Flugzeugleasing erklärt: Dry Lease, Sale-and-Lease-back und die großen Leasinggesellschaften

Viele Airliner gehören nicht der Airline, die auf dem Rumpf steht. Wie Dry Lease, Wet Lease und Sale-and-Lease-back funktionieren, wer die großen Leasinggesellschaften sind und woran du Leasingwechsel am Zaun erkennst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentümer und Betreiber sind oft verschiedene Firmen: Ein großer Teil der weltweiten Jetflotte gehört Leasinggesellschaften, die Airline fliegt die Maschine nur auf Zeit.
  • Dry Lease heißt nur das Flugzeug: Die Airline stellt Crew, Wartung und Versicherung selbst und betreibt die Maschine unter ihrem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis.
  • Wet Lease heißt Flugzeug samt Crew: Der Vermieter fliegt im Auftrag einer anderen Airline, meist für Monate statt Jahre.
  • Sale-and-Lease-back bringt Geld in die Kasse: Die Airline verkauft eigene Flugzeuge, oft direkt ab Werk, an einen Lessor und mietet sie sofort zurück.
  • Irland ist das Zentrum der Branche: AerCap, SMBC Aviation Capital und Avolon steuern ihr Geschäft aus Dublin.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flugzeugleasing: die kurze Antwort
  2. 2.Dry Lease, Wet Lease, Damp Lease: die drei Grundformen
  3. 3.Operating Lease und Finance Lease
  4. 4.Sale-and-Lease-back: verkaufen und zurückmieten
  5. 5.Was in einem Leasingvertrag steckt
  6. 6.Die großen Leasinggesellschaften
  7. 7.Was Leasing für dich als Spotter bedeutet
  8. 8.Leasing, Wet Lease oder eigene Flotte? Warum Airlines unterschiedlich entscheiden
  9. 9.Typische Missverständnisse
  10. 10.Fazit

Der A320 am Gate trägt die Farben deiner Urlaubsairline, das Kennzeichen kennst du aus der Flottenliste, und trotzdem gehört er ihr nicht. Ein großer Teil der weltweiten Verkehrsflugzeuge ist geleast: Die Airline fliegt sie, der Eigentümer sitzt oft in Dublin und hat mit dem täglichen Flugbetrieb nichts zu tun. Wer Flugzeugleasing versteht, versteht auch, warum Maschinen plötzlich weiß werden, mit fremden Kennzeichen auftauchen oder über Monate zwischen zwei Airlines abgestellt stehen. Dieser Guide erklärt Dry Lease, Wet Lease und Sale-and-Lease-back und stellt dir die großen Leasinggesellschaften vor.

Jedes Kennzeichen im Blick – egal, wem das Flugzeug gehört

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Flugzeugleasing: die kurze Antwort

Beim Flugzeugleasing überlässt ein Eigentümer einer Airline ein Flugzeug auf Zeit gegen eine regelmäßige Rate. Der Eigentümer ist meist eine spezialisierte Leasinggesellschaft – in der Branche „Lessor“ genannt –, die Airline ist der „Lessee“. Für die Airline bedeutet das: Sie muss nicht den kompletten Kaufpreis eines Jets aufbringen, kann ihre Flotte schneller wachsen oder schrumpfen lassen und gibt das Restwertrisiko an den Eigentümer ab. Der Lessor verdient an den Raten und am späteren Weiterverkauf.

Wie verbreitet das Modell ist, zeigt die Entwicklung: Mitte der 1970er-Jahre war nur ein winziger Bruchteil der Jetflotte per Operating Lease unterwegs. Branchenauswertungen zufolge lag der Anteil um das Jahr 2000 bei rund einem Viertel und 2017 bereits bei etwa 40 Prozent. Leasing ist damit kein Notbehelf klammer Airlines, sondern ein fester Teil der Flottenplanung – auch bei großen Netzwerk-Airlines.

~40 %Anteil der Jetflotte im Operating Lease um 2017
3Grundformen: Dry, Wet und Damp Lease
2006Inkrafttreten des Flugzeugprotokolls zum Kapstadt-Übereinkommen

Dry Lease, Wet Lease, Damp Lease: die drei Grundformen

Die wichtigste Unterscheidung beim Leasing ist nicht der Vertragstyp, sondern die Frage: Was bekommt die Airline außer dem Flugzeug noch dazu?

