Das Wichtigste in Kürze
- Aerostruktur-Zulieferer von Airbus: Premium Aerotec baute Rumpfschalen, Rumpfsektionen und Tanks, aber nie ein komplettes Flugzeug.
- Entstanden 2009 aus dem EADS-Werk Augsburg und den Airbus-Werken Nordenham und Varel, später kamen Bremen, Hamburg und Brașov dazu.
- Augsburg ist Messerschmitt-Erbe: Am Standort an der Haunstetter Straße wird seit den 1920er-Jahren Flugzeugbau betrieben.
- Programme: A350-Seitenschalen, A321XLR-Tank, rund 60 Prozent des A400M-Rumpfes und das Eurofighter-Rumpfmittelteil.
- Seit 1. Juli 2025 Geschichte: Alle Werke gehören heute zur Airbus Aerostructures GmbH mit Sitz in Hamburg – der Mutter Airbus.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Ein Zulieferer aus dem eigenen Konzern
- 8.Augsburg: Messerschmitt-Erbe und CFK-Großteile
- 9.Nordenham: Rumpfschalen an der Weser
- 10.Bremen und Hamburg: die kurze Zeit unter dem Premium-Dach
- 11.Varel und Brașov: Frästeile, 3D-Druck und Stringer
- 12.Militärprogramme: Eurofighter und A400M
- 13.Umbau, Streit und das Ende der Marke
- 14.Was das für Spotter bedeutet
- 15.Premium Aerotec im Vergleich
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Status | Historische Marke – seit dem 1. Juli 2025 vollständig in die Airbus Aerostructures GmbH integriert |
|---|---|
| Konzern | Airbus – Premium Aerotec war stets eine hundertprozentige Konzerneinheit |
| Gründung | 1. Januar 2009 durch Zusammenlegung des EADS-Werks Augsburg mit den Airbus-Werken Nordenham und Varel |
| Sitz | Augsburg, ab Juni 2023 Hamburg |
| Rolle in der Branche | Aerostruktur-Zulieferer – Rumpfschalen, Rumpfsektionen, Tanks, Türumgebungen und Frästeile, keine kompletten Flugzeuge |
| Standorte (bis 2022) | Augsburg, Bremen, Nordenham, Hamburg und Varel in Deutschland sowie Brașov (Ghimbav) in Rumänien |
| Standorte (2022–2025) | Augsburg, Varel und Brașov als Geschäftseinheit „Premium Aerotec Industry“ |
| Beschäftigte | Rund 6.000 bei der Gründung; 2024 laut Unternehmen etwa 3.500 in Augsburg, rund 1.400 in Varel und über 1.000 in Brașov |
| Umsatz | Rund 1,1 Mrd. Euro im ersten Geschäftsjahr, etwa 2 Mrd. Euro im Jahr 2019 |
| Wichtigste Programme | Airbus A320-Familie inklusive A321XLR, A350, A400M, Eurofighter |
| Offizielle Website | www.airbus.com/en/products-services/commercial-aircraft/airframes/airbus-aerostructures |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Gehört zu:Airbus
Geschichte im Zeitraffer
Premium Aerotec aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Premium Aerotec
- Einen Airbus A350 fotografiert – die CFK-Seitenschalen seines hinteren Rumpfs entstanden in Augsburg
- Eine A321XLR erwischt und den zusätzlichen Rear Center Tank im Hinterkopf gehabt
- Einen A400M beim Überflug notiert – Rumpfheck und oberes Frachttor stammen weitgehend aus Augsburg
- Einen Eurofighter der Luftwaffe gesehen – das Rumpfmittelteil kommt aus Augsburg
- Eine Maschine der A320-Familie mit Kennzeichen geloggt – Rumpfschalen für diese Reihe kommen aus Nordenham
- In Bremen oder Hamburg-Finkenwerder einen Beluga beim Transport von Airbus-Großbauteilen beobachtet
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Spannender Blick hinter die Kulissen: Ohne die Zulieferwerke fliegt kein einziger Airbus
- Deutsche Flugzeugbautradition von Rumpler und Messerschmitt bis in die Gegenwart
