Das Wichtigste in Kürze
- Das Arbeitstier der Luftschlacht um England: Nach Zahlen von Fighter Command gingen 55 Prozent der deutschen Verluste von 1940 auf Hurricanes zurück.
- Brücke zwischen zwei Epochen: Die Hurricane war der erste Eindecker-Jäger der RAF, ihr Rumpf folgte aber noch der Stahlrohr-und-Stoff-Bauweise der Doppeldecker.
- Viele Versionen: Vom Mk I über die kanonenbewehrte Mk IIC und den „Hurribomber“ bis zur Sea Hurricane und kanadischen Mk XII.
- Flugfähig ist sie selten: Nur eine kleine Zahl fliegt noch, die meisten davon in Großbritannien.
- Duxford, Old Warden und Coningsby sind die besten Adressen, um eine Hurricane in der Luft zu erleben.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Hawker Hurricane?
- 2.Die Hurricane in der Luftschlacht um England
- 3.Von Mk I bis Sea Hurricane: die Versionen
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Hurricane, Spitfire oder Bf 109?
- 6.Flugfähige Hurricanes heute
- 7.Fototipps speziell für die Hurricane
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Hawker Aircraft, Kingston upon Thames; Lizenz- und Partnerfertigung unter anderem bei Gloster, Austin und Canadian Car and Foundry (Kanada) |
|---|---|
| Konstrukteur | Sydney Camm |
| Erstflug | 6. November 1935 (Prototyp K5083, Pilot George Bulman) |
| Indienststellung | Dezember 1937 bei der No. 111 Squadron der RAF in Northolt |
| Stückzahl | je nach Quelle rund 14.500 (Großbritannien und Kanada, einschließlich Sea Hurricane) |
| Status | historisch – militärisch längst ausgemustert, weltweit nur noch eine kleine Zahl flugfähiger Exemplare |
| Bauart | Einsitziger Tiefdecker mit geschlossener Kabine, Stahlrohr-Rumpfgerüst mit Holz-/Stoffverkleidung im hinteren Rumpf, Einziehfahrwerk mit breiter Spur und Spornrad |
| Triebwerk (Mk IIC) | 1 × Rolls-Royce Merlin XX, flüssigkeitsgekühlter V12, rund 1.185 hp (gut 1.200 PS) in großer Höhe |
| Länge (Mk IIC) | rund 9,8 m |
| Spannweite (Mk IIC) | rund 12,2 m |
| Höhe (Mk IIC) | rund 4,0 m |
| Leer- / max. Startmasse (Mk IIC) | rund 2,6 t / rund 3,95 t |
| Höchstgeschwindigkeit (Mk IIC) | rund 550 km/h in etwa 6.400 m Höhe |
| Bewaffnung (Mk IIC) | vier 20-mm-Hispano-Kanonen, dazu wahlweise zwei Bomben |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Buckelrücken: Die Kabine sitzt hoch auf dem Rumpf, dahinter fällt der Rücken in einer markanten Linie zum Leitwerk ab
- Dicker, gerader Flügel mit abgerundeten Spitzen – deutlich kräftiger als der dünne, elliptische Flügel der Spitfire
- Breites Fahrwerk, das nach innen einfährt; die Räder stehen weit auseinander, die Maschine wirkt am Boden sehr stabil
- Kühler unter dem Rumpf zwischen den Flügelwurzeln, mit hinten angeschlagener Klappe
- Großes, rundliches Seitenleitwerk und ein langer Rumpf – die Hurricane wirkt neben Spitfire und Bf 109 wuchtig
- Mk IIC: vier Kanonenrohre ragen deutlich aus den Flügelvorderkanten; Sea Hurricane: Fanghaken unter dem Heck
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Buckel hinter der Kabine, ein dicker Flügel und ein Fahrwerk, das so breit steht, dass die Maschine am Boden fast gemütlich wirkt: Die Hawker Hurricane ist der Jäger, der 1940 in der Luftschlacht um England die meisten Abschüsse der RAF erzielte – und der trotzdem fast immer im Schatten der berühmteren Spitfire steht. Für Warbird-Fans ist sie heute eine besondere Sichtung, denn nur wenige Exemplare fliegen noch. Hier erfährst du, wie die Hurricane entstand, welche Versionen es gibt, woran du sie sicher erkennst und wo du flugfähige Maschinen vor die Linse bekommst.
