Das Wichtigste in Kürze
- Die SR-71 ist das schnellste Flugzeug mit luftatmendem Antrieb: Ihr Rekord von 3.529,6 km/h aus dem Jahr 1976 steht bis heute.
- Ein reiner Aufklärer: Die Blackbird trug keine Waffen, ihr Schutz waren Geschwindigkeit und Höhe.
- Historisch: Die US Air Force musterte sie 1998 endgültig aus, die NASA flog sie bis 1999. Heute siehst du sie nur noch im Museum.
- Schnellster Erkennungsweg: schwarze Zelle, Deltaflügel mit zwei mächtigen Triebwerksgondeln und je einem Seitenleitwerk obendrauf.
- Einziges ausgestelltes Exemplar außerhalb der USA ist laut IWM die Maschine im American Air Museum in Duxford bei Cambridge.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die SR-71 Blackbird?
- 2.Von der A-12 zur SR-71: die Blackbird-Familie
- 3.Die Technik: Fliegen in der Hitzemauer
- 4.Einsatz: von Beale über Okinawa bis Mildenhall
- 5.Die Rekorde
- 6.Woran du eine SR-71 erkennst
- 7.Wo du die SR-71 heute siehst
- 8.Fototipps für die Blackbird im Museum
- 9.Verwandte Typen und Nachbarn im Museum
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Lockheed (Skunk Works in Burbank), heute Lockheed Martin |
|---|---|
| Rolle | Strategischer Höhen- und Geschwindigkeitsaufklärer der US Air Force |
| Chefkonstrukteur | Clarence „Kelly“ Johnson |
| Erstflug | 22. Dezember 1964 in Palmdale, Kalifornien |
| Indienststellung | Januar 1966, Beale Air Force Base (Kalifornien) |
| Ausmusterung | US Air Force 1989/1990, kurze Reaktivierung Mitte der 1990er, endgültig 1998; letzter NASA-Flug am 9. Oktober 1999 |
| Gebaut | 32 Maschinen (29 SR-71A, 2 SR-71B, 1 SR-71C) |
| Besatzung | 2 (Pilot und Reconnaissance Systems Officer, hintereinander) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney J58 mit Nachbrenner, je rund 151 kN (Standschub, nicht eingebaut) |
| Treibstoff | Spezialkerosin JP-7, Zündung mit Triethylboran |
| Länge | 32,74 m |
| Spannweite | 16,94 m |
| Höhe | 5,64 m |
| Leergewicht | rund 30,6 t |
| Max. Startgewicht | rund 78 t |
| Höchstgeschwindigkeit | Mach 3,3 (Rekord 1976: 3.529,6 km/h) |
| Dienstgipfelhöhe | rund 25.900 m (85.000 ft) |
| Zellenmaterial | rund 85 % Titanlegierungen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schwarze Lackierung über die gesamte Zelle – daher der Name Blackbird
- Sehr langer, schmaler Rumpf mit scharfen seitlichen Kanten (Chines), die von der Nase bis in den Flügel übergehen
- Zwei riesige Triebwerksgondeln mitten im Deltaflügel, vorn mit spitzen Einlaufkegeln
- Zwei Seitenleitwerke oben auf den Triebwerksgondeln, leicht nach innen geneigt
- Flacher Deltaflügel ohne Höhenleitwerk
- Zwei Cockpits hintereinander; bei der Trainerversion SR-71B sitzt das hintere Cockpit sichtbar erhöht
Aktualisiert: Oktober 2026 – Lang, flach, tiefschwarz und mit zwei Triebwerksgondeln, die fast so groß wirken wie der Rumpf: Wer zum ersten Mal vor einer Lockheed SR-71 Blackbird steht, versteht sofort, warum dieses Flugzeug Generationen von Luftfahrtfans geprägt hat. Sie flog schneller als jedes andere Flugzeug mit Strahlantrieb, und ihr Rekord von 1976 steht bis heute. Fliegen siehst du sie nicht mehr, die letzte SR-71 landete 1999. Dafür stehen erhaltene Exemplare in Museen auf beiden Seiten des Atlantiks, eines davon in Duxford bei Cambridge. Diese Seite erklärt dir Technik, Geschichte und Rekorde und zeigt dir, wo du die Blackbird findest und wie du sie gut fotografierst.
