Airtours International

Historischer britischer Ferienflieger (1990–2008) aus Manchester: Airtours International flog für den gleichnamigen Reisekonzern mit MD-83, Airbus A320/A321, Boeing 757, 767 und DC-10, hieß ab 2002 MyTravel Airways und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.

Auch bekannt als: Airtours International Airways · Airtours · MyTravel Airways · MyTravel · VZ

GroßbritannienGroßbritannienFerienfliegerIATA: VZ11 Min. Lesezeit

1991–2008

Flugbetrieb

VZ

IATA-Code

MAN

Heimatbasis

2002

Umbenennung in MyTravel

Das Wichtigste in Kürze

  • Airtours International ist eine historische britische Airline: gegründet 1990, Flugbetrieb ab März 1991, ab Mai 2002 unter dem Namen MyTravel Airways.
  • Hausairline eines Reisekonzerns: Sie flog die Pauschalurlauber des Veranstalters Airtours, später der MyTravel Group.
  • Start mit MD-83: Die erste Flotte bestand aus geleasten McDonnell Douglas MD-83, ab 1993 kamen A320 und Boeing 757 dazu.
  • Langstrecke ab 1994: Mit Boeing 767-300ER, später DC-10 und A330-200 ging es in die USA, die Karibik und nach Asien.
  • Europäische Familie: Über Premiair gehörte auch ein dänischer Ferienflieger zum Konzern.
  • Ende durch Fusion: Nach dem Zusammenschluss mit Thomas Cook flog MyTravel Airways am 30. März 2008 zum letzten Mal unter eigenem Namen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Airtours International im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte in Etappen
  4. 4.Die Flotte: von der MD-83 bis zum A330
  5. 5.Basen und Ziele
  6. 6.Woran du Airtours und MyTravel erkennst
  7. 7.Sicherheit
  8. 8.Das Ende als eigenständige Airline
  9. 9.Spuren von Airtours heute
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeVZ
RufzeichenKESTREL
DrehkreuzeMAN, LGW
StatusHistorisch – 2008 in Thomas Cook Airlines aufgegangen
GeschäftsmodellHausairline des Reiseveranstalters Airtours bzw. der MyTravel Group, Ferien- und Charterflüge
GegründetHerbst 1990 als Airtours International Airways
FlugbetriebMärz 1991 bis März 2008
Sitz und HauptbasisManchester (MAN)
Weitere BasenUnter anderem London-Gatwick, Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Glasgow, Newcastle, Liverpool und Belfast
NamenAirtours International (1990–2002), MyTravel Airways (ab Mai 2002)
MuttergesellschaftAirtours plc, ab 2002 MyTravel Group, ab 2007 Thomas Cook Group
Prägende TypenMcDonnell Douglas MD-83, Airbus A320, A321, A330-200, Boeing 757-200, 767-300ER, McDonnell Douglas DC-10

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Airtours International?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Airtours“ auf dem Rumpf, ab Mai 2002 „MyTravel“
  • Britische Kennzeichen mit G--Präfix an der ganzen UK-Flotte
  • Typischer Mix der 1990er: MD-83 zum Start, danach A320, A321 und Boeing 757 auf der Mittelstrecke
  • Auf der Langstrecke Boeing 767-300ER, DC-10 und ab 1999 A330-200
  • Heute nur noch auf historischen Fotos und in alten Flugplänen zu sehen

Wer in den 1990er-Jahren aus Manchester, Glasgow oder Birmingham in den Pauschalurlaub flog, saß gut möglich in einem Jet mit dem Schriftzug „Airtours“. Die Airline war der fliegende Arm eines der größten britischen Reisekonzerne, startete 1991 mit MD-83, wuchs schnell auf eine gemischte Airbus- und Boeing-Flotte und flog wenige Jahre später auch über den Atlantik. Ab 2002 hieß sie MyTravel Airways, 2008 verschwand sie in Thomas Cook Airlines. Hier erfährst du, was Airtours International ausmachte, welche Typen sie flog und wo du ihre Spuren heute noch findest.

