Supermarine Spitfire

Der elliptische Flügel ist unverwechselbar: Die Supermarine Spitfire ist das berühmteste britische Jagdflugzeug und heute einer der häufigsten Warbirds Europas. So unterscheidest du Merlin- und Griffon-Spitfires, findest die Maschinen der BBMF und erfährst, wie Rundflüge im Zweisitzer funktionieren.

Auch bekannt als: Spit · Spitfire Mk I · Spitfire Mk V · Spitfire Mk IX · Spitfire Mk XIV · Spitfire PR XIX · Spitfire T9 / TR9 · Supermarine Seafire · Supermarine Type 300

GroßbritannienSupermarineHistorische FlugzeugeICAO-Typcode: SPIT14 Min. Lesezeit

SPIT

ICAO-Typcode

1936

Erstflug K5054

>20.000

gebaute Spitfires

1957

Gründung der BBMF-Vorläuferstaffel

Das Wichtigste in Kürze

  • Ikone der Luftschlacht um England: Die Spitfire flog 1936 erstmals und wurde zusammen mit der Hurricane zum Symbol der britischen Luftverteidigung 1940.
  • Über 20.000 Exemplare in zahlreichen Versionen: Vom Merlin-Jäger Mk I bis zur Griffon-Mk 24 wuchsen Leistung und Gewicht stark, der Grundentwurf blieb erkennbar.
  • Elliptischer Flügel als Erkennungsmerkmal: Kein anderer bekannter Jäger der Zeit hat diese Flügelform – damit schließt du Bf 109, Mustang und Hurricane sofort aus.
  • Die BBMF hält die Spitfire im RAF-Dienst lebendig: Von RAF Coningsby aus fliegt die Battle of Britain Memorial Flight mehrere Spitfires, Hurricanes, die Lancaster und eine Dakota.
  • Mitfliegen ist möglich: In Großbritannien bieten zugelassene Betreiber Rundflüge in zweisitzigen Spitfires an.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Spitfire?
  2. 2.Von der Mk I bis zur Mk 24: die Versionen
  3. 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.Spitfire, Hurricane, Bf 109 oder Mustang?
  5. 5.Die Battle of Britain Memorial Flight
  6. 6.Rundflüge: selbst in der Spitfire sitzen
  7. 7.Flugfähige Spitfires heute
  8. 8.Fototipps speziell für die Spitfire
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerSupermarine (Vickers-Armstrongs), Woolston bei Southampton; Großserie vor allem im Werk Castle Bromwich bei Birmingham, dazu verteilte Fertigung rund um Southampton und Westland
KonstrukteurR. J. Mitchell, nach seinem Tod 1937 Weiterentwicklung unter Joseph Smith
ICAO-TypcodeSPIT (gilt auch für die Seafire)
Erstflug5. März 1936, Prototyp K5054, Flugplatz Eastleigh (Southampton), Pilot Joseph „Mutt“ Summers
Indienststellung4. August 1938, erste Mk I (K9789) bei der No. 19 Squadron in Duxford
Bauzeit / Stückzahl1938 bis Februar 1948, mehr als 20.000 Spitfires inklusive Zweisitzer, dazu die Marineversion Seafire
Statushistorisch – letzter operativer RAF-Einsatz am 1. April 1954 (PR XIX ab Singapur im Malaya-Konflikt); weltweit nach gängigen Übersichten rund 60 bis 70 flugfähige Exemplare
BauartEinsitziger Ganzmetall-Tiefdecker mit elliptischem Flügel, geschlossener Kabine, Einziehfahrwerk und Spornrad
Triebwerk (Mk Vb)1 × Rolls-Royce Merlin 45, flüssigkeitsgekühlter V12, rund 1.470 PS
Länge / Spannweite (Mk Vb)rund 9,1 m / rund 11,2 m
Höhe (Mk Vb)rund 3,5 m
Leer- / Startmasse (Mk Vb)rund 2,3 t / rund 3,0 t
Höchstgeschwindigkeit (Mk Vb)rund 600 km/h
SpätversionenRolls-Royce Griffon ab Mk XII, z. B. Mk XIV mit Griffon 65 und Fünfblattpropeller

