Britannia Airways

Historische britische Charterairline mit Sitz in Luton (Flugbetrieb 1962–2005): Aus Euravia wurde 1964 Britannia Airways, die Hausairline des Reiseveranstalters Thomson. Sie flog früh die Boeing 737-200, brachte die Boeing 767 nach Europa und ging 2005 in Thomsonfly auf – der Vorläuferin der heutigen TUI Airways.

Auch bekannt als: Britannia Airways Ltd · Euravia · Euravia (London) Ltd · Britannia · BY

GroßbritannienGroßbritannienFerienfliegerIATA: BYICAO: BAL11 Min. Lesezeit

1962–2005

Betriebszeit

BY

IATA-Code

BAL

ICAO-Code

1984

Erste Boeing 767 im Dienst

Das Wichtigste in Kürze

  • Britannia Airways ist eine historische britische Airline: Flugbetrieb ab 1962 als Euravia, ab 1964 als Britannia, 2005 Umbenennung in Thomsonfly.
  • Codes: IATA BY, ICAO BAL, Rufzeichen „BRITANNIA“. Den Code BY nutzt heute TUI Airways.
  • Hausairline von Thomson: Der Reiseveranstalter übernahm Britannia 1965 und füllte die Flugzeuge mit Pauschalurlaubern.
  • Boeing-Pionier: 1968 erste neue Boeing 737-200, 1984 die erste Boeing 767 – Britannia gilt als erster europäischer 767-Betreiber.
  • Langstrecke im Charter: Mit der 767 flog Britannia ab Ende der 1980er-Jahre sogar Charter nach Australien und Neuseeland.
  • Nachfolge: Über Thomsonfly und Thomson Airways führt die Linie direkt zur heutigen TUI Airways.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Britannia Airways im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte in Etappen
  4. 4.Die Flotte: von der Constellation zur 767
  5. 5.Thomson und das Pauschalreise-Modell
  6. 6.Britannia außerhalb Großbritanniens
  7. 7.Woran du Britannia erkennst
  8. 8.Unfälle
  9. 9.Das Ende des Namens: Thomsonfly und TUI Airways
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeBY
ICAO-CodeBAL
RufzeichenBRITANNIA
DrehkreuzeLTN
StatusHistorisch – 2005 in Thomsonfly umbenannt, heute Teil der Linie zu TUI Airways
GeschäftsmodellCharter- und Ferienflüge, vor allem für Pauschalreisen der Thomson-Gruppe
Gegründet1. Dezember 1961 als Euravia (London) Ltd
Erster Flug5. Mai 1962, mit Lockheed Constellation
Umbenennung16. August 1964 in Britannia Airways
EigentümerAb 1965 Thomson-Gruppe, ab 2000 TUI-Konzern (damals Preussag)
HeimatbasisLondon-Luton (LTN)
Prägende TypenBristol Britannia, Boeing 737-200, Boeing 757-200, Boeing 767-200/-300
Ende2005 Umbenennung in Thomsonfly, später Thomson Airways und TUI Airways

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Britannia Airways?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Britannia“ am Rumpf, lange begleitet von der Britannia-Figur als Emblem
  • Britisches Kennzeichen mit G-, Heimatflughafen meist London-Luton
  • Typischer Flottenkern der 1990er: Boeing 757-200 und 767 – fast reine Boeing-Airline mit wenigen Airbus-Ausnahmen
  • Ab Sommer 2002 zunehmend in der einheitlichen blauen TUI-Bemalung unterwegs
  • Heute nur noch auf historischen Fotos und alten Flugplänen zu finden

Wer in den 1970er-, 80er- oder 90er-Jahren aus Großbritannien in den Pauschalurlaub flog, saß gut möglich in einem Flugzeug mit dem Schriftzug „Britannia“. Die Airline aus Luton war über lange Zeit die größte Charterfluggesellschaft des Landes und das fliegende Standbein des Reiseveranstalters Thomson. Anders als viele Konkurrenten ging sie nie pleite – sie wurde umbenannt und lebt in der heutigen TUI Airways weiter. Hier erfährst du, wie aus Euravia Britannia wurde, welche Flugzeuge sie prägten und woran du sie auf alten Fotos erkennst.

Historische Airline

Britannia Airways existiert unter diesem Namen seit 2005 nicht mehr. Alle Angaben beziehen sich auf die Zeit von 1962 bis 2005. Die Codes BY und BAL stehen hier für die historische Airline.

