Dassault Aviation

Dassault Aviation baut in Frankreich Kampfjets und die Businessjets der Falcon-Familie. Für Spotter heißt das: Rafale auf Airshows und Militärflugplätzen, Falcons auf jedem größeren Flughafen mit Geschäftsreiseverkehr – und mit ein paar Merkmalen am Heck lassen sich die Modelle sicher auseinanderhalten.

Auch bekannt als: Dassault · Société des Avions Marcel Bloch · Avions Marcel Dassault · Avions Marcel Dassault-Breguet Aviation · Dassault Falcon

FrankreichFrankreichFlugzeugherstellerseit 192912 Min. Lesezeit

1929

Gründung durch Marcel Bloch

1963

Erstflug des ersten Falcon-Jets

37

Falcon-Auslieferungen 2025

12

gebaute Mercure – das einzige Dassault-Verkehrsflugzeug

Das Wichtigste in Kürze

  • Dassault Aviation ist Frankreichs großer Hersteller von Kampfjets und Businessjets. Gegründet 1929 von Marcel Bloch, heute geführt von Éric Trappier.
  • Für Spotter zählt vor allem die Falcon-Familie: Falcon 2000LXS und 6X mit zwei Triebwerken, Falcon 900LX und 8X mit drei.
  • Das Heck verrät den Typ: Ein Lufteinlass oben auf dem Rumpf vor dem Seitenleitwerk bedeutet Dreistrahler, also 900, 7X oder 8X.
  • Die Rafale erkennst du an den Canards direkt hinter dem Cockpit und den zwei Triebwerken – zu sehen vor allem auf Airshows und an Militärflugplätzen.
  • Einziges Verkehrsflugzeug war die Mercure mit 12 Exemplaren bei Air Inter; eine davon steht im Technik Museum Speyer.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Tätigkeitsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Was du als Spotter wissen solltest
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Von Marcel Bloch zu Dassault
  8. 8.Die Falcon-Familie im Überblick
  9. 9.Die Dreistrahler: Falcon 900LX, 7X und 8X
  10. 10.Die Zweistrahler: Falcon 2000LXS, 6X und 10X
  11. 11.In vier Schritten zum richtigen Falcon
  12. 12.Rafale, Mirage und die Militärseite
  13. 13.Die Mercure – das einzige Dassault-Verkehrsflugzeug
  14. 14.Hersteller bestimmt, Betreiber nicht
  15. 15.Wo du Falcons am besten siehst
  16. 16.Fazit
  17. 17.Häufige Fragen

Steckbrief

Rolle in der BrancheHersteller von Kampfflugzeugen und Businessjets – Rafale für Streitkräfte, Falcon-Familie für Unternehmen, Charterfirmen und Regierungen
Gründung1929 durch Marcel Bloch als Société des Avions Marcel Bloch
Heutiger NameDassault Aviation seit 1990; davor Avions Marcel Dassault und nach der Übernahme von Breguet 1971 Avions Marcel Dassault-Breguet Aviation
SitzParis bzw. Saint-Cloud im Großraum Paris, Frankreich
KonzernzugehörigkeitMehrheitlich Teil der Groupe Dassault; Airbus hält eine Minderheitsbeteiligung
LeitungÉric Trappier, Vorstandsvorsitzender seit 2013
Aktuelles Falcon-ProgrammFalcon 2000LXS, Falcon 900LX, Falcon 6X, Falcon 8X; dazu die Falcon 10X in der Erprobung
MilitärprogrammRafale in den Versionen B, C und M; früher die Mirage-Familie
EndmontageMérignac bei Bordeaux für Rafale und Falcon; Innenausstattung vieler Falcons in Little Rock, Arkansas (USA)
Kennzahlen 2025 (Unternehmensangabe)Umsatz rund 7,42 Mrd. Euro, 37 ausgelieferte Falcons und 26 Rafale
Erkennungsweg im FeldZahl und Lage der Triebwerke am Heck, Rumpflänge, Winglets und Kennzeichen
Offizielle Websitewww.dassault-aviation.com

