Das Wichtigste in Kürze
- Die B-29 war der erste Serienbomber der Alliierten mit Druckkabine: Die vordere und die hintere Besatzungskabine standen unter Druck und waren durch einen Kriechtunnel über den Bombenschächten verbunden.
- Ihre Waffentürme wurden ferngesteuert – ein zentrales Feuerleitsystem von General Electric mit Rechnern und mehreren Visierstationen.
- Die Enola Gay warf am 6. August 1945 die Atombombe auf Hiroshima, drei Tage später folgte Bockscar mit Nagasaki. Beide Maschinen stehen heute in US-Museen.
- Nur zwei B-29 fliegen noch: FIFI der Commemorative Air Force in Dallas und Doc von Doc’s Friends in Wichita.
- Die Sowjetunion kopierte die B-29 als Tupolew Tu-4, nachdem 1944 mehrere US-Bomber im Fernen Osten notgelandet waren.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing B-29 Superfortress?
- 2.Druckkabine und ferngesteuerte Türme: das Neue an der B-29
- 3.Versionen und Ableger
- 4.Enola Gay und Bockscar
- 5.Nach 1945: Korea, Tanker und das Ende
- 6.FIFI und Doc: die letzten fliegenden B-29
- 7.Die Kopie aus Moskau: Tupolew Tu-4
- 8.So erkennst du eine B-29
- 9.Wo du eine B-29 am Boden siehst
- 10.Tipps für Fotos und Besuche
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (Lizenzbau bei Bell und Martin) |
|---|---|
| Rolle | Viermotoriger schwerer Langstreckenbomber |
| ICAO-Typcode | B29 |
| Erstflug (XB-29) | 21. September 1942, Boeing Field, Seattle |
| Indienststellung | 1944 |
| Gebaute Exemplare | 3.970 (1943–1946) |
| Werke | Boeing Wichita und Renton, Bell Marietta, Martin Bellevue bei Omaha |
| Triebwerke | 4 × Wright R-3350 Duplex Cyclone mit Turboladern |
| Länge | 30,18 m |
| Spannweite | 43,05 m |
| Höhe | 8,46 m |
| Max. Startgewicht | rund 60,6 t |
| Dienstgipfelhöhe | rund 9.700 m |
| Besatzung | 11 |
| Außerdienststellung USAF | 1960 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vier Sternmotoren in langen Gondeln an einem sehr schlanken, gestreckten Flügel
- Rundum verglaste, abgerundete Bugkanzel ohne abgesetzte Cockpitstufe – Piloten und Bombenschütze sitzen im selben Glaskopf
- Langer, kreisrunder Rumpf mit hohem, einzelnem Seitenleitwerk
- Bugradfahrwerk – anders als die B-17 mit ihrem Spornrad
- Kleine, flache Waffentürme oben und unten am Rumpf sowie halbrunde Beobachtungskuppeln an den Rumpfseiten
- Heckstand mit verglaster Schützenposition direkt unter dem Seitenleitwerk
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein tiefes, gleichmäßiges Brummen von vier großen Sternmotoren, darüber ein silberner Rumpf mit gläserner Nase wie eine Seifenblase: Wenn das über einen Airshow-Platz zieht, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Boeing B-29 Superfortress. Der Bomber war technisch ein großer Sprung, politisch eines der folgenreichsten Flugzeuge des 20. Jahrhunderts und für Spotter heute eine echte Rarität. Hier erfährst du, wie die B-29 entstand, woran du sie erkennst, was hinter Enola Gay und Bockscar steckt, wo die zwei flugfähigen Maschinen FIFI und Doc unterwegs sind und warum die Sowjetunion den Typ Schraube für Schraube nachbaute.
Superfortress in den Hangar
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Was ist die Boeing B-29 Superfortress?
Die B-29 ist ein viermotoriger schwerer Langstreckenbomber, den Boeing ab 1940 für die US Army Air Forces entwickelte. Die Vorgaben waren für die damalige Zeit extrem: eine große Bombenlast über Tausende Kilometer tragen, schneller und höher fliegen als die B-17 Flying Fortress und dabei die Besatzung über viele Stunden halbwegs komfortabel halten.
