Das Wichtigste in Kürze
- FACC ist ein Zulieferer, kein Flugzeugbauer: Das Unternehmen aus Ried im Innkreis fertigt Leichtbauteile aus Faserverbundwerkstoffen und Kabinen für Airbus, Boeing, Embraer, Bombardier und weitere Hersteller.
- Vom Ski zum Flugzeug: Die Wurzeln liegen in der Forschungsabteilung von Fischer Ski, 1989 wurde FACC eigenständig.
- Sharklets als Aushängeschild: Bis Juni 2024 hat FACC 2.000 Sharklets für die A320-Familie gebaut – das sichtbarste FACC-Produkt am Spotterzaun.
- Chinesischer Kernaktionär, Wiener Börse: Seit 2009 hält der AVIC-Konzern die Mehrheit, seit 2014 ist FACC börsennotiert.
- Rekord 2025: 984,4 Mio. Euro Umsatz, rund 3.900 Beschäftigte und 15 Standorte laut Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Ski zum Flugzeug
- 8.Was Faserverbund im Flugzeug bedeutet
- 9.Die Geschäftsbereiche im Überblick
- 10.Sharklets: das sichtbarste FACC-Produkt
- 11.Strukturbauteile für Flügel, Leitwerk und Rumpf
- 12.Triebwerke und Gondeln
- 13.Kabinen für Linienjets und Business-Jets
- 14.Drohnen und eVTOL
- 15.Kunden und Programme
- 16.Standorte: vom Innviertel in die Welt
- 17.Wo du Flugzeuge mit FACC-Bauteilen siehst
- 18.FACC im Wettbewerb und in der österreichischen Luftfahrt
- 19.Fazit
- 20.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle im System | Zulieferer der ersten Ebene (Tier 1) für Flugzeug- und Triebwerkshersteller – Leichtbaukomponenten aus Faserverbundwerkstoffen, Kabinenausstattung und Wartung |
|---|---|
| Sitz | Ried im Innkreis (Oberösterreich) |
| Ursprung | Hervorgegangen aus der Forschungsabteilung des Skiherstellers Fischer, 1989 als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert |
| Eigentümer | Börsennotiert an der Wiener Börse (seit 2014); Kernaktionär ist der chinesische Luftfahrtkonzern AVIC mit rund 55 Prozent (Stand 2023) |
| Größe | Laut Unternehmen rund 3.900 Beschäftigte aus über 50 Nationen an 15 Standorten (Stand 2025) |
| Umsatz | 984,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2025 – ein Rekordwert |
| Bereiche | Aerostructures, Engines & Nacelles, Cabin Interiors, Advanced Air Mobility und MRO Services |
| Werke in Österreich | Ried im Innkreis (Werk 1), zwei Werke in St. Martin im Innkreis, eines in Reichersberg |
| Größtes Auslandswerk | Jakovlje in Kroatien mit über 500 Beschäftigten (Stand September 2026) |
| Für Spotter relevant | Die Sharklets an vielen Jets der A320-Familie stammen aus Ried – eines der wenigen FACC-Produkte, die du vom Zaun aus direkt siehst |
| Offizielle Website | www.facc.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
FACC aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für FACC
- Am Zaun einen A320neo oder A321neo mit den hochgezogenen Flügelspitzen fotografiert – die Sharklets stammen in vielen Fällen aus Ried im Innkreis
- Eine Embraer E195-E2 beim Anflug gesehen – FACC wurde für seine Bauteile an der E2-Familie mehrfach von Embraer ausgezeichnet
- Einen Bombardier Challenger 3500 oder Global 8000 auf dem General-Aviation-Vorfeld entdeckt – Kabinenteile liefert FACC aus Kanada und Österreich zu
- Einen Airbus A220 erwischt – auch hier steuert FACC Strukturbauteile bei
- In der Kabine die Gepäckablagen und Deckenpaneele bewusst angeschaut – solche Teile gehören zum Kerngeschäft von FACC
- Bei einem A350 oder einer 787 auf Klappen, Spoiler und Verkleidungen geachtet – FACC zählt beide Großraumjets zu seinen Programmen
