Das Wichtigste in Kürze
- Der Hunter ist ein britischer Jet-Klassiker aus den frühen 1950er-Jahren: Erstflug 1951, 1.972 gebaute Exemplare, Einsatz bei Dutzenden Luftwaffen.
- Schnellster Erkennungsweg: einstrahlig, gepfeilte Flügel, Lufteinläufe in der Flügelwurzel und eine geschlossene, spitze Nase.
- Die Schweizer Luftwaffe flog den Hunter von 1958 bis Dezember 1994 und beschaffte insgesamt rund 160 Maschinen.
- Die Patrouille Suisse startete 1964 auf dem Hunter und wechselte erst 1995 auf die F-5E Tiger II.
- Der Papyrus-Hunter des Hunterverein Obersimmental ist der bekannteste Schweizer Hunter; er steht in St. Stephan und ist seit 2022 nicht mehr geflogen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Hawker Hunter?
- 2.Den Hunter im Feld erkennen
- 3.Varianten im Überblick
- 4.Der Hunter in der Schweizer Luftwaffe
- 5.Patrouille Suisse: Die Anfänge auf dem Hunter
- 6.Der Papyrus-Hunter und der Hunterverein Obersimmental
- 7.Hunter heute: Wo du ihn erlebst
- 8.Verwechslungsgefahr: Hunter, Vampire und Co.
- 9.Fototipps für den Hunter
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Hawker Aircraft, später Hawker Siddeley; Lizenzbau in Belgien und den Niederlanden |
|---|---|
| Konstrukteur | Team um Sydney Camm (Projekt P.1067) |
| Rolle | Abfangjäger, später Jagdbomber, Aufklärer und Trainer |
| Erstflug | 20. Juli 1951 in Boscombe Down, Pilot Neville Duke |
| Indienststellung | Juli 1954 bei der Royal Air Force (Hunter F.1) |
| Gebaute Exemplare | 1.972 (alle Versionen inklusive Lizenzbau) |
| Triebwerk | 1 × Rolls-Royce Avon, bei der F.6 rund 44 bis 45 kN Schub |
| Länge (F.6) | rund 13,98 m |
| Spannweite (F.6) | rund 10,26 m |
| Höhe (F.6) | rund 4,01 m |
| Max. Startgewicht | rund 11 t |
| Höchstgeschwindigkeit | knapp Mach 0,95 in Bodennähe |
| Bewaffnung | 4 × 30-mm-Kanone ADEN in einem auswechselbaren Kanonenpaket, dazu Außenlasten |
| In der Schweiz | 1958 bis 1994, insgesamt rund 160 Maschinen (F.58, F.58A, Doppelsitzer T.68) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Einstrahliger Jet mit Lufteinläufen in der Flügelwurzel – keine Öffnung in der Nase, die spitze Nase ist geschlossen
- Mittelstark gepfeilte Flügel, die im mittleren Rumpfbereich ansetzen; ab der F.6 mit einem sichtbaren „Sägezahn“ an der Flügelvorderkante
- Höhenleitwerk ein Stück über dem Rumpf am Seitenleitwerk angesetzt, nicht am Rumpf selbst
- Schubdüse unter dem Seitenleitwerk am Rumpfende, beim Schweizer Hunter mit Verkleidung für den Bremsschirm darüber
- Zwei kleine, beulenartige Behälter unter dem Rumpf hinter dem Bug, in denen Gurtglieder der Kanonen gesammelt werden
- Die Doppelsitzer T.7 und T.68 haben eine breite, rundliche Nase mit zwei Sitzen nebeneinander
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker, silbergrauer Jet donnert tief über ein Bergtal, die gepfeilten Flügel glänzen in der Sonne, und das typische Pfeifen des Avon-Triebwerks hallt von den Felswänden zurück: So kennen viele Schweizer den Hawker Hunter. Der britische Jet-Klassiker flog von 1958 bis 1994 bei der Schweizer Luftwaffe, war das erste Flugzeug der Patrouille Suisse und hat mit dem Papyrus-Hunter im Obersimmental bis heute eine treue Fangemeinde. Auf dieser Seite erfährst du, wie du den Hunter sicher erkennst, welche Varianten es gibt und wo du ihn heute noch erleben kannst.
