Golden Hour und Blaue Stunde: Flugzeuge im Abend- und Morgenlicht fotografieren

Warmes Streiflicht kurz vor Sonnenuntergang, tiefblauer Himmel und leuchtende Landescheinwerfer danach: So planst und fotografierst du Flugzeuge in Golden Hour und Blauer Stunde.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Sonnenhöhe statt Uhrzeit: Golden Hour und Blaue Stunde sind keine festen Zeiträume, sondern Bereiche der Sonnenhöhe. Grob gilt: goldenes Licht bis etwa 6 Grad über dem Horizont, Blau bei etwa 4 bis 8 Grad darunter.
  • Flache Sonne hellt den Bauch auf: Am Flughafen ist tiefes Licht doppelt wertvoll, weil es auch Rumpfunterseite und Fahrwerk erreicht und das Hitzeflimmern über dem Asphalt meist nachlässt.
  • Weißabgleich festnageln: Der automatische Weißabgleich rechnet das warme Licht gern wieder neutral. Eine feste Einstellung oder RAW-Aufnahmen bewahren die Stimmung.
  • Die Lichtrichtung bleibt entscheidend: Goldene Sonne von hinten ergibt Silhouetten, von der Seite modellierte Rümpfe. Die Pistenachse bestimmt, welcher Spot morgens und welcher abends funktioniert.
  • Die Blaue Stunde ist ein eigenes Genre: Landescheinwerfer, Beacons und beleuchtete Terminals vor dunkelblauem Himmel – dafür brauchst du höhere ISO-Werte, ruhige Hände oder ein Stativ und eher rollende als fliegende Motive.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Golden Hour und Blaue Stunde: die kurze Antwort
  2. 2.Warum tiefes Licht am Flughafen so gut funktioniert
  3. 3.Wie lange das Licht bleibt
  4. 4.Lichtrichtung: Morgen-Spot oder Abend-Spot?
  5. 5.Kameraeinstellungen für die Golden Hour
  6. 6.Die Blaue Stunde: Lichter statt Flanken
  7. 7.Morgens oder abends? Die Praxisfrage
  8. 8.Deine Abendsession Schritt für Schritt
  9. 9.Häufige Fehler im Abendlicht
  10. 10.Fazit

Die Sonne steht nur noch eine Handbreit über dem Horizont, der weiße Rumpf eines Langstreckenjets färbt sich honigfarben, und die Triebwerkseinläufe werfen lange Schatten auf die Flanke. Wenige Minuten später glüht der Himmel tiefblau, und die Landescheinwerfer der anrollenden Maschinen schneiden durch die Dämmerung. Golden Hour und Blaue Stunde liefern die stimmungsvollsten Flugzeugfotos überhaupt – aber nur, wenn du weißt, wann sie kommen, wie lange sie bleiben und wie du die Kamera darauf einstellst. Genau darum geht es in diesem Guide.

Das goldene Licht nicht verpassen

Der Sonnenstand-Planer in Planetrack zeigt dir, wann die Sonne an deinem Spot tief steht und aus welcher Richtung sie kommt – direkt neben Spot-Karte, Wetter und Pisteninfos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Golden Hour und Blaue Stunde: die kurze Antwort

Beide Begriffe stammen aus der Fotografie, nicht aus der Astronomie. Es gibt deshalb keine offizielle Definition – nur gängige Konventionen, die sich an der Sonnenhöhe orientieren:

  • Golden Hour: die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Sonne nur wenige Grad über dem Horizont steht. Verbreitet ist der Bereich von etwa 4 Grad unter bis 6 Grad über dem Horizont.
  • Blaue Stunde: die Dämmerungsphase, in der der Himmel kräftig blau leuchtet. Meist wird sie dem Bereich zugeordnet, in dem die Sonne etwa 4 bis 8 Grad unter dem Horizont steht; manche Quellen setzen die Grenzen etwas anders, etwa bei 4 bis 6 Grad. Sie überlappt mit der bürgerlichen und der nautischen Dämmerung.