Historische Airline

Airtours International bzw. MyTravel Airways existiert nicht mehr. Alle Angaben auf dieser Seite beziehen sich auf die Zeit von 1990 bis 2008. Der Code VZ steht hier für die historische britische Airline.

Airtours International im Überblick

Airtours International war ein britischer Ferienflieger mit Sitz und Hauptbasis in Manchester. Gegründet wurde die Airline im Herbst 1990 als Hausairline des Reiseveranstalters Airtours. Dessen Wurzeln reichen bis in die 1970er-Jahre zurück, als Gründer David Crossland in Lancashire mehrere kleine Reisebüros übernahm. Aus diesem Geschäft wuchs bis 1990 einer der großen Pauschalreisekonzerne Großbritanniens.

Das Prinzip war das gleiche wie bei vielen britischen Ferienfliegern jener Zeit: Der Veranstalter verkaufte Pauschalreisen, die eigene Airline brachte die Gäste ans Ziel. So hatte der Konzern Kosten, Kapazität und Abflugzeiten selbst in der Hand. Unterschied zu einer Linienairline: Die Sitze waren überwiegend Teil von Reisepaketen, Einzelplätze spielten lange nur eine Nebenrolle. Den Unterschied zwischen beiden Modellen erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.

Der Zeitpunkt des Starts war bemerkenswert: Fast zeitgleich mit dem Erstflug von Airtours im März 1991 brach die International Leisure Group mit Air Europe und dem Veranstalter Intasun zusammen. Im britischen Ferienflug wurde damit viel Platz frei, den Airtours, Britannia Airways und Monarch Airlines unter sich aufteilten.

VZIATA-Code
MANSitz und Heimatbasis Manchester
G-Kennzeichen-Präfix der UK-Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code VZ: stand in Flugnummern, auf Tickets und in Flugplänen – sowohl zu Airtours- als auch zu MyTravel-Zeiten.
  • ICAO-Code: zunächst AIH, nach der Umbenennung 2002 laut verbreiteten Angaben MYT.
  • Rufzeichen KESTREL: So meldeten sich die Crews im Funk; in frühen Jahren findet sich auch die Schreibweise KESTRAL.

Wenn du alte Bordkarten oder Flugpläne auswertest, hilft dir vor allem das Kürzel VZ. Wie IATA- und ICAO-Codes aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Die Geschichten hinter Funkrufnamen findest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.

Britische Ferienflieger im eigenen Hangar

Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest – vom A321 in Manchester bis zur 767 auf dem Weg in die Karibik. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Die Geschichte in Etappen

1990–1991: Start mit der MD-83

Gründung als Airtours International Airways in Manchester. Im März 1991 beginnt der Flugbetrieb mit geleasten McDonnell Douglas MD-83 auf Europastrecken.

1993: Aspro und Inter European

Airtours übernimmt den Veranstalter Aspro Holidays aus Cardiff samt dessen Airline Inter European Airways. Mit ihr kommen Airbus A320 und Boeing 757 in die Flotte.

1994–1999: Langstrecke und Skandinavien

Ab 1994 fliegen Boeing 767 Langstrecke. Der Konzern steigt beim dänischen Ferienflieger Premiair ein und übernimmt ihn bis 1996 komplett. 1999 kommt der A330-200 dazu.

2002: Aus Airtours wird MyTravel

Der Konzern heißt ab Februar 2002 MyTravel Group. Ab 1. Mai 2002 treten die britische Airline und Premiair als MyTravel Airways auf. Im Oktober startet der Billigableger MyTravelLite.

2003–2008: Schrumpfen und Fusion

Die Flotte wird verkleinert, DC-10 und 757 gehen bis Ende 2004. 2007 fusionieren MyTravel und Thomas Cook, am 30. März 2008 fliegt MyTravel Airways zum letzten Mal.