Tätigkeitsfelder

Businessjets – die Falcon-Familie mit Zwei- und Dreistrahlern vom Falcon 2000LXS bis zur großen Falcon 10X
Kampfflugzeuge – die Rafale für die französischen Streitkräfte und zahlreiche Exportkunden
Sondermissionen – Falcon-Varianten für Seeüberwachung, Aufklärung, Kalibrierflüge und Regierungstransport
Unbemannte Systeme – Forschung an Kampfdrohnen, etwa mit dem Technologiedemonstrator nEUROn
Services – Wartung, Ersatzteile und Betreuung für Falcon-Betreiber und Luftstreitkräfte

Struktur & Marken

Dassault Falcon Jet – Vertrieb und Betreuung der Falcon-Familie in Nord- und Südamerika
Werk Mérignac – Endmontage von Rafale und Falcon am Flughafen Bordeaux
Flugerprobung Istres – Test- und Erprobungszentrum in Südfrankreich
Completion Center Little Rock – Innenausstattung und Lackierung von Falcons in Arkansas
Weitere französische Standorte – unter anderem Argenteuil, Biarritz und Martignas für Rumpf-, Leitwerks- und Flügelteile
Joint Venture in Nagpur (Indien) – Fertigung von Bauteilen; 2025 vereinbarte Dassault die Übernahme der Mehrheit

Geschichte im Zeitraffer

1929Marcel Bloch gründet die Société des Avions Marcel Bloch und baut in den 1930er-Jahren Militär- und Verkehrsflugzeuge.
1947Nach dem Krieg firmiert das Unternehmen als Avions Marcel Dassault. Der neue Name geht auf den Decknamen zurück, den sein Bruder Darius Paul Bloch in der Résistance getragen hatte.
1956Erstflug der Mirage III. Der Deltaflügler wird zum Exporterfolg und prägt das Bild von Dassault für Jahrzehnte.
1963Am 4. Mai startet in Bordeaux-Mérignac der Prototyp des Mystère 20 – in Nordamerika als Falcon 20 vermarktet und Ausgangspunkt der Falcon-Familie.
1971Dassault übernimmt Breguet. Im selben Jahr fliegt am 28. Mai die Mercure zum ersten Mal, ein Kurzstreckenjet für rund 160 Passagiere.
1974Die Mercure geht am 4. Juni bei Air Inter in Dienst. Es bleibt bei 12 gebauten Exemplaren und einem einzigen Betreiber.
1984Erstflug des dreistrahligen Falcon 900 am 21. September – Grundlage für die heutige Falcon 900LX.
1986Der Technologiedemonstrator Rafale A hebt am 4. Juli in Istres ab.
1990Das Unternehmen heißt seitdem Dassault Aviation.
1993Am 4. März fliegt der zweistrahlige Falcon 2000 zum ersten Mal, eine kürzere Ableitung der Falcon 900.
2005Erstflug der Falcon 7X am 5. Mai, des ersten Businessjets mit digitaler Fly-by-Wire-Steuerung.
2015Die gestreckte Falcon 8X fliegt am 6. Februar zum ersten Mal und wird ab Oktober 2016 ausgeliefert.
2021Erstflug der Falcon 6X am 10. März. Sie ersetzt das Projekt Falcon 5X, das an Problemen mit dem ursprünglich vorgesehenen Triebwerk scheiterte.
2023Die Falcon 6X erhält im August ihre Zulassung durch EASA und FAA und geht Ende November in Dienst.
2025Dassault liefert laut eigener Bilanz 37 Falcons und 26 Rafale aus; der Auftragsbestand zum Jahresende umfasst 220 Rafale und 73 Falcons.

Dassault Aviation aus Spotter-Sicht

Deine Checkliste für Dassault Aviation

Hak ab, was du schon gesehen oder erledigt hast.

