Das Wichtigste in Kürze
- Die Electra war Lockheeds Turboprop-Airliner der späten 1950er: 170 Maschinen entstanden zwischen 1957 und 1961, vor allem für US-Airlines wie American und Eastern.
- Zwei Abstürze 1959 und 1960 durch das sogenannte Whirl-Mode-Phänomen erschütterten das Vertrauen; das Umbauprogramm LEAP verstärkte danach Triebwerksaufhängungen und Flügelstruktur.
- Jets verdrängten sie schnell aus dem Hauptgeschäft. Viele Electras wanderten zu kleineren Airlines, rund 40 wurden ab 1968 zu Frachtern umgebaut.
- Aus der Electra entstand die P-3 Orion der US Navy – deren Rumpf ist kürzer, dazu kommt der markante Heckstachel.
- Heute siehst du sie fast nur noch in Kanada: Air Spray in Red Deer und Buffalo Airways in Yellowknife setzen Electras als Löschflugzeuge und Frachter ein.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Lockheed L-188 Electra?
- 2.Entstehung: Lockheeds Sprung zur Propellerturbine
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.Die Electra bei Airlines in aller Welt
- 5.Zweite Karriere als Frachter
- 6.Löschflugzeug in Kanada: die letzten aktiven Electras
- 7.Aus der Electra wird die P-3 Orion
- 8.So erkennst du die Electra
- 9.Electra, P-3 Orion, Il-18 oder Vanguard?
- 10.Wo du die Electra heute siehst
- 11.Fototipps für die Electra
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Lockheed Aircraft Corporation, Burbank (Kalifornien) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | L188 |
| Erstflug | 6. Dezember 1957 |
| Musterzulassung | 22. August 1958 |
| Indienststellung | 12. Januar 1959 bei Eastern Air Lines |
| Erstkunde | American Airlines (Bestellung über 35 Maschinen im Juni 1955) |
| Bauzeit | 1957 bis 1961 |
| Stückzahl | 170 |
| Status | historisch – keine Passagierflüge mehr, einzelne Maschinen als Frachter und Löschflugzeuge in Kanada |
| Bauart | Viermotoriger Ganzmetall-Tiefdecker mit Druckkabine und Bugradfahrwerk |
| Triebwerke | 4 × Allison 501-D13 (zivile Version des T56), je rund 3.750 WPS |
| Propeller | Vierblättrig, Aeroproducts oder Hamilton Standard, rund 4,11 m Durchmesser |
| Länge | rund 31,85 m |
| Spannweite | rund 30,18 m |
| Höhe | rund 10,0 m |
| Max. Startgewicht | rund 51,3 t (L-188A), rund 53 t (L-188C) |
| Passagiere | typisch 66 bis 80 in gemischter Bestuhlung, bis 98 in enger Bestuhlung |
| Reisegeschwindigkeit | rund 600 km/h |
| Reichweite | rund 4.460 km (L-188A) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Turboprops mit vierblättrigen Propellern an einem ungewöhnlich kurzen, geraden Flügel – die Spannweite ist sogar kleiner als die Rumpflänge
- Große Triebwerksgondeln, die weit vor die Flügelvorderkante ragen; fast die gesamte Spannweite liegt im Propellerstrahl
- Konventionelles Leitwerk mit einfacher Seitenflosse, das Höhenleitwerk sitzt am Rumpfende
- Rundlicher, gedrungener Rumpf mit Bugradfahrwerk und einer Reihe großer, rechteckiger Kabinenfenster
- Bei Frachtern (L-188AF/CF/PF) eine oder zwei große Frachttüren auf der linken Rumpfseite, oft mit übermalten oder verschlossenen Fenstern
- Als Löschflugzeug mit einem flachen Löschmitteltank unter dem Rumpf und auffälliger Behördenlackierung
Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier Propellerturbinen, ein Flügel, der für ein Flugzeug dieser Größe fast zu kurz wirkt, und ein kräftiges, sonores Brummen: So klingt und sieht die Lockheed L-188 Electra aus. Sie war Ende der 1950er-Jahre Amerikas großer Hoffnungsträger auf der Kurz- und Mittelstrecke, geriet nach zwei schweren Unfällen in Verruf und wurde dann von den Jets überholt. Totgesagt war sie trotzdem nicht: Als Frachter, im Shuttleverkehr und schließlich als Löschflugzeug flog sie noch Jahrzehnte weiter. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, was sie von P-3 Orion und Il-18 unterscheidet und wo die letzten Exemplare unterwegs sind.