- Militärische und zivile Programme in einem Unternehmen – vom Eurofighter bis zur A321XLR
- Standorte in Norddeutschland liegen nah an Spotterzielen wie Bremen und Hamburg
Wo es hakt
- Keine Werke mit Endmontage oder öffentlichem Spotterblick – die Teile reisen weiter zu den Endmontagelinien
- Der Name verschwindet: Seit Juli 2025 tritt alles als Airbus Aerostructures auf
- Werksgelände sind Sicherheitsbereiche, Fotos von Hallen und Toren sind tabu
- Am fertigen Flugzeug sind die Bauteile von außen nicht als Premium-Aerotec-Teile erkennbar
Wenn ein Airbus A350 über dich hinwegzieht, siehst du ein Flugzeug aus Toulouse. Ein Teil seines Rumpfes kommt allerdings aus Augsburg. Genau dafür stand Premium Aerotec: Rumpfschalen, Tanks und Strukturbauteile aus deutschen Werken, ohne die am Ende der Montagelinie kein Airbus fertig wird. Die Marke gibt es seit Juli 2025 nicht mehr. Ihre Werke in Augsburg, Nordenham, Bremen und Varel arbeiten aber weiter, nur unter dem Namen Airbus Aerostructures. Hier erfährst du, was dort entstand, wie das Unternehmen gewachsen und wieder verschwunden ist und an welchen Flugzeugen du die Teile heute siehst.
Jede Sichtung mit allen Daten
In Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot fest. So weißt du auch später noch, welchen A350 du wo erwischt hast. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Ein Zulieferer aus dem eigenen Konzern
Premium Aerotec war nie ein unabhängiger Flugzeugbauer. Das Unternehmen gehörte durchgehend zu Airbus, damals noch EADS, und baute Strukturbauteile, die andere Werke zu kompletten Flugzeugen zusammensetzen. In der Branche spricht man von Aerostrukturen. Gemeint sind Rumpfschalen, ganze Rumpfsektionen, Türumgebungen, Druckkalotten, Tanks und unzählige gefräste oder geformte Einzelteile.
Die Idee dahinter stammt aus dem Jahr 2007. Der schwache US-Dollar und die teuren Programme A380 und A350 setzten Airbus unter Druck, und der Konzern startete ein Sparprogramm. Ein Baustein war die Ausgliederung mehrerer Werke in eigenständige Gesellschaften – in Deutschland entstand so Premium Aerotec. Die Fachpresse zog damals den Vergleich zu Boeing, das sein Rumpfwerk in Wichita wenige Jahre zuvor als Spirit AeroSystems verkauft hatte. Anders als Spirit blieb Premium Aerotec aber eine hundertprozentige Konzerntochter.
Zum 1. Januar 2009 nahm das neue Unternehmen den Betrieb auf. Den Kern bildeten drei Werke: das bisherige EADS-Werk in Augsburg und die Airbus-Werke in Nordenham und Varel. Rund 6.000 Menschen arbeiteten zum Start dort, im ersten Jahr setzte das Unternehmen etwa 1,1 Milliarden Euro um. Bis 2019 wuchs der Umsatz auf rund zwei Milliarden Euro.
Augsburg: Messerschmitt-Erbe und CFK-Großteile
Das wichtigste Werk lag in Augsburg, genauer im Süden der Stadt an der Haunstetter Straße. Hier hat Flugzeugbau eine lange Geschichte. Ab 1916 bauten die Bayerischen Rumpler-Werke an diesem Standort Flugzeuge. 1926 übernahmen die Bayerischen Flugzeugwerke die Hallen samt Werksflugplatz. Unter Willy Messerschmitt wurde daraus 1938 die Messerschmitt AG. Hier wurden Konstruktionen wie die Bf 108 Taifun und die Bf 109, später auch die Me 262 entwickelt. Zu dieser Geschichte gehört auch ein dunkles Kapitel: Im Zweiten Weltkrieg mussten für Messerschmitt Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge arbeiten.