Heraus kam ein Flugzeug mit sehr schlankem, langem Flügel von gut 43 Metern Spannweite, einem runden Rumpf von rund 30 Metern Länge und vier Wright R-3350 Duplex Cyclone-Sternmotoren mit je zwei Turboladern. Der Prototyp XB-29 hob am 21. September 1942 in Seattle vom Boeing Field ab. Ab 1944 flog der Typ im Einsatz, bis 1946 entstanden 3.970 Maschinen. Kein anderes amerikanisches Rüstungsprojekt des Zweiten Weltkriegs verschlang mehr Geld – Entwicklung und Bau kosteten nach gängigen Angaben rund drei Milliarden US-Dollar.
Druckkabine und ferngesteuerte Türme: das Neue an der B-29
Zwei technische Neuerungen machen die B-29 bis heute bemerkenswert.
Die Druckkabine. Die B-29 war der erste Serienbomber der Alliierten, in dem die Besatzung nicht in eisiger, dünner Luft saß. Das Drucksystem lieferte Garrett AiResearch. Unter Druck standen das Bugabteil mit Piloten, Bombenschütze, Navigator und Funker, der Mittelteil mit den Bordschützen und der Heckstand. Die Bombenschächte dazwischen ließen sich nicht abdichten, deshalb verband ein enger, gepolsterter Tunnel über den Schächten die vorderen und hinteren Bereiche. Wer durch einen Museums-Rumpf kriecht, versteht schnell, wie eng das war.
Die Fernsteuerung der Waffen. Statt bemannter Kugeltürme hatte die B-29 vier flache Türme oben und unten am Rumpf mit schweren Maschinengewehren. Die Schützen saßen an Visierstationen im Bug, im Heck und in den Seitenkuppeln und steuerten die Türme über ein zentrales Feuerleitsystem von General Electric. Analogrechner berücksichtigten Fluggeschwindigkeit, Vorhalt und andere Faktoren, und ein Schütze konnte mehrere Türme übernehmen. Der Heckstand war zusätzlich bemannt; frühe Maschinen trugen dort neben den Maschinengewehren auch eine 20-mm-Kanone.
Die Kehrseite war die Komplexität. Vor allem die R-3350-Motoren neigten anfangs zu Überhitzung und Bränden. Am 18. Februar 1943 stürzte der zweite Prototyp nach einem Triebwerksbrand in Seattle ab; Chef-Testpilot Edmund T. „Eddie“ Allen, seine Crew und Menschen am Boden kamen ums Leben. Das Programm lief dennoch weiter, unter enormem Zeitdruck.
Im Museum genau hinsehen
Achte auf die halbrunden Plexiglaskuppeln an den Rumpfseiten hinter dem Flügel und die oben liegende Kuppel davor: Das sind die Visierstationen. Die eigentlichen Waffentürme sind die flachen, runden Aufbauten auf und unter dem Rumpf.
Versionen und Ableger
Gebaut wurde in vier Werken: bei Boeing in Wichita und Renton, bei Bell in Marietta (Georgia) und bei Martin in Bellevue bei Omaha (Nebraska). Äußerlich unterscheiden sich die Serien nur in Details.
| Version | Herkunft | Besonderheit |
|---|---|---|
| B-29 | Wichita, Bell, Martin | Grundversion mit vier ferngesteuerten Türmen |
| B-29A | Renton | geänderter Flügelaufbau, Spannweite rund 30 cm größer |
| B-29B | Bell Marietta | 311 Stück, die meisten ohne Türme bis auf den Heckstand, dafür leichter |
| F-13 / RB-29 | Umbauten | Fotoaufklärer |
| KB-29 | Umbauten ab 1948 | Tankflugzeug |
| WB-29 / SB-29 | Umbauten | Wetteraufklärer bzw. Rettungsflugzeug |
| Washington B.1 | Leihgabe an die RAF | 87 Maschinen, im Dienst von 1950 bis 1954 |
Die „Silverplate“-Maschinen waren eine kleine Serie, die für den Abwurf von Atombomben angepasst wurde – dazu gehörten Enola Gay und Bockscar. Aus der B-29D wurde nach dem Krieg die B-50 mit stärkeren Pratt & Whitney R-4360-Motoren und höherem Leitwerk.
