Lauda Air

Historische Airline aus Wien: 1979 von Formel-1-Weltmeister Niki Lauda gegründet, bekannt für Langstrecken nach Asien und Australien mit Boeing 767 und 777 – ab den 2000er-Jahren Teil von Austrian, 2013 als Marke eingestellt.

Auch bekannt als: Lauda Air Luftfahrt GmbH · Lauda Air – The Austrian Way to Holidays · Lauda Air Italy · NG

ÖsterreichÖsterreichFerienfliegerIATA: NGICAO: LDA13 Min. Lesezeit

NG

IATA-Code

LDA

ICAO-Code

1979–2013

Jahre als Airline und Marke

3

Boeing 777-200ER, alle an Austrian

Das Wichtigste in Kürze

  • Lauda Air ist eine historische österreichische Airline: 1979 von Niki Lauda gegründet, ab 2004/2005 ohne eigenen Flugbetrieb und 2013 als Marke eingestellt.
  • Codes: IATA NG, ICAO LDA, Rufzeichen „LAUDA AIR“ – später flogen die Maschinen unter Austrian-Codes.
  • Langstrecke als Markenzeichen: Mit der Boeing 767-300ER flog Lauda Air ab Wien nach Bangkok, Hongkong und Australien, später auch mit der 777-200ER.
  • Flug 004 am 26. Mai 1991 kostete 223 Menschen das Leben; Auslöser war eine im Steigflug ausgefahrene Schubumkehr.
  • Austrian übernahm schrittweise: 1997 der Einstieg, Anfang der 2000er-Jahre die vollständige Übernahme, 2013 das Ende der Marke.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Lauda Air im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Langstrecke ab Wien: Asien, Australien, Amerika
  5. 5.Die Flotte von Lauda Air
  6. 6.Flug 004: der Absturz in Thailand
  7. 7.Austrian übernimmt: das lange Ende
  8. 8.Woran du Lauda Air erkennst
  9. 9.Häufige Verwechslungen
  10. 10.Lauda Air im Spotter-Alltag heute
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeNG
ICAO-CodeLDA
RufzeichenLAUDA AIR
DrehkreuzeVIE
StatusHistorisch – eigener Flugbetrieb 2004/2005 in Austrian integriert, Marke zum Sommerflugplan 2013 aufgegeben
GründerNiki Lauda, Formel-1-Weltmeister
Gegründet4. April 1979, erster Flugbetrieb ab 24. Mai 1979 mit gebrauchten Fokker F27
Sitz und DrehkreuzFlughafen Wien-Schwechat (VIE)
GeschäftsmodellVom Charterflieger zur Linien-Airline mit Langstrecke, zuletzt Ferien- und Chartermarke der Austrian Airlines
EigentümerAnfangs Niki Lauda und das Reisebüro ITAS, ab 1990 mit Lufthansa-Beteiligung über Condor, ab 1997 Austrian Airlines, ab Anfang der 2000er-Jahre vollständig Austrian
Wichtigste TypenBoeing 737, Boeing 767-300ER, Boeing 777-200ER, Canadair Regional Jet (CRJ100)
Bekanntester UnfallFlug 004 am 26. Mai 1991, Boeing 767-300ER OE-LAV, 223 Tote
NachfolgemarkeAustrian myHoliday

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Lauda Air?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Roter Schriftzug „Lauda“ mit stilisiertem L vorn am Rumpf
  • Rotes Leitwerk mit weißen, schräg verlaufenden Linien, die eine Art Pfeil bilden
  • Weißer Oberrumpf, silbergraue Unterseite und dünne rote Zierlinie dazwischen
  • Österreichische Kennzeichen mit OE-L, etwa OE-LAV, OE-LPC oder OE-LNK
  • In den späten Jahren Zusatz „The Austrian way to holidays“ unter dem Schriftzug
  • Typen fast immer von Boeing: 737, 767 oder 777 – dazu bis 2004 der kleine CRJ