Nach dem Krieg ging Messerschmitt in Messerschmitt-Bölkow-Blohm auf, über die DASA und EADS führte der Weg schließlich zu Airbus. 2024 feierte das Werk 70 Jahre Ausbildung, rund 2.500 junge Leute haben die Augsburger Lehrwerkstatt in dieser Zeit durchlaufen.
Laut Unternehmen arbeiteten 2024 rund 3.500 Menschen in vier Augsburger Teilwerken. Im Mittelpunkt standen große, hoch belastete Strukturen, zum Teil in Hybrid-Leichtbau und Kohlefaser (CFK):
| Bauteil | Programm | Was du darüber wissen solltest |
|---|---|---|
| CFK-Seitenschalen Sektion 16/18 | A350 | Seitliche Schalen des hinteren Rumpfs, gefertigt im Werk I |
| Rear Center Tank (RCT) | A321XLR | Zusatztank im Rumpf, der der XLR ihre Reichweite gibt |
| Rumpfmittelteil | Eurofighter | Seit Jahrzehnten Augsburger Spezialität, auch für die Tranche 4 |
| Rumpfheck, Schalen, oberes Frachttor | A400M | Großer Teil der Rumpfstruktur des Militärtransporters |
| Druckkalotten | Airbus-Verkehrsflugzeuge | Gewölbte Abschlüsse der Druckkabine im Heck |
Besonders der Rear Center Tank zeigt, wie viel Ingenieursarbeit in einem unsichtbaren Teil steckt. Airbus vergab den Auftrag 2019, im Juni 2020 begann in Augsburg die Fertigung, im Mai 2021 ging der erste Tank an Airbus. 2023 begann der Bau einer knapp 14.000 Quadratmeter großen Halle, um die Tankfertigung auszubauen.
Die XLR von außen erkennen
Den Zusatztank siehst du nicht, denn er sitzt im Rumpf. Für die Bestimmung am Himmel bleibst du bei den typischen A321neo-Merkmalen und prüfst Kennzeichen und Airline. Wie du die Varianten der Familie auseinanderhältst, erklärt der Beitrag A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.
Nordenham: Rumpfschalen an der Weser
Das Werk in Nordenham liegt an der Unterweser, gegenüber von Bremerhaven. Die Luftfahrt kam 1935 dorthin, als die Weser-Flugzeugbau auf dem Gelände einer früheren Werft mit der Reparatur von Seeflugzeugen begann. In der Nachkriegszeit wurde das Werk Teil der großen deutschen Luftfahrtkonzerne und schließlich von Airbus.
Nordenham ist auf Rumpfschalen spezialisiert. Laut Airbus entstehen dort pro Jahr rund 5.000 Schalen, außerdem werden Rumpfsektionen montiert. Bekannt wurde das Werk auch für ein Verfahren, mit dem Versteifungen per Laser auf die Rumpfhaut geschweißt werden, statt sie zu nieten. Dafür gab es im Jahr 2000 den Innovationspreis der deutschen Wirtschaft. Für die A321XLR war Nordenham an den Sektionen 15 und 17 beteiligt, bei Sektion 17 gemeinsam mit Varel.
Seit dem 1. Juli 2022 gehört Nordenham nicht mehr zu Premium Aerotec, sondern zur neu gegründeten Airbus Aerostructures. An der Arbeit hat sich dadurch wenig geändert, nur die Firmenschilder sind andere.