  • Einen Falcon-Dreistrahler erkannt – zwei Triebwerke seitlich am Heck, das dritte mittig mit Lufteinlass oben auf dem Rumpf
  • Eine Falcon 8X anhand des längeren Rumpfs von einer Falcon 7X unterschieden
  • Eine Falcon 6X von einer Falcon 2000 getrennt – größere Triebwerksgondeln und deutlich voluminöserer Rumpf
  • Einen Falcon mit F-Kennzeichen fotografiert, etwa beim Überführungs- oder Testflug
  • Eine Rafale an den Canards direkt hinter dem Cockpit erkannt und nicht mit einem Eurofighter verwechselt
  • Die Mercure im Museum besucht – das einzige Verkehrsflugzeug von Dassault
  • Einen älteren Falcon 20 oder Falcon 50 im Fracht-, Kalibrier- oder Sondereinsatz erwischt

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Falcons tauchen an fast jedem Flughafen mit Geschäftsreiseverkehr auf – auch an Regionalplätzen
  • Dreistrahler wie Falcon 900LX und 8X sind mit dem Mitteltriebwerk im Heck unverwechselbar
  • Die Rafale ist auf vielen europäischen Airshows mit spektakulären Vorführungen vertreten
  • Ältere Modelle wie Falcon 20 und Falcon 50 fliegen teils noch in Sonder- und Frachteinsätzen und sind gesuchte Motive
  • Mit der Mercure im Technik Museum Speyer gibt es ein seltenes Dassault-Stück in Deutschland zum Anfassen

Wo es hakt

  • Businessjets parken meist auf abgelegenen Vorfeldern der General Aviation, weit weg von Besucherterrassen
  • Falcon 7X und 8X sehen sich sehr ähnlich, Unterschiede liegen vor allem in der Rumpflänge
  • Viele Falcons fliegen ohne Airline-Lackierung – die Bestimmung des Betreibers gelingt nur über das Kennzeichen
  • Rafale siehst du in Deutschland fast nur auf Airshows oder bei Übungen, nicht im Alltagsverkehr
  • Die Falcon 10X steckt noch in der Erprobung; Termine für den Kundendienst haben sich mehrfach verschoben

Stand: Oktober 2026 – Wenn auf dem Vorfeld der General Aviation ein schlanker Jet mit drei Triebwerken am Heck steht, ist die Sache fast immer klar: Das ist ein Falcon von Dassault Aviation. Der französische Hersteller ist für Spotter ein Sonderfall. Er baut keine Verkehrsflugzeuge mehr, prägt aber mit seinen Businessjets den Geschäftsreiseverkehr an jedem größeren Flughafen und liefert mit der Rafale einen der markantesten Kampfjets Europas. Wer ein paar Details am Heck lesen kann, bestimmt Falcons auch ohne Lackierung und Logo.

Jeden Falcon im Hangar sammeln

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot und baust dir Stück für Stück deine Businessjet-Sammlung auf. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.

Von Marcel Bloch zu Dassault

Die Geschichte beginnt 1929: Marcel Bloch gründet die Société des Avions Marcel Bloch und baut in den 1930er-Jahren Militär- und Verkehrsflugzeuge. Nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt er den Namen Dassault an – angelehnt an den Résistance-Decknamen seines Bruders –, und 1947 heißt die Firma Avions Marcel Dassault. Unter diesem Namen startet die Ära der Strahlflugzeuge – zuerst mit Jagdflugzeugen wie Ouragan und Mystère, ab 1956 mit der Mirage III, deren Deltaflügel zum Markenzeichen wird.

1971 übernimmt Dassault den traditionsreichen Hersteller Breguet, 1990 erhält das Unternehmen seinen heutigen Namen Dassault Aviation. Heute gehört es mehrheitlich zur Groupe Dassault, Airbus ist mit einer Minderheitsbeteiligung an Bord. Geführt wird Dassault seit 2013 von Éric Trappier. Ein Nebenprodukt der eigenen Konstruktionsarbeit ist übrigens weltbekannt: Die Konstruktionssoftware CATIA stammt ursprünglich aus dem Haus und wird seit 1981 von der eigenständigen Dassault Systèmes weiterentwickelt.

1929Gründung durch Marcel Bloch
1963Erstflug des Mystère 20, später Falcon 20
37ausgelieferte Falcons im Jahr 2025
26ausgelieferte Rafale im Jahr 2025

Wirtschaftlich steht Dassault auf zwei Beinen. Nach eigenen Angaben lag der Umsatz 2025 bei rund 7,42 Milliarden Euro, ausgeliefert wurden 37 Falcons und 26 Rafale. Der Auftragsbestand Ende 2025 umfasste 220 Rafale und 73 Falcons. Für dich am Zaun bedeutet das: Neue Falcons kommen in stetigem Strom auf den Markt, und viele davon tauchen früher oder später auch an deutschen, österreichischen und Schweizer Flughäfen auf.