Den Hunter im Hangar abhaken
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Was ist der Hawker Hunter?
Der Hunter ist ein einstrahliger Kampfjet mit gepfeilten Flügeln, den Hawker Aircraft Anfang der 1950er-Jahre für die Royal Air Force entwickelte. Das Projekt lief intern als P.1067, die Konstruktion entstand im Team um Sydney Camm, der zuvor schon die Hawker Hurricane entworfen hatte. Großbritannien brauchte damals dringend einen modernen Abfangjäger, der mit den Pfeilflügeljets aus den USA und der Sowjetunion mithalten konnte.
Der erste Prototyp hob am 20. Juli 1951 in Boscombe Down ab, geflogen von Hawker-Testpilot Neville Duke. Zwei Jahre später schrieb derselbe Pilot Geschichte: Am 7. September 1953 flog er mit dem umgebauten ersten Prototyp über Littlehampton an der Südküste Englands rund 1.171 km/h und holte damit den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord. Im Juli 1954 erhielt die RAF die ersten Serienmaschinen der Version F.1.
Die frühen Versionen litten noch unter Kinderkrankheiten und knapper Reichweite. Den Durchbruch brachte die F.6 mit dem stärkeren Rolls-Royce Avon der 200er-Serie. Aus ihr gingen die meisten Exportversionen hervor, darunter die Schweizer F.58. Über alle Versionen hinweg entstanden 1.972 Hunter, ein Teil davon in Lizenz in Belgien und den Niederlanden. Der Typ flog bei Luftwaffen in Europa, im Nahen Osten, in Afrika und Asien; die libanesische Luftwaffe stellte ihre letzten Hunter erst 2014 außer Dienst.
Hawker ging später in Hawker Siddeley auf, dessen Erbe heute bei BAE Systems liegt. Das Triebwerk stammt von Rolls-Royce.
Den Hunter im Feld erkennen
Der Hunter gehört zu den elegantesten Jets seiner Generation. Wer ihn einmal bewusst gesehen hat, erkennt die gestreckte Silhouette schnell wieder. Drei Beobachtungen reichen meist.
Nase und Lufteinläufe
Die Nase ist spitz und geschlossen. Die Luft für das Triebwerk strömt durch dreieckige Einläufe in der Flügelwurzel ein. Das unterscheidet den Hunter sofort von Jets mit Bugeinlauf wie der F-86 Sabre.
Flügel und Leitwerk
Die Flügel sind deutlich gepfeilt und setzen etwa in der Rumpfmitte an. Das Höhenleitwerk sitzt nicht am Rumpf, sondern ein Stück weit oben am Seitenleitwerk.
Unterseite ansehen
Hinter dem Bug sitzt das Kanonenpaket, dahinter zwei kleine, beulenartige Behälter für die Gurtglieder. Bei Schweizer Maschinen siehst du am Heck über der Düse zusätzlich die Verkleidung für den Bremsschirm.
Ein weiteres Detail ist der Sägezahn an der Flügelvorderkante: Ab der F.6 ist der äußere Flügelteil vorn etwas verlängert, wodurch sich eine kleine Stufe bildet. Sie verbessert das Flugverhalten bei hohen Anstellwinkeln und hilft dir, spätere Hunter von den frühen Versionen zu unterscheiden.
Bei Schweizer Hunter hilft dir außerdem die Kennung: Schweizer Militärjets tragen ein „J“ und eine vierstellige Nummer. Der erste Schweizer Hunter lief als J-4001, die Hunter-Flotte war im Bereich J-4xxx nummeriert. Bei zivil zugelassenen Ex-Schweizer Maschinen findest du oft noch die alte Militärkennung auf dem Rumpf.
Praxis-Tipp: Einsitzer oder Doppelsitzer?
Die Trainer T.7 und T.68 erkennst du an der breiten, rundlichen Nase mit zwei Sitzen nebeneinander unter einer großen Haube. Beim Einsitzer ist der Bug schmal und spitz, das Cockpit sitzt weit vorn.