Die A321XLR auf die Wunschliste
Setz Typen wie die A321XLR oder den A350 auf die Wunschliste deines Hangars und richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ ein. Planetrack meldet sich, wenn ein passendes Flugzeug anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Bremen und Hamburg: die kurze Zeit unter dem Premium-Dach
Bremen und Hamburg gehörten nicht zu den Gründungswerken, liefen aber bis Mitte 2022 ebenfalls unter Premium Aerotec. In Bremen liegt der Schwerpunkt heute laut Airbus auf Blech- und Thermoplast-Formteilen. Rund vier Millionen solcher Teile entstehen pro Jahr für die A320-Familie, den A330, den A350 und den A400M. Das Werk ist darauf eingestellt, dringende Kundenanfragen innerhalb von 48 Stunden zu bedienen. Airbus ist in Bremen außerdem mit weiteren, getrennten Bereichen vertreten, deshalb ist „Airbus in Bremen“ nicht dasselbe wie das frühere Premium-Aerotec-Werk.
In Hamburg ging es um die Strukturmontage. Seit 2022 ist Hamburg die Zentrale von Airbus Aerostructures und deren größter Standort, das Kompetenzzentrum für die Montage von Rumpfstrukturen.
Für Spotter ist der Norden attraktiv, weil Werk und Flughafen hier nah beieinanderliegen. Am Flughafen Bremen stehst du bequem auf der Besucherterrasse, und mit etwas Glück taucht ein Beluga auf, der Großbauteile zwischen den Airbus-Standorten fliegt. Alles Weitere zur Stadt liest du im Guide Planespotting in Bremen.
Varel und Brașov: Frästeile, 3D-Druck und Stringer
Das Werk in Varel im Landkreis Friesland ist das Zerspanungszentrum. Rund 1.400 Beschäftigte fertigten dort 2024 hoch belastete Frästeile aus Aluminium, Titan und Stahl. Dazu kommen Türumgebungen für Passagier- und Frachttüren des A350, Lufteinlaufschalen und -röhren für den Eurofighter sowie Großbauteile für den A400M. Airbus nennt außerdem die Schwelleneinheit am Hauptdeck des A350F als Varel-Bauteil.
Varel hat sich früh mit 3D-Druck beschäftigt. 2019 erhielt Premium Aerotec als erster Luftfahrtzulieferer eine Gesamtprozessqualifikation für additiv gefertigte Titanbauteile auf Multilaser-Anlagen. 2022 gingen die ersten gedruckten Titan-Strukturteile für die A320-Familie in Serie, nach A400M und A350 das dritte Programm mit gedruckten Teilen. Mit Lufthansa Technik entstand zudem ein gedrucktes Ersatzteil für das Anti-Icing-System des V2500-Triebwerks, das eine EASA-Zulassung bekam. Eine Besonderheit ist der Bau von Windkanalmodellen, an denen Klappenstellungen und Flugphasen getestet werden.
Im rumänischen Ghimbav bei Brașov begann Ende 2010 die Fertigung. Aus rund 160 Beschäftigten wurden über 1.000. Das Werk fräst und dreht Metallteile und stellt rund 1.200 verschiedene Profile her, darunter Stringer bis vier Meter Länge. Diese Längsversteifungen stecken in nahezu allen Airbus-Modellen.
Militärprogramme: Eurofighter und A400M
Ein großer Teil der Arbeit von Premium Aerotec war militärisch. Das Rumpfmittelteil des Eurofighter kommt seit Jahrzehnten aus Augsburg. Schon 2009 lieferte das Werk das 300. Exemplar aus. Im November 2020 bekam Premium Aerotec den Auftrag für die Rumpfmittelteile der 38 Eurofighter, die Deutschland mit der Tranche 4 (Projekt „Quadriga“) bestellt hatte. Das erste Mittelteil aus dieser Bestellung verließ Augsburg Ende 2022. Mehr über das Programm findest du bei der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH und im Beitrag Eurofighter in Deutschland spotten.
Beim A400M war die Rolle noch größer. Premium Aerotec fertigte nahezu das gesamte Rumpfheck, Schalen des Rumpfmittelteils, metallische Rohrsysteme und das obere Frachttor. Airbus gibt heute an, dass etwa 60 Prozent des A400M-Rumpfes aus Augsburg kommen. Im Juli 2024 lieferte Premium Aerotec zum 150. Mal Bauteile für den Transporter aus. Wo du den A400M in Deutschland am besten siehst, steht im Beitrag zum Fliegerhorst Wunstorf.
