Das Wichtigste in Kürze
- Der Draken war ein schwedischer Mach-2-Jäger aus den 1950er-Jahren und einer der ersten Kampfjets mit Doppeldelta-Flügel.
- Schnellster Erkennungsweg: geknickter Deltaflügel ohne Höhenleitwerk und Einläufe direkt in der Flügelwurzel – das hat kein anderer Jet seiner Generation.
- Österreich flog 24 Draken als J 35Ö von 1988 bis 2005 zur Luftraumüberwachung, danach übernahmen geleaste F-5E und ab 2007 der Eurofighter.
- Militärisch ist der Typ überall ausgemustert: Dänemark 1993, Schweden 1999, Finnland 2000, Österreich 2005.
- Heute siehst du ihn vor allem in Museen – besonders viele in Österreich und Schweden, fliegend nur noch sehr selten, etwa bei der Swedish Air Force Historic Flight.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Saab 35 Draken?
- 2.Warum ein Doppeldelta?
- 3.Die wichtigsten Versionen
- 4.So erkennst du den Draken
- 5.Draken, Viggen oder MiG-21?
- 6.Der Draken in Österreich
- 7.Schweden, Dänemark und Finnland
- 8.Wo du den Draken heute siehst
- 9.Fototipps für Museums-Draken
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Saab, Linköping (Schweden) |
|---|---|
| Rolle | Überschall-Abfangjäger, dazu Aufklärer-, Trainer- und Jagdbomberversionen |
| Erstflug | 25. Oktober 1955 (erster Prototyp) |
| Indienststellung | 1960 bei der schwedischen Luftwaffe (Flygvapnet) |
| Bauzeit | 1955 bis 1974 |
| Gebaut | je nach Zählweise rund 600 bis 651 Maschinen |
| Flügel | Doppeldelta ohne Höhenleitwerk, Flügelfläche 49,2 m² |
| Triebwerk | 1 × Svenska Flygmotor RM6 (Lizenz-Rolls-Royce Avon) mit Nachbrenner |
| Länge | 15,35 m |
| Spannweite | rund 9,40 m |
| Höhe | 3,89 m |
| Max. Startmasse J 35D | knapp 11,9 t |
| Höchstgeschwindigkeit | über Mach 2 in großer Höhe |
| Besatzung | 1 (Doppelsitzer Sk 35C bzw. TF-35: 2) |
| Betreiber | Schweden, Dänemark, Finnland, Österreich (alle militärisch außer Dienst) |
| In Österreich | 24 J 35Ö von 1988 bis 2005 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Doppeldelta-Flügel: innen stark gepfeilt, außen mit sichtbarem Knick flacher auslaufend – von oben wie eine Pfeilspitze mit Stufe
- Kein Höhenleitwerk: Das Heck besteht nur aus einer einzelnen, hohen und gepfeilten Seitenflosse
- Lufteinläufe in der Flügelwurzel seitlich unter dem Cockpit, fast nahtlos in die Flügelvorderkante übergehend
- Sehr flacher, breiter Gesamteindruck: Rumpf und Flügel verschmelzen zu einer einzigen Fläche
- Ein einzelnes Triebwerk mit runder Nachbrennerdüse am Rumpfende, darüber der Behälter für den Bremsschirm
- Spitze, lange Nase mit Radar und Staurohr; Cockpithaube weit vorn, eng in den Rumpfrücken übergehend
Aktualisiert: Oktober 2026 – Wer in Österreich mit Militärluftfahrt groß geworden ist, hat ihn noch im Ohr: den Saab 35 Draken, der bis 2005 über der Steiermark seine Runden drehte. Von oben sieht er aus wie eine Pfeilspitze mit Stufe, von der Seite fehlt ihm das Höhenleitwerk, und trotzdem war er schneller als doppelte Schallgeschwindigkeit. Fliegend erlebst du den Draken heute nur noch selten, in Museen dafür erstaunlich oft – gerade auch in Österreich. Diese Seite zeigt dir, woran du ihn erkennst, welche Versionen es gab, wie seine Zeit beim Bundesheer verlief und wo du erhaltene Exemplare findest.
Draken im Hangar
Mit Planetrack hältst du jeden Draken fest, den du im Museum oder auf einer Airshow siehst – mit Foto, Version, Kennung und Ort – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Saab 35 Draken?