Varianten im Überblick
| Variante | Merkmal | Bedeutung für Spotter |
|---|---|---|
| F.1 / F.2 | Erste Serienversionen, Avon- bzw. Sapphire-Triebwerk | Heute nur noch in Museen |
| F.4 / F.5 | Mehr Treibstoff, Außenlasten unter den Flügeln | Selten erhalten |
| F.6 | Stärkeres Avon 200, Sägezahn-Flügel | Basis der meisten Exportversionen |
| FGA.9 | Jagdbomber mit Bremsschirm und verstärkter Struktur | Bei Flugtagen und Museen in Großbritannien |
| T.7 / T.8 | Doppelsitzer mit Sitzen nebeneinander | Trainer, mehrere zivil erhalten |
| F.58 / F.58A | Schweizer Einsitzer auf F.6/FGA.9-Basis | Rückgrat der Schweizer Hunter-Flotte |
| T.68 | Schweizer Doppelsitzer, umgebaute Zelle | Acht Exemplare, in der Schweiz für die Ausbildung |
Mit dem Hunter verwechselt wird am ehesten die de Havilland Vampire, die ebenfalls in der Schweiz flog. Sie hat aber gerade Flügel und einen Doppelleitwerksträger, also zwei Rümpfe hinter dem Flügel. Die North American F-86 Sabre besitzt einen großen Lufteinlauf in der Nase. Der spätere britische Trainer BAE Systems Hawk ist kleiner, hat eine Tandemhaube und Lufteinläufe seitlich am Rumpf.
Der Hunter in der Schweizer Luftwaffe
Für die Schweiz war der Hunter ein Generationswechsel. Am 29. Januar 1958 beschlossen die Eidgenössischen Räte den Kauf von 100 Maschinen samt Ersatzmaterial und Munition für 313 Millionen Franken. In der Evaluation hatte er sich unter anderem gegen die F-86 Sabre und die Folland Gnat durchgesetzt. Die ersten zwölf Maschinen waren überholte F.6 aus RAF-Beständen, die übrigen wurden als F.58 neu gebaut. Die Auslieferung begann noch 1958.
In den folgenden Jahren kamen weitere Serien als F.58A dazu, außerdem acht Doppelsitzer T.68. Insgesamt flogen so rund 160 Hunter in der Schweiz. Damit war der Typ über Jahrzehnte ein Rückgrat der Schweizer Kampfflieger, bevor ab 1978 die F-5 Tiger II einen Teil seiner Aufgaben übernahm und er sich zunehmend auf den Erdkampf konzentrierte.
Ab 1980 wurde der Schweizer Hunter in einer Kampfwertsteigerung modernisiert: Radarwarnempfänger, Täuschkörperwerfer, zusätzliche Pylone und neue Funkantennen. Mit der Rüstungsbotschaft 1982 beschaffte die Schweiz die Luft-Boden-Lenkwaffe AGM-65 Maverick, die 1986 ausgeliefert wurde.
Die Bilanz ist beachtlich: rund 310.000 Flugstunden in 36 Jahren. Sie hat aber auch eine Kehrseite, denn 28 Maschinen gingen bei Unfällen verloren. Ausgemustert wurde der Hunter Ende 1994 mit der Armeereform Armee 95; parallel lief die Einführung der F/A-18 Hornet an. Viele Maschinen wurden verkauft, einige gingen an Museen, andere an private Betreiber im In- und Ausland.
Hunter in den Alpen
Typisch für die Schweiz waren die Kavernen: Hangar-Stollen im Fels, in denen Jets geschützt standen. Am Flugplatz St. Stephan im Obersimmental wurde 1976/77 eine Kaverne gebaut, und ab 1980 nutzten Hunter-Einheiten den Platz. Starts aus dem engen Bergtal und Tiefflüge zwischen Gipfeln prägten das Bild des Hunter in der Schweiz – und machen alte Fotos davon bis heute so begehrt.
Militärische Anlagen respektieren
Viele ehemalige Flugplätze und Kavernen sind heute zivil genutzt oder privat. Halte dich an Absperrungen und Hinweise vor Ort. Was beim Fotografieren in der Schweiz erlaubt ist, erklärt der Beitrag Planespotting in der Schweiz.