Der Start 1991

Anders als Air Europe, die ein gutes Jahrzehnt zuvor mit fabrikneuen Boeing 737 begonnen hatte, setzte Airtours zum Start auf geleaste McDonnell Douglas MD-83. Der Typ aus der MD-80-Familie mit den beiden Hecktriebwerken war Anfang der 1990er-Jahre bei europäischen Ferienfliegern verbreitet und für die typischen Mittelmeerstrecken gut geeignet. Laut verbreiteten Angaben startete Airtours mit fünf Maschinen.

Wachstum durch Übernahmen

Der eigentliche Wachstumsschub kam 1993. Airtours kaufte den Reiseveranstalter Aspro Holidays aus Cardiff, zu dem die Airline Inter European Airways gehörte. Inter European ging im Herbst 1993 in Airtours International auf und brachte Airbus A320 und Boeing 757 mit. Damit wandelte sich die Flotte in kurzer Zeit: Die MD-83 wurden Mitte der 1990er-Jahre durch weitere A320 ersetzt.

Parallel dachte der Konzern europäisch. 1994 stieg Airtours bei Premiair ein, dem Ferienflieger, der Anfang 1994 aus den skandinavischen Charterairlines Conair und Scanair hervorgegangen war. Mit der Übernahme des dänischen Reisekonzerns Spies im Jahr 1996 gehörte Premiair dann vollständig zur Gruppe. Später kamen Beteiligungen in Belgien und ein deutscher A320-Betrieb dazu, der 2003 wieder in die britische Flotte zurückgeführt wurde.

Service als Verkaufsargument

Ab 1995 warb Airtours mit Extras, die im Ferienflug damals noch nicht selbstverständlich waren: vorab reservierbare Sitzplätze, Auswahl beim Essen und Duty-free an Bord. Auf den Langstrecken mit dem A330 gab es zudem eine Premium-Economy-Kabine unter dem Namen „Premiair Gold“.

Die Flotte: von der MD-83 bis zum A330

Airtours wechselte die Flotte im Lauf der Jahre mehrfach. Die wichtigsten Muster im Überblick:

Typ Zeitraum (ca.) Einsatz Spotter-Hinweis
McDonnell Douglas MD-83 1991 bis Mitte der 1990er Ferienflüge in Europa Erstflotte, geleast, Hecktriebwerke
Airbus A320 ab 1993 Mittelstrecke Rückgrat bis zur Fusion
Boeing 757-200 1993–2004 Mittelstrecke, längere Charter Kam mit Inter European Airways
Boeing 767-300ER ab 1994 Langstrecke USA, Karibik, Asien
Airbus A321 ab den späten 1990ern Mittelstrecke, hohe Kapazität Bis zur Fusion im Einsatz
McDonnell Douglas DC-10 späte 1990er bis 2004 Langstrecke Gilt als letzte britische DC-10-Airline
Airbus A330-200 ab 1999 Langstrecke Mit Premium Economy „Premiair Gold“

Laut einer Flottenübersicht für den Sommer 2000 bestand die britische Flotte damals aus zehn A320, vier A321, drei A330-200, sechs Boeing 757-200, drei Boeing 767-300ER und zwei DC-10. Zur Fusion 2008 waren davon noch 16 Flugzeuge übrig: sieben A320, vier A321, drei A330-200 und zwei 767-300ER.

Airbus A320 und A321: das Rückgrat

Der Airbus A320 war über die meiste Zeit das wichtigste Flugzeug von Airtours. Er flog die klassischen Pauschalziele ab den britischen Regionalflughäfen – Spanien, die Kanaren, Griechenland, die Türkei. Für besonders gefragte Strecken kam der verlängerte Airbus A321 dazu. Beide Typen hielt die Airline bis zur Fusion. Wie du die Mitglieder der Familie sicher auseinanderhältst, zeigt der Artikel A318, A319, A320 und A321 unterscheiden. Hersteller ist Airbus.