Britannia Airways im Überblick

Britannia Airways war eine britische Charterairline mit Sitz in Luton. Gegründet wurde sie am 1. Dezember 1961 unter dem Namen Euravia (London) Ltd. Ab Frühjahr 1962 war der Flughafen Luton die Basis, am 5. Mai 1962 hob die erste Maschine im kommerziellen Dienst ab – eine Lockheed Constellation von Manchester nach Palma de Mallorca, im Auftrag des Veranstalters Universal Sky Tours.

1964 stellte Euravia auf gebrauchte Turboprops vom Typ Bristol Britannia um und gab sich am 16. August 1964 den passenden neuen Namen. Schon 1965 kaufte die Thomson-Gruppe die Airline. Von da an war Britannia die Hausfluggesellschaft eines der größten britischen Reiseveranstalter – eine Konstellation, die die Airline über 40 Jahre stabil hielt.

Die Rolle war klar verteilt: Thomson verkaufte die Reisen, Britannia flog die Urlauber ans Ziel. Zum Mittelmeer, auf die Kanaren, später auch in die Karibik, nach Florida und sogar bis nach Australien. 1984 beförderte Britannia erstmals mehr als vier Millionen Fluggäste in einem Jahr.

BYIATA-Code der historischen Airline
BALICAO-Code im Flugplan
G-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code BY: ab 1964 in Flugnummern und Flugplänen, vorher als Euravia EY.
  • ICAO-Code BAL: Kennung im Flugplan und gegenüber der Flugsicherung.
  • Rufzeichen BRITANNIA: so meldeten sich die Crews im Funk, anfangs „EURAVIA“.

Spannend für Datenfans: Der IATA-Code BY überlebte die Marke. TUI Airways nutzt ihn bis heute, während im ICAO-Bereich längst TOM mit dem Rufzeichen „TOMJET“ gilt. Eine Flugnummer mit BY auf einem alten Ticket kann also zu Britannia gehören – oder zu einer ihrer Nachfolgerinnen, je nach Jahr. Wie die beiden Code-Systeme zusammenhängen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Weitere Geschichten hinter Funkrufnamen findest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.

Ferienflieger-Geschichte im eigenen Hangar

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Die Geschichte in Etappen

1961–1964: Euravia in Luton

Gründung Ende 1961, Basis Luton ab 1962, erste Flüge mit Lockheed Constellation. Im Oktober 1962 übernimmt Euravia die Charterfirma Skyways, 1963 fliegen acht Constellations und vier Avro York.

1964–1970: Britannia und Thomson

Umstellung auf die Bristol Britannia und neuer Name, 1965 Übernahme durch Thomson. 1968 kommt die erste fabrikneue Boeing 737-200, Ende 1970 verlässt die letzte Britannia die Flotte.

1970er: Marktführer im Charter

Ausbau der 737-Flotte, kurzzeitig zwei Boeing 707 für Langstrecken nach Nordamerika. Nach den Pleiten von Konkurrenten wie Court Line 1974 wächst Britannia weiter.

1980er: Großraumjets

Mehr als 30 Boeing 737 im Jahr 1982, ab 1984 die Boeing 767. 1988 kauft Thomson den Veranstalter Horizon samt Orion Airways, die 1989 in Britannia aufgeht. Erste Charter nach Australien.

1990er: 757, 767 und Expansion

Ab 1991 die Boeing 757, bis 1994 Abschied von der 737-200. Tochterbetriebe in Deutschland und Schweden, erste geleaste Airbus A320.

2000–2005: Unter dem TUI-Dach

2000 übernimmt der spätere TUI-Konzern Thomson. Ab 2002 blaue Einheitsbemalung, 2005 verschwindet der Name Britannia zugunsten von Thomsonfly.

