Das Wichtigste in Kürze
- Die MiG-21 ist der meistgebaute Überschalljet: Allein in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Indien entstanden über 10.000 Maschinen, dazu kommen die chinesischen J-7.
- Schnellster Erkennungsweg: runder Bugeinlauf mit Stoßkegel plus Deltaflügel mit zusätzlichem Höhenleitwerk.
- Für die NVA war sie das Rückgrat der Jagdflieger: 557 Maschinen ab 1962, nach der Einheit kurz bei der Bundeswehr, 1992/93 ausgemustert.
- In Europa ist die Ära vorbei: Rumänien stellte 2023 die letzten LanceR außer Dienst, Kroatien Ende 2024 die letzten MiG-21bis.
- Heute siehst du sie vor allem im Museum – in Deutschland etwa in Berlin-Gatow, Sinsheim oder Wernigerode.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch (UdSSR), Lizenzbau in der Tschechoslowakei und Indien |
|---|---|
| Rolle | Leichter Abfangjäger, später Mehrzweck-Jagdflugzeug; Doppelsitzer als Trainer |
| ICAO-Typcode | MG21 |
| NATO-Codename | Fishbed (Einsitzer), Mongol (Doppelsitzer) |
| Erstflug | 14. Februar 1955 (Prototyp Je-2, noch mit Pfeilflügel); 16. Juni 1955 (Je-4, erster Deltaflügel) |
| Indienststellung | 1959 (MiG-21F) |
| Gebaut | je nach Zählweise rund 10.000 bis 11.500 Maschinen, ohne chinesische J-7 |
| In der DDR | 557 MiG-21 aller Versionen, ab 1962 |
| Triebwerk MiG-21bis | 1 × Tumanski R-25-300 mit Nachbrenner, rund 69,6 kN Schub |
| Höchstgeschwindigkeit MiG-21bis | rund 2.175 km/h (Mach 2,05) in 13.000 m Höhe |
| Länge MiG-21bis | 14,7 m ohne Staurohr |
| Spannweite | 7,15 m |
| Höhe | rund 4,1 m |
| Max. Startgewicht MiG-21bis | bis rund 10.400 kg (befestigte Piste, größere Räder) |
| Letzter Nutzer in Europa | Kroatien, Ausmusterung Ende 2024 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Runder Lufteinlauf ganz vorn in der Nase mit einem Stoßkegel in der Mitte – kein Radom, keine seitlichen Einläufe
- Schmaler Deltaflügel in der Rumpfmitte, dazu ein separates, gepfeiltes Höhenleitwerk am Heck
- Langer, röhrenförmiger Rumpf mit einem einzelnen Triebwerk und runder Düse am Ende
- Hohe, stark gepfeilte Seitenflosse; darunter eine kleine Bauchflosse
- Bei späteren Versionen ein dicker Rückenbuckel hinter dem Cockpit, der bis zum Leitwerk läuft
- Langes Staurohr am Bug, dessen Position je nach Version wechselt
Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine schlanke Röhre mit einem runden Loch vorne, ein spitzes Dreieck als Flügel und dahinter noch ein kleines Leitwerk: Wer einmal bewusst eine MiG-21 gesehen hat, erkennt sie überall wieder. Sie ist der meistgebaute Überschalljet der Geschichte, flog in Dutzenden Ländern und war fast drei Jahrzehnte lang das Rückgrat der Jagdflieger der Nationalen Volksarmee. In Europa ist ihre Dienstzeit seit Ende 2024 vorbei – umso wichtiger ist es zu wissen, woran du sie erkennst, welche Version vor dir steht und wo du sie heute noch findest.
Deine MiG-21 im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede MiG-21 fest, die du im Museum oder auf einer Airshow siehst – mit Foto, Version, Kennung und Ort – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die MiG-21?