Hurricane im Hangar abhaken
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Was ist die Hawker Hurricane?
Die Hurricane ist ein einsitziger, einmotoriger Jäger mit geschlossener Kabine und Einziehfahrwerk. Entworfen wurde sie Mitte der 1930er-Jahre bei Hawker Aircraft in Kingston upon Thames unter Chefkonstrukteur Sydney Camm. Hawker hatte sich mit Doppeldeckern wie Hart, Hind und Fury einen Namen gemacht, und die Hurricane übernahm von diesen Typen viel bewährte Technik – vor allem den Rumpf aus einem verschraubten Stahlrohrgerüst, das im hinteren Teil mit Holzspanten und Stoff verkleidet ist. Neu waren dagegen der freitragende Eindeckerflügel, die geschlossene Kabine, das Einziehfahrwerk und der Rolls-Royce Merlin als Antrieb.
Der Prototyp mit der Kennung K5083 flog am 6. November 1935, am Steuer saß Hawkers Testpilot George Bulman. Montiert worden war die Maschine in Brooklands in Surrey, wo heute das Brooklands Museum an die Luftfahrtgeschichte des Ortes erinnert. Im Dezember 1937 erhielt die No. 111 Squadron in Northolt die ersten Serienmaschinen. Damit war die Hurricane der erste Eindecker-Jäger der Royal Air Force – und sie war in Serie, bevor die Spitfire in großer Zahl bereitstand.
Insgesamt entstanden je nach Quelle rund 14.500 Hurricanes. Den Löwenanteil baute Hawker selbst, dazu kamen Gloster, Austin und in Kanada die Canadian Car and Foundry mit rund 1.450 Exemplaren.
Die Hurricane in der Luftschlacht um England
Im Sommer und Herbst 1940 trug die Hurricane die Hauptlast der britischen Luftverteidigung. Fighter Command verfügte über deutlich mehr Hurricane- als Spitfire-Staffeln. Nach den Zahlen von Fighter Command gingen 55 Prozent der 2.739 gezählten deutschen Verluste auf das Konto von Hurricane-Piloten, 42 Prozent auf Spitfires. Solche Abschusszahlen sind in der Forschung immer mit Vorsicht zu lesen, das Verhältnis zeigt aber deutlich, welche Rolle die Hurricane spielte.
Die Arbeitsteilung, die sich oft beschrieben findet: Die schnelleren Spitfires sollten nach Möglichkeit die Begleitjäger binden, die Hurricanes gingen auf die Bomberverbände los. Ihr Gegner war vor allem die Messerschmitt Bf 109. Gegen die 109 war die Hurricane in Geschwindigkeit und Steigleistung unterlegen, sie war aber wendig, eine stabile Waffenplattform und – ein großer Vorteil – leicht zu reparieren. Ein Treffer im stoffbespannten Rumpf ließ sich oft mit Bordmitteln flicken, während beschädigte Ganzmetallzellen in die Werkstatt mussten.
Die Hurricane flog auch in vielen anderen Ländern und auf vielen Kriegsschauplätzen: in Frankreich, Nordafrika, auf Malta, in Burma und Indien. Unter Leih- und Pachtbedingungen gingen fast 3.000 Hurricanes an die Sowjetunion, dazu kamen Exporte, etwa vor dem Krieg nach Belgien und Jugoslawien und Anfang 1940 nach Finnland.
Die Spitfire bekam den Ruhm
Ein Spruch unter britischen Luftfahrthistorikern lautet sinngemäß: Die Spitfire gewann die Herzen, die Hurricane die Schlacht. Wer heute auf einer Airshow beide nebeneinander sieht, erlebt genau dieses Paar – und viele Fans fotografieren die Hurricane inzwischen gezielt, weil sie seltener zu sehen ist.