Das Wort „Stunde“ ist dabei bildlich gemeint. Je nach Breitengrad und Jahreszeit kann das goldene Licht deutlich kürzer oder länger dauern, und im deutschen Winter steht die Sonne selbst mittags so flach, dass sich der ganze Tag ein wenig nach Golden Hour anfühlt.

bis +6°Sonnenhöhe, bis zu der das Licht als „golden“ gilt
−4 bis −8°typischer Sonnenstand während der Blauen Stunde
30–60 mingrobe Dauer der bürgerlichen Dämmerung in Deutschland

Warum tiefes Licht am Flughafen so gut funktioniert

Tief stehendes Sonnenlicht nimmt einen viel längeren Weg durch die Atmosphäre als mittags. Der blaue Anteil wird dabei stärker gestreut, übrig bleibt wärmeres, gelblich-rötliches Licht. Gleichzeitig wird der direkte Sonnenanteil schwächer, und das diffuse Himmelslicht hellt die Schatten mit auf. Für Flugzeugfotos hat das gleich mehrere Vorteile:

  • Die Rumpfunterseite bekommt Licht. Mittags liegen Bauch, Fahrwerk und Flügelunterseite im Schatten – im Anflug von schräg unten fotografiert wirkt das Flugzeug dann dunkel. Flache Sonne strahlt diese Flächen noch an.
  • Rundungen werden sichtbar. Streiflicht modelliert den Rumpfquerschnitt, die Triebwerksgondeln und die Flügelwurzel. Aus der flachen weißen Fläche wird ein plastischer Körper.
  • Weiße Rümpfe fressen nicht aus. Viele Airlines fliegen mit weitgehend weißen Rümpfen. Bei praller Mittagssonne brennen diese Flächen schnell aus, im warmen Abendlicht bleiben Zeichnung und Farbe erhalten.
  • Weniger Hitzeflimmern. Über heißem Asphalt verwischt aufsteigende Luft feine Details, besonders bei langen Brennweiten. Am Morgen und am späten Abend ist die Luft meist ruhiger. Mehr dazu im Guide Hitzeflimmern vermeiden.

Bei großen Flugzeugen wie dem Airbus A380 oder der Boeing 777-300ER fällt der Unterschied besonders auf, weil die Flanken so riesig sind: Im Mittagslicht wirken sie wie eine Wand, im Abendlicht wie ein Rumpf.

Wie lange das Licht bleibt

Die Dauer aller Dämmerungsphasen hängt davon ab, wie steil die Sonne den Horizont kreuzt. Am Äquator geht es schnell, in mittleren Breiten deutlich langsamer. Außerdem ist die Dämmerung um die Sonnenwenden länger als um die Tagundnachtgleichen.

Phase Sonnenhöhe Was du am Flughafen siehst Grobe Dauer in Deutschland
Golden Hour ca. +6° bis −4° warmes Streiflicht, lange Schatten, leuchtende Rümpfe stark von Jahreszeit abhängig
Bürgerliche Dämmerung 0° bis −6° Himmel noch hell, erste Flugzeuglichter auffällig etwa 30 Minuten bis knapp eine Stunde
Blaue Stunde ca. −4° bis −8° tiefblauer Himmel, Scheinwerfer und Terminallicht dominieren etwa 25 bis 30 Minuten (Frühjahr, Herbst, Winter) bis gut 50 Minuten (Hochsommer im Norden)
Nautische Dämmerung −6° bis −12° Himmel wird dunkel, nur noch Lichtmotive meist 35 bis 85 Minuten; im äußersten Norden um die Sommersonnenwende die ganze Nacht

Die Werte sind Faustbereiche aus der Astronomie und den gängigen Foto-Konventionen, keine Fahrpläne. Für einen konkreten Spot und ein konkretes Datum liefern Sonnenstands-Werkzeuge die exakten Zeiten. Welche Apps sich dafür eignen, vergleicht der Artikel Sonnenstand-Apps für Fotografen.

Bewölkung ist nicht automatisch das Aus

Für die Golden Hour brauchst du eine freie Sicht auf die Sonne – eine Wolkenbank am Horizont kann das Licht schlagartig abschalten. Die Blaue Stunde ist weniger auf die direkte Sonne angewiesen und kann auch bei aufgelockerter Bewölkung noch schöne Farben liefern. Ein durchwachsener Abend lohnt sich deshalb oft trotzdem, nur eben später.

