Das Wichtigste in Kürze
- Blue1 ist eine historische finnische Airline: 1987 als Air Botnia gegründet, ab 1998 im Besitz der SAS Group und ab 2004 unter dem Namen Blue1 unterwegs.
- Codes: IATA KF, ICAO BLF – ab November 2012 flog Blue1 allerdings unter SK-Flugnummern für SAS.
- Star-Alliance-Pionier: Im November 2004 trat Blue1 als einer der ersten drei Regionalpartner der Allianz bei.
- Vom Jumbolino zur 717: Avro RJ, MD-90 und zuletzt neun Boeing 717 prägten die Jet-Ära.
- Ende über CityJet: 2015 verkaufte SAS Blue1 an CityJet, 2016 verschwand der Name; für SAS flogen fortan CRJ900.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | KF |
|---|---|
| ICAO-Code | BLF |
| Drehkreuze | HEL |
| Status | Historisch – Flugbetrieb unter Blue1 endete im Herbst 2015, 2016 in CityJet aufgegangen |
| Gegründet | 1987 als Air Botnia, Flugbetrieb ab Juni 1988 |
| Name Blue1 | Ab dem Jahreswechsel 2003/2004 |
| Sitz | Vantaa, Basis am Flughafen Helsinki-Vantaa |
| Eigentümer | SAS Group ab Januar 1998, ab Herbst 2015 CityJet |
| Allianz | Star Alliance von November 2004 bis November 2012 (einer der ersten drei Regionalpartner), danach SAS-Affiliate |
| Vielfliegerprogramm | SAS EuroBonus |
| Prägende Typen | Saab 340 und 2000, Avro RJ85 und RJ100, McDonnell Douglas MD-90, ATR 72, Boeing 717-200 |
| Letzte Flotte | Boeing 717-200 mit 115 Sitzen, 2014/2015 an Volotea und Delta abgegeben |
| Nachfolge | CityJet, die für SAS mit Bombardier CRJ900 im Wet-Lease flog; 2016 Umbenennung in CityJet Oy |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Blue1?
- Finnisches Kennzeichen mit OH- am Rumpf
- Schriftzug „Blue1“ mit der Ziffer als Teil des Namens, Grundton Blau-Weiß
- Ab 2010 das Bemalungskonzept „Flowing“ mit fließenden Blautönen – viele Flugzeuge mit eigener Variante und eigenem Namen
- Zwei Boeing 717 trugen zeitweise die Star-Alliance-Sonderbemalung
- Typische Typen: vierstrahliger Avro RJ85/RJ100, hecklastige MD-90 und Boeing 717 mit Triebwerken am Heck
- Flugnummer mit KF, ab November 2012 unter SK-Flugnummern von SAS
Wer zwischen 2004 und 2015 in Helsinki, Stockholm oder Kopenhagen am Zaun stand, kannte sie: blaue Flugzeuge mit einer Ziffer im Namen. Blue1 war die finnische Tochter von SAS – klein im Vergleich zu Finnair, aber mit einem bemerkenswert bunten Typenmix. Vom vierstrahligen Jumbolino über die lange MD-90 bis zur kompakten Boeing 717 wechselte die Flotte in gut zehn Jahren mehrfach. Diese Seite zeigt dir, wie aus einer kleinen Nachtfracht-Airline die Blue1 wurde, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos sicher erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch deine alten Blue1-Bilder jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Blue1 im Überblick
Blue1 war eine finnische Airline mit Sitz in Vantaa, direkt am Flughafen Helsinki. Ihre Wurzeln reichen bis 1987 zurück: Damals entstand Air Botnia, die im Juni 1988 den Flugbetrieb aufnahm. Im Januar 1998 kaufte die SAS Group das Unternehmen, Anfang 2004 bekam es den Namen Blue1. Von da an war es die finnische Säule im Netz von SAS – mit Zubringerflügen zu den Drehkreuzen in Stockholm und Kopenhagen und eigenen Direktverbindungen ab Helsinki.