Boeing 757: elf Jahre im Dienst

Die Boeing 757-200 kam 1993 mit der Übernahme von Inter European Airways zu Airtours. Die schlanke Maschine mit großer Reichweite war bei britischen Ferienfliegern sehr beliebt, weil sie auch längere Strecken zu den Kanaren oder ins östliche Mittelmeer ohne Zwischenstopp schaffte. Ende 2004 verließ die letzte 757 die Flotte.

Langstrecke mit 767, DC-10 und A330

Ab 1994 flog Airtours mit der Boeing 767-300ER auf die Langstrecke – unter anderem in die USA, in die Karibik und nach Thailand. Wie du 757 und 767 auf Fotos unterscheidest, erklärt der Artikel Boeing 757 und 767 unterscheiden. Hersteller beider Typen ist Boeing.

Mehr Kapazität brachte die dreistrahlige McDonnell Douglas DC-10. Als die letzte Maschine Ende 2004 ausgemustert wurde, galt Airtours bzw. MyTravel als letzte britische Airline mit diesem Typ. Hersteller war McDonnell Douglas, der Ende der 1990er-Jahre in Boeing aufging.

Der modernste Langstreckenjet war der Airbus A330-200, der ab 1999 zur Flotte stieß. Er bot als einziger Typ die Premium-Economy-Kabine „Premiair Gold“ und blieb bis zur Fusion im Einsatz.

DC-10 und 757 auf der Wunschliste

Setz Typen wie die DC-10, die Boeing 757 oder die MD-83 auf deine Wunschliste – Planetrack benachrichtigt dich, wenn einer in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Basen und Ziele

Typisch für Airtours war die breite Präsenz an den britischen Regionalflughäfen. Statt alles über London zu bündeln, holte die Airline ihre Gäste dort ab, wo sie wohnten:

  • Manchester war Sitz und größte Basis – hier begann der Flugbetrieb.
  • London-Gatwick war die wichtigste Basis im Süden.
  • Dazu kamen unter anderem Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Glasgow, Newcastle, Liverpool und Belfast.

Die Ziele waren die Klassiker des britischen Pauschalurlaubs: Mallorca, die Kanaren, die spanische Festlandküste, Griechenland, Zypern und die Türkei. Auf der Langstrecke kamen Florida, die Karibik und Asien hinzu. Wer heute an Flughäfen wie Palma de Mallorca, Teneriffa Süd oder Rhodos steht, sieht dort die Nachfolger in Form von TUI Airways und Jet2.

Woran du Airtours und MyTravel erkennst

Airtours begegnet dir heute vor allem auf Fotos, Dias und in alten Flugplänen. Diese Merkmale helfen bei der Zuordnung:

  • Schriftzug: bis 2002 „Airtours“, danach „MyTravel“ auf dem Rumpf.
  • Typ und Zeitraum: Eine MD-83 Anfang der 1990er, eine 757 oder DC-10 bis 2004 und ein A330 ab 1999 passen ins Bild.
  • Kennzeichen: G- bei der britischen Flotte, die dänische Schwester Premiair flog mit OY-.
  • Ort: Manchester, Gatwick und die britischen Regionalflughäfen sowie die Ferienziele am Mittelmeer und auf den Kanaren.

Spricht für Airtours (UK)

  • G-Kennzeichen
  • Schriftzug „Airtours“ (bis 2002) oder „MyTravel“ (2002–2008)
  • Aufnahme aus Manchester, Gatwick oder einem britischen Regionalflughafen
  • Foto aus der Zeit zwischen 1991 und März 2008

Spricht dagegen

  • Dänisches OY-Kennzeichen – dann eher Premiair bzw. die skandinavische MyTravel
  • Schriftzug „Thomas Cook“ – dann nach der Fusion
  • Foto nach März 2008

Nach der Fusion flogen frühere MyTravel-Maschinen noch eine Weile im Übergangslook, bevor sie die Thomas-Cook-Farben bekamen. Solche Zwischenstände dokumentieren ist ein eigenes Sammelgebiet – mehr dazu im Artikel über Hybrid- und Mischlackierungen. Wie britische Registrierungen aufgebaut sind, erklärt der Artikel zu britischen G-Kennzeichen.