Patrouille Suisse: Die Anfänge auf dem Hunter
Die Patrouille Suisse wurde 1964 gegründet und flog ihre ersten drei Jahrzehnte auf dem Hawker Hunter. Nach der Saison 1994 endete die Hunter-Ära, ab 1995 stieg die Staffel auf die F-5E Tiger II um.
Der Wechsel war eine direkte Folge der Hunter-Ausmusterung. Viele langjährige Fans erinnern sich an die Hunter-Jahre als die Zeit, in der die Patrouille Suisse ihren Ruf als eines der besten Teams Europas aufbaute. Heute steht die Staffel erneut vor einem Umbruch: Mit dem beschlossenen Ende der F-5 spätestens Ende 2027 verliert sie wieder ihre Jets. Die ganze Geschichte liest du im Porträt der Patrouille Suisse, einen Vergleich mit anderen Teams im Überblick Kunstflugstaffeln Europas.
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Der Papyrus-Hunter und der Hunterverein Obersimmental
Der bekannteste Schweizer Hunter ist weiß und sieht aus wie eine fliegende Zeitung: der Papyrus-Hunter. Hinter dem Namen steckt das Abzeichen der Fliegerstaffel 15, ein aus Zeitungspapier gefalteter Papierflieger. Im November 1993, ein Jahr vor dem Ende der Hunter-Ära, bemalte ein zehnköpfiges Team um François Bertherin in einem Hangar auf dem Flugplatz Interlaken die Maschine mit der ursprünglichen Kennung J-4040 im Zeitungsdesign. Sie trug danach die Kennung J-4015 als Hommage an die Staffel. Auf dem Rumpf stehen die Namen von Helfern und Sponsoren, auf den Flügeln die der damaligen Staffelpiloten.
Als feststand, dass der Hunter Ende 1994 ausgemustert wird, setzten sich Fans und die vier Gemeinden des Obersimmentals für den Erhalt ein. So entstand 1994 der Hunterverein Obersimmental, und der Jet blieb in der Region. Laut Verein gehört die Maschine den vier Obersimmentaler Gemeinden, Heimat ist der Flugplatz St. Stephan. Ab dem 18. August 2000 flog der Papyrus nach sechs Jahren Pause wieder, nun mit ziviler Zulassung, und zeigte sich bei Flugtagen in ganz Europa. Beim Royal International Air Tattoo in Cottesmore gewann die Vorführung sogar die King Hussein Memorial Sword.
Seinen letzten Flug absolvierte der Papyrus am 17. Oktober 2022. Seither hält der Verein den Jet in Schuss: Das Rolls-Royce-Triebwerk läuft regelmäßig bei Standläufen, Bremsen und Systeme werden gewartet. Ob und wann du den Papyrus aus der Nähe sehen kannst, klärst du am besten direkt mit dem Verein.
Flugplatz St. Stephan und das Hunterfest
Der Flugplatz St. Stephan entstand 1941/42 als Reduit-Flugplatz und wurde in mehreren Schritten ausgebaut, bis die Piste 1957 ihre Länge von 2.000 Metern erreichte. Nach dem Krieg war er Standort für Vampire und Venom, ab 1980 für Hunter. Heute ist St. Stephan ein Werkflugplatz; Flüge historischer Jets finden vor allem rund um das Flugplatzfest statt.
Seit 1995 veranstaltet der Verein ein Flugplatzfest mit Oldtimern und historischen Jets. 2026 fand das Hunterfest am 21. und 22. August statt, mit der Patrouille Suisse im Programm. Ob, wann und in welcher Form das nächste Fest stattfindet, prüfst du am besten direkt beim Verein.
Neben dem Hunter kümmert sich der Verein um weitere Klassiker. Im Frühjahr 2024 übernahm er aus dem Bestand des Air Force Center Dübendorf eine Dornier Do 27 für eine Ausstellung in St. Stephan und eine Harvard mit der Kennung U-328, die ein eigener Verein in Bleienbach wieder flugfähig macht.
Praxis-Tipp für St. Stephan
Das Obersimmental ist eng, die Sonne steht über den Bergen schnell anders, als du denkst. Plan deinen Standpunkt am Festtag vorab mit Blick auf Piste und Talverlauf und reise früh an – Parkplätze und gute Plätze am Zaun sind begrenzt.