Von Mk I bis Sea Hurricane: die Versionen
Die Hurricane wurde während des Krieges vom reinen Jäger zum vielseitigen Jagdbomber weiterentwickelt. Für Spotter sind vor allem die Unterschiede bei Bewaffnung und Propeller interessant.
| Version | Motor | Besonderheit |
|---|---|---|
| Mk I | Merlin II / III | erste Serie mit acht Maschinengewehren; frühe Exemplare mit stoffbespanntem Flügel und Zweiblatt-Holzpropeller |
| Mk IIA | Merlin XX | stärkerer Motor, sonst weitgehend wie Mk I |
| Mk IIB | Merlin XX | zwölf Maschinengewehre, Bombenträger |
| Mk IIC | Merlin XX | vier 20-mm-Kanonen – die meistgebaute Version |
| Mk IID | Merlin XX | zwei 40-mm-Kanonen in Behältern unter den Flügeln, Panzerjäger |
| Mk IV | Merlin | „Universalflügel“ für Bomben, Raketen oder Kanonen |
| Sea Hurricane | Merlin | Marineversion, teils per Katapult von Handelsschiffen gestartet, teils mit Fanghaken |
| Mk X–XII | Merlin (Packard-Lizenz) | kanadische Fertigung bei Canadian Car and Foundry |
Die frühen Mk I flogen anfangs mit einem Zweiblatt-Holzpropeller und Flügeln mit Stoffbespannung. Schon vor Beginn der Luftschlacht um England kamen Metallflügel und ein Dreiblatt-Verstellpropeller dazu. Mit der Mk II und dem stärkeren Merlin XX begann die Karriere als „Hurribomber“: Die Mk IIC mit vier Kanonen ist die meistgebaute Version und auch die, die du heute am häufigsten in der Luft siehst.
Eine Kuriosität ist die Sea Hurricane IA. Sie wurde von bewaffneten Handelsschiffen per Katapult gestartet, um Geleitzüge vor Fernaufklärern zu schützen. Eine Landung an Bord war nicht vorgesehen – der Pilot musste nach dem Einsatz an Land fliegen oder neben dem Konvoi notwassern. Spätere Sea Hurricanes erhielten einen Fanghaken für Flugzeugträger.
An den Flügeln die Version erkennen
Vier lange Kanonenrohre an den Flügelvorderkanten: Mk IIC. Glatte Vorderkanten mit kleinen Mündungsöffnungen: Mk I, IIA oder IIB mit Maschinengewehren. Große Kanonenbehälter unter den Flügeln: Mk IID. Ein Haken unter dem Heck verrät die Sea Hurricane.
Keine Hurricane mehr verpassen
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Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Profil ansehen
Die Kabine sitzt hoch, dahinter fällt der Rücken in einer langen Linie zum Leitwerk ab. Dieser Buckelrücken ist das schnellste Hurricane-Merkmal – auch auf große Entfernung.
Flügel prüfen
Der Flügel ist dick, gerade und hat abgerundete Spitzen. Ein dünner, elliptisch geschwungener Flügel heißt dagegen Spitfire.
Fahrwerk beobachten
Die Hauptfahrwerksbeine stehen weit auseinander und fahren nach innen ein. Bei Spitfire und Bf 109 ist die Spur schmal, beim Rollen sieht man den Unterschied sofort.
Die letzte Sicherheit liefert das Kennzeichen. Flugfähige Hurricanes tragen meist ein ziviles Kennzeichen, oft aus dem britischen G-Register, sind aber in historischen Markierungen lackiert – etwa „P3717“ oder „Z7015“. Welche Infos du im britischen Register findest, erklärt Britische G-Kennzeichen. Die Maschinen des Battle of Britain Memorial Flight sind dagegen RAF-Flugzeuge und fliegen mit ihrer militärischen Seriennummer.
Bemalung ist nicht gleich Geschichte
Warbirds tragen oft die Markierungen einer berühmten Maschine oder eines bekannten Piloten. Ein Hurricane-Anstrich mit Staffelcode aus der Luftschlacht um England bedeutet nicht, dass genau diese Zelle 1940 im Einsatz war. Die Lebensgeschichte klärst du über Kennzeichen und Werknummer.
Hurricane, Spitfire oder Bf 109?