Alte Fotos richtig einordnen

Bei Airtours hilft die Kombination aus Typ und Jahr: Eine MD-83 mit Airtours-Titeln stammt aus den frühen 1990ern, ein A330 frühestens aus 1999. Weitere Tipps für historische Aufnahmen findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.

Sicherheit

Die bekannteste Untersuchung betraf einen Airbus A320 von MyTravel, der im Juli 2007 auf der griechischen Insel Kos hart aufsetzte und dabei das Hauptfahrwerk beschädigte. Der Fall sorgte für Aufsehen, weil der Erste Offizier kein Angestellter war, sondern für seine Flugpraxis bezahlte. Der Untersuchungsbericht kritisierte die Ausbildung und dieses Modell. Von einem tödlichen Unfall eines eigenen Flugzeugs ist in den ausgewerteten Quellen nichts bekannt.

Das Ende als eigenständige Airline

Anfang der 2000er-Jahre geriet der Mutterkonzern in Schwierigkeiten. Die Umbenennung in MyTravel im Jahr 2002 fiel in eine Phase, in der die Gruppe Kosten senken und Kapazität abbauen musste. Die Flotte schrumpfte deutlich: Laut Angaben zur Airline sank die Zahl der Flugzeuge von 45 Anfang 2001 auf 29 im Jahr 2005, die Zahl der Passagiere in Großbritannien von über sieben Millionen auf rund 4,4 Millionen.

Im Februar 2007 verständigten sich MyTravel Group und die deutsche Thomas Cook AG auf eine Fusion, im Juni 2007 entstand daraus die Thomas Cook Group. Die beiden Airlines wurden zusammengelegt: Am 30. März 2008 flog MyTravel Airways zum letzten Mal unter eigenem Namen, danach gingen Flotte und Personal in Thomas Cook Airlines auf.

Was danach kam

  • Thomas Cook Airlines flog bis September 2019 und stellte dann mit der Pleite des Konzerns den Betrieb ein. Einen Überblick über solche Zusammenbrüche gibt der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
  • Die skandinavische Schwester hieß ab 2008 Thomas Cook Airlines Scandinavia und fliegt heute als Sunclass Airlines weiter – die einzige direkte Linie aus der Airtours-Familie, die noch abhebt.
  • Die Konkurrenten jener Ära wie First Choice Airways, Excel Airways und Monarch Airlines sind ebenfalls Geschichte.

Spuren von Airtours heute

Live spotten kannst du Airtours International nicht mehr. Ihre Typen und Flughäfen kannst du aber weiter erleben:

Manchester als Heimatbasis

Sunclass in Skandinavien

Die Typen im Alltag

  • A320 und A321 der ersten Generation fliegen weiterhin, oft auch als Frachter
  • 757 und 767 sind im Passagierdienst selten geworden, häufiger als Frachter
  • DC-10 und MD-83 findest du praktisch nur noch in Museen oder auf alten Fotos

Wer britische Ferienflieger heute erleben will, ist in London-Gatwick gut aufgehoben – Tipps dazu gibt der Gatwick-Spotting-Guide.

Häufige Verwechslungen

  • Airtours und MyTravel für zwei Airlines halten – es ist dieselbe Gesellschaft, nur mit neuem Namen ab Mai 2002.
  • Die britische und die dänische MyTravel gleichsetzen – die dänische Schwester (ex Premiair) war eine eigene Airline mit OY-Kennzeichen.
  • Airtours als Nachfolgerin von Air Europe sehen – Airtours startete eigenständig, startete aber fast zeitgleich mit deren Aus im März 1991.
  • MyTravel Airways mit MyTravelLite verwechseln – Letztere war der kleinere Billigableger von 2002 bis 2007.

