Boeing 717-200

T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck, kurzer Rumpf: Die 717 ist der letzte Nachfahre der DC-9 und eigentlich eine McDonnell Douglas. In Europa ist sie verschwunden – so erkennst du sie und weißt, wo sie noch fliegt.

Auch bekannt als: Boeing 717 · MD-95 · McDonnell Douglas MD-95 · 717

USABoeingSchmalrumpfflugzeugeICAO-Typcode: B71210 Min. Lesezeit

B712

ICAO-Typcode

1998

Erstflug

156

Gebaute Exemplare

37,8 m

Länge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 717-200 ist die letzte Ausbaustufe der DC-9-Familie: von McDonnell Douglas als MD-95 entwickelt, nach der Fusion 1997 als Boeing verkauft.
  • Schnellster Erkennungsweg: T-Leitwerk plus zwei Hecktriebwerke plus kurzer Rumpf – und dann auf die dicken, runden Triebwerksgondeln achten.
  • Nur 156 Exemplare wurden gebaut, die Produktion endete 2006. Jede 717 ist damit ein eher seltener Fang.
  • In Europa fliegt sie nicht mehr im Liniendienst: Volotea gab die letzte 717 im Januar 2021 ab, QantasLink folgte Ende 2024.
  • Größte Betreiber sind Delta Air Lines und Hawaiian Airlines – beide bauen ihre Flotten aber schrittweise ab.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Boeing 717-200?
  2. 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.717, DC-9, MD-80 oder Fokker 100?
  4. 4.Wo du die 717 Stand Oktober 2026 antriffst
  5. 5.Spotting-Strategie: die 717 auf Reisen erwischen
  6. 6.Fototipps speziell für die 717
  7. 7.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  8. 8.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (entwickelt von McDonnell Douglas als MD-95)
FamilieDC-9-Familie (DC-9, MD-80, MD-90, 717)
ICAO-TypcodeB712
Erstflug2. September 1998
ErstauslieferungSeptember 1999 an AirTran Airways
Letzte Auslieferung23. Mai 2006
Gebaute Exemplare156
EndmontageLong Beach, Kalifornien
Triebwerke2 × Rolls-Royce BR715, montiert am Heck
Länge37,8 m
Spannweite28,45 m
Höherund 9 m
Sitzplätzetypisch 106 in zwei Klassen, 117 in einer Klasse, maximal 134
Reichweiterund 2.650 km (Basisversion), mit höherem Abfluggewicht rund 3.800 km
Max. Startgewichtrund 49,9 t (Basisversion)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse
  • Zwei Triebwerke am Heck, seitlich am Rumpf hinter den Flügeln – die Flügel selbst bleiben frei
  • Rundliche, recht dicke Triebwerksgondeln der Rolls-Royce BR715 – deutlich bauchiger als die schlanken Rohre der alten DC-9
  • Kurzer, schlanker Rumpf von knapp 38 m mit vielen kleinen Fenstern, typisch für die DC-9-Familie
  • Flügel ohne Winglets und Hauptfahrwerk mit je zwei Rädern pro Bein
  • Spitze, lange Nase mit der klassischen Douglas-Cockpitverglasung

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kurzer, schlanker Jet mit hohem T-Leitwerk und zwei Triebwerken am Heck rollt vorbei, und du denkst zuerst an eine alte DC-9? Dann schau genauer hin: Wirken die Triebwerksgondeln rund und dick, hast du wahrscheinlich eine Boeing 717-200 vor dir. Sie ist das letzte Kapitel der DC-9-Geschichte, wurde nur 156-mal gebaut und ist aus Europa verschwunden. Hier erfährst du, wie du sie sicher bestimmst, mit welchen Typen sie verwechselt wird und wo du sie Stand Oktober 2026 noch zu sehen bekommst.

B712 ins Logbuch

Mit Planetrack hältst du deine 717-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Airline und Flughafen fest und hakst den seltenen Typ in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Boeing 717-200?

Die 717 ist ein Schmalrumpf-Kurzstreckenjet für rund 100 bis 130 Passagiere mit fünf Sitzen pro Reihe (zwei plus drei). Gedacht war sie für kurze Strecken mit vielen Starts und Landungen am Tag – genau das Profil, das sie bis heute bei ihren letzten Betreibern fliegt. In einer typischen Zwei-Klassen-Kabine passen 106 Sitze hinein, in einer reinen Economy-Konfiguration 117, zugelassen ist sie für maximal 134.

Ihr Ursprung liegt nicht bei Boeing. McDonnell Douglas stellte das Projekt 1991 als MD-95 vor: eine modernisierte, auf die Länge der DC-9-30 zurückgeschrumpfte Version der bekannten Douglas-Familie. Lange fand sich kein Kunde, bis ValuJet im Oktober 1995 als Erstbesteller unterschrieb. Als Boeing 1997 McDonnell Douglas übernahm, behielt der Konzern das fast fertige Programm und gab ihm die freie Nummer 717. Mehr zur Geschichte des Konzerns findest du auf der Seite zu Boeing.

Der Erstflug fand am 2. September 1998 statt, im September 1999 kam die Zulassung, kurz darauf die erste Auslieferung an AirTran Airways – so hieß ValuJet inzwischen. Gebaut wurde die 717 im Douglas-Werk in Long Beach, Kalifornien. Der Markt blieb trotzdem schwierig: Im Januar 2005 kündigte Boeing wegen schwacher Verkäufe das Produktionsende an, die letzten beiden Maschinen gingen am 23. Mai 2006 an AirTran und Midwest Airlines. Damit war nach 156 Flugzeugen Schluss – ein kurzes Kapitel im Vergleich zu den Bestsellern DC-9 und MD-80.