Auch Boeings Transporter und Airliner der Nachkriegszeit stammen von der B-29 ab: Die C-97/KC-97 Stratofreighter und die zivile Boeing 377 Stratocruiser übernahmen Flügel, Leitwerk und Fahrwerksprinzip und setzten einen zweiten, dickeren Rumpfteil obendrauf. Als Boeing-Bomber der Jetära folgten die B-47 Stratojet und die bis heute aktive B-52 Stratofortress.
Enola Gay und Bockscar
Die bekannteste B-29 ist eine Maschine aus dem Martin-Werk in Nebraska mit der Seriennummer 44-86292: die Enola Gay. Colonel Paul W. Tibbets Jr. benannte sie nach seiner Mutter. Am 6. August 1945 startete er mit ihr von North Field auf der Pazifikinsel Tinian und warf um 8:15 Uhr Ortszeit die Atombombe „Little Boy“ auf Hiroshima. Drei Tage später, am 9. August, folgte die B-29 Bockscar unter Major Charles W. Sweeney mit der Bombe „Fat Man“, die Nagasaki traf. Zehntausende Menschen starben sofort, viele weitere an den Folgen. Wenige Tage später kapitulierte Japan.
Beide Flugzeuge sind heute Museumsstücke – und Orte, an denen man still wird:
- Die Enola Gay steht restauriert im Steven F. Udvar-Hazy Center des Smithsonian bei Washington-Dulles, dort seit der Eröffnung im Dezember 2003. Das Center liegt direkt am Flughafen, mehr zum Besuch findest du unter Udvar-Hazy Center am Flughafen Washington Dulles.
- Bockscar (44-27297) zeigt das National Museum of the US Air Force in Dayton, Ohio. Tipps zum Besuch stehen bei Museum und Flugplatz Dayton.
Die beiden Maschinen sind historische Zeugnisse, keine Heldenstücke. Die Museen ordnen ihre Rolle unterschiedlich ein; gerade im Smithsonian war die Präsentation der Enola Gay lange Gegenstand öffentlicher Debatten. Nimm dir beim Besuch Zeit für die Begleitinformationen.
Seriennummern richtig lesen
Bei 44-86292 stehen die ersten beiden Ziffern für das Haushaltsjahr der Bestellung, nicht das Baujahr. Am Leitwerk erscheint die Nummer oft verkürzt. Wie das US-System funktioniert, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Nach 1945: Korea, Tanker und das Ende
Mit Kriegsende war die B-29 nicht ausgemustert. Im Koreakrieg ab 1950 flog sie rund 20.000 Einsätze. Gegen die schnellen MiG-15-Jäger war sie bei Tag aber zu verwundbar; nach empfindlichen Verlusten verlegte die US-Luftwaffe die Angriffe überwiegend in die Nacht. Die letzte B-29-Mission des Krieges flog eine Aufklärungsstaffel am 27. Juli 1953, dem Tag des Waffenstillstands.
Danach lebte der Typ in Nebenrollen weiter: als Tanker KB-29, als Wetteraufklärer WB-29, als Zielschlepper und Testträger. Im Juni 1960 endete der Dienst bei der US Air Force. Viele ausgemusterte Zellen landeten als Zielobjekte auf Schießplätzen – unter anderem auf der Navy-Station China Lake in der kalifornischen Wüste. Genau dort beginnt die Geschichte der beiden letzten flugfähigen Superfortresses.
FIFI und Doc: die letzten fliegenden B-29
Eine B-29 in der Luft zu sehen, ist heute nur in Nordamerika möglich – und nur mit diesen zwei Maschinen.
FIFI ist eine in Renton gebaute B-29A mit der Seriennummer 44-62070. Sie diente als Verwaltungsflugzeug, stand zeitweise im Wüstenlager und kam nach ihrer Ausmusterung 1958 nach China Lake. 1971 entdeckte sie ein Pilot der damaligen Confederate (heute Commemorative) Air Force, die Organisation übernahm die Maschine und machte sie wieder flugfähig. Nach Triebwerksproblemen blieb FIFI ab 2006 am Boden. Für die Rückkehr erhielt sie neue Hybrid-Motoren, zusammengesetzt aus Teilen späterer R-3350-Varianten, und flog am 5. August 2010 wieder. Heimat ist heute ein Hangar am Dallas Executive Airport in Texas, das Kennzeichen lautet N529B. Die Commemorative Air Force ist ein Verein, der historische Militärflugzeuge flugfähig hält.
