Sichtungen mit ADS-B abgleichen: Lücken im Logbuch sauber schließen

Kennzeichen nicht lesbar, Notiz unvollständig, Uhrzeit nur ungefähr? Mit Zeitstempel, Spot-Position und ADS-B-Historie schließt du Lücken im Logbuch – wenn du weißt, wo die Daten trügen.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Uhrzeit ist der Schlüssel: Ohne verlässlichen Zeitstempel findest du im ADS-B-Verlauf nichts. Prüfe deshalb die Kamerauhr und notiere, ob sie Ortszeit oder UTC zeigt.
  • Eigener Empfänger schlägt jede Website: Mit readsb und tar1090 samt Globe-History kannst du die Spur einzelner Flugzeuge für ein bestimmtes UTC-Datum und Zeitfenster wieder aufrufen – und zwar so lange, wie du die Dateien aufbewahrst.
  • Erst eingrenzen, dann zuordnen: Zeitfenster, Piste, Bewegungsrichtung und Flugzeugtyp schrumpfen die Kandidatenliste meist auf ein bis zwei Maschinen.
  • Der Hex-Code ist nicht das Kennzeichen: Die 24-Bit-Adresse des Transponders wird über Datenbanken einem Kennzeichen zugeordnet. Nach Umregistrierungen hinken diese Datenbanken manchmal hinterher.
  • Kennzeichne die Herkunft: Halte im Logbuch fest, ob ein Kennzeichen auf deinem Foto lesbar ist oder per ADS-B ergänzt wurde. Das hält deine Statistik ehrlich.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Wann sich ein Abgleich lohnt
  3. 3.Der wichtigste Schritt: die richtige Uhrzeit
  4. 4.Welche Datenquellen du nutzen kannst
  5. 5.Schritt für Schritt zum vollständigen Eintrag
  6. 6.Hex-Code, Callsign, Kennzeichen: nicht verwechseln
  7. 7.Wo die Daten dich täuschen
  8. 8.Die Herkunft im Logbuch kennzeichnen
  9. 9.Welche Quelle passt zu dir?
  10. 10.Worauf du achten solltest
  11. 11.Fazit

Der Airbus kam im Gegenlicht über die Schwelle, das Kennzeichen ist auf dem Foto nur ein grauer Schatten. Oder du hast bei Regen nur „A320, Eurowings, ca. 15 Uhr“ ins Notizbuch gekritzelt. Solche Lücken kennt jeder, der ein Logbuch führt. Die gute Nachricht: Flugzeuge hinterlassen digitale Spuren. Wer seine Sichtungen mit ADS-B-Daten abgleicht, kann viele unvollständige Einträge nachträglich ergänzen. Dieser Guide zeigt dir, welche Quellen sich eignen, wie du Schritt für Schritt vorgehst und an welchen Stellen die Daten dich in die Irre führen können.

Sichtungen vollständig im Hangar

In Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot – und siehst deine Sammlung im Hangar wachsen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Die kurze Antwort

Du gleichst eine Sichtung ab, indem du den Zeitpunkt deiner Beobachtung und deinen Standort mit dem Positionsverlauf der Flugzeuge in diesem Zeitfenster vergleichst. Die Maschine, deren Spur zur passenden Zeit an deinem Spot vorbeiführt und deren Typ zu deiner Beobachtung passt, ist dein Kandidat. Über ihre Transponderadresse (den Hex-Code) findest du das Kennzeichen. Bleibt am Ende genau ein plausibler Kandidat übrig, kannst du die Sichtung ergänzen. Bleiben zwei, lässt du es offen.

Das klingt simpel, hängt aber an drei Voraussetzungen: einer korrekten Uhrzeit, einer Datenquelle mit Historie für den betreffenden Tag und einem Flugzeug, das überhaupt ADS-B gesendet hat. Wie ADS-B grundsätzlich funktioniert, erklärt der Einstieg Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter.