Die Blackbird in deinen Hangar
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Was ist die SR-71 Blackbird?
Die SR-71 war ein strategischer Aufklärer der US Air Force. Sie trug weder Bomben noch Raketen, sondern Kameras, Radar und Sensoren zum Abhören von Funk- und Radarsignalen. Ihr Schutz war allein ihre Leistung: Sie flog so hoch und so schnell, dass Abfangjäger und Flugabwehrraketen ihrer Zeit sie kaum erreichen konnten. Typisch waren Missionen mit mehr als dreifacher Schallgeschwindigkeit in rund 24 Kilometern Höhe. Dort ist der Himmel dunkelblau, und die Erdkrümmung wird sichtbar.
Entwickelt wurde sie bei Lockheeds legendärer Entwicklungsabteilung Skunk Works in Burbank, Kalifornien, unter Chefkonstrukteur Clarence „Kelly“ Johnson. Laut Lockheed Martin unterstrich der Abschuss des U-2-Aufklärers von Gary Powers über der Sowjetunion am 1. Mai 1960 die Dringlichkeit: Die USA brauchten ein Flugzeug, das deutlich schwerer abzufangen war als die langsame Lockheed U-2. Mehr zum heutigen Konzern findest du im Porträt von Lockheed Martin.
Von der A-12 zur SR-71: die Blackbird-Familie
Die SR-71 war nicht das erste Flugzeug dieser Bauart. Am Anfang stand die einsitzige A-12, die Lockheed im Auftrag der CIA baute. Laut Lockheed Martin flog sie am 30. April 1962 erstmals offiziell; einen kurzen ersten Hüpfer gab es schon einige Tage vorher. Daraus entstanden zwei Ableger: der Abfangjäger-Prototyp YF-12 und die M-21, eine A-12-Variante, die auf dem Rücken die unbemannte Aufklärungsdrohne D-21 trug.
Die SR-71 übernahm das Grundkonzept, wurde aber größer, bekam ein zweites Cockpit für den Reconnaissance Systems Officer (RSO), der die Sensoren bediente, und trug mehr Treibstoff. Der Erstflug fand am 22. Dezember 1964 in Palmdale statt. Im Januar 1966 übernahm die US Air Force die erste Maschine auf der Beale Air Force Base in Kalifornien.
| Typ | Rolle | Besatzung | Wo du ihn heute siehst (Beispiele) |
|---|---|---|---|
| A-12 | Aufklärer der CIA | 1 | Intrepid Museum New York |
| M-21 | Trägerflugzeug für die Drohne D-21 | 2 | Museum of Flight Seattle |
| YF-12A | Abfangjäger-Prototyp | 2 | – |
| SR-71A | Aufklärer der US Air Force | 2 | Duxford, Udvar-Hazy Center, Dayton, Tucson u. a. |
| SR-71B / SR-71C | Schulflugzeuge mit erhöhtem hinteren Cockpit | 2 | – |
Insgesamt baute Lockheed 32 SR-71: 29 Einsatzflugzeuge SR-71A, zwei Trainer SR-71B und eine SR-71C. Die C-Version war ein Behelfstrainer, zusammengesetzt aus Teilen einer YF-12A und einer Versuchszelle, nachdem eine SR-71B verloren gegangen war.
Die Technik: Fliegen in der Hitzemauer
Bei Mach 3 ist Luft kein harmloses Medium mehr. Die Reibung erhitzt die Außenhaut so stark, dass gewöhnliches Aluminium seine Festigkeit verloren hätte. Fast alles an der Blackbird ist eine Antwort auf dieses Problem.
Titan statt Aluminium
Rund 85 Prozent der Struktur bestehen aus Titanlegierungen. Laut Lockheed war das Material spröde und reagierte empfindlich auf falsche Werkzeuge; das Team fertigte deshalb eigene Werkzeuge aus Titan.
Schwarz gegen Hitze
Die dunkle Lackierung strahlt Wärme besonders gut ab. Laut Lockheed rechnete man an den Vorderkanten mit über 1.000 °F, während die Außenluft bei rund −50 °C lag. Radarabsorbierende Anteile in der Farbe kamen dazu.