Rote Schrift, rotes Leitwerk, darunter ein silbergrauer Bauch: Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren in Wien-Schwechat stand, kannte die Flugzeuge von Lauda Air sofort. Die Airline des Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda war für Österreich mehr als ein Ferienflieger. Sie flog mit Boeing-Großraumjets nach Asien und Australien, forderte die damalige Staatsairline heraus und ging am Ende doch in ihr auf. Diese Seite fasst zusammen, wie Lauda Air entstand, welche Flugzeuge sie flog, was bei Flug 004 geschah und woran du die Maschinen in alten Fotos sicher erkennst.

Dein Archiv mit Lauda-Air-Fotos ordnen

Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Lauda-Air-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Lauda Air im Überblick

Lauda Air war eine österreichische Airline mit Sitz am Flughafen Wien-Schwechat. Gegründet hat sie Niki Lauda am 4. April 1979 – zu diesem Zeitpunkt bereits zweifacher Formel-1-Weltmeister. Das Startkapital lag bei 15 Millionen Schilling; 51 Prozent hielt die Lauda Air GmbH, 49 Prozent das Wiener Reisebüro ITAS. Um schnell fliegen zu dürfen, übernahm Lauda die Charterkonzession der Alpair.

Über gut drei Jahrzehnte veränderte sich die Airline mehrfach: vom kleinen Charterbetrieb über eine Linien-Airline mit Langstrecke bis zur reinen Ferienmarke unter dem Dach von Austrian Airlines. Ab 2004/2005 gab es keinen eigenen Flugbetrieb mehr, zum Sommerflugplan 2013 verschwand auch der Name.

NGIATA-Code in der Flugnummer
LDAICAO-Code der Airline
VIEHeimatflughafen Wien-Schwechat

Die Geschichte in Etappen

Der Start war holprig. Lauda nahm am 24. Mai 1979 den Betrieb mit zwei gebrauchten Fokker F27 auf, später kam eine dritte, aus Frankreich geleaste Maschine dazu. Gegen die starke Stellung der staatlichen Austrian Airlines kam die kleine Airline aber nicht an. Zwei der F27 wurden an EgyptAir verleast, Anfang 1983 endete der Flugbetrieb mit dem Turboprop.

1979–1983

Gründung im April 1979, Flugbetrieb ab Mai mit Fokker F27. Anfang 1983 ruht der Betrieb vorerst.

1985–1988

Neustart Ende 1985 mit zwei BAC One-Eleven, eng verbunden mit dem Reiseveranstalter ITAS. 1986 kommt die erste Boeing 737-300, 1988 eine 737-200.

Ende der 1980er

Mit der ersten Boeing 767-300ER startet Lauda Air Langstrecken-Linienflüge nach Bangkok, Hongkong und Sydney.

1990–1993

Weltweite Linienkonzession und Börsengang 1990, Einstieg der Lufthansa-Tochter Condor. Später Flüge nach Miami und Los Angeles über München, Gründung der Lauda Air Italy.

1991

Am 26. Mai stürzt die 767-300ER OE-LAV als Flug 004 in Thailand ab. Alle 223 Menschen an Bord sterben.

1994–1997

Canadair Regional Jets für Europastrecken ab 1994. 1997 strategische Partnerschaft mit Austrian und Lufthansa, im September übernimmt Niki Lauda persönlich die erste Boeing 777-200ER.

2000–2005

Lauda tritt im November 2000 aus dem Vorstand zurück. Austrian übernimmt die Airline vollständig, 2004/2005 wird der Flugbetrieb integriert.

2012/2013

Austrian kündigt im Mai 2012 das Ende der Marke an. Zum Sommerflugplan 2013 übernimmt Austrian myHoliday.