Hunter heute: Wo du ihn erlebst
Fliegende Hunter sind selten geworden. Militärisch ist der Typ praktisch verschwunden, zivil fliegen einzelne Maschinen bei privaten Betreibern. Ehemalige Schweizer F.58 sind beim US-Dienstleister ATAC als Zieldarsteller im Militärtraining im Einsatz, einige weitere Hunter sind in Großbritannien zivil registriert. Welche davon gerade flugfähig sind, ändert sich mit Wartung, Eigentümerwechseln und Genehmigungen.
Einen Schatten auf die zivilen Hunter-Vorführungen warf der Absturz von Shoreham am 22. August 2015: Ein Hunter T.7 stürzte bei einer Airshow in Südengland auf eine Straße, elf Menschen am Boden starben. Seitdem gelten für Vorführungen historischer Jets in Großbritannien deutlich strengere Regeln.
| Ort | Chance auf einen Hunter | Warum |
|---|---|---|
| Flugplatz St. Stephan | hoch (am Boden) | Heimat des Papyrus-Hunter, Zugang vorab beim Verein klären |
| Hunterfest / Flugplatzfest St. Stephan | mittel | Historische Jets im Programm, Programm jedes Jahr prüfen |
| Flieger-Flab-Museum Dübendorf | hoch (statisch) | Mehrere Schweizer Hunter in der Sammlung |
| Airshows in Großbritannien | niedrig bis mittel | Einzelne zivile Hunter, abhängig von Saison und Zulassung |
| Museen in Großbritannien | mittel | Viele RAF-Sammlungen zeigen Jets der 1950er-Jahre – Ausstellung vorab prüfen |
In der Schweiz ist das Flieger-Flab-Museum Dübendorf die erste Adresse: Zur Sammlung gehören mehrere Schweizer Hunter. Tipps für deinen Besuch findest du beim Spot Flieger Flab Museum am Flugplatz Dübendorf. Wer Schweizer Luftfahrt im größeren Rahmen sucht, schaut im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern vorbei. In Großbritannien lohnt das Imperial War Museum Duxford als Ausgangspunkt für britische Militärjets; Spot-Tipps gibt es unter IWM Duxford, Flugtage findest du im Beitrag Airshows in Duxford. Welche Exponate gerade ausgestellt sind, prüfst du vor der Reise.
Ein Highlight für Militärfans im Berner Oberland ist das Fliegerschießen Axalp. Hunter fliegen dort längst nicht mehr, aber die Kulisse zeigt, warum Schweizer Jet-Fotos aus der Hunter-Zeit so legendär sind. Für britische Airshows ist das Royal International Air Tattoo ein guter Startpunkt, um nach historischen Jets im Programm zu suchen.
Verwechslungsgefahr: Hunter, Vampire und Co.
Schnellbestimmung: Jet-Klassiker der 1950er
Hawker Hunter
Geschlossene Nase, Einläufe in der Flügelwurzel und gepfeilte Flügel sind das klassische Hunter-Bild. Prüf die Kennung: In der Schweiz beginnen Hunter-Nummern mit J-4.
North American F-86 Sabre
Der große Nasen-Einlauf ist das Markenzeichen der Sabre. Ihr Höhenleitwerk sitzt am Rumpf, nicht am Seitenleitwerk.
de Havilland Vampire oder Venom
Zwei Leitwerksträger und gerade Flügel sind typisch für die Vampire und ihre Weiterentwicklung Venom – beide flogen lange in der Schweiz.
Es spricht für den Hunter, wenn …
- die Nase spitz und geschlossen ist
- die Lufteinläufe in der Flügelwurzel sitzen
- das Höhenleitwerk am Seitenleitwerk angebracht ist
- die Maschine eine Schweizer Kennung im Bereich J-4xxx trägt
Sieh genauer hin, wenn …
- der Bug breit und rundlich ist – dann ist es vermutlich ein Doppelsitzer T.7 oder T.68
- du nur die Unterseite siehst – achte dann auf Kanonenpaket und Gurtbehälter
- ein moderner Trainer mit Tandemhaube vor dir steht – das ist eher ein Hawk
Es ist kein Hunter, wenn …
- du zwei Triebwerke oder zwei Seitenleitwerke siehst
- ein großer Lufteinlauf vorn in der Nase sitzt
- der Jet senkrecht startet oder schwenkbare Düsen hat – dann bist du beim Harrier
Weitere Hilfe beim Bestimmen alter Flugzeuge bietet der Guide Oldtimer am Himmel erkennen. Wie du moderne Militärjets auseinanderhältst, zeigt Kampfjets in Europa erkennen.