Spezialtreibstoff JP-7
Gewöhnliches Kerosin wäre bei diesen Temperaturen problematisch gewesen. Das schwer entflammbare JP-7 ließ sich nur mit eingespritztem Triethylboran zünden – das gab beim Anlassen eine charakteristische grüne Flamme.
Triebwerk mit Kegel
Die zwei Pratt & Whitney J58 hatten verstellbare Einlaufkegel, die sich je nach Geschwindigkeit vor- und zurückbewegten. So bremsten sie die Überschallluft vor dem Verdichter ab und hielten die Stoßwellen an der richtigen Stelle.
Bekannt ist auch eine Eigenheit, die Besucher oft überrascht: Weil die Zelle auf die Ausdehnung durch die Hitze im Flug ausgelegt war, waren die Tanks am Boden nicht ganz dicht, und die Maschine tropfte vor dem Start Treibstoff. Oft liest man, sie habe deshalb gleich nach dem Abheben tanken müssen – das gilt als verbreiteter Irrtum, so groß waren die Lecks nicht. Ohne Tanker ging es trotzdem nicht: Überschallflüge dauerten meist höchstens rund 90 Minuten, bevor die nächste Luftbetankung nötig war.
Die Form der Zelle ist ebenfalls kein Zufall. Die scharfen seitlichen Kanten am Rumpf, die Chines, erzeugen zusätzlichen Auftrieb und machen den Rumpf flacher. Zusammen mit den geneigten Seitenleitwerken und den in den Flügel integrierten Triebwerken verringerten sie laut Lockheed den Radarquerschnitt deutlich. Die Blackbird gilt damit als frühes Flugzeug, bei dem Tarnung schon im Entwurf mitgedacht wurde – Jahrzehnte vor der Northrop B-2 Spirit oder der F-22 Raptor.
Im Museum auf die Einläufe achten
Bei vielen ausgestellten Maschinen kannst du von vorn in die Triebwerkseinläufe schauen. Der spitze Kegel in der Mitte ist das Herzstück des Antriebs – ein Detailfoto davon erzählt mehr über die SR-71 als jede Gesamtansicht.
Einsatz: von Beale über Okinawa bis Mildenhall
Heimatbasis der SR-71 war die Beale Air Force Base in Kalifornien. Dazu kamen vorgeschobene Stützpunkte: Ab März 1968 flog die Blackbird von der Kadena Air Base auf Okinawa, wo sie ihren Spitznamen „Habu“ bekam, nach einer dort heimischen Giftschlange. Ab 1976 war sie außerdem regelmäßig auf RAF Mildenhall in England stationiert und flog von dort Aufklärungsmissionen in Europa. Für britische Spotter war die schwarze Silhouette über Suffolk damit lange ein vertrauter Anblick.
Bemerkenswert ist die Verlustbilanz: Von 32 Maschinen gingen zwölf bei Unfällen verloren, keine einzige durch feindliche Waffen.
Ende der 1980er-Jahre beendete die US Air Force den Betrieb aus Kostengründen; das Programm wurde im November 1989 offiziell eingestellt. Mitte der 1990er bewilligte der Kongress Geld, um einige Maschinen wieder in Dienst zu stellen, und eine kleine Abteilung flog noch einmal. 1998 war endgültig Schluss. Die NASA nutzte zwei Blackbirds noch als fliegende Forschungslabore in Edwards; der letzte Flug einer SR-71 fand am 9. Oktober 1999 statt.
Die Rekorde
Die SR-71 hält bis heute zwei Weltrekorde, und sie sammelte nebenbei eindrucksvolle Streckenzeiten.
| Datum | Rekord | Wert | Maschine |
|---|---|---|---|
| 1. September 1974 | New York – London | 1 h 54 min 56 s | – |
| 28. Juli 1976 | Geschwindigkeit über Messstrecke | 3.529,6 km/h (2.193,2 mph) | 17958 |
| 28. Juli 1976 | Höhe im Horizontalflug | 25.929 m (85.069 ft) | 17962 (heute in Duxford) |
| 6. März 1990 | Los Angeles – Washington | 64 min 20 s | 17972 (heute im Udvar-Hazy Center) |
Zum Vergleich: Die Concorde brauchte für den Atlantik mit Passagieren in der Regel gut drei Stunden und flog mit gut doppelter Schallgeschwindigkeit. Die Blackbird war also noch einmal deutlich schneller, allerdings ohne Kabine, mit Druckanzügen für die Crew und mit Tankstopps in der Luft. Wie das Überschall-Verkehrsflugzeug entstand, liest du in der Geschichte der Concorde.