Der zweite Anlauf ab 1985 funktionierte besser. Die Zusammenarbeit mit ITAS sorgte für volle Charterflüge, und mit der Boeing 737 hatte Lauda Air schnell ein modernes Kurz- und Mittelstreckenflugzeug. Das Catering übernahm der Wiener Caterer Do & Co – ein Detail, das zur Marke passte: Lauda Air wollte sich mit Service vom Wettbewerb abheben.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code NG: stand in der Flugnummer, also auf Tickets und Anzeigetafeln.
  • ICAO-Code LDA: stand im Flugplan der Flugsicherung.
  • Rufzeichen LAUDA AIR: so meldete sich die Besatzung im Funk.

Nach der Integration in Austrian änderte sich das. Flüge, die unter der Marke Lauda Air verkauft wurden, führte Austrian mit eigenen Codes durch – also OS in der Flugnummer und AUA beziehungsweise „AUSTRIAN“ im Funk. Wenn du in alten Logbüchern eine Lauda-Air-Sichtung mit OS-Flugnummer findest, ist das deshalb kein Fehler.

Achtung beim Code LDA

Den ICAO-Code LDA nutzt heute die maltesische Ryanair-Tochter Lauda Europe. Taucht LDA auf einem aktuellen Tracker auf, fliegt dort ein Airbus A320 aus der Ryanair Group – keine Maschine der historischen Lauda Air.

Langstrecke ab Wien: Asien, Australien, Amerika

Was Lauda Air von einem gewöhnlichen Ferienflieger unterschied, war die Langstrecke. Mit der Boeing 767-300ER flog die Airline ab Wien nach Bangkok, Hongkong und Sydney, Ende Oktober 1991 kam Melbourne dazu. Für ein Land ohne eigenes großes Langstreckennetz nach Australien war das ein bemerkenswertes Angebot. In den 1990er-Jahren führten die Australien-Flüge zeitweise auch über Kuala Lumpur und Bali, 2001 bot Lauda Air fünf wöchentliche Verbindungen nach Australien an.

Eine zweite Achse entstand mit Lufthansa. Im Herbst 1990 übernahm die Lufthansa-Tochter Condor rund ein Viertel der Anteile. In Kooperation mit Lufthansa flog Lauda Air ab Dezember 1992 dreimal pro Woche über München nach Miami, ab März 1993 auch viermal wöchentlich nach Los Angeles. 1993 gründete Lauda zudem die italienische Beteiligung Lauda Air Italy, die von Mailand aus mit einer 767-300ER in die Karibik flog.

In Europa setzte Lauda Air ab 1994 auf Regionaljets. Die Canadair Regional Jets flogen unter anderem nach Skandinavien; zum europäischen Netz gehörten außerdem Ziele wie Barcelona, Madrid und Manchester. Dazu kam das klassische Ferienprogramm ans Mittelmeer, das bis zum Schluss den Kern der Marke bildete. Neben Wien gehörten auch Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg zu den Abflughäfen.

Die Flotte von Lauda Air

Nach dem Fokker- und BAC-Kapitel war Lauda Air eine fast reine Boeing-Airline. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Typen; die Zahlen sind Gesamtzahlen über die Jahre, nicht der Bestand zu einem Stichtag.

Typ Zeitraum Anzahl Einsatz Spotter-Hinweis
Fokker F27 1979–1983 2, später 3 Charter Hochdecker-Turboprop der Anfangsjahre
BAC One-Eleven 1985–1986 2 Charter Kurzes Zwischenkapitel, geleast
Boeing 737 (‑200 bis ‑800) Mitte der 1980er–2012 rund 20 Charter und Europa 12 Maschinen gingen an Austrian
Boeing 767-300ER 1989–2007 11 Langstrecke 6 Maschinen gingen an Austrian
Boeing 777-200ER 1997–2005 3 Langstrecke Alle drei gingen an Austrian
Canadair Regional Jet (CRJ100) 1994–2004 10–12 Europa Später bei Austrian Arrows

Bei der 737 deckte Lauda Air fast die ganze Typgeschichte ab: von der geleasten 737-200 und der 737-300 über die 737-400 bis zur 737-600, 737-700 und 737-800 der Next Generation. Wie du die Generationen auseinanderhältst, zeigt der Guide zu den 737-Generationen. Der CRJ100 ist eng mit dem CRJ200 verwandt und äußerlich kaum davon zu unterscheiden; Hersteller ist Bombardier.