Fototipps für den Hunter
Der Hunter ist ein dankbares Motiv: schlanke Linie, klare Pfeilform und bei vielen erhaltenen Maschinen eine auffällige Lackierung. Ein paar Punkte helfen dir.
Pfeilflügel betonen
Schräg von vorn oder leicht von unten kommt die Pfeilform am besten zur Geltung. Im reinen Seitenprofil wirkt der Hunter flacher, als er ist.
Statische Exponate
Im Museum lohnt eine tiefere Perspektive: Kanonenpaket, Gurtbehälter und Fahrwerk erzählen viel über die Technik. Achte auf Reflexionen in Glas und Hallenlicht.
Bergkulisse nutzen
In St. Stephan rahmen die Hänge des Obersimmentals das Bild. Ein kürzeres Objektiv zeigt Jet und Landschaft zusammen.
Standläufe festhalten
Wenn das Avon-Triebwerk läuft, sorgt das Hitzeflimmern hinter der Düse für Atmosphäre. Ein Video mit Ton dokumentiert den typischen Klang.
Mehr Technik für Vorführungen findest du im Guide Airshows fotografieren.
Bereit für deinen Hunter-Ausflug?
- Ich habe geprüft, ob der Hunter am Zielort wirklich ausgestellt ist oder fliegt.
- Ich kenne Öffnungszeiten oder Festprogramm aus aktueller Quelle.
- Für einen Besuch beim Papyrus in St. Stephan habe ich vorab beim Verein angefragt.
- Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Weitwinkel und Tele eingepackt.
Fazit
Der Hawker Hunter verbindet britische Ingenieurskunst mit einem großen Kapitel Schweizer Luftfahrtgeschichte. Er hielt einen Geschwindigkeitsweltrekord, flog 36 Jahre bei der Schweizer Luftwaffe und war die erste Maschine der Patrouille Suisse. Erkennen lässt er sich leicht – geschlossene Nase, Einläufe in der Flügelwurzel, gepfeilte Flügel. Fliegend erlebst du ihn heute nur noch selten, doch in Dübendorf, in St. Stephan beim Papyrus und bei ausgewählten Flugtagen bleibt der Klassiker präsent.
Kurzfazit
Spitze, geschlossene Nase, Lufteinläufe in der Flügelwurzel, Höhenleitwerk am Seitenleitwerk: Das ist der Hunter. In der Schweiz begegnest du ihm vor allem im Museum Dübendorf und beim Papyrus-Hunter in St. Stephan.
Zusammenfassung
- Hawker entwickelte den Hunter als Abfangjäger für die Royal Air Force; der Prototyp flog 1951, die Serienversion ging 1954 in Dienst.
- Mit dem Weltrekord von 1953 und dem Erfolg der F.6 wurde der Hunter zu einem der meistexportierten britischen Militärjets.
- Die Schweiz nutzte den Hunter rund 36 Jahre lang, zuletzt kampfwertgesteigert mit Lenkwaffen; die Patrouille Suisse flog ihn bis 1994.
- Heute erlebst du Hunter vor allem in Museen, bei Flugplatzfesten wie dem Hunterfest in St. Stephan und bei zivilen Betreibern im Ausland.
Häufige Fragen
Wann flog der Hawker Hunter zum ersten Mal?
Der erste Prototyp mit der Projektbezeichnung P.1067 hob am 20. Juli 1951 in Boscombe Down ab. Am Steuer saß Hawker-Testpilot Neville Duke. Die Royal Air Force erhielt die ersten Serienmaschinen der Version F.1 im Juli 1954.
Wie schnell war der Hunter?