24 BitLänge der Transponderadresse, als sechsstelliger Hex-Code dargestellt
UTCZeitbasis, in der ADS-B-Werkzeuge wie tar1090 arbeiten
3Angaben, die jeder Abgleich braucht: Zeit, Ort, Typ

Wann sich ein Abgleich lohnt

Nicht jede Lücke muss geschlossen werden, und nicht jede lässt sich schließen. Typische Fälle, in denen ADS-B-Daten wirklich helfen:

  • Kennzeichen unlesbar: Gegenlicht, Dunst, Hitzeflimmern oder schlicht zu viel Distanz. Typ und Airline erkennst du noch, die Registrierung nicht.
  • Notiz unvollständig: Am Spot ging es schnell, im Notizbuch steht nur der Typ. Wie du am Zaun schneller erfasst, zeigt der Artikel Sichtungen am Spot schnell erfassen.
  • Nachtsichtung: Nachts erkennst du Lichter und Silhouette, aber kein Kennzeichen.
  • Zweifel an der eigenen Notiz: Du hast ein Kennzeichen notiert, bist dir aber bei einem Buchstaben unsicher. Der Abgleich bestätigt oder korrigiert.
  • Alte Fotos ohne Notizen: Archivbilder aus früheren Jahren lassen sich nur ergänzen, wenn für diesen Tag noch Verlaufsdaten existieren.

Weniger sinnvoll ist der Abgleich, wenn du weder Uhrzeit noch Spot genau kennst. Dann ist die Kandidatenliste zu lang, und die Gefahr einer falschen Zuordnung steigt.

Der wichtigste Schritt: die richtige Uhrzeit

Fast alle missglückten Abgleiche scheitern an der Zeit. Deine Kamera schreibt den Aufnahmezeitpunkt in die EXIF-Daten jeder Datei, aber nur so genau, wie ihre interne Uhr geht. Viele Kameras laufen über Monate einige Sekunden bis Minuten falsch, und nach der Zeitumstellung vergisst man das Nachstellen leicht.

Dazu kommt die Zeitzone. ADS-B-Werkzeuge rechnen in UTC. Deine Kamera speichert dagegen meist die Uhrzeit, die du eingestellt hast – in Deutschland also MEZ oder MESZ. Zwischen beiden liegen eine oder zwei Stunden. Wer das vergisst, sucht im völlig falschen Zeitraum.

Der Uhren-Trick

Fotografiere zu Beginn jeder Session einmal das Display deines Smartphones mit der aktuellen Uhrzeit. Das Smartphone bezieht seine Zeit aus dem Netz. Der Unterschied zwischen dieser Anzeige und dem EXIF-Zeitstempel des Bildes ist die Abweichung deiner Kamera – und die rechnest du später auf jedes Foto der Session drauf.

Wie du Zeitstempel, Kennzeichen und weitere Angaben sauber in den Metadaten deiner Bilder ablegst, beschreiben die Guides Metadaten für Flugzeugfotos und Fotos richtig beschriften. Wenn deine Kamera oder dein Smartphone GPS-Koordinaten speichert, ist auch der Ort automatisch dokumentiert – dazu mehr in Flugzeugfotos geotaggen.

Welche Datenquellen du nutzen kannst

Für den Abgleich brauchst du eine Quelle, die nicht nur live zeigt, sondern auch zurückblicken kann. Drei Wege kommen infrage.

Quelle Wie weit zurück Stärken Schwächen
Eigener Empfänger mit tar1090 und Globe-History so lange, wie du die Dateien aufbewahrst volle Kontrolle, sekundengenaue Spuren, Abfrage per Hex oder Kennzeichen nur so weit, wie deine Antenne reicht; Einrichtung nötig
Community-Tracker mit Historie je nach Dienst; teils öffentliche Archive ungefiltert, große Abdeckung, oft kostenlos Bedienung technischer, Verfügbarkeit nicht garantiert
Kommerzielle Flugradar-Dienste kostenlos begrenzt, mit Abo länger komfortabel, Flugnummer und Route direkt sichtbar gefilterte Flugzeuge, kostenloser Zeitraum kurz

Der eigene Empfänger

Wer einen eigenen ADS-B-Empfänger betreibt, hat die beste Quelle direkt zu Hause. Mit der von wiedehopf gepflegten Variante von readsb lässt sich ein Verlauf auf die Festplatte schreiben (Option --write-globe-history). Die Weboberfläche tar1090 kann diese Spuren dann wieder anzeigen. Laut Dokumentation genügen dafür URL-Parameter: Mit icao= wählst du ein Flugzeug über seinen Hex-Code, mit showTrace= ein UTC-Datum, und startTime= und endTime= grenzen den Verlauf auf ein UTC-Zeitfenster ein. Über reg= springst du direkt zu einem Kennzeichen. Ist zusätzlich die Heatmap-Funktion aktiv, kannst du mit replay den Verkehr eines Zeitraums wie eine Aufzeichnung abspielen – ideal, um zu sehen, welche Flugzeuge um 15:12 Uhr UTC über deiner Piste waren.