Einige Flugzeuge trugen Namen bekannter Persönlichkeiten. Belegt sind etwa die 767-300ER OE-LAV „Mozart“ und eine 767-300ER mit dem Namen „Frank Sinatra“, die am 30. August 1999 zu einem zwölftägigen Flug rund um die Welt aufbrach – mit Stopps in Frankfurt, Bangkok, Sydney, Honolulu und Los Angeles.

Ex-Lauda-Jets im Blick

Setz Kennzeichen wie die früheren Lauda-Boeing auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie im Anflug auf deinen Flughafen sind. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Flug 004: der Absturz in Thailand

Am Abend des 26. Mai 1991 startete die Boeing 767-300ER OE-LAV „Mozart“ um 23:02 Uhr Ortszeit in Bangkok-Don Mueang. Es war Flug 004 von Hongkong über Bangkok nach Wien, an Bord waren 213 Fluggäste und 10 Besatzungsmitglieder. Das Flugzeug war im Oktober 1989 neu ausgeliefert worden und flog mit Triebwerken von Pratt & Whitney.

Etwa eine Viertelstunde nach dem Start, im Steigflug auf rund 24.700 Fuß, fuhr die Schubumkehr des linken Triebwerks aus, ohne dass die Besatzung sie ausgelöst hatte. Der einseitig umgelenkte Schub brachte das Flugzeug innerhalb kurzer Zeit außer Kontrolle; es geriet in einen Strömungsabriss und brach noch in der Luft auseinander. Die Trümmer gingen in einem abgelegenen Waldgebiet in der Provinz Suphan Buri nordwestlich von Bangkok nieder. Niemand überlebte.

Die Untersuchung leitete die thailändische Unfalluntersuchungskommission. Sie kam zu dem Schluss, dass die ungewollt ausgefahrene Schubumkehr die Ursache war. Was genau sie ausgelöst hatte, ließ sich nicht abschließend klären – der Flugdatenschreiber war durch das Feuer zerstört, die Ermittler stützten sich vor allem auf den Stimmenrekorder. Diskutiert wurden unter anderem ein Fehler im hydraulischen Ventilsystem und beschädigte Verkabelung.

Start in Bangkok

Flug 004 hebt um 23:02 Uhr Ortszeit in Don Mueang ab, Ziel ist Wien.

Schubumkehr fährt aus

Im Steigflug aktiviert sich die Schubumkehr am linken Triebwerk ohne Befehl.

Kontrollverlust

Das Flugzeug gerät in einen Strömungsabriss und bricht in der Luft auseinander. Alle 223 Menschen sterben.

Folgen für die 767

Boeing ändert das Schubumkehrsystem, unter anderem mit zusätzlichen Sperren, die ein Ausfahren in der Luft verhindern.

Niki Lauda reiste selbst nach Thailand, sah sich die Unfallstelle an und testete das Szenario im Simulator. Er drängte darauf, die Ursache öffentlich zu klären, statt sie bei der Besatzung zu suchen. Für Boeing hatte der Unfall Folgen: Schon im August 1991 informierte der Hersteller die Betreiber von Flugzeugen mit ähnlichen Systemen, später wurden Ventile getauscht und zusätzliche Sperren eingebaut. Flug 004 ist bis heute der Unfall mit den meisten Todesopfern bei einer Boeing 767 und der schwerste Flugunfall in Thailand. In der Provinz Suphan Buri erinnert ein Friedhof an die Opfer, auf dem auch nicht identifizierte Tote bestattet sind.