Die Falcon-Familie im Überblick

Die Falcon-Linie beginnt am 4. Mai 1963 mit dem Erstflug des Mystère 20 in Bordeaux-Mérignac. In Nordamerika wird der Jet über Pan Am als Fan Jet Falcon und später Falcon 20 vermarktet – der Name Falcon bleibt seitdem an allen Dassault-Businessjets hängen. Ein Kapitel Logistikgeschichte gibt es gratis dazu: Mit umgebauten Falcon 20 begann FedEx in den 1970er-Jahren seinen Expressdienst.

Seither hat Dassault die Familie immer wieder neu aufgelegt. Die folgende Tabelle ordnet die Muster, die dir heute begegnen können – aktuelle und ältere.

Modell Erstflug Triebwerke Status ICAO-Typcode Woran du ihn erkennst
Falcon 20/200 1963 2 am Heck Produktion beendet FA20 kleiner, kantiger Rumpf, oft in Sondereinsätzen
Falcon 50 1970er 3 am Heck Produktion beendet FA50 erster Falcon-Dreistrahler, kürzer als die 900
Falcon 900 / 900LX 1984 3 am Heck als 900LX im Programm F900 Dreistrahler mit moderat gepfeiltem Flügel, bei der LX mit Winglets
Falcon 2000 / 2000LXS 1993 2 am Heck als 2000LXS im Programm F2TH Zweistrahler mit Rumpf ähnlich der 900, Winglets bei LX/LXS
Falcon 7X 2005 3 am Heck im Dienst FA7X Dreistrahler mit stark gepfeiltem Flügel
Falcon 8X 2015 3 am Heck im Programm FA8X wie die 7X, aber mit längerem Rumpf
Falcon 6X 2021 2 am Heck im Programm FA6X großer Zweistrahler mit sehr breitem Rumpf
Falcon 10X 2026 (Prototyp) 2 am Heck in Erprobung – größter Falcon, Rolls-Royce-Pearl-Triebwerke

Die wichtigste Faustregel lautet: Zähl die Triebwerke am Heck. Alle Falcons tragen ihre Triebwerke hinten am Rumpf. Bei den Dreistrahlern sitzt das dritte Triebwerk mittig im Heck; sein Lufteinlass liegt oben auf dem Rumpf direkt vor dem Seitenleitwerk. Diesen Buckel siehst du von der Seite, von vorn und beim Überflug.

Typcode als Gegenprobe

Gerade bei Businessjets ist die Flugverfolgung ein starker Helfer. Ein Typcode wie F2TH, F900, FA7X oder FA8X bestätigt, was du am Heck gesehen hast. Wie du ADS-B-Daten richtig liest, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B.

Die Dreistrahler: Falcon 900LX, 7X und 8X

Drei Triebwerke sind das Markenzeichen der großen Falcons. Dassault begründet das mit Sicherheitsreserven auf langen Überwasserstrecken und mit guten Start- und Landeeigenschaften auf kurzen Bahnen. Für Spotter ist es vor allem ein Geschenk: Kaum ein anderer aktueller Businessjet hat drei Triebwerke, ein Falcon-Dreistrahler ist daher fast unverwechselbar.

Die Falcon 900 flog am 21. September 1984 zum ersten Mal und ist eine Weiterentwicklung der Falcon 50. Die aktuelle Version 900LX trägt hochgezogene Winglets, die sie von älteren 900B oder 900EX unterscheiden. Nach Herstellerangaben schafft sie rund 4.750 nautische Meilen.

Die Falcon 7X startete am 5. Mai 2005 zum Erstflug und war der erste Businessjet mit digitaler Fly-by-Wire-Steuerung. Im Vergleich zur 900 fällt der stärker gepfeilte Flügel auf. Ihre gestreckte Schwester ist die Falcon 8X, die am 6. Februar 2015 in Mérignac zum ersten Mal abhob. Die Kabine der 8X ist gut einen Meter länger, die Reichweite liegt laut Dassault bei rund 6.450 nautischen Meilen. Für das bloße Auge ist der Unterschied zwischen 7X und 8X subtil – die Rumpflänge hilft, sicher wird es erst mit Kennzeichen oder Typcode.