Die Flotte: von der Constellation zur 767

Britannia gehörte zu den Charterairlines, die früh auf fabrikneue Jets setzten. Das unterschied sie von vielen Wettbewerbern, die gern gebrauchte Maschinen übernahmen. Die wichtigsten Typen im Überblick:

Typ Zeitraum bei Britannia Einsatz Spotter-Hinweis
Lockheed Constellation ab 1962 Erste Ferienflüge als Euravia Markante dreifache Seitenleitwerke
Avro York frühe 1960er Ergänzung der Constellation-Flotte Viermotoriger Kolbenmotor-Oldtimer
Bristol Britannia 1964–1970 Ferienflüge, Namensgeber Ehemalige BOAC-Turboprops
Boeing 707 1971–1973 Langstrecke vor allem nach Kanada und in die USA Nur zwei Exemplare, geleast
Boeing 737-200 1968–1994 Rückgrat auf der Kurz- und Mittelstrecke 1982 schon mehr als 30 Exemplare
Boeing 767-200/-300 ab 1984 Langstrecke und volle Mittelmeerflüge Erster europäischer 767-Betreiber
Boeing 757-200 ab 1991 Ersatz für die 737-200 Größte Flottengruppe der 1990er
Airbus A320 ca. 1998–2000 Zusatzkapazität im Sommer Wenige geleaste Exemplare
Boeing 737-800 um 2000 Kurzer Einsatz Bis Anfang 2002 wieder abgegeben

Bristol Britannia: der Namensgeber

Die Bristol Britannia war ein großer Viermot-Turboprop, der in den 1950er-Jahren für BOAC entwickelt worden war. Als BOAC auf Jets umstieg, wurden die Maschinen frei, und Euravia griff zu. Am 6. Dezember 1964 kam die erste Britannia in den Dienst der Airline, die sich schon im August nach ihr benannt hatte. Bis Dezember 1970 flogen die Turboprops, dann war Britannia Airways eine reine Jet-Airline – der Name blieb trotzdem.

Vor der Britannia dominierten Kolbenmotor-Flugzeuge die Flotte. Mehr über den eleganten Viermot der Anfangsjahre liest du im Artikel zur Lockheed Constellation.

Boeing 737-200: das Arbeitspferd

Am 7. Juli 1968 ging die erste Boeing 737-200 bei Britannia in Dienst – fabrikneu, was für einen Charterflieger damals nicht selbstverständlich war. Britannia wird in Nachschlagewerken als erster europäischer Betreiber des Typs genannt. Die Flotte wuchs stetig: 1975 flogen 13 Exemplare, 1982 schon mehr als 30. Für Langstrecken vor allem nach Kanada und in die USA ergänzten von 1971 bis 1973 zwei geleaste Boeing 707 die Flotte. Britannia gilt außerdem als erste Charterairline, die feste Sitzplatzzuweisung und warme Mahlzeiten an Bord anbot. Am 30. März 1994 verließ die letzte 737-200 die Flotte.

Boeing 767: Großraum für den Ferienflug

Der größte Coup war die Boeing 767-200. Am 18. Februar 1984 nahm Britannia die erste Maschine in Betrieb und gilt damit als erste europäische Airline mit dem Typ. Später kam die längere 767-300ER dazu. Mit den Großraumjets bot Britannia als eine der ersten britischen Ferienairlines kostenloses Bordprogramm mit Audio und Video an.

Die 767 machte Ziele möglich, die für Charterflüge damals ungewöhnlich waren. Ende der 1980er-Jahre flog Britannia mit ihr Charter nach Australien, später kam Neuseeland hinzu. 1997 entfiel ein gutes Drittel der Flüge auf die Langstrecke. Hersteller beider Typen ist Boeing.

Boeing 757: die Nachfolgerin der 737

Ab Januar 1991 kam die Boeing 757-200 und ersetzte bis 1994 die alten 737-200. Im Sommer 1998 bestand die Flotte aus 24 Boeing 757, 13 Boeing 767, drei Airbus A320 und einer 737-800 – eine klare Boeing-Airline mit nur wenigen Ausnahmen. Die 757 war für britische Ferienflieger ideal: genug Sitze für volle Urlaubsflüge, lange Reichweite und gute Leistungen auch auf kürzeren Pisten. Wie du 757 und 767 auf Fotos sicher auseinanderhältst, zeigt der Artikel Boeing 757 und 767 unterscheiden.

Die 757 im Blick behalten

Die Boeing 757 wird an vielen Flughäfen seltener. Setz sie auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Thomson und das Pauschalreise-Modell

Britannia ist ein Paradebeispiel für das klassische Modell der britischen Ferienluftfahrt: Reiseveranstalter und Airline unter einem Dach. Thomson verkaufte Pauschalreisen mit Flug, Transfer und Hotel, Britannia stellte die Sitzplätze. So ließ sich die Auslastung gut planen, und die Airline musste ihre Tickets nicht selbst am Markt verkaufen. Den Unterschied zum klassischen Linienverkehr erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.