Ihren Höhepunkt erreichte Blue1 in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre. 2005 war sie die zweitgrößte Airline Finnlands und die größte zwischen Finnland und den skandinavischen Nachbarländern. 2011 beförderte sie mehr als 1,7 Millionen Fluggäste. Danach ging es schrittweise bergab: Ab 2012 flog Blue1 nur noch als Produktionsbetrieb für SAS, 2015 verkaufte SAS sie an CityJet, 2016 verschwand der Name endgültig.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code KF: stand in der Flugnummer, bis Blue1 im November 2012 auf SK-Flugnummern von SAS umgestellt wurde.
- ICAO-Code BLF: stand im Flugplan der Flugsicherung und in alten ADS-B-Aufzeichnungen.
- Rufzeichen: In den Quellen taucht es als BLUEFIN oder BLUEFINN auf – die Anspielung auf „Blue“ und „Finn“ ist in beiden Varianten klar.
Für die Archivarbeit ist der Code-Wechsel 2012 wichtig. Ein Blue1-Flugzeug, das ab November 2012 im Flugplan auftaucht, flog mit einer SK-Flugnummer. Wenn du alte Sichtungen mit Flugplänen oder Tracker-Historien abgleichst, musst du also je nach Datum nach KF oder nach SK suchen. Den Unterschied zwischen Flugnummer und Rufzeichen erklärt der Artikel Callsign und Flugnummer, die Systematik der Codes findest du unter IATA- und ICAO-Codes erklärt.
Die Geschichte von Blue1
| Zeitraum | Ereignis | Flotte in dieser Phase |
|---|---|---|
| 1987/1988 | Gründung als Air Botnia, Betrieb ab Juni 1988 | Cessna 402, Embraer Bandeirante |
| 1993–1995 | Ausbau mit geleasten Jetstreams, 1995 Rückgabe nach Finanzproblemen | BAe Jetstream 31 |
| Januar 1998 | Übernahme durch die SAS Group | Saab 340 |
| 1999–2001 | Erste Jets | Fokker F28, ab 2001 Avro RJ (BAe 146) und Saab 2000 |
| 2003/2004 | Neuer Name Blue1 | Avro RJ85 und RJ100 |
| November 2004 | Regionalpartner der Star Alliance | Avro RJ, Saab 2000 |
| ab 2006 | Starkes Wachstum, neue Europa-Strecken | MD-90 kommt dazu |
| 2009–2012 | Lappland-Strecken, Umbau der Flotte | ATR 72, ab 2010 Boeing 717 |
| November 2012 | Flugbetrieb für SAS, SK-Flugnummern, Austritt aus der Star Alliance | Boeing 717, letzte Avro RJ85 bis 2013 |
| 2014/2015 | Schrumpfkurs, Verkauf an CityJet | 717 von neun auf fünf, 2015 ausgeflottet |
| Februar 2016 | Umbenennung in CityJet Oy | – |
Air Botnia: der Start mit Bandeirante
Air Botnia begann bescheiden. Mit kleinen Embraer Bandeirante flog die junge Airline nachts Fracht und bot Passagierflüge von Helsinki nach Kauhajoki und Seinäjoki in Westfinnland an. Der Name verweist auf den Bottnischen Meerbusen, an dessen Küste diese Region liegt. 1993 kamen geleaste BAe Jetstream 31 dazu, doch das Wachstum überforderte die Finanzen: 1995 holte der Hersteller die Flugzeuge zurück, und Air Botnia stand kurz vor dem Aus. Sie flog in kleinerem Rahmen weiter – und wurde damit interessant für einen großen Nachbarn.
Unter dem Dach von SAS
Im Januar 1998 übernahm die SAS Group Air Botnia. SAS ersetzte die Jetstreams durch Saab 340, 1999 kamen mit der Fokker F28 die ersten Jets. Schon ab 2001 folgte der nächste Schritt: Vierstrahlige Jets der BAe-146-/Avro-RJ-Familie lösten die F28 ab, unter anderem wegen strengerer Lärmvorgaben, und der schnelle Turboprop Saab 2000 ersetzte die Saab 340.
Zum Jahreswechsel 2003/2004 wurde aus Air Botnia Blue1. Laut finnischsprachigen Darstellungen spielte dabei auch eine Rolle, dass „Botnia“ im Ausland leicht mit „Bosnia“ verwechselt wurde – ein Problem für eine Airline, die zunehmend nach Mitteleuropa flog.