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Ein Österreicher, dessen Produkte du an Tausenden Flugzeugen weltweit siehst – allen voran die Sharklets der A320-Familie
- Spannende Firmengeschichte vom Skihersteller zum Luftfahrt-Zulieferer
- Breites Portfolio von Leitwerk und Flügel über Triebwerksgondel bis zur Bordtoilette
- Zukunftsthemen wie Wing of Tomorrow, eVTOL und Frachtdrohnen machen das Unternehmen auch für Technikfans interessant
Wo es hakt
- Die meisten Bauteile sind von außen nicht als FACC-Produkt zu erkennen – sie tragen das Logo des Flugzeugherstellers
- Welche Teile genau von FACC stammen, legen Hersteller und Zulieferer selten im Detail offen
- Die Werke im Innviertel sind Industriebetriebe ohne Flugplatz und ohne Besucherbereich
- Für einzelne Bauteile wie Sharklets gibt es mehr als einen Lieferanten – nicht jedes Exemplar stammt zwingend aus Ried
Wenn du am Zaun einen A320neo fotografierst, hast du ziemlich sicher schon ein Stück Oberösterreich im Bild gehabt. Die hochgezogenen Flügelspitzen der A320-Familie, die Sharklets, werden zu einem großen Teil in Ried im Innkreis gebaut – von FACC. Das Unternehmen ist kein Flugzeughersteller im klassischen Sinn, sondern einer der wichtigsten Spezialisten für Leichtbauteile aus Faserverbundwerkstoffen. Klappen, Spoiler, Leitwerksteile, Triebwerksverkleidungen, Gepäckablagen und ganze Kabinen gehören zum Programm. Und die Geschichte dahinter beginnt ausgerechnet bei einem Skihersteller.
Jede Sichtung im Logbuch
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Vom Ski zum Flugzeug
Die Wurzeln von FACC liegen im Innviertel, beim Skihersteller Fischer. Dessen Forschungsabteilung beschäftigte sich ab 1981 mit der Frage, wo sich die leichten und steifen Faserverbundwerkstoffe, die in Skiern stecken, noch einsetzen lassen. Die Antwort war die Luftfahrt. Erste Aufträge folgten, 1987 kam ein Großauftrag von McDonnell Douglas hinzu, 1989 der erste Auftrag von Airbus.
Im selben Jahr wurde das Luftfahrtgeschäft als Fischer Advanced Composite Components ausgegliedert – daher das Kürzel FACC. 1991 stieg die Österreichische Salinen AG mit der Hälfte der Anteile ein. Die nächste große Zäsur folgte 2009: Der chinesische Flugzeugbauer Xi’an Aircraft Industrial Corporation aus dem staatlichen AVIC-Konzern übernahm die Mehrheit von über 90 Prozent. Xi’an ist Spottern unter anderem als Hersteller des Turboprops MA60 ein Begriff.
2014 ging FACC an die Wiener Börse. Seitdem liegt ein Teil der Aktien bei institutionellen Anlegern und im Streubesitz, Kernaktionär bleibt AVIC mit rund 55 Prozent (Stand 2023). Das Tagesgeschäft wird aber nach wie vor aus Oberösterreich gesteuert.
Was Faserverbund im Flugzeug bedeutet
Faserverbundwerkstoffe – im Spotter-Alltag oft einfach „Composites“ oder Kohlefaser genannt – bestehen aus Kohle- oder Glasfasern, die in ein Harz eingebettet sind. Das Ergebnis ist leichter als Aluminium, dabei sehr steif und korrosionsbeständig. Jedes eingesparte Kilo senkt den Treibstoffverbrauch über die gesamte Lebensdauer eines Flugzeugs, und genau deshalb steigt der Anteil dieser Werkstoffe seit Jahrzehnten.
Bei älteren Mustern waren es vor allem Verkleidungen und Ruder, bei modernen Großraumjets wie dem Airbus A350 und der Boeing 787 bestehen große Teile der Primärstruktur aus Verbundwerkstoffen. Beide Programme nennt FACC als Kunden. Ein Analystenbericht aus dem Jahr 2018 bezifferte den Wert eines kompletten FACC-Bauteilsatzes für einen A350 auf rund 1,5 Millionen Euro – das zeigt, wie viel Faserverbund-Know-how heute in einem einzelnen Großraumjet steckt.
