Das Wichtigste in Kürze
- First Choice Airways ist eine historische britische Airline: 1987 als Air 2000 gestartet, 2003/2004 umbenannt, 2008 in Thomson Airways aufgegangen.
- Codes: IATA DP, ICAO zuerst AMM, später FCA, Rufzeichen „JETSET“.
- Hausairline eines Reisekonzerns: erst Owners Abroad, ab 1994 First Choice – ähnlich wie Britannia bei Thomson.
- Boeing-757-Airline: Der Flugbetrieb begann mit zwei 757-200, ab 1989 flogen 757 sogar über den Atlantik in die USA.
- Langstrecke im Charter: Mit der Boeing 767-300ER ging es in die Karibik, nach Mexiko und Südamerika.
- 787-Besteller: First Choice orderte ab 2005 die Boeing 787-8; geflogen hat sie erst die Nachfolgerin.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | DP |
|---|---|
| ICAO-Code | FCA |
| Rufzeichen | JETSET |
| Drehkreuze | MAN, LGW, BHX |
| Status | Historisch – 2008 mit Thomsonfly zu Thomson Airways verschmolzen, heute Teil der Linie zu TUI Airways |
| Geschäftsmodell | Charter- und Ferienflüge für Pauschalreisen, dazu einige Linienflüge in Urlaubsregionen |
| Erster Flug | 11. April 1987 als Air 2000, Manchester–Málaga mit Boeing 757-200 |
| Gründer und Eigentümer | Reiseveranstalter Owners Abroad, ab 1994 First Choice, ab 2007 TUI Travel |
| Umbenennung | Air 2000 wird 2003/2004 zu First Choice Airways (Quellen nennen unterschiedliche Daten) |
| Hauptbasen | Manchester (MAN), London-Gatwick (LGW), Birmingham (BHX) |
| Prägende Typen | Boeing 757-200, Boeing 767-300ER, Airbus A320 und A321 |
| Ende | Ab Mai 2008 gemeinsames AOC mit Thomsonfly, ab November 2008 Thomson Airways |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich First Choice Airways?
- Bis 2003/2004 Schriftzug „Air 2000“ am Rumpf, danach „First Choice“
- Nach der Umbenennung First-Choice-Bemalungen, darunter eine als „Starfish“ bekannte Variante
- Flottenkern aus Boeing 757-200, auf der Langstrecke Boeing 767-300ER, dazu Airbus A320 und A321
- Britisches Kennzeichen mit G-, oft fotografiert in Manchester, Gatwick und Birmingham
- Nach 2008 flogen einzelne Jets noch eine Weile in First-Choice-Farben für Thomson Airways
Wer in den 1990er-Jahren von Manchester, Gatwick oder Birmingham in den Pauschalurlaub flog, landete oft in einer Boeing 757 mit dem Schriftzug „Air 2000“. Hinter dem futuristisch klingenden Namen stand die Hausairline eines großen britischen Reiseveranstalters, die später als First Choice Airways auftrat. 2008 verschmolz sie mit Thomsonfly – und damit mit der früheren Britannia Airways – zur heutigen TUI Airways. Hier erfährst du, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie prägten und woran du sie auf alten Fotos erkennst.
Historische Airline
First Choice Airways existiert seit 2008 nicht mehr als eigene Airline. Alle Angaben beziehen sich auf die Zeit von 1987 bis 2008. Die Codes DP, AMM und FCA stehen hier für die historische Airline beziehungsweise ihre Zeit als Air 2000.
First Choice Airways im Überblick
First Choice Airways war eine britische Charterairline mit Flugbetrieb in Manchester. Gegründet wurde sie Mitte der 1980er-Jahre vom Reiseveranstalter Owners Abroad, der ein eigenes Flugzeug für seine Urlauber haben wollte, statt Sitzplätze bei fremden Charterairlines einzukaufen. Am 11. April 1987 hob die erste Maschine im Liniendienst ab: Unter dem Namen Air 2000 flog eine Boeing 757-200 von Manchester nach Málaga. Zum Start bestand die Flotte aus genau zwei 757.
Owners Abroad benannte sich 1994 in First Choice um. Die Airline behielt ihren Namen zunächst, erst 2003/2004 wurde aus Air 2000 auch offiziell First Choice Airways. Bis zur Fusion mit Thomsonfly im Jahr 2008 flog sie vor allem Pauschalurlauber ans Mittelmeer, auf die Kanaren, in die Karibik und nach Nordamerika.
