strecken.
Wann wurde VASP privatisiert?
Im September 1990. Die Gruppe des Unternehmers Wagner Canhedo aus Brasília übernahm zusammen mit Beschäftigten der Airline die Mehrheit der Anteile. Unter Canhedo expandierte VASP ins Ausland und beteiligte sich an mehreren südamerikanischen Airlines.
Wohin flog VASP international?
In den 1990er-Jahren bediente VASP unter anderem Ziele in Nordamerika, Europa und Asien sowie in Südamerika. Genannt werden etwa Los Angeles, San Francisco, New York, Miami, Brüssel, Zürich, Frankfurt, Seoul und Osaka. Ende der 1990er-Jahre gab VASP den Großteil davon wieder auf und konzentrierte sich auf das Inland.
Warum stellte VASP den Betrieb ein?
Die Airline geriet ab Ende der 1990er-Jahre in eine schwere Finanzkrise, verlor Marktanteile und flog eine alternde Flotte. 2004 legte die Behörde DAC mehrere 737-200 wegen fehlender Wartung still, im Januar 2005 untersagte sie den Linienbetrieb. Nach einem Sanierungsverfahren wurde 2008 der Konkurs erklärt.
Gehörte VASP zu einer Allianz?
Nein. VASP war nie Mitglied der Star Alliance, von oneworld oder SkyTeam. In Brasilien trat damals vor allem Varig der Star Alliance bei.
Kann man heute noch VASP-Flugzeuge sehen?
Im Liniendienst nicht mehr. Einige ausgemusterte VASP-Jets standen nach dem Aus noch jahrelang abgestellt in Congonhas, bevor die letzten von ihnen 2011 zerlegt und verschrottet wurden. Viele frühere VASP-Maschinen flogen nach einer Umregistrierung bei anderen Betreibern weiter.
VASP im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-200
Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
FlugzeugtypAirbus A300B2
Mit der A300B2 begann 1974 die Airbus-Geschichte im Liniendienst: der erste zweistrahlige Großraumjet der Welt, gebaut von einem europäischen Konsortium. Hier erfährst du, wie es dazu kam, was die B2 technisch ausmacht und wie du sie von B4 und -600 unterscheidest.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-11
Drei Triebwerke, Winglets und ein Triebwerk mitten im Seitenleitwerk: Die MD-11 war der letzte große Trijet und fliegt heute fast nur noch als Frachter. So erkennst du sie, so grenzt du sie von der DC-10 ab und so stehen deine Chancen nach dem Grounding 2025.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas DC-10
Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.
Weitere Airlines
Varig
Historische Flag-Carrier Brasiliens: 1927 von einem deutschen Auswanderer in Porto Alegre gegründet, jahrzehntelang größte Airline Südamerikas, ab 1997 in der Star Alliance – und 2006 im Insolvenzverfahren zerschlagen.
NetzwerkTransbrasil
Historische brasilianische Airline (1955–2001): Aus der Fluglinie des Lebensmittelkonzerns Sadia wurde Transbrasil – mit Sitz in Brasília, Regenbogen am Leitwerk, einer reinen Boeing-Jetflotte und einem jähen Ende im Dezember 2001.
NetzwerkLATAM Airlines Brasil
Brasiliens größte Airline, hervorgegangen aus TAM: Airbus-A320-Familie im Inland, Boeing 777-300ER und 787 auf der Langstrecke nach Frankfurt, Lissabon, Mailand und weiteren Zielen in Europa.
Low-CostGOL Linhas Aéreas
Brasiliens große Low-Cost-Airline aus Rio de Janeiro: ein Vierteljahrhundert lang reine Boeing-737-Flotte, Chapter-11-Verfahren 2024/25, Teil der Abra Group mit Avianca – und seit 2026 erstmals Airbus A330 für die Langstrecke nach Europa.
NetzwerkLloyd Aéreo Boliviano
Historische Flag-Carrier Boliviens: 1925 von der deutschen Gemeinde in Cochabamba mit einer Junkers F 13 gegründet, ab 1941 in Staatshand, Jahrzehnte mit Boeing 727 unterwegs – und nach Teilprivatisierung, VASP-Jahren und Finanzkrise 2007/08 am Boden.
NetzwerkPanair do Brasil
Historische Airline aus Rio de Janeiro: Panair do Brasil begann 1929 als Ableger der NYRBA, gehörte lange zu Pan Am, flog mit Constellation und DC-8 nach Europa und wurde 1965 von der Militärregierung stillgelegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
FlughafenFlughafen São Paulo-Guarulhos
Der verkehrsreichste Flughafen Lateinamerikas: zwei parallele Pisten im Norden von São Paulo, Heimat der LATAM-Langstrecke, Drehkreuz von GOL und Tor für Airlines aus Europa, Nahost und Afrika – mit einer Spotterszene, die rund um den Flughafen ihre eigenen Plätze gefunden hat.
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