Das Wichtigste in Kürze
- Aus einem Fehlschlag geboren: Die Lancaster entstand aus der zweimotorigen Avro Manchester, deren Motoren unzuverlässig waren – mit vier Merlins und größerem Flügel wurde daraus der wichtigste Bomber der RAF.
- 7.377 Exemplare in Großbritannien und Kanada: Neben Avro bauten mehrere Lizenzfirmen die Lancaster, darunter Victory Aircraft in Ontario.
- Doppelleitwerk, vier Merlins, drei Türme: Diese Kombination reicht, um die Lancaster von B-17, Halifax und späteren Avro-Typen zu unterscheiden.
- Nur zwei fliegen noch: PA474 der Battle of Britain Memorial Flight in RAF Coningsby und FM213 des Canadian Warplane Heritage Museum in Hamilton.
- Mehr Lancaster-Erlebnis am Boden: NX611 „Just Jane“ in East Kirkby rollt mit laufenden Motoren über den Platz, weitere Exemplare stehen in Museen in London, Duxford, Ottawa und Canberra.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Lancaster?
- 2.Produktion: ein Bomber aus vielen Werken
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.Einsätze und bekannte Operationen
- 5.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 6.Lancaster, Halifax, B-17 oder B-29?
- 7.PA474 und die Battle of Britain Memorial Flight
- 8.FM213: die kanadische Lancaster
- 9.Lancasters am Boden: Just Jane und die Museen
- 10.Fototipps speziell für die Lancaster
- 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | A. V. Roe and Company (Avro), Werke Chadderton und Woodford bei Manchester; Lizenzfertigung u. a. bei Metropolitan-Vickers, Armstrong Whitworth, Austin Motors, Vickers-Armstrongs und Victory Aircraft in Kanada |
|---|---|
| Konstrukteur | Roy Chadwick |
| ICAO-Typcode | LANC |
| Erstflug | 9. Januar 1941, Prototyp BT308, RAF Ringway (Manchester), Pilot H. A. „Sam“ Brown |
| Indienststellung | Anfang 1942, erste Staffel war die No. 44 Squadron in RAF Waddington |
| Stückzahl | 7.377 Exemplare aller Versionen |
| Status | historisch – Ende im Bomber Command 1953, letzte RCAF-Lancaster 1964; weltweit 17 weitgehend vollständige Exemplare erhalten, davon zwei flugfähig (PA474 und FM213) |
| Bauart | Viermotoriger Ganzmetall-Mitteldecker mit Doppelleitwerk, Einziehfahrwerk mit Spornrad und langem Bombenschacht |
| Besatzung | 7 |
| Triebwerke (B.I) | 4 × Rolls-Royce Merlin XX, flüssigkeitsgekühlte V12, je rund 1.280 PS, Dreiblattpropeller |
| Länge / Spannweite | rund 21,1 m / rund 31,1 m |
| Höhe | rund 6,3 m |
| Leer- / max. Startmasse | rund 16,7 t / rund 30,8 t |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 450 km/h |
| Reichweite | rund 4.000 km (abhängig von Bombenlast) |
| Bombenlast | normal rund 6,4 t, in Sonderausführung bis rund 10 t (Grand Slam) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Reihenmotoren in schlanken Gondeln mit großen Kühlereinläufen darunter – nur die seltene B.II hatte Sternmotoren
- Doppelleitwerk mit ovalen Seitenflossen an den Enden des Höhenleitwerks
- Drei Waffentürme: Bug-, Rumpfrücken- und Heckturm, dazu die verglaste Bombenschützenkanzel unter dem Bug
- Große, stark verglaste Cockpithaube oben auf dem vorderen Rumpf
- Mitteldecker mit breitem, gerade durchlaufendem Innenflügel und zugespitzten Außenflügeln
- Hohes Fahrwerk mit großen Rädern, die in die inneren Motorgondeln einfahren, dazu ein Spornrad
Aktualisiert: Oktober 2026 – Wenn vier Merlins gleichzeitig über einen Flugplatz dröhnen, drehen sich alle um: Die Avro Lancaster ist der bekannteste britische Bomber des Zweiten Weltkriegs und für viele Warbird-Fans das Highlight einer Airshow-Saison. Weil weltweit nur noch zwei Exemplare fliegen, ist jede Sichtung etwas Besonderes. Hier erfährst du, wie die Lancaster entstand, welche Versionen es gab, woran du sie sicher erkennst und wo du die BBMF-Lancaster PA474, die kanadische FM213 und die rollfähige „Just Jane“ erleben kannst.
