Shuttleworth Collection

In Old Warden stehen die Flugzeuge nicht nur in der Halle: Die Shuttleworth Collection hält Maschinen von 1909 bis in die 1950er-Jahre flugfähig – darunter einige der ältesten fliegenden Flugzeuge der Welt. Der Guide zu Sammlung, Graspiste, Airshows und Fotoplanung.

Auch bekannt als: Shuttleworth · Shuttleworth Collection Old Warden · Old Warden Aerodrome (ICAO EGTH) · The Shuttleworth Trust

GroßbritannienGroßbritannienLuftfahrtmuseenseit 192813 Min. Lesezeit

1909

Baujahr der Blériot XI G-AANG

EGTH

ICAO-Code des Flugplatzes

7

Airshows pro Saison

1963

Öffnung für Besucher

Das Wichtigste in Kürze

  • Shuttleworth ist eine fliegende Sammlung: Fast alle Flugzeuge in Old Warden sind flugfähig, von der Blériot XI aus dem Jahr 1909 bis zu Mustern der 1950er-Jahre.
  • Gegründet von einem Flieger und Rennfahrer: Richard Shuttleworth begann 1928 zu sammeln; nach seinem Tod 1940 machte seine Mutter daraus eine Stiftung.
  • Die Airshows sind der Kern: sieben Flugtage pro Saison, für 2027 vom Season Premiere im Mai bis zum Season Finale im September, dazu die abendliche Flying Proms.
  • Wetter entscheidet alles: Welche Maschine fliegt, hängt laut Trust von Wetter und Zustand ab – bei den Edwardian-Typen gilt das ganz besonders.
  • Graspiste statt Beton: Der Flugplatz Old Warden (EGTH) ist klein, die Flugzeuge fliegen langsam und niedrig – ideal für Mitzieher mit kurzen Verschlusszeiten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Ein Sammler, ein Anwesen, eine Stiftung
  8. 8.Old Warden: ein Flugplatz aus Gras
  9. 9.Die Sammlung: von 1909 bis in die Fünfziger
  10. 10.Die DH.88 Comet „Grosvenor House“
  11. 11.Die Airshows: Old Wardens Flugsaison
  12. 12.Fotografieren in Old Warden
  13. 13.Besuch planen: Anreise und Tickets
  14. 14.Old Warden im britischen Museumsnetz
  15. 15.Fazit
  16. 16.Häufige Fragen

Steckbrief

TrägerThe Shuttleworth Trust – gemeinnützige Stiftung, hervorgegangen aus dem Richard Ormonde Shuttleworth Remembrance Trust von 1944
LageOld Warden Park bei Biggleswade in Bedfordshire, rund 11 km ostsüdöstlich von Bedford
FlugplatzPrivater Flugplatz Old Warden mit ICAO-Code EGTH und Graspiste (03/21); Landungen für Gäste nur mit vorheriger Genehmigung (PPR)
GründerRichard Ormonde Shuttleworth (1909–1940), Rennfahrer und Flieger, begann 1928 mit dem Sammeln historischer Fahrzeuge
Für Publikum geöffnetSeit 1963; die erste Airshow fand 1964 statt
SammlungsschwerpunktFlugfähige Flugzeuge von 1909 bis in die 1950er-Jahre, dazu Oldtimer-Autos, Motorräder, Fahrräder, Kutschen und Landmaschinen in sechs Hangars
UnterstützerShuttleworth Veteran Aeroplane Society (SVAS), seit 1965 als gemeinnütziger Verein aktiv
Weitere AngeboteSwiss Garden (Landschaftsgarten aus den 1820er-Jahren), Shuttleworth House, Übernachtung und Camping
AirshowsSieben Flugtage pro Saison; für 2027 angekündigt von Mai bis September, darunter die abendliche Flying Proms
AnreiseNächster Bahnhof Biggleswade (rund 3 Meilen), alternativ Bedford; letzte Etappe per Taxi
Offizielle Websitewww.shuttleworth.org