Die MiG-21 stammt aus dem sowjetischen Konstruktionsbüro von Artjom Mikojan und Michail Gurewitsch, das schon mit der MiG-15 im Koreakrieg Furore gemacht hatte. Die Aufgabe war klar umrissen: ein leichter, einfacher und sehr schneller Abfangjäger, der feindliche Bomber in großer Höhe abfangen kann und sich in großer Zahl bauen lässt.
Der erste Prototyp Je-2 flog am 14. Februar 1955, damals noch mit gepfeilten Flügeln. Schon im Juni 1955 folgte mit der Je-4 der erste Prototyp mit dem später typischen Deltaflügel. Nach mehreren Zwischenschritten ging die MiG-21F 1959 in den Truppendienst. Die Grundkonstruktion blieb über Jahrzehnte gleich, wurde aber immer wieder vergrößert, mit stärkeren Triebwerken, besserem Radar und mehr Bewaffnung versehen.
Gebaut wurde die MiG-21 nicht nur in der Sowjetunion. Die Tschechoslowakei fertigte sie in Lizenz, ebenso Indien bei Hindustan Aeronautics. China entwickelte daraus die Chengdu J-7, die wiederum in viele Länder exportiert wurde. Je nach Zählweise kommen die Quellen auf rund 10.000 bis 11.500 Maschinen ohne die J-7 – kein anderer Überschalljet wurde in solcher Zahl produziert. Das Konstruktionsbüro existiert bis heute als Marke MiG und gehört inzwischen zur United Aircraft Corporation.
Die wichtigsten Versionen
Über die lange Bauzeit entstanden Dutzende Varianten. Für Spotter und Museumsbesucher reichen die großen Linien, denn sie unterscheiden sich auch äußerlich.
| Version | Kurzbeschreibung | Typisches Erkennungsdetail |
|---|---|---|
| MiG-21F-13 | Frühe Tagjägerversion mit Kanone und zwei Infrarot-Lenkflugkörpern | Sehr schlanker Rumpf, kleiner Stoßkegel, dünner Rücken |
| MiG-21PF / PFM | Allwetter-Abfangjäger mit Radar im Stoßkegel | Größerer Lufteinlauf und Stoßkegel |
| MiG-21M / MF | Mehrzweckversionen mit eingebauter Zwillingskanone GSch-23 | Kanonenverkleidung unter dem Rumpf, dickerer Rücken |
| MiG-21bis | Letzte sowjetische Großserie mit Triebwerk R-25-300 | Ausgeprägter Rückenbuckel bis zum Leitwerk |
| MiG-21U / US / UM | Doppelsitzige Trainer (NATO: Mongol) | Zwei Cockpits hintereinander, zweiteilige Haube |
| LanceR, Bison, bisD | Modernisierungen in Rumänien, Indien und Kroatien | Moderne Avionik, äußerlich nah an der Ausgangsversion |
In der NVA trug die MiG-21PFM die Bezeichnung SPS, nach der Grenzschichtbeeinflussung: Zapfluft aus dem Triebwerk wurde über die Landeklappen geblasen und senkte so die Landegeschwindigkeit. Diese Bezeichnung taucht auch auf vielen Museumsschildern in Ostdeutschland auf.
Die Technikdaten der späten MiG-21bis zeigen, wie kompakt der Jet trotz Mach-2-Leistung ist: rund 14,7 Meter lang ohne Staurohr, nur 7,15 Meter Spannweite, ein einzelnes Tumanski-Triebwerk R-25-300 mit knapp 70 kN Schub mit Nachbrenner. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 2.175 km/h in 13.000 Metern Höhe. Bewaffnet ist die bis mit der Zwillingskanone GSch-23L und trägt an fünf Stationen Zusatztanks, Raketenbehälter, Bomben oder Luft-Luft-Lenkflugkörper.
So erkennst du die MiG-21
Die MiG-21 gehört zu den Jets, die du schon an der Silhouette bestimmen kannst. Drei Beobachtungen reichen fast immer.
In die Nase schauen
Der Lufteinlauf sitzt ganz vorn im Bug, rund wie ein Rohr, und in der Mitte steckt ein Stoßkegel. Bei Jets mit Radar in der Nase oder seitlichen Einläufen fehlt dieses Bild komplett.