Ein Bauteil, viele Hände
Kein Werk baut ein Flugzeug allein. Eine A350-Sektion kann Profile aus Brașov, Frästeile aus Varel und Schalen aus Augsburg enthalten, bevor sie in Hamburg ausgerüstet und in Toulouse endmontiert wird. Hersteller wie Diehl Aviation oder FACC liefern zusätzlich Kabine und Verkleidungen.
Umbau, Streit und das Ende der Marke
Die Geschichte von Premium Aerotec war nie ganz ruhig. Bereits 2013 kündigte das Unternehmen einen verschärften Umbau an, um die Kosten zu senken, und die damalige Geschäftsführung machte den Weg für ein neues Management frei. 2015 übernahm Thomas Ehm die Leitung. Im Februar 2020 verbuchte Airbus eine Restrukturierungsbelastung von rund 100 Millionen Euro für die Tochter.
Mit der Corona-Krise wurde es ernst. 2020 berichteten Medien von bis zu rund 2.800 Stellen, die in Augsburg und Norddeutschland wegfallen könnten. 2021 prüfte Airbus, die Einzelteilfertigung an einen Investor zu verkaufen. Die IG Metall sicherte sich in langen Verhandlungen ein Mitspracherecht. Im März 2022 war der Verkauf des Augsburger Teils vom Tisch, die Gespräche konzentrierten sich danach auf Varel und den Zulieferer Mubea. Am Ende kam es auch dort nicht zum Verkauf, Varel blieb im Konzern.
Die eigentliche Neuordnung kam in zwei Schritten:
1. Juli 2022
Nordenham, Bremen und Hamburg wechseln in die neue Airbus Aerostructures GmbH. Augsburg, Varel und Brașov bleiben als „Premium Aerotec Industry“ zusammen.
September 2022
Thomas Ehm legt den Vorsitz der Geschäftsführung nieder. Die Premium Aerotec GmbH wird danach schrittweise zu einer Holding für das zivile Airbus-Geschäft in Deutschland umgebaut.
13. Juni 2023
Die Premium Aerotec GmbH heißt nun Airbus GmbH, der Sitz wandert von Augsburg nach Hamburg.
1. Juni 2024
Norbert Peer übernimmt die Leitung der Geschäftseinheit von Sebastian Peters.
1. Juli 2025
Augsburg, Varel und Brașov gehen in Airbus Aerostructures auf. Die Marke Premium Aerotec ist damit Geschichte.
Airbus Aerostructures beschäftigt laut Airbus heute rund 16.000 Menschen aus mehr als 70 Nationen. Neben den früheren Premium-Aerotec-Werken gehört auch Stade dazu, das CFK-Großteile wie die Oberschale des A350-Flügels baut.
Dein Airbus-Logbuch
Sichtungen posten, Fotos von der Spot-Karte mit bestem Licht planen und mit der Community teilen – in Planetrack landet alles an einem Ort. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Was das für Spotter bedeutet
Ein Premium-Aerotec-Werk wirst du nicht spotten. An den Standorten gibt es keine Endmontage, und die Werksgelände sind Sicherheitsbereiche, auf denen Fotografieren verboten ist. Trotzdem lohnt sich das Wissen, weil es den Blick auf jedes Airbus-Foto verändert. Wenn du einen A350 im Anflug fotografierst, steckt in seinem hinteren Rumpf Augsburger Kohlefaser, und die Stringer kommen wahrscheinlich aus Rumänien.