Tätigkeitsfelder

Flugfähige Sammlung – historische Flugzeuge werden nicht nur ausgestellt, sondern in der eigenen Werkstatt gewartet und geflogen
Airshows – sieben Flugtage pro Saison, vom Saisonauftakt im Mai bis zum Finale im September
Restaurierung – Werkstatt mit festangestellten Ingenieuren und vielen Freiwilligen der Shuttleworth Veteran Aeroplane Society
Fahrzeugsammlung – Autos ab 1898, Motorräder, Fahrräder, Kutschen, Dampf- und Landmaschinen
Swiss Garden und Shuttleworth House – historischer Landschaftsgarten und viktorianisches Herrenhaus auf demselben Anwesen
Aktiver Flugplatz – Graspiste für die Sammlung und für Besucherflugzeuge mit Voranmeldung

Struktur & Marken

Shuttleworth Veteran Aeroplane Society – Förderverein, dessen Freiwillige bei Restaurierung und Betrieb mitarbeiten
Friends of the Swiss Garden – Förderverein für den historischen Garten
Airfield Volunteer Fire Service – freiwillige Flugplatzfeuerwehr von Old Warden

Geschichte im Zeitraffer

1872Joseph Shuttleworth, Großvater des späteren Sammlers und Mitgründer der Landmaschinenfirma Clayton & Shuttleworth, kauft das Anwesen Old Warden.
1928Richard Shuttleworth erwirbt mit einem Panhard et Levassor von 1898 sein erstes historisches Auto – der Anfang der Sammlung.
1932Shuttleworth kauft Flugzeuge für die Sammlung, darunter eine de Havilland DH.60X Moth und eine Comper Swift.
1935/36Die Blériot XI von 1909 und die Deperdussin kommen in die Sammlung. Die Blériot wird wieder flugfähig gemacht.
1937In einer Scheune taucht unter einem Heuhaufen das Blackburn Monoplane von 1912 auf. Die Restaurierung ist 1949 abgeschlossen.
1940Richard Shuttleworth kommt im Alter von 31 Jahren bei einem nächtlichen Übungsflug mit einer Fairey Battle der RAF ums Leben.
1944Seine Mutter Dorothy überführt das Anwesen in den Richard Ormonde Shuttleworth Remembrance Trust.
1961Im Tausch gegen den Prototyp des Jet Provost erhält die Sammlung die Spitfire Vc AR501 und die Sea Hurricane Z7015.
1963–1965Öffnung für Besucher (1963), erste Airshow (1964), Gründung der Shuttleworth Veteran Aeroplane Society und Übernahme der DH.88 Comet G-ACSS (1965).
1987Die Comet „Grosvenor House“, Siegerin des Luftrennens England–Australien von 1934, fliegt nach langer Restaurierung wieder.
1995Die Sea Hurricane Z7015 fliegt am 16. September erstmals nach ihrer Restaurierung, einem gemeinsamen Projekt mit dem Imperial War Museum.
2022BAE Systems übergibt der Sammlung eine Avro Anson, eine Blackburn B2 und eine de Havilland DH.60 Moth.
2026Die Comet G-ACSS wird im August bei einer Landung beschädigt. Der Trust begutachtet die Maschine und will sie wieder flugfähig machen.

Shuttleworth Collection aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Shuttleworth Collection

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Die Blériot XI G-AANG gesehen – Baujahr 1909, laut Trust die älteste flugfähige Kombination aus Flugzeug und Motor
  • Das Blackburn Monoplane G-AANI von 1912 in der Luft erwischt – nach Angaben des Trusts das älteste flugfähige Flugzeug britischer Herkunft
  • Einen Umlaufmotor gehört und gerochen – Rizinusöl-Duft gehört bei den Weltkriegs-Doppeldeckern dazu
  • Die Sea Hurricane Z7015 fotografiert, eine der wenigen fliegenden Hurricanes in Marineausführung
  • Die Spitfire Vc AR501 in den Farben der tschechoslowakischen No. 310 Squadron gesehen
  • Eine Landung auf Gras mit Spornrad im Bild festgehalten – mit Staubfahne und federndem Fahrwerk
  • Die rote DH.88 Comet „Grosvenor House“ wiedergefunden – derzeit in der Werkstatt
  • Zu jedem Oldtimer das Kennzeichen und die historische Seriennummer notiert – oft trägt die Maschine beides