Der Draken ist ein einstrahliger Überschall-Abfangjäger des schwedischen Herstellers Saab. Anfang der 1950er-Jahre suchte die schwedische Luftwaffe einen Nachfolger für die Jäger Saab 29 Tunnan und Saab 32 Lansen. Gefordert war ein Flugzeug, das anfliegende Bomber schnell abfangen kann, kurz startet und dabei die Geschwindigkeit von Mach 2 erreicht. Für ein neutrales Land mit langer Küste und großen, dünn besiedelten Gebieten war das ein ehrgeiziges Ziel.
Die Ingenieure in Linköping wählten dafür eine damals ungewöhnliche Form: den Doppeldelta-Flügel. Der erste vollwertige Prototyp flog am 25. Oktober 1955, noch ohne Nachbrenner. Im Januar 1960 erreichte ein Prototyp der B-Version im Testflug Mach 2. Etwa zur selben Zeit begann die Auslieferung der ersten Serienversion J 35A an die Truppe, 1960 meldete die schwedische Luftwaffe den Typ einsatzbereit.
Gebaut wurde der Draken bis 1974. Je nach Quelle und Zählweise – mit oder ohne Prototypen und Umbauten – nennen Nachschlagewerke rund 600 bis 651 Maschinen. Angetrieben wurde er von einem einzelnen RM6-Strahltriebwerk, einer schwedischen Lizenzversion des Rolls-Royce Avon, gebaut von Svenska Flygmotor.
Warum ein Doppeldelta?
Ein klassischer Deltaflügel ist bei hohen Geschwindigkeiten stark, bei niedrigen aber träge. Saab teilte den Flügel deshalb in zwei Bereiche: Innen, nahe am Rumpf, ist er extrem stark gepfeilt und sehr tief. Dort ist Platz für Treibstoff, Fahrwerk und die Lufteinläufe, ohne dass der Rumpf dick werden muss. Außen ist der Flügel flacher gepfeilt, was das Verhalten im Langsamflug und bei der Landung verbessert.
Das Ergebnis war ein auffallend flaches, kompaktes Flugzeug mit geringem Luftwiderstand. Ein Höhenleitwerk braucht der Draken nicht: Höhen- und Querruder sitzen als kombinierte Ruderflächen an der Flügelhinterkante.
Die Kehrseite war ein heikles Verhalten bei großem Anstellwinkel. Der Draken konnte in einen sogenannten Superstall geraten, bei dem die Nase steil aufsteigt und das Flugzeug kaum noch steuerbar ist. Schwedische Piloten lernten, diesen Zustand gezielt einzuleiten und wieder zu verlassen, und nutzten ihn als Ausweichmanöver mit dem Namen „kort parad“. Weltbekannt wurde eine ähnliche Figur später als „Cobra“, nachdem der sowjetische Testpilot Wiktor Pugatschow sie 1989 mit der Su-27 öffentlich gezeigt hatte.
Die wichtigsten Versionen
Die Grundform blieb über alle Baureihen gleich. In Museen helfen dir die Versionsbezeichnungen trotzdem, die Geschichte einer Maschine einzuordnen. Die schwedische Luftwaffe gab jeder Version einen Spitznamen aus dem schwedischen Buchstabieralphabet.
J 35A „Adam“ und J 35B „Bertil“: Die ersten Jägerversionen der schwedischen Luftwaffe. Die B brachte unter anderem ein verbessertes Feuerleitsystem.
Sk 35C „Cesar“: Der zweisitzige Trainer, erkennbar an der langen Haube mit zwei Sitzen hintereinander.
J 35D „David“: Jäger mit stärkerem Triebwerk. Aus dieser Version gingen später die österreichischen Draken hervor.
S 35E „Erik“: Die Aufklärerversion. Statt Radar trägt sie Kameras in der Nase, was du an Fotofenstern im Bug erkennst.
J 35F „Filip“: Die meistgebaute schwedische Jägerversion mit verbessertem Radar und Lenkwaffen.
J 35J „Johan“: Eine Kampfwertsteigerung der J 35F, umgesetzt Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre. Sie war die letzte Draken-Version im schwedischen Dienst.