FACC deckt dabei die ganze Kette ab: Entwicklung, Prüfung, Serienfertigung und Wartung. Für das Design hat das Unternehmen eine Zulassung als Entwicklungsbetrieb (Part 21/J), für die Fertigung als Herstellungsbetrieb (Part 21/G) und für Instandhaltung als Part-145-Betrieb.
Die Geschäftsbereiche im Überblick
Heute gliedert FACC sein Angebot in fünf Bereiche. Die drei klassischen Säulen – Strukturen, Triebwerke und Kabinen – machen den Großteil aus; 2018 entfielen laut einer Analyse rund 47 Prozent des Umsatzes auf Aerostructures, 33 Prozent auf Cabin Interiors und 20 Prozent auf Engines & Nacelles.
| Bereich | Was dazu gehört | Wo du es siehst |
|---|---|---|
| Aerostructures | Winglets und Flügelspitzen, Klappen, Spoiler, Querruder, Leitwerke, Flügel-Rumpf-Verkleidung, Klappenschienenverkleidungen, Radome | Außen am Flugzeug – Flügel, Heck, Nase |
| Engines & Nacelles | Bauteile und Verkleidungen für Triebwerke und Triebwerksgondeln | Rund um die Triebwerke |
| Cabin Interiors | Gepäckablagen, Deckenpaneele, Verkleidungen, Bordtoiletten, komplette Kabinen | An Bord von Linienjets und Business-Jets |
| Advanced Air Mobility | Flügel-, Rumpf- und Leitwerksteile für eVTOL, Frachtdrohnen | Bei Testflügen neuer Fluggeräte |
| MRO Services | Wartung, Reparatur und Modifikation von Struktur- und Kabinenteilen | Unsichtbar im Hintergrund |
Sharklets: das sichtbarste FACC-Produkt
Für Spotter ist ein Bauteil besonders spannend: die Sharklets der A320-Familie. Die rund 2,4 Meter hohen, nach oben gebogenen Flügelspitzen reduzieren die Wirbel am Flügelende und damit den Treibstoffverbrauch. Ihre Form orientiert sich an den hochgebogenen Schwungfedern großer Vögel wie dem Kondor, der Name spielt auf eine Haifischflosse an.
Gebaut werden die FACC-Sharklets am Hauptsitz in Ried im Innkreis. Laut Unternehmen besteht jedes Exemplar aus rund 4.000 Einzelteilen, und etwa 100 Fachkräfte arbeiten an der Fertigung. Von Ried aus gehen die Teile direkt an die Endmontagelinien von Airbus. Im Juni 2024 feierte FACC das 2.000. Sharklet; das Jubiläumsflugzeug ging an eine Airline im arabischen Raum.
Wichtig für deine Notizen: Airbus arbeitet bei vielen Bauteilen mit mehreren Lieferanten, auch Korean Air Aerospace wird als Sharklet-Hersteller genannt. Von außen erkennst du nicht, aus welchem Werk die Flügelspitzen eines bestimmten Flugzeugs stammen. Was du aber sicher erkennst: ob ein Jet Sharklets hat. Bei der A320neo und der A321neo gehören sie zum Standard, bei älteren ceo-Maschinen hängt es vom Baujahr und der Nachrüstung ab. Die Details erklärt der Beitrag A320neo oder ceo?, die Unterschiede zwischen den Familienmitgliedern findest du in A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.
Flügelspitzen als Fotomotiv
Sharklets wirken am besten, wenn du das Flugzeug leicht von hinten oder schräg von vorn erwischst – dann hebt sich die Krümmung gegen den Himmel ab. Im Gegenlicht am Abend zeichnen sie eine klare Silhouette. Welche Flügelspitzen-Formen es sonst gibt, zeigt Winglets, Sharklets, Split Scimitar und Raked Wingtips.
Strukturbauteile für Flügel, Leitwerk und Rumpf
Neben den Sharklets fertigt FACC eine lange Liste von Strukturbauteilen. Dazu zählen Landeklappen, Spoiler und Querruder an der Flügelhinterkante, Seiten- und Höhenleitwerke mit ihren Rudern, die großen Flügel-Rumpf-Verkleidungen (Wing-to-Body Fairings) und die schlanken Klappenschienenverkleidungen, die als „Kanus“ unter dem Flügel hängen. Auch Radome, also die Nasenkappen, unter denen das Wetterradar sitzt, gehören zum Portfolio.