Der Flug vom 6. März 1990 war zugleich der Abschied: Die Maschine landete in Washington-Dulles und wurde dort dem National Air and Space Museum übergeben. Laut Smithsonian hatte sie in 24 Dienstjahren 2.801,1 Flugstunden gesammelt.
Fastest oder nicht?
Wenn du liest, die SR-71 sei das „schnellste Flugzeug der Welt“, ist das verkürzt. Genau genommen hält sie den Rekord für bemannte Flugzeuge mit luftatmendem Antrieb. Raketenflugzeuge wie die X-15 waren schneller, starteten aber nicht selbst vom Boden.
Woran du eine SR-71 erkennst
Im Museum steht meist ein Schild daneben. Trotzdem lohnt es sich, die Merkmale zu kennen – gerade wenn du A-12, M-21 oder SR-71 auseinanderhalten willst oder in einer vollen Halle nur einen Ausschnitt siehst.
Es spricht für eine SR-71, wenn …
- die Zelle komplett schwarz ist
- scharfe Kanten von der Nase bis in den Flügel laufen
- zwei riesige Triebwerksgondeln mit Einlaufkegeln im Deltaflügel sitzen
- du zwei Cockpits hintereinander zählst
Sieh genauer hin, wenn …
- nur ein Cockpit zu sehen ist – dann ist es wahrscheinlich eine A-12
- eine Drohne auf dem Rücken sitzt – das ist die M-21
- das hintere Cockpit deutlich erhöht ist – das ist ein Trainer (SR-71B oder C)
Es ist keine SR-71, wenn …
- die Triebwerke im Rumpf statt in Flügelgondeln sitzen
- ein Höhenleitwerk am Heck vorhanden ist
- der Flügel lang und gerade ist wie bei der U-2
Die SR-71 trug Seriennummern der US Air Force; am Heck stehen in der Regel die letzten Ziffern, etwa 17962 für die Duxford-Maschine. Wie solche Kennungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zu US-Militärkennzeichen. Einen Überblick über heutige Aufklärer und Spezialflugzeuge gibt dir AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.
Wo du die SR-71 heute siehst
Weil die Blackbird nicht mehr fliegt, ist sie ein Museumsziel. Die meisten erhaltenen Maschinen stehen in den USA; in Europa gibt es genau eine.
IWM Duxford: die einzige in Europa
Im American Air Museum von IWM Duxford bei Cambridge steht die SR-71A 17962. Laut Imperial War Museum ist sie das einzige ausgestellte Exemplar außerhalb der USA. Historisch passt das gut: Die Blackbird war jahrelang auf dem nahen RAF Mildenhall stationiert. Und gerade diese Maschine stellte 1976 den Höhenrekord im Horizontalflug auf.
Die Halle von Norman Foster, ein flacher Betonbogen, wurde 1997 eröffnet. Darin steht die SR-71 zwischen großen US-Mustern wie der Boeing B-52. Duxford ist zudem ein aktiver Flugplatz mit Airshows; wie du einen Spottertag dort planst, steht im Spot-Guide IWM Duxford und im Beitrag zu den Airshows in Duxford.
Umbau in Duxford
Das IWM baut Duxford im Programm „Transforming IWM Duxford“ schrittweise um, Exponate können umziehen oder zeitweise nicht zugänglich sein. Prüf vor deiner Anreise auf der Museumsseite, ob das American Air Museum geöffnet ist (Stand Oktober 2026).