Flügel und Leitwerk prüfen
Der Flügel ist ein schlankes Dreieck. Anders als bei der Mirage gibt es zusätzlich ein eigenes, gepfeiltes Höhenleitwerk am Heck – Delta plus Leitwerk ist das Markenzeichen.
Den Rücken ansehen
Frühe Versionen haben einen dünnen Rücken hinter der Haube. Ab der PF-Familie wird er dicker, bei MF und bis zieht sich ein kräftiger Buckel bis zur Seitenflosse.
Damit grenzt du nicht nur den Typ ein, sondern auch grob die Generation. Endgültig klärt es das Typenschild im Museum oder die taktische Nummer am Rumpf, mit der du die Maschine in Datenbanken nachschlagen kannst. Wie Kennzeichen bei der Bundeswehr aufgebaut sind, die auch die übernommenen NVA-MiGs trugen, erklärt der Beitrag zu den Bundeswehr-Kennzeichen.
Praxis-Tipp im Museum
Stell dich schräg vor die Maschine und geh dann einmal seitlich daran entlang. Von vorn siehst du Einlauf und Stoßkegel, von der Seite den Rückenbuckel und das Höhenleitwerk. Diese beiden Perspektiven reichen, um die Version grob einzuordnen.
MiG-21, Mirage oder Starfighter?
Die häufigsten Verwechslungen passieren mit anderen schlanken Jets der 1950er- und 1960er-Jahre. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: schlanker Mach-2-Jet
Mikojan-Gurewitsch MiG-21
Bugeinlauf mit Stoßkegel und Delta mit Höhenleitwerk sind das klassische MiG-21-Bild. Am Rückenbuckel schätzt du jetzt noch die Generation ein.
Dassault Mirage
Ein großes Delta ohne Höhenleitwerk und seitliche Einläufe deuten auf die Mirage-Familie, etwa die Mirage III oder die Mirage 2000.
Lockheed F-104 Starfighter
Stummelflügel mit negativer V-Stellung und T-Leitwerk hat nur der Starfighter – das westliche Gegenstück der MiG-21 aus derselben Zeit.
Ein weiterer Kandidat ist die MiG-15: Auch sie hat einen runden Bugeinlauf, aber keinen Stoßkegel, einen kurzen, dicken Rumpf und stark gepfeilte Flügel statt eines Deltas. Die spätere MiG-29 hat dagegen mit zwei Triebwerken, zwei Seitenleitwerken und Einläufen unter dem Rumpf kaum noch Ähnlichkeit. Mehr Vergleiche zwischen europäischen Kampfjets findest du im Guide Kampfjets in Europa erkennen.
Die MiG-21 bei der NVA
Für die Luftstreitkräfte der DDR war die MiG-21 der zentrale Jäger. Die ersten MiG-21F-13 kamen 1962 zur Truppe, bis 1964 insgesamt 76 Maschinen dieser Version. Sie gingen an die Jagdfliegergeschwader 8 und 9 sowie an eine Staffel des JG-3. Mitte der 1960er-Jahre folgten die Allwetterversionen MiG-21PFM, in der NVA als SPS bezeichnet, und später die SPS-K.
In den 1970er-Jahren kamen die Mehrzweckversionen hinzu: Ab 1972 erhielt die NVA die MiG-21MF, ab 1975 die MiG-21bis. Daneben flogen die doppelsitzigen Trainer in der Ausbildung, unter anderem beim Jagdfliegerausbildungsgeschwader 15; Aufklärungsvarianten nutzten die taktischen Aufklärungsstaffeln. Insgesamt beschaffte die DDR 557 MiG-21 aller Versionen.
Die Bilanz hat eine ernste Seite. Nach Angaben der Fachliteratur gingen 126 Maschinen bei Unfällen verloren, rund ein Viertel des Bestands; mindestens 54 Menschen kamen ums Leben. Das zeigt, wie anspruchsvoll der Flugbetrieb mit dem kleinen, schnellen Jet war, der im Grenzbereich wenig Fehler verzieh.