Welche dieser Teile genau an welchem Flugzeugtyp von FACC stammen, legen Hersteller und Zulieferer selten im Detail offen. Belegt sind aber mehrere Programme. Für die E-Jet-E2-Familie von Embraer entwickelt und fertigt FACC Hightech-Komponenten und wurde dafür von Embraer mehrfach als Zulieferer ausgezeichnet, unter anderem 2020/21 und in den Jahren 2024 bis 2026. Über die kanadische Tochter liefert FACC Strukturteile für den Airbus A220 und den Bombardier Global 8000.
Ein Blick in die Zukunft ist das Airbus-Forschungsprojekt Wing of Tomorrow, bei dem neue Bauweisen und Fertigungsverfahren für Flügel kommender Verkehrsflugzeug-Generationen erprobt werden. FACC hat dafür eine Schlüsselkomponente entwickelt und 2019 den Innovationspreis von Airbus erhalten.
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Triebwerke und Gondeln
Der Bereich Engines & Nacelles liefert Bauteile und Verkleidungen für Triebwerke und Triebwerksgondeln von Verkehrsflugzeugen und Business-Jets. Solche Komponenten sollen nicht nur leicht sein, sondern auch die Aerodynamik verbessern und den Lärm senken. Zu den Kunden zählen die großen Triebwerkshersteller, darunter Rolls-Royce, Pratt & Whitney und Safran.
Ein konkretes Beispiel ist das Business-Jet-Triebwerk Pearl 10X von Rolls-Royce, für das FACC Verbundbauteile entwickelt. Bereits 2020 erhielt das Unternehmen einen Best-Practice-Preis von Rolls-Royce. Wer sich für die Technik hinter den Gondeln interessiert, findet im Beitrag Triebwerke erkennen die wichtigsten äußeren Merkmale der gängigen Triebwerksfamilien.
Kabinen für Linienjets und Business-Jets
Das zweite große Standbein ist die Kabine. FACC baut komplette Innenausstattungen: Gepäckablagen über den Sitzen, Decken- und Seitenpaneele, Verkleidungen und Bordtoiletten. Ziel ist laut Unternehmen ein modularer Aufbau, der Gewicht spart, mehr Sitzplätze ermöglicht und die Lebensdauer der Bauteile verlängert. Auch biobasierte Werkstoffe und die Wiederverwertung von Thermoplasten sind Forschungsthemen.
Besonders stark ist FACC bei Kabinen für Geschäftsreiseflugzeuge. Für den Bombardier Challenger 3500 und den Global 8000 liefert vor allem die kanadische Tochter Kabinenbauteile. Damit taucht FACC auch auf den GA-Vorfeldern großer Flughäfen auf – wie du die verschiedenen Business-Jets auseinanderhältst, erklärt Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger unterscheiden.
Im Business-Jet-Segment zählen neben Bombardier auch Gulfstream und Dassault zu den Kunden. Auch der Systemlieferant Collins Aerospace steht auf der Kundenliste. Einen guten Vergleich bietet Diehl Aviation, ein deutscher Kabinenspezialist mit ähnlichem Portfolio.
Drohnen und eVTOL
Unter dem Namen Advanced Air Mobility bündelt FACC seine Arbeit an neuen Fluggeräten. Für elektrische Senkrechtstarter (eVTOL) liefert das Unternehmen Flügel- und Rumpfteile aus Faserverbund, bei Konzepten mit festem Flügel auch Höhenleitwerke. Hinzu kommen Strukturbauteile für die Kabine und das Verkleben von Verbundkomponenten.
Ein Schritt weiter geht FACC bei Frachtdrohnen: Hier bietet das Unternehmen Entwicklung und Fertigung vom ersten Konzept bis zur Serie an. Seit 2018 besteht eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Drohnenhersteller EHang zum autonomen Fliegen, 2020 erhielt FACC für ein Projekt zur urbanen Luftmobilität den Innovationspreis des Landes Oberösterreich. Wer selbst Drohnen fliegt, findet die Regeln für Österreich im Beitrag Drohne fliegen in Österreich.