Export: Dänemark kaufte als einziger Kunde eine echte Jagdbomberversion, intern Saab 35XD genannt, mit den Varianten F-35, RF-35 (Aufklärer) und TF-35 (Doppelsitzer). Finnland flog mehrere Versionen mit eigenen Bezeichnungen wie 35BS, 35FS und 35CS. Österreich erhielt umgebaute J 35D als J 35Ö.
| Version | Rolle | Typisches Merkmal |
|---|---|---|
| J 35A / B | Frühe Jäger (Schweden) | Erste Serienmaschinen der 1960er-Jahre |
| Sk 35C | Doppelsitzer | Lange Tandemhaube |
| J 35D | Jäger | Basis der österreichischen J 35Ö |
| S 35E | Aufklärer | Kamerafenster in der Nase |
| J 35F / J | Jäger, letzte Schwedenversion | Spätere Jäger mit verbessertem Radar |
| F-35 / RF-35 / TF-35 | Jagdbomber, Aufklärer, Trainer (Dänemark) | Dänische Hoheitszeichen, Version 35XD |
| J 35Ö | Abfangjäger (Österreich) | Rot-weiß-rotes Hoheitszeichen, kurze Kennungen wie „04“ |
So erkennst du den Draken
Der Draken gehört zu den Flugzeugen, die du nach einem einzigen bewussten Blick nie wieder vergisst. Drei Merkmale reichen.
Der Knick im Flügel
Schau auf die Flügelvorderkante: Nahe am Rumpf steigt sie extrem steil an, weiter außen verläuft sie flacher. Dieser Knick ist das Markenzeichen des Doppeldeltas und von oben oder schräg von vorn am besten zu sehen.
Das leere Heck
Hinten sitzt nur eine einzelne, hohe Seitenflosse – kein Höhenleitwerk, keine Canards vorn. Zusammen mit der runden Nachbrennerdüse wirkt das Heck auffällig aufgeräumt.
Einläufe in der Flügelwurzel
Die Lufteinläufe liegen seitlich unter dem Cockpit direkt am Ansatz der Flügelvorderkante. Rumpf, Einlauf und Flügel gehen fast nahtlos ineinander über.
Für die Version lohnt der Blick auf Haube und Nase: Eine lange Tandemhaube spricht für Sk 35C oder TF-35, Kamerafenster im Bug für einen Aufklärer. Die letzte Bestätigung liefern Hoheitszeichen und Kennung. Schwedische Draken tragen meist fünfstellige Nummern mit der Typnummer 35 am Anfang, österreichische Maschinen kurze zweistellige Kennungen.
Praxis-Tipp im Museum
Wenn es eine Galerie oder Treppe gibt, nutze sie. Der Doppeldelta-Grundriss zeigt sich von oben am deutlichsten – vom Boden aus wirkt der Draken eher wie ein gewöhnlicher Deltajet.
Draken, Viggen oder MiG-21?
Im Museum stehen die Deltajets des Kalten Krieges oft nebeneinander. Der Finder hilft dir, die häufigsten Kandidaten zu trennen.
Schnellbestimmung: Deltajets des Kalten Krieges
Saab 35 Draken
Geknickter Doppeldelta, leeres Heck und Einläufe in der Flügelwurzel sind das typische Draken-Bild. Schau jetzt auf Haube und Nase, um die Version einzugrenzen.
Saab 37 Viggen
Die Kombination aus Deltaflügel und vorderen Entenflügeln mit Klappen spricht für den Viggen, den Nachfolger des Draken in Schweden.
Mikojan-Gurewitsch MiG-21
Gerader Delta, kleines Höhenleitwerk und Bugeinlauf mit Kegel deuten auf die MiG-21.
Weitere Deltajets wie die Dassault Mirage 2000 haben einen glatten Delta ohne Knick und halbrunde Einläufe deutlich hinter dem Cockpit. Der moderne Saab JAS 39 Gripen trägt wie der Viggen Canards. Mehr Vergleichshilfen findest du im Guide Kampfjets in Europa erkennen.
Der Draken in Österreich
Für deutschsprachige Spotter ist das österreichische Kapitel das spannendste. Lange verfügte das Bundesheer nur über leichte Strahlflugzeuge wie die Saab 105 für die Luftraumüberwachung. 1985 fiel die Entscheidung, 24 gebrauchte J 35D aus Schweden zu kaufen und für Österreich umzurüsten. Die Beschaffung war innenpolitisch umstritten, gerade in der Steiermark, wo die Jets stationiert werden sollten, gab es Widerstand gegen den Fluglärm. Ein Teil dieser Debatten wiederholte sich Jahre später beim Eurofighter.