Zwei Hinweise aus der Dokumentation solltest du kennen: Die Verlaufsdateien werden unbegrenzt behalten, du musst also selbst aufräumen, wenn der Speicher knapp wird. Und das Datenformat kann sich bei Updates ändern. Wie du die Software aufsetzt, steht im Guide readsb und tar1090 installieren; einen Überblick über Desktop-Lösungen gibt Flugverfolgung am PC. Wer direkt am Spot mitschneiden will, findet Ideen in Mobiler ADS-B-Empfang am Spotterplatz.

Community-Tracker mit Historie

Mehrere Community-Netzwerke basieren auf derselben Software und bieten deshalb ähnliche Verlaufsfunktionen. adsb.lol hat die Rohdaten seines Verlaufs sogar als tägliche Archive auf GitHub veröffentlicht, unter der Open Database License. Für einzelne Sichtungen ist das meist zu grob – die Archive sind riesig –, aber es zeigt, dass solche Daten auch langfristig verfügbar sein können. Welche Tracker es gibt und wie sie sich unterscheiden, vergleicht der Artikel Ungefilterte Community-Tracker im Vergleich; speziell zu ADS-B Exchange gibt es den Guide ADS-B Exchange erklärt.

Kommerzielle Flugradar-Dienste

Flightradar24, FlightAware und Co. sind am bequemsten, wenn du schon weißt, welche Flugnummer oder welches Kennzeichen du suchst. Der kostenlose Rückblick ist aber kurz. FlightAware nennt in seinem FAQ die jeweils letzten sieben Tage als sichtbaren Zeitraum, die Premium-Abos reichen laut Anbieter je nach Stufe mehrere Monate zurück – die aktuellen Zeiträume prüfst du am besten direkt beim Anbieter. Bei Flightradar24 hängt die Länge der Historie ebenfalls vom Abo ab – Details stehen in Flightradar24 Silver, Gold und Business. Wie du die Flughistorie eines einzelnen Flugzeugs abrufst, erklärt Vergangene Flüge eines Flugzeugs nachschlagen. Daraus folgt eine einfache Regel: Abgleichen am selben Abend, nicht erst Wochen später.

Vorher wissen, was kommt

Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery im Anflug ist – dann stehst du schon bereit und liest das Kennzeichen selbst ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Schritt für Schritt zum vollständigen Eintrag

Der Ablauf ist bei jeder Quelle gleich. Nimm dir die unvollständigen Einträge einer Session gesammelt vor – das geht schneller, als jeden einzeln zu recherchieren.

1. Zeitpunkt korrigieren

Lies den EXIF-Zeitstempel aus, rechne die bekannte Kamera-Abweichung heraus und wandle die Ortszeit in UTC um. Notiere ein Zeitfenster von wenigen Minuten, keinen exakten Punkt.

2. Ort und Blickrichtung festhalten

Welcher Spot, welche Piste, Landung oder Start? Am Hamburger Affenfelsen siehst du andere Bewegungen als auf der Besucherterrasse am selben Flughafen.

3. Verkehr im Zeitfenster anzeigen

Spiele den Zeitraum im Verlauf ab oder filtere nach Typ. Suche die Spuren, die zur fraglichen Zeit über deine Piste oder an deinem Spot vorbeiführen.

4. Kandidaten eingrenzen

Vergleiche Typ, Airline (über das Callsign), Bewegungsrichtung und Höhe. Ein startender A321 und ein landender A320 derselben Airline lassen sich so sauber trennen.

5. Hex-Code zum Kennzeichen auflösen

Die Transponderadresse führt über die Datenbank des Dienstes zum Kennzeichen. Prüfe es zusätzlich in einer Flottendatenbank, etwa auf Planespotters.net.