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Elliptischer Flügel mit rundlicher Vorder- und Hinterkante – das wichtigste Spitfire-Merkmal überhaupt
  • Lange, schlanke Nase mit V12-Motor; bei Griffon-Versionen länger und mit Beulen über den Zylinderköpfen
  • Kühler unter den Flügeln: bei Mk I bis V ein großer Kühler unter dem rechten Flügel (links nur ein kleiner runder Ölkühler), ab der Mk IX zwei gleich große Kühler
  • Schmales, nach außen einfahrendes Hauptfahrwerk, deutlich schmaler als bei der Hurricane
  • Haube: bei den meisten Merlin-Versionen gewölbte Schiebehaube mit Rumpfrücken, bei späten Versionen tropfenförmige Vollsichthaube
  • Zweisitzer (T9/TR9): zweite, etwas erhöhte Kabine hinter dem Piloten – das sind die Maschinen für Rundflüge

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein runder, fast elegant geschwungener Flügel, eine lange Nase und das Singen des Merlin: Die Supermarine Spitfire ist das berühmteste britische Flugzeug überhaupt. Als Symbol der Luftschlacht um England 1940 ist sie Teil der britischen Identität, und als Warbird ist sie heute so präsent wie kein anderer Jäger ihrer Zeit. Hier erfährst du, wie die Spitfire entstand, wie du die wichtigsten Versionen auseinanderhältst, was die Battle of Britain Memorial Flight ist und wie du selbst in einer Spitfire mitfliegen kannst.

SPIT im Hangar abhaken

Mit Planetrack hältst du jede Spitfire-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flughafen und Spot fest und setzt seltene Versionen wie Griffon-Spitfires oder den Zweisitzer auf deine Wunschliste. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Spitfire?

Die Spitfire ist ein einsitziger, einmotoriger Jäger in Ganzmetallbauweise mit geschlossener Kabine, Einziehfahrwerk und flüssigkeitsgekühltem V12-Motor von Rolls-Royce. Entworfen wurde sie Mitte der 1930er-Jahre bei Supermarine in Woolston bei Southampton – einer Firma, die bis dahin vor allem für Flugboote und Wasserflugzeuge bekannt war. Seit 1928 gehörte Supermarine zum Vickers-Konzern.

Chefkonstrukteur R. J. Mitchell hatte zuvor die Rennwasserflugzeuge entworfen, mit denen Großbritannien die Schneider-Trophy gewann, zuletzt 1931 mit der S.6B. Dieses Wissen über schlanke Rümpfe und starke Reihenmotoren floss direkt in die Spitfire ein. Der Prototyp K5054 startete am 5. März 1936 in Eastleigh bei Southampton, am Steuer saß Werkspilot Joseph „Mutt“ Summers. Mitchell selbst erlebte den Erfolg seines Entwurfs kaum noch: Er starb 1937, die Weiterentwicklung übernahm sein Nachfolger Joseph Smith.

Die erste Serien-Spitfire, eine Mk I mit der Kennung K9789, kam am 4. August 1938 zur No. 19 Squadron nach Duxford – genau dorthin, wo heute eine der größten Warbird-Sammlungen Europas zu Hause ist. Bis Februar 1948 entstanden mehr als 20.000 Spitfires, dazu kam die Marineversion Seafire. Ein Großteil lief nicht in Southampton vom Band, sondern im Schattenwerk Castle Bromwich bei Birmingham, das bis Mitte 1945 allein über 12.000 Maschinen auslieferte. Das Stammwerk in Woolston wurde im September 1940 bombardiert, die Fertigung daraufhin auf viele kleine Standorte rund um Southampton verteilt.

SPITICAO-Typcode für Spitfire und Seafire
1936Erstflug des Prototyps K5054 in Eastleigh
>20.000gebaute Spitfires von 1938 bis 1948

Von der Mk I bis zur Mk 24: die Versionen

Kaum ein Flugzeug wurde so konsequent weiterentwickelt. Die Versionen tragen die Bezeichnung „Mark“, kurz Mk, zunächst mit römischen, bei den späten Versionen mit arabischen Ziffern. Für Spotter lassen sie sich grob in zwei Familien einteilen: die Merlin-Spitfires und die Griffon-Spitfires.