Kunden und Programme
FACC beschreibt sich als Technologiepartner aller großen Flugzeug- und Triebwerkshersteller. Genannt werden unter anderem Airbus, Boeing, Airbus Helicopters, Bombardier, COMAC, Dassault, Embraer, Gulfstream, Pratt & Whitney, Rolls-Royce, Safran und Collins Aerospace.
| Programm | Was über FACC belegt ist |
|---|---|
| Airbus A320-Familie | Sharklets aus Ried im Innkreis, 2.000. Exemplar im Juni 2024 |
| Airbus A350 / Boeing 787 | Verbund-Strukturbauteile, als Programme vom Unternehmen genannt |
| Airbus A220 | Strukturbauteile über FACC Solutions Canada |
| Embraer E-Jet E2 | Hightech-Komponenten, mehrfach von Embraer als Zulieferer ausgezeichnet |
| Bombardier Challenger 3500 / Global 8000 | Kabinenbauteile über FACC Solutions Canada, beim Global 8000 auch Strukturteile |
| Rolls-Royce Pearl 10X | Verbundbauteile für das Business-Jet-Triebwerk |
| Airbus Wing of Tomorrow | Schlüsselkomponente im Forschungsprogramm, Airbus Innovation Award 2019 |
Die E190-E2 und E195-E2 erkennst du übrigens an den neuen Triebwerken und den schlanken, gestreckten Flügeln – die Unterschiede zur ersten E-Jet-Generation erklärt Embraer E170, E175, E190, E195 und E2-Generation auseinanderhalten. Den A350 trennst du von der 787 am sichersten über Cockpitfenster und Flügelspitzen, siehe A350 oder Boeing 787?.
Typ bestimmen
Ob ein Flugzeug FACC-Teile tragen kann, hängt zuerst vom Muster ab. A320-Familie, A220, E2, A350 und 787 sind gute Kandidaten.
Flügelspitzen checken
Bei der A320-Familie zeigen dir die Sharklets sofort, ob ein Jet neuerer Bauart oder nachgerüstet ist.
Kennzeichen notieren
Über das Kennzeichen findest du später Baujahr und Auslieferung heraus – und damit, wann die Bauteile in Ried oder anderswo entstanden sind.
Details fotografieren
Klappen, Spoiler und Verkleidungen sind beim Landeanflug besonders gut zu sehen, wenn die Klappen ausgefahren sind.
Standorte: vom Innviertel in die Welt
Das Herz von FACC schlägt im Innviertel in Oberösterreich. Das Hauptwerk (Werk 1) steht in Ried im Innkreis, zwei weitere Werke liegen im benachbarten St. Martin im Innkreis, eines in Reichersberg. In St. Martin eröffnete 2013 außerdem ein Technologiezentrum. Im März 2026 kündigte FACC dort einen weiteren Ausbau an, der bis 2028 rund 20.000 Quadratmeter Neubau und rund 300 Arbeitsplätze mit hohem Automatisierungsgrad umfassen soll.
Größter Produktionsstandort außerhalb Österreichs ist Jakovlje in Kroatien, nördlich von Zagreb. Im September 2026 eröffnete dort eine Erweiterung, in die rund 36 Millionen Euro geflossen sind; die Produktionsfläche hat sich verdreifacht, die Belegschaft ist laut Unternehmen von 160 auf über 500 Personen gewachsen. Das Werk verfügt über eine vollautomatische Lackiererei und gilt als Kompetenzzentrum für hochwertige Kabinenausstattung.
In Kanada ist FACC seit 2006 vertreten, ursprünglich um Bombardier direkt vor Ort zu unterstützen. 2026 feierte die Tochter ihr 20-jähriges Bestehen; sie beschäftigt laut Unternehmen über 80 Personen und ist seit 2022 von Transport Canada als Wartungsbetrieb für Kabinenkomponenten von Business-Jets anerkannt. Dazu kommen Vertriebs-, Engineering- und Servicebüros nah an den Kunden, etwa in Toulouse, Hamburg, Filton, Seattle, Wichita, Montreal, São Paulo, Abu Dhabi, Indien, Malaysia und China.