6. Gegen dein Foto prüfen

Passen Lackierung, Triebwerke, Winglets, Antennen oder ein Teil des Kennzeichens zum Kandidaten? Erst dann trägst du ihn ein – mit Herkunftsvermerk.

Wie du ein unlesbares Kennzeichen auch ohne ADS-B eingrenzt, zeigt Unlesbares Kennzeichen ermitteln. Für Schritt 5 lohnt der Blick in Planespotters.net als Flottendatenbank nutzen. Wie Kennzeichen grundsätzlich aufgebaut sind und welche Länderpräfixe es gibt, erklärt Flugzeugkennzeichen verstehen. Und wenn du ein bestimmtes Flugzeug gezielt suchen willst: Ein Flugzeug per Kennzeichen oder Hex-Code finden.

Hex-Code, Callsign, Kennzeichen: nicht verwechseln

Im ADS-B-Verlauf begegnen dir drei Kennungen, die man leicht durcheinanderbringt:

  • Hex-Code (ICAO-Adresse): die 24-Bit-Adresse des Mode-S-Transponders, angezeigt als sechs Hexadezimalzeichen. Sie gehört zum Flugzeug und ändert sich normalerweise nur bei einer Umregistrierung, vor allem beim Wechsel in ein anderes Land. Hintergrund dazu in Transponder Mode A, C und S erklärt.
  • Callsign: das Rufzeichen des jeweiligen Fluges, meist aus Airline-Code und Flugnummer. Es wechselt von Flug zu Flug und verrät dir die Airline, aber nicht das Flugzeug.
  • Kennzeichen: die Registrierung am Rumpf. Sie wird nicht direkt per ADS-B übertragen, sondern über Datenbanken dem Hex-Code zugeordnet.

Genau hier liegt eine Falle. Wechselt ein Flugzeug Besitzer und Land, bekommt es ein neues Kennzeichen und meist eine neue Adresse. Nicht jede Datenbank zieht sofort nach. Bei Leasingrückgaben oder Überführungen kann ein Tracker deshalb kurzzeitig ein veraltetes Kennzeichen anzeigen. Mehr dazu in Umregistrierungen.

Wo die Daten dich täuschen

Ein Abgleich wirkt objektiv, weil er auf Daten beruht. Trotzdem gibt es typische Fehlerquellen:

Gut abgleichbar

  • Linienflüge mit ADS-B an großen Flughäfen
  • Sichtungen mit genauem Zeitstempel und bekanntem Spot
  • Typen, die zur fraglichen Zeit nur einmal unterwegs waren
  • Abgleich am selben Tag mit eigenem Empfänger

Schwierig oder unsicher

  • Wellen mehrerer gleicher Typen derselben Airline in kurzer Folge
  • Flugzeuge ohne ADS-B, nur per MLAT oder gar nicht erfasst
  • gefilterte Kennzeichen und Militärmaschinen
  • Rollbewegungen am Boden außerhalb der Empfangsabdeckung

Fehlende Signale: Nicht jedes Flugzeug sendet ADS-B. Ältere Maschinen, Teile der Allgemeinen Luftfahrt und viele Militärflugzeuge tauchen höchstens per Multilateration auf, und auch das nur bei ausreichender Empfängerdichte. Mehr dazu in MLAT erklärt und Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint.

Filter: Kommerzielle Dienste blenden auf Wunsch von Haltern bestimmte Flugzeuge aus. Auch tar1090 kennt eigene Datenbank-Markierungen für Militär- und Privatsphäre-Programme, nach denen sich filtern lässt. Findest du ein gesehenes Flugzeug in einer Quelle nicht, probiere eine zweite.

Bodenbewegungen: Rollende Flugzeuge empfängt eine weit entfernte Antenne oft nicht mehr, weil Gebäude die Sichtlinie blockieren. Für Vorfeld-Sichtungen ist ein Empfänger in Flughafennähe klar im Vorteil.

Zu enge Zeitfenster: Beginne mit plus/minus fünf Minuten und weite das Fenster erst aus, wenn du nichts findest. Wird die Liste dann lang, hilft nur noch das Foto als Schiedsrichter.