Merlin-Generation. Die Mk I und die etwas stärkere Mk II kämpften 1940 in der Luftschlacht um England, gemeinsam mit der zahlenmäßig sogar häufigeren Hawker Hurricane. Gegner war vor allem die Messerschmitt Bf 109. Mit der Mk V und dem Merlin 45 kam 1941 die erste wirklich große Serie; über 6.000 Exemplare machen sie zur meistgebauten Einzelversion. Als die deutsche Focke-Wulf Fw 190 die Mk V überflügelte, antwortete Supermarine mit der Mk IX, die einen Merlin mit zweistufigem Lader erhielt. Sie wurde fast ebenso oft gebaut. Die Mk XVI ist im Kern eine Mk IX mit dem in den USA von Packard in Lizenz gebauten Merlin.

Griffon-Generation. Ab der Mk XII setzte Supermarine den größeren Rolls-Royce Griffon ein. Die bekannteste Version ist die Mk XIV mit Griffon 65 und Fünfblattpropeller, die ab Ende 1943 an die Front kam. Die Aufklärerversion PR XIX – unbewaffnet, mit Druckkabine und großen Tanks – flog am 1. April 1954 von Singapur aus im Malaya-Konflikt den letzten operativen Spitfire-Einsatz der RAF. Mit den F Mk 21, 22 und 24 erhielt die Spitfire schließlich einen neuen, steiferen Flügel; die Mk 24 war die letzte Serienversion.

Version Motor Merkmal für Spotter
Mk I / Mk II Merlin Battle-of-Britain-Generation, ein Kühler unter dem rechten Flügel
Mk V Merlin 45/46/50 meistgebaute Version, oft mit Kanonen im Flügel
Mk IX Merlin mit Zweistufenlader zwei symmetrische Flügelkühler, Vierblattpropeller
Mk XVI Packard-Merlin wie Mk IX, oft mit gekapptem Rumpfrücken und Vollsichthaube
Mk XIV Griffon 65 lange Nase, Fünfblattpropeller
PR XIX Griffon unbewaffneter Aufklärer, einheitlich blau-grau („PRU Blue“)
F Mk 21/22/24 Griffon neuer Flügel, Mk 22/24 mit Vollsichthaube
T9 / TR9 Merlin nachträglich umgebauter Zweisitzer mit zweiter Kabine
Seafire Merlin, später Griffon Marineversion mit Fanghaken, teils mit Klappflügel

Propellerblätter zählen lohnt sich

Drei oder vier Blätter und eine kürzere Nase: Merlin-Spitfire. Fünf Blätter und eine lange Nase mit Beulen: Griffon-Spitfire. Ein einfacher Blick auf den drehenden Propeller ist bei Vorbeiflügen schwierig – am Boden und auf Fotos klappt die Zählung zuverlässig.

Zweisitzer und Seafire

Zwei Ableger sind für Spotter besonders interessant. Die zweisitzigen Spitfires entstanden größtenteils nach dem Krieg als Umbauten aus Mk IX für die Ausbildung ausländischer Luftwaffen. Heute sind sie die Basis für fast alle Rundflüge, und mehrere Exemplare fliegen in Großbritannien regelmäßig. Du erkennst sie an der zweiten, leicht erhöhten Kabine hinter dem Piloten.

Die Seafire war die Trägerversion für die Fleet Air Arm der Royal Navy, ab 1942 im Einsatz und bis Mitte der 1950er-Jahre im Dienst. Fanghaken und teilweise klappbare Flügel unterscheiden sie von der Landversion. Flugfähige Seafires sind deutlich seltener als Spitfires.

Keine Spitfire mehr verpassen

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Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Auf den Flügel schauen

Der elliptische Flügel mit gleichmäßig gerundeten Kanten ist das sicherste Merkmal. Bei Kurven und Überflügen siehst du die Form am besten. Manche Jagdbomberversionen haben gekappte, eckige Flügelspitzen – die Grundform bleibt trotzdem erkennbar.

Kühler und Nase prüfen

Bei der Spitfire sitzen die Kühler unter den Flügeln, nicht mittig unter dem Rumpf wie bei der Mustang. Ein einzelner Kühler rechts deutet auf eine frühe Mk I, II oder V hin, zwei symmetrische Kühler auf Mk IX oder jünger. Eine sehr lange Nase mit Beulen zeigt den Griffon.