Respekt bei Unfallthemen

Flug 004 gehört zur Geschichte der Airline und der 767. Wenn du alte Fotos von OE-LAV teilst, ordne sie sachlich ein und denk daran, dass hinter dem Unfall 223 Menschen und ihre Angehörigen stehen.

Austrian übernimmt: das lange Ende

Nach dem Unfall ging es zunächst weiter aufwärts – neue Strecken, Regionaljets, ab 1997 die 777. Gleichzeitig veränderten sich die Eigentumsverhältnisse. Bis September 1994 war der Lufthansa-Anteil auf knapp 40 Prozent gestiegen. Am 12. März 1997 verkündeten Austrian Airlines, Lauda Air und Lufthansa eine strategische Partnerschaft: Austrian hielt danach 36 Prozent, Niki Lauda 30 Prozent und Lufthansa 20 Prozent.

Um das Jahr 2000 geriet Lauda Air wirtschaftlich unter Druck. Niki Lauda trat am 21. November 2000 aus dem Vorstand zurück, Austrian stockte auf und übernahm die Airline vollständig. Lauda selbst verließ das Unternehmen und kaufte später die österreichische Tochter der insolventen Aero Lloyd – daraus entstand Ende 2003 die neue Airline Niki.

Für Austrian brachte die Übernahme eine einheitliche Langstreckenflotte. 2004/2005 wurde der Lauda-Flugbetrieb in den Austrian-Betrieb überführt. Die Boeing 767 und 777 flogen ab dann im Austrian-Design auf der Langstrecke, während Austrian sich in den Folgejahren von den eigenen Airbus-Großraumjets trennte. Lauda Air lebte als Marke für Urlaubs- und Charterflüge weiter, ab 2007 mit dem Zusatz „The Austrian Way to Holidays“. Für diese Flüge griff Lauda Air auf die gesamte Flotte der Austrian-Gruppe zurück – etwa auf Regionalflugzeuge von Austrian Arrows, der Marke von Tyrolean.

Ab 2010 flogen die ehemaligen Lauda-737 auch im Austrian-Linienverkehr. 2011 trug nur noch eine Maschine, die 737-800 OE-LNK, die Lauda-Air-Farben – vor allem, um das Luftverkehrsbetreiberzeugnis zu erhalten. Ende Mai 2012 kündigte Austrian an, die Marke aufzugeben. Zum Sommerflugplan 2013 wurde Lauda Air endgültig durch Austrian myHoliday ersetzt. Der Konzern dahinter ist heute Teil der Lufthansa Group; Austrian selbst gehört zur Star Alliance.

Woran du Lauda Air erkennst

Die bekannteste Bemalung ist schnell beschrieben: weißer Oberrumpf, silbergraue Unterseite und eine dünne rote Zierlinie dazwischen. Vorn am Rumpf steht in kräftigem Rot der Schriftzug „Lauda“ mit einem stilisierten L. Das Leitwerk ist rot und trägt weiße, schräg laufende Linien, die zusammen eine Art Pfeil bilden. In den späten Jahren kam unter dem Schriftzug der Zusatz „The Austrian way to holidays“ dazu.

Zeigt dein altes Foto wirklich Lauda Air?

Hak ab, was auf dem Foto zu sehen ist – ab vier Treffern ist die Zuordnung ziemlich sicher.

  • Roter Schriftzug „Lauda“ mit stilisiertem L vorn am Rumpf
  • Rotes Leitwerk mit weißen Schräglinien
  • Silbergraue Rumpfunterseite mit roter Zierlinie
  • Österreichisches Kennzeichen mit OE-L
  • Typ Boeing 737, 767, 777 oder ein kleiner CRJ
  • Aufnahme aus der Zeit vor 2013

Österreichische Kennzeichen beginnen mit OE-, bei Verkehrsflugzeugen meist mit OE-L. Die Lauda-Boeing folgten erkennbaren Reihen: OE-LA. bei der 767 (etwa OE-LAE oder OE-LAV), OE-LP. bei der 777 (etwa OE-LPC) und OE-LN. bei der 737-800 (etwa OE-LNJ und OE-LNK). Wie das österreichische System aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zu den OE-Kennzeichen.

