Das Wichtigste in Kürze
- Spanair ist eine historische spanische Airline: gegründet im Dezember 1986, erste Flüge 1988, Einstellung des Flugbetriebs am 27. Januar 2012.
- Codes: IATA JK, ICAO JKK, Rufzeichen „SPANAIR“.
- SAS war lange Mehrheitseigner, 2009 übernahmen katalanische Investoren die Airline für einen symbolischen Euro.
- Die MD-80-Familie prägte das Bild: MD-82, MD-83 und MD-87 waren über Jahre das Rückgrat, später ersetzt durch Airbus A320 und A321.
- Flug 5022 verunglückte am 20. August 2008 beim Start in Madrid-Barajas; 154 der 172 Menschen an Bord kamen ums Leben.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Spanair im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Geschichte: vom Charterflieger zur Star-Alliance-Airline
- 4.Die Flotte: MD-80 und später Airbus
- 5.MD-80 oder Airbus? So sortierst du alte Spanair-Fotos
- 6.Woran du Spanair erkennst
- 7.Flug 5022: das Unglück von Madrid
- 8.Das Ende im Januar 2012
- 9.Spanairs Spuren heute spotten
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | JK |
|---|---|
| ICAO-Code | JKK |
| Rufzeichen | SPANAIR |
| Drehkreuze | BCN, MAD, PMI |
| Allianz | Star Alliance |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 27. Januar 2012 eingestellt, kurz darauf Insolvenzverfahren |
| Gegründet | Dezember 1986 von SAS und der spanischen Investmentgesellschaft Teinver, erste Flüge im März 1988 |
| Geschäftsmodell | Vom Charterflieger für Urlaubsverkehr zur Netzwerk-Airline mit Linienflügen in Spanien und Europa |
| Linienverkehr | Ab 1994 im spanischen Inlandsverkehr, nachdem das Iberia-Monopol gefallen war |
| Drehkreuze | Zuletzt Barcelona-El Prat (BCN), dazu wichtige Basen in Madrid-Barajas (MAD) und Palma de Mallorca (PMI) |
| Sitz | Zunächst am Flughafen Palma de Mallorca, ab 2009 L’Hospitalet de Llobregat bei Barcelona |
| Allianz | Star Alliance, Mitglied von Mai 2003 bis zum Ende 2012 |
| Eigentümer | SAS bis 2009 als Mehrheitseigner; danach zu 80,1 Prozent katalanische Investoren, SAS mit 19,9 Prozent |
| Flotte zum Schluss | Rund 30 Flugzeuge, vor allem Airbus A320 und A321 sowie letzte MD-83 und MD-87 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Spanair?
- Spanisches Kennzeichen mit EC- am Rumpf
- Über viele Jahre typisch: die MD-80-Familie mit zwei Hecktriebwerken und T-Leitwerk
- Flugzeugnamen mit „Sun“, etwa „Sunbreeze“ oder „Sunseeker“
- Flugnummer mit JK, im Flugplan der Flugsicherung JKK bzw. „SPANAIR“
- Einzelne Maschinen in der Star-Alliance-Sonderlackierung
- Ab Juni 2009 neues Logo, gewählt unter Beteiligung der Öffentlichkeit – ältere Fotos zeigen noch die Logos von 1986 bzw. 1999
Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren auf Mallorca, in Madrid oder Barcelona am Zaun stand, hatte Spanair fast immer im Sucher: schlanke MD-80 mit Hecktriebwerken, spanische Kennzeichen und Flugzeugnamen, die mit „Sun“ begannen. Heute gibt es die Airline nicht mehr. Im Januar 2012 blieb die gesamte Flotte praktisch über Nacht am Boden. Diese Seite fasst zusammen, wie aus einem SAS-Charterableger eine Star-Alliance-Airline wurde, welche Flugzeuge sie flog, was beim Unglück von Flug 5022 passierte – und woran du Spanair in alten Fotos und Logbüchern sicher erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Spanair-Fotos jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Spanair im Überblick
Spanair war eine spanische Fluggesellschaft, die von 1988 bis 2012 flog. Gegründet wurde sie im Dezember 1986 als Gemeinschaftsunternehmen der skandinavischen SAS und der spanischen Investmentgesellschaft Teinver. Im März 1988 hob das erste Flugzeug ab – zunächst im Charterverkehr, der Urlauber aus Nord- und Mitteleuropa an die spanischen Küsten und auf die Inseln brachte.
