Das Wichtigste in Kürze
- Die Britannia ist ein britischer Langstrecken-Turboprop der 1950er-Jahre: vier Proteus-Triebwerke, gebaut von Bristol in Filton und von Short Brothers in Belfast.
- Ihr Spitzname „Whispering Giant“ spielt auf den für damalige Verhältnisse leisen Auftritt und das ruhige Flugverhalten an.
- Sie kam rund zwei Jahre zu spät: Triebwerksprobleme und lange Tests verschoben den Start auf 1957 – kurz bevor die Boeing 707 die Langstrecke eroberte.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Turboprops plus auffallend große Spannweite und langer, schlanker Rumpf.
- Heute ein Museumsflugzeug: Komplette Exemplare stehen unter anderem in Duxford, Cosford und am Cotswold Airport in Kemble.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Bristol Britannia?
- 2.Von der BOAC-Ausschreibung zum Erstflug
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.Woran du die Britannia erkennst
- 5.Britannia, Vanguard, Electra, Il-18 oder CL-44?
- 6.Wer die Britannia flog
- 7.Die Britannia bei der Royal Air Force
- 8.Unfälle
- 9.Das Erbe: CL-44 und Argus
- 10.Wo du die Britannia heute siehst
- 11.Fototipps für die Museums-Britannia
- 12.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Bristol Aeroplane Company, Filton; Lizenzfertigung bei Short Brothers and Harland, Belfast |
|---|---|
| Werksbezeichnung | Bristol Type 175 |
| Versionen | Serie 100 (102), Serie 300 und 310 (u. a. 312, 314, 318), Serie 250 für die RAF (C.1, C.2) |
| Erstflug | 16. August 1952 (Prototyp G-ALBO in Filton) |
| Indienststellung | 1. Februar 1957 bei BOAC (London–Johannesburg) |
| Triebwerke | 4 × Bristol Proteus (Propellerturbinen), je nach Version Mk.705 bis Mk.765 |
| Länge | 37,87 m (Serie 310); Serie 100 rund 10 Fuß kürzer |
| Spannweite | 43,36 m |
| Höhe | 11,43 m |
| Sitzplätze | bis zu 139 in einer Klasse (Serie 310) |
| Max. Startgewicht | rund 84 t (Serie 310) |
| Reisegeschwindigkeit | rund 575 km/h (Serie 310) |
| Produktion | 85 Flugzeuge, gebaut 1952 bis 1960 |
| Status | Historisch – kein flugfähiges Exemplar mehr, mehrere Maschinen in britischen Museen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Propellerturbinen vom Typ Bristol Proteus in schlanken Gondeln unter einem geraden, sehr langen Flügel
- Große Spannweite von gut 43 Metern – deutlich mehr als bei Vanguard, Electra oder Il-18
- Langer, schlanker, runder Rumpf mit vielen kleinen Fenstern; die Serien 300 und 310 wirken besonders gestreckt
- Hohes, einzelnes Seitenleitwerk mit klassisch gerader Vorderkante, Höhenleitwerk am Rumpfende
- Langes Bugfahrwerk und insgesamt hochbeinige Erscheinung am Boden
- Britische Kennzeichen im Bereich G-A…, bei den RAF-Maschinen Kennungen mit XL… und XM…
Aktualisiert: Oktober 2026 – Vier schlanke Triebwerksgondeln, ein Flügel, der kaum enden will, und ein langer Rumpf mit vielen kleinen Fenstern: Wer in Duxford oder Cosford vor diesem Flugzeug steht, sieht eine Bristol Britannia. Sie war Großbritanniens Antwort auf die Frage, wie man Ende der 1950er-Jahre Passagiere nonstop über den Atlantik bringt – mit Propellerturbinen statt mit Jets. Für ihren leisen Auftritt bekam sie den Spitznamen „Whispering Giant“. Kommerziell kam sie aber genau in dem Moment, als die Boeing 707 alles veränderte. Hier erfährst du, woher die Britannia kommt, woran du sie erkennst, wer sie flog und wo du sie heute findest.
Ein flüsternder Riese für deinen Hangar
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Was ist die Bristol Britannia?