Die Zweistrahler: Falcon 2000LXS, 6X und 10X

Die Falcon 2000 flog am 4. März 1993 zum ersten Mal – eine kürzere, zweistrahlige Ableitung der Falcon 900. Von der Seite wirkt sie deshalb wie eine „900 ohne Mitteltriebwerk“. Über die Jahre folgten zahlreiche Versionen: EX, DX, LX, S und schließlich die aktuelle 2000LXS mit Winglets und verbesserten Start- und Landeleistungen. Bis Herbst 2022 waren nach verfügbaren Angaben rund 675 Falcon 2000 gebaut – entsprechend häufig siehst du sie.

Die Falcon 6X ist der aktuelle große Zweistrahler. Sie hob am 10. März 2021 zum ersten Mal ab, erhielt im August 2023 ihre Zulassung durch EASA und FAA und ging Ende November 2023 in Dienst. Ihr Merkmal ist der auffallend voluminöse Rumpf: Dassault bewirbt die Kabine als die breiteste eines eigens dafür konstruierten Businessjets. Dazu kommen die großen Gondeln der Pratt-&-Whitney-Canada-PW812D-Triebwerke. Die 6X ersetzt das Projekt Falcon 5X, das Dassault Ende 2017 einstellte, nachdem das vorgesehene Triebwerk die Erwartungen nicht erfüllte.

Ganz oben in der Familie steht die Falcon 10X. Sie ist mit einer Kabinenbreite von 2,77 Metern und einer vom Hersteller angegebenen Reichweite von rund 7.500 nautischen Meilen der größte Falcon und tritt gegen Langstrecken-Businessjets wie die Gulfstream G650 und die Bombardier Global 7500 an. Angetrieben wird sie von zwei Pearl-10X-Triebwerken von Rolls-Royce. Der erste Prototyp hob am 19. Juni 2026 in Bordeaux-Mérignac zu seinem Erstflug ab, seitdem läuft die Flugerprobung. Wann die ersten Kunden ihre 10X erhalten, hat sich bereits mehrfach verschoben – rechne also mit Testflugzeugen unter französischem Kennzeichen, nicht mit Kundenjets.

Falcon 10X auf die Wunschliste

Setz seltene Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste in deinem Hangar – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.

In vier Schritten zum richtigen Falcon

Businessjets rollen oft weit draußen auf Nebenrollwegen oder starten zwischen zwei Airlinern. Diese Reihenfolge führt dich schnell zur richtigen Antwort.

Triebwerke am Heck zählen

Sitzt oben auf dem Rumpf vor dem Seitenleitwerk ein Lufteinlass, hast du einen Dreistrahler vor dir: 50, 900, 7X oder 8X. Fehlt er, geht es mit den Zweistrahlern weiter.

Flügel ansehen

Ein stark gepfeilter Flügel spricht bei Dreistrahlern für 7X oder 8X, ein gerader wirkender Flügel mit Winglets für die 900LX.

Rumpf einschätzen

Bei Zweistrahlern trennt der Rumpfquerschnitt: schlank bei der Falcon 2000, auffallend voluminös mit großen Triebwerksgondeln bei der 6X. Bei 7X und 8X entscheidet die Länge.

Kennzeichen notieren

Erst das Kennzeichen zeigt Betreiber, Baujahr und genaue Variante. Viele Falcons tragen keine Firmenlackierung, sodass es oft der einzige Hinweis auf den Besitzer ist.

2000, 900, 7X oder 8X – wie sicher bist du?

Hak nur ab, was du wirklich gesehen hast.

Das Heck führt dich zur Familie, das Kennzeichen zum einzelnen Flugzeug.

Rafale, Mirage und die Militärseite

Neben den Falcons ist Dassault vor allem für Kampfflugzeuge bekannt. Die Rafale geht auf den Technologiedemonstrator Rafale A zurück, der am 4. Juli 1986 in Istres abhob. Heute fliegt sie bei der französischen Luftwaffe und Marine; zu den Exportkunden zählen unter anderem Ägypten, Indien, Katar, Griechenland, Kroatien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien. Endmontiert wird sie – wie die Falcons – in Mérignac bei Bordeaux.