Dry Lease: nur das Flugzeug

Beim Dry Lease übernimmt die Airline ausschließlich das Flugzeug. Cockpit- und Kabinencrew, Wartung, Versicherung und Betriebsorganisation stellt sie selbst. Die Maschine wird in der Regel im Register des Betreiberlandes eingetragen und fliegt unter dem Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) der mietenden Airline. Dry Leases laufen meist über mehrere Jahre, bei neuen Flugzeugen oft über ein gutes Jahrzehnt. Das ist der Normalfall, wenn von Flugzeugleasing die Rede ist – und der Grund, warum du einem geleasten Flugzeug am Zaun nichts ansiehst.

Wet Lease: Flugzeug mit Crew

Beim Wet Lease liefert der Vermieter das Komplettpaket: Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung. Daher stammt die Abkürzung ACMI (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance). Die mietende Airline verkauft die Tickets unter ihrer Flugnummer und zahlt in der Regel pro Blockstunde, Treibstoff und Gebühren trägt sie meist selbst. Geflogen wird unter dem AOC des Vermieters. Wet Leases überbrücken typischerweise Engpässe von einigen Wochen bis zu etwa zwei Jahren – etwa im Sommerpeak, bei verspäteten Auslieferungen oder Triebwerksproblemen. Die Details und die EU-Regeln dazu stehen im Guide Wet-Lease erklärt.

Damp Lease: der Mittelweg

Beim Damp Lease stellt der Vermieter Flugzeug, Cockpitbesatzung und Wartung, die mietende Airline bringt ihre eigenen Flugbegleiter mit. Passagiere erleben so den gewohnten Service, obwohl vorn eine fremde Crew fliegt. Der Begriff ist vor allem in Großbritannien verbreitet.

Merkmal Dry Lease Damp Lease Wet Lease (ACMI)
Was geliefert wird nur das Flugzeug Flugzeug, Cockpitcrew, Wartung Flugzeug, gesamte Crew, Wartung, Versicherung
Betrieben unter AOC von mietender Airline Vermieter Vermieter
Typische Laufzeit mehrere Jahre Wochen bis Monate Wochen bis Monate, selten länger
Typischer Vermieter Leasinggesellschaft, Bank Airline, ACMI-Spezialist Airline, ACMI-Spezialist
Lackierung meist volle Farben der Mieter-Airline oft Vermieter-Farben, ggf. Aufkleber oft Vermieter-Farben, ggf. Aufkleber

Operating Lease und Finance Lease

Neben dem Leistungsumfang unterscheidet man Leasingverträge nach ihrer wirtschaftlichen Logik.

  • Operating Lease: Das klassische Modell der Leasinggesellschaften. Die Airline mietet das Flugzeug für einen Teil seiner Lebensdauer, danach geht es an den Lessor zurück. Restwert- und Vermarktungsrisiko trägt der Eigentümer. Für Airlines ist das die flexible Variante.
  • Finance Lease: Hier geht es eher um Finanzierung. Die Laufzeit deckt einen Großteil der Nutzungsdauer ab, und am Ende steht häufig die Übernahme des Flugzeugs durch die Airline. Wirtschaftlich ähnelt das einem Kredit, bei dem das Flugzeug als Sicherheit dient.

Früher hatte das Operating Lease einen bilanziellen Nebeneffekt: Die Verpflichtungen tauchten bei vielen Airlines nicht als Schulden in der Bilanz auf. Mit dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS 16, der seit 2019 gilt, müssen Mieter die meisten Leasingverhältnisse in der Bilanz ausweisen. Der Reiz des Leasings liegt seitdem stärker in Flexibilität und Kapitalschonung als in der Optik der Bilanz.

Sale-and-Lease-back: verkaufen und zurückmieten

Beim Sale-and-Lease-back verkauft eine Airline ein Flugzeug an eine Leasinggesellschaft und mietet es im selben Moment zurück. Auf dem Vorfeld ändert sich nichts: gleiche Lackierung, gleiche Crew, gleiches Kennzeichen. In der Bilanz aber schon – die Airline bekommt sofort den Verkaufserlös und zahlt dafür über die Laufzeit Raten.