Lichtrichtung: Morgen-Spot oder Abend-Spot?

Tiefes Licht allein macht noch kein gutes Bild. Entscheidend ist weiterhin, aus welcher Richtung es kommt. Morgens steht die Sonne im Osten, abends im Westen – im Sommer weit nach Norden verschoben, im Winter nach Süden. Daraus ergeben sich drei Grundsituationen:

  • Sonne im Rücken: Die dir zugewandte Flanke leuchtet golden, Kennzeichen und Bemalung sind gut lesbar. Das klassische Golden-Hour-Spotterbild.
  • Sonne seitlich: Nase oder Heck bekommen Licht, die Flanke liegt im Streiflicht. Wirkt sehr plastisch, kann aber halbe Rümpfe im Schatten lassen.
  • Sonne hinter dem Flugzeug: Silhouetten, glühende Ränder, sichtbare Triebwerksabgase. Kein Doku-Foto, aber oft das stärkste Bild des Tages. Wie du das gezielt einsetzt, zeigt der Guide Gegenlicht in der Flugzeugfotografie.

Ob ein Spot morgens oder abends funktioniert, verrät dir die Pistenachse. An Ost-West-Bahnen wie am Flughafen München verläuft die tiefe Sonne vor allem im Frühjahr und Herbst ungefähr entlang der Pistenachse – du siehst die Flugzeuge dann eher von vorn oder hinten beleuchtet. An Nordost-Südwest-Achsen wie am Flughafen Düsseldorf trifft das Abendlicht im Sommer dagegen schräger auf die Flanken. Die komplette Rechenlogik mit Azimut, Pistennummer und Jahreszeit steht im Guide Sonnenstand planen.

Vergiss dabei die Betriebsrichtung nicht. Sie bestimmt, ob die Flugzeuge im entscheidenden Moment auf dich zu oder von dir weg fliegen – und ob sie überhaupt auf deiner Bahn unterwegs sind. Die Grundlagen erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.

Gutes Licht, richtiger Flieger

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – damit dein Wunschflieger nicht ausgerechnet in der Mittagssonne landet, während du am Abend wartest. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Kameraeinstellungen für die Golden Hour

Das Grundrezept für Flugzeugfotos ändert sich im Abendlicht nicht – nur der Spielraum wird kleiner, weil die Lichtmenge mit jeder Minute sinkt. Die ausführliche Basis findest du unter Kamera-Einstellungen fürs Planespotting. Für das tiefe Licht kommen ein paar Besonderheiten dazu:

  • Verschlusszeit zuerst: Für startende und landende Jets ohne Mitzieher bleibt eine kurze Zeit um 1/1000 Sekunde die sichere Wahl. Bei Propellermaschinen darfst du bewusst länger belichten, damit sich die Blätter drehen – mehr dazu bei Propeller fotografieren.
  • Auto-ISO mit Obergrenze: Im Modus mit fester Verschlusszeit und Blende regelt die Kamera die ISO automatisch nach. Setz eine Obergrenze, bis zu der dir das Rauschen deiner Kamera noch gefällt.
  • Blende leicht öffnen: Mittags arbeiten viele Spotter mit f/8. Im schwindenden Licht kannst du auf die Offenblende deines Teleobjektivs oder knapp darüber gehen. Bei Flugzeugen auf große Distanz kostet das kaum Schärfentiefe.
  • Weißabgleich fest einstellen: Der automatische Weißabgleich will warmes Licht neutralisieren. Mit fester Einstellung auf Tageslicht bleibt die goldene Färbung erhalten. In RAW kannst du später ohnehin nachjustieren – siehe Weißabgleich und Farben korrigieren.
  • Belichtung auf den Rumpf: Ein heller Himmel hinter dem Flugzeug verleitet die Matrixmessung zum Unterbelichten, eine dunkle Umgebung zum Überbelichten. Kontrolliere Histogramm und Überbelichtungswarnung und korrigiere mit der Belichtungskorrektur.