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Einige der ältesten flugfähigen Flugzeuge der Welt – und sie fliegen tatsächlich
  • Kleiner Flugplatz mit Graspiste: Die Maschinen fliegen niedrig und nah am Publikum
  • Flightline-Bereiche bringen dich an Airshow-Tagen dicht an die Flugzeuge
  • Tagesticket gilt laut Trust 30 Tage lang, unter 18 Jahren freier Eintritt
  • Gut kombinierbar mit Duxford und weiteren Museen nördlich von London

Wo es hakt

  • Die ältesten Maschinen sind sehr wetterempfindlich – kein Flugprogramm ist garantiert
  • Kein Linienverkehr und an normalen Tagen nur wenige Flugbewegungen
  • Anreise ohne Auto umständlich: Vom Bahnhof Biggleswade geht es per Taxi oder rund eine Stunde zu Fuß
  • Das Tagesticket gilt nicht an Airshow- und Eventtagen
  • Die DH.88 Comet fällt nach ihrem Unfall 2026 auf absehbare Zeit aus

Es gibt Museen, in denen ein Flugzeug von 1909 hinter einer Absperrung steht. Und es gibt Old Warden. Auf dem kleinen Grasplatz in Bedfordshire rollt an einem ruhigen Sommerabend eine Blériot XI aus dem Hangar, der Anzani-Motor knattert, und das Flugzeug hebt für ein paar Meter ab – so wie vor über hundert Jahren. Die Shuttleworth Collection ist keine Sammlung von Exponaten, sondern eine fliegende Zeitreise: von der Pionierzeit über den Ersten Weltkrieg bis zu Jägern und Trainern der 1940er- und 1950er-Jahre. Wer historische Flugzeuge nicht nur sehen, sondern hören und fliegen sehen will, kommt an diesem Ort kaum vorbei.

Jeder Oldtimer zählt

Blériot im Hüpfer oder Sea Hurricane im Vorbeiflug: In Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Ort und sammelst sie in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Ein Sammler, ein Anwesen, eine Stiftung

Die Geschichte beginnt mit einer Familie aus der Landmaschinenindustrie. Joseph Shuttleworth, Mitgründer der Firma Clayton & Shuttleworth, kaufte 1872 das Anwesen Old Warden und ließ dort ein Herrenhaus bauen. Sein Enkel Richard Ormonde Shuttleworth, geboren 1909, wurde zu einer der schillernden Figuren der britischen Motor- und Fliegerszene der Zwischenkriegszeit: Er fuhr Autorennen – unter anderem in Brooklands –, flog Langstrecken bis nach Indien und kaufte alte Autos und Flugzeuge, als die meisten Menschen sie noch für Schrott hielten.

1928 erwarb er einen Panhard et Levassor von 1898 – den Grundstein der Sammlung. 1932 kamen unter anderem eine DH.60X Moth und eine Comper Swift dazu, Mitte der 1930er-Jahre die Blériot XI und die Deperdussin aus der Pionierzeit. 1940 kam Shuttleworth als Pilot der Royal Air Force bei einem nächtlichen Übungsflug ums Leben, gerade 31 Jahre alt. Seine Mutter Dorothy gründete 1944 den Richard Ormonde Shuttleworth Remembrance Trust, der das Anwesen, die Sammlung und eine Landwirtschaftsschule übernahm. Aus diesem Trust ist die heutige Stiftung hervorgegangen.

Für die Öffentlichkeit öffnete die Sammlung 1963, ein Jahr später folgte die erste Airshow. 1965 gründeten Unterstützer die Shuttleworth Veteran Aeroplane Society, deren Freiwillige bis heute in Werkstatt und Flugbetrieb mitarbeiten.

1909Baujahr des ältesten fliegenden Flugzeugs der Sammlung
1928Beginn der Sammlung
1963Öffnung für Besucher
7Airshows pro Saison

Old Warden: ein Flugplatz aus Gras

Herz der Anlage ist der Flugplatz Old Warden mit dem ICAO-Code EGTH. Statt Beton gibt es eine Graspiste in Richtung 03/21, statt Terminal ein paar Hangars und einen Zuschauerbereich am Rand des Platzes. Für die alten Maschinen ist Gras ideal: Viele haben ein Heckspornfahrwerk, leichte Konstruktionen und niedrige Landegeschwindigkeiten. Besucherflugzeuge dürfen nur mit vorheriger Genehmigung landen, die über den Flugplatz angefragt wird.