Die Britannia ist ein viermotoriger Turboprop-Airliner für Mittel- und Langstrecken, entwickelt von der Bristol Aeroplane Company in Filton bei Bristol. Werksintern lief sie als Type 175. Angetrieben wird sie von vier Propellerturbinen vom Typ Bristol Proteus, die der Hersteller selbst entwickelt hatte. In der gestreckten Langstreckenversion Serie 310 fanden bis zu 139 Passagiere Platz, das maximale Startgewicht lag bei rund 84 Tonnen.
Der Prototyp G-ALBO startete am 16. August 1952 in Filton zu seinem Erstflug, am Steuer saß Bristols Cheftestpilot Bill Pegg. Bis 1960 entstanden 85 Flugzeuge, rund 55 in Filton und etwa 30 bei Short Brothers and Harland in Belfast. Ursprünglich hatten die Planer mit deutlich mehr Verkäufen gerechnet.
Heute ist die Britannia ein historisches Flugzeug. Kein Exemplar fliegt mehr, aber in Großbritannien sind mehrere komplette Maschinen und Rumpfteile erhalten – teils nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, an dem sie gebaut wurden.
Von der BOAC-Ausschreibung zum Erstflug
Die Geschichte beginnt 1947. Die staatliche Langstrecken-Airline BOAC suchte ein Verkehrsflugzeug für ihre Strecken im Commonwealth, und Bristol setzte sich mit einem Entwurf durch, der auf Propellerturbinen baute. Strahltriebwerke galten damals noch als durstig, Turboprops versprachen eine gute Mischung aus Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Nach dem Erstflug 1952 häuften sich die Rückschläge. Nach den Abstürzen der De Havilland Comet 1953 und 1954 verlangten die Behörden für neue britische Verkehrsflugzeuge besonders gründliche Tests. Am 4. Februar 1954 fing beim zweiten Prototyp G-ALRX ein Triebwerk Feuer; Bill Pegg setzte die Maschine im Watt des Severn-Ästuars auf. Alle an Bord überlebten, das Flugzeug war aber verloren.
Hartnäckiger war ein Problem an den Triebwerken. Die Proteus arbeitet mit umgekehrter Luftführung: Die Luft strömt im Triebwerk erst nach hinten und wird dann umgelenkt. Im Einlauf dieser Bauart konnte sich unter bestimmten Bedingungen in großer Höhe Eis bilden. Löste es sich, gelangte es ins Triebwerk und ließ die Flamme erlöschen. Betriebsauflagen und lange Versuche, das Problem zu lösen, kosteten Zeit. Am Ende ging die Britannia rund zwei Jahre später als geplant in Dienst. Der erste BOAC-Linienflug führte am 1. Februar 1957 von London nach Johannesburg.
Mehr über die Geschichte des ersten Düsen-Verkehrsflugzeugs, dessen Unglücke die Britannia so stark ausbremsten, liest du im Beitrag zur De Havilland Comet.
Warum Turboprop statt Jet?
Ende der 1940er-Jahre waren Strahltriebwerke noch jung, laut und durstig. Viele Hersteller setzten deshalb auf Propellerturbinen – Vickers mit der Viscount, Lockheed später mit der Electra, Iljuschin mit der Il-18. Für die Langstrecke war die Britannia das ehrgeizigste dieser Projekte. Doch schon Ende der 1950er-Jahre machten effizientere Jets die Rechnung zunichte.
Die Versionen im Überblick
Die Britannia gab es in zwei Grundlängen. Die frühe Serie 100 hatte einen kürzeren Rumpf, ab der Serie 200/300 wurde er um gut drei Meter gestreckt.
| Version | Betreiber (Auswahl) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Serie 100 (Type 102) | BOAC, später Britannia Airways | Erste Serienversion mit kürzerem Rumpf, 15 Maschinen für BOAC |
| Serie 300 (u. a. 302, 305, 307, 308, 309) | verschiedene Airlines, u. a. Ghana Airways (309) | Gestreckter Rumpf, reine Passagierversion |
| Serie 310 (u. a. 312, 313, 314, 318) | BOAC, El Al, Canadian Pacific, Cubana | Langstreckenversion mit mehr Treibstoff, transatlantiktauglich |
| Serie 250 (C.1, C.2) | Royal Air Force | Militärtransporter mit Frachttor und verstärktem Boden |
BOAC hatte ursprünglich 25 Maschinen der Serie 100 bestellt, nahm davon aber nur 15 ab und stieg auf die leistungsfähigere 312 um. Mit dieser Version nahm BOAC Ende 1957 die Nonstop-Verbindungen über den Nordatlantik auf.