Bei der Brennweite gilt: Je tiefer die Sonne, desto länger die Schatten von Hallen, Bäumen und Lärmschutzwällen. Plane deinen Bildausschnitt so, dass das Flugzeug im entscheidenden Moment nicht in einem Schattenband verschwindet. Welche Brennweite an welchem Spot passt, steht im Guide Objektiv und Brennweite fürs Planespotting.

Situation Verschlusszeit Blende ISO Weißabgleich
Jet im Anflug, Sonne im Rücken 1/1000 s oder kürzer f/5.6–f/8 Auto mit Obergrenze Tageslicht oder RAW
Jet beim Rollen, Mitzieher 1/125–1/250 s f/8 niedrig halten Tageslicht oder RAW
Propellerflugzeug 1/160–1/320 s f/8–f/11 Auto Tageslicht oder RAW
Silhouette im Gegenlicht 1/1000 s oder kürzer f/8 niedrig Tageslicht

Die Tabelle ist ein Startpunkt, kein Gesetz. Teste die Werte an den ersten Flugzeugen der Session, solange noch genug Licht da ist.

Die Blaue Stunde: Lichter statt Flanken

Ist die Sonne untergegangen, ändert sich das Spiel. Das direkte Licht fehlt, der Himmel wird zur großen, gleichmäßig blauen Fläche, und die künstlichen Lichter gewinnen an Gewicht. Gerade dieser Kontrast zwischen kaltem Himmel und warmen Scheinwerfern macht die Blaue Stunde so reizvoll – und er existiert nur kurz: Ist der Himmel erst schwarz, verliert das Bild seine Tiefe.

Gute Motive in dieser Phase:

  • Landungen mit Scheinwerfern: Die Landescheinwerfer sind im Anflug weithin sichtbar. Mit offener Blende, hoher ISO und Mitzieher gelingen dynamische Bilder. Was die einzelnen Lichter bedeuten, erklärt Flugzeuge nachts erkennen.
  • Rollende Flugzeuge: Sie sind langsamer und erlauben längere Verschlusszeiten. Beacons und Positionslichter setzen kleine Farbpunkte.
  • Vorfeld und Terminal: Beleuchtete Gates, Fluggastbrücken und Abstellpositionen wirken in der Blauen Stunde besonders aufgeräumt. Achte darauf, welche Bereiche du fotografieren darfst – siehe Fotografieren im Terminal.
  • Lichtspuren: Vom Stativ mit mehreren Sekunden Belichtung werden startende Flugzeuge zu Lichtbändern. Prüfe vorher, ob Stative am Spot erlaubt sind.
  • Pistenbefeuerung: Anflugbefeuerung und Rollwegleuchten geben dem Bild Struktur. Hintergründe dazu im Artikel Pisten- und Rollwegbefeuerung.

Technisch wird es jetzt anspruchsvoll. Die ISO steigt, das Rauschen auch. Moderne Entrauschungswerkzeuge holen hier viel heraus, wie der Guide Rauschreduzierung mit KI-Denoise zeigt. Für alles, was nach der Blauen Stunde kommt, findest du Einstellungen und Ideen unter Flugzeuge nachts fotografieren.

Stärken der Blauen Stunde

  • braucht keine freie Sicht auf die Sonne
  • Lichtrichtung spielt kaum eine Rolle
  • starker Farbkontrast zwischen Himmel und Kunstlicht
  • ruhige, aufgeräumte Bildwirkung

Schwächen der Blauen Stunde

  • kurzes Zeitfenster
  • hohe ISO und mehr Bildrauschen
  • Kennzeichen oft schwer lesbar
  • Autofokus arbeitet unzuverlässiger

Morgens oder abends? Die Praxisfrage

Am Abend ist die Golden Hour bequemer erreichbar, und an vielen großen Flughäfen ist am späten Nachmittag und frühen Abend ordentlich Betrieb. Der Morgen hat andere Trümpfe: Die Luft ist oft ruhiger und klarer, das Flimmern geringer, und an großen Drehkreuzen landen häufig Langstreckenflüge aus Übersee in den frühen Stunden. Wie früh überhaupt Verkehr möglich ist, hängt von den Betriebszeiten des Flughafens ab – einen Überblick gibt der Artikel Nachtflugverbote an deutschen Flughäfen.