Ihre große Chance bekam Spanair 1994: Damals fiel das Monopol von Iberia im spanischen Inlandsverkehr, und Spanair stieg in den Linienverkehr ein. In den folgenden Jahren entwickelte sie sich zur wichtigsten privaten Konkurrentin der staatlichen Iberia auf Strecken wie Madrid–Barcelona oder zu den Balearen und Kanaren. Ab 2003 war Spanair Mitglied der Star Alliance.
Das Ende kam abrupt. Nach Jahren mit Verlusten, einem schweren Unfall 2008 und einem Eigentümerwechsel 2009 stellte Spanair am 27. Januar 2012 den Flugbetrieb ein. Für Spotter ist die Airline heute ein Kapitel der Luftfahrtgeschichte – aber eines, das in vielen Fotoarchiven und Logbüchern noch sehr präsent ist.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code JK: stand in der Flugnummer, auf Anzeigetafeln und Tickets.
- ICAO-Code JKK: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen SPANAIR: so meldete sich die Besatzung im Funk.
Gerade bei historischen Airlines lohnt es sich, die Codes sauber zu notieren. Viele IATA-Codes werden nach dem Ende einer Airline später neu vergeben. Wenn du also in einer alten Flugplan-Datenbank auf JK stößt, achte auf das Datum: Bis Januar 2012 gehört der Code zu Spanair. Wie du Kennzeichen und Codes generell liest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen; den Unterschied zwischen beiden Code-Systemen findest du unter IATA- und ICAO-Codes erklärt.
Geschichte: vom Charterflieger zur Star-Alliance-Airline
In den Anfangsjahren war Spanair stark auf Mallorca ausgerichtet: Der Firmensitz lag direkt am Flughafen Palma de Mallorca. Mit dem Wechsel in den Linienverkehr gewannen Madrid und Barcelona an Bedeutung. Auf der Langstrecke flog Spanair ab 1991 zunächst Charter und von 1997 an eigene Linienflüge von Madrid aus, gab dieses Geschäft aber nach dem Einbruch des Luftverkehrs 2001 wieder auf. Danach bot sie Fernziele nur noch über Codeshare-Partner an.
Der Beitritt zur Star Alliance 2003 machte Spanair zum spanischen Baustein des Bündnisses um Lufthansa und SAS. Für Reisende hieß das: Meilen sammeln und Umsteigen auf Partnerflüge. Für Spotter bedeutete es, dass Spanair-Maschinen in den Lackierungs-Übersichten der Allianz auftauchten. Mehr zu den Allianzen und ihren Sonderlackierungen findest du in Star Alliance, oneworld und SkyTeam und in Allianz-Lackierungen.
Eigentümerwechsel für einen Euro
SAS wollte sich bereits 2007 von Spanair trennen, brach den ersten Verkaufsversuch 2008 aber ab, weil kein angemessener Preis zustande kam. Im Januar 2009 akzeptierte SAS dann das Gebot einer katalanischen Investorengruppe, die Ende März 80,1 Prozent der Anteile für einen symbolischen Euro übernahm. SAS blieb mit 19,9 Prozent beteiligt. Im Zuge des Wechsels zog Spanair im Herbst 2009 nach L’Hospitalet de Llobregat und machte [Barcelona-El Prat](/luftfahrt/flughafen/flughafen-barcelona-el-prat) zum Drehkreuz.