Die besten Orte, um diese Teile wiederzusehen, sind die Endmontagelinien. In Hamburg-Finkenwerder entstehen Flugzeuge der A320-Familie. Wie du dort zum Zug kommst, erklärt der Beitrag Airbus Finkenwerder spotten; am Flughafen Hamburg bietet sich der Affenfelsen an. In Toulouse rollen die A350 vom Band; der Flughafen Toulouse-Blagnac und der Spot am Aeroscopia sind dafür die Anlaufstellen.
Neu gebaute Maschinen erkennst du oft an Testkennzeichen und Werksflügen. Wie du diese auf dem Radar findest, steht im Beitrag Testflüge und Werksflüge verfolgen. Zum Transport zwischen den Werken setzt Airbus den Beluga XL ein, ein Fotomotiv, das an jedem Airbus-Standort Spotter anzieht.
Spannend für dich, wenn …
- du wissen willst, wo die Teile deines Lieblingsflugzeugs herkommen
- dich deutsche Luftfahrtgeschichte von Messerschmitt bis Airbus interessiert
- du Eurofighter, A400M und Airbus-Zivilflugzeuge gleichermaßen fotografierst
Bedingt relevant, wenn …
- du nur auf Airline-Lackierungen und Special Liveries schaust
- du Werksbesichtigungen erwartest – öffentliche Touren sind nicht die Regel
Eher nichts für dich, wenn …
- du nach einem konkreten Spotterplatz am Werk suchst
Premium Aerotec im Vergleich
Der naheliegende Vergleich ist Spirit AeroSystems. Beide entstanden in den 2000er-Jahren aus Werken der großen Flugzeugbauer, beide bauten vor allem Rumpfstrukturen. Spirit wurde verkauft und war jahrelang eigenständig, Premium Aerotec blieb immer Teil von Airbus. Am Ende holten beide Konzerne ihre Strukturfertigung wieder enger an sich heran.
In Deutschland ergänzen andere Zulieferer das Bild: Diehl Aviation baut Kabinen und Systeme, MTU Aero Engines Triebwerksteile, und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH koordiniert das Kampfflugzeugprogramm, für das Augsburg das Mittelstück liefert. Wer sich für die Rolle der Großbauteile im Airbus-System interessiert, findet beim Mutterkonzern Airbus den Überblick über Endmontagelinien und Programme.
Fazit
Premium Aerotec war rund 16 Jahre lang der Name für die deutsche Strukturfertigung von Airbus. In Augsburg, Nordenham, Varel, Bremen und Brașov entstanden Rumpfschalen, CFK-Großteile, Tanks und Millionen Einzelteile für fast jedes Airbus-Programm, dazu wichtige Strukturen für Eurofighter und A400M. Seit Juli 2025 tragen die Werke den Namen Airbus Aerostructures, die Arbeit geht weiter.
Für dich als Spotter bleibt Premium Aerotec ein Stück Hintergrundwissen, das jedes A350-, A321XLR- oder A400M-Foto ein wenig reicher macht. Fotografieren kannst du die Teile dort, wo sie als fertiges Flugzeug wieder auftauchen.
Kurzfazit
Premium Aerotec war von 2009 bis 2025 die Aerostruktur-Tochter von Airbus mit Werken in Augsburg, Nordenham, Bremen und Varel. Die Bauteile stecken in A350, A321XLR, A400M und Eurofighter – heute laufen die Werke als Airbus Aerostructures weiter.
Zusammenfassung
- Premium Aerotec war die Strukturfertigung von Airbus in Deutschland – ein ausgegliederter Zulieferer, der fast ausschließlich für den eigenen Konzern arbeitete.
- Augsburg stand für CFK-Großteile und Militärprogramme, Nordenham für Rumpfschalen, Varel für Frästeile und 3D-Druck, Bremen für Blechformteile.
- Nach mehreren Umbauten seit 2022 ist die Marke im Juli 2025 vollständig in Airbus Aerostructures aufgegangen.
- Für Spotter ist Premium Aerotec ein Hintergrundwissen-Thema: Die Teile siehst du an jedem A350, an der A321XLR, am A400M und am Eurofighter.
Häufige Fragen
Gibt es Premium Aerotec noch?