Für dich als Fotograf hat der kleine Platz einen großen Vorteil: Die Flugzeuge fliegen langsam, niedrig und in engen Kurven um das Gelände. Selbst ohne Riesentele bekommst du formatfüllende Bilder – vorausgesetzt, du beherrschst lange Verschlusszeiten bei Propellern. Dazu weiter unten mehr.

Licht vorher planen

Ob du an einem Flugtag mit oder gegen die Sonne fotografierst, hängt von Uhrzeit und Standort an der Zuschauerlinie ab. Gerade die Abendshows liefern weiches Licht, aber nur, wenn du auf der richtigen Seite stehst. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack prüfst du vorab, wann das Licht auf die Flightline fällt. Die App startet bald – sichere dir über die Warteliste frühen Zugang.

Die Sammlung: von 1909 bis in die Fünfziger

Laut Trust sind fast alle Flugzeuge der Sammlung flugfähig. Verteilt auf sechs Hangars stehen sie neben Oldtimer-Autos, Motorrädern, Kutschen und Landmaschinen. Die Tabelle zeigt einige der bekanntesten Maschinen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Garantie, dass jede an einem bestimmten Tag zu sehen ist.

Flugzeug Baujahr Kennzeichen Warum es besonders ist
Blériot XI 1909 G-AANG Laut Trust älteste flugfähige Kombination aus Flugzeug und Motor; fliegt nur gerade Hüpfer
Blackburn Monoplane 1912 G-AANI 1937 unter einem Heuhaufen entdeckt; laut Trust ältestes flugfähiges Flugzeug britischer Herkunft
Bristol Boxkite (Replika) 1964 G-ASPP Gebaut für den Film „Those Magnificent Men in their Flying Machines“
Royal Aircraft Factory S.E.5a 1918 G-EBIA Jagdflugzeug des Ersten Weltkriegs in den Farben der No. 84 Squadron
Bristol F.2B Fighter 1918 G-AEPH Zweisitziger Jäger des Ersten Weltkriegs
Gloster Gladiator I 1937 G-AMRK Einer der letzten Doppeldecker-Jäger der RAF
Hawker Sea Hurricane Ib 1941 G-BKTH Marineversion der Hurricane, seit 1995 wieder in der Luft
Supermarine Spitfire Vc 1942 G-AWII Serie AR501, flog 1942/43 bei der tschechoslowakischen No. 310 Squadron
Westland Lysander IIIa 1942 G-AZWT Verbindungs- und Spezialflugzeug mit extremen Kurzstarteigenschaften
de Havilland DH.88 Comet 1934 G-ACSS Siegerin des Luftrennens England–Australien 1934, derzeit in Reparatur

Die Edwardian-Typen

Die Pionierflugzeuge sind der eigentliche Grund, warum Fans aus ganz Europa nach Old Warden reisen. Die Blériot XI von 1909 flog 1910 bei der Blériot-Flugschule in Hendon, wurde nach einem schweren Unfall als Schrott verkauft, wieder aufgebaut und später von Richard Shuttleworth als sein erstes historisches Flugzeug restauriert. Angetrieben wird sie von einem Dreizylinder-Anzani mit 25 PS – Kurven fliegt sie nicht, sie springt in geraden Hüpfern über den Platz.

Das Blackburn Monoplane von 1912 hat eine noch abenteuerlichere Geschichte: 1914 eingelagert, 1937 hinter einem Heuhaufen in einer Scheune wiederentdeckt und bis 1949 restauriert. Angetrieben von einem siebenzylindrigen Gnome-Umlaufmotor mit 50 PS, zeigt es sich an Flugtagen bei passendem Wetter in der Luft. Dazu kommen die Deperdussin und mehrere Nachbauten aus der Pionierzeit.

Diese Maschinen sind extrem leicht und reagieren empfindlich auf Wind und Turbulenz. Ob sie abheben, entscheidet sich oft erst am Tag selbst. Wenn du wegen einer bestimmten Maschine anreist, plane Spielraum ein und erwarte nichts Festes.

Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit

Zahlenmäßig bilden Flugzeuge aus dem Ersten Weltkrieg und den Jahren danach den größten Block. Die S.E.5a, der Bristol Fighter, eine Sopwith Pup und die Avro 504K zeigen, wie schnell sich die Fliegerei zwischen 1914 und 1918 entwickelt hat. Hinzu kommen Sportflugzeuge und Trainer der 1920er- und 1930er-Jahre, darunter mehrere de-Havilland-Moth-Typen. Seit 2022 gehören auch eine Avro Anson, eine Blackburn B2 und eine DH.60 Moth dazu, die BAE Systems der Sammlung übergeben hat.

Wer die Doppeldecker und Monoplanes am Himmel auseinanderhalten will, findet im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen die wichtigsten Merkmale. Am Flugplatz ist außerdem eine private Fliegergruppe mit de Havilland Tiger Moths zu Hause – ein Muster, das dir in Old Warden fast immer begegnet.

Zweiter Weltkrieg

Die bekanntesten Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg kamen 1961 durch einen Tausch nach Old Warden: Für den Prototyp des Jet Provost erhielt die Sammlung die Supermarine Spitfire Vc AR501 und die Sea Hurricane Z7015. Die Spitfire war 1942 der tschechoslowakischen No. 310 Squadron in Duxford zugeteilt und begleitete US-Bomber. Sie war von 1977 bis 2005 flugfähig und danach lange in der Grundüberholung – ob sie in einer bestimmten Saison fliegt, steht in den Ankündigungen des Trusts.

Die Sea Hurricane ist eine Marineversion der Hawker Hurricane. Sie wurde in Kanada gebaut, flog im Januar 1941 zum ersten Mal und diente unter anderem bei der 880 Squadron der Fleet Air Arm. Später stand sie als Lehrobjekt in einem College. Ab 1986 restaurierte sie das Team, das zuvor die Spitfire wieder aufgebaut hatte, gemeinsam mit dem Imperial War Museum. Am 16. September 1995 flog sie zum ersten Mal nach der Restaurierung. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die Gladiator und die Lysander, die mit ihrem langsamen Flug für Fotografen besonders dankbar ist.

Viele Oldtimer tragen zwei Identitäten: ein ziviles Kennzeichen wie G-AWII und eine historische Militärseriennummer wie AR501. Notiere beides, sonst verlierst du später den Überblick. Mit Planetrack hältst du Typ, Kennzeichen und Ort in einem Beitrag fest und setzt Muster, die dir noch fehlen, auf die Wunschliste deines Hangars. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Die DH.88 Comet „Grosvenor House“

Eine Maschine verdient einen eigenen Abschnitt. Die rote de Havilland DH.88 Comet G-ACSS gewann im Oktober 1934 das große Luftrennen von England nach Melbourne. Geflogen von C. W. A. Scott und Tom Campbell Black, brauchte sie dafür knapp 71 Stunden. Danach diente sie der RAF als Versuchsflugzeug, wurde nach einer harten Landung abgeschrieben, wieder aufgebaut und flog weitere Rekorde. 1965 kam sie zur Shuttleworth Collection, 1987 flog sie nach langer Restaurierung wieder.

Im August 2026 wurde die Comet bei einer Landung in Old Warden beschädigt. Laut Trust ist die einteilige Tragfläche inzwischen vom Rumpf getrennt und in der Werkstatt, wo sie zerlegt und untersucht wird. Mit dem Versicherer gibt es eine grundsätzliche Einigung über die Reparatur, zusätzlich sammelt der Trust Spenden. Einen Zeitplan für die Rückkehr in die Luft nennt er bisher nicht – rechne also in den kommenden Saisons nicht fest mit ihr am Himmel.

Die Airshows: Old Wardens Flugsaison

Die Airshows sind der Grund, warum die meisten Spotter nach Old Warden fahren. Der Trust veranstaltet sieben Flugtage pro Saison. Die Saison 2026 ist abgeschlossen; für 2027 sind diese Termine angekündigt:

Datum 2027 Veranstaltung Charakter
Sonntag, 9. Mai Season Premiere Air Show Saisonauftakt
Samstag, 29. Mai Military Air Show Militärflugzeuge und -fahrzeuge
26./27. Juni Festival of Flight Das große Wochenende der Saison
Samstag, 24. Juli Summer Air Show Sommer-Flugtag
Samstag, 14. August Wings & Wheels Air Show Flugzeuge und Oldtimer-Fahrzeuge
Samstag, 28. August Flying Proms Air Show Abendshow mit Kunstflug und Live-Musik
Samstag, 25. September Season Finale Air Show Neu im Programm 2027

Typisch für Old Warden ist die Mischung: Neben den eigenen Maschinen kommen Gastflugzeuge, und der Trust betont, dass jeder Auftritt von Wetter und technischem Zustand abhängt. Unter 18 Jahren ist der Eintritt laut Trust frei, für Erwachsene gibt es zeitweise Frühbucher-Tickets. Das normale Tagesticket gilt an Airshow-Tagen nicht.