1988 übernahm das Bundesheer die Maschinen als J 35Ö. Die Jets flogen bei den Staffeln des Fliegerregiments 2 und waren an den steirischen Fliegerhorsten Zeltweg und Graz-Thalerhof zu Hause. Einige weitere Zellen dienten als Ersatzteilspender.
Eine Besonderheit war die Bewaffnung. Der Staatsvertrag von 1955 wurde lange so ausgelegt, dass Österreich keine Lenkwaffen besitzen durfte. Die Draken flogen deshalb zunächst nur mit Bordkanonen. Erst in den 1990er-Jahren erhielten sie Sidewinder-Lenkwaffen. 1992 folgte eine Modernisierung mit Radarwarnempfänger sowie Täuschkörpern gegen Radar- und Infrarotlenkwaffen; diese Ausführung wird oft „J 35Ö Mk 2“ genannt.
Ernst wurde es 1991. Während der Kriege im zerfallenden Jugoslawien verletzten jugoslawische Militärjets, darunter MiG-21, mehrfach den österreichischen Luftraum an der Südgrenze. Für viele Österreicher war das der Moment, in dem der Sinn einer eigenen Luftraumüberwachung greifbar wurde – und politisch der Anstoß, den Draken endlich Lenkwaffen zu geben.
Im Jahr 2005, ziemlich genau 50 Jahre nach dem Erstflug des Typs, endete die Draken-Ära beim Bundesheer. Als Übergangslösung leaste Österreich Jets vom Typ Northrop F-5 aus der Schweiz, ab 2007 übernahm der Eurofighter Typhoon die Luftraumüberwachung.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1985 | Entscheidung zum Kauf von 24 gebrauchten J 35D |
| 1988 | Übernahme der Maschinen als J 35Ö |
| 1991 | Luftraumverletzungen während der Jugoslawienkriege |
| 1990er | Nachrüstung mit Sidewinder und Selbstschutzsystemen |
| 2005 | Ausmusterung, Übergang zu F-5 und Eurofighter |
Militärflugplätze sind kein Freigelände
Zeltweg und Graz-Thalerhof sind aktive Standorte des Bundesheers. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus und halte dich an Hinweisschilder. Was in Österreich erlaubt ist, erklärt der Beitrag Planespotting in Österreich, allgemeine Regeln stehen im Artikel Militärflugplätze fotografieren.
Schweden, Dänemark und Finnland
In Schweden war der Draken rund vier Jahrzehnte das Rückgrat der Jagdverbände, bevor ihn der Saab 37 Viggen und schließlich der Gripen ablösten. Die letzten J 35J wurden im Dezember 1999 außer Dienst gestellt.
Dänemark betrieb 51 Draken bei zwei Staffeln, vor allem als Jagdbomber und Aufklärer. Hier endete der Einsatz schon 1993. Mehrere ehemals dänische Maschinen gingen anschließend in die USA, wo die National Test Pilot School sechs von ihnen bis 2009 für die Ausbildung von Testpiloten nutzte.
Finnland flog rund 50 Draken bei zwei Jagdstaffeln und musterte die letzten im Jahr 2000 aus. Damit endete der militärische Einsatz des Typs überall – mit Österreich als letztem Nutzer bis 2005.
Wo du den Draken heute siehst
In Österreich
In Österreich sind auffallend viele Draken erhalten geblieben. Diese Adressen sind für dich besonders interessant:
- Zeltweg: Am Fliegerhorst Hinterstoisser zeigt die Militärluftfahrtausstellung mehrere ehemalige Draken des Bundesheers. Besonders lohnend ist ein Besuch rund um die AIRPOWER in Zeltweg, wenn das Gelände für Besucher offen ist.
- Wien: Im Freigelände des Heeresgeschichtlichen Museums steht ein ausgemusterter Draken.
- Graz: Das Österreichische Luftfahrtmuseum am Flughafen Graz zeigt ebenfalls einen Draken.
- Hörsching: An der Zufahrt zum Fliegerhorst Vogler nahe dem Flughafen Linz steht ein Draken als Schauobjekt.
- Tulln: Ein Draken mit der Kennung „17“ ziert einen Kreisverkehr – ein ungewöhnliches, aber dankbares Fotomotiv.