Star Alliance und Wachstumsjahre
Im November 2004 trat Blue1 der Star Alliance bei – zusammen mit Adria Airways und Croatia Airlines als einer der ersten drei Regionalpartner der Allianz. Für eine Airline dieser Größe war das ein Ritterschlag. Die Jahre danach waren die erfolgreichsten: 2006 kamen zehn neue Nonstop-Strecken in Europa dazu, die Kapazität wuchs um mehr als die Hälfte. 2008 verlegte Blue1 die London-Flüge von Stansted nach Heathrow, 2009 folgten Lappland-Verbindungen wie Paris–Kittilä und Sommerziele wie Biarritz, Dubrovnik und Split.
Vom Netz zur SAS-Produktion
Ab 2011 konzentrierte sich Blue1 wieder stärker auf Skandinavien, mehrere Westeuropa-Ziele fielen weg. Am 1. November 2012 kam der große Einschnitt: Blue1 wurde zum Produktionsbetrieb für SAS, die Flüge liefen unter SK-Flugnummern und wurden als SAS vermarktet. Zum selben Datum endete die eigene Star-Alliance-Mitgliedschaft. Die letzte Inlandsstrecke Helsinki–Vaasa endete im August 2013, 2014 schrumpfte die 717-Flotte von neun auf fünf Flugzeuge.
Das Ende über CityJet
Im Oktober 2015 gab SAS den Verkauf von Blue1 an die irische CityJet bekannt. CityJet übernahm im Gegenzug Wet-Lease-Flüge für SAS und bestellte dafür neue Bombardier CRJ900. Die Boeing 717 verließen Blue1 im selben Herbst, im Dezember 2015 war die Flotte leer. Im Februar 2016 wurde das Unternehmen in CityJet Oy umbenannt – und der Name Blue1 verschwand. Wie Wet-Lease funktioniert, erklärt der Artikel Wet-Lease erklärt.
Datum zuerst, dann Code
Bevor du ein altes Blue1-Foto einsortierst, prüf das Aufnahmedatum: Vor November 2012 flog Blue1 als KF und Star-Alliance-Partner, danach als SK im SAS-Netz. Die Herkunft eines Flugzeugs findest du über das Kennzeichen – wie das geht, zeigt Flugzeugkennzeichen verstehen.
Die Flotte: von Turboprops bis zur 717
Blue1 wechselte die Typen häufiger als die meisten Airlines ihrer Größe. Für Spotter ist das ein Glücksfall: Die Flotte verrät dir fast immer, aus welchem Zeitraum ein Foto stammt.
| Typ | Zeitraum (ca.) | Rolle bei Blue1 | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Saab 340 | 1998–2001 | Erster SAS-Turboprop | Klein, zweimotorig, für Regionalstrecken |
| Fokker F28 | 1999–2001 | Erster Jet | Kurzes Gastspiel, Triebwerke am Heck |
| Saab 2000 | 2001–2006 | Schneller Turboprop | Lange Nase, Propeller weit vorn |
| Avro RJ85 | 2001/2003–2013 | Arbeitspferd der frühen Blue1-Jahre | Vier Triebwerke, Schulterdecker, T-Leitwerk |
| Avro RJ100 | 2003–2009 | Größere Schwester des RJ85 | Längerer Rumpf, sonst wie RJ85 |
| McDonnell Douglas MD-90 | 2006–2011 | Größter Typ der Flotte | Sehr langer Rumpf, große Triebwerke am Heck |
| ATR 72 | 2009–2012 | Turboprop für kürzere Strecken | Hochdecker mit zwei Propellern |
| Boeing 717-200 | 2010–2015 | Letzte Einheitsflotte, bis zu neun Stück | Kompakt, T-Leitwerk, Triebwerke am Heck |
Die Zeitangaben schwanken je nach Quelle um ein bis zwei Jahre, weil Zu- und Abgänge über längere Zeiträume liefen. Als grobe Orientierung taugen sie aber gut.
Avro RJ: das Jumbolino-Kapitel
Der Avro RJ85 und der längere Avro RJ100 prägten die ersten Blue1-Jahre. Die vierstrahligen Regionaljets aus britischer Produktion – Hersteller war die Vorgängergesellschaft von BAE Systems – waren für kurze Strecken und kleinere Flughäfen gemacht. Zwei RJ100 kamen im Oktober 2003 dazu. Die RJ100 verließen die Flotte bis 2009, die letzten RJ85 blieben bis 2013.