Lauda-Flug ist nicht gleich Lauda-Flugzeug

Ab 2004/2005 führte Austrian die Lauda-Air-Flüge durch, oft mit Flugzeugen in Austrian-Farben. Umgekehrt flogen die früheren Lauda-767 und -777 im Austrian-Design. Notier deshalb immer Kennzeichen, Bemalung und Datum getrennt.

Häufige Verwechslungen

  • Lauda Air mit Niki verwechseln – Niki war eine eigene Airline, die Niki Lauda 2003 neu gründete. Sie trug ein völlig anderes Design.
  • Lauda Air mit Lauda Europe gleichsetzen – Lauda Europe ist eine maltesische Gesellschaft der Ryanair Group mit Airbus A320, auch wenn sie den ICAO-Code LDA nutzt.
  • 767 und 777 vertauschen – die 777 hat sechs Räder je Hauptfahrwerk und deutlich größere Triebwerke. Mehr dazu im Guide 757 und 767 unterscheiden und im Vergleich 777 und 787.
  • OS-Flugnummer als Fehler sehen – nach der Integration liefen Lauda-Air-Flüge unter Austrian-Codes.
  • CRJ100 und CRJ200 trennen wollen – von außen sind die beiden Versionen praktisch nicht zu unterscheiden.

Lauda Air im Spotter-Alltag heute

Für dein Logbuch ist Lauda Air vor allem ein Archiv-Thema. Wer zwischen Mitte der 1980er-Jahre und 2011 in Wien, an einem österreichischen Regionalflughafen oder an einem Ferienziel fotografiert hat, hat gute Chancen auf Lauda-Air-Bilder. Die letzte Maschine in Lauda-Farben, OE-LNK, verschwand mit dem Ende der Marke.

Spannend bleibt die Spurensuche bei Austrian. Die drei 777-200ER und sechs der 767-300ER aus der Lauda-Flotte gingen an Austrian und flogen dort viele Jahre auf der Langstrecke. Laut Fachpresse fliegt die letzte Austrian-767 nur noch bis Ende 2026 – wer die Lauda-Erbstücke noch im Einsatz sehen will, muss sich also beeilen. Ob ein bestimmtes Kennzeichen noch fliegt, prüfst du am besten kurz vor dem Besuch; der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug? hilft dir, Vorbetreiber über die Seriennummer zurückzuverfolgen.

Der beste Ort dafür ist der Flughafen Wien. Die Besucherterrasse und der Spotterhügel bieten gute Blicke auf die Langstreckenabflüge. Wie du deinen Tag in Schwechat planst, zeigt der Guide Planespotting in Wien-Schwechat.

Gute Chancen auf Lauda-Spuren, wenn …

  • du in Wien eine Austrian-767 oder -777 vor die Linse bekommst
  • du alte Fotos aus Wien, Graz, Linz, Innsbruck oder Salzburg sortierst
  • du Kennzeichen der OE-LA.-, OE-LP.- oder OE-LN.-Reihe findest

Prüf es vorher, wenn …

  • du gezielt eine bestimmte ehemalige Lauda-Maschine sehen willst
  • du dich auf Spotterberichte aus früheren Jahren verlässt

Keine Chance auf …

  • ein Flugzeug in Lauda-Air-Bemalung im heutigen Linienbetrieb

Wenn du deine Bilder nach Bemalungen sortierst, lohnt ein eigener Ordner für historische Liveries. Tipps dazu gibt der Beitrag Sonderlackierungen sammeln und dokumentieren. Und wer die Geschichte des österreichischen Luftverkehrs weiter verfolgen will, findet im Eintrag zu Austrian Airlines die heutige Flotte samt der letzten Boeing aus der Lauda-Zeit.