Haube und Rumpfrücken ansehen

Ein durchgehender Rumpfrücken hinter der Haube heißt: klassische Spitfire. Ein abgesenkter Rücken mit Tropfenhaube kommt bei späten Mk IX, XVI, XIV und den Mk 22/24 vor. Zwei Kabinen hintereinander verraten den Zweisitzer.

Die letzte Gewissheit liefert wie immer das Kennzeichen. Flugfähige Spitfires in Großbritannien tragen ein ziviles G-Kennzeichen, am Rumpf prangt aber fast immer die historische RAF-Seriennummer wie „MH434“ oder „P7350“. Die BBMF-Maschinen fliegen als RAF-Flugzeuge direkt mit ihren Militärseriennummern. Wie du im britischen Register nachschlägst, erklärt Britische G-Kennzeichen.

Bemalung ist nicht Geschichte

Warbirds tragen oft die Farben eines bekannten Piloten oder einer Staffel. Das sagt wenig über die tatsächliche Geschichte der jeweiligen Zelle. Eine Spitfire in Battle-of-Britain-Tarnung kann eine spätere Mk IX sein – schau auf Kühler, Propeller und Flügel.

Spitfire, Hurricane, Bf 109 oder Mustang?

Auf Airshows fliegen die Jäger der 1940er-Jahre oft im Pulk. Der Finder hilft dir beim schnellen Eingrenzen.

Schnellbestimmung: Jäger der 1940er

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Supermarine Spitfire (Merlin)

Elliptischer Flügel, schlanker Rumpf und Flügelkühler: die klassische Spitfire. Die Zahl der Kühler und die Haube verraten die Version.

Wahrscheinlich

Supermarine Spitfire (Griffon)

Fünfblattpropeller und lange Nase sprechen für eine Mk XIV, eine PR XIX oder eine der späten F-Versionen.

Wahrscheinlich

Hawker Hurricane

Dicker, gerader Flügel, hoher Rumpfrücken und der Kühler unter dem Rumpf: Die Hurricane wirkt massiver als die Spitfire.

Wahrscheinlich

Messerschmitt Bf 109

Schmale Nase, kantige Haube und gerader Flügel – oft als spanischer Buchón mit Merlin, der ähnlich klingt wie eine Spitfire.

Wahrscheinlich

North American P-51 Mustang

Der große Bauchkühler und die eckigen Flügelspitzen schließen die Spitfire aus.

Die Hurricane ist der natürliche Partner der Spitfire und bei der BBMF fast immer mit ihr zu sehen. Die North American P-51 Mustang trägt ebenfalls einen Merlin und klingt entsprechend ähnlich. Wer Motoren mit den Ohren auseinanderhalten will, findet Tipps in Flugzeugtypen am Geräusch erkennen. Mehr Übung bei alten Typen bringt dir Oldtimer am Himmel erkennen.

Die Battle of Britain Memorial Flight

Die Battle of Britain Memorial Flight (BBMF) ist der Grund, warum die Spitfire bis heute im Dienst der Royal Air Force fliegt. Die Einheit entstand am 11. Juli 1957 in Biggin Hill als „Historic Aircraft Flight“, zunächst mit einer Hurricane und drei Spitfire PR XIX. Nach mehreren Umzügen über North Weald, Martlesham Heath, Horsham St Faith und Coltishall ist sie seit 1976 in RAF Coningsby in Lincolnshire stationiert. Ihren heutigen Namen trägt sie seit 1973, als die Lancaster dazukam. Das Motto lautet „Lest We Forget“.

Zur Flotte gehören mehrere Spitfires verschiedener Generationen, zwei Hurricane Mk IIc, die Avro Lancaster PA474, eine Douglas Dakota sowie zwei Chipmunk-Trainer für die Schulung der Piloten. Laut öffentlich zugänglichen Flottenübersichten zählen unter anderem diese Spitfires dazu:

  • P7350, eine Mk IIa und nach gängiger Darstellung die einzige noch fliegende Spitfire, die tatsächlich in der Luftschlacht um England im Einsatz war
  • AB910, eine Mk Vb
  • TE311, eine LF Mk XVIe mit gekapptem Rumpfrücken
  • PM631 und PS915, zwei Griffon-Aufklärer PR XIX, wobei PS915 seit Längerem in der Wartung steht