Deine Sichtungen sauber sortiert

Poste Fotos von A321, 767 oder DC-10 mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot, tausch dich in der Community mit anderen Fans britischer Ferienflieger aus und behalte deine Sammlung im Hangar im Blick. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Planetrack im App Store laden Planetrack bei Google Play laden

Fazit

Airtours International war ein typischer Vertreter des britischen Ferienflugs der 1990er-Jahre: Hausairline eines Reisekonzerns, viele Regionalbasen, eine schnell wachsende Flotte aus Airbus- und Boeing-Jets und der Schritt auf die Langstrecke mit 767, DC-10 und A330. Als MyTravel Airways erlebte sie die Krise des Mutterkonzerns, bevor sie 2008 in Thomas Cook Airlines aufging. Heute lebt die Geschichte in alten Fotos, in den Flughäfen von Manchester bis Gatwick und in der skandinavischen Sunclass weiter.

Kurzfazit

Airtours International (IATA VZ), ab 2002 MyTravel Airways, war ein historischer britischer Ferienflieger von 1990 bis 2008 mit Basis Manchester. Bekannt ist sie für den Start mit der MD-83, die Langstrecke mit 767, DC-10 und A330 und die Fusion mit Thomas Cook. Am 30. März 2008 flog sie zum letzten Mal unter eigenem Namen.

Zusammenfassung

  • Airtours International war in den 1990er-Jahren einer der großen britischen Ferienflieger und flog die Kunden des Reiseveranstalters Airtours ab vielen Regionalflughäfen ans Mittelmeer, auf die Kanaren und über den Atlantik.
  • Die Flotte wechselte schnell von der MD-83 zu Airbus- und Boeing-Mustern; auf der Langstrecke flogen 767, DC-10 und A330.
  • Ab 2002 trat die Airline als MyTravel Airways auf, schrumpfte im Zuge der Krise des Mutterkonzerns und ging 2008 in Thomas Cook Airlines auf.
  • Live spotten kannst du Airtours nicht mehr. Ihre Typen, ihre Basen und die Nachfolger in Großbritannien und Skandinavien machen die Geschichte aber nachvollziehbar.

Häufige Fragen

Gibt es Airtours International heute noch?

Nein. Die Airline hieß ab Mai 2002 MyTravel Airways und wurde nach der Fusion von MyTravel Group und Thomas Cook AG in Thomas Cook Airlines integriert. Der letzte Flug unter dem Namen MyTravel ging am 30. März 2008. Thomas Cook Airlines selbst stellte im September 2019 den Betrieb ein.

Welche Codes hatte Airtours International?

Der IATA-Code war VZ. Als ICAO-Code nutzte die Airline zunächst AIH, nach der Umbenennung in MyTravel Airways laut verbreiteten Angaben MYT. Im Funk meldeten sich die Crews mit dem Rufzeichen „KESTREL“ (in frühen Jahren teils „KESTRAL“ geschrieben).

Welche Flugzeuge flog Airtours International?

Den Anfang machten geleaste McDonnell Douglas MD-83. Ab 1993 kamen Airbus A320 und Boeing 757-200 dazu, ab 1994 die Boeing 767-300ER für die Langstrecke. Später folgten A321, DC-10 und ab 1999 der Airbus A330-200.

Was hat Airtours mit MyTravel zu tun?

Es ist dieselbe Airline. Der Mutterkonzern Airtours plc benannte sich im Februar 2002 in MyTravel Group um. Zum 1. Mai 2002 traten die britische Airtours International und die dänische Schwester Premiair dann einheitlich als MyTravel Airways auf.

Wo war Airtours International zu Hause?