In den USA
| Museum | Ort | Was du siehst |
|---|---|---|
| Steven F. Udvar-Hazy Center | Chantilly, Virginia (am Flughafen Dulles) | SR-71A 17972, die Rekordmaschine von 1990 |
| National Museum of the US Air Force | Dayton, Ohio | SR-71A 17976, seit März 1990 im Museum |
| Pima Air & Space Museum | Tucson, Arizona | SR-71A in der Ausstellung |
| Evergreen Aviation & Space Museum | McMinnville, Oregon | SR-71A, heute unter dem Namen North American Aerospace Museum |
| Blackbird Airpark | Palmdale, Kalifornien | SR-71A im Freien, nahe dem Ort des Erstflugs |
Dazu kommen Maschinen auf Stützpunkten wie Beale und Edwards sowie die verwandten Typen A-12 in New York und M-21 in Seattle. Wer im Udvar-Hazy Center ist, steht übrigens nur wenige Meter vom Vorfeld des Flughafens Washington Dulles entfernt – Tipps dazu gibt der Spot-Guide Udvar-Hazy Center. Auch für Dayton und Tucson findest du eigene Spot-Seiten.
Museumsfotos teilen
Poste deine Blackbird-Bilder in Planetrack mit Typ, Kennung und Museum, setz fehlende Exemplare auf deine Wunschliste und tausch dich mit anderen Fans per Kommentar und Chat aus. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für die Blackbird im Museum
Eine schwarze, matte, über 32 Meter lange Zelle in einer oft dunklen Halle: Die SR-71 ist ein schwieriges Motiv. Ein paar Kniffe helfen.
Belichtung korrigieren
Die Kamera will Schwarz zu Grau aufhellen. Korrigiere die Belichtung leicht nach unten oder belichte auf die Lichter, damit die Lackierung schwarz bleibt und die Details in den Kanten sichtbar werden.
Kurze Brennweite
In Hallen wie in Duxford stehen die Flugzeuge dicht. Ein Weitwinkel oder ein Panorama aus mehreren Aufnahmen ist oft die einzige Chance auf eine Gesamtansicht.
Tiefe Perspektive
Aus der Hocke schräg von vorn wirkt die flache Silhouette am stärksten. So siehst du Nase, Chines und Einlaufkegel in einem Bild.
Details sammeln
Einlaufkegel, Seitenleitwerke, Cockpitverglasung und die Seriennummer am Heck – Detailbilder dokumentieren die Maschine eindeutig.
Bei Exemplaren im Freien wie in Palmdale gilt das Gegenteil: Hier zählt das Licht. Mit der Sonne im Rücken und flachem Licht am Morgen oder späten Nachmittag zeichnet die schwarze Haut am besten; wie du das vorab planst, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Mehr zu Oldtimern und ausgemusterten Mustern findest du in Historische Flugzeuge erkennen.
Bereit für deinen Blackbird-Besuch?
- Ich habe geprüft, ob die Halle mit der SR-71 gerade geöffnet ist.
- Ein Weitwinkel oder eine Panorama-Funktion ist dabei.
- Ich weiß, wie ich die Belichtung für dunkle Motive korrigiere.
- Ich habe mir die Seriennummer der Maschine notiert.
Verwandte Typen und Nachbarn im Museum
Die SR-71 steht in Museen oft neben anderen Ikonen des Kalten Kriegs. Ihre direkte Vorgängerin in der Höhenaufklärung ist die Lockheed U-2. Aus derselben Skunk-Works-Schule stammt der Abfangjäger F-104 Starfighter, den deutsche Spotter aus der Bundeswehr-Geschichte kennen. Wer sich für Überschallflug in der Zivilluftfahrt interessiert, findet in der Tupolew Tu-144 das sowjetische Gegenstück zur Concorde.
Wer die Museumstour in Deutschland fortsetzen will, findet in der Übersicht der Luftfahrtmuseen in Deutschland viele Kalte-Krieg-Exponate – eine SR-71 allerdings nicht, dafür musst du nach Duxford.
Fazit
Die SR-71 Blackbird ist ein Flugzeug, das seiner Zeit weit voraus war: entworfen mit Rechenschieber, gebaut aus Titan, angetrieben von Triebwerken, die bei Mach 3 eher wie Staustrahltriebwerke arbeiteten. Fliegen siehst du sie nicht mehr, aber ein Museumsbesuch lohnt sich, und für Spotter aus dem deutschsprachigen Raum liegt die nächste Blackbird nur einen Kurzflug entfernt in Duxford.