Auf Warbird-Shows stehen die Jäger der Luftschlacht um England oft dicht nebeneinander. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Jäger von 1940
Hawker Hurricane
Buckelrücken, dicker Flügel und breites Fahrwerk: Das ist die Hurricane. Kanonen an den Flügelvorderkanten verraten eine Mk IIC.
Supermarine Spitfire
Der elliptische Flügel ist das Spitfire-Merkmal schlechthin. Dazu kommen der schlanke Rumpf und die schmale Spur.
Messerschmitt Bf 109 oder Buchón
Schmale Nase, eckige Haube und Fahrwerk mit schmaler Spur: der damalige Gegner. Ein Kinn-Lufteinlauf deutet auf einen spanischen Buchón.
North American P-51 Mustang
Der Bauchkühler unter dem Rumpf schließt die Hurricane sofort aus. Bei der D-Version kommt die Blasenhaube dazu.
Die Supermarine Spitfire ist der natürliche Partner der Hurricane und klingt mit dem Merlin ganz ähnlich – den Unterschied machen Flügel und Fahrwerk. Die North American P-51 Mustang fliegt auf vielen britischen Shows mit und ist am Bauchkühler leicht auszuschließen. Wer den Blick für alte Typen weiter schärfen will, findet Hilfe in Oldtimer am Himmel erkennen, Tipps zum Merlin-Klang gibt Flugzeugtypen am Geräusch erkennen. Den Motorenhersteller stellt die Seite zu Rolls-Royce vor.
Flugfähige Hurricanes heute
Übersichten zählen mit Stand der letzten Jahre rund anderthalb Dutzend flugfähige Hurricanes und Sea Hurricanes weltweit. Die Zahl ist nicht fix: Maschinen wechseln den Besitzer, gehen in die Restaurierung oder fallen nach Schäden aus. Die folgenden Schwerpunkte haben Stand Oktober 2026 – prüf vor einem Besuch immer das aktuelle Programm.
Battle of Britain Memorial Flight, RAF Coningsby. Die Royal Air Force hält mit dem BBMF zwei Hurricanes Mk IIC in der Luft. Die LF363 flog erstmals im Januar 1944 und gehört seit 1957 zum Flight; nach einem Absturz 1991 wurde sie über mehrere Jahre neu aufgebaut. Die PZ865 ist die letzte gebaute Hurricane: Sie verließ im Juli 1944 die Fertigung und kam 1972 zum BBMF. Die Maschinen sind in Coningsby in Lincolnshire stationiert, wo ein Besucherzentrum Führungen anbietet. Von außen beobachtest du den Flugbetrieb an der Viewing Area der RAF Coningsby. Nach einem tödlichen Spitfire-Absturz im Mai 2024 stand der Flugbetrieb des BBMF vorübergehend still; aktuelle Auftritte findest du im Display-Kalender der RAF.
Duxford. Auf dem Flugplatz des Imperial War Museum Duxford sind mehrere private Hurricanes zu Hause, darunter Maschinen der Aircraft Restoration Company und der Historic Aircraft Collection, darunter auch ein zweisitziger Umbau. Bei den Airshows in Duxford stehen Hurricanes regelmäßig im Programm, oft im Formationsflug mit Spitfires. Den Standort für Spotter beschreibt der Spot IWM Duxford. Statisch zeigt das Museum zusätzlich eine weitere Hurricane.
Old Warden. Die Shuttleworth Collection betreut die Sea Hurricane Z7015 (Kennzeichen G-BKTH), eine 1941 zur Sea Hurricane umgebaute Maschine. Außerdem ist dort die privat betriebene R4118 (G-HUPW) untergebracht, eine Hurricane Mk I, die 1940 tatsächlich in der Luftschlacht um England flog und nach Jahrzehnten in Indien in Großbritannien restauriert wurde. Wie du die Flugtage auf dem Grasplatz am besten erlebst, steht beim Spot Shuttleworth Collection in Old Warden.
Weitere Länder. Einzelne flugfähige Hurricanes – meist kanadische Mk XII – stehen in Kanada, den USA und Australien, in Frankreich fliegt eine Hurricane Mk IIA. Welche Shows in Europa Warbirds bieten, sammelt Airshows in Europa. Auch beim Royal International Air Tattoo in Fairford tritt der BBMF häufig auf.