Nicht mehr als eigene Einheit. Seit dem 1. Juli 2025 sind auch die letzten Standorte Augsburg, Varel und Brașov in die Airbus Aerostructures GmbH integriert. Nordenham, Bremen und Hamburg waren schon am 1. Juli 2022 dorthin gewechselt. Die Werke und ihre Belegschaften arbeiten weiter, nur der Name Premium Aerotec ist verschwunden.
Was hat Premium Aerotec gebaut?
Strukturteile für Flugzeuge, keine kompletten Maschinen. Dazu gehören Rumpfschalen für die A320-Familie und den A350, die CFK-Seitenschalen der hinteren A350-Rumpfsektionen 16/18, der Rear Center Tank der A321XLR, das Rumpfmittelteil des Eurofighter und ein großer Teil des A400M-Rumpfes.
Wo lagen die Werke von Premium Aerotec?
In Deutschland in Augsburg, Nordenham, Varel, Bremen und Hamburg, dazu im rumänischen Ghimbav bei Brașov. Gegründet wurde das Unternehmen 2009 mit den drei Werken Augsburg, Nordenham und Varel.
Was hat Premium Aerotec mit Messerschmitt zu tun?
Das Augsburger Werk liegt an dem Standort, an dem die Bayerischen Flugzeugwerke ab 1926 die Hallen der früheren Rumpler-Werke nutzten. Daraus wurde 1938 die Messerschmitt AG, die nach dem Krieg in Messerschmitt-Bölkow-Blohm aufging. Über MBB, DASA und EADS führt die Linie bis zu Airbus.
Warum hat Airbus Premium Aerotec überhaupt ausgegliedert?
Ende der 2000er-Jahre stand der Konzern unter Kostendruck – unter anderem durch den schwachen US-Dollar und die hohen Investitionen in A380 und A350. Mehrere Werke in Deutschland und Frankreich wurden deshalb in eigene Gesellschaften ausgelagert, die auch für andere Kunden arbeiten konnten. Premium Aerotec blieb trotzdem stark von Airbus abhängig und wurde später schrittweise zurück in den Konzern geholt.
Kann ich Premium-Aerotec-Werke besuchen oder fotografieren?
Die Werke sind Industrie- und Sicherheitsbereiche ohne öffentliche Spotterplätze. Fotos von Hallen, Toren oder Bauteilen auf dem Gelände sind nicht erlaubt. Spannender für dich sind die Orte, an denen die Teile als fertiges Flugzeug wieder auftauchen – etwa Airbus Finkenwerder oder Toulouse.
Welche Airlines fliegen Flugzeuge mit Premium-Aerotec-Teilen?
Praktisch jede Airbus-Kundin. Wer A350 betreibt, etwa Lufthansa, Qatar Airways oder Singapore Airlines, fliegt die Augsburger Seitenschalen mit. Die A321XLR mit dem Augsburger Tank findest du zum Beispiel bei Iberia und Aer Lingus.
Sichtungen rund um Premium Aerotec sammeln
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Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Lufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
IB / IBEIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
EI / EINAer Lingus
Irlands Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Dublin: gegründet 1936, seit 2015 Teil der IAG, ohne Allianz – und mit A321LR und A321XLR einer der spannendsten Single-Aisle-Betreiber über dem Nordatlantik.
QR / QTRQatar Airways
Die Airline aus Katar mit der Oryx am Leitwerk: Drehkreuz Doha, oneworld-Mitglied, Erstkundin des A350 und mit fünf deutschen Zielen eine der präsentesten Golf-Airlines in Deutschland.
SQ / SIASingapore Airlines
Die Netzwerk-Airline aus Singapur: reines Drehkreuz Changi, größter A350-Betreiber, Erstkunde von A380 und 787-10 – und in Frankfurt und München ein Pflichtmotiv für Langstrecken-Fans.