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Was ist die Lockheed L-188 Electra?
Die L-188 Electra ist ein viermotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug mit Druckkabine, das Lockheed in Burbank zwischen 1957 und 1961 gebaut hat. Insgesamt entstanden 170 Maschinen. In gemischter Bestuhlung fanden je nach Kabine etwa 66 bis 80 Passagiere Platz, in enger Bestuhlung bis zu 98. Mit einer Reisegeschwindigkeit um 600 km/h war sie deutlich schneller als die Kolbenmotor-Airliner ihrer Zeit, etwa die Douglas DC-6 oder die Super Constellation aus dem eigenen Haus.
Den Namen kennst du vielleicht aus einem ganz anderen Zusammenhang: Lockheed hatte ihn schon in den 1930er-Jahren für das kleine zweimotorige Model 10 Electra verwendet, mit dem Amelia Earhart verschollen ist. Mit der L-188 hat dieses Flugzeug außer dem Namen nichts gemein.
Angetrieben wird die L-188 von vier Allison 501-D13 mit je rund 3.750 Wellen-PS. Das Triebwerk ist die zivile Version des T56, das auch in der C-130 Hercules und ihrer zivilen Schwester L-100 arbeitet. Wer das Geräusch einer Hercules im Ohr hat, erkennt die Electra deshalb oft schon, bevor sie in Sicht kommt.
Entstehung: Lockheeds Sprung zur Propellerturbine
Mitte der 1950er-Jahre suchten US-Airlines ein schnelles, wirtschaftliches Flugzeug für Strecken, auf denen sich die ersten Jets noch nicht lohnten. Lockheed entwickelte dafür das Model 188 unter Chefkonstrukteur Lou Storey. American Airlines bestellte am 8. Juni 1955 als Erstkunde 35 Maschinen, kurz darauf folgte Eastern Air Lines mit 40 Exemplaren.
Der Prototyp flog am 6. Dezember 1957, die Musterzulassung kam im August 1958. Eastern übernahm im Oktober 1958 die erste Serienmaschine und startete am 12. Januar 1959 den Linienbetrieb – kurz vor American. Das Flugzeug galt als robust, schnell und kam auch mit kurzen Pisten gut zurecht, denn die großen Fowler-Klappen vergrößern die wirksame Flügelfläche deutlich.
Eine konstruktive Besonderheit fällt Spottern sofort auf: Der Flügel ist sehr kurz, sodass fast seine gesamte Fläche im Luftstrom der Propeller liegt. Das bringt viel Auftrieb bei niedriger Geschwindigkeit. Nachdem die Kabine anfangs durch Propellerresonanzen zu laut war, neigte Lockheed die Triebwerksgondeln um drei Grad nach oben.
Die Whirl-Mode-Krise
Am 29. September 1959 zerbrach Braniff-Flug 542 über Texas in der Luft, am 17. März 1960 folgte Northwest-Flug 710 über Indiana. In beiden Fällen riss ein Flügel ab. Die Untersuchungen zeigten eine Schwingung zwischen Triebwerk, Propeller und Aufhängung, die sich bei beschädigter Struktur aufschaukeln und auf den Flügel übergehen konnte. Im Programm LEAP verstärkte Lockheed Triebwerksaufhängungen und Flügelstruktur aller Maschinen auf eigene Kosten, pro Flugzeug dauerte der Umbau rund 20 Tage.
Technisch war das Problem damit gelöst, doch der Ruf hatte gelitten. Gleichzeitig kamen Jets wie die Boeing 707 und später die Boeing 727 auf den Markt. Neue Bestellungen blieben aus, 1961 endete die Produktion nach 170 Exemplaren.