Doc ist eine in Wichita gebaute B-29 mit der Seriennummer 44-69972. Sie kam nie in den Kampfeinsatz, flog als Radar-Kalibrierflugzeug und Zielschlepper und landete 1956 ebenfalls als Zielobjekt in China Lake. Ab 1987 trieb der Air-Force-Veteran Tony Mazzolini die Rettung voran; nach der Übertragung 1998 wurde das Wrack zerlegt und nach Wichita gebracht. Freiwillige restaurierten die Maschine über viele Jahre; 2013 übernahm sie der gemeinnützige Verein Doc’s Friends. Am 17. Juli 2016 startete Doc in Wichita zum ersten Flug seit rund 60 Jahren; das Kennzeichen ist N69972.
| FIFI | Doc | |
|---|---|---|
| Version | B-29A | B-29 |
| Bauort | Boeing Renton | Boeing Wichita |
| Seriennummer | 44-62070 | 44-69972 |
| Kennzeichen | N529B | N69972 |
| Betreiber | Commemorative Air Force | Doc’s Friends |
| Wieder in der Luft | 1971, nach Pause erneut 2010 | 2016 |
| Heimat | Dallas, Texas | Wichita, Kansas |
Beide Maschinen touren in der Saison durch die USA, bieten teils Rundflüge an und sind regelmäßig bei großen Veranstaltungen wie dem EAA AirVenture in Oshkosh zu sehen. Ein Treffen beider Superfortresses in der Luft ist selten und jedes Mal ein Ereignis.
Termine immer aktuell prüfen
Viermotorige Kolben-Oldtimer sind teuer, wartungsintensiv und wetterabhängig. Tourstopps werden kurzfristig verschoben oder abgesagt. Plane eine Reise nur mit dem aktuellen Tourplan des Betreibers.
FIFI oder Doc im Anflug?
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Die Kopie aus Moskau: Tupolew Tu-4
1944 mussten nach Einsätzen gegen Japan vier B-29 im sowjetischen Fernen Osten notlanden oder aufgegeben werden; eine davon stürzte ab, nachdem ihre Crew ausgestiegen war. Die Sowjetunion war damals gegenüber Japan noch neutral, internierte die Besatzungen und behielt die drei intakten Maschinen. Stalin ließ das Konstruktionsbüro von Tupolew daraus einen eigenen Bomber ableiten – nicht neu entwerfen, sondern nachbauen.
Das Ergebnis war die Tu-4. Sie flog am 19. Mai 1947 erstmals und zeigte sich am 3. August 1947 bei der Luftparade in Tuschino der Öffentlichkeit. Westliche Beobachter waren verblüfft, wie genau die Kopie dem Original entsprach. Angetrieben wurde sie von sowjetischen Schwezow-ASch-73TK-Sternmotoren, Bewaffnung und Ausrüstung kamen aus eigener Fertigung. Bis 1952 entstanden 847 Exemplare.
Die Bedeutung der Tu-4 geht weit über den Klon hinaus:
- Sie gab der Sowjetunion erstmals einen Bomber mit strategischer Reichweite; die Version Tu-4A warf als erstes sowjetisches Flugzeug eine Atombombe ab.
- Ihre Technik – Druckkabine, Feuerleitung, Fertigungsverfahren – floss in spätere Tupolew-Entwicklungen. Prototypen wie das Passagierflugzeug Tu-70 und die Bomber Tu-80 und Tu-85 bauten direkt auf ihr auf.
- Die Linie führt weiter zur Tu-95 „Bear“, die bis heute fliegt.
- China erhielt ab 1953 Tu-4; die letzte schied dort erst 1988 aus dem Dienst, einige wurden in den 1970er-Jahren auf Propellerturbinen umgerüstet.
Eine Tu-4 kannst du im Zentralen Luftwaffenmuseum Monino bei Moskau sehen, weitere stehen in China.
So erkennst du eine B-29
Die Superfortress ist für einen Viermot-Oldtimer erstaunlich eindeutig, wenn du drei Dinge prüfst.
Nase ansehen
Eine rundum verglaste, gleichmäßig gerundete Bugkanzel ohne abgesetztes Cockpitdach ist das stärkste Merkmal. B-17, Lancaster und B-24 haben eine deutliche Stufe zum Cockpit.