Das Prinzip kennst du von anderen britischen Ferienfliegern: Veranstalter und Airline gehören zusammen, die Flugzeuge füllen sich über verkaufte Reisen. So arbeiteten auch Britannia Airways bei Thomson und Airtours International beim Konzern Airtours. Den Unterschied zum klassischen Linienverkehr erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code DP: in Flugnummern und Flugplänen, vor allem auf den Linienflügen der Airline.
- ICAO-Code AMM: die Kennung von Air 2000 gegenüber der Flugsicherung, genutzt bis zur Umbenennung.
- ICAO-Code FCA: ab 2004 die Kennung von First Choice Airways bis zur Fusion.
- Rufzeichen JETSET: So meldeten sich die Crews über die gesamte Zeit im Funk.
Interessant ist die Arbeitsteilung bei den Codes: Linienflüge liefen unter DP, Charterflüge unter der ICAO-Kennung. Wer alte Flugpläne oder Tickets auswertet, stößt deshalb auf beide Varianten. Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen, liest du im Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt.
Britische Ferienflieger im eigenen Hangar
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot – und baust dir im Hangar eine Sammlung britischer Ferienflieger auf, von der 757 bis zur 787. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Geschichte in Etappen
1987: Start als Air 2000
Owners Abroad gründet die Airline, am 11. April 1987 startet der erste Flug von Manchester nach Málaga. Zwei Boeing 757-200 bilden die Flotte.
Ende der 1980er: Wachstum und Langstrecke
Die Flotte wächst, eine Maschine wird in Glasgow stationiert. Ab 1989 fliegen 757 mit erhöhter Reichweite in die USA. Ein Ableger in Kanada scheitert zunächst an der Lizenz, der zweite Anlauf wird zu Canada 3000.
1990er: First Choice und Linienflüge
1994 benennt sich der Mutterkonzern in First Choice um. Die Airline erhält Linienrechte, etwa nach Zypern, und eröffnet 1996 mit Dublin die erste Basis außerhalb Großbritanniens.
1998: Übernahme von Unijet
First Choice kauft den Veranstalter Unijet samt dessen Airline Leisure International Airways, die im November 1998 vollständig in Air 2000 aufgeht – inklusive zweier Boeing 767.
2003/2004: neuer Name
Aus Air 2000 wird First Choice Airways, der ICAO-Code wechselt von AMM auf FCA. Die Flugzeuge bekommen nach und nach neue First-Choice-Farben.
2005–2008: 787-Order und Fusion
Ab 2005 bestellt First Choice die Boeing 787-8. 2007 fusionieren First Choice und das Touristikgeschäft der TUI zu TUI Travel, 2008 verschmilzt die Airline mit Thomsonfly zu Thomson Airways.
Die Flotte: eine 757-Airline mit Langstrecken-Ambitionen
Air 2000 setzte von Anfang an auf moderne zweistrahlige Jets. Das unterschied die Airline von vielen Konkurrenten der 1980er-Jahre, die noch ältere Drei- und Viermot-Flugzeuge flogen. Die wichtigsten Typen im Überblick:
| Typ | Zeitraum | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 757-200 | 1987–2008 | Rückgrat auf Mittelstrecke, früh auch Transatlantik | Erster und größter Flottentyp |
| Boeing 767-300ER | ab Ende der 1990er | Langstrecke in Karibik, Mexiko, Südamerika | Teils von Leisure International übernommen |
| Airbus A320 | 2000er | Kürzere Ferienstrecken | Einer der wenigen Airbus-Typen der Airline |
| Airbus A321 | 2000er | Volle Mittelmeerflüge, zeitweise mit Premium-Kabine | Längster Narrowbody der Flotte |
| Boeing 787-8 | bestellt ab 2005 | – | Erst bei der Nachfolgerin im Einsatz |
Boeing 757-200: das Arbeitspferd
Die Boeing 757-200 war für Air 2000 der ideale Ferienjet: genug Sitze für volle Urlaubsflüge, starke Steigleistung auf kurzen oder heißen Pisten und eine Reichweite, die auch die Kanaren problemlos abdeckte. Mit zwei Exemplaren startete die Airline 1987, und bis zur Fusion 2008 blieb die 757 der zahlenmäßig wichtigste Typ.