Historische Sichtungen sauber festhalten

Poste deine Lauda-Air-Fotos mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und sammle sie in deinem Hangar – und lass dich benachrichtigen, wenn eine frühere Lauda-Boeing im Anflug ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Lauda Air war die Airline eines Rennfahrers, der sich mit der Staatsairline anlegte – und sie am Ende mit Langstrecken-Boeing versorgte. Zwischen 1979 und 2013 reichte die Geschichte von zwei gebrauchten Turboprops über Flüge nach Australien bis zur Ferienmarke im Austrian-Konzern. Flug 004 bleibt ein dunkles Kapitel, das die Sicherheit der Boeing 767 verändert hat. Für Spotter ist Lauda Air heute ein Fall für Archiv und Kennzeichen-Recherche.

Kurzfazit

Lauda Air (IATA NG, ICAO LDA) war eine historische Airline aus Wien, gegründet von Niki Lauda. Rotes Leitwerk, roter „Lauda“-Schriftzug und silbergrauer Bauch verraten sie auf alten Fotos, das OE-L-Kennzeichen zeigt, welche Boeing später bei Austrian weiterflog.

Zusammenfassung

  • Lauda Air begann 1979 mit zwei gebrauchten Fokker F27 und wuchs ab Mitte der 1980er-Jahre mit Boeing 737 und 767 zu einer Airline mit eigenem Langstreckennetz.
  • Der Absturz von Flug 004 in Thailand 1991 führte zu Änderungen an der Schubumkehr der Boeing 767 und ist bis heute der schwerste Unfall dieses Typs.
  • Ab 1997 stieg Austrian Airlines ein; nach der vollständigen Übernahme lebte Lauda Air nur noch als Ferienmarke weiter, bis 2013 Austrian myHoliday folgte.
  • Für Spotter bleibt die Spur in Wien: Die Langstrecken-Boeing der Lauda-Zeit gingen an Austrian, und das Kennzeichen verrät die Herkunft.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Lauda Air?

Lauda Air flog mit dem IATA-Code NG und dem ICAO-Code LDA, im Funk meldete sie sich mit „LAUDA AIR“. Nach der Integration in Austrian Airlines wurden die Flüge mit den Austrian-Codes OS und AUA durchgeführt. Den ICAO-Code LDA nutzt heute die maltesische Ryanair-Tochter Lauda Europe – mit der alten Lauda Air hat sie als Unternehmen aber nichts zu tun.

Wer hat Lauda Air gegründet?

Gegründet hat sie der österreichische Formel-1-Weltmeister Niki Lauda im April 1979. Er übernahm dafür die Charterkonzession der Alpair und startete im Mai 1979 mit zwei gebrauchten Fokker F27. Lauda prägte die Airline über zwei Jahrzehnte, bis er im November 2000 aus dem Vorstand zurücktrat.

Was ist bei Lauda-Air-Flug 004 passiert?

Am 26. Mai 1991 stürzte die Boeing 767-300ER OE-LAV „Mozart“ kurz nach dem Start in Bangkok-Don Mueang auf dem Weg nach Wien ab. Im Steigflug fuhr die Schubumkehr des linken Triebwerks ohne Befehl aus, das Flugzeug geriet außer Kontrolle und brach in der Luft auseinander. Alle 223 Menschen an Bord starben. Es ist bis heute der Unfall mit den meisten Todesopfern bei einer Boeing 767.

Welche Flugzeuge flog Lauda Air?