Woran du die Britannia erkennst
Im Museum oder auf historischen Fotos bestimmst du die Britannia mit ein paar gezielten Blicken.
Triebwerke zählen
Vier Propellerturbinen unter einem geraden Flügel grenzen auf die großen Turboprops der 1950er- und 1960er-Jahre ein: Viscount, Vanguard, Britannia, Electra, Il-18 und die kanadische CL-44.
Spannweite einschätzen
Der Flügel der Britannia ist mit gut 43 Metern auffällig lang und schlank. Neben einer Vanguard oder Electra wirkt sie dadurch fast wie ein Segelflugzeug unter den Airlinern.
Rumpf von der Seite ansehen
Der Rumpf ist rund, schlank und lang, ohne den bauchigen Unterbau der Vanguard. Die Fensterreihe zieht sich weit nach hinten.
Kennzeichen lesen
Zivile Britannias trugen britische Kennzeichen wie G-AOVT oder G-AOVF, die RAF-Maschinen Kennungen wie XM496. Damit bestätigst du Typ und Geschichte.
Wie das britische Kennzeichensystem aufgebaut ist und wie du alte Registrierungen nachschlägst, erklärt der Beitrag zu britischen G-Kennzeichen.
Praxis-Tipp im Museum
Große Flugzeuge stehen in Hallen oft eng. Für die Spannweite der Britannia brauchst du ein Weitwinkel – oder du konzentrierst dich auf die Dreiviertelansicht von vorn, die Nase, zwei Triebwerke und den langen Flügelansatz zeigt.
Britannia, Vanguard, Electra, Il-18 oder CL-44?
Die großen Viermot-Turboprops sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Größe, Rumpfform und Herkunft helfen beim Auseinanderhalten.
| Merkmal | Britannia 310 | Vanguard | L-188 Electra | Il-18 | CL-44 |
|---|---|---|---|---|---|
| Hersteller | Bristol (GB) | Vickers (GB) | Lockheed (USA) | Iljuschin (UdSSR) | Canadair (Kanada) |
| Spannweite | ca. 43 m | ca. 36 m | ca. 30 m | ca. 37 m | ca. 43 m |
| Rumpf | lang, schlank, rund | bauchig, Double Bubble | kurz, gedrungen | schlank, rund | lang, schlank |
| Triebwerk | Bristol Proteus | Rolls-Royce Tyne | Allison 501 | Iwtschenko AI-20 | Rolls-Royce Tyne |
Die Vickers Vanguard ist die naheliegende britische Verwechslung, wirkt aber deutlich bauchiger und hat den kürzeren Flügel. Die Lockheed L-188 Electra ist kompakter und hat auffällig kurze Flügel mit weit vorn sitzenden Triebwerken. Die Iljuschin Il-18 ist das sowjetische Gegenstück, erkennbar an Herkunft, Kennzeichen und Ausstattung. Die kleinere Vickers Viscount mit ihren großen ovalen Fenstern verwechselst du nach dem ersten direkten Vergleich kaum noch.
Der schwierigste Fall ist die Canadair CL-44: Sie wurde aus der Britannia entwickelt und hat einen davon abgeleiteten Flügel, aber einen gestreckten Rumpf und Rolls-Royce-Tyne-Triebwerke. Die Frachtversion CL-44D4 erkennst du am schwenkbaren Heck, das sich zum Beladen komplett zur Seite öffnen ließ. Mehr Hilfen zum Bestimmen von Propellerflugzeugen findest du im Beitrag Turboprops unterscheiden.