Die Lancaster im Hangar abhaken
Mit Planetrack hältst du deine Lancaster-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Flughafen und Spot fest und setzt die zweite flugfähige Lancaster gleich auf deine Wunschliste. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Lancaster?
Die Lancaster ist ein viermotoriger schwerer Bomber in Ganzmetallbauweise, gebaut für Nachtangriffe der Royal Air Force. Sieben Mann Besatzung saßen an Bord: Pilot, Flugingenieur, Navigator, Funker, Bombenschütze und zwei Bordschützen in den Türmen. Angetrieben wurde die Standardversion von vier Motoren aus der Merlin-Familie von Rolls-Royce – derselben Motorenfamilie, die auch in der Supermarine Spitfire und der Hawker Hurricane arbeitete.
Hersteller war Avro (A. V. Roe and Company) aus dem Großraum Manchester, die Konstruktion stammte von Chefkonstrukteur Roy Chadwick. Ihren Ursprung hat die Lancaster in einem Flugzeug, das selbst kein Erfolg war: der zweimotorigen Avro Manchester. Deren Rolls-Royce-Vulture-Motoren erwiesen sich als unzuverlässig. Chadwicks Lösung war ebenso einfach wie wirkungsvoll – ein größerer Flügel und vier bewährte Merlins statt zwei Vultures. Das Ergebnis flog als Prototyp BT308 am 9. Januar 1941 auf dem Flugplatz Ringway, dem heutigen Flughafen Manchester. Am Steuer saß Werkspilot H. A. „Sam“ Brown.
Die erste Einsatzstaffel war die No. 44 Squadron in RAF Waddington, die Anfang 1942 umrüstete. Im März 1942 flog sie die ersten Einsätze, zunächst Minenlegen, wenige Tage später den ersten Bombenangriff. Bis Kriegsende wurde die Lancaster zum Rückgrat des Bomber Command.
Produktion: ein Bomber aus vielen Werken
Avro allein hätte die geforderten Stückzahlen nie geschafft. Neben den eigenen Werken in Chadderton (Fertigung) und Woodford (Endmontage und Einflug) bauten mehrere Firmen die Lancaster in Lizenz: Metropolitan-Vickers in Manchester, Armstrong Whitworth, Austin Motors in Longbridge und Vickers-Armstrongs in Castle Bromwich und bei Chester. In Kanada entstand bei Victory Aircraft in Malton (Ontario), auf dem Gelände des heutigen Flughafens Toronto Pearson, eine eigene Serie. Insgesamt liefen 7.377 Lancasters vom Band.
Wenn du dich für die Industriegeschichte rund um Manchester interessierst: Ringway, der Ort des Erstflugs, ist heute ein großer Verkehrsflughafen. Tipps für den Besuch findest du in Planespotting in Manchester und auf der Seite zum Flughafen Manchester.