Ab 1989 nutzte Air 2000 Maschinen mit erhöhter Reichweite sogar für Flüge über den Atlantik in die USA. Für einen zweistrahligen Narrowbody war das damals bemerkenswert, denn solche Strecken setzen eine besondere Zulassung für Langstreckenflüge mit zwei Triebwerken voraus. Was dahintersteckt, erklärt der Artikel zu ETOPS.
Boeing 767-300ER: Großraum für die Fernreise
Für die wachsenden Fernreise-Programme reichte die 757 irgendwann nicht mehr. 1997 vereinbarte die Airline die Anmietung zweier Boeing 767-300ER. Mit der Übernahme von Leisure International Airways kamen 1998 zwei weitere 767 dazu. Leisure International – früher als Air UK Leisure unterwegs, der Ferientochter von Air UK – hatte eigentlich vorgehabt, ihre 767 durch Airbus A330-200 zu ersetzen. First Choice strich diese Pläne 1999 und blieb bei der 767.
Die Großraumjets flogen Ziele, die du heute eher mit der 787 verbindest: die Karibik, Mexiko, Florida und Südamerika. Nach Angaben gängiger Nachschlagewerke war First Choice die erste britische Airline, die ihre 767 mit einer Kabine im Stil der Boeing 777 ausstattete. Wie du 757 und 767 auf Fotos sicher auseinanderhältst, zeigt der Artikel Boeing 757 und 767 unterscheiden.
Airbus A320 und A321: die Ergänzung
In den 2000er-Jahren ergänzten Airbus A320 und Airbus A321 die Flotte. Einige A321 flog First Choice zeitweise mit einer kleinen Premium-Kabine aus wenigen Sitzreihen, vor allem ab East Midlands und London-Stansted. Für Spotter ist das ein schönes Detail, denn die Airline flog damit Boeing und Airbus nebeneinander. Wer bei der A320-Familie unsicher ist, findet Hilfe im Artikel A318, A319, A320 und A321 unterscheiden.
Boeing 787-8: bestellt, aber nie geflogen
Im Februar 2005 bestellte First Choice sechs Boeing 787-8 mit Optionen auf weitere sechs. Bis März 2007 wuchs die Bestellung auf zwölf Maschinen. Die Verzögerungen im 787-Programm schoben die Auslieferung jedoch weit nach hinten. Die Order ging an Thomson Airways über, die ihre erste 787 im Jahr 2013 in Dienst stellte. Damit steckt in der heutigen 787-Flotte von TUI Airways ein Stück First-Choice-Planung. Hersteller aller genannten Boeing-Typen ist Boeing.
Die 757 im Blick behalten
Die Boeing 757 wird an vielen Flughäfen seltener. Setz sie auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Basen und Ziele
Der Flugbetrieb saß am Flughafen Manchester, die Konzernzentrale in Crawley in direkter Nähe zum Flughafen London-Gatwick. Gemeinsam mit dem Flughafen Birmingham bildeten diese beiden Airports die wichtigsten Basen. Daneben startete die Airline von einer langen Reihe britischer Regionalflughäfen, etwa Bristol, East Midlands, Glasgow, London-Luton und London-Stansted. Mit Dublin kam 1996 die erste Basis außerhalb Großbritanniens hinzu.
Das Streckennetz folgte dem Urlaubsgeschmack der Briten: Spanien mit den Balearen und Kanaren, Portugal, Griechenland, Zypern und die Türkei im Sommer, im Winter auch Skiziele wie Salzburg und Innsbruck. Auf der Langstrecke flog die Airline unter anderem in die Karibik, nach Mexiko, Florida und Brasilien. Ein Teil der Langstreckenkapazität wurde über konzerneigene Marken verkauft. Außerdem flog First Choice exklusiv für Island Cruises, ein Kreuzfahrt-Gemeinschaftsunternehmen mit Royal Caribbean.
Alte Urlaubsfotos auswerten
Auf Fotos aus Palma, Faro oder Teneriffa zwischen 1987 und 2008 taucht häufig eine britische 757 im Hintergrund auf. Ein G-Kennzeichen und der Schriftzug „Air 2000“ oder „First Choice“ helfen bei der Zuordnung. Wie britische Kennzeichen aufgebaut sind und wie du sie im Register nachschlägst, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.