Die Versionen im Überblick
Viele Varianten gibt es nicht, für Sammler sind die Unterschiede trotzdem spannend.
| Version | Merkmal | Typische Kunden |
|---|---|---|
| L-188A | Grundversion | American, Eastern, National, Western, Braniff, Ansett-ANA, TAA, Cathay Pacific |
| L-188C | Mehr Treibstoff, höheres Startgewicht, größere Reichweite | Northwest Orient, KLM, Qantas, TEAL, Garuda, PSA |
| L-188AF / CF | Frachtumbauten mit großer Frachttür links und verstärktem Boden | zahlreiche Frachtairlines ab 1968 |
| L-188PF | Passagier-Fracht-Umbau mit Frachttür | kleinere Fracht- und Kombibetreiber |
| YP-3A | Erprobungsträger mit verkürztem Rumpf | US Navy, Vorläufer der P-3 Orion |
Die Frachtbezeichnungen sind inoffiziell. Ab 1968 baute eine Lockheed-Tochter rund 40 ausgemusterte Passagiermaschinen mit einer oder zwei großen Ladetüren auf der linken Seite um.
A oder C? Das Kennzeichen entscheidet
Von außen kannst du L-188A und L-188C praktisch nicht auseinanderhalten. Schlag das Kennzeichen in einer Datenbank nach – dort steht die Seriennummer und damit die Ursprungsversion.
Die Electra bei Airlines in aller Welt
In den USA prägte die Electra Anfang der 1960er-Jahre die Flotten von American Airlines, Eastern Air Lines, Western Airlines, Braniff, Northwest und der kalifornischen Pacific Southwest Airlines. Auch National Airlines setzte den Typ ein.
Außerhalb Nordamerikas war KLM mit zwölf L-188C der größte Kunde. In Australien und Neuseeland flogen Qantas, Ansett-ANA, Trans Australia Airlines und die TEAL, Vorgängerin von Air New Zealand, den Typ – unter anderem über die Tasmansee. In Asien kamen Cathay Pacific und Garuda Indonesia hinzu.
Die vielleicht berühmteste Electra-Geschichte spielt in Brasilien: Varig setzte eine Flotte von 14 Electras rund drei Jahrzehnte lang auf der Ponte Aérea ein, dem Shuttle zwischen Rio de Janeiro und São Paulo. Erst 1992 lösten Boeing 737-300 und Fokker 100 die Propellermaschinen ab. Eine der Varig-Electras, die PP-VJM, steht heute im Museu Aeroespacial in Rio de Janeiro.
Electra auf die Wunschliste
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Zweite Karriere als Frachter
Als die großen Airlines ihre Electras ausmusterten, begann für viele Maschinen ein zweites Leben. Die robusten Zellen, die gute Kurzstartleistung und die große Nutzlast machten sie zu gefragten Frachtern. In den USA flogen unter anderem Zantop International, Universal Airlines und Saturn Airways Electra-Frachter, in Alaska nutzte Reeve Aleutian Airways Kombi-Versionen für Passagiere und Fracht.
Auch in Europa war die Electra lange als Nachtfrachter präsent. In Großbritannien flogen Channel Express und Atlantic Airlines den Typ, in Norwegen Fred. Olsen Airtransport und Nordic Air. Hunting Cargo Airlines, später Air Contractors und heute als ASL Airlines Ireland Teil von ASL Aviation Holdings, gehörte ebenfalls zu den Betreibern. Im europäischen Frachtverkehr spielt die Electra heute keine Rolle mehr. Wie du heutige Frachter erkennst, steht im Guide Frachtflugzeuge erkennen.
Löschflugzeug in Kanada: die letzten aktiven Electras
Heute sind fliegende Electras fast ausschließlich in Kanada zu Hause. Zwei Firmen halten den Typ am Leben:
Air Spray, Red Deer
Die Firma hat ihren Wartungsstandort seit 1973 am Red Deer Regional Airport in Alberta. Ab 1994 ersetzte sie ihre alten A-26-Löschflugzeuge schrittweise durch die schnelleren und stärker motorisierten Electras. Ein umgebauter Tank fasst bis zu rund 11.000 Liter Löschmittel.
Buffalo Airways, Yellowknife
Die aus der TV-Serie „Ice Pilots NWT“ bekannte Airline aus den Nordwest-Territorien nutzt Electras für Fracht, Treibstofftransporte und als Wasserbomber.