Die Versionen im Überblick
Im Vergleich zur Spitfire blieb die Lancaster äußerlich erstaunlich konstant. Die Unterschiede stecken vor allem in Motoren und Sonderausrüstung.
| Version | Motoren | Merkmal für Spotter |
|---|---|---|
| B.I | Rolls-Royce Merlin | Hauptserie, Basis von PA474 |
| B.II | Bristol Hercules (Sternmotor) | rund 300 Stück von Armstrong Whitworth, runde Motorhauben |
| B.III | Packard-Merlin aus den USA | über 3.000 Stück, äußerlich kaum von der B.I zu unterscheiden |
| B.X | Packard-Merlin | kanadische Serie von Victory Aircraft, 430 Stück, Basis von FM213 |
| B.I Special | Merlin | Umbauten für Upkeep, Tallboy und Grand Slam, teils ohne Türme |
| Nachkriegsvarianten | Merlin | Seeaufklärer, Fotoaufklärer und Rettungsflugzeuge, teils mit Radar |
Die B.II ist die einzige Version, bei der du den Unterschied sofort siehst: Statt der schlanken Reihenmotoren hatte sie vier Bristol-Hercules-Sternmotoren mit runden Hauben. Erhalten ist keine fliegende B.II. Die B.III und die kanadische B.X nutzten Merlins, die Packard in den USA in Lizenz baute. Von außen lassen sie sich kaum von einer B.I unterscheiden – hier hilft nur die Seriennummer.
Bemalung und Seriennummer trennen
Beide flugfähigen Lancasters tragen Gedenkbemalungen. FM213 erinnert an die Maschine KB726, in der Andrew Mynarski sein Victoria Cross erhielt, PA474 wechselt ihre Staffelcodes von Zeit zu Zeit. Die echte Identität verrät dir immer die Seriennummer – die Codes am Rumpf sagen etwas über die geehrte Besatzung, nicht über die Zelle.
Einsätze und bekannte Operationen
Die Lancaster flog den größten Teil der britischen Nachtangriffe gegen Ziele in Deutschland und im besetzten Europa. Für viele Menschen in Deutschland ist sie deshalb auch ein Symbol für die Bombardierung der eigenen Städte – ein Teil der Geschichte, den du beim Besuch der Gedenkstätten in Lincolnshire mitdenken solltest. Die britischen Bomberbesatzungen erlitten ihrerseits enorme Verluste.
Am bekanntesten ist die Operation Chastise in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943: 19 Lancasters der eigens aufgestellten No. 617 Squadron griffen mit der Rollbombe Upkeep Talsperren im Ruhrgebiet und im Sauerland an, darunter die Möhne- und die Edertalsperre. Daher stammt der Spitzname „Dambusters“ für die Staffel. Später trugen umgebaute Lancasters die tonnenschweren Bomben Tallboy und Grand Slam. Mit Tallboys griffen Lancasters unter anderem das Schlachtschiff Tirpitz an.
Nach dem Krieg setzte die RAF die Lancaster noch einige Jahre als Seeaufklärer, Fotoaufklärer und Rettungsflugzeug ein. Bomber Command gab sie Ende 1953 ab, die letzte RAF-Lancaster schied nach gängiger Darstellung Ende 1954 aus. Länger flog sie im Ausland: Die französische Aéronavale nutzte überholte Lancasters bis Mitte der 1960er-Jahre, auch Argentinien und Ägypten betrieben den Typ. Die kanadische Luftwaffe RCAF musterte ihre letzten Lancasters erst 1964 aus.
Lincoln und Lancastrian
Zwei direkte Ableger solltest du kennen. Die Avro Lincoln ist eine vergrößerte Lancaster mit längerem Rumpf und größerem Flügel; sie löste die Lancaster nach dem Krieg als Hauptbomber der RAF ab. Die Avro Lancastrian war eine zivile Umrüstung als Langstrecken-Verkehrsflugzeug – eine Lancastrian der British South American Airways flog im März 1946 den ersten Linienflug ab dem neuen Flughafen London Heathrow. Die nächste große Avro-Bomber-Generation war schließlich der Deltaflügler Avro Vulcan.