Die Herkunft im Logbuch kennzeichnen

Ein ergänzter Eintrag ist etwas anderes als ein abgelesenes Kennzeichen. Damit deine Sammlung aussagekräftig bleibt, lohnt eine einfache Kennzeichnung in jedem Eintrag:

Status Bedeutung Für die Statistik
Gesehen, Kennzeichen lesbar Registrierung auf Foto oder vor Ort abgelesen voll zählen
Gesehen, per ADS-B bestätigt Typ und Airline beobachtet, Kennzeichen über eindeutigen Kandidaten ergänzt zählen, Herkunft vermerken
Gesehen, nicht eindeutig mehrere Kandidaten möglich offen lassen
Nur in Daten Flugzeug im Verlauf, aber nicht beobachtet keine Sichtung

Wie du daraus Auswertungen baust, zeigt Eigene Spotting-Statistiken auswerten. Und wer noch überlegt, wo das Logbuch überhaupt leben soll, findet in Sichtungen dokumentieren: das Spotting-Logbuch und Notizbuch, Tabelle oder App den passenden Einstieg.

Daten nutzen, aber verantwortungsvoll

Der Empfang von ADS-B-Signalen für private Zwecke ist weit verbreitet, die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich aber je nach Land und Verwendung. Was beim Empfangen und Weitergeben gilt, fasst der Artikel Ist der Empfang von ADS-B-Daten erlaubt? zusammen. Veröffentliche Bewegungsprofile von Privatflugzeugen mit Bedacht.

Welche Quelle passt zu dir?

Womit gleichst du am besten ab?

Drei Fragen – am Ende bekommst du eine Empfehlung für deine Datenquelle.

Empfehlung

Flugradar-Historie, aber zeitnah

Für Linienverkehr reicht ein kommerzieller Dienst. Gleiche am selben Abend ab, bevor der kostenlose Zeitraum abläuft.

Empfehlung

Eigener Empfänger mit Globe-History

Speichere den Verlauf lokal und frag Spuren per Hex, Datum und Zeitfenster ab. So bist du von Abo-Grenzen unabhängig.

Empfehlung

Community-Tracker mit Verlauf

Ungefilterte Netzwerke zeigen auch Flugzeuge, die kommerzielle Dienste ausblenden. Prüfe Kandidaten zur Sicherheit in einer zweiten Quelle.

Worauf du achten solltest

  • Gleiche zeitnah ab. Je frischer die Sichtung, desto mehr Quellen haben noch Daten und desto besser erinnerst du dich an Details.
  • Rechne konsequent in UTC. Schreib dir die Umrechnung für Sommer- und Winterzeit auf, bis sie sitzt.
  • Nutze das Foto als Beweis. Auch ein halb lesbares Kennzeichen, eine Sonderlackierung oder eine Antenne kann zwischen zwei Kandidaten entscheiden.
  • Misstraue Einzeltreffern in alten Datenbanken. Bei Umregistrierungen kann eine zweite Quelle Fehler aufdecken.
  • Erfinde keine Sichtungen. Was du nur in den Daten findest, gehört nicht in die Sammlung.

Ist dein Abgleich belastbar?

Hak ab, was für deinen Eintrag gilt – am Ende siehst du, ob du ihn guten Gewissens ergänzen kannst.

  • Ich kenne die Abweichung meiner Kamerauhr.
  • Ich habe die Aufnahmezeit korrekt in UTC umgerechnet.
  • Ich weiß, an welchem Spot und an welcher Piste ich stand.
  • Im Zeitfenster bleibt nur ein plausibler Kandidat übrig.
  • Typ und Airline des Kandidaten passen zu meiner Beobachtung.
  • Ein Detail auf meinem Foto bestätigt die Zuordnung.

Vom Spot direkt in deine Sammlung

Poste deine Sichtungen in Planetrack mit Foto und Kennzeichen, pflege deine Wunschliste im Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein gesuchtes Flugzeug landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

ADS-B-Daten sind ein starkes Werkzeug, um Lücken im Logbuch zu schließen. Entscheidend ist nicht die Datenquelle, sondern die Vorbereitung: eine Kamera mit bekannter Zeitabweichung, ein sauber notierter Spot und der Abgleich möglichst bald nach der Session. Der eigene Empfänger mit gespeichertem Verlauf ist die flexibelste Lösung, kommerzielle Flugradare sind die bequemste für frische Sichtungen. Und egal, welche Quelle du nutzt: Was ergänzt wurde, sollte als ergänzt erkennbar bleiben.