Typische Flugzeuge
Airbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A350-1000
Schwarze Cockpit-Maske, gebogene Flügelspitzen und ein Rumpf von fast 74 Metern auf sechsrädrigen Fahrwerken: Die A350-1000 ist die große A350. So erkennst du sie und trennst sie sicher von A350-900 und Boeing 777.
FlugzeugtypAirbus A350F
Ein A350-Rumpf ohne Fensterreihe, ein riesiges Frachttor hinter dem Flügel und die Maske am Cockpit: Die A350F ist Airbus’ neuer Großraumfrachter. Seit Ende September 2026 fliegt der erste Prototyp – hier erfährst du, was ihn ausmacht.
FlugzeugtypAirbus A321XLR
Ein Schmalrumpfjet über den Atlantik: Die A321XLR ist die Extra-Long-Range-Version der A321neo mit festem Hecktank. Was sie kann, wer sie fliegt und wie du sie bestimmst.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A400M Atlas
Vier Turboprops mit sichelförmigen Achtblatt-Propellern, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und eine große Heckrampe: Der A400M ist Europas Militärtransporter. So erkennst du ihn sicher und weißt, wo du ihn siehst.
FlugzeugtypEurofighter EF2000 Typhoon
Entenflügel vor dem Cockpit, großer Deltaflügel, ein breiter Lufteinlass wie ein Lächeln unter der Nase: Der Eurofighter ist das Rückgrat der Luftwaffe. So erkennst du ihn und weißt, wo du ihn in Deutschland siehst.
FlugzeugtypAirbus BelugaXL (A330-743L)
Ein Buckel wie ein Wal, ein aufgemaltes Grinsen und ein Laderaum, in den zwei A350-Flügel passen: Der BelugaXL ist Airbus’ fliegender Teiletransporter – und einer der Lieblinge jedes Spotters.
Spotting-Spots rund um Premium Aerotec
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Bremen
Auf dem Dach von Terminal 1 schaust du über das Bremer Vorfeld bis zur Piste 08/26: unkompliziert, mit der Straßenbahn direkt erreichbar und mit realistischen Chancen auf die Airbus Beluga XL, die das benachbarte Airbus-Werk anfliegt.
SpotterhügelAffenfelsen am Flughafen Hamburg
Der bekannteste Spotterpunkt am Hamburger Flughafen: Vom Affenfelsen an der Holtkoppel schaust du ohne Leiter über den Zaun auf die Piste 15/33 – mit Kiosk-Café direkt nebenan und der Sonne am Vormittag im Rücken.
MuseumAeroscopia am Flughafen Toulouse-Blagnac
Direkt neben der Airbus-Endmontage in Blagnac stehen zwei Concordes, der zweite A380 überhaupt und das erste A320-Testflugzeug. Aeroscopia ist der perfekte Startpunkt für einen Spottertag in Toulouse – mit Werkstour, Testflugzeugen und dem Beluga-Verkehr nur wenige Kilometer entfernt.
Weitere Einträge
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerSpirit AeroSystems
Fast jeder 737-Rumpf der letzten Jahrzehnte kam aus Wichita: Spirit AeroSystems war der größte unabhängige Hersteller von Flugzeugstrukturen, baute für Boeing und Airbus – und wurde im Dezember 2025 zwischen beiden aufgeteilt.
HerstellerEurofighter Jagdflugzeug GmbH
Die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH steuert von Hallbergmoos bei München aus das größte europäische Kampfflugzeugprogramm. Hinter ihr stehen Airbus, BAE Systems und Leonardo – und vier Endmontagelinien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien.
HerstellerDiehl Aviation
Der Kabinen- und Systemlieferant aus der Diehl-Gruppe baut, was du beim Fliegen um dich herum siehst: Beleuchtung, Gepäckfächer, Waschräume, Bordküchen und Ruheräume für die Crew. Dazu kommen Wasser-, Sauerstoff- und Brandschutzsysteme sowie Avionik, die über die Tochter Diehl Aerospace gemeinsam mit Thales entsteht.
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