In Bodennähe erreichte der Hunter knapp Mach 0,95. Berühmt ist der Rekordflug vom 7. September 1953: Neville Duke flog mit dem modifizierten ersten Prototyp über Littlehampton rund 1.171 km/h und stellte damit einen neuen absoluten Geschwindigkeitsweltrekord auf.
Wie viele Hunter hatte die Schweizer Luftwaffe?
Nach dem Parlamentsbeschluss vom 29. Januar 1958 kaufte die Schweiz zunächst 100 Maschinen, später folgten weitere Serien. Insgesamt waren es rund 160 Hunter, darunter acht Doppelsitzer T.68. Die Schweizer Einsitzer liefen als F.58 und F.58A.
Wann wurde der Hunter in der Schweiz ausgemustert?
Ende 1994 im Rahmen der Armeereform Armee 95. Die letzten Einsätze fanden am 16. Dezember 1994 statt. Bis dahin hatten die Schweizer Hunter rund 310.000 Flugstunden absolviert.
Welches Flugzeug flog die Patrouille Suisse vor der F-5?
Den Hawker Hunter. Die Staffel wurde 1964 gegründet und zeigte ihre Vorführungen bis zur Saison 1994 mit dem Hunter. Seit 1995 fliegt sie die Northrop F-5E Tiger II.
Was ist der Papyrus-Hunter?
Ein weiß lackierter Schweizer Hunter mit dem Staffelabzeichen der Fliegerstaffel 15, einem Papierflieger aus Zeitungspapier. Er wurde 1993 so bemalt, nach der Ausmusterung vom Hunterverein Obersimmental übernommen und flog ab 2000 mit ziviler Zulassung. Seinen letzten Flug absolvierte er am 17. Oktober 2022; heute steht er in St. Stephan und läuft bei Standläufen.
Wo fliegen heute noch Hunter?
Militärisch ist der Hunter weitgehend verschwunden, die libanesische Luftwaffe stellte ihre Maschinen 2014 außer Dienst. Zivil fliegen einzelne Exemplare bei privaten Betreibern, etwa ehemalige Schweizer F.58 beim US-Dienstleister ATAC als Zieldarsteller. Welche Maschinen gerade flugfähig sind, ändert sich häufig.
Hawker Hunter sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Northrop F-5 Tiger II
Klein, spitz, laut und unverwechselbar rot-weiß über den Alpen: Die F-5 Tiger II prägt seit 1978 die Schweizer Luftwaffe und die Patrouille Suisse. So erkennst du den leichten Kampfjet und nutzt die letzten Jahre bis zur Ausmusterung.
Militärde Havilland Vampire (DH.100 / DH.115)
Kurze Rumpfgondel, zwei schlanke Leitwerksträger, ein einziges Strahltriebwerk: Die de Havilland Vampire gehört zur ersten Generation der Düsenjäger und flog in der Schweiz über vier Jahrzehnte. So erkennst du Einsitzer und Trainer und wo du sie heute erlebst.
MilitärNorth American F-86 Sabre
Pfeilflügel, runder Lufteinlass im Bug, Tropfenhaube: Die F-86 Sabre war der prägende westliche Jäger der frühen Jetzeit, kämpfte über Korea gegen die MiG-15 und war als Canadair Sabre einer der ersten Jets der Bundeswehr. So erkennst du sie und findest sie heute im Museum.
HistorischHawker Hurricane
Buckelrücken, dicker Flügel und ein breites Fahrwerk: Die Hawker Hurricane trug in der Luftschlacht um England die Hauptlast der RAF-Abwehr und steht heute im Schatten der Spitfire. So erkennst du sie, unterscheidest die Versionen und findest flugfähige Exemplare.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flieger-Flab-Museum Dübendorf
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Wo du die Hawker Hunter siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Flieger Flab Museum am Flugplatz Dübendorf
Auf dem ältesten Flugplatz der Schweiz erzählt das Flieger Flab Museum die Geschichte der Schweizer Luftwaffe – vom Blériot-Eindecker über Hunter und Mirage bis zum F-5 Tiger. Dazu die Ju 52 HB-HOP, eine riesige Motorensammlung und nebenan ein aktiver Militärflugplatz.
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