Am Anfang Fokker F27, Mitte der 1980er-Jahre kurz BAC One-Eleven. Danach setzte Lauda Air fast nur noch auf Boeing: mehrere Generationen der 737, die 767-300ER für die Langstrecke und ab 1997 drei 777-200ER. Im europäischen Linienverkehr flog sie ab 1994 außerdem Canadair Regional Jets vom Typ CRJ100.

Wann und warum hat Austrian Airlines Lauda Air übernommen?

1997 vereinbarten Austrian, Lauda Air und Lufthansa eine strategische Partnerschaft, bei der Austrian 36 Prozent übernahm. Anfang der 2000er-Jahre geriet Lauda Air finanziell unter Druck, Austrian übernahm sie vollständig. 2004/2005 wurde der Flugbetrieb in Austrian integriert, die Marke blieb noch für Ferienflüge bestehen.

Wann verschwand die Marke Lauda Air?

Austrian kündigte Ende Mai 2012 an, die Marke aufzugeben. Zum Sommerflugplan 2013, also ab Ende März 2013, wurde Lauda Air durch die Ferienmarke Austrian myHoliday ersetzt. Schon 2011 trug nur noch eine einzige Boeing 737-800, OE-LNK, die Lauda-Air-Farben.

Haben Lauda Air, Niki und Lauda Europe etwas miteinander zu tun?

Nur über den Namen und die Person Niki Lauda. Nach seinem Ausstieg bei Lauda Air gründete er 2003 aus der österreichischen Tochter der insolventen Aero Lloyd die Airline Niki. Lauda Europe ist dagegen eine maltesische Gesellschaft der Ryanair Group. Rechtlich sind alle drei getrennte Unternehmen.

Kann ich heute noch ehemalige Lauda-Air-Flugzeuge sehen?

In Lauda-Air-Farben nicht mehr. Die Langstreckenjets der Lauda-Zeit gingen aber an Austrian Airlines und flogen dort lange weiter, die 767-300ER laut Fachpresse noch bis Ende 2026. Ob ein bestimmtes Kennzeichen noch aktiv ist, prüfst du am besten vor dem Besuch am Flughafen Wien.

Lauda Air im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

Boeing 767-300ER

Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

Boeing 777-200ER

Die 777-200ER ist die Langstrecken-777 der ersten Generation: kürzer als die 300ER, ohne schräge Flügelspitzen und mit drei möglichen Triebwerken. So erkennst du sie sicher – auch in Wien.

Flugzeugtyp

Boeing 737-800

Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.

Flugzeugtyp

Boeing 737-300

Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-600

Nur 69 Exemplare, kein Winglet, ein Rumpf so kurz wie bei der alten 737-500: Die 737-600 ist die seltenste 737 der Next Generation. So erkennst du sie – und weißt, wo sie noch fliegt.

Flugzeugtyp

Boeing 737-400

Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.

Flugzeugtyp

Boeing 737-700

Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.

Flugzeugtyp

Boeing 737-200

Schlanke Zigarren-Triebwerke unter dem Flügel, eine Kufe am Bugrad und Luftdüsen vor dem Einlauf: Die 737-200 ist der Jet, der auf Schotter landet. Hier erfährst du, wie die -200 und die -200 Advanced entstanden, woran du sie erkennst und wo sie heute noch fliegt.

Flugzeugtyp

Bombardier CRJ100/CRJ200

Klein, schlank, Triebwerke am Heck: Der CRJ100/200 war der erste Canadair Regional Jet und startete 1992 bei Lufthansa CityLine. In Europa ist er fast verschwunden, in den USA fliegt er noch – so erkennst du den 50-Sitzer sicher.

Flugzeugtyp

Fokker F27 Friendship

Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.

Flugzeugtyp

BAC One-Eleven

Zwei Rolls-Royce Spey am Heck, T-Leitwerk, kompakter Rumpf: Die One-Eleven war Großbritanniens erfolgreichster Kurzstreckenjet – und flog später als Rombac 1-11 aus rumänischer Fertigung sogar für die junge Ryanair.

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Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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