Abseits der Flugtage gibt es auf dem Anwesen weitere Veranstaltungen, etwa im Herbst und Winter ein Feuerwerk, ein Gedenkwochenende im November und die Lichtinstallation „Shuttleworth in Lights“ im Dezember. Für Spotter sind diese Termine weniger interessant, für einen Familienbesuch aber eine Option. Wie sich Old Warden in den europäischen Airshow-Kalender einordnet, zeigt die Übersicht Airshows in Europa; ein vergleichbares Treffen in Deutschland ist das Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide.

Dein Airshow-Tag in der Community

Mit Planetrack postest du jede Maschine des Tages mit Foto und Daten, und die Community kommentiert, liked und wählt das Foto der Woche. Planetrack startet bald – zur Warteliste.

Fotografieren in Old Warden

Propeller brauchen Bewegung

Die wichtigste Regel bei Oldtimern: Ein eingefrorener Propeller sieht aus wie ein abgestelltes Flugzeug. Du brauchst also längere Verschlusszeiten als bei Jets, damit die Blätter als Scheibe verwischen. Bei den langsam drehenden Motoren der Pionierflugzeuge musst du dafür noch länger belichten als bei einer Spitfire. Gleichzeitig musst du das Flugzeug sauber mitziehen. Wie das geht, erklären die Beiträge zu Propellern und Verschlusszeit und zur Mitzieher-Technik.

Nah, langsam, niedrig

Der kleine Platz ist ein Geschenk für Mitzieher: Die Maschinen fliegen langsam und relativ nah an der Zuschauerlinie. Ein Telezoom im mittleren Bereich reicht oft, ein sehr langes Tele brauchst du vor allem für Details und für die Formationen am Rand des Platzes. An der Flightline kommst du an Airshow-Tagen dicht an die abgestellten Maschinen heran – nutze die Zeit vor dem Flugprogramm für Detailaufnahmen von Motoren, Verspannungen und Cockpits.

Programm und Wetter prüfen

Ankündigungen des Trusts lesen und die Windvorhersage im Blick behalten. Bei viel Wind bleiben die ältesten Maschinen eher am Boden.

Früh da sein

Die Flightline am Vormittag ist die beste Gelegenheit für Nahaufnahmen, bevor das Flugprogramm beginnt.

Verschlusszeit runter

Für Propeller langsamer belichten als bei Jets und vorher an Autos oder Vögeln das Mitziehen üben.

Seriennummern notieren

Kennzeichen und historische Seriennummer festhalten – später ist die Zuordnung sonst mühsam.

Abendshow einplanen

Die Flying Proms im August bietet warmes Abendlicht – und eine ganz andere Stimmung als die Tagesshows.

Eine Packliste für den langen Tag am Zaun findest du in der Checkliste für den Airshow-Tag, allgemeine Tipps im Beitrag Airshows fotografieren. Was du am Platz konkret siehst und wo du am besten stehst, beschreibt der Spot-Guide zur Shuttleworth Collection in Old Warden.

Regeln vor Ort beachten

Old Warden ist ein aktiver Flugplatz. Absperrungen, Anweisungen des Personals und die Veranstaltungsbedingungen gelten ausnahmslos – auch für Drohnen, Leitern und große Stative. Lies die Bedingungen vor einem Show-Tag nach, statt dich auf Erfahrungen von anderen Airshows zu verlassen.

Besuch planen: Anreise und Tickets

Old Warden liegt in Bedfordshire nördlich von London, bei Biggleswade. Mit dem Auto ist die Anreise am einfachsten; an Eventtagen ist laut Trust nur die Zufahrt über die Alder Drive geöffnet. Ohne Auto fährst du mit dem Zug bis Biggleswade und nimmst für die letzten rund drei Meilen ein Taxi (etwa zehn Minuten) oder gehst 45 bis 60 Minuten zu Fuß. Vom Bahnhof Bedford sind es rund 20 Minuten mit dem Taxi.