Sitz und wichtigste Basis war Manchester. Dazu kamen zahlreiche Regionalbasen, darunter London-Gatwick, Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Glasgow, Newcastle, Liverpool und Belfast. Genau diese breite Präsenz an den Regionalflughäfen war typisch für britische Ferienflieger.

Was ist aus der dänischen Schwester Premiair geworden?

Premiair hieß ab 2002 ebenfalls MyTravel Airways, ab 2008 Thomas Cook Airlines Scandinavia. Nach der Thomas-Cook-Pleite 2019 machte sie unter neuen Eigentümern weiter und heißt seit Ende 2019 Sunclass Airlines.

Was war MyTravelLite?

MyTravelLite war ein im Oktober 2002 gestarteter Billigflugableger des Konzerns, der Einzelplätze im Linienverkehr statt Pauschalpakete verkaufte. Bis Mitte 2007 wurde die Marke wieder in die Muttergesellschaft zurückgeführt und ging danach ebenfalls in Thomas Cook Airlines auf.

Airtours International im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas MD-83

Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.

Flugzeugtyp

Airbus A320 (ceo)

Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.

Flugzeugtyp

Airbus A321 (ceo)

Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Airbus A330-200

Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

Boeing 757-200

Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.

Flugzeugtyp

Boeing 767-300ER

Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.

Flugzeugtyp

McDonnell Douglas DC-10

Zwei Triebwerke unter den Flügeln, das dritte mitten im Seitenleitwerk: Die DC-10 war einer der ersten Großraumjets und flog auch für Lufthansa und Condor. Heute ist sie eine Rarität – so erkennst du sie.

Weitere Airlines

Ferienflieger

Thomas Cook Airlines

Historische britische Ferienairline (2003–2019) aus Manchester: hervorgegangen aus JMC Air, zuletzt mit Airbus A321 und A330-200 unterwegs – bis zur Liquidation des Thomas-Cook-Konzerns am 23. September 2019 und der größten Rückholaktion der britischen Friedensgeschichte.

Ferienflieger

Sunclass Airlines

Skandinaviens Ferienflieger aus Kopenhagen: Airbus A321 und A330-900neo, Flüge für Ving, Spies und Tjäreborg und eine Geschichte von Premiair über MyTravel bis Thomas Cook Scandinavia.

Ferienflieger

Air Europe

Historische britische Ferien- und Linienairline (1978–1991) aus Gatwick: Air Europe flog für den Reiseveranstalter Intasun mit fabrikneuen Boeing 737 und 757, baute eine europäische Airline-Gruppe auf und stellte im März 1991 schlagartig den Betrieb ein.

Ferienflieger

Britannia Airways

Historische britische Charterairline mit Sitz in Luton (Flugbetrieb 1962–2005): Aus Euravia wurde 1964 Britannia Airways, die Hausairline des Reiseveranstalters Thomson. Sie flog früh die Boeing 737-200, brachte die Boeing 767 nach Europa und ging 2005 in Thomsonfly auf – der Vorläuferin der heutigen TUI Airways.

Ferienflieger

Monarch Airlines

Historische britische Ferienairline (1968–2017) aus London-Luton: Monarch flog fast 50 Jahre lang Urlauber in den Süden, von der Bristol Britannia über Boeing 720 und 757 bis zur Airbus-A321-Flotte. Ihr Zusammenbruch am 2. Oktober 2017 löste die bis dahin größte britische Rückholaktion in Friedenszeiten aus.

Ferienflieger

First Choice Airways

Historische britische Charterairline (1987–2008): Als Air 2000 startete sie 1987 in Manchester mit zwei Boeing 757, ab 2003/2004 flog sie als First Choice Airways. 2008 ging sie mit Thomsonfly in Thomson Airways auf, der heutigen TUI Airways.

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Wo du Airtours International vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

Alle Spotting-Spots im Überblick →

Passende Guides aus dem Blog

PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Airlines aus Großbritannien