Kurzfazit
Schwarze Titanzelle, Deltaflügel, zwei Triebwerksgondeln mit Einlaufkegeln und Seitenleitwerken obendrauf: Das ist die SR-71. Sie hält seit 1976 den Geschwindigkeitsrekord für Strahlflugzeuge. Die einzige in Europa steht in Duxford, die bekannteste Rekordmaschine im Udvar-Hazy Center bei Washington.
Zusammenfassung
- Lockheeds Skunk Works entwickelte die SR-71 aus der einsitzigen A-12; der Erstflug war am 22. Dezember 1964, ab 1966 flog sie für die US Air Force.
- Titanzelle, schwarze Hitzelackierung, Spezialtreibstoff JP-7 und die J58-Triebwerke mit verstellbaren Einlaufkegeln machten Dauerflug mit über Mach 3 möglich.
- Von 32 gebauten Maschinen gingen zwölf bei Unfällen verloren, keine einzige durch feindliche Abwehr.
- Museumsexemplare stehen unter anderem in Duxford, im Udvar-Hazy Center bei Washington, in Dayton, Tucson und McMinnville.
Häufige Fragen
Wie schnell war die SR-71 Blackbird?
Den offiziellen Rekord stellte die Maschine 17958 am 28. Juli 1976 auf: 3.529,6 km/h (2.193,2 mph) über eine Messstrecke, das entspricht etwa Mach 3,3. Ausgelegt war sie für Dauerflug mit rund Mach 3,2 in über 24 Kilometern Höhe. Das ist bis heute der Rekord für Flugzeuge mit luftatmenden Triebwerken.
Ist die SR-71 das schnellste Flugzeug der Welt?
Unter den bemannten Flugzeugen mit Strahlantrieb, also mit Triebwerken, die Luft ansaugen: ja. Raketenflugzeuge wie die North American X-15 waren schneller, starteten aber von einem Trägerflugzeug und flogen nur kurze Versuchsflüge. Die SR-71 dagegen war ein Einsatzflugzeug, das selbst startete und landete.
Warum ist die Blackbird schwarz?
Laut Lockheed vor allem wegen der Hitze: Schwarze Farbe strahlt Wärme gut ab. Bei Mach 3 erwärmten sich Teile der Außenhaut durch Luftreibung auf mehrere Hundert Grad, die Vorderkanten laut Lockheed auf über 1.000 °F (rund 540 °C). Zusätzlich enthielt die Farbe radarabsorbierende Anteile.
Wo kann ich eine SR-71 in Europa sehen?
Im American Air Museum von IWM Duxford bei Cambridge. Laut Museum ist es das einzige ausgestellte Exemplar außerhalb der USA. Es ist zugleich die Maschine, die 1976 den Höhenrekord für Flugzeuge im Horizontalflug aufstellte. Wegen des laufenden Umbaus in Duxford solltest du vor dem Besuch prüfen, ob die Halle zugänglich ist.
Fliegt heute noch eine SR-71?
Nein. Die US Air Force beendete den Betrieb endgültig 1998, die NASA nutzte zwei Maschinen noch für Forschungsflüge. Der letzte Flug einer SR-71 überhaupt fand am 9. Oktober 1999 bei der NASA statt. Alle erhaltenen Maschinen stehen heute in Museen oder auf Stützpunkten.
Was ist der Unterschied zwischen A-12, YF-12 und SR-71?
Die A-12 war der einsitzige Vorgänger, den Lockheed für die CIA baute und der Ende April 1962 erstmals flog. Die YF-12 war ein Abfangjäger-Prototyp auf derselben Basis. Die SR-71 ist größer, hat zwei Sitze für Pilot und Aufklärungsoffizier und trägt mehr Treibstoff. Eine A-12 siehst du zum Beispiel im Intrepid Museum in New York, die Sonderversion M-21 im Museum of Flight in Seattle.
Woher kommt der Spitzname „Habu“?
Von der Kadena Air Base auf Okinawa, wo die SR-71 ab 1968 stationiert war. Die Habu ist eine dort heimische Grubenotter; Einheimische und Crews übertrugen den Namen auf das schwarze, schlanke Flugzeug. SR-71-Besatzungen nennen sich bis heute gern „Habus“.
Lockheed SR-71 Blackbird sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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