MD-90: der lange Gast aus dem SAS-Konzern
Ab etwa 2006 flog Blue1 auch die McDonnell Douglas MD-90, die bis 2011 im Einsatz war. Mit ihrem langen Rumpf und den großen Triebwerken am Heck war sie das größte Flugzeug der Blue1-Geschichte. Wer sie mit einer MD-80 verwechselt, sollte auf die Triebwerke achten: Bei der MD-90 sind sie deutlich dicker. Hersteller war McDonnell Douglas, das 1997 in Boeing aufging.
Boeing 717: das Markenzeichen der letzten Jahre
Ab 2010 baute Blue1 eine Flotte aus Boeing 717-200 auf, die die Avro RJ85 und die MD-90 ablöste. Die Flugzeuge mit 115 Sitzen kamen gebraucht, unter anderem aus dem Bestand der spanischen Spanair. In der Spitze flogen neun 717 für Blue1. Die 717 ist die letzte Weiterentwicklung der DC-9-Linie und wurde von Boeing nach der Fusion mit McDonnell Douglas gebaut – mit zwei Rolls-Royce BR715 am Heck.
2014 gab Blue1 vier der neun 717 ab, 2015 folgte der Rest. Insgesamt gingen fünf Flugzeuge an Delta Air Lines und vier an Volotea. Volotea stellte ihre letzte 717 im Januar 2021 außer Dienst, damit endete der Linienbetrieb des Typs in Europa.
CRJ900: der Nachfolger, der keine Blue1 mehr war
Die Bombardier CRJ900 gehört eng zur Blue1-Geschichte, aber nicht mehr zur Marke. Mit dem Verkauf an CityJet war vorgesehen, die verbliebenen fünf 717 durch acht neue CRJ900 zu ersetzen, die CityJet im Wet-Lease für SAS betreibt. CityJet bestellte acht feste Flugzeuge und sechs Optionen. Die CRJ900 flogen dann in SAS-Optik – Blue1 als eigene Marke spielte dabei keine Rolle mehr. Hersteller der CRJ-Familie war Bombardier.
717, RJ85 oder MD-90?
Setz Typen oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und sammle die Flugzeuge von Blue1 in deinem Hangar – egal, wo sie heute fliegen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Blue1 erkennst
Die Grundfarben verrät schon der Name: Blau und Weiß, dazu der Schriftzug „Blue1“, in dem die Ziffer zum Namen gehört. Für die zeitliche Einordnung lohnt aber der genaue Blick auf die Bemalung.
Mit der Boeing 717 führte Blue1 ab 2010 das Designkonzept „Flowing“ ein, das an Wasser und finnische Seen erinnern sollte. Das Besondere: Die fließenden Formen variierten von Flugzeug zu Flugzeug, die meisten 717 bekamen eine eigene Variante samt Namen. Für Sammler ist das ein seltener Fall, in dem es sich lohnt, jedes Kennzeichen einzeln zu fotografieren. Daneben trugen zwei Boeing 717 zeitweise die Star-Alliance-Sonderbemalung – mehr zu diesen Allianz-Designs findest du unter Allianz-Lackierungen.
Typ bestimmen
Vier Triebwerke unter dem Flügel bedeuten Avro RJ, zwei Triebwerke am Heck MD-90 oder 717, Propeller Saab oder ATR.
Kennzeichen lesen
OH- am Rumpf zeigt die finnische Registrierung – damit grenzt du Blue1 von SAS-Flugzeugen mit SE-, LN- oder OY- ab.
Bemalung zuordnen
„Flowing“ mit individuellen Formen deutet auf 2010 oder später, ein Star-Alliance-Design auf eine der beiden Sonder-717.
Datum prüfen
Vor November 2012 KF-Flugnummer, danach SK. So ordnest du Flugplan und Foto richtig zu.
Achtung Verwechslung
Avro RJ85 und RJ100 sehen fast gleich aus. Der RJ100 ist länger und hat mehr Fenster – auf einem Seitenfoto hilft es, die Fenster zwischen Tür und Flügel zu zählen. Hintergrund zu kleinen Jets liefert der Guide Regionaljets erkennen.