Fahrwerk prüfen
Ein Bugrad schließt die B-17 und die Lancaster aus, die beide ein Spornrad haben.
Leitwerk und Motoren
Einfaches, hohes Seitenleitwerk mit runder Kontur und vier Sternmotoren an einem sehr schlanken Flügel. Ist das Leitwerk auffällig höher und die Motorgondeln wirken größer, denk an die B-50.
| Merkmal | B-17 | B-29 | B-50 | Avro Lancaster |
|---|---|---|---|---|
| Motoren | 4 Sternmotoren | 4 Sternmotoren | 4 Sternmotoren (R-4360) | 4 Reihenmotoren |
| Fahrwerk | Spornrad | Bugrad | Bugrad | Spornrad |
| Bug | Glasnase plus Cockpitstufe | rundum verglast, keine Stufe | rundum verglast, keine Stufe | Glasnase plus Kanzel |
| Leitwerk | einfach, groß | einfach, hoch | einfach, deutlich höher | doppelt |
| Rumpf | eher schmal | rund, lang | rund, lang | kantig |
Die britische Konkurrenz beschreibt die Seite zur Avro Lancaster, zweimotorige Bomber-Oldtimer wie die B-25 Mitchell haben eine eigene Seite. Allgemeine Tipps für Oldtimer stehen in Historische Flugzeuge erkennen.
Starkes Indiz für eine B-29
- verglaste Rundnase ohne Cockpitstufe
- vier Sternmotoren und Bugrad
- flache Waffentürme und seitliche Visierkuppeln
Genauer hinschauen
- sehr hohes Seitenleitwerk – dann könnte es eine B-50 sein
- rote Sterne statt US-Markierungen – dann eine Tu-4
- Museumsflugzeug in Fremdbemalung – Seriennummer am Schild prüfen
Keine B-29
- Spornrad und Cockpitstufe – eher B-17 oder Lancaster
- doppeltes Seitenleitwerk – Lancaster oder B-24
- großer zweiter Rumpfteil oben – C-97 oder Stratocruiser
Wo du eine B-29 am Boden siehst
Rund zwei Dutzend B-29 sind erhalten, fast alle in den USA. Eine Auswahl, die sich für eine Spotter-Reise lohnt:
| Ort | Exemplar | Hinweis |
|---|---|---|
| Imperial War Museum Duxford, England | B-29A „It’s Hawg Wild“ (44-61748) | einzige ausgestellte B-29 in Europa, im American Air Museum |
| Udvar-Hazy Center, Chantilly | Enola Gay (44-86292) | Hiroshima-Maschine, in der großen Haupthalle |
| National Museum of the US Air Force, Dayton | Bockscar (44-27297) | Nagasaki-Maschine; dazu ein begehbarer Rumpf |
| Museum of Flight, Seattle | „T Square 54“ (44-69729) | am Boeing Field, wo die XB-29 erstmals flog |
| Pima Air & Space Museum, Tucson | „Sentimental Journey“ (44-70016) | Teil einer der größten Flugzeugsammlungen der Welt |
Für Europäer ist Duxford die naheliegende Adresse: Die B-29 steht dort im American Air Museum zwischen vielen weiteren US-Militärflugzeugen. Den Flugplatz mit seinen Airshows stellen die Seiten IWM Duxford als Spot und Duxford-Airshows vor. In Seattle kombinierst du die B-29 mit dem aktiven Flugbetrieb am Museum of Flight am Boeing Field, in Tucson mit dem riesigen Pima Air & Space Museum.
Aufstellungen ändern sich durch Restaurierungen oder Umbauten der Hallen. Prüf vor dem Besuch, ob die Maschine aktuell zugänglich ist.
Tipps für Fotos und Besuche
- In der Halle: Mit 43 Metern Spannweite passt eine B-29 kaum ins Bild. Ein Weitwinkel und etwas Abstand helfen; such dir wenn möglich einen erhöhten Standpunkt. Plane Detailbilder von Glasnase, Türmen, Visierkuppeln und Seriennummer ein.
- Bei Airshows: Für drehende Propeller brauchst du längere Verschlusszeiten und saubere Mitzieher. Wie das klappt, zeigt Propeller fotografieren. Standortwahl und Ausrüstung erklärt Airshows fotografieren.
- Beim Motorstart: Der Start der großen Sternmotoren mit Qualm und Fehlzündungen ist ein eigenes Motiv. Bleib dafür in der Nähe der Abstellfläche.