Woran du First Choice Airways erkennst
Auf historischen Fotos ist die Airline gut zuzuordnen, wenn du die zwei Namensphasen kennst. Bis 2003/2004 stand groß „Air 2000“ am Rumpf; über die Jahre gab es zwei Air-2000-Bemalungen, wobei die zweite deutlich farbenfroher war. Mit der Umbenennung kamen Lackierungen mit dem Schriftzug „First Choice“; eine davon ist unter dem Namen „Starfish“ bekannt. Details einzelner Varianten prüfst du am besten an datierten Fotos.
Nach der Fusion 2008 flogen einige Maschinen noch eine Weile in First-Choice-Farben, obwohl sie bereits zu Thomson Airways gehörten – vor allem Flugzeuge, deren Ausmusterung ohnehin absehbar war. Solche Übergangsphasen sind typisch für Fusionen; mehr dazu unter Wenn Airlines ihr Design wechseln und Hybrid- und Mischlackierungen erkennen.
Spricht für Air 2000 / First Choice
- Schriftzug „Air 2000“ oder „First Choice“ am Rumpf
- Bemalung im First-Choice-Stil, etwa die „Starfish“-Variante
- Boeing 757-200, 767-300ER, A320 oder A321 mit G-Kennzeichen
- Foto aus der Zeit zwischen 1987 und etwa 2009
Spricht dagegen
- Schriftzug „Thomson“, „Thomsonfly“ oder „TUI“
- Boeing 787 oder 737 MAX – nie bei First Choice im Einsatz
- Schriftzug „Britannia“ – die andere Wurzel der heutigen TUI Airways
Fusion mit Thomsonfly und das Ende des Namens
Im März 2007 kündigten First Choice und der TUI-Konzern an, ihr britisches und europäisches Touristikgeschäft zusammenzulegen. Im September 2007 nahm TUI Travel PLC den Betrieb auf. Damit gehörten plötzlich zwei große britische Ferienairlines zum selben Konzern: First Choice Airways und Thomsonfly, die frühere Britannia Airways.
Der nächste Schritt lag auf der Hand. Ab dem 1. Mai 2008 flogen beide Airlines unter einem gemeinsamen Luftverkehrsbetreiberzeugnis, ab November 2008 trug die Gesellschaft den Namen Thomson Airways. Im Oktober 2017 folgte die Umbenennung in TUI Airways, die heute zu den TUI-Airlines gehört.
Die Marke First Choice verschwand dabei nicht sofort: TUI nutzte sie im Vereinigten Königreich weiter als Reisemarke. Als Airline-Name auf Flugzeugen gibt es sie aber nicht mehr. Die Konsolidierung betraf übrigens die ganze Branche: Fast zeitgleich verschmolzen Thomas Cook Airlines und Airtours, später verschwanden XL Airways und Monarch Airlines ganz vom Markt. Einen Überblick über die großen Zusammenbrüche gibt der Artikel zu Airline-Pleiten in Europa.
TUI Airways spotten
- Die direkte Nachfolgerin, unterwegs von vielen britischen Flughäfen
- Fliegt die Boeing 787, die einst First Choice bestellt hatte
- Gut zu sehen in Manchester, Gatwick und Birmingham
First-Choice-Spuren suchen
- Alte Flugpläne und Tickets mit DP-Flugnummern
- Kennzeichen ehemaliger Air-2000-Jets im britischen Register nachverfolgen
- Fotoarchive aus Manchester und Gatwick der 1990er-Jahre durchsehen
Für das Spotting in Großbritannien lohnt vorher ein Blick in den Artikel Spotten in Großbritannien. Die Basis von damals erkundest du heute am besten vom Runway Visitor Park in Manchester aus; weitere Tipps findest du im Guide Planespotting in Manchester und für den Süden unter Planespotting in Gatwick.
Häufige Verwechslungen
- Air 2000 und First Choice für zwei Airlines halten – es ist dieselbe Gesellschaft mit zwei Namen.
- First Choice mit Britannia verwechseln – beide gingen in Thomson Airways auf, hatten aber unterschiedliche Mutterkonzerne bis 2007.
- Air 2000 mit Canada 3000 gleichsetzen – die kanadische Airline entstand zwar aus einem Air-2000-Projekt, war aber ein eigenständiges Unternehmen.