Blue1 und die Flughäfen im Norden
Die Heimat war Helsinki-Vantaa. Von hier flog Blue1 nach Skandinavien, ins Baltikum, nach West- und Südeuropa und in den Wintermonaten nach Lappland. Die wichtigsten Partnerflughäfen im SAS-Netz waren Kopenhagen und Stockholm-Arlanda. Ab März 2012 nutzte Blue1 Kopenhagen-Kastrup auch als eigenes Drehkreuz.
Für Spotter in Deutschland war Blue1 eine Airline, die man an großen Flughäfen gelegentlich sah. Zu den Zielen gehörten zeitweise Berlin und München, bis das Netz ab 2011 auf Skandinavien zurückgefahren wurde. Fotos aus diesen Jahren sind deshalb oft Zufallstreffer – und heute umso wertvoller.
Wenn du die Blue1-Geschichte vor Ort nachspüren möchtest, lohnt sich ein Besuch beim Suomen Ilmailumuseo am Flughafen Helsinki, dem finnischen Luftfahrtmuseum direkt neben dem Platz. Und wer in Kopenhagen CRJ900 im SAS-Look fotografiert, die im Wet-Lease für SAS fliegen, sieht gewissermaßen die Nachfolger: Ein bewährter Platz dafür ist die Flyvergrillen am Flughafen Kopenhagen.
Blue1 im Vergleich mit den Nachbarn
Im Norden gab es mehrere Regionalairlines mit ähnlichem Muster. Ein kurzer Vergleich hilft beim Einordnen:
| Airline | Land | Rolle | Verbindung zu Blue1 |
|---|---|---|---|
| Finnair | Finnland | Nationale Netzwerk-Airline, oneworld | Größter Konkurrent ab Helsinki |
| Norra | Finnland | Regionalbetrieb für Finnair | Finnisches Gegenstück auf der anderen Seite |
| SAS | Skandinavien | Konzernmutter | Eigentümerin 1998–2015 |
| CityJet | Irland | Wet-Lease für SAS | Käuferin 2015, Nachfolge 2016 |
| Cimber | Dänemark | Regionalairline | Flog ebenfalls CRJ900 für SAS, 2017 von CityJet übernommen |
| Estonian Air | Estland | Nationale Airline (historisch) | Nachbar über den Finnischen Meerbusen |
Mehr zum Gesamtbild findest du im Überblick Regionalairlines in Europa.
Häufige Verwechslungen
- Blue1 für eine Finnair-Tochter halten – Blue1 gehörte zu SAS und war Finnairs Konkurrentin.
- Jede blaue Avro RJ in Helsinki für Blue1 halten – das OH-Kennzeichen und der Schriftzug entscheiden.
- MD-90 mit MD-80 verwechseln – die MD-90 hat deutlich größere Triebwerke am Heck.
- Boeing 717 für eine DC-9 halten – beide sehen sich ähnlich, die 717 hat aber die moderneren BR715-Triebwerke.
- CRJ900 als Blue1-Typ notieren – die CRJ900 flogen nach dem Verkauf für CityJet im SAS-Auftrag, nicht unter der Marke Blue1.
- KF-Flugnummer nach 2012 suchen – ab November 2012 lief alles unter SK.
Ehemalige Blue1-Flugzeuge im Blick
Beobachte einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen, Airline und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Blue1 war mehr als eine SAS-Filiale in Helsinki. Aus einer kleinen Nachtfracht-Airline mit Bandeirantes wurde ein Star-Alliance-Partner, der Finnland mit ganz Europa verband und dabei eine erstaunliche Typenvielfalt flog. Mit dem Umbau zum SAS-Produktionsbetrieb, dem Abschied der 717 und dem Verkauf an CityJet endete die Geschichte leise. Für Spotter bleibt ein spannendes Archiv: Typ, Kennzeichen und Bemalungsgeneration verraten dir auf jedem Foto, aus welcher Phase es stammt. Wie du solche Funde dokumentierst, zeigt der Artikel Sichtungen im Logbuch dokumentieren.
Kurzfazit
Blue1 (IATA KF, ICAO BLF) war die finnische SAS-Tochter aus Vantaa – 1987 als Air Botnia gegründet, 2004 umbenannt und 2016 in CityJet aufgegangen. Markenzeichen der letzten Jahre war die Boeing 717, davor prägten Avro RJ und MD-90 das Bild.