Kein Lancaster-Überflug ohne dich
Setz den Typ LANC oder die Seriennummer PA474 auf deine Liste – Planetrack meldet sich per Sichtungs-Alarm, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Motoren zählen und ansehen
Vier Motoren in schlanken, spitz zulaufenden Gondeln mit Kühlereinläufen darunter: Das sind Merlins. Runde, dicke Hauben deuten auf Sternmotoren hin – dann hast du eine B-17, eine B-29 oder eine der seltenen B.II vor dir, die heute nicht mehr fliegt.
Aufs Leitwerk schauen
Die Lancaster hat zwei ovale Seitenflossen an den Enden des Höhenleitwerks. Eine einzelne große Flosse schließt sie sofort aus. Bei Überflügen von schräg hinten ist das Doppelleitwerk oft das erste, was du erkennst.
Türme und Bug prüfen
Bugturm, Rückenturm hinter dem Flügel und Heckturm, dazu die verglaste Kanzel des Bombenschützen unter dem Bug und die große Cockpithaube: Diese Silhouette ist typisch.
Bei nur zwei fliegenden Exemplaren reicht am Ende ein Blick auf die Seriennummer am Rumpf. PA474 fliegt als RAF-Flugzeug mit ihrer Militärnummer, FM213 trägt zusätzlich eine kanadische Zivilregistrierung. Wie Kennzeichen und Register in Großbritannien funktionieren, erklärt Britische G-Kennzeichen.
Lancaster, Halifax, B-17 oder B-29?
Auf Airshows triffst du fliegend vor allem amerikanische Viermotorige. Der Finder hilft dir, die Lancaster sauber abzugrenzen.
Schnellbestimmung: Viermotorige Bomber der 1940er
Avro Lancaster
Doppelleitwerk mit ovalen Flossen, vier Merlins und drei Türme. Fliegend kann es nur PA474 oder FM213 sein.
Handley Page Halifax
Eckigere Flossen und ein kastenförmiger Rumpf. Eine Halifax fliegt heute nirgends – in Museen wie Elvington kannst du sie aber sehen.
Boeing B-17 Flying Fortress
Einzelne große Seitenflosse und vier Sternmotoren – der US-Gegenpart der Lancaster.
Boeing B-29 Superfortress
Deutlich größer, mit runder, durchgehend verglaster Nase und hoher Einzelflosse.
Die Boeing B-17 Flying Fortress war das amerikanische Gegenstück für Tagangriffe, die größere Boeing B-29 Superfortress flog vor allem im Pazifik. Weitere Tipps zu alten Typen findest du in Oldtimer am Himmel erkennen, und wie du vier Merlins von Sternmotoren mit den Ohren unterscheidest, steht in Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.
PA474 und die Battle of Britain Memorial Flight
Die bekannteste Lancaster der Welt ist PA474. Vickers-Armstrongs baute sie 1945 im Werk Broughton bei Chester als B.I für die geplante Bomberstreitmacht gegen Japan. Zum Kriegseinsatz kam es nicht mehr. Stattdessen flog sie ohne Türme als Fotoaufklärer bei der No. 82 Squadron in Ost- und Südafrika, später als Versuchsträger: Unter anderem testete das College of Aeronautics in Cranfield mit ihr Flügelprofile für Handley Page.
1964 übernahm die historische Abteilung der RAF die Maschine. Ab 1965 restaurierte ein Team in RAF Waddington sie Schritt für Schritt in den Kriegszustand und baute Bug- und Heckturm wieder ein. 1973 wechselte PA474 zur Battle of Britain Memorial Flight (BBMF), die seither ihren heutigen Namen trägt. Der Rückenturm kam 1975 dazu – gefunden wurde er in Argentinien. Seit 1976 ist die BBMF in RAF Coningsby in Lincolnshire stationiert, dem traditionellen „Bomber County“.