Das Tagesticket kostet laut Website 19,50 Pfund für Erwachsene, ermäßigt 17,50 Pfund, unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Praktisch für Wiederholungstäter: Das Ticket gilt 30 Tage lang für beliebig viele Besuche – allerdings nicht an Airshow- und Eventtagen. Mitglieder der Fördervereine haben freien Eintritt. Die Öffnungszeiten liegen an normalen Tagen typischerweise bei 10 bis 17 Uhr mit letztem Einlass um 16:30 Uhr; prüf den Kalender des Trusts, weil sich Zeiten saisonal ändern können.

Zum Anwesen gehören außerdem der Swiss Garden, ein Landschaftsgarten aus den 1820er-Jahren, und das viktorianische Shuttleworth House. Für Spotter sind beide eher eine Pause zwischen Hangar und Flightline, für Begleitpersonen aber ein guter Grund, mitzukommen. Wer selbst mitanpacken möchte, findet im Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen Hinweise, wie Freiwillige in Sammlungen wie dieser arbeiten.

Old Warden im britischen Museumsnetz

Old Warden ergänzt sich ideal mit den anderen großen Sammlungen im Südosten Englands. IWM Duxford bietet die großen Flugzeuge aus Kaltem Krieg und Zivilluftfahrt und eigene Airshows mit Warbirds – mehr dazu im Beitrag zu den Duxford-Airshows und im Spot-Guide zum Flugplatz Duxford. Das de Havilland Aircraft Museum zeigt die Geschichte des Herstellers, dessen Moths und Comet auch in Old Warden stehen. In London selbst lohnt das RAF Museum Hendon, weiter nördlich das RAF Museum Cosford.

Für Linienverkehr bietet sich der Flughafen London-Luton an, der wie Old Warden nördlich von London liegt, oder der Flughafen London-Stansted. So kombinierst du an einem langen Wochenende Pionierzeit, Warbirds und modernen Verkehr.

Old Warden passt zu dir, wenn …

  • du Flugzeuge aus Pionierzeit und Erstem Weltkrieg fliegen sehen willst
  • du Mitzieher mit Propellerflugzeugen üben möchtest
  • du eine entspannte, kleine Airshow-Atmosphäre suchst

Bedingt geeignet, wenn …

  • du ohne Auto anreist und keine Taxifahrt einplanen willst
  • du nur ein bestimmtes Flugzeug sehen willst – das Wetter entscheidet mit

Eher woanders, wenn …

  • du Jets, Airliner oder Linienverkehr suchst
  • du große Militär-Airshows mit Kunstflugstaffeln erwartest

Deine England-Tour in einer App

Spot-Karte mit Anreise und bestem Licht, Sonnenstand-Planer und Sichtungs-Alarme für Kennzeichen und Typen: Planetrack plant den Rest deiner Reise mit. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Fazit

Die Shuttleworth Collection ist einer der wenigen Orte, an denen Luftfahrtgeschichte nicht nur ausgestellt, sondern geflogen wird. Eine Blériot von 1909, ein Blackburn-Eindecker aus einer Scheune, eine Sea Hurricane und eine Spitfire mit Duxford-Vergangenheit – alles auf einem Grasplatz, auf dem die Maschinen so nah und langsam fliegen, wie es an kaum einer anderen Airshow möglich ist.

Der Preis dafür ist Unberechenbarkeit: Wind, Wetter und Technik entscheiden, was an einem Tag in die Luft geht. Wer das akzeptiert, flexibel plant und seine Verschlusszeiten im Griff hat, kommt mit Bildern nach Hause, die anderswo nicht entstehen können.

Kurzfazit

Old Warden ist die erste Adresse für fliegende Oldtimer aus Pionierzeit und Erstem Weltkrieg. Plane nach den Airshow-Terminen und dem Wetter, nimm Zeit für die Flightline mit – und erwarte keine Garantie für einzelne Maschinen.