Das Modell hatte Nachahmer: Auch Airtours International und First Choice Airways gehörten zu Reisekonzernen, ebenso Monarch Airlines, die ebenfalls in Luton zu Hause war. Für Spotter am Flughafen London-Luton bedeutete das jahrzehntelang zwei große Ferienairlines vor der Linse.

Dass Britannia die Krisen der Branche überstand, verdankte sie auch diesem Rückhalt. Während Konkurrenten wie Court Line 1974 oder später Dan-Air und Air Europe verschwanden, konnte Britannia sogar Marktanteile übernehmen. Einen Überblick über die großen Zusammenbrüche gibt der Artikel zu Airline-Pleiten in Europa.

Alte Urlaubsfotos auswerten

Familienfotos vom Flughafen Palma, Faro oder Teneriffa aus den 1980ern zeigen oft eine britische Charter-737 im Hintergrund. Ein G-Kennzeichen und der Schriftzug „Britannia“ helfen bei der Zuordnung. Wie britische Kennzeichen aufgebaut sind und wie du sie im Register nachschlägst, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.

Britannia außerhalb Großbritanniens

Britannia Airways GmbH in Deutschland

Ende der 1990er-Jahre versuchte Britannia auch im deutschen Markt Fuß zu fassen. Die Tochter Britannia Airways GmbH flog ab 1997 mit Basis Berlin-Schönefeld Pauschalreise-Charter von deutschen Flughäfen in die Karibik. Als der einzige Kunde wegfiel, endete der Flugbetrieb im April 2001 wieder.

Schon vorher hatte Britannia Verbindungen nach Deutschland: Die Airline führte Charterflüge für das britische Militär durch, unter anderem ab der RAF-Basis Gütersloh. Der letzte Start dort erfolgte im März 1993 mit einer Boeing 767.

Britannia Nordic in Schweden

1998 übernahm Thomson die schwedische Fritidsresor-Gruppe und damit deren Airline Blue Scandinavia. Sie flog danach als Britannia Nordic weiter. Aus dieser Linie ging später TUI fly Nordic hervor – ein weiterer Zweig, in dem die Britannia-Geschichte bis heute nachwirkt.

Woran du Britannia erkennst

Auf Fotos aus den 1970er- bis 1990er-Jahren ist Britannia meist gut zuzuordnen. Der Schriftzug „Britannia“ stand groß am Rumpf, als Emblem diente lange eine Darstellung der allegorischen Britannia-Figur. Die Lackierung änderte sich über die Jahre mehrmals; Details zu einzelnen Varianten prüfst du am besten anhand datierter Fotos. Ab Sommer 2002 bekamen die Flugzeuge der TUI-Airlines zunehmend eine gemeinsame blaue Bemalung, sodass Britannia-Jets in den letzten Jahren schon nach Konzern aussahen. Solche Übergänge sind typisch für Rebrandings – mehr dazu unter Wenn Airlines ihr Design wechseln.

Spricht für Britannia

  • Schriftzug „Britannia“ am Rumpf
  • G-Kennzeichen an 737-200, 757 oder 767
  • Aufnahme aus Luton oder einem typischen Urlaubsziel
  • Foto aus der Zeit zwischen 1964 und 2005

Spricht dagegen

  • Schriftzug „Thomsonfly“, „Thomson“ oder „TUI“ – dann Nachfolgezeit
  • Airbus-Großraumjet oder Boeing 787 – nie bei Britannia
  • Foto nach 2005

Unfälle

Das schwerste Unglück der Airline ereignete sich am 1. September 1966. Eine Bristol Britannia mit dem Kennzeichen G-ANBB prallte als Flug 105 im Anflug auf Ljubljana gegen Gelände. Von 117 Menschen an Bord starben 98. Als Ursache gilt ein Fehler bei der Einstellung des Höhenmessers.

Am 14. September 1999 verunglückte eine Boeing 757 (G-BYAG) aus Cardiff bei der Landung in Girona. Bei starkem Regen setzte sie im zweiten Anlauf hart auf, und das Fahrwerk brach zusammen. Die Maschine war ein Totalschaden; ein Passagier starb einige Tage später an seinen Verletzungen.

Das Ende des Namens: Thomsonfly und TUI Airways

Im Jahr 2000 kaufte der deutsche Konzern Preussag, der sich später in TUI umbenannte, die Thomson Travel Group – und mit ihr Britannia. Unter dem neuen Dach wurden die Marken nach und nach vereinheitlicht. Im Zuge der Neuordnung von TUI UK verschwand der Name Britannia 2005, die Airline flog fortan als Thomsonfly.