Gewartet wird die Lancaster intensiv: 1995 erhielt sie einen neuen Hauptholm, 2015 musste sie nach einem Motorbrand in Coningsby landen und flog im Oktober desselben Jahres wieder. 2021 schloss ein Betrieb in Duxford eine rund zehnmonatige Grundüberholung ab. Nach dem tödlichen Spitfire-Absturz im Mai 2024 setzte die RAF zunächst alle BBMF-Flugzeuge am Boden fest, die Lancaster kehrte im Sommer 2024 in den Flugbetrieb zurück.
Saisonprogramm immer prüfen
Ob und wo PA474 fliegt, hängt von Wartung, Inspektionen und Wetter ab. Berichten zufolge steht für 2026 eine längere Wartungsphase an. Verlass dich deshalb nicht auf Ankündigungen aus dem Vorjahr, sondern prüf das aktuelle Display-Programm der RAF kurz vor deinem Termin.
Im Sommer tourt die BBMF mit Displays und Überflügen durch Großbritannien – bei großen Shows wie dem Royal International Air Tattoo in Fairford, bei Gedenkveranstaltungen und kleinen Flugtagen. Ein besonderer Anblick ist die klassische Formation aus Lancaster, Spitfire und Hurricane. Die Startbahn in Coningsby beobachtest du von der offiziellen Viewing Area an der RAF Coningsby; vor dem Besuch lohnt ein Blick auf die Regeln in Spotten in Großbritannien.
FM213: die kanadische Lancaster
Die zweite flugfähige Lancaster steht in Kanada. FM213 ist eine B.X von Victory Aircraft aus Malton, später zum Seeaufklärer umgebaut und bei der No. 405 Squadron der RCAF im Einsatz. Das Canadian Warplane Heritage Museum in Mount Hope bei Hamilton (Ontario) restaurierte sie über viele Jahre; am 11. September 1988 flog sie erstmals wieder.
Bemalt ist FM213 als „Mynarski Memorial Lancaster“ in den Farben der KB726. In dieser Maschine versuchte Pilot Officer Andrew Mynarski 1944, einen eingeklemmten Heckschützen zu befreien, und erhielt dafür posthum das Victoria Cross. 2014 flog FM213 über den Nordatlantik nach Coningsby und war rund sechs Wochen lang bei rund 60 Displays und Veranstaltungen gemeinsam mit PA474 unterwegs – ein seltener Anblick, denn so oft treffen sich die beiden letzten fliegenden Lancasters nicht.
Das Besondere für Fans: In der FM213 kannst du mitfliegen. Das Museum hat vier Sitze in einer Reihe in der Rumpfmitte eingebaut. Wenn die Crew es in der Reiseflughöhe freigibt, darfst du dich im Rumpf bewegen, Bug und Heckturm bleiben aber tabu. Zusätzlich zum Flugplatz brauchst du eine Museumsmitgliedschaft. Termine und Bedingungen wechseln – prüf sie direkt beim Museum.
Lancasters am Boden: Just Jane und die Museen
Insgesamt sind 17 weitgehend vollständige Lancasters erhalten: acht in Kanada, vier in Großbritannien, zwei in Australien und je eine in Frankreich, Neuseeland und den USA.
East Kirkby. Im Lincolnshire Aviation Heritage Centre steht NX611 „Just Jane“ auf einem ehemaligen Bomber-Command-Flugplatz. Die Maschine ist rollfähig: Bei Rollvorführungen laufen alle vier Merlins, und als Besucher kannst du bei einer Rollfahrt mitfahren. Das Museum arbeitet daran, Just Jane wieder flugfähig zu machen. Prüf die Öffnungszeiten vorab, denn das Haus hat nicht an allen Wochentagen geöffnet.
London und Duxford. Im RAF Museum London in Hendon steht R5868, eine Lancaster mit langer Einsatzgeschichte. Im Imperial War Museum Duxford ist KB889 ausgestellt, eine kanadische B.X. Duxford lohnt sich ohnehin, denn bei den Airshows in Duxford fliegen regelmäßig Warbirds; Anreise und Standpunkte stehen beim Spot IWM Duxford.