Ein schwerer Einschnitt war der 25. Mai 2024: Kurz nach dem Abheben stürzte die Spitfire LF Mk IXe MK356 nahe Coningsby ab, der Pilot Squadron Leader Mark Long kam ums Leben. Die RAF setzte daraufhin alle BBMF-Flugzeuge vorübergehend am Boden fest. Die Lancaster kehrte im Sommer 2024 in die Luft zurück, die Jäger folgten später nach und nach. Welche Maschinen in einer Saison tatsächlich fliegen, hängt von Wartung und Inspektionen ab – Nach öffentlichen Flottenübersichten sind inzwischen wieder mehrere BBMF-Spitfires flugfähig, darunter die PR XIX PM631 (seit Oktober 2024) und die Mk Vb AB910 (seit Januar 2026); die genaue Zusammensetzung wechselt aber.

BBMF in Coningsby besuchen

Am Rand der Basis betreibt die RAF gemeinsam mit dem Lincolnshire County Council ein Besucherzentrum, das seit 1987 geöffnet ist. Wenn die Flugzeuge nicht unterwegs sind, führen Guides dich nah an die Maschinen im Hangar. Die Startbahn selbst beobachtest du von der offiziellen Viewing Area an der RAF Coningsby – dort fliegen neben der BBMF auch Eurofighter Typhoon.

Im Sommer tourt die BBMF mit Displays und Überflügen über ganz Großbritannien: bei großen Airshows wie dem Royal International Air Tattoo in Fairford, bei Gedenkveranstaltungen und bei kleineren Flugtagen. Das jeweilige Programm veröffentlicht die RAF während der Saison. Für Planespotter in Großbritannien gilt: Informier dich vorab über die lokalen Regeln, etwa in Spotten in Großbritannien.

Rundflüge: selbst in der Spitfire sitzen

Für viele Luftfahrtfans ist es der Traum schlechthin: einmal hinten in einer Spitfire mitfliegen. In Großbritannien ist das tatsächlich möglich. Mehrere zugelassene Betreiber setzen dafür zweisitzige Spitfires ein, meist Umbauten vom Typ T9 bzw. TR9 mit G-Kennzeichen.

Bekannte Standorte sind etwa der Grasplatz Goodwood an der Südküste und Biggin Hill südlich von London – der Flugplatz, an dem 1957 auch die BBMF-Geschichte begann. Einige Anbieter fliegen zusätzlich von weiteren Flugplätzen in England, Wales, Schottland und auf den Kanalinseln. Die Flüge dauern je nach Paket von wenigen Minuten bis gut eine Stunde und führen zum Beispiel zu den Kreideklippen von Dover, nach Beachy Head oder über historische Jagdflugplätze. Je nach Anbieter sind Kunstflugfiguren möglich; außerdem gibt es Formationsflüge mit einem zweiten Warbird oder ein Begleitflugzeug für Freunde und Familie.

Vor der Buchung genau hinschauen

Spitfire-Rundflüge sind teuer, wetterabhängig und haben in der Regel Vorgaben zu Körpergröße, Gewicht und Gesundheit. Termine verschieben sich, wenn Wind oder Wolken nicht passen. Lies die Bedingungen des jeweiligen Anbieters vollständig und plane Ausweichtage ein.

Wenn dir ein Rundflug zu viel ist: Viele Anbieter und Museen ermöglichen auch das Probesitzen im Cockpit am Boden. Für Spotter ist der Rundflugbetrieb ohnehin ein Gewinn, denn die Zweisitzer starten an Sommertagen oft mehrmals – eine verlässlichere Chance auf eine fliegende Spitfire als manche Airshow.

Flugfähige Spitfires heute

Nach gängigen Übersichten sind weltweit rund 240 Spitfires erhalten, davon etwa 60 bis 70 flugfähig (Stand 2025). Der Schwerpunkt liegt klar in Großbritannien, einzelne Maschinen fliegen aber auch in anderen europäischen Ländern, in den USA, Kanada und Australien. Die Zahl schwankt, weil Zellen restauriert, verkauft oder nach Schäden stillgelegt werden.