Es spricht für eine Britannia, wenn …
- vier Propellerturbinen unter einem sehr langen, geraden Flügel sitzen
- der Rumpf schlank und rund wirkt, ohne Bauch
- das Kennzeichen britisch ist (G-A…) oder eine RAF-Kennung mit XL/XM trägt
- das Museum in Großbritannien liegt – dort stehen fast alle erhaltenen Exemplare
Sieh genauer hin, wenn …
- das Foto aus Kanada stammt – dann kann es eine CL-44 oder CL-28 Argus sein
- du nur eine Bugsektion vor dir hast; dann hilft das Schild am Exponat
- die Maschine in einer schlichten Frachtlackierung ohne Schriftzug abgebildet ist
Es ist keine Britannia, wenn …
- der Rumpf auffällig hoch und bauchig ist – das spricht für die Vanguard
- das Heck zur Seite aufschwenkt – das ist eine CL-44D4
- Kolbenmotoren statt Turbinen verbaut sind, wie bei DC-7 oder Super Constellation
Wer die Britannia flog
BOAC war Erstkunde und setzte die Britannia auf Strecken nach Afrika, Asien, Australien und über den Atlantik ein. Lange blieb sie dort nicht: Mit der Boeing 707 und der Comet 4 stellte BOAC rasch auf Jets um, der letzte planmäßige Britannia-Flug der Airline fand 1965 statt.
Für die gebrauchten Maschinen begann danach eine zweite Karriere im Chartergeschäft. Die britische Airline Euravia stellte 1964 auf ehemalige BOAC-Britannias um und nannte sich passend dazu in Britannia Airways um – benannt nach dem Flugzeug. Bis Ende 1970 flog sie den Typ, dann wurde sie zur reinen Jet-Airline. Auch British Eagle, Caledonian Airways und Monarch Airlines brachten in den 1960er-Jahren Urlauber mit der Britannia in den Süden.
Im Ausland flogen unter anderem Canadian Pacific Air Lines, El Al und Ghana Airways die Britannia. Am längsten hielt Cubana de Aviación durch: Die kubanische Staatsairline setzte die Version 318 ab 1958 auf Transatlantikstrecken ein und flog den Typ bis März 1990. Einzelne Maschinen flogen danach noch bei kleinen Frachtfirmen, unter anderem in Afrika.
Die Britannia bei der Royal Air Force
Die RAF kaufte 1959 insgesamt 23 Britannias der Serie 250: drei als Britannia C.2 und 20 als C.1. Sie erhielten ein großes Frachttor und einen verstärkten Boden und dienten als Langstreckentransporter für Truppen und Material. Geflogen wurden sie von den Staffeln 99 und 511, zunächst von RAF Lyneham, später von RAF Brize Norton aus. Die Maschinen trugen die Namen von Sternen, etwa Arcturus, Sirius oder Regulus.
1975 musterte die RAF ihre Britannias aus. Viele gingen danach an zivile Frachtgesellschaften. Eine von ihnen, die XM496 „Regulus“, gilt als letzte Britannia, die geflogen ist – heute steht sie am Cotswold Airport in Kemble.
Unfälle
Zur Geschichte der Britannia gehören auch schwere Unglücke. Am 29. Februar 1964 prallte eine Britannia der British Eagle auf dem Weg nach Innsbruck gegen den Glungezer, alle 83 Menschen an Bord starben. Der Flughafen Innsbruck gilt bis heute wegen seiner Lage im Inntal als anspruchsvoll.
Am 1. September 1966 verunglückte Britannia-Airways-Flug 105 von Luton im Anflug auf Ljubljana, 98 der 117 Insassen kamen ums Leben; Ursache war ein falsch eingestellter Höhenmesser. Der folgenschwerste Unfall des Typs traf am 20. April 1967 eine Britannia der Schweizer Charterfirma Globe Air beim Anflug auf Nikosia auf Zypern, 126 Menschen starben.
Das Erbe: CL-44 und Argus
Die Konstruktion der Britannia lebte in Kanada weiter. Canadair baute auf ihrer Basis zwei eigene Typen. Der Seefernaufklärer CL-28 Argus nutzte Flügel und Leitwerk, erhielt aber Kolbenmotoren und flog für die kanadischen Streitkräfte bis 1982. Die CL-44 dagegen war ein gestreckter Transporter mit Rolls-Royce-Tyne-Turboprops; 39 Exemplare entstanden, darunter die Militärversion CC-106 Yukon und die Frachtversion mit Schwenkheck.