Besonders verbreitet ist das Modell bei Neuauslieferungen. Viele Airlines bestellen Flugzeuge direkt beim Hersteller, etwa bei Airbus oder Boeing, und verkaufen sie bei der Übernahme an einen Lessor weiter. So sichern sie sich die begehrten Produktionsplätze, ohne den vollen Kaufpreis dauerhaft zu finanzieren. Lessoren wiederum kommen auf diesem Weg an neue Flugzeuge mit einem Mieter, der schon feststeht.

Was für Sale-and-Lease-back spricht

  • Sofortige Liquidität statt gebundenem Kapital im Flugzeug
  • Restwertrisiko liegt beim Lessor
  • Flottenerneuerung ohne den ganzen Kaufpreis finanzieren zu müssen
  • Planbare monatliche Kosten über die Laufzeit

Was dagegen spricht

  • Über die gesamte Laufzeit zahlt die Airline meist mehr als den Kaufpreis
  • Strenge Rückgabebedingungen bei Wartung und Zustand
  • Weniger Spielraum bei Umbauten an Kabine oder Technik
  • Das Flugzeug geht am Ende zurück, auch wenn die Airline es gern behalten würde

Was in einem Leasingvertrag steckt

Ein Leasingvertrag für ein Verkehrsflugzeug ist ein umfangreiches Werk. Für das Verständnis reichen ein paar Kernpunkte:

  • Leasingrate: Die monatliche Miete. In der Branche wird sie oft als Lease Rate Factor beschrieben – als Prozentsatz des Flugzeugwerts pro Monat. Wie hoch der ausfällt, hängt von Typ, Alter, Zinsniveau, Nachfrage und der Bonität der Airline ab.
  • Wartungsreserven: Viele Verträge sehen zusätzliche Zahlungen pro Flugstunde oder Zyklus vor, mit denen große Wartungsereignisse wie Triebwerksüberholungen oder schwere Checks vorfinanziert werden. Mehr zu den Checks erklärt Flugzeugwartung vom A- bis zum C-Check.
  • Rückgabebedingungen: Sie legen fest, in welchem Zustand das Flugzeug zurückkommt – etwa wie viel Restlaufzeit Triebwerke und Fahrwerk bis zur nächsten Überholung haben müssen, wie die Unterlagen aussehen und ob die Lackierung entfernt wird.
  • Registrierung und Sicherheiten: Wo das Flugzeug registriert wird und wie der Eigentümer seine Rechte absichert. Das Kapstadt-Übereinkommen von 2001 mit seinem Flugzeugprotokoll, in Kraft seit 2006, schafft dafür ein internationales Register für Sicherungsrechte an Flugzeugen und Triebwerken. Sein Sitz ist Irland.

Wie das Zusammenspiel von Rate und Flugzeugwert grob aussieht, kannst du hier selbst durchspielen. Die Werte sind frei wählbare Beispielzahlen, keine Marktpreise.

Lease Rate Factor durchrechnen

Gib einen angenommenen Flugzeugwert und einen Lease Rate Factor ein. Das Ergebnis zeigt die rechnerische Monatsrate.

Reine Modellrechnung: Wartungsreserven, Steuern, Zinsen und individuelle Vertragsbedingungen sind nicht enthalten.

Die großen Leasinggesellschaften

Die Branche ist stark konzentriert. Eine Handvoll Lessoren besitzt einen großen Teil aller vermieteten Verkehrsflugzeuge, und die meisten davon haben ihren Sitz oder ihr operatives Zentrum in Irland.

AerCap

AerCap ist der größte Flugzeug-Lessor der Welt. Die Firma sitzt in Dublin, ihr eingetragener Sitz liegt in Amsterdam. Ihre Wurzeln reichen zur irischen Guinness Peat Aviation zurück, den heutigen Namen trägt sie seit 2005. Zwei Übernahmen haben AerCap geprägt: 2014 kaufte die Firma von AIG die International Lease Finance Corporation (ILFC), die 1973 von Leslie und Louis Gonda sowie Steven Udvar-Házy gegründet worden war. Im November 2021 folgte der Abschluss der Übernahme von GECAS, der Leasingsparte von General Electric. Heute vermietet AerCap neben Flugzeugen auch Triebwerke und – über eine Tochterfirma – Hubschrauber.

SMBC Aviation Capital

SMBC Aviation Capital sitzt ebenfalls in Dublin und gehört einem japanischen Konsortium um die Sumitomo Mitsui Banking Corporation und die Sumitomo Corporation. Das Unternehmen geht auf eine 1994 gegründete Firma zurück, die später zur Royal Bank of Scotland gehörte und als RBS Aviation Capital firmierte. 2012 übernahmen die japanischen Eigentümer das Geschäft.