- Die Reisemarke First Choice für eine Airline halten – nach der Fusion verkaufte TUI unter dem Namen Urlaubsreisen, die Flugzeuge flogen für Thomson Airways, heute TUI Airways.
- Die 787 für einen First-Choice-Typ halten – bestellt ja, geflogen erst von der Nachfolgerin.
Ferienflieger von heute festhalten
Poste deine Sichtungen der TUI-Flotte mit Typ, Kennzeichen und Spot, finde auf der Spot-Karte die besten Plätze mit Anreise und Licht und tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Ferienflieger aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
First Choice Airways, die meiste Zeit als Air 2000 unterwegs, war eine der großen britischen Ferienairlines zwischen 1987 und 2008. Sie startete mit zwei Boeing 757, flog mit der 767 bis in die Karibik und nach Südamerika und bestellte noch vor der Fusion die Boeing 787. Mit dem Zusammenschluss zu TUI Travel endete ihre Eigenständigkeit, die Airline lebt aber in TUI Airways weiter. Für Spotter ist sie ein spannendes Kapitel britischer Ferienluftfahrt – und ein Grund, beim nächsten TUI-Dreamliner in Manchester kurz an Air 2000 zu denken.
Kurzfazit
First Choice Airways (IATA DP, ICAO AMM/FCA, Rufzeichen „JETSET“) war eine historische britische Charterairline mit Flugbetrieb in Manchester, 1987 als Air 2000 gestartet. Ihr Rückgrat war die Boeing 757-200, auf der Langstrecke flog die 767-300ER. 2008 verschmolz sie mit Thomsonfly zu Thomson Airways, heute TUI Airways.
Zusammenfassung
- First Choice Airways, lange als Air 2000 bekannt, war eine der großen britischen Ferienairlines und die Hausfluggesellschaft des Reiseveranstalters First Choice.
- Die Airline startete 1987 mit der Boeing 757 und blieb ihr bis zum Schluss treu; für lange Strecken kam die 767-300ER dazu, für kürzere die Airbus A320 und A321.
- Mit der Fusion von First Choice und dem Touristikgeschäft der TUI entstand 2007 TUI Travel – 2008 verschmolz die Airline mit Thomsonfly zu Thomson Airways.
- Heute lebt die Linie in TUI Airways weiter, und die von First Choice bestellten Boeing 787 gehören dort längst zum Alltag.
Häufige Fragen
Gibt es First Choice Airways heute noch?
Nein. Ab dem 1. Mai 2008 flogen First Choice Airways und Thomsonfly unter einem gemeinsamen Luftverkehrsbetreiberzeugnis, ab November 2008 hieß die Gesellschaft Thomson Airways. 2017 folgte die Umbenennung in TUI Airways. Den Namen First Choice nutzte TUI danach nur noch als Reisemarke im Vereinigten Königreich, nicht mehr als Airline.
Was ist der Unterschied zwischen Air 2000 und First Choice Airways?
Es ist dieselbe Airline. Sie startete 1987 als Air 2000 und wurde 2003/2004 in First Choice Airways umbenannt, passend zum Namen des Mutterkonzerns. Die Quellen nennen für die Umbenennung leicht unterschiedliche Zeitpunkte – Ende 2003 oder Frühjahr 2004.
Welche Codes hatte First Choice Airways?
Der IATA-Code lautete DP. Als ICAO-Code nutzte Air 2000 AMM, nach der Umbenennung kam FCA. Das Rufzeichen im Funk blieb über die ganze Zeit „JETSET“.
Welche Flugzeuge flog First Choice Airways?
Das Rückgrat war die Boeing 757-200, mit der Air 2000 1987 startete. Ab Ende der 1990er-Jahre kam die Boeing 767-300ER für Langstrecken dazu, später auch Airbus A320 und A321. Bestellte Boeing 787-8 wurden erst nach der Fusion an die Nachfolgerin ausgeliefert.
Was hat Air 2000 mit Canada 3000 zu tun?
Ende der 1980er-Jahre versuchte Air 2000, in Kanada eine eigene Tochter aufzubauen. Die kanadischen Behörden entzogen der ersten Gesellschaft nach nur wenigen Tagen die Lizenz. Ein zweiter Anlauf war erfolgreich und wurde als Canada 3000 bekannt – eine der großen kanadischen Charterairlines bis 2001.