Saisonaler Einsatz
Die Löschflugzeuge sind vor allem in der Waldbrandsaison im Sommer aktiv und werden dann je nach Lage an wechselnde Stützpunkte verlegt.
Wie viele Electras in einer Saison tatsächlich fliegen, schwankt. Einzelne Maschinen stehen als Reserve oder Ersatzteilspender, andere werden außer Dienst gestellt. Air Spray gilt seit Jahren als Betreiber der größten Electra-Löschflotte der Welt. Verlass dich nicht auf ältere Zahlen, sondern prüf aktuelle Flottenlisten und Tracking-Daten.
Im Löscheinsatz arbeitet die Electra oft zusammen mit kleineren Leitflugzeugen, den sogenannten Bird Dogs, und mit Amphibienflugzeugen wie der Canadair CL-415. Während die CL-415 Wasser direkt aus Seen aufnimmt, fliegt die Electra mit Löschmittel vom Stützpunkt aus.
Abstand halten bei Brandeinsätzen
Löschflugzeuge im Einsatz sind kein Fotomotiv für die Nähe. Bleib weg von Sperrzonen und Einsatzstellen, behindere keine Rettungskräfte und lass Drohnen in Brandgebieten grundsätzlich am Boden. Die besten und sichersten Chancen hast du am Heimatflughafen oder an Tankstützpunkten von öffentlichen Bereichen aus.
Aus der Electra wird die P-3 Orion
Die Electra hat einen berühmten Nachkommen. 1957 suchte die US Navy einen neuen Seeaufklärer, und Lockheed schlug eine Weiterentwicklung der Electra vor. Als Erprobungsträger diente eine umgebaute Electra mit um rund zwei Meter verkürztem Rumpf. Daraus entstand die Lockheed P-3 Orion, die über Jahrzehnte bei zahlreichen Marinen flog, darunter auch bei der deutschen Marine. Das erste P-3-Versuchsflugzeug ist heute im National Naval Aviation Museum in Pensacola, Florida, erhalten.
Für Spotter bedeutet das: Eine Electra-ähnliche Silhouette in Europa ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Orion. Wie du die beiden auseinanderhältst, zeigt der nächste Abschnitt. Mehr zur Geschichte des Konzerns findest du auf der Seite zu Lockheed Martin.
So erkennst du die Electra
Flügel im Verhältnis zum Rumpf
Die Spannweite ist kleiner als die Rumpflänge. Dadurch wirkt die Electra gedrungen und kompakt – ganz anders als die langflügelige Bristol Britannia oder die Il-18.
Triebwerksgondeln
Die vier Gondeln ragen weit nach vorn über die Flügelvorderkante hinaus und sind leicht nach oben geneigt. Die vierblättrigen Propeller sind groß im Verhältnis zum kurzen Flügel.
Heck prüfen
Ein normales, spitz auslaufendes Rumpfende spricht für die Electra. Ein langer Stachel am Heck bedeutet P-3 Orion.
Fenster und Türen
Durchgehende Fensterreihe: ehemaliger Passagierflieger. Große Frachttür links und übermalte Fenster: Frachtumbau. Tank unter dem Bauch: Löschflugzeug.
Electra, P-3 Orion, Il-18 oder Vanguard?
Viermotorige Turboprops der späten 1950er-Jahre sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: klassischer Vier-Turboprop
Lockheed L-188 Electra
Kurzer Flügel, normales Heck und ein ziviler Betreiber in Kanada sprechen klar für die Electra. Prüf das Kennzeichen, um Frachter oder Löschflugzeug zu bestätigen.
Lockheed P-3 Orion
Der Heckstachel des Magnetanomalie-Detektors, der kürzere Rumpf mit wenigen Fenstern und die militärische Kennung deuten auf die Orion, die Militär-Schwester der Electra.
Iljuschin Il-18
Der lange, schlanke Flügel und die sowjetische Herkunft passen zur Il-18. Sie ist das östliche Gegenstück zur Electra und flog vor allem bei Aeroflot und in Osteuropa.
Vickers Vanguard
Der bauchige Rumpf mit doppelter Querschnittsform passt zur britischen Vanguard, die als Frachter Merchantman noch lange flog.