Die Flotte: MD-80 und später Airbus
Spanair war über Jahre eine der markantesten MD-80-Betreiberinnen Europas. Die Typen der McDonnell-Douglas-MD-80-Familie prägten das Bild der Airline von den frühen 1990er-Jahren bis kurz vor dem Ende. Ab den 2000er-Jahren ersetzte Spanair sie nach und nach durch die Airbus-A320-Familie.
| Typ | Zeitraum (ungefähr) | Rolle bei Spanair | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| MD-82 | 1990–2009 | Arbeitspferd der frühen Jahre | Typ des Unglücks von Flug 5022 |
| MD-83 | 1993–2011 | Größte Teilflotte der MD-80-Familie | Version mit größerer Reichweite |
| MD-87 | 1996–2011 | Kleinere Strecken, weniger Sitze | Deutlich kürzerer Rumpf als die übrigen MD-80 |
| MD-81 | 2005–2006 | Kurzzeitig von SAS gemietet | Selten, gut für die Typenliste |
| Airbus A320 | 2000er bis 2012 | Ersatz für die MD-80, zuletzt größte Teilflotte | Häufigster Spanair-Typ der letzten Jahre |
| Airbus A321 | 2000er bis 2012 | Verstärkung auf stark gefragten Strecken | Gestreckte A320-Version mit vier Türpaaren |
| Boeing 717-200 | 2007–2011 | Kleine Flotte, später an Blue1 | Kurze Episode, für Sammler interessant |
| Fokker 100 | 2005–2008 | Kurzzeitig gemietet | Seltener Typ im Spanair-Design |
| Boeing 757-200 | 1996–1998 | Kurzzeitig gemietet | Rarität |
| Boeing 767-300ER | 1991–2002 | Langstrecke | Einziger Großraumjet der Airline |
Zum Schluss umfasste die aktive Flotte knapp 30 Flugzeuge: überwiegend A320 und A321, dazu jeweils eine Handvoll MD-83 und MD-87. Die letzte MD-82 hatte Spanair schon 2009 abgegeben. Alle Maschinen waren geleast und gingen nach dem Ende an ihre Eigentümer zurück. Die vier Boeing 717 wechselten bereits 2011 zur SAS-Tochter Blue1 nach Finnland.
Fehlt dir die MD-87 noch?
Setz seltene Typen wie die MD-80-Familie auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn eines der letzten Exemplare in deiner Nähe landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
MD-80 oder Airbus? So sortierst du alte Spanair-Fotos
Wenn du ein altes Foto einer Spanair-Maschine vor dir hast, ist die erste Frage meist: welche Generation? Die beiden Flottenlinien unterscheiden sich so deutlich, dass du sie schon an der Silhouette trennen kannst.
Das spricht für die MD-80-Familie
- Zwei Triebwerke hinten am Rumpf, keine Triebwerke unter den Flügeln
- T-Leitwerk mit Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse
- Sehr langer, schlanker Rumpf – bei der MD-87 deutlich kürzer
- Spitz zulaufende Nase im typischen Douglas-Stil
Das spricht für den Airbus
- Triebwerke unter den Flügeln
- Höhenleitwerk unten am Rumpfende
- Kleine Flügelspitzen-Zäune am Ende der Tragflächen
- A321 mit sichtbar gestrecktem Rumpf und zusätzlichen Türen
Bei den Douglas-Jets lohnt der zweite Blick. MD-82 und MD-83 sind von außen kaum zu unterscheiden; hier hilft nur das Kennzeichen, das du mit einer Datenbank abgleichst. Die MD-87 dagegen erkennst du am kürzeren Rumpf und an der etwas höheren Seitenflosse. Und die Boeing 717 wirkt zwar wie eine kleine MD-80, hat aber eine modernere Triebwerksverkleidung und ein Glascockpit – von außen vor allem an der kürzeren Gesamtlänge erkennbar. Hilfe zur Bestimmung älterer Typen bietet der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.