Duxford. Kein Ort ist so eng mit der Spitfire verbunden wie IWM Duxford. Hier kam 1938 die erste Serien-Spitfire an, heute sind mehrere Restaurierungsbetriebe und Warbird-Sammlungen auf dem Platz zu Hause – darunter nach Angaben aus Nachschlagewerken auch flugfähige Mk I. Bei den Airshows in Duxford sind Spitfire-Formationen fester Bestandteil. Anreise und Standpunkte beschreibt der Spot IWM Duxford.

Old Warden. Die Shuttleworth Collection zeigt auf ihren Flugtagen historische Flugzeuge aus vielen Jahrzehnten, darunter Jäger des Zweiten Weltkriegs. Den Grasplatz stellt der Spot Shuttleworth Collection in Old Warden vor.

Weitere Termine. Einen Überblick über Veranstaltungen, bei denen Warbirds auftreten, gibt Airshows in Europa. Wie besonders deine Sichtung im Vergleich ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein.

Spitfires im Museum

Statische Exemplare sind deutlich leichter planbar. Die Spitfire gehört zu den Kernstücken vieler britischer Luftfahrtmuseen, etwa im RAF Museum London in Hendon und im RAF Museum Cosford (Spot-Infos). Auch in Duxford stehen Spitfires in der Ausstellung. Prüf vor dem Besuch, welche Exponate gerade gezeigt werden – Museen tauschen Maschinen gelegentlich aus oder geben sie in die Restaurierung. Wer selbst an alten Flugzeugen mitarbeiten will, findet Einstiegsmöglichkeiten in Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.

Bereit für deinen Spitfire-Tag?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe im Programm geprüft, ob Spitfires oder die BBMF angekündigt sind.
  • Ich kenne die Display-Linie und weiß, wo die Sonne steht.
  • Ich habe ein Teleobjektiv mit mindestens 300 mm dabei.
  • Ich habe die Mitzieher-Technik mit längeren Belichtungszeiten geübt.
  • Ich habe Gehörschutz, Regenschutz und genug Speicherplatz eingepackt.

Fototipps speziell für die Spitfire

Die Spitfire ist kaum größer als ein modernes Sportflugzeug und fliegt bei Displays oft enge Kurven. Mit ein paar Kniffen holst du mehr aus deinen Bildern.

Die Flügelform zeigen

Die schönsten Spitfire-Fotos entstehen, wenn die Maschine in einer Kurve den Flügel zeigt. Achte im Display auf die Phasen, in denen sie sich zur Crowd hin neigt – dann kommt die Ellipse voll zur Geltung.

Propeller drehen lassen

Mit zu kurzer Verschlusszeit friert der Propeller ein und das Bild wirkt wie ein Modell. Wie du die richtige Zeit findest, steht in Propeller fotografieren.

Mitziehen üben

Bei Vorbeiflügen schwenkst du mit und hältst die Maschine scharf, während der Hintergrund verwischt. Die Technik erklärt Mitzieher-Technik.

Licht einplanen

Die Tarnfarben wirken im Seitenlicht am besten. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack prüfst du vorab, wo die Sonne während des Displays steht, und siehst Wetter und Wind am Flugplatz.

Allgemeine Tipps für den Tag an der Display-Linie bündelt Airshows fotografieren.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine Spitfire, wenn …

  • der Flügel elliptisch und gleichmäßig gerundet ist
  • die Kühler unter den Flügeln liegen, nicht unter dem Rumpf
  • die Nase lang und schlank ist und der Rumpf zierlich wirkt
  • im Register Spitfire, Seafire oder der Code SPIT steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • fünf Propellerblätter zu sehen sind – dann eine Griffon-Version
  • hinter dem Piloten eine zweite Kabine sitzt – dann ein T9/TR9-Zweisitzer
  • ein Fanghaken unter dem Heck hängt – dann eine Seafire
  • die Maschine auffällig klein wirkt – es gibt verkleinerte Nachbauten

Es ist keine Spitfire, wenn …

  • der Flügel gerade und dick ist und der Rumpf bucklig – dann eine Hurricane
  • ein großer Kühler mittig unter dem Rumpf sitzt – dann eine Mustang
  • die Haube kantig und seitlich klappbar ist – dann eine Bf 109
  • vorn ein runder Sternmotor sitzt – dann etwa eine T-6 Texan

Die North American T-6 Texan, in Großbritannien als Harvard bekannt, fliegt auf Warbird-Shows oft in RAF-Farben mit – der Sternmotor verrät sie aber sofort. Und wer nach der Spitfire die nächste britische Jäger-Generation sucht, findet sie in der Hawker Hunter.