Teilnahme vorher prüfen
Eine Hurricane ist selten, wetterempfindlich und teuer im Betrieb. Ob sie auf einer Show wirklich fliegt, entscheidet sich oft kurzfristig. Verlass dich auf das aktuelle Programm, nicht auf alte Listen.
Hurricanes im Museum
Sicherer planbar sind statische Exemplare. Laut gängigen Übersichten zeigen unter anderem diese Häuser eine Hurricane:
- das RAF Museum in London-Hendon mit einer Mk I in den Farben der No. 607 Squadron
- das RAF Museum Cosford mit einer späten Mk IIC (Spot-Infos)
- das Brooklands Museum in Surrey, wo die Geschichte der Hurricane begann
- das Königliche Armeemuseum in Brüssel als nächstgelegene Adresse für Spotter aus Deutschland
Prüf vor dem Besuch, ob das Exponat aktuell ausgestellt ist – Sammlungen werden umgebaut und Maschinen ausgeliehen. Wie selten eine Hurricane in deiner Sammlung ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein. Und wer bei einer Restaurierung mit anpacken will, findet Ideen in Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.
Bereit für deinen Hurricane-Tag?
- Ich habe im Programm geprüft, ob eine Hurricane angekündigt ist.
- Ich kenne die Display-Linie und weiß, wo die Sonne steht.
- Ich habe ein Teleobjektiv mit mindestens 300 mm dabei.
- Ich habe die Mitzieher-Technik mit längeren Belichtungszeiten geübt.
- Ich habe Regenschutz, Gehörschutz und genug Speicherplatz eingepackt.
Fototipps speziell für die Hurricane
Die Hurricane ist größer, als viele erwarten, fliegt aber auf Airshows oft in Formation mit Spitfires – dann zählt der richtige Moment.
Propeller drehen lassen
Mit zu kurzer Verschlusszeit friert der Dreiblattpropeller ein und die Maschine wirkt wie ein Modell. Die passende Zeit findest du mit Propeller fotografieren.
Mitziehen üben
Bei Vorbeiflügen schwenkst du mit und hältst die Maschine scharf, während der Hintergrund verwischt. Wie das klappt, erklärt Mitzieher-Technik.
Draufsicht abwarten
Wenn die Hurricane im Bogen kippt, zeigt sie den dicken Flügel und die Kokarden von oben. Plane deinen Standort mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack, damit die Tarnfarben im Seitenlicht wirken.
Details am Boden
Kanonenrohre, Stoffbespannung, Auspuffstutzen und Staffelcodes sind das, was Kenner später auf deinem Foto suchen. Ein Detailbild im Static-Bereich ergänzt jede Flugaufnahme.
Allgemeine Tipps für den Tag an der Display-Linie bündelt Airshows fotografieren. Auf britischen Shows siehst du die Hurricane außerdem oft gemeinsam mit der Avro Lancaster des BBMF – eines der bekanntesten Formationsbilder überhaupt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Hurricane, wenn …
- hinter der hoch sitzenden Kabine ein deutlicher Buckel zu sehen ist
- der Flügel dick und gerade ist
- das Fahrwerk breit steht und nach innen einfährt
- der Kühler unter dem Rumpf zwischen den Flügelwurzeln sitzt
Sieh genauer hin, wenn …
- ein Fanghaken unter dem Heck hängt – dann eine Sea Hurricane
- hinter dem Piloten ein zweiter Sitz liegt – dann ein Zweisitzer-Umbau
- das Kennzeichen aus Kanada oder den USA stammt – dann oft eine kanadische Mk XII
Es ist keine Hurricane, wenn …
- der Flügel elliptisch geschwungen ist – dann eine Spitfire
- vorn ein runder Sternmotor sitzt – dann etwa eine T-6 Texan / Harvard
- die Maschine einen Pfeilflügel und ein Strahltriebwerk hat – dann vielleicht die Hawker Hunter
Die North American T-6 Texan, in Großbritannien als Harvard bekannt, trägt auf Shows oft RAF-Farben, der Sternmotor verrät sie aber sofort. Die Hawker-Linie lässt sich über die Jahrzehnte gut verfolgen: Auf die Hurricane folgten später der Strahljäger Hawker Hunter und der Senkrechtstarter Harrier. Hawker selbst ging in Hawker Siddeley auf, die britische Flugzeugindustrie bündelt sich heute bei BAE Systems.