Zusammenfassung

  • Die Shuttleworth Collection in Old Warden ist eine der bekanntesten Sammlungen historischer Flugzeuge, die regelmäßig fliegen.
  • Im Mittelpunkt stehen Maschinen aus der Pionierzeit und dem Ersten Weltkrieg, ergänzt durch Typen der 1930er-Jahre und des Zweiten Weltkriegs.
  • Für Spotter lohnen sich vor allem die Airshow-Tage; an normalen Tagen siehst du die Sammlung in den Hangars, Flugbetrieb ist dann Glückssache.
  • Die Comet G-ACSS ist seit dem Unfall im August 2026 in der Werkstatt – prüfe vor dem Besuch, welche Flugzeuge gerade zugänglich sind.

Häufige Fragen

Was ist die Shuttleworth Collection?

Eine Sammlung historischer Flugzeuge und Fahrzeuge auf dem Anwesen Old Warden in Bedfordshire, getragen vom Shuttleworth Trust. Das Besondere: Die meisten Flugzeuge werden flugfähig gehalten und bei Airshows auf dem eigenen Grasplatz geflogen. Für Besucher geöffnet ist die Sammlung seit 1963.

Welches ist das älteste fliegende Flugzeug in Old Warden?

Die Blériot XI G-AANG von 1909 mit einem 25-PS-Anzani-Motor. Der Trust bezeichnet sie als älteste flugfähige Kombination aus Flugzeug und Motor der Welt. Sie fliegt allerdings nur kurze, gerade Hüpfer über den Platz. Das Blackburn Monoplane von 1912 gilt laut Trust als ältestes flugfähiges Flugzeug britischer Herkunft und fliegt bei passendem Wetter an Flugtagen.

Wann finden die Airshows statt?

Die Saison 2026 ist vorbei. Für 2027 hat der Trust sieben Shows angekündigt: Season Premiere (9. Mai), Military Air Show (29. Mai), Festival of Flight (26./27. Juni), Summer Air Show (24. Juli), Wings & Wheels (14. August), die abendliche Flying Proms (28. August) und das neue Season Finale (25. September). Termine können sich ändern – maßgeblich ist die Website des Trusts.

Fliegen die Flugzeuge auch an normalen Besuchstagen?

Planbar ist das nicht. Old Warden ist ein aktiver Flugplatz, und Testflüge oder Besucherflugzeuge kommen vor. Ein festes Flugprogramm gibt es aber nur an Airshow-Tagen – und auch dann hängt laut Trust jede Vorführung von Wetter und Zustand der Maschinen ab.

Was kostet der Eintritt?

Laut Website des Trusts kostet das Tagesticket für Erwachsene 19,50 Pfund, ermäßigt 17,50 Pfund; unter 18 Jahren ist der Eintritt frei. Das Ticket gilt 30 Tage für beliebig viele Besuche, aber nicht an Airshow- und Eventtagen – dafür brauchst du ein eigenes Ticket. Preise können sich ändern, prüf sie vor der Fahrt.

Wie komme ich ohne Auto nach Old Warden?

Der nächste Bahnhof ist Biggleswade, rund drei Meilen entfernt. Von dort brauchst du laut Trust etwa zehn Minuten mit dem Taxi oder 45 bis 60 Minuten zu Fuß. Alternativ fährst du nach Bedford und nimmst ein Taxi für rund 20 Minuten. Mit dem Auto führt die Zufahrt an Eventtagen über die Alder Drive.

Was ist mit der DH.88 Comet „Grosvenor House“?

Die rote Comet G-ACSS gewann 1934 das Luftrennen von England nach Australien. Im August 2026 wurde sie bei einer Landung in Old Warden beschädigt. Laut Trust ist die Tragfläche inzwischen abgebaut und wird untersucht; einen Zeitplan für die Rückkehr in die Luft gibt es noch nicht.

Darf ich in Old Warden fotografieren?

Private Fotos gehören in Old Warden dazu, ob in den Hangars oder an der Flightline. Was du an Airshow-Tagen an Ausrüstung mitbringen darfst, etwa Leitern oder große Stative, regeln die Veranstaltungsbedingungen des Trusts – lies sie vorher. Allgemeines zur Lage in Großbritannien findest du im Beitrag Spotten in Großbritannien.

Sichtungen rund um Shuttleworth Collection sammeln

Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Shuttleworth Collection

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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