Kurzfazit

Zeitpunkt in UTC, Spot und Typ eingrenzen, den einzigen passenden Kandidaten im ADS-B-Verlauf suchen, Hex-Code zum Kennzeichen auflösen und gegen das Foto prüfen. Bleiben Zweifel, lässt du das Feld offen – und markierst jeden ergänzten Eintrag als solchen.

Zusammenfassung

  • ADS-B-Daten helfen dir, unvollständige Sichtungen nachträglich zu vervollständigen – vorausgesetzt, du kennst Zeitpunkt und Ort deiner Beobachtung ziemlich genau.
  • Die besten Quellen sind der Verlauf des eigenen Empfängers, Community-Tracker mit Historie und die Flughistorie kommerzieller Flugradar-Dienste, deren kostenloser Zeitraum begrenzt ist.
  • Typische Fehlerquellen sind falsch gehende Kameras, verwechselte Zeitzonen, Flugzeuge ohne ADS-B-Signal, gefilterte Kennzeichen und veraltete Hex-Datenbanken.
  • Ein Abgleich ersetzt deine Beobachtung nicht. Er ergänzt sie – und sollte im Logbuch als Ergänzung erkennbar bleiben.

Häufige Fragen

Kann ich ein Kennzeichen nachträglich herausfinden, wenn es auf dem Foto nicht lesbar ist?

Oft ja. Du brauchst den möglichst genauen Zeitpunkt der Aufnahme, den Ort und idealerweise den Flugzeugtyp und die Airline. Damit suchst du im ADS-B-Verlauf die Maschine, die zu diesem Zeitpunkt an deinem Spot vorbeikam. Gibt es nur einen passenden Kandidaten, ist die Zuordnung meist sicher. Bei mehreren ähnlichen Flugzeugen kurz hintereinander solltest du vorsichtig sein.

Warum ist die Uhrzeit so wichtig?

An einem belebten Flughafen bewegen sich innerhalb weniger Minuten mehrere Flugzeuge desselben Typs. Liegt deine Kamerauhr ein paar Minuten daneben oder verwechselst du Ortszeit und UTC, landest du beim falschen Flugzeug. ADS-B-Werkzeuge wie tar1090 arbeiten in UTC, deine Kamera meist in der Zeit, die du eingestellt hast.

Wie weit zurück reicht die Flughistorie auf Flugradar-Seiten?

Das hängt vom Dienst und vom Abo ab. Kostenlos ist der Zeitraum bei den großen kommerziellen Anbietern begrenzt; FlightAware nennt in seinem FAQ die letzten sieben Tage als sichtbaren Zeitraum; Premium-Abos reichen laut Anbieter mehrere Monate weiter zurück, je nach Stufe unterschiedlich lang. Mit einem eigenen Empfänger und gespeicherter Globe-History bestimmst du den Zeitraum selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Hex-Code, Callsign und Kennzeichen?

Der Hex-Code ist die feste 24-Bit-Adresse des Mode-S-Transponders. Das Callsign ist die Flugnummer bzw. Rufzeichen, das sich je Flug ändert. Das Kennzeichen ist die Registrierung am Rumpf. Für dein Logbuch zählt das Kennzeichen, das du über den Hex-Code in einer Datenbank nachschlägst.

Warum finde ich ein Flugzeug, das ich gesehen habe, nicht im ADS-B-Verlauf?

Mögliche Gründe: Das Flugzeug sendet kein ADS-B, war nur per MLAT erfasst oder lag unterhalb der Empfangsabdeckung. Manche Dienste filtern zudem bestimmte Kennzeichen oder Militärmaschinen. Und manchmal stimmt schlicht dein Zeitfenster nicht – vergrößere es probeweise.

Darf ich per ADS-B ergänzte Sichtungen in meine Statistik aufnehmen?

Das entscheidest du selbst. Ehrlich ist es, die Herkunft zu markieren: gesehen und fotografiert, gesehen und per ADS-B identifiziert, oder nur im Verlauf gefunden. Ein Flugzeug, das du nie gesehen hast, ist keine Sichtung, auch wenn es in den Daten auftaucht.

PT

Planetrack Redaktion

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