Im Feld erkennst du die Rafale an ihrem Deltaflügel mit zwei Triebwerken und den Canards direkt hinter dem Cockpit, oberhalb der seitlichen Lufteinlässe. Damit unterscheidet sie sich vom Eurofighter, dessen Canards weit vorn sitzen und dessen Lufteinlass unter dem Rumpf liegt. Die ältere Mirage 2000 ist dagegen ein einstrahliger Deltaflügler ohne Canards.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz siehst du Rafale vor allem auf Airshows, bei Übungen oder bei Besuchen an Militärflugplätzen. Welche Veranstaltungen sich lohnen, zeigt der Überblick Airshows in Europa. Bevor du an einem Militärflugplatz fotografierst, lies unbedingt den Beitrag Militärflugplatz fotografieren: die Regeln – dort gelten deutlich strengere Vorgaben als an zivilen Flughäfen.

Werks- und Militärgelände sind tabu

Ob Werk Mérignac, Erprobungszentrum Istres oder ein Fliegerhorst in Deutschland: Militärische und werksinterne Bereiche sind kein Spotting-Gelände. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Orten und beachte Fotografierverbote. Was an zivilen Flughäfen gilt, erklärt der Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.

Die Mercure – das einzige Dassault-Verkehrsflugzeug

Ein Kapitel, das viele Spotter nicht kennen: Dassault hat einmal ein Verkehrsflugzeug gebaut. Die Mercure flog am 28. Mai 1971 zum ersten Mal, ein zweistrahliger Kurzstreckenjet mit Pratt-&-Whitney-JT8D-Triebwerken für bis zu rund 160 Passagiere. Optisch erinnert sie an eine vergrößerte Boeing 737 der ersten Generation, war aber auf sehr kurze Strecken mit hoher Kapazität ausgelegt.

Kommerziell wurde die Mercure kein Erfolg: Es blieb bei 12 Exemplaren, die allesamt bei der französischen Inlandsgesellschaft Air Inter flogen – vom 4. Juni 1974 bis zum 29. April 1995. Heute sind einige Maschinen erhalten. Eine davon steht im Technik Museum Speyer, eine weitere im Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget bei Paris. Für Sammler ist der Besuch in Speyer der einfachste Weg, ein Dassault-Verkehrsflugzeug aus nächster Nähe zu sehen.

Hersteller bestimmt, Betreiber nicht

Der Typ ist gesichert, wenn …

  • Triebwerkszahl, Flügel und Rumpf zum Muster passen
  • der Typcode in der Flugverfolgung zur Beobachtung passt
  • das Kennzeichen in einem Register mit genau diesem Modell geführt wird

Noch offen ist, …

  • ob es eine 7X oder eine 8X ist, solange du die Rumpflänge nicht sicher abschätzen kannst
  • welche Unterversion einer 900 oder 2000 vorliegt, etwa EX, DX oder LX
  • ob es eine Sondermissionsversion mit zusätzlichen Antennen oder Sensoren ist

Nicht aus der Form ablesbar ist …

  • wem der Jet gehört – Unternehmen, Charteranbieter oder Privatperson
  • ob er gerade für einen Eigentümer oder im Charter fliegt
  • wie die Kabine eingerichtet ist

Bei Businessjets ist diese Trennung noch wichtiger als bei Airlinern. Ein Falcon trägt oft keine Firmenfarben, und das Kennzeichen kann auf ein ganz anderes Land verweisen als der tatsächliche Einsatzort. Woran du die Herkunft eines Kennzeichens erkennst, zeigt der Beitrag Länderkennungen an Flugzeugen. Neue Falcons fliegen bei Test- und Überführungsflügen häufig mit französischem Kennzeichen, das mit F- beginnt.

Wo du Falcons am besten siehst

Falcons landen überall dort, wo Geschäftsreisende unterwegs sind. Besonders ergiebig ist der Flughafen Genf: Internationale Organisationen, Banken und die Nähe zu den Alpenresorts sorgen für viel Businessjet-Verkehr. Von der Aussichtsterrasse in Genf hast du gute Chancen auf Falcons im Rollen und beim Start.