Mit der Wiedervereinigung 1990 übernahm die Bundeswehr noch 14 MiG-21bis in der Ausführung „Lasur“ und 27 MiG-21bis SAU. Anders als die modernere MiG-29, die die Luftwaffe noch jahrelang flog, hatten die MiG-21 keine Zukunft: Sie wurden 1992/93 ausgemustert. Viele Maschinen wurden verschrottet, zahlreiche aber auch an Museen und Sammlungen abgegeben. Genau deshalb stehen heute in Ostdeutschland so viele MiG-21 in Ausstellungen und an ehemaligen Flugplätzen – oft noch in NVA-Bemalung, manchmal mit den kurzzeitig vergebenen Bundeswehr-Kennzeichen.
Zahlen aus der NVA-Zeit
Angaben zu Stückzahlen, Verlusten und Übernahmen unterscheiden sich je nach Quelle leicht, weil Versionen und Umbauten unterschiedlich gezählt werden. Die hier genannten Werte stammen aus etablierten Nachschlagewerken; für Detailfragen lohnt der Blick in die Fachliteratur oder ins Museum Berlin-Gatow.
Wer sich für die DDR-Luftfahrt insgesamt interessiert, findet die zivile Seite im Beitrag über die Interflug.
Die letzten Nutzer in Europa
Nach dem Ende des Warschauer Pakts verschwand die MiG-21 nach und nach aus den europäischen Luftwaffen. Einige Länder modernisierten sie aber gründlich und hielten sie erstaunlich lange in der Luft.
| Land | Letzte Version | Ende des Flugbetriebs |
|---|---|---|
| Slowakei | MiG-21 | 2002/2003 (je nach Quelle) |
| Bulgarien | MiG-21bis / UM | letzter Flug 31. Dezember 2015 |
| Serbien | MiG-21bis / UM | 2021 |
| Rumänien | MiG-21 LanceR | 15. Mai 2023 |
| Kroatien | MiG-21bisD / UMD | Ende 2024 |
Rumänien ließ rund 110 MiG-21 beim heimischen Unternehmen Aerostar zusammen mit dem israelischen Elbit-Konzern zur Version LanceR modernisieren; das Programm war 2002 abgeschlossen. Neue Avionik und westliche Waffen machten die alten Zellen fit für NATO-Einsätze. Am 15. Mai 2023 verabschiedete die rumänische Luftwaffe die letzten LanceR offiziell, ihre Aufgaben übernehmen gebrauchte F-16.
Kroatien war der letzte europäische Betreiber. Die kroatische Luftwaffe hatte einen Teil ihrer MiG-21bis und der Doppelsitzer Anfang der 2000er-Jahre ebenfalls bei Aerostar in Rumänien überholen lassen. Ende 2024 endete der Flugbetrieb, Nachfolger ist die Dassault Rafale: Kroatien kaufte zwölf gebrauchte Maschinen aus Frankreich, die ersten landeten im April 2024 in Zagreb.
Außerhalb Europas flog die MiG-21 noch länger. Indien, mit Lizenzbau bei HAL einer der größten Nutzer überhaupt, verabschiedete seine modernisierten MiG-21 Bison mit einer Zeremonie in Chandigarh am 26. September 2025. In einigen Ländern Afrikas und Asiens stehen MiG-21 oder chinesische J-7 noch in den Beständen; wie viele davon tatsächlich fliegen, lässt sich von außen kaum verlässlich sagen.