Zusammenfassung
- Blue1 begann als kleine Air Botnia mit Bandeirantes und Nachtfracht, wuchs unter SAS zur zweitgrößten Airline Finnlands und verband Helsinki mit Skandinavien und Westeuropa.
- Die Flotte wechselte oft: Saab-Turboprops, Fokker F28, Avro RJ85 und RJ100, MD-90, ATR 72 und schließlich die Boeing 717.
- Ab 2012 war Blue1 vor allem Flugbetrieb für SAS, das Netz schrumpfte, 2015 gingen die 717 an Delta und Volotea.
- Für Spotter ist Blue1 heute ein Archiv-Thema: Fotos lassen sich über OH-Kennzeichen, Typ und Bemalungsgeneration zeitlich einordnen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Blue1?
Blue1 flog mit dem IATA-Code KF und dem ICAO-Code BLF. Ab dem 1. November 2012 trugen die Flüge allerdings SK-Flugnummern von SAS, weil Blue1 nur noch als Flugbetrieb für die Konzernmutter arbeitete. Beim Rufzeichen weichen die Quellen in der Schreibweise ab (BLUEFIN bzw. BLUEFINN).
Was war Air Botnia?
Air Botnia war der ursprüngliche Name von Blue1. Die Airline wurde 1987 gegründet und nahm im Juni 1988 den Betrieb auf – mit Embraer Bandeirante für Nachtfracht und Passagierflüge von Helsinki nach Kauhajoki und Seinäjoki. Im Januar 1998 übernahm die SAS Group das Unternehmen, Anfang 2004 bekam es den Namen Blue1.
War Blue1 Mitglied der Star Alliance?
Ja. Im November 2004 trat Blue1 zusammen mit Adria Airways und Croatia Airlines als einer der ersten drei Regionalpartner der Star Alliance bei. Zum 1. November 2012 endete die eigene Mitgliedschaft, Blue1 lief danach als verbundene Gesellschaft von SAS weiter.
Welche Flugzeuge flog Blue1?
In der Air-Botnia-Zeit Cessna 402, Embraer Bandeirante und BAe Jetstream 31, unter SAS dann Saab 340, Fokker F28, Saab 2000, Avro RJ85 und RJ100, McDonnell Douglas MD-90 und ATR 72. Zuletzt bestand die Flotte aus Boeing 717-200 mit 115 Sitzen – in der Spitze neun Stück.
Wohin gingen die Boeing 717 von Blue1?
Nach der Verkleinerung der Flotte ab 2014 gab Blue1 die verbliebenen 717 im Jahr 2015 ab. Von den neun Flugzeugen gingen fünf an Delta Air Lines und vier an die spanische Volotea, die ihre letzte 717 im Januar 2021 außer Dienst stellte.
Hatte Blue1 die Bombardier CRJ900?
Nicht als Blue1-Flotte im eigenen Liniennetz. Die CRJ900 gehört zum Ende der Geschichte: Mit dem Verkauf an CityJet im Herbst 2015 übernahm CityJet den Wet-Lease-Flugbetrieb für SAS und bestellte dafür neue CRJ900. Die Gesellschaft hinter Blue1 wurde 2016 in CityJet Oy umbenannt und in CityJet integriert.
Wann endete Blue1?
Der Flugbetrieb unter dem Namen Blue1 endete im Herbst 2015, im Dezember 2015 waren keine Flugzeuge mehr in der Flotte. Im Februar 2016 wurde das Unternehmen in CityJet Oy umbenannt, damit war der Name Blue1 Geschichte.
Wo kann ich frühere Blue1-Flugzeuge heute sehen?
Im Linienverkehr in Mitteleuropa praktisch nicht mehr. Die 717 flogen nach Blue1 bei Delta in den USA weiter, die Volotea-Exemplare sind inzwischen ausgeflottet. Die älteren Avro RJ und MD-90 sind längst bei anderen Betreibern gelandet oder aus dem Verkehr gezogen. Für Spotter ist Blue1 deshalb vor allem ein Thema für Archivfotos und die Kennzeichen-Recherche.