Bristol selbst ging 1960 in der British Aircraft Corporation auf, deren Linie über British Aerospace bis zu BAE Systems führt. Die Triebwerkssparte wurde zu Bristol Siddeley und 1966 Teil von Rolls-Royce. In Filton wurden später die britischen Concordes endmontiert.
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Wo du die Britannia heute siehst
Fliegend gibt es die Britannia nicht mehr. Stand Oktober 2026 sind unter anderem diese Exponate bekannt:
| Ort | Exponat | Hinweis |
|---|---|---|
| IWM Duxford, Cambridgeshire | Britannia 312 G-AOVT | In Monarch-Farben, letzter Flug 1975 nach Duxford |
| RAF Museum Midlands, Cosford | Britannia 312 G-AOVF | Ehemalige BOAC-Maschine, 1984 nach Cosford überführt, im Freigelände |
| Cotswold Airport, Kemble | Britannia C.1 XM496 „Regulus“ | Betreut von einem Erhaltungsverein, Besuch an Öffnungstagen |
| Aerospace Bristol, Filton | Vorderrumpf des zweiten Prototyps G-ALRX | Laut Nachschlagewerken Teil der Sammlung |
Im Imperial War Museum Duxford steht die G-AOVT, eine Britannia 312 aus der BOAC-Flotte, die später bei Charter-Airlines und zuletzt bei Monarch flog. Am 29. Juni 1975 landete sie zum letzten Mal, direkt in Duxford. Das Museum zeigt sie zusammen mit weiteren britischen Verkehrsflugzeugen. Wann du den Besuch mit einer Flugschau verbinden kannst, verrät der Beitrag zu den Airshows in Duxford; die Anreise und die besten Standorte beschreibt die Spot-Seite zu IWM Duxford.
Im RAF Museum Cosford steht die G-AOVF im Freigelände. Sie flog 1957 erstmals, trug 1958 Prinzessin Margaret auf einer Reise durch die Karibik und kam am 31. Mai 1984 von Southend nach Cosford. Praktische Tipps für deinen Besuch findest du auf der Spot-Seite zum RAF Museum Cosford.
Wer zum Ursprung will, fährt nach Filton. Das Museum Aerospace Bristol erzählt in den alten Werkshallen die Geschichte der Bristol-Flugzeuge bis hin zur Concorde. Wie du dorthin kommst, steht auf der Seite zu Aerospace Bristol am ehemaligen Flugplatz Filton.
Vor dem Besuch prüfen
Exponate werden restauriert, umgestellt oder zeitweise gesperrt. Die XM496 in Kemble ist nur an bestimmten Tagen zugänglich. Schau vor deiner Reise auf den Websites von Museum und Verein nach, ob die Britannia zu sehen ist und ob Cockpit- oder Kabinenbesichtigungen angeboten werden.
Fototipps für die Museums-Britannia
Eine Britannia im Museum zu fotografieren ist entspannter als jeder Anflug. Die Herausforderung sind Größe, Absperrungen und das Licht.
Spannweite einfangen
Der lange Flügel ist das Markenzeichen. Draußen wie in Cosford hilft ein Standpunkt mit etwas Abstand schräg vor der Maschine, damit beide Flügelspitzen ins Bild passen.
Triebwerksgondeln zeigen
Die schlanken Proteus-Gondeln mit den großen Propellern erzählen viel über die Technik. Ein Detailbild von vorn zeigt Einlauf und Propellernabe.
Licht planen
Draußen stehende Exponate fotografierst du am besten mit der Sonne im Rücken. Wann das am Standort der Fall ist, prüfst du vorab mit dem Sonnenstand-Planer.
Lackierung dokumentieren
Monarch-Farben in Duxford, RAF-Transport-Look in Kemble: Bilder von Schriftzug, Kennzeichen und Heck halten fest, welche Phase der Britannia-Geschichte das Exponat zeigt.
Weitere Tipps, wie du ältere Typen in Sammlungen und auf Fotos bestimmst, findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen. Wie besonders ein solcher Fund im Vergleich zu anderen Sichtungen ist, ordnest du mit Wie selten ist meine Sichtung? ein.