In Deutschland
Drei Häuser in Deutschland haben einen Draken im Bestand. Das Technik Museum Speyer zeigt seit 2008 eine ehemals österreichische Maschine mit der Kennung „04“. Weitere Exemplare stehen in der Flugausstellung Hermeskeil und in der Flugwerft Schleißheim.
Im übrigen Europa
Die größte Auswahl hat naturgemäß Schweden. Im Flygvapenmuseum bei Linköping am Militärflugplatz Malmen, kannst du die Entwicklungslinie von Tunnan über Draken und Viggen bis zum Gripen an einem Ort verfolgen; Hinweise zum Besuch findest du auf der Spot-Seite Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen. Auch in Dänemark und Finnland stehen zahlreiche Draken in Museen und als Denkmäler an Fliegerhorsten.
Darüber hinaus findest du Draken im Luftfahrtmuseum Prag-Kbely, im Polnischen Luftfahrtmuseum Krakau, im Königlichen Armeemuseum in Brüssel und im Musée de l’Air et de l’Espace in Le Bourget. Ein weiteres ehemals österreichisches Exemplar steht in Toulouse.
Bestände ändern sich
Museen verleihen Flugzeuge, restaurieren sie oder bauen Hallen um. Wenn du einen bestimmten Draken sehen willst, prüf vorher die aktuelle Exponatliste oder frag direkt beim Museum nach.
In der Luft
Einen fliegenden Draken zu erleben, ist eine echte Rarität. Die Swedish Air Force Historic Flight hält einen einsitzigen J 35J und einen doppelsitzigen Sk 35C flugfähig und zeigt sie bei ausgewählten Veranstaltungen. In den USA ist ein ehemals schwedischer J 35F zivil zugelassen. In Dänemark hält das Draken Team Karup ehemals dänische Maschinen, die rollfähig sind, aber nicht fliegen.
Ob ein Draken in einer bestimmten Saison auftritt, ist nie garantiert. Halte deshalb die Programme der großen Veranstaltungen im Blick – einen Überblick gibt der Artikel Airshows in Europa für Planespotter.
Keinen Draken-Auftritt verpassen
Setz den Draken auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs im Anflug gemeldet wird. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für Museums-Draken
Der Draken ist flach, breit und kurz – ein ganz anderes Motiv als die schlanken Pfeile seiner Zeit.
Schräg von vorn und leicht erhöht
Aus dieser Perspektive siehst du Doppeldelta, Einläufe und Cockpit gleichzeitig. Ganz flach vom Boden aus geht der Knick im Flügel verloren.
Profil für das Heck
Die Seitenansicht zeigt das leere Heck mit der hohen Flosse und dem Bremsschirmbehälter. Achte darauf, dass die Flossenspitze nicht angeschnitten wird.
Details dokumentieren
Kennung, Hoheitszeichen, Staffelwappen und Nase: Mit diesen Detailaufnahmen kannst du später Version und Herkunft sicher bestimmen.
Bereit für deine Draken-Tour?
- Ich habe ein Museum oder Schauobjekt mit Draken ausgewählt.
- Öffnungszeiten und Zugang (Halle oder Freigelände) sind geprüft.
- Ein Weitwinkel für Gesamtansichten ist eingepackt.
- Ich notiere Version, Kennung und Herkunftsland jeder Maschine.
- Ich habe aktuelle Airshow-Programme nach fliegenden Draken durchsucht.
Weitere Exoten für deine Liste findest du im Guide Seltene Flugzeuge spotten, Tipps zu älteren Mustern im Artikel Oldtimer am Himmel erkennen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für einen Draken, wenn …
- die Flügelvorderkante einen deutlichen Knick hat
- am Heck nur eine Seitenflosse sitzt
- die Lufteinläufe in der Flügelwurzel unter dem Cockpit liegen
- das Flugzeug sehr flach und kompakt wirkt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Haube auffällig lang ist – dann ist es ein Doppelsitzer wie Sk 35C oder TF-35
- die Nase Kamerafenster hat – dann ist es ein Aufklärer wie S 35E oder RF-35
- dänische oder finnische Hoheitszeichen zu sehen sind – dann ist es eine Exportversion
Es ist kein Draken, wenn …
- kleine Flügel vor dem Hauptflügel sitzen – dann eher Viggen oder Gripen
- der Lufteinlauf rund in der Nase liegt – das spricht für eine MiG-21
- winzige Trapezflügel und ein T-Leitwerk zu sehen sind – dann ist es ein Starfighter
Fazit
Der Draken steht für Schwedens Weg zur eigenständigen Luftfahrtindustrie: ein mutiger Entwurf mit Doppeldelta, der Mach 2 erreichte und vier Jahrzehnte im Dienst blieb. Für Österreich war er der erste echte Überschall-Abfangjäger und begleitete das Bundesheer durch die unruhigen Jahre an der Südgrenze. Heute begegnest du ihm vor allem in Museen – in Österreich so häufig, dass sich eine eigene Draken-Tour lohnt.