Blue1 im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 717-200
T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck, kurzer Rumpf: Die 717 ist der letzte Nachfahre der DC-9 und eigentlich eine McDonnell Douglas. In Europa ist sie verschwunden – so erkennst du sie und weißt, wo sie noch fliegt.
FlugzeugtypBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
FlugzeugtypAvro RJ100 / BAe 146-300
Der Avro RJ100 ist die längste Version der vierstrahligen BAe-146-Familie – über Jahre das Arbeitspferd von Crossair, Swiss und Brussels Airlines und heute ein seltener Gast am Himmel.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-90
Der Rumpf einer MD-80, aber hinten zwei dicke, runde Triebwerke: Die MD-90 brachte die DC-9-Familie in die Ära der modernen Mantelstromtriebwerke. Hier erfährst du, wie du sie sicher erkennst, wer sie flog und warum sie heute so gut wie verschwunden ist.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypSaab 2000
Tief angesetzte Flügel, sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der für einen Turboprop ungewöhnlich lang wirkt: Der Saab 2000 war Schwedens schneller Regionalflieger. So erkennst du ihn und findest die letzten Exemplare.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypFokker F28 Fellowship
Der erste Jet aus Amsterdam: Die Fokker F28 Fellowship flog 1967 zum ersten Mal, brachte Hecktriebwerke und aufklappbaren Heckkonus in die Fokker-Familie und ist heute fast nur noch im Museum zu sehen.
Weitere Airlines
SAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
CharterCityJet
Irische Regionalairline, die 1994 London City mit Dublin verband und heute nur noch als ACMI-Anbieter fliegt: CityJet setzt CRJ900 in SAS-Farben ab Kopenhagen und Stockholm ein – früher waren es BAe 146 und Avro RJ85.
NetzwerkFinnair
Die finnische Netzwerk-Airline mit dem schlichten Weiß-Blau: 1923 als Aero gegründet, Drehkreuz Helsinki, oneworld-Mitglied und 2015 erste A350-Betreiberin Europas – mit einer Flotte, die du an der Kennzeichen-Reihe fast schon auswendig lernen kannst.
RegionalNordic Regional Airlines
Die finnische Regionalairline, die du kaum als eigene Marke siehst: Norra fliegt ATR 72 und Embraer 190 in Finnair-Bemalung unter AY-Flugnummern – ab Helsinki ins Inland und quer durch Europa.
RegionalCimber Air / Cimber Sterling
Historische Regionalairline aus Sønderborg: 1950 gegründet, später Partner von Lufthansa und SAS, ab 2009 als Cimber Sterling unterwegs – und im Mai 2012 pleite.
Low-CostVolotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Helsinki-Vantaa
Finnlands Tor zur Welt liegt 17 Kilometer nördlich der Hauptstadt in Vantaa: drei Pisten, ein zusammengewachsenes Terminal, Finnair mit A350-Flotte als Hausherr – und rund um den Zaun eine Reihe von Spotterpunkten, die du je nach Betriebsrichtung wechselst.
FlughafenFlughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
FlughafenFlughafen Stockholm-Arlanda
Schwedens größter Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich von Stockholm im Wald bei Märsta: drei Pisten in zwei Richtungen, ein Terminalsystem im Umbau, SAS als Hausherr – und ein offizieller Spotterpavillon, um den herum sich ein ganzes Netz an Fotopunkten gebildet hat.
AllianzStar Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
Wo du Blue1 vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Suomen Ilmailumuseo am Flughafen Helsinki-Vantaa
Nur 300 Meter vom Bahnhof Aviapolis und direkt am Südrand des Flughafens Helsinki-Vantaa zeigt das Finnische Luftfahrtmuseum rund 70 Flugzeuge in zwei Hallen – von der ältesten Passagier-DC-3 Europas bis zum Draken. Ideal, um einen Spottertag am Zaun mit Geschichte zu verbinden.
SpotterpunktFlyvergrillen am Flughafen Kopenhagen
Der Klassiker unter den Spots in Kopenhagen: Seit 1972 steht an der Amager Landevej ein Grill direkt am Flughafenzaun. Von hier schaust du auf die Piste 04L/22R und den Rollweg davor – mit Burger, Toilette und der Sonne am Nachmittag im Rücken.
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