Seltene Jets nicht verpassen
Setz die MiG-21 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs im Anflug gemeldet wird – etwa bei einem Überführungsflug oder einer Airshow. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die MiG-21 heute siehst
Weil die NVA-Bestände nach 1990 an viele Museen gingen, ist Deutschland ein gutes Land für MiG-21-Fans. Ein paar Anlaufstellen:
| Ort | Was dich erwartet |
|---|---|
| Militärhistorisches Museum Berlin-Gatow | Mehrere Versionen, darunter MiG-21bis SAU, MF, UM und SPS |
| Technik Museum Sinsheim | MiG-21 in der Ausstellung im Freigelände |
| Luftfahrtmuseum Wernigerode | MiG-21 SPS aus NVA-Beständen |
| Letecké muzeum Kbely, Prag | Große Sammlung tschechoslowakischer Militärjets |
| Polnisches Luftfahrtmuseum Krakau | Umfangreiche Sammlung von Jets aus dem Warschauer Pakt |
Das Museum in Gatow erreichst du über den Spot-Guide Luftwaffenmuseum am Flugplatz Berlin-Gatow. Für Prag und Krakau gibt es eigene Spot-Seiten zum Letecké muzeum Kbely und zum Muzeum Lotnictwa Polskiego. Welche Maschinen dort gerade ausgestellt, restauriert oder ausgeliehen sind, ändert sich – ein Blick auf die Website des Museums vor dem Besuch lohnt sich.
Daneben stehen in Ostdeutschland viele MiG-21 in kleineren Sammlungen, Vereinsmuseen und als Denkmäler an ehemaligen Flugplätzen, etwa in Rothenburg in der Oberlausitz. Viele dieser Projekte leben von Freiwilligen; wie du dort mitmachen kannst, steht im Beitrag zum Ehrenamt in Luftfahrtmuseen.
Fliegende MiG-21?
In Europa gibt es nach dem Ende in Kroatien keinen militärischen MiG-21-Flugbetrieb mehr. Einzelne Maschinen in privater Hand tauchen gelegentlich auf Airshows auf, vor allem außerhalb Europas. Welche Veranstaltungen sich für seltene Typen lohnen, verrät der Überblick Airshows in Europa.
Fototipps für Museums-MiGs
Eine MiG-21 im Museum ist ein dankbares, aber kniffliges Motiv: klein, schlank und oft eng zwischen anderen Jets geparkt.
Tief ansetzen
Geh in die Hocke und fotografiere leicht von unten. So wirkt der kleine Jet dynamischer, und der Bugeinlauf mit Stoßkegel kommt plastisch heraus.
Weitwinkel für die Halle
In engen Hallen brauchst du eher kurze Brennweiten. Achte darauf, dass die Nase nicht übermäßig verzerrt – ein paar Schritte zurück helfen mehr als ein extremer Weitwinkel.
Details sammeln
Taktische Nummer, Hoheitszeichen, Staurohr und Kanonenverkleidung erzählen die Geschichte der Maschine. Ein Detailfoto pro Merkmal hilft später beim Bestimmen der Version.
Freigelände nach Licht planen
Draußen stehende MiGs fotografierst du am besten mit der Sonne im Rücken und flachem Licht. Das bringt die Silberflächen und Tarnmuster gleichmäßig zur Geltung.
Bereit für deinen MiG-21-Museumstag?
- Ich habe geprüft, ob die MiG-21 aktuell ausgestellt ist.
- Ich kenne die Öffnungszeiten und Fotoregeln des Museums.
- Ich weiß, ob die Maschine in der Halle oder im Freien steht.
- Weitwinkel und Standardzoom sind eingepackt.
- Ich habe mir die Erkennungsmerkmale der Versionen notiert.