- Dokumentieren: Notier Seriennummer und Kennzeichen und poste die Sichtung mit Foto und Ort. So wächst deine Oldtimer-Sammlung nachvollziehbar.
Wer selbst mit anpacken möchte: Viele erhaltene Bomber gibt es nur dank Freiwilliger. Wie du in solchen Projekten mitmachen kannst, steht im Beitrag Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.
Fazit
Die B-29 Superfortress steht für einen technischen Sprung – Druckkabine, ferngesteuerte Türme, enorme Reichweite – und zugleich für das dunkelste Kapitel der Luftkriegsgeschichte. Aus ihr gingen amerikanische Bomber, Tanker und Airliner hervor, und in der Sowjetunion mit der Tu-4 der Beginn einer eigenen Langstreckenbomber-Linie. Heute begegnest du ihr vor allem im Museum, mit Duxford als einziger Adresse in Europa. In die Luft bringen sie nur noch FIFI und Doc.
Kurzfazit
Rundum verglaste Nase ohne Cockpitstufe, vier Sternmotoren, Bugrad und flache Waffentürme: Das ist die B-29. Am Boden findest du sie in Duxford, Dayton, Chantilly, Seattle und Tucson, fliegend nur als FIFI und Doc in den USA.
Zusammenfassung
- Die XB-29 flog am 21. September 1942 in Seattle erstmals; bis 1946 entstanden in vier Werken 3.970 Maschinen.
- Sie flog im Pazifikkrieg und in Korea, als Tanker, Wetter-, Aufklärungs- und Rettungsflugzeug, und wurde bei der USAF 1960 ausgemustert.
- Aus ihr gingen die B-50, die C-97/KC-97 und die zivile Boeing 377 Stratocruiser hervor – und in der Sowjetunion die Tu-4.
- In Europa steht die einzige B-29 im Imperial War Museum Duxford; fliegend erlebst du den Typ nur in den USA.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Superfortress“?
Der Name knüpft an die B-17 Flying Fortress an, Boeings Viermot-Bomber der Vorkriegszeit. Die B-29 war größer, schneller, höher fliegend und reichweitenstärker – also die „Superfestung“.
Warum war die Druckkabine so wichtig?
Sie erlaubte lange Flüge in großer Höhe ohne Sauerstoffmasken und schwere Winterkleidung. Unter Druck standen das Bugabteil, der Mittelteil hinter den Bombenschächten und der Heckstand. Weil die Bombenschächte nicht abgedichtet werden konnten, verband ein Kriechtunnel die vorderen und hinteren Bereiche.
Wo steht die Enola Gay heute?
Im Steven F. Udvar-Hazy Center des Smithsonian bei Washington-Dulles in Chantilly (Virginia), dort seit der Eröffnung im Dezember 2003. Bockscar, die Nagasaki-Maschine, steht im National Museum of the US Air Force in Dayton.
Welche B-29 sind noch flugfähig?
Zwei: FIFI (B-29A, Seriennummer 44-62070, Kennzeichen N529B) der Commemorative Air Force und Doc (B-29, 44-69972, N69972) von Doc’s Friends. Wo und wann sie auftreten, ändert sich jede Saison – prüf die Tourpläne der Betreiber aktuell.
Gibt es eine B-29 in Europa?
Ja, genau eine öffentlich ausgestellte: die B-29A „It’s Hawg Wild“ (44-61748) im American Air Museum des Imperial War Museum Duxford in England.
Was ist der Unterschied zwischen B-29 und Tu-4?
Von außen kaum einer – die Tu-4 ist ein nachgebauter B-29-Klon. Sie hat aber sowjetische Schwezow-ASch-73TK-Motoren, eigene Bewaffnung und Ausrüstung sowie sowjetische Hoheitszeichen. Erstflug war am 19. Mai 1947, gebaut wurden 847 Exemplare.
Wie unterscheide ich B-29 und B-50?
Die B-50 entstand aus der B-29D und hat stärkere Pratt & Whitney R-4360-Motoren in anders geformten Gondeln sowie ein deutlich höheres Seitenleitwerk. Rumpf und Glasnase sind sehr ähnlich, darum hilft im Zweifel die Seriennummer.
Boeing B-29 Superfortress sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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