Wo war First Choice Airways zu Hause?
Der Flugbetrieb saß in Manchester, die Konzernzentrale in Crawley bei Gatwick. Zu den wichtigsten Basen gehörte außerdem Birmingham; daneben flog die Airline von vielen weiteren britischen Regionalflughäfen und zeitweise aus Dublin.
First Choice Airways im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-8 Dreamliner
Glatte Nase mit nur vier Cockpitfenstern, gezackte Triebwerkshinterkanten und Flügel, die sich im Flug weit nach oben biegen: Die 787-8 ist der kürzeste Dreamliner. So erkennst du sie sicher.
Weitere Airlines
TUI Airways
Der britische Ferienflieger der TUI Group: größte Airline im TUI-Verbund, Boeing 737 auf der Kurz- und Mittelstrecke, Boeing 787 auf der Langstrecke und eine Geschichte, die bei Britannia Airways beginnt.
FerienfliegerBritannia Airways
Historische britische Charterairline mit Sitz in Luton (Flugbetrieb 1962–2005): Aus Euravia wurde 1964 Britannia Airways, die Hausairline des Reiseveranstalters Thomson. Sie flog früh die Boeing 737-200, brachte die Boeing 767 nach Europa und ging 2005 in Thomsonfly auf – der Vorläuferin der heutigen TUI Airways.
FerienfliegerAirtours International
Historischer britischer Ferienflieger (1990–2008) aus Manchester: Airtours International flog für den gleichnamigen Reisekonzern mit MD-83, Airbus A320/A321, Boeing 757, 767 und DC-10, hieß ab 2002 MyTravel Airways und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.
FerienfliegerXL Airways
Historischer britischer Ferienflieger (1994–2008) mit Sitz in Crawley bei Gatwick: Aus Sabre Airways wurde 2001 Excel Airways und 2006 XL Airways. Mit Boeing 737-800, 757, 767 und A330 flog sie Pauschalurlauber ans Mittelmeer und in die Karibik, bis die XL Leisure Group am 12. September 2008 zusammenbrach.
FerienfliegerMonarch Airlines
Historische britische Ferienairline (1968–2017) aus London-Luton: Monarch flog fast 50 Jahre lang Urlauber in den Süden, von der Bristol Britannia über Boeing 720 und 757 bis zur Airbus-A321-Flotte. Ihr Zusammenbruch am 2. Oktober 2017 löste die bis dahin größte britische Rückholaktion in Friedenszeiten aus.
FerienfliegerThomas Cook Airlines
Historische britische Ferienairline (2003–2019) aus Manchester: hervorgegangen aus JMC Air, zuletzt mit Airbus A321 und A330-200 unterwegs – bis zur Liquidation des Thomas-Cook-Konzerns am 23. September 2019 und der größten Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
TUI-Airlines
Fünf Airlines, ein Design: Unter dem TUI-Lächeln fliegen deutsche, britische, belgische, niederländische und schwedische Ferienflieger. Wer am Zaun nur „TUI“ notiert, verschenkt die halbe Sichtung.
FlughafenFlughafen Manchester
Größter Flughafen außerhalb Londons und Heimat einer der bekanntesten Spotter-Szenen Europas: Zwei parallele Bahnen in Ringway, ein bunter Mix aus Ferienfliegern, Low-Cost-Airlines und Golf-Langstrecke – und mit dem Runway Visitor Park ein offizieller Aussichtspunkt samt Concorde.
FlughafenFlughafen London-Gatwick
Eine einzige Hauptbahn, über 40 Millionen Passagiere im Jahr und orange Airbusse im Minutentakt: Gatwick ist Londons zweitgrößter Flughafen und ein Lehrstück dafür, wie viel Verkehr eine Bahn tragen kann. Für Spotter heißt das: kaum Leerlauf, viel easyJet, dazu Langstrecke von TUI, Norse, British Airways und den Golf-Carriern.
FlughafenFlughafen Birmingham
Der größte Flughafen der englischen Midlands: eine einzige 3.052 Meter lange Bahn, ein Terminal, vier Low-Cost- und Ferienbasen und täglich der Emirates-A380 – dazu ein denkmalgeschütztes Art-déco-Terminal von 1939 und mehrere Spotterplätze rund um den Zaun.
Wo du First Choice Airways vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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