Wichtig für beide Varianten: Plane den Rückweg im Dunkeln gleich mit. Gerade an abgelegenen Zaunspots lohnt eine Stirnlampe und ein Blick in den Ratgeber Nachts oder allein spotten.

Deine Abendsession Schritt für Schritt

1. Spot nach Lichtrichtung wählen

Prüfe, aus welcher Himmelsrichtung die Sonne zur Golden Hour kommt, und such einen öffentlichen Spot, an dem sie in deinem Rücken oder leicht seitlich steht.

2. Wetter und Wind prüfen

Wolkenbänder am Horizont können das goldene Licht kappen. Der Wind entscheidet über die Betriebsrichtung – und damit, welche Bahn in deinem Zeitfenster genutzt wird.

3. Flugplan abgleichen

Such die Bewegungen heraus, die in die Stunde vor Sonnenuntergang fallen. Ein interessanter Typ oder eine Sonderlackierung im richtigen Licht ist das Ziel des Abends.

4. Früh genug ankommen

Sei mindestens eine halbe Stunde vor Beginn der Golden Hour am Spot. So kannst du Belichtung und Weißabgleich an den ersten Flugzeugen testen.

5. Einstellungen mitziehen

Kontrolliere alle paar Minuten Histogramm und ISO. Das Licht verändert sich jetzt schneller als zu jeder anderen Tageszeit.

6. Für die Blaue Stunde umbauen

Nach Sonnenuntergang nicht einpacken: Blende öffnen, ISO hoch, Motivwahl auf Lichter und rollende Flugzeuge umstellen.

Häufige Fehler im Abendlicht

  • Zu spät kommen. Die schönsten Minuten liegen oft kurz vor dem Untergang – wer erst dann den Spot sucht, verpasst sie.
  • Auto-Weißabgleich laufen lassen. Das Ergebnis wirkt überraschend neutral und flach.
  • Verschlusszeit zu früh verlängern. Bei sinkendem Licht erst die ISO anheben, dann die Blende öffnen, erst zuletzt die Zeit.
  • Nur auf die Sonne schauen. Der Himmel gegenüber der Sonne färbt sich oft rosa oder violett – ein starker Hintergrund für Flugzeuge in Seitenansicht.
  • In die Sonne zielen. Ein Teleobjektiv direkt auf die Sonne gerichtet kann Augen und Sensor schädigen. Gegenlicht nur mit der Sonne knapp außerhalb des Bildes oder hinter dem Flugzeug.
  • Kontraste in der Bearbeitung übertreiben. Das Licht ist schon dramatisch genug. Wie du Schatten behutsam aufhellst, zeigt Schatten und Rumpfunterseite aufhellen.

Bist du bereit für die Golden Hour?

Hak ab, was du vor dem Losfahren geklärt hast.

  • Ich kenne die Uhrzeit des Sonnenuntergangs an meinem Spot.
  • Ich weiß, aus welcher Richtung die Sonne dann kommt.
  • Ich habe Wetter und Betriebsrichtung für den Abend geprüft.
  • Mein Weißabgleich steht fest oder ich fotografiere in RAW.
  • Auto-ISO ist mit einer sinnvollen Obergrenze eingestellt.
  • Für die Blaue Stunde und den Rückweg habe ich Licht dabei.

Deine schönsten Abendbilder teilen

Poste deine Golden-Hour-Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot, sammle sie in deinem Hangar und hol dir Likes und Kommentare aus der Community – vielleicht wird dein Abendlicht-Shot sogar Foto der Woche. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Golden Hour und Blaue Stunde sind keine Uhrzeiten, sondern Lichtzustände, die von Sonnenhöhe, Jahreszeit und Wetter abhängen. Am Flughafen spielen sie ihre Stärken besonders aus: Flache Sonne hellt die Rumpfunterseite auf, modelliert die Flanken und reduziert das Flimmern; die Blaue Stunde macht aus Scheinwerfern und Terminals eigene Motive. Wer Lichtrichtung, Betriebsrichtung und Flugplan zusammendenkt und die Kamera rechtzeitig auf festen Weißabgleich und Auto-ISO umstellt, nimmt aus einer einzigen Abendsession oft mehr Lieblingsbilder mit als aus einem ganzen Mittag.