Keine Werksbesichtigung am Zaun
Die FACC-Werke im Innviertel sind Industriebetriebe ohne eigenen Flugplatz und ohne Besucherbereich. Fertige Flugzeuge mit FACC-Bauteilen siehst du nicht in Ried, sondern an den Endmontagelinien der Hersteller und an jedem größeren Flughafen.
Wo du Flugzeuge mit FACC-Bauteilen siehst
Weil FACC an so vielen Programmen beteiligt ist, findest du die Bauteile praktisch überall. Die Sharklets der A320-Familie sind an jedem europäischen Flughafen ein tägliches Motiv. In Österreich bietet der Flughafen Wien mit der Besucherterrasse und dem Spotterhügel die größte Auswahl, unter anderem mit der A320-Flotte von Austrian Airlines. Alles Weitere steht im Guide Planespotting in Wien-Schwechat.
Näher an Ried liegen der Flughafen Linz und der Flughafen Salzburg mit seiner Besucherterrasse. Was rechtlich beim Spotten in Österreich gilt, fasst Planespotting in Österreich zusammen.
Wer Flugzeuge frisch aus der Endmontage sehen will, fährt zu Airbus: In Hamburg-Finkenwerder entstehen Jets der A320-Familie – Tipps dazu im Beitrag Airbus Finkenwerder spotten, Linienverkehr gibt es an der Besucherterrasse in Hamburg. In Toulouse absolvieren A350 und andere Airbus-Muster ihre Testflüge am Flughafen Toulouse-Blagnac, direkt daneben liegt das Museum Aeroscopia.
FACC ist für dich spannend, wenn …
- du dich für Flügelspitzen, Klappen und die Technik hinter dem Leichtbau interessierst
- du A320-Familie, A220 oder E2 spottest und mehr über ihre Bauteile wissen willst
- dich die österreichische Luftfahrtindustrie reizt
Bedingt relevant, wenn …
- du Business-Jets auf GA-Vorfeldern fotografierst – FACC steckt drin, ist aber unsichtbar
- du dich für eVTOL und Drohnen interessierst
Eher nebensächlich, wenn …
- du nur Airlines und Lackierungen sammelst
- du einen Werksflugplatz mit Erstflügen suchst – den gibt es in Ried nicht
FACC im Wettbewerb und in der österreichischen Luftfahrt
Im Markt für Faserverbund-Strukturen und Kabinen trifft FACC auf große internationale Zulieferer, darunter Spirit AeroSystems und Premium Aerotec bei Strukturen sowie Safran, Collins Aerospace und Diehl bei Kabinen. Die Stärke von FACC liegt in der Spezialisierung auf Verbundwerkstoffe und darin, Entwicklung, Fertigung und Wartung aus einer Hand anzubieten.
Innerhalb Österreichs ist FACC einer der größten Arbeitgeber der Luftfahrtbranche. Neben dem Flugzeughersteller Diamond Aircraft aus Wiener Neustadt prägt das Unternehmen das Bild der österreichischen Luftfahrtindustrie. Wer sich für die Geschichte der Luftfahrt im Land interessiert, findet im Flugmuseum Aviaticum und im Hangar-7 in Salzburg lohnende Ziele.
Wie es weitergeht, zeigt der Blick auf die Finanzen: Für 2025 meldete FACC einen Rekordumsatz von 984,4 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis von 42,3 Millionen Euro. Bis 2030 will das Unternehmen laut eigenen Angaben rund 350 Millionen Euro in Technologie, Automatisierung und neue Kapazitäten investieren. Grundlage sind die steigenden Produktionsraten bei Airbus, Boeing und Co. sowie neue Programme. Im Oktober 2026 hat FACC dafür einen neuen Konsortialkredit über 190 Millionen Euro abgeschlossen.
Spotten, sammeln, teilen
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Fazit
FACC ist der Beweis, dass Luftfahrtindustrie nicht nur in Toulouse, Hamburg oder Seattle stattfindet. Aus einer Forschungsgruppe beim Skihersteller Fischer ist ein Zulieferer geworden, dessen Bauteile in Flügeln, Leitwerken, Triebwerksgondeln und Kabinen von Tausenden Flugzeugen stecken – vom A320neo über die Embraer E2 bis zum Business-Jet.