Am Flughafen Zürich steigt die Zahl der Businessjets rund um das Weltwirtschaftsforum in Davos jedes Jahr im Januar deutlich an. Die Zuschauerterrasse B und der Butzenbüel sind dafür bewährte Standorte. In Deutschland bieten große Drehkreuze wie der Flughafen Frankfurt oder der Flughafen München regelmäßigen Businessjet-Verkehr, oft zu Messen und großen Veranstaltungen. Allgemeine Tipps zu Standorten, Zeiten und Abstellflächen stehen im Beitrag Businessjets spotten.

Falcons mit Regierungs- oder Militärkennzeichen gehören zu den begehrten Motiven, denn viele Staaten nutzen sie als Transport- oder Sondermissionsflugzeuge. Wie du solche Flüge erkennst, erklärt der Beitrag Regierungsflugzeuge spotten. Und wer seltene Falcon-Varianten wie einen alten Falcon 20 oder einen Prototyp der 10X jagt, findet im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten passende Strategien.

Was Falcons leicht macht

  • Der Mitteltriebwerk-Einlass verrät jeden Dreistrahler sofort
  • Die Typcodes in der Flugverfolgung sind eindeutig
  • Falcons sind an vielen Flughäfen regelmäßige Gäste

Wo es knifflig wird

  • 7X und 8X unterscheiden sich vor allem in der Rumpflänge
  • Die Untervarianten von 900 und 2000 sehen sich sehr ähnlich
  • Abstellflächen der General Aviation liegen oft weit abseits

Wer Falcons mit anderen Herstellern vergleichen will, findet bei Pilatus Aircraft mit der PC-12 einen kleineren Vertreter der Geschäftsluftfahrt. Den großen Verkehrsflugzeugherstellern Airbus und Boeing sind eigene Seiten gewidmet.

Der beste Spot für den nächsten Falcon

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Fazit

Dassault Aviation ist für Spotter vor allem die Heimat der Falcons. Mit einem Blick aufs Heck teilst du die Familie in Zwei- und Dreistrahler, mit Flügelform und Rumpf grenzt du das Modell ein, und das Kennzeichen macht daraus eine vollständige Sichtung. Dazu kommen die Rafale als militärisches Aushängeschild und die Mercure als kurioses Kapitel der zivilen Luftfahrt.

In den nächsten Jahren lohnt sich ein waches Auge besonders: Die Falcon 6X verbreitet sich in den Flotten, und mit der 10X befindet sich der größte Falcon aller Zeiten in der Erprobung. Wer Testflüge oder erste Auslieferungen erwischt, hat eine Sichtung, die nicht jeder im Logbuch hat.

Kurzfazit

Dassault baut Falcon-Businessjets und die Rafale. Zwei Triebwerke am Heck bedeuten Falcon 2000 oder 6X, drei Triebwerke Falcon 900, 7X oder 8X. Das Kennzeichen führt dich zum einzelnen Flugzeug und seinem Betreiber.

Zusammenfassung

  • Dassault prägt den Businessjet-Verkehr in Europa mit der Falcon-Familie, die du mit wenigen Merkmalen am Heck in Zwei- und Dreistrahler aufteilst.
  • Die Falcon 8X ist eine gestreckte 7X, die Falcon 6X der aktuelle große Zweistrahler mit sehr breiter Kabine.
  • Die Rafale ist das militärische Aushängeschild und wird wie die Falcons in Mérignac bei Bordeaux endmontiert.
  • Die größte Falcon, die 10X, befindet sich in der Erprobung – Sichtungen sind entsprechend selten und begehrt.

Häufige Fragen

Was baut Dassault Aviation?

Zwei große Produktlinien: die Falcon-Businessjets für Unternehmen, Charteranbieter und Regierungen sowie die Rafale als Kampfflugzeug für Luftwaffe und Marine. Dazu kommen Sondermissionsversionen der Falcons, etwa für Seeüberwachung. Verkehrsflugzeuge baut Dassault nicht mehr; die Mercure aus den 1970er-Jahren blieb ein Einzelstück der Firmengeschichte.

Welche Falcon-Modelle werden aktuell angeboten?