Woran du Spanair erkennst
Die Optik von Spanair wechselte im Lauf der Zeit. Die Airline nutzte drei Logos: eines von 1986 bis 1999, ein zweites von 1999 bis 2009 und zuletzt ein neues, das die Öffentlichkeit 2009 per Abstimmung mitbestimmt hatte. Ab Juni 2009 kam es an die Flugzeuge. Weil eine Flotte nie auf einen Schlag umlackiert wird, lohnt bei Fotos aus 2009 bis 2012 ein genauer Blick auf das Logo – es hilft bei der zeitlichen Einordnung.
Dazu kommen ein paar verlässliche Merkmale:
- Kennzeichen mit EC-: Die Flotte war in Spanien registriert.
- Flugzeugnamen mit „Sun“: Die Maschinen trugen Namen wie „Sunbreeze“ – so hieß die Unglücksmaschine von Flug 5022 – oder „Sunseeker“.
- Star-Alliance-Sonderlackierung: Einzelne Flugzeuge, darunter auch die MD-82 von Flug 5022, flogen im Allianz-Design.
Archivfotos richtig zuordnen
Notier bei alten Spanair-Fotos immer Kennzeichen, Typ und Datum. Mit Planetrack hältst du solche Sichtungen mit Foto, Airline und Flughafen fest – auch wenn die Airline längst Geschichte ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flug 5022: das Unglück von Madrid
Am 20. August 2008 verunglückte Spanair-Flug JK5022 kurz nach dem Abheben von Piste 36L in Madrid-Barajas. Die MD-82 mit dem Kennzeichen EC-HFP war auf dem Weg von Barcelona über Madrid nach Gran Canaria. An Bord befanden sich 172 Menschen: 166 Passagiere und sechs Crewmitglieder. 154 von ihnen kamen ums Leben, 18 überlebten. Es war der erste tödliche Unfall in der Geschichte von Spanair und das schwerste Flugzeugunglück in Spanien seit 25 Jahren.
Die spanische Unfalluntersuchungsbehörde CIAIAC legte ihren Abschlussbericht im Juli 2011 vor. Ihre zentrale Feststellung: Die Besatzung hatte Landeklappen und Vorflügel nicht für den Start ausgefahren. Ohne diese Auftriebshilfen geriet das Flugzeug kurz nach dem Abheben in einen Strömungsabriss und schlug neben der Piste auf. Die Startwarnanlage, die genau diesen Fehler melden soll, löste nicht aus. Warum sie versagte, konnte die Untersuchung nicht abschließend klären. Als beitragende Faktoren nannte der Bericht Fehler beim Abarbeiten der Checklisten und eine unzureichende Zusammenarbeit im Cockpit.
Vorausgegangen war ein abgebrochener erster Startversuch: Etwa eine Stunde vorher war die Maschine wegen einer überhitzten Sonde zur Lufttemperaturmessung zurückgekehrt; die Technik deaktivierte deren Heizung, was nach der Mindestausrüstungsliste zulässig war. Ein Triebwerksbrand oder eine Explosion wurde als Ursache ausgeschlossen.
Checklisten-Disziplin und Zusammenarbeit im Cockpit sind Themen, die seit dem Unglück von Teneriffa 1977 zum Kern der Pilotenausbildung gehören.
Respekt vor den Opfern
Fotos von Unfallstellen und Wracks sind ein heikles Thema – rechtlich wie menschlich. Was du beachten solltest, erklärt der Artikel Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.
Das Ende im Januar 2012
Schon vor dem Unfall stand Spanair wirtschaftlich unter Druck. Im Sommer 2008 kündigte die Airline den Abbau von rund 1.100 ihrer etwa 3.800 Stellen an und strich Strecken – als Hauptgrund galten die stark gestiegenen Treibstoffpreise. Der Verkauf an die katalanischen Investoren 2009 brachte zwar neue Eigentümer, aber auch einen hohen Schuldenberg.