Fazit

Die Spitfire ist mehr als ein Jagdflugzeug: Sie steht für die Luftschlacht um England, für eine ganze Epoche britischer Luftfahrtgeschichte und für Ingenieurskunst, die über zwölf Jahre Bauzeit immer weiter getrieben wurde. Von der Merlin-Mk I bis zur Griffon-Mk 24 veränderte sie sich enorm und blieb trotzdem auf den ersten Blick erkennbar. Für Spotter ist sie der zugänglichste Warbird Europas – dank BBMF, Duxford und Rundflugbetrieb stehen die Chancen auf eine fliegende Spitfire in Großbritannien an jedem Sommerwochenende gut.

Kurzfazit

Elliptischer Flügel, schlanke Nase, Kühler unter den Flügeln: Das ist die Spitfire. Kühlerzahl, Propellerblätter und Haube verraten die Version, eine zweite Kabine den Rundflug-Zweisitzer. Fliegend triffst du sie bei der BBMF in Coningsby, in Duxford und auf vielen britischen Airshows.

Zusammenfassung

  • R. J. Mitchell entwarf die Spitfire bei Supermarine in Southampton auf Basis der Erfahrungen mit den Schneider-Trophy-Rennflugzeugen; der Prototyp K5054 flog am 5. März 1936.
  • Ab August 1938 im Dienst, war sie im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten der RAF im Einsatz – als Jäger, Jagdbomber, Aufklärer und als Seafire auf Flugzeugträgern.
  • Mit dem Wechsel vom Merlin zum größeren Griffon entstand eine zweite Generation mit längerer Nase, Fünfblattpropeller und teils Vollsichthaube.
  • Heute fliegen weltweit dutzende Spitfires, die meisten in Großbritannien; die BBMF, Duxford und zahlreiche Airshows sind die besten Orte für Spotter.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Spitfire?

Der ICAO-Typcode lautet SPIT, er gilt auch für die Seafire. Die genaue Version (Mk IX, XVI, TR9 usw.) verrät der Code nicht – dafür brauchst du Kennzeichen und Registereintrag.

Woran erkenne ich eine Spitfire am schnellsten?

Am elliptischen Flügel. Von unten oder bei einer Kurve zeigt sich die gleichmäßig gerundete Flügelform sofort. Weder Bf 109 noch Hurricane oder Mustang haben einen solchen Flügel. Dazu kommen die lange, schlanke Nase und die Kühler unter den Flügeln.

Was ist der Unterschied zwischen Merlin- und Griffon-Spitfire?

Die Griffon-Versionen ab der Mk XII haben einen größeren Rolls-Royce-Motor, eine längere Nase mit Beulen über den Zylinderreihen und meist einen Fünfblattpropeller. Der Propeller dreht zudem andersherum als beim Merlin. Merlin-Spitfires tragen in der Regel drei oder vier Propellerblätter.

Was ist die Battle of Britain Memorial Flight?

Die BBMF ist eine Einheit der Royal Air Force, die historische Flugzeuge zum Gedenken an die Luftschlacht um England und den Luftkrieg fliegt. Sie entstand 1957 in Biggin Hill und sitzt seit 1976 in RAF Coningsby in Lincolnshire. Zur Flotte gehören Spitfires, Hurricanes, die Lancaster PA474 und eine Dakota.

Kann ich in einer Spitfire mitfliegen?

Ja, in Großbritannien bieten mehrere zugelassene Betreiber Rundflüge in zweisitzigen Spitfires (T9/TR9) an, etwa ab Goodwood oder Biggin Hill. Die Flüge dauern je nach Paket von wenigen Minuten bis gut eine Stunde und führen zum Beispiel an die Klippen von Dover. Die Preise sind hoch und ändern sich – prüf die aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter.

Wie viele Spitfires fliegen noch?

Nach gängigen Übersichten sind rund 240 Spitfires erhalten, davon etwa 60 bis 70 flugfähig (Stand 2025). Die Zahl schwankt, weil Maschinen restauriert, verkauft oder nach Schäden stillgelegt werden. Damit gehört die Spitfire zu den häufigsten flugfähigen Jägern des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Supermarine Spitfire sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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