Mehr zum Bestimmen älterer Typen findest du im Guide Oldtimer am Himmel erkennen, und wie du seltene Typen gezielt jagst, steht in Seltene Flugzeuge spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die MiG-21, wenn …
- der Lufteinlauf rund vorn in der Nase sitzt und einen Stoßkegel hat
- der Flügel ein schlankes Delta ist
- zusätzlich ein Höhenleitwerk tief am Heck sitzt
- nur ein Triebwerk mit runder Düse zu sehen ist
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine chinesische oder exotische Hoheitszeichen trägt – dann kann es eine J-7 sein
- du zwei Cockpits siehst – dann ist es ein Trainer der U-Familie
- der Rücken ungewöhnlich dick oder dünn wirkt – das verrät die Generation
Es ist keine MiG-21, wenn …
- die Einläufe seitlich oder unter dem Rumpf sitzen
- ein großes Delta ohne Höhenleitwerk vor dir steht – dann eher eine Mirage
- zwei Triebwerke und zwei Seitenleitwerke zu sehen sind – dann eher eine MiG-29
- das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse sitzt – dann ist es ein Starfighter
Fazit
Die MiG-21 ist ein Stück Kalter Krieg zum Anfassen: einfach gebaut, schnell, in riesiger Zahl produziert und in Dutzenden Ländern geflogen. Für Deutschland ist sie untrennbar mit der NVA verbunden, deren Jagdflieger sie fast drei Jahrzehnte lang prägte. Seit Rumänien 2023 und Kroatien 2024 ausgemustert haben, ist sie aus dem europäischen Luftraum verschwunden – in den Museen zwischen Berlin, Prag und Krakau aber präsenter denn je.
Kurzfazit
Runder Bugeinlauf mit Stoßkegel, Delta plus Höhenleitwerk, ein Triebwerk: Das ist die MiG-21. Am Rückenbuckel erkennst du die Generation, am Typenschild die genaue Version – und in Ostdeutschland findest du so viele Exemplare wie kaum anderswo.
Zusammenfassung
- Das Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch entwickelte die MiG-21 Mitte der 1950er-Jahre als leichten, schnellen Abfangjäger; der Truppendienst begann 1959.
- Über drei Jahrzehnte entstanden zahlreiche Versionen, von der schlanken MiG-21F-13 bis zur schwerer bewaffneten MiG-21bis; dazu Lizenzbauten in der Tschechoslowakei und Indien sowie die chinesische J-7.
- Die DDR beschaffte insgesamt 557 MiG-21; 126 gingen bei Unfällen verloren. Die Bundeswehr übernahm 1990 noch 41 MiG-21bis und musterte sie bis 1993 aus.
- Die letzten europäischen Nutzer waren Rumänien (bis Mai 2023) und Kroatien (bis Ende 2024); Indien verabschiedete seine Flotte im September 2025.
Häufige Fragen
Warum gilt die MiG-21 als meistgebauter Überschalljet?
Weil kein anderes Kampfflugzeug, das schneller als der Schall fliegt, in so großer Zahl gebaut wurde. Je nach Quelle und Zählweise entstanden in der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Indien zusammen rund 10.000 bis 11.500 Maschinen. Die in China gebaute J-7 ist dabei meist noch gar nicht mitgezählt.
Was bedeutet „Fishbed“?
Das ist der NATO-Codename der einsitzigen MiG-21. Die NATO gab sowjetischen Jägern Namen mit „F“, damit der Funkverkehr eindeutig blieb. Die doppelsitzigen Trainer liefen unter dem Namen Mongol. In Osteuropa war dagegen der Spitzname „Balalaika“ verbreitet – die Draufsicht mit Deltaflügel erinnert an das Saiteninstrument.
Wie viele MiG-21 hatte die NVA?
Die DDR beschaffte insgesamt 557 MiG-21 aller Versionen, beginnend 1962 mit der MiG-21F-13. 126 Maschinen gingen bei Unfällen verloren, mindestens 54 Menschen starben. Bei der Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr 14 MiG-21bis „Lasur“ und 27 MiG-21bis SAU, die 1992/93 ausgemustert wurden.
Wer hat die MiG-21 als Letztes in Europa geflogen?
Kroatien. Die kroatische Luftwaffe stellte ihre letzten MiG-21bis und Doppelsitzer Ende 2024 außer Dienst und hat sie durch gebrauchte Dassault Rafale ersetzt. Rumänien hatte seine modernisierten MiG-21 LanceR bereits am 15. Mai 2023 verabschiedet, Bulgarien flog den Typ bis Ende 2015, Serbien bis 2021.