Die Hoffnung ruhte zuletzt auf Qatar Airways, die Ende 2011 über einen Einstieg verhandelte. Als die Gespräche scheiterten und keine weitere öffentliche Unterstützung kam, stellte Spanair am 27. Januar 2012 den Flugbetrieb ein – wirksam ab der folgenden Nacht. Anfang Februar 2012 eröffnete ein Gericht in Barcelona das Insolvenzverfahren. Spanair reiht sich damit in eine Liste großer europäischer Airline-Pleiten ein, die du im Überblick Große Airline-Pleiten in Europa findest.
Den Markt teilten danach andere unter sich auf. In Barcelona baute vor allem Vueling ihre Position weiter aus, die 2009 mit der Iberia-nahen Clickair fusioniert hatte. Auf den Inlandsstrecken blieben Iberia und Air Europa die großen Namen.
Spanairs Spuren heute spotten
Spanair selbst kannst du nicht mehr fotografieren. Ihre früheren Flughäfen lohnen sich aber nach wie vor – und manchmal begegnen dir dort Flugzeuge mit Spanair-Vergangenheit, die nach 2012 bei anderen Airlines weiterflogen.
Lohnt sich für Spanair-Fans
- Barcelona: das letzte Drehkreuz, heute Basis von Vueling – der Mirador de aviones El Prat ist ein guter Start, mehr im Barcelona-Guide
- Madrid-Barajas: Spot La Muñoza und der Madrid-Guide
- Palma de Mallorca: der frühere Firmensitz, Infos im Mallorca-Guide
Mit Glück
- Ehemalige Spanair-Airbusse bei anderen Betreibern – das Kennzeichen hat sich meist geändert, die Seriennummer verrät die Herkunft
- Letzte MD-80 im Fracht- oder Charterbetrieb außerhalb Europas
Nicht mehr möglich
- Spanair-Linienflüge unter JK – die gibt es seit Januar 2012 nicht mehr
Ein weiterer Anlaufpunkt ist Gran Canaria, eines der wichtigsten Kanaren-Ziele von Spanair; dort bietet der Strand Ojos de Garza gute Sicht auf den heutigen Verkehr.
Häufige Verwechslungen
- Spanair mit Spantax verwechseln – Spantax war eine andere, schon 1988 eingestellte spanische Charterairline.
- MD-82 und MD-83 nach Optik trennen wollen – von außen sind sie praktisch gleich; nur Kennzeichen und Datenbank helfen.
- Die Boeing 717 für eine MD-87 halten – beide sind kurz und haben Hecktriebwerke, die 717 ist aber eine eigene, neuere Entwicklung.
- Spanair für eine Iberia-Tochter halten – Spanair war die private Konkurrenz und gehörte lange zu SAS, nicht zu Iberia.
- JK-Flüge nach 2012 Spanair zuordnen – nach dem Ende der Airline steht der Code nicht mehr für Spanair.
Die Douglas-Ära im Blick
Lass dich benachrichtigen, wenn eine der letzten MD-80 oder ein bestimmtes Kennzeichen bei dir anfliegt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Spanair war über zwei Jahrzehnte die große private Alternative zu Iberia: gegründet mit SAS, groß geworden mit der MD-80, ab 2003 Teil der Star Alliance. Das Unglück von Flug 5022 und anhaltende Verluste setzten der Airline zu, bis sie im Januar 2012 den Betrieb einstellte. Für Spotter bleibt sie eine Airline fürs Archiv – mit klaren Erkennungsmerkmalen, wenn du Kennzeichen, Typ und Datum sauber notierst.
Kurzfazit
Spanair (IATA JK, ICAO JKK) war eine historische spanische Airline von 1988 bis 2012 mit SAS-Wurzeln, Star-Alliance-Mitgliedschaft und einer Flotte, die lange von der MD-80-Familie und zuletzt von der Airbus-A320-Familie geprägt war.