Avolon

Avolon wurde 2010 in Dublin gegründet – von einem Team um Dómhnal Slattery, das zuvor bei RBS Aviation Capital gearbeitet hatte. Heute gehört Avolon mehrheitlich Bohai Leasing, die japanische ORIX hält eine Minderheitsbeteiligung. Mit der Übernahme des Flugzeugleasinggeschäfts von CIT im Jahr 2017 wuchs Avolon in die Spitzengruppe der Branche.

Air Lease

Air Lease Corporation aus Los Angeles wurde 2010 von Steven Udvar-Házy und John Plueger gegründet – Udvar-Házy gilt durch ILFC als einer der Pioniere des modernen Flugzeugleasings. Im September 2025 kündigte ein Konsortium aus Sumitomo Corporation, SMBC Aviation Capital, Apollo und Brookfield die Übernahme an. Seit dem Abschluss im April 2026 firmiert das Unternehmen als Sumisho Air Lease Corporation.

Weitere Namen

Zur Spitzengruppe zählt außerdem BOC Aviation aus Singapur, eine Tochter der Bank of China. Daneben gibt es zahlreiche kleinere Lessoren, Leasingtöchter von Banken und Investmentfonds sowie spezialisierte Anbieter für ältere Flugzeuge, Frachter oder Triebwerke.

Lessor Sitz Wichtige Stationen Hintergrund
AerCap Dublin ILFC 2014, GECAS 2021 Wurzeln bei Guinness Peat Aviation
SMBC Aviation Capital Dublin japanische Eigentümer seit 2012 ehemals RBS Aviation Capital
Avolon Dublin gegründet 2010, CIT-Geschäft 2017 Bohai Leasing und ORIX
Sumisho Air Lease Los Angeles gegründet 2010, Übernahme 2026 Konsortium um Sumitomo und SMBC
BOC Aviation Singapur – Tochter der Bank of China

Warum ausgerechnet Irland?

Die Geschichte beginnt 1975 in Shannon mit Guinness Peat Aviation. Nach deren Krise Anfang der 1990er-Jahre verteilten sich die Fachleute auf neue und bestehende Firmen – viele Führungskräfte heutiger Lessoren stammen aus dieser Schule. Steuerliche Rahmenbedingungen, Doppelbesteuerungsabkommen und das gewachsene Know-how in Dublin halten die Branche dort. Mehr zur Rolle der Register erklärt der Artikel Warum so viele Flugzeuge in Irland, Bermuda oder Malta registriert sind.

Was Leasing für dich als Spotter bedeutet

Im Alltag siehst du einem geleasten Flugzeug nichts an. Spannend wird es in den Übergangsphasen – und genau die sind für Spotter oft die interessantesten Sichtungen.

Rückgabe

Läuft ein Vertrag aus, fliegt die Maschine oft ein letztes Mal zu einem Wartungsbetrieb. Dort wird sie gecheckt, die Kabine angepasst und häufig die Lackierung entfernt oder neutralisiert.

Weiße Phase

Viele Flugzeuge stehen dann eine Zeit lang in Weiß oder ohne Logos da. Warum Weiß die Standardfarbe ist, erklärt Warum Flugzeuge weiß lackiert sind.

Neues Kennzeichen

Wechselt das Flugzeug in ein anderes Land, bekommt es ein neues Kennzeichen. Wie das abläuft, steht im Guide Umregistrierungen.

Mischlackierung

Muss es schnell gehen, fliegt die Maschine beim neuen Mieter zunächst in alten Farben mit neuem Logo. Solche Hybride zeigt Hybrid-Liveries erkennen.

Für Sammler bedeutet das: Ein einzelnes Flugzeug kann im Laufe seines Lebens für mehrere Airlines fliegen, unter mehreren Kennzeichen und in mehreren Lackierungen. Wer seine Sichtungen nach Seriennummer statt nur nach Kennzeichen ordnet, erkennt solche Lebensläufe. Flottendatenbanken wie Planespotters.net helfen dir, die Historie eines Flugzeugs nachzuvollziehen, und mit dem Kennzeichen lässt sich oft auch das Flugzeugalter herausfinden.