Laut Hersteller umfasst das Programm die Falcon 2000LXS, die Falcon 900LX, die Falcon 6X und die Falcon 8X. Die Falcon 10X als größtes Modell befindet sich in der Entwicklung und Erprobung. Ältere Muster wie Falcon 20, 50 oder 7X fliegen weiter bei vielen Betreibern.

Wie unterscheide ich einen zweistrahligen von einem dreistrahligen Falcon?

Schau aufs Heck. Die Dreistrahler Falcon 900, 7X und 8X haben ein drittes Triebwerk mittig im Heck, dessen Lufteinlass oben auf dem Rumpf direkt vor dem Seitenleitwerk sitzt. Bei Falcon 2000 und 6X fehlt dieser Einlass, du siehst nur die beiden seitlichen Triebwerke. Von schräg vorn oder von der Seite erkennst du den Unterschied fast immer auf einen Blick.

Was ist der Unterschied zwischen Falcon 7X und Falcon 8X?

Die 8X ist eine gestreckte Weiterentwicklung der 7X mit einer gut einen Meter längeren Kabine, mehr Reichweite und leicht stärkeren Triebwerken. Von außen sind beide sehr ähnlich, die Rumpflänge ist das wichtigste Merkmal. Sicher wird die Bestimmung über das Kennzeichen oder den Typcode in der Flugverfolgung: FA7X für die 7X, FA8X für die 8X.

Wie erkenne ich eine Rafale und unterscheide sie vom Eurofighter?

Beide haben Deltaflügel, zwei Triebwerke und Canards. Bei der Rafale sitzen die Canards aber direkt hinter dem Cockpit oberhalb der Lufteinlässe, beim Eurofighter weit vorn unter bzw. vor dem Cockpit. Die Lufteinlässe der Rafale liegen seitlich am Rumpf, beim Eurofighter darunter als großer Einlass unter dem Rumpf.

Hat Dassault auch Verkehrsflugzeuge gebaut?

Unter dem Namen Dassault genau eines (die Verkehrsflugzeuge der 1930er-Jahre wurden noch unter dem Namen Bloch gebaut). Es ist die Mercure, ein zweistrahliger Kurzstreckenjet für bis zu rund 160 Passagiere. Sie flog 1971 zum ersten Mal, gebaut wurden nur 12 Exemplare, die alle bei der französischen Inlandsgesellschaft Air Inter flogen – von 1974 bis 1995. Ein Exemplar kannst du im Technik Museum Speyer besichtigen.

Gehört Dassault Systèmes zu Dassault Aviation?

Nein. Dassault Systèmes wurde 1981 aus Dassault Aviation heraus gegründet und entwickelt Konstruktionssoftware wie CATIA, ist aber ein eigenständiges Unternehmen. Beide gehören zum Umfeld der Groupe Dassault.

Wo sehe ich Falcons in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Überall dort, wo viel Geschäftsreiseverkehr landet: an großen Flughäfen wie Frankfurt, München oder Zürich und besonders in Genf. Zu Messen, Gipfeln und großen Sportereignissen steigt die Zahl der Businessjets spürbar. Mehr Tipps stehen im Beitrag Businessjets spotten.

Sichtungen rund um Dassault Aviation sammeln

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Typische Flugzeuge

Spotting-Spots rund um Dassault Aviation

Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

SchweizBesucherterrasse

Aussichtsterrasse Flughafen Genf

Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.

SchweizBesucherterrasse

Zuschauerterrasse B Flughafen Zürich

Auf dem Dach von Dock B stehst du mitten im Geschehen des größten Schweizer Flughafens: SWISS-Langstrecke, Rollverkehr direkt unter dir und schwere Starts auf der längsten Piste. Der wohl bekannteste legale Spotterplatz der Schweiz – mit Sicherheitskontrolle, Eintritt und klaren Regeln.

SchweizSpotterhügel

Butzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich

Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.

DeutschlandSpotterhügel

Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt

Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

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Planetrack Redaktion

Diese Datenbank beschreibt Flughäfen, Flugzeughersteller, Airline-Gruppen, Allianzen und Luftfahrtmuseen. Eigentümer, Beteiligungen und Mitgliedschaften ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet. Die einzelnen Fluggesellschaften findest du in der Airline-Datenbank.

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