Zusammenfassung
- Spanair begann 1988 als Charterairline mit SAS-Beteiligung und stieg ab 1994 in den spanischen Linienverkehr ein.
- Mit der Star-Alliance-Mitgliedschaft ab 2003 wurde Spanair zum spanischen Partner von Lufthansa, SAS und Co.
- Der Unfall von Flug 5022 im August 2008 und wirtschaftliche Probleme setzten der Airline schwer zu; 2009 wechselte sie an katalanische Eigentümer und zog nach Barcelona.
- Als eine Kapitalbeteiligung von Qatar Airways scheiterte, stellte Spanair im Januar 2012 den Flugbetrieb ein – für Spotter ist sie heute ein Thema für Archiv und Logbuch.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Spanair?
Spanair flog mit dem IATA-Code JK in der Flugnummer und dem ICAO-Code JKK. Im Funk meldete sich die Besatzung mit „SPANAIR“. Wenn du alte Flugpläne oder Logbücher durchgehst, erkennst du Spanair-Flüge also an Nummern wie JK und einer Zahl.
Wann hat Spanair den Flugbetrieb eingestellt?
Spanair gab am 27. Januar 2012 bekannt, alle Flüge einzustellen; wirksam wurde das in der Nacht auf den 28. Januar. Unmittelbar vorausgegangen war das Scheitern der Gespräche mit Qatar Airways über einen Einstieg. Anfang Februar 2012 eröffnete ein Handelsgericht in Barcelona das Insolvenzverfahren.
Gehörte Spanair zu einer Allianz?
Ja. Spanair war ab dem 1. Mai 2003 Mitglied der Star Alliance und blieb es bis zum Ende 2012. Partner waren damit unter anderem Lufthansa, SAS, Austrian und Turkish Airlines. Einige Spanair-Maschinen trugen deshalb die Star-Alliance-Sonderlackierung.
Was ist bei Spanair Flug 5022 passiert?
Am 20. August 2008 verunglückte eine MD-82 (EC-HFP) beim Start in Madrid-Barajas auf dem Weg nach Gran Canaria. Die Untersuchungsbehörde CIAIAC stellte fest, dass Klappen und Vorflügel nicht ausgefahren waren und die Startwarnanlage nicht auslöste. 154 Menschen starben, 18 überlebten. Der Abschlussbericht erschien im Juli 2011.
Welche Flugzeuge flog Spanair?
Über die längste Zeit Flugzeuge der McDonnell-Douglas-MD-80-Familie, vor allem MD-82, MD-83 und MD-87. Ab den 2000er-Jahren kamen Airbus A320 und A321 hinzu, zeitweise flog Spanair auch Boeing 717, Fokker 100, Boeing 757 und auf der Langstrecke Boeing 767-300ER.
Wem gehörte Spanair?
Gegründet wurde Spanair von der skandinavischen SAS und der spanischen Investmentgesellschaft Teinver. SAS war bis 2009 Mehrheitseigner. 2009 übernahm die katalanische Investorengruppe IEASA, zu der unter anderem das Tourismuskonsortium und die Messe von Barcelona gehörten, 80,1 Prozent für einen symbolischen Euro; SAS behielt 19,9 Prozent.
Wo hatte Spanair ihren Sitz?
Lange am Flughafen Palma de Mallorca. Nach dem Eigentümerwechsel 2009 verlegte Spanair ihren Sitz nach L’Hospitalet de Llobregat bei Barcelona und machte El Prat zu ihrem Drehkreuz.