Auch Überführungsflüge zwischen alter und neuer Airline sind lohnende Ziele. Sie fallen oft durch ungewöhnliche Callsigns oder Strecken auf – wie man sie aufspürt, erklärt Auslieferungs- und Überführungsflüge verfolgen.

Alarm, wenn ein bekanntes Kennzeichen anfliegt

Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, eine Airline oder eine Special Livery an deinem Flughafen im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Leasing, Wet Lease oder eigene Flotte? Warum Airlines unterschiedlich entscheiden

Wie stark eine Airline auf Leasing setzt, hängt von ihrem Geschäftsmodell ab. Ein Überblick über typische Motive:

Dry Lease passt, wenn …

  • eine Airline schnell wachsen will, ohne auf eigene Bestellungen zu warten
  • Kapital lieber in Strecken und Marketing als in Flugzeuge fließen soll
  • Flexibilität beim Flottenumbau wichtiger ist als niedrige Gesamtkosten

Wet Lease passt, wenn …

  • nur für eine Saison Kapazität fehlt
  • Auslieferungen sich verspäten oder Flugzeuge am Boden stehen
  • eine neue Strecke getestet werden soll, ohne eigene Crews zu binden

Eigene Flugzeuge passen, wenn …

  • die Airline günstig an Kapital kommt
  • Flugzeuge sehr lange und bis zum Ende ihrer Lebensdauer geflogen werden
  • große Direktbestellungen beim Hersteller bessere Konditionen bringen

Viele Airlines kombinieren alle drei Varianten. Gerade Low-Cost-Carrier und große Gruppen wie die Lufthansa Group oder Air France-KLM mischen gekaufte, geleaste und per Sale-and-Lease-back finanzierte Flugzeuge in derselben Flotte. Wie hoch der Anteil jeweils ist, veröffentlichen viele börsennotierte Airlines in ihren Geschäftsberichten.

Typische Missverständnisse

  • „Geleast heißt, die Airline ist pleite.“ Falsch. Auch finanzstarke Airlines leasen, weil es flexibel ist und Kapital schont.
  • „Wet Lease und Leasing sind dasselbe.“ Nein. Beim Wet Lease mietet die Airline eine komplette Flugleistung samt Crew, beim Dry Lease nur das Flugzeug.
  • „Das Kennzeichen verrät den Eigentümer.“ Nicht unbedingt. Das Kennzeichen zeigt das Registerland, das meist zum Betreiber passt. Der Eigentümer kann ganz woanders sitzen. Wie das System funktioniert, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen.
  • „Leasingflugzeuge sind alt.“ Im Gegenteil: Ein großer Teil der Neuauslieferungen geht direkt an Lessoren oder über Sale-and-Lease-back in deren Eigentum.

Fazit

Flugzeugleasing trennt Eigentum und Betrieb: Die Airline fliegt, der Lessor besitzt. Der Dry Lease liefert nur das Flugzeug und ist das Rückgrat der Branche, der Wet Lease bringt Crew und Wartung mit und überbrückt Engpässe, Sale-and-Lease-back macht aus einem eigenen Flugzeug schnell Liquidität. An der Spitze stehen wenige große Lessoren, die meisten davon mit Sitz in Dublin. Für dich als Spotter wird das Thema immer dann sichtbar, wenn ein Flugzeug die Airline wechselt – mit weißem Rumpf, neuem Kennzeichen oder einer Lackierung, die noch halb nach dem alten Mieter aussieht.

Kurzfazit

Ein großer Teil der Airliner gehört Leasinggesellschaften wie AerCap, SMBC Aviation Capital oder Avolon. Dry Lease heißt nur Flugzeug, Wet Lease heißt Flugzeug mit Crew, Sale-and-Lease-back heißt verkaufen und zurückmieten. Achte auf Rückgaben, Umregistrierungen und Mischlackierungen – dort zeigt sich das Leasinggeschäft am Zaun.