Kurzfazit

Plane nach Sonnenhöhe und Lichtrichtung, sei früh am Spot, halte die Verschlusszeit kurz und den Weißabgleich fest – und pack nach Sonnenuntergang nicht ein. Die Blaue Stunde liefert ein ganz anderes, aber ebenso lohnendes Kapitel.

Zusammenfassung

  • Die Golden Hour liegt kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang. Weil das Licht dann einen langen Weg durch die Atmosphäre nimmt, ist es wärmer, weicher und kontrastärmer als mittags.
  • Die Blaue Stunde folgt am Abend auf den Sonnenuntergang und geht am Morgen dem Sonnenaufgang voraus. In Deutschland dauert sie grob 25 bis gut 50 Minuten – am kürzesten im Frühjahr und Herbst, am längsten im Hochsommer.
  • Für Flugzeuge in Bewegung brauchst du auch im schwindenden Licht kurze Verschlusszeiten. Auto-ISO mit Obergrenze und eine offene Blende halten dich länger im Spiel.
  • Die beste Session beginnt mit Planung: Pistenachse, Seite des Spots, Betriebsrichtung und Flugplan müssen zur Uhrzeit des tiefen Lichts passen.

Häufige Fragen

Wann ist die Golden Hour für Flugzeugfotos?

Kurz nach Sonnenaufgang und in der Zeit vor Sonnenuntergang, solange die Sonne nur wenige Grad über dem Horizont steht. Eine offizielle Definition gibt es nicht; verbreitet ist der Bereich von etwa 4 Grad unter bis 6 Grad über dem Horizont. Wie lange das dauert, hängt von Breitengrad und Jahreszeit ab – in Deutschland bleibt die Sonne im Winter ohnehin den ganzen Tag recht flach.

Was ist die Blaue Stunde?

Die Phase der Dämmerung, in der der Himmel tiefblau leuchtet. Sie ist ebenfalls nicht offiziell definiert und wird meist dem Bereich zugeordnet, in dem die Sonne etwa 4 bis 8 Grad unter dem Horizont steht. In Mitteleuropa dauert sie grob 30 Minuten um die Tagundnachtgleichen und bis zu etwa 50 Minuten um die Sommersonnenwende; die genauen Grenzen ziehen Quellen unterschiedlich.

Welche Verschlusszeit brauche ich in der Golden Hour?

Für startende oder landende Jets ohne Mitzieher bleibt die Faustregel bei 1/1000 Sekunde oder kürzer, damit nichts verwackelt. Bei Propellermaschinen bewusst länger belichten, damit die Blätter nicht eingefroren wirken. Wenn das Licht schwindet, hebst du zuerst die ISO an, bevor du die Verschlusszeit verlängerst.

Warum sehen meine Abendfotos zu neutral aus?

Meist ist der automatische Weißabgleich schuld. Er versucht, das warme Licht auszugleichen, und nimmt dem Bild damit genau die Stimmung, für die du gekommen bist. Stell den Weißabgleich fest auf Tageslicht oder fotografiere in RAW und korrigiere später gezielt.

Kann ich in der Blauen Stunde noch fliegende Flugzeuge fotografieren?

Ja, aber es wird schnell anspruchsvoll. Mit offener Blende, hoher ISO und Mitzieher gelingen Landungen mit eingeschalteten Scheinwerfern. Einfacher sind rollende oder stehende Flugzeuge und Langzeitbelichtungen vom Stativ, bei denen die Lichter zu Streifen werden – sofern Stative am Spot erlaubt sind.

Ist Morgen- oder Abendlicht besser?

Das entscheidet die Lage des Spots zur Piste. Morgens kommt die Sonne aus östlichen, abends aus westlichen Richtungen. Steht sie dabei hinter dir, bekommst du ausgeleuchtete Flanken. Morgens ist die Luft oft ruhiger und klarer, abends lockt dafür meist mehr Verkehr und angenehmere Uhrzeit.

PT

Planetrack Redaktion

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