Spanair im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
McDonnell Douglas MD-80
Lang wie eine Zigarre, zwei kräftige Triebwerke am Heck: Die MD-80-Familie war von 1980 bis in die 2010er-Jahre ein Standardjet in Europa und den USA. So unterscheidest du MD-81, -82, -83, -87 und -88 und findest heute noch einen „Mad Dog“.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-82
Mehr als jede andere Version prägte die MD-82 das Bild der MD-80-Familie: Hunderte „Super 80“ bei American Airlines, 90 Maschinen bei Alitalia, Lizenzmontage in Shanghai. So erkennst du sie und so findest du heute noch eine.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-87
Kürzer, moderner im Cockpit und mit einer markanten Flossenspitze: Die MD-87 war die kompakte Version der MD-80-Familie. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, warum Iberia und SAS sie prägten und weshalb sie heute vor allem als Löschflugzeug unterwegs ist.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypBoeing 717-200
T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck, kurzer Rumpf: Die 717 ist der letzte Nachfahre der DC-9 und eigentlich eine McDonnell Douglas. In Europa ist sie verschwunden – so erkennst du sie und weißt, wo sie noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
Weitere Airlines
SAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
NetzwerkIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
Low-CostVueling
Die Low-Cost-Airline aus Barcelona gehört zur IAG: eine Flotte aus der kompletten Airbus-A320-Familie, ein zweites Drehkreuz in Rom und eine Boeing-Bestellung, die das einheitliche Bild aufbricht.
NetzwerkAir Europa
Spaniens private Netzwerk-Airline von Mallorca: Drehkreuz Madrid-Barajas, SkyTeam-Mitglied, reine Boeing-Flotte aus 737 und 787 Dreamliner und ein starker Fokus auf Lateinamerika.
Low-CostClickair
Historische spanische Low-Cost-Airline: 2006 auf Initiative von Iberia in Barcelona gegründet, nur Airbus A320 mit 180 Sitzen – und schon im Juli 2009 in Vueling aufgegangen.
NetzwerkLufthansa
Deutschlands größte Airline und Kern der Lufthansa Group: Netzwerk-Airline mit den Drehkreuzen Frankfurt und München, Gründungsmitglied der Star Alliance.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Star Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
FlughafenFlughafen Barcelona-El Prat
Spaniens zweitgrößter Flughafen liegt direkt am Mittelmeer: zwei Parallelbahnen und eine Querbahn, Vueling als Platzhirsch, Low-Cost-Basen von Ryanair und easyJet, dazu Langstrecke vom Golf und aus Nordamerika – und Spotterplätze zwischen Strand, Friedhof und Terminalbalkon.
FlughafenFlughafen Madrid-Barajas
Spaniens größter Flughafen und das Tor nach Lateinamerika: vier Start- und Landebahnen, zwei Betriebsrichtungen mit klaren Regeln, Terminal 4 als Heimat von Iberia und oneworld – und eine Spotterszene, die zwischen Schotterweg, Autobahnbrücke und offizieller Aena-Zone pendelt.
FlughafenFlughafen Palma de Mallorca
Der Ferienflughafen schlechthin: Auf Mallorca landen im Sommer Hunderte Jets am Tag, ein großer Teil davon aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz. Zwei parallele Bahnen am Rand der Bucht von Palma, Anflüge übers Meer und eine bunte Mischung aus Low-Cost, Charter und Businessjets – nur eine offizielle Besucherterrasse gibt es nicht.
Wo du Spanair vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
La Muñoza am Flughafen Madrid-Barajas
Südöstlich von Madrid-Barajas, am Rand des Iberia-Technikgeländes La Muñoza, führt ein Schotterweg am Jarama entlang unter den Anflug der Piste 32R. Ein Spot für Spotter mit Geduld: nur bei Nordbetrieb, ohne Infrastruktur, aber mit dem Langstreckenverkehr eines der größten Drehkreuze Europas.
SpotterhügelMirador d'avions an der Piste 24R in Barcelona-El Prat
Am Ostende der Nordbahn von Barcelona-El Prat weist die Gemeinde El Prat Aussichtspunkte für Flugzeugfans aus. Von der kleinen Plattform an der Schwelle 24R und dem Hügel unter dem Anflug siehst du tagsüber fast jede Landung – vom Vueling-Airbus bis zum A380 aus Dubai.
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