Kanada. Neben der flugfähigen FM213 stehen kanadische Lancasters unter anderem im Canada Aviation and Space Museum in Ottawa (KB944) und im Bomber Command Museum of Canada in Nanton, wo die FM159 ebenfalls mit laufenden Motoren rollen kann.
Weitere Exemplare. In Canberra zeigt das Australian War Memorial W4783 „G for George“, in Auckland steht eine Lancaster im MOTAT, und das Musée de l’air et de l’espace in Le Bourget restauriert die NX664. Die bomberbezogene Geschichte Yorkshires zeigt das Yorkshire Air Museum in Elvington – auf einem ehemaligen Bomberflugplatz steht dort unter anderem eine Handley Page Halifax.
Bereit für deinen Lancaster-Tag?
- Ich habe im aktuellen Programm geprüft, ob die Lancaster angekündigt ist.
- Ich kenne die Display-Linie und weiß, wo die Sonne steht.
- Ich habe ein Teleobjektiv dabei, für Überflüge auch etwas Weitwinkel.
- Ich habe die Mitzieher-Technik mit längeren Belichtungszeiten geübt.
- Ich habe einen Plan B, falls die Lancaster wegen Wetter oder Technik ausfällt.
Fototipps speziell für die Lancaster
Die Lancaster fliegt bei Displays ruhig und in weiten Bögen, oft mit einer langsamen Kurve, in der sie die Oberseite zeigt. Das macht sie fotogen – wenn du ein paar Dinge beachtest.
Die Draufsicht abwarten
In der Kurve zur Crowd hin siehst du Flügel, Rückenturm und Doppelleitwerk zugleich. Genau dieses Bild ist das Ziel – halte die Serienbildfunktion bereit.
Zwölf Propellerblätter drehen lassen
Bei zu kurzer Verschlusszeit stehen alle vier Dreiblattpropeller still. Wie du die passende Zeit findest, steht in Propeller fotografieren.
Mitziehen bei Überflügen
Beim tiefen Überflug schwenkst du mit und lässt den Hintergrund verwischen. Die Technik erklärt Mitzieher-Technik.
Licht und Wetter planen
Die dunkle Tarnung schluckt viel Licht. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du vorab, wo die Sonne steht, und behältst Wetter und Wind am Flugplatz im Blick.
Allgemeine Tipps für den Tag an der Display-Linie bündelt Airshows fotografieren, Termine findest du in Airshows in Europa.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Lancaster, wenn …
- vier schlanke Reihenmotoren und ein Doppelleitwerk mit ovalen Flossen zu sehen sind
- Bug-, Rücken- und Heckturm vorhanden sind
- die Seriennummer PA474 oder FM213 lautet
- die Maschine zusammen mit Spitfire und Hurricane der BBMF auftritt
Sieh genauer hin, wenn …
- der Rumpf auffällig lang und der Flügel sehr groß wirkt – dann eher eine Lincoln (nur im Museum)
- die Maschine keine Türme und Passagierfenster hat – dann eine Lancastrian
- gegenläufige Doppelpropeller zu sehen sind – dann eine Avro Shackleton, ein späterer Seeaufklärer
Es ist keine Lancaster, wenn …
- nur eine große Seitenflosse da ist – dann B-17 oder B-29
- runde Sternmotoren sitzen – fliegende Lancasters haben immer Merlins
- nur zwei Motoren zu sehen sind – dann etwa eine Douglas Dakota oder Mosquito
- der Flügel ein großes Dreieck bildet – dann eine Avro Vulcan
Die Douglas DC-3 / Dakota fliegt bei der BBMF ebenfalls mit und wird von weitem gelegentlich mit Bombern verwechselt, die zweimotorige de Havilland Mosquito war der schnelle Partner der Lancaster im Bomber Command. Wie selten deine Sichtung im Vergleich ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein.