Für Spotter ist FACC vor allem Hintergrundwissen mit einem sichtbaren Aushängeschild: den Sharklets. Wenn du das nächste Mal eine A320 mit hochgezogenen Flügelspitzen ablichtest, weißt du, dass die Chancen gut stehen, dass ein Stück Innviertel mit im Bild ist.
Kurzfazit
FACC aus Ried im Innkreis fertigt Leichtbauteile aus Faserverbund, Triebwerksverkleidungen und Kabinen für Airbus, Boeing, Embraer, Bombardier und viele weitere Hersteller. Am Zaun am besten zu sehen: die Sharklets der A320-Familie.
Zusammenfassung
- FACC entstand aus der Faserverbund-Forschung des Skiherstellers Fischer und wurde 1989 als eigenes Unternehmen ausgegliedert.
- Heute liefert FACC Strukturbauteile, Triebwerksverkleidungen und Kabinen für nahezu alle großen Flugzeug- und Triebwerkshersteller.
- Für Spotter am greifbarsten sind die Sharklets der A320-Familie, die in Ried im Innkreis gebaut werden.
- Mit neuen Werken in Kroatien, einem Ausbau in Oberösterreich und Projekten für eVTOL und Drohnen stellt sich FACC auf steigende Produktionsraten ein.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name FACC?
Ursprünglich stand FACC für Fischer Advanced Composite Components – ein Hinweis auf die Herkunft aus dem Skihersteller Fischer und auf die Faserverbundwerkstoffe (Composites), die bis heute das Kerngeschäft bilden. Heute firmiert das Unternehmen als FACC AG.
Baut FACC eigene Flugzeuge?
Nein. FACC ist ein Zulieferer. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Bauteile wie Sharklets, Klappen, Spoiler, Leitwerksteile, Triebwerksverkleidungen und Kabinenausstattung, die Hersteller wie Airbus, Boeing oder Embraer in ihre Flugzeuge einbauen. Im Bereich Drohnen entwickelt FACC allerdings auch komplette Frachtdrohnen.
Wem gehört FACC?
FACC ist seit 2014 an der Wiener Börse notiert. Größter Aktionär ist der chinesische Luftfahrtkonzern AVIC mit rund 55 Prozent (Stand 2023). Die Mehrheit hatte 2009 die AVIC-Tochter Xi'an Aircraft Industrial Corporation übernommen. Der Rest der Aktien liegt bei institutionellen Anlegern und im Streubesitz.
Welche Flugzeuge haben Sharklets von FACC?
FACC fertigt in Ried im Innkreis Sharklets für die Airbus-A320-Familie, also etwa für A320neo und A321neo. Im Juni 2024 lief das 2.000. Exemplar vom Band. Weil Airbus für Bauteile oft mehrere Lieferanten nutzt, lässt sich bei einem einzelnen Flugzeug von außen nicht sicher sagen, aus welchem Werk seine Sharklets kommen. Wie du Sharklets von anderen Flügelspitzen unterscheidest, zeigt Winglets, Sharklets, Split Scimitar und Raked Wingtips.
Für welche weiteren Programme arbeitet FACC?
Belegt sind unter anderem Bauteile für Airbus A350 und Boeing 787, Komponenten für die Embraer-E2-Familie, Kabinenteile für den Challenger 3500 und den Global 8000, Strukturbauteile für den A220 sowie Verbundbauteile für das Business-Jet-Triebwerk Pearl 10X von Rolls-Royce.
Was hat FACC mit Fischer Ski zu tun?
In der Forschungsabteilung von Fischer Ski begann 1981 die Arbeit an Faserverbund-Anwendungen für die Luftfahrt – dieselben leichten, steifen Werkstoffe, die auch in Skiern stecken. Nach ersten Aufträgen, unter anderem von McDonnell Douglas und Airbus, wurde die Sparte 1989 ausgegliedert. Heute sind beide Unternehmen eigenständig.
Kann man FACC besichtigen oder in Ried spotten?