Weitere Vergleichstypen findest du bei der Iljuschin Il-18, der Vickers Vanguard, der Bristol Britannia und der kleineren Vickers Viscount. Einen allgemeinen Überblick über Propellerturbinen gibt der Guide Turboprops unterscheiden.
Es spricht für die Electra, wenn …
- vier Turboprops an einem auffällig kurzen Flügel sitzen
- das Heck ohne Stachel spitz ausläuft
- die Maschine bei einem kanadischen Fracht- oder Löschbetreiber fliegt
- im Tracking-Dienst L188 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Maschine nur von unten oder aus großer Entfernung siehst
- eine militärische Lackierung zu sehen ist
- der Rumpf auffällig kurz und fensterarm wirkt
Es ist keine Electra, wenn …
- ein langer Stachel aus dem Heck ragt – dann ist es eine P-3 Orion
- du Sternmotoren mit Rauchfahnen siehst – dann bist du bei Kolbenmotor-Klassikern wie der DC-6
- nur zwei Triebwerke am Flügel hängen
- der Flügel hoch über dem Rumpf sitzt, wie bei der C-130
Wo du die Electra heute siehst
Eine Electra zu erwischen ist eine echte Herausforderung. Im deutschsprachigen Raum fliegt seit langem keine mehr regelmäßig. Realistische Chancen bieten nur wenige Orte.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Red Deer, Alberta (Kanada) | mittel, saisonal | Heimatbasis der Air-Spray-Löschflugzeuge |
| Yellowknife, Nordwest-Territorien (Kanada) | mittel | Buffalo Airways mit Fracht- und Löschflugzeugen |
| Tankstützpunkte in Westkanada | niedrig bis mittel | Einsätze in der Waldbrandsaison, stark wechselnd |
| Museu Aeroespacial, Rio de Janeiro | sicher, statisch | Ex-Varig-Electra PP-VJM |
| Europa | sehr niedrig | Keine regelmäßigen Einsätze mehr |
Wie selten eine solche Sichtung ist und wie du sie einordnest, erklärt der Artikel Seltenheit einer Sichtung einschätzen. Damit du eine Electra im Anflug nicht verpasst, helfen Benachrichtigungen in Tracking-Diensten – wie du sie einrichtest, steht in Flugverfolgung: Alarme einrichten.
Bereit für die Electra-Jagd?
- Ich habe aktuelle Flottendaten der kanadischen Betreiber geprüft.
- Ich kenne die Waldbrandlage und mögliche Einsatzorte.
- Ich habe einen Alarm für den Typcode L188 eingerichtet.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und stört keine Einsätze.
- Ich habe eine kurze Verschlusszeit für die Propeller im Kopf.
Fototipps für die Electra
Propeller sichtbar drehen lassen
Mit zu kurzer Verschlusszeit frierst du die Propeller ein, und das Flugzeug wirkt wie abgestellt. Für Bewegung im Bild wählst du eine längere Zeit und ziehst sauber mit.
Profil zeigt den kurzen Flügel
Die Seitenansicht oder eine leichte Dreiviertelperspektive betont das ungewöhnliche Verhältnis von Flügel zu Rumpf – das Erkennungsmerkmal der Electra.
Bodenbetrieb nutzen
An Tankstützpunkten wird zwischen Einsätzen betankt und nachgefüllt. Von öffentlichen Bereichen aus ergeben sich hier oft ruhigere Motive als in der Luft.
Licht und Rauch beachten
Rauch von Waldbränden dämpft das Licht stark. Plane mit dem Sonnenstand und rechne mit diesigen Bedingungen.
Wie du die richtige Verschlusszeit für Propellerflugzeuge findest, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren. Wenn dich die Klassiker der Luftfahrt reizen, lohnen sich auch Oldtimer am Himmel erkennen und der Artikel zur Lockheed Constellation, Lockheeds großem Kolbenmotor-Vorgänger. Lockheeds späteres Verkehrsflugzeug, der Großraumjet L-1011 TriStar, schließt die Familie ab.