Die Lebensläufe deiner Flugzeuge sammeln

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Zusammenfassung

  • Beim Flugzeugleasing überlässt ein Eigentümer – meist eine spezialisierte Leasinggesellschaft – einer Airline ein Flugzeug gegen eine monatliche Rate. Die Airline bindet so weniger Kapital und bleibt flexibler bei der Flottengröße.
  • Das klassische Modell ist der Dry Lease als Operating Lease über viele Jahre. Wet Leases (ACMI) liefern zusätzlich Crew, Wartung und Versicherung und überbrücken meist kurzfristige Engpässe.
  • Beim Sale-and-Lease-back verkauft die Airline ein Flugzeug an einen Lessor und least es zurück. Das setzt Kapital frei, das sonst im Flugzeug steckt.
  • Die großen Lessoren sitzen überwiegend in Dublin. AerCap ist seit der Übernahme von GECAS 2021 der größte Anbieter, Air Lease gehört seit April 2026 zu einem Konsortium um Sumitomo und SMBC.
  • Für Spotter zeigen sich Leasingwechsel in weißen oder gemischten Lackierungen, neuen Kennzeichen und Flugzeugen, die zwischen zwei Airlines eine Zeit lang abgestellt sind.

Häufige Fragen

Was ist Flugzeugleasing?

Beim Flugzeugleasing überlässt der Eigentümer eines Flugzeugs – meist eine Leasinggesellschaft, manchmal eine Bank oder eine andere Airline – einer Fluggesellschaft das Flugzeug für eine vereinbarte Zeit gegen regelmäßige Raten. Die Airline betreibt die Maschine, gehört ihr aber nicht. Am Ende der Laufzeit geht das Flugzeug an den Eigentümer zurück, der es weitervermietet oder verkauft.

Was ist der Unterschied zwischen Dry Lease und Wet Lease?

Beim Dry Lease bekommt die Airline nur das Flugzeug. Crew, Wartung und Versicherung stellt sie selbst, und das Flugzeug fliegt unter ihrem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC). Beim Wet Lease liefert der Vermieter Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung mit – deshalb auch die Abkürzung ACMI. Dry Leases laufen meist über Jahre, Wet Leases typischerweise über Wochen bis Monate.

Was bedeutet Damp Lease?

Ein Damp Lease liegt zwischen Dry und Wet Lease: Der Vermieter stellt Flugzeug, Cockpitbesatzung und Wartung, die mietende Airline bringt ihre eigene Kabinenbesatzung mit. So tragen die Flugbegleiter die Uniform und den Service der Airline, deren Flugnummer auf dem Ticket steht.

Wie funktioniert Sale-and-Lease-back?

Die Airline verkauft ein Flugzeug, das sie besitzt oder gerade vom Hersteller übernimmt, an eine Leasinggesellschaft und least es im selben Zug für viele Jahre zurück. Am Vorfeld ändert sich nichts, die Maschine fliegt weiter in den Farben der Airline. Die Airline bekommt aber sofort den Kaufpreis und zahlt dafür ab dann monatliche Raten an den neuen Eigentümer.

Welche sind die größten Leasinggesellschaften für Flugzeuge?

Der größte Lessor ist AerCap mit Sitz in Dublin, der 2021 GECAS von General Electric übernommen hat. Zu den großen Anbietern zählen außerdem SMBC Aviation Capital und Avolon, beide ebenfalls in Dublin, Air Lease (heute Sumisho Air Lease) aus Los Angeles sowie BOC Aviation aus Singapur. Die genaue Reihenfolge hängt davon ab, ob man nach Flugzeugzahl oder Flottenwert misst.

Warum sitzen so viele Leasingfirmen in Irland?

Die Wurzeln liegen bei Guinness Peat Aviation, einem Pionier aus Shannon, der 1975 gegründet wurde. Nach dessen Krise Anfang der 1990er-Jahre gründeten frühere Mitarbeiter neue Firmen oder übernahmen Führungsrollen in anderen Häusern. Dazu kommen günstige steuerliche Rahmenbedingungen, viele Doppelbesteuerungsabkommen und das Know-how in Dublin. Auch das internationale Register für Sicherungsrechte nach dem Kapstadt-Übereinkommen hat seinen Sitz in Irland.

Woran erkenne ich als Spotter, dass ein Flugzeug geleast ist?

Von außen meist gar nicht – ein geleastes Flugzeug trägt die volle Lackierung der Airline. Hinweise geben Flottendatenbanken, die neben dem Betreiber den Eigentümer nennen, kleine Eigentümerhinweise am Rumpf oder im Cockpitbereich sowie typische Übergangsphasen: weiße Maschinen ohne Logos, Mischlackierungen, neue Kennzeichen und abgestellte Flugzeuge zwischen zwei Mietern.

PT

Planetrack Redaktion

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