Die Werke in Ried im Innkreis, St. Martin und Reichersberg sind Industriebetriebe ohne Flugplatz und ohne öffentlichen Besucherbereich. Flugzeuge mit FACC-Bauteilen siehst du an praktisch jedem großen Flughafen. In Österreich bieten sich etwa der Flughafen Linz, der Flughafen Salzburg oder der Flughafen Wien an.
Was war der Betrugsfall bei FACC?
Anfang 2016 überwiesen Mitarbeiter auf Basis gefälschter Anweisungen, die scheinbar von der Unternehmensspitze kamen, einen zweistelligen Millionenbetrag an Betrüger. Der Fall wird oft als Beispiel für den sogenannten Fake-President-Betrug genannt. In der Folge trennte sich FACC von Finanzvorstand und Vorstandschef; seit 2016 führt Robert Machtlinger das Unternehmen.
Sichtungen rund um FACC sammeln
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Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Typische Flugzeuge
Airbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-9 Dreamliner
Gezackte Triebwerksenden, schräg auslaufende Flügel und eine glatte, runde Nase: Die 787-9 ist die meistgeflogene Dreamliner-Version. So erkennst du sie und trennst sie von 787-8 und 787-10.
FlugzeugtypEmbraer E190-E2
Gleicher Rumpf, ganz neuer Flügel: Die E190-E2 ist die zweite Generation des mittleren E-Jets. Lange, schräg auslaufende Flügelspitzen und große Getriebefan-Triebwerke verraten sie – wenn du weißt, worauf du achten musst.
FlugzeugtypEmbraer E195-E2
Der größte Jet, den Embraer je gebaut hat: Die E195-E2 bringt bis zu 146 Sitze in eine 2+2-Kabine, hat extrem lange Flügel und ist in Europa vor allem mit KLM Cityhopper unterwegs.
FlugzeugtypAirbus A220-300
Schlanker Rumpf, riesige Getriebefan-Triebwerke, große Fenster: Die A220-300 begann als Bombardier CS300 und ist heute bei Swiss, airBaltic und Air France Alltag. So erkennst du sie.
FlugzeugtypBombardier Challenger 3500
Von außen eine Challenger 350, innen ein neues Flugzeug: Die Challenger 3500 ist Bombardiers aktueller Super-Midsize-Jet und einer der meistgelieferten Businessjets. So ordnest du sie ein.
FlugzeugtypBombardier Global 8000
Mach 0,95, 8.000 nautische Meilen Reichweite und eine Kabinendruckhöhe von unter 2.700 Fuß: Die Global 8000 ist laut Bombardier das schnellste zivile Flugzeug seit der Concorde. Was sie von der Global 7500 trennt – und warum du dafür das Kennzeichen brauchst.
Spotting-Spots rund um FACC
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Wien
Die lange Dachterrasse auf Terminal 3 war jahrelang der bequemste Spot in Wien – derzeit ist sie wegen der Bauarbeiten an der Süderweiterung geschlossen. Hier liest du, was offiziell bekannt ist und welche legalen Alternativen dir am Flughafen Wien bleiben.
SpotterhügelSpotterhügel Flughafen Wien
Seit die Besucherterrasse auf Terminal 3 geschlossen ist, führt in Wien kaum ein Weg am Spotterhügel vorbei: ein vom Flughafen aufgeschütteter Erdhügel östlich der Piste 16/34, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und morgens mit der Sonne im Rücken.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Salzburg
Die Besucherterrasse am Terminal 1 ist der einfachste Einstieg ins Spotting in Salzburg: kostenlos, mit dem Obus erreichbar und mit Blick über das Vorfeld auf die Piste 15/33, den Hangar-7 und die Salzburger Berge. An Winter-Samstagen wird sie zum Treffpunkt der Szene.
MuseumAeroscopia am Flughafen Toulouse-Blagnac
Direkt neben der Airbus-Endmontage in Blagnac stehen zwei Concordes, der zweite A380 überhaupt und das erste A320-Testflugzeug. Aeroscopia ist der perfekte Startpunkt für einen Spottertag in Toulouse – mit Werkstour, Testflugzeugen und dem Beluga-Verkehr nur wenige Kilometer entfernt.
Weitere Einträge
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
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