2008 kam die nächste Fusion: Thomsonfly und First Choice Airways wurden zu Thomson Airways zusammengeführt. Im Oktober 2017 folgte die Umbenennung in TUI Airways. Heute gehört sie zu den TUI-Airlines und fliegt unter anderem mit der Boeing 737 und der 787 – und Luton ist weiterhin der Sitz der Airline.

Damit ist Britannia einer der seltenen Fälle, in denen eine historische Airline nicht pleiteging, sondern in einer bis heute aktiven Gesellschaft weiterlebt. Die Abfolge Euravia, Britannia, Thomsonfly, Thomson Airways, TUI Airways zeigt die Entwicklung der britischen Ferienluftfahrt im Zeitraffer.

TUI Airways spotten

  • Die direkte Nachfolgerin, unterwegs von vielen britischen Flughäfen
  • Nutzt noch den IATA-Code BY
  • Gut zu sehen in Gatwick, Manchester und Luton

Britannia-Spuren suchen

  • Alte Flugpläne, Tickets und Fotos mit BY-Flugnummern
  • Kennzeichen ehemaliger Britannia-Jets im britischen Register nachverfolgen
  • Bristol Britannia als Typ in britischen Museen ansehen

Wenn du in Großbritannien spotten willst, lies vorher den Artikel zu Spotten in Großbritannien. Am Runway Visitor Park in Manchester siehst du die TUI-Flotte aus nächster Nähe.

Häufige Verwechslungen

  • Britannia Airways mit der Bristol Britannia verwechseln – der Flugzeugtyp gab der Airline ihren Namen, ist aber ein eigenes Thema.
  • Britannia mit British Airways gleichsetzen – Britannia war eine unabhängige Charterairline und gehörte nie zu BA.
  • Den IATA-Code BY für eine heutige Britannia halten – seit 2005 nutzt ihn die Nachfolgerin, heute TUI Airways.
  • Britannia für eine Pleite-Airline halten – sie wurde umbenannt, nicht abgewickelt.
  • Britannia Airways GmbH für die Mutter halten – die deutsche Tochter flog nur von 1997 bis 2001.

Ferienflieger von heute festhalten

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Fazit

Britannia Airways war kein Glamour-Carrier, sondern die verlässliche Urlaubsmaschine Großbritanniens. Sie startete mit gebrauchten Propellerflugzeugen, wechselte früh auf neue Boeing-Jets und brachte die 767 nach Europa. Unter dem Dach von Thomson wurde sie zur größten Charterairline des Landes, unter TUI verschwand der Name – die Airline selbst fliegt aber bis heute weiter. Für Spotter ist sie damit doppelt interessant: als Kapitel der Luftfahrtgeschichte und als Vorfahrin einer Airline, die du an jedem großen britischen Flughafen siehst.

Kurzfazit

Britannia Airways (IATA BY, ICAO BAL) war eine historische britische Charterairline mit Sitz in Luton und Flugbetrieb von 1962 bis 2005. Bekannt ist sie als Thomson-Hausairline, für frühe Boeing 737-200 und als erster europäischer 767-Betreiber. 2005 wurde sie zu Thomsonfly, heute TUI Airways.

Zusammenfassung

  • Britannia Airways war jahrzehntelang die größte britische Charterairline und das fliegende Rückgrat des Reiseveranstalters Thomson.
  • Die Airline setzte früh auf neue Boeing-Jets: erst die 737-200, später 757 und 767 – damit prägte sie den britischen Ferienflug der 1980er- und 1990er-Jahre.
  • Mit der Übernahme durch TUI verschwand der Name 2005; die Airline selbst lebt als TUI Airways weiter.
  • Live spotten kannst du Britannia nicht mehr, wohl aber ihre Nachfolgerin – und auf alten Fotos von Luton, Manchester oder Gatwick tauchen die Britannia-Jets oft auf.

Häufige Fragen

Gibt es Britannia Airways heute noch?

Nicht unter diesem Namen. Britannia Airways wurde 2005 nach der Übernahme durch den TUI-Konzern in Thomsonfly umbenannt. 2008 fusionierte Thomsonfly mit First Choice Airways zu Thomson Airways, die sich 2017 in TUI Airways umbenannte. Die Airline-Linie besteht also fort, der Markenname Britannia aber nicht.