Fazit
Die Lancaster entstand aus einem gescheiterten Vorgänger und wurde zum wichtigsten britischen Bomber des Zweiten Weltkriegs. Heute steht sie für die Besatzungen des Bomber Command und für eine Epoche, deren Folgen auch in Deutschland bis heute sichtbar sind. Für Spotter ist sie eine der größten Raritäten überhaupt: Nur PA474 in Coningsby und FM213 in Hamilton fliegen noch, dazu kommen rollfähige Exemplare wie Just Jane und viele Museumsmaschinen. Wer einmal vier Merlins im Formationsflug mit Spitfire und Hurricane gehört hat, versteht, warum Fans für diesen Moment weite Wege auf sich nehmen.
Kurzfazit
Vier Merlins, Doppelleitwerk mit ovalen Flossen, drei Türme: Das ist die Lancaster. Fliegend kannst du nur PA474 der BBMF und FM213 in Kanada sehen, rollend Just Jane in East Kirkby. Prüf vor jeder Reise das aktuelle Programm, denn Wartung und Wetter entscheiden über jeden Auftritt.
Zusammenfassung
- Roy Chadwick entwickelte die Lancaster bei Avro in Manchester aus dem Bomber Manchester; der Prototyp BT308 flog am 9. Januar 1941 in Ringway.
- Ab 1942 trug sie den Großteil der britischen Nachtangriffe, bekannt wurde vor allem der Angriff der No. 617 Squadron auf die Talsperren im Mai 1943.
- Nach dem Krieg flog sie als Seeaufklärer, Vermessungsflugzeug und Tanker weiter, ihr direkter Nachfolger war die größere Avro Lincoln.
- Heute sind 17 weitgehend vollständige Lancasters erhalten; flugfähig sind nur PA474 in Großbritannien und FM213 in Kanada.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Lancaster?
Die Lancaster läuft unter dem Typcode LANC. Da weltweit nur zwei Exemplare fliegen, verrät dir das Kennzeichen bzw. die Militärseriennummer ohnehin sofort, welche Maschine du vor dir hast.
Wie viele Lancasters fliegen noch?
Nur zwei: die PA474 der Battle of Britain Memorial Flight in RAF Coningsby (Lincolnshire) und die FM213 des Canadian Warplane Heritage Museum in Hamilton, Ontario. Insgesamt sind 17 weitgehend vollständige Lancasters erhalten, die meisten davon in Kanada.
Woran erkenne ich eine Lancaster am schnellsten?
An der Kombination aus vier Reihenmotoren und dem Doppelleitwerk mit ovalen Seitenflossen. Die B-17 hat nur eine große Seitenflosse und Sternmotoren, die Halifax eckigere Flossen und einen kastenförmigen Rumpf.
Kann ich in einer Lancaster mitfliegen?
In Kanada ja: Das Canadian Warplane Heritage Museum in Hamilton bietet Mitflüge in der FM213 an. Dafür brauchst du zusätzlich zum Platz eine Museumsmitgliedschaft. In Großbritannien gibt es keine Lancaster-Rundflüge, aber in East Kirkby kannst du in „Just Jane“ bei einer Rollfahrt mitfahren.
Was ist der Unterschied zwischen Lancaster und Lincoln?
Die Avro Lincoln ist eine vergrößerte Weiterentwicklung mit längerem Rumpf und größerer Spannweite. Sie löste die Lancaster nach dem Krieg als Hauptbomber der RAF ab. Flugfähige Lincolns gibt es heute nicht.
Was war die Lancaster B.I Special?
So hießen die umgebauten Lancasters für besonders große Bomben. Die No. 617 Squadron flog Maschinen mit der Rollbombe Upkeep gegen die Talsperren, später trugen modifizierte Lancasters die schweren Bomben Tallboy und Grand Slam, dafür fielen Türme und Bombenklappen teilweise weg.
Avro Lancaster sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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