Fliegt die MiG-21 heute noch irgendwo?
Außerhalb Europas stehen in einigen Luftstreitkräften Afrikas und Asiens noch MiG-21 oder J-7 in den Listen, wie viele davon tatsächlich fliegen, ist aber schwer zu überprüfen. Indien hat seine MiG-21 im September 2025 endgültig verabschiedet. In Europa siehst du sie realistisch nur noch im Museum.
Welchen ICAO-Typcode hat die MiG-21?
Die MiG-21 läuft unter MG21. Für Spotter spielt der Code heute vor allem bei zivil zugelassenen Einzelstücken eine Rolle, militärische Maschinen senden ihn oft nicht oder gar keine Kennung.
Wo sehe ich eine MiG-21 in Deutschland?
Zum Beispiel im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow mit mehreren Versionen, im Technik Museum Sinsheim und im Luftfahrtmuseum Wernigerode. Dazu kommen zahlreiche kleinere Sammlungen und Gedenkstandorte an ehemaligen NVA-Flugplätzen in Ostdeutschland.
Mikojan-Gurewitsch MiG-21 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
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Gedrungener Rumpf, 35 Grad Pfeilung, Höhenleitwerk hoch am Seitenleitwerk: Die MiG-15 war der erste große Strahljäger der Sowjetunion, schockte 1950 über Korea die US Air Force und flog bei der NVA. So erkennst du sie – im Museum und als fliegenden Warbird.
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Ein schlanker Deltaflügel, kein Höhenleitwerk, ein einziges großes Triebwerk: Die Mirage 2000 war drei Jahrzehnte lang das Rückgrat der französischen Luftwaffe. So erkennst du sie, so unterscheidest du die Versionen und hier fliegt sie noch.
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Canards dicht vor dem Deltaflügel, zwei seitliche Lufteinlässe, ein fest eingebauter Tankstutzen neben dem Cockpit: Die Rafale ist Frankreichs Allzweck-Kampfjet. So erkennst du sie und ihre Versionen B, C und M.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Militärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow
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Nirgendwo sonst stehen die beiden Überschall-Verkehrsflugzeuge der Welt nebeneinander: Im Technik Museum Sinsheim kletterst du auf dem Hallendach in die Air-France-Concorde F-BVFB und in die sowjetische Tupolew Tu-144. Dazu kommen begehbare Klassiker wie Ju 52, DC-3, Il-18 und Viscount – direkt an der A6 zwischen Mannheim und Heilbronn.
MuseumLuftfahrtmuseum Wernigerode
Das Luftfahrtmuseum Wernigerode am Nordrand des Harzes ist ein privat geführtes Museum mit rund 50 Flugzeugen und Hubschraubern in vier Hangars. Sein Wahrzeichen ist eine begehbare Transall C-160 auf dem Hallendach, dazu kommen eine Junkers Ju 52 aus der Schweiz, Jets aus Ost und West, ein eigener Hubschrauber-Hangar und Simulatoren zum Selbstfliegen.
MuseumLuftfahrtmuseum Prag-Kbely
Das Letecké muzeum Kbely im Nordosten Prags gehört zu den großen Luftfahrtmuseen Europas: Auf dem historischen Militärflugplatz zeigt das Militärhistorische Institut VHÚ die Geschichte der tschechoslowakischen Luftfahrt von 1918 bis heute – von SPAD und Avia B-534 über die tschechischen Me-262- und Bf-109-Abkömmlinge bis zur ganzen MiG-Familie und der Tupolew Tu-104A der ČSA. Der Eintritt ist frei.
Wo du die Mikojan-Gurewitsch MiG-21 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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Auf dem ehemaligen RAF-Flugplatz im Berliner Südwesten stehen Starfighter, MiGs, Transall und Noratlas Seite an Seite – kostenlos, ohne Zaun und ohne Wartezeit auf den nächsten Anflug. So holst du als Spotter das Meiste aus dem Besuch heraus.
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