Fazit
Die Hurricane verbindet zwei Epochen: Sie war der erste Eindecker-Jäger der RAF, trug aber noch das Stahlrohr-und-Stoff-Erbe der Doppeldecker in sich. Gerade diese robuste Bauweise machte sie 1940 so wertvoll. Heute steht sie zu Unrecht im Schatten der Spitfire – und weil nur wenige Exemplare fliegen, ist eine Hurricane in der Luft eine Sichtung, die in jedem Hangar heraussticht.
Kurzfazit
Buckelrücken, dicker gerader Flügel, breites Fahrwerk und Kühler unter dem Rumpf: Das ist die Hurricane. Kanonenrohre verraten die Mk IIC, ein Fanghaken die Sea Hurricane. Fliegend triffst du sie vor allem in Coningsby, Duxford und Old Warden, statisch unter anderem in Hendon, Cosford und Brüssel.
Zusammenfassung
- Sydney Camm entwarf die Hurricane bei Hawker als Weiterentwicklung der Doppeldecker-Jäger der Firma; der Prototyp flog am 6. November 1935, ab Dezember 1937 flog sie bei der RAF.
- Im Sommer 1940 stellte sie die Mehrheit der Jagdstaffeln von Fighter Command und trug damit den größten Anteil an der Abwehr der deutschen Angriffe.
- Später diente sie als Jagdbomber, Panzerjäger, Nachtjäger und auf Schiffen als Sea Hurricane; in großer Zahl ging sie außerdem an die Sowjetunion.
- Heute fliegen nur wenige Hurricanes, darunter die beiden Maschinen des Battle of Britain Memorial Flight und mehrere Exemplare in Duxford und Old Warden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Hurricane und Spitfire?
Die Hurricane ist robuster und einfacher gebaut, mit dickem Flügel, Stoffbespannung am hinteren Rumpf und breitem Fahrwerk. Die Spitfire ist eine Ganzmetall-Konstruktion mit dünnem, elliptischem Flügel und schmaler Spur. 1940 war die Spitfire schneller, die Hurricane war dafür in größerer Zahl verfügbar und ließ sich leichter reparieren.
Wie viele Hurricanes wurden gebaut?
Die Angaben schwanken leicht, gängig sind rund 14.500 Exemplare aus britischer und kanadischer Fertigung, die Sea Hurricane eingeschlossen. Den Großteil baute Hawker selbst, dazu kamen Gloster, Austin und Canadian Car and Foundry.
Welche Hurricane ist die letzte gebaute?
Die PZ865, eine Mk IIC, verließ im Sommer 1944 die Fertigung. Hawker behielt sie zunächst als Firmenflugzeug, seit 1972 gehört sie zum Battle of Britain Memorial Flight der RAF und fliegt bis heute.
Wie viele Hurricanes fliegen noch?
Eine verbindliche Zahl gibt es nicht. Übersichten nennen mit Stand der letzten Jahre rund anderthalb Dutzend flugfähige Hurricanes und Sea Hurricanes weltweit, die meisten davon in Großbritannien, einzelne in Kanada, den USA, Frankreich und Australien. Maschinen gehen aber immer wieder in Restaurierung oder fallen nach Schäden aus.
Gibt es einen ICAO-Typcode für die Hurricane?
Einen ICAO-Typcode für die Hurricane können wir nicht verlässlich belegen, daher nennen wir hier keinen. Zuverlässiger ist bei Warbirds ohnehin das Kennzeichen, etwa das britische G-Register, über das du die Maschine eindeutig zuordnest.
Wo sehe ich eine Hurricane in Deutschland?
Fest stationierte flugfähige oder ausgestellte Hurricanes sind in Deutschland rar. Die sicherste Wahl ist ein Abstecher nach Großbritannien, etwa nach Duxford, Old Warden oder zum RAF Museum in London. In Belgien zeigt das Königliche Armeemuseum in Brüssel eine Hurricane.
Hawker Hurricane sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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