Fazit
Die L-188 Electra hatte einen holprigen Start und eine kurze Blütezeit im Passagierverkehr. Ihre robuste Konstruktion sorgte aber für ein ungewöhnlich langes zweites Leben: als Shuttle in Brasilien, als Nachtfrachter in Europa und schließlich als Löschflugzeug in Kanada. Dazu lebt sie in der P-3 Orion weiter. Für Spotter ist sie heute eine der seltensten Begegnungen überhaupt.
Kurzfazit
Vier Turboprops, ein Flügel kürzer als der Rumpf, kein Heckstachel: Das ist die Electra. Wer eine fliegende sehen will, plant eine Reise nach Westkanada in der Waldbrandsaison und richtet einen Alarm für den Typcode L188 ein.
Zusammenfassung
- Die L-188 Electra flog erstmals im Dezember 1957 und ging im Januar 1959 bei Eastern Air Lines in den Liniendienst; Erstkunde war American Airlines.
- Die Versionen L-188A und die langstreckenfähigere L-188C flogen bei US-Airlines sowie bei KLM, Qantas, TEAL, Cathay Pacific, Garuda und weiteren Kunden.
- Nach Whirl-Mode-Unfällen und dem schnellen Siegeszug der Jets fand die Electra eine zweite Karriere als Frachter, im brasilianischen Shuttleverkehr der Varig und als Löschflugzeug.
- Für Spotter ist sie heute eine echte Rarität: Die letzten aktiven Maschinen fliegen in Kanada, einzelne Exemplare sind in Museen erhalten, etwa in Rio de Janeiro.
Häufige Fragen
Ist die L-188 Electra dasselbe Flugzeug wie Amelia Earharts Electra?
Nein. Amelia Earhart flog eine Lockheed Model 10 Electra, ein kleines zweimotoriges Kolbenflugzeug aus den 1930er-Jahren. Lockheed hat den Namen Electra für die L-188 wiederverwendet. Beide Typen haben technisch nichts miteinander zu tun.
Was war das Whirl-Mode-Problem der Electra?
Bei zwei Abstürzen, Braniff-Flug 542 im September 1959 und Northwest-Flug 710 im März 1960, brachen im Flug Tragflächen ab. Ursache war eine Schwingung, die sich zwischen Triebwerk, Propeller und einer geschwächten Triebwerksaufhängung aufschaukelte und auf den Flügel übertrug. Lockheed verstärkte im Programm LEAP (Lockheed Electra Achievement Program) Aufhängungen und Flügelstruktur auf eigene Kosten.
Was unterscheidet die L-188A von der L-188C?
Die L-188A ist die Grundversion. Die L-188C hat größere Tanks und ein höheres Startgewicht und eignet sich damit für längere Strecken – Kunden wie KLM, Qantas und Northwest Orient wählten diese Version. Von außen sind die beiden kaum zu unterscheiden.
Was bedeuten L-188AF, L-188CF und L-188PF?
Das sind inoffizielle Bezeichnungen für Frachtumbauten: AF und CF für umgebaute A- beziehungsweise C-Modelle mit großer Frachttür, PF für eine als Passagier-Fracht-Version bezeichnete Umbauvariante mit Frachttür. Offizielle Lockheed-Typbezeichnungen sind das nicht.
Wie hängen Electra und P-3 Orion zusammen?
Die P-3 Orion ist eine militärische Weiterentwicklung der Electra für die U-Boot-Jagd. Das erste Erprobungsflugzeug war eine umgebaute Electra mit verkürztem Rumpf. Die Orion hat einen Waffenschacht, weniger Fenster und den typischen Heckstachel für den Magnetanomalie-Detektor.
Wo kann ich heute noch eine fliegende Electra sehen?
Am ehesten in Kanada. Air Spray hat ihre Basis am Red Deer Regional Airport in Alberta und setzt Electras als Löschflugzeuge ein, Buffalo Airways aus Yellowknife nutzt den Typ für Fracht, Treibstofftransporte und Brandbekämpfung. Wie viele Maschinen gerade aktiv sind, schwankt von Saison zu Saison.
Welchen ICAO-Typcode hat die Electra?
Die L-188 läuft unter L188. In Tracking-Diensten taucht der Code heute vor allem im Sommer auf, wenn kanadische Löschflugzeuge zu Waldbränden ausrücken.
Lockheed L-188 Electra sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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