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Britannia Airways?

Britannia nutzte ab 1964 den IATA-Code BY und den ICAO-Code BAL, das Rufzeichen im Funk lautete „BRITANNIA“. Als Euravia flog die Airline anfangs mit dem IATA-Code EY und dem Rufzeichen „EURAVIA“. Den IATA-Code BY führt heute TUI Airways weiter, im ICAO-Bereich nutzt die Nachfolgerin dagegen TOM.

Woher kommt der Name Britannia Airways?

Die Airline startete 1962 als Euravia. 1964 rüstete sie auf gebrauchte Turboprops vom Typ Bristol Britannia um, die vorher bei BOAC geflogen waren, und benannte sich passend dazu am 16. August 1964 in Britannia Airways um. Der Name blieb, auch als die Britannias längst durch Jets ersetzt waren.

War Britannia Airways wirklich der erste europäische Betreiber der Boeing 767?

Britannia nahm ihre erste Boeing 767-200 im Februar 1984 in Dienst und wird in gängigen Nachschlagewerken als erste europäische Airline mit dem Typ genannt. Bemerkenswert ist das, weil damit ausgerechnet ein Charterflieger und keine Staatsairline den neuen Großraumjet nach Europa brachte.

Welche Flugzeuge flog Britannia Airways?

Zu Beginn Lockheed Constellation und Avro York, ab 1964 die Bristol Britannia. Ab 1968 kam die Boeing 737-200, von 1971 bis 1973 zusätzlich zwei geleaste Boeing 707. Ab 1984 folgten die 767-200 und später die 767-300, ab 1991 die 757-200. Gegen Ende kamen einige geleaste Airbus A320 und kurz auch die Boeing 737-800 dazu.

Was hat Britannia Airways mit Deutschland zu tun?

Ab 1997 flog die Tochter Britannia Airways GmbH mit Basis Berlin-Schönefeld Charter von deutschen Flughäfen in die Karibik; 2001 stellte sie den Betrieb wieder ein. Außerdem flog Britannia Charter für das britische Militär, unter anderem ab der RAF-Basis Gütersloh. Und seit 2000 gehörte die Airline zum deutschen TUI-Konzern.

Welche schweren Unfälle hatte Britannia Airways?

Der schwerste ereignete sich am 1. September 1966: Eine Bristol Britannia (G-ANBB) prallte im Anflug auf Ljubljana gegen Gelände, 98 der 117 Menschen an Bord starben. Am 14. September 1999 verunglückte eine Boeing 757 (G-BYAG) bei der Landung in Girona bei starkem Regen; das Flugzeug war danach ein Totalschaden, ein Passagier starb einige Tage später.

Britannia Airways im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Weitere Airlines

Ferienflieger

TUI Airways

Der britische Ferienflieger der TUI Group: größte Airline im TUI-Verbund, Boeing 737 auf der Kurz- und Mittelstrecke, Boeing 787 auf der Langstrecke und eine Geschichte, die bei Britannia Airways beginnt.

Ferienflieger

First Choice Airways

Historische britische Charterairline (1987–2008): Als Air 2000 startete sie 1987 in Manchester mit zwei Boeing 757, ab 2003/2004 flog sie als First Choice Airways. 2008 ging sie mit Thomsonfly in Thomson Airways auf, der heutigen TUI Airways.

Charter

Dan-Air

Historische britische Charter- und Linienairline (1953–1992) mit Basis London-Gatwick: Dan-Air betrieb die größte Comet-Flotte der Welt, brachte die BAe 146 in den Liniendienst und flog jahrzehntelang ab Berlin-Tegel. 1992 ging sie für ein symbolisches Pfund an British Airways.

Ferienflieger

Monarch Airlines

Historische britische Ferienairline (1968–2017) aus London-Luton: Monarch flog fast 50 Jahre lang Urlauber in den Süden, von der Bristol Britannia über Boeing 720 und 757 bis zur Airbus-A321-Flotte. Ihr Zusammenbruch am 2. Oktober 2017 löste die bis dahin größte britische Rückholaktion in Friedenszeiten aus.

Ferienflieger

Airtours International

Historischer britischer Ferienflieger (1990–2008) aus Manchester: Airtours International flog für den gleichnamigen Reisekonzern mit MD-83, Airbus A320/A321, Boeing 757, 767 und DC-10, hieß ab 2002 MyTravel Airways und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.

Ferienflieger

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