Kurzfazit
Geknickter Doppeldelta, kein Höhenleitwerk, Einläufe in der Flügelwurzel: Das ist der Saab 35 Draken. Österreich flog 24 Maschinen von 1988 bis 2005. Erhaltene Exemplare findest du in Zeltweg, Wien, Graz, Speyer, Hermeskeil, Schleißheim und Linköping, fliegend nur noch bei wenigen historischen Verbänden.
Zusammenfassung
- Saab entwickelte den Draken als Nachfolger von Tunnan und Lansen; der erste Prototyp flog am 25. Oktober 1955, ab 1960 war der Typ bei der schwedischen Luftwaffe im Dienst.
- Neben Schweden flogen Dänemark, Finnland und Österreich den Draken, teils in eigenen Exportversionen.
- Das österreichische Bundesheer übernahm 1988 gebrauchte schwedische J 35D als J 35Ö und flog sie bis 2005.
- Erhaltene Exemplare stehen in zahlreichen Museen Europas, darunter in Zeltweg, Wien, Graz, Speyer, Hermeskeil, Schleißheim und Linköping.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Name „Draken“?
Draken ist schwedisch und bedeutet „der Drache“. Das Wort steht im Schwedischen auch für den Papierdrachen – passend zur flachen, drachenförmigen Silhouette des Flugzeugs.
Was ist ein Doppeldelta-Flügel?
Ein Deltaflügel mit zwei unterschiedlich stark gepfeilten Abschnitten. Beim Draken ist der innere Teil sehr stark gepfeilt und bietet viel Platz für Treibstoff und Fahrwerk, der äußere Teil ist flacher gepfeilt und verbessert das Verhalten bei niedriger Geschwindigkeit. Von oben siehst du deshalb einen deutlichen Knick in der Flügelvorderkante.
Wie viele Draken hatte Österreich?
Das Bundesheer betrieb 24 Draken der Version J 35Ö. Es handelte sich um gebrauchte schwedische J 35D, die 1988 übergeben wurden. Dazu kamen einige weitere Zellen als Ersatzteilspender. 2005 wurde der Typ in Österreich ausgemustert.
Warum hatten die österreichischen Draken anfangs keine Lenkwaffen?
Der österreichische Staatsvertrag von 1955 wurde lange so ausgelegt, dass er den Besitz von Lenkwaffen untersagt. Die J 35Ö flogen deshalb zunächst nur mit Bordkanonen. Erst in den 1990er-Jahren beschaffte Österreich Sidewinder-Luft-Luft-Raketen nach.
Hat der Draken das Cobra-Manöver erfunden?
Schwedische Piloten nutzten den sogenannten Superstall des Draken gezielt als Ausweichmanöver, genannt „kort parad“. Weltbekannt wurde eine ähnliche Figur erst 1989, als der sowjetische Testpilot Wiktor Pugatschow sie mit der Su-27 öffentlich als „Cobra“ vorführte. Den Draken als „Erfinder“ zu bezeichnen, wäre zugespitzt – Vorläufer war er aber.
Gibt es noch fliegende Draken?
Ja, aber nur wenige. Die Swedish Air Force Historic Flight hält einen J 35J und einen doppelsitzigen Sk 35C flugfähig, in den USA ist zudem ein ehemals schwedischer J 35F zivil zugelassen. Ob sie in einer Saison bei Airshows auftreten, ändert sich – prüf aktuelle Programme.
Wo sehe ich einen Draken in Österreich?
Unter anderem in der Ausstellung am Fliegerhorst Zeltweg, im Freigelände des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, im Österreichischen Luftfahrtmuseum am Flughafen Graz-Thalerhof und als Schauobjekt an der Zufahrt zum Fliegerhorst Hörsching bei Linz. Dazu kommen weitere Exemplare an Kasernen, Flugplätzen und sogar in einem Kreisverkehr bei Tulln.
Saab 35 Draken sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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