Fazit
Die Britannia war technisch ein großer Wurf: groß, leise, komfortabel und mit der Serie 310 in der Lage, Passagiere nonstop von London nach Nordamerika zu bringen. Doch Rückschläge bei Erprobung und Triebwerken kosteten genau die Jahre, in denen sie den Markt hätte prägen können. Als sie bereit war, gehörte die Langstrecke den Jets. Ihre zweite Karriere bei Charter-Airlines, bei der RAF und bei Cubana zeigt trotzdem, wie robust die Konstruktion war. Wer den flüsternden Riesen heute sehen will, plant eine Tour durch England: Duxford, Cosford, Kemble und Filton.
Kurzfazit
Vier Proteus-Turboprops, ein über 43 Meter langer, gerader Flügel und ein schlanker, runder Rumpf: Das ist die Bristol Britannia. Komplette Exemplare findest du im IWM Duxford, im RAF Museum Cosford und am Cotswold Airport in Kemble.
Zusammenfassung
- Bristol entwickelte die Britannia ab Ende der 1940er-Jahre für BOAC, der Prototyp flog 1952 in Filton.
- Vereisungsprobleme an den Proteus-Triebwerken und der Verlust des zweiten Prototyps verzögerten den Linienstart bis Februar 1957.
- Nach BOAC flogen Charter-Airlines wie Britannia Airways, British Eagle und Monarch den Typ, die RAF nutzte 23 Maschinen als Transporter, Cubana flog die Britannia bis 1990.
- Wer sie sehen will, fährt nach England: Duxford, Cosford, Kemble und Filton sind die wichtigsten Adressen.
Häufige Fragen
Warum heißt die Britannia „Whispering Giant“?
Für ein so großes Verkehrsflugzeug war die Britannia von außen bemerkenswert leise. Dazu kam ein ruhiges, sanftes Flugverhalten in der Kabine. Daraus wurde der Spitzname „Whispering Giant“, der flüsternde Riese.
Wie viele Bristol Britannia wurden gebaut?
Insgesamt 85 Flugzeuge. Rund 55 entstanden bei Bristol in Filton, etwa 30 bei Short Brothers and Harland in Belfast. Manche Quellen nennen rund 80 verkaufte Maschinen, weil Prototypen und Versuchsflugzeuge nicht mitgezählt werden.
Warum verkaufte sich die Britannia nicht besser?
Sie kam zu spät. Nach den Comet-Abstürzen von 1953 und 1954 verlangten die Behörden besonders gründliche Tests, 1954 ging der zweite Prototyp verloren, und die Proteus-Triebwerke hatten Probleme mit Vereisung. Als BOAC den Typ 1957 endlich einsetzte, standen die ersten Langstreckenjets wie Boeing 707 und DC-8 schon vor der Tür.
Was war das Problem mit den Proteus-Triebwerken?
Die Proteus ist eine Propellerturbine mit umgekehrter Luftführung. Unter bestimmten Bedingungen in großer Höhe setzte sich Eis im Lufteinlauf fest, das beim Ablösen ins Triebwerk gelangte und einen Flammabriss auslöste. Die Besatzungen mussten deshalb bestimmte Flugbedingungen meiden, und Bristol arbeitete lange an Abhilfen – das kostete rund zwei Jahre.
Wie unterscheide ich die Britannia von der Vickers Vanguard?
Beide sind britische Viermot-Turboprops. Die Vanguard hat aber einen bauchigen, hohen Rumpf und eine Spannweite von rund 36 Metern. Die Britannia ist schlanker, wirkt länger und hat mit gut 43 Metern eine deutlich größere Spannweite – sie war für die Langstrecke gebaut, die Vanguard für Kurz- und Mittelstrecken.
Wo kann ich eine Britannia besichtigen?
Komplette Maschinen stehen im IWM Duxford (G-AOVT in Monarch-Farben), im RAF Museum in Cosford (G-AOVF) und am Cotswold Airport in Kemble (die RAF-Britannia XM496 „Regulus“, betreut von einem Erhaltungsverein mit Besuchstagen). Prüf vor dem Besuch die Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung.
Hat die Britannia einen ICAO-Typcode?
Für die Spotterpraxis spielt das keine Rolle mehr, weil keine Britannia mehr fliegt. Einen verlässlich belegten aktuellen ICAO-Code nennen wir deshalb nicht. Im Museum bestimmst du die Maschine über Bauform und Kennzeichen.
Bristol Britannia sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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