B712ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
156gebaute Exemplare zwischen 1998 und 2006
2 × BR715Rolls-Royce-Triebwerke aus Dahlewitz bei Berlin

Der deutsche Anteil: Triebwerke aus Dahlewitz

Für deutsche Spotter hat die 717 einen besonderen Dreh. Ihre Triebwerke vom Typ Rolls-Royce BR715 gehören zur BR700-Familie, die das Gemeinschaftsunternehmen BMW Rolls-Royce in Dahlewitz südlich von Berlin entwickelte. Die 717 ist das einzige Flugzeug, das die BR715 antreibt. Rolls-Royce übernahm das Werk im Jahr 2000 komplett, heute firmiert es als Rolls-Royce Deutschland. Hintergründe zum Triebwerkshersteller liest du auf der Seite zu Rolls-Royce.

Neu war bei der 717 auch das Cockpit: Statt der überwiegend analogen Instrumente älterer Familienmitglieder bekam sie ein Glascockpit mit sechs Bildschirmen für zwei Piloten. Von außen siehst du davon nichts – für die Bestimmung zählen Heck, Triebwerke und Rumpflänge.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die 717 gehört zu einer kleinen Gruppe von Jets mit T-Leitwerk und Hecktriebwerken. Das macht die grobe Einordnung leicht, die genaue Bestimmung aber zur Detailarbeit.

Heck prüfen

Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse, zwei Triebwerke seitlich am hinteren Rumpf: Damit bist du in der DC-9-Familie, bei Fokker oder bei einem Regionaljet wie der CRJ.

Triebwerke ansehen

Die BR715-Gondeln sind kurz, rund und vergleichsweise dick. DC-9 und MD-80 tragen lange, schmale Triebwerksrohre – der Unterschied fällt im direkten Vergleich sofort auf.

Länge abschätzen

Mit knapp 38 m ist die 717 kompakt. Wirkt der Rumpf extrem lang und schlank, steht eher eine MD-80 oder MD-90 vor dir.

Weil heute kaum noch DC-9 oder MD-80 im Liniendienst unterwegs sind, ist ein Douglas-Jet mit T-Leitwerk am Flughafen Atlanta oder Honolulu sehr oft eine 717. Sicher bist du aber erst mit dem Kennzeichen: Damit schlägst du die Maschine in jeder Datenbank nach. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.

Praxis-Tipp für den ersten Blick

Im Seitenprofil kurz nach dem Abheben siehst du Triebwerksform und Heck gleichzeitig. Von vorn verdecken die Flügel die Hecktriebwerke teilweise – such dir also einen Standpunkt seitlich der Piste.

717, DC-9, MD-80 oder Fokker 100?

Die meisten Verwechslungen passieren innerhalb der Familie und mit anderen Hecktriebwerks-Jets. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick.

Merkmal Boeing 717-200 MD-80 Fokker 100 CRJ900
Länge 37,8 m rund 45 m rund 35,5 m rund 36 m
Sitze pro Reihe 5 5 5 4
Triebwerksgondeln kurz und rund lang und schlank mittellang klein und schlank
Heckspitze spitz spitz stumpf, mit Luftbremsen spitz
Winglets nein nein nein ja

Bei der Fokker 100 ist das Heck das Unterscheidungsmerkmal: Sie endet in einem stumpfen Kegel, der sich bei der Landung zu zwei seitlichen Luftbremsen aufklappt. Die Bombardier CRJ900 ist schmaler, hat nur vier Sitze pro Reihe und Winglets an den Flügelspitzen. Und die dreistrahlige Boeing 727-200 erkennst du am dritten Triebwerk mitten im Heck.

Schnellbestimmung: Jet mit T-Leitwerk und Hecktriebwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Boeing 717-200

Runde BR715-Gondeln, kurzer Rumpf und ein Einsatz bei Delta oder Hawaiian ergeben das typische 717-Bild. Prüf zur Sicherheit das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

MD-80, MD-90 oder DC-9

Lange, schlanke Triebwerke und ein gestreckter Rumpf sprechen für die älteren Familienmitglieder. Die Länge trennt MD-80/MD-90 von der kürzeren DC-9.

Wahrscheinlich

Fokker 100 oder Fokker 70

Der stumpfe Heckkegel mit Luftbremsen ist das Fokker-Merkmal. Ist der Rumpf sehr kurz, kann es auch die Fokker 70 sein.

Wo du die 717 Stand Oktober 2026 antriffst

Die ehrliche Antwort zuerst: In Deutschland, Österreich und der Schweiz siehst du keine 717 im Linienverkehr. In Europa flogen sie unter anderem Spanair, die finnische Blue1, Olympic und zuletzt die spanische Volotea, die ihre letzte 717 im Januar 2021 abgab. Damit endete der europäische Liniendienst des Typs. Außerhalb der USA hielt QantasLink am längsten durch: Der offizielle Abschiedsflug fand im Oktober 2024 statt, eine einzelne Maschine kehrte danach noch einmal für einige Wochen zurück, bevor auch sie Ende 2024 ausgemustert wurde. Abgelöst wurde sie dort durch die Airbus A220-300.

Heute konzentriert sich die Flotte auf zwei US-Betreiber:

  • Delta Air Lines übernahm ab 2013 die 717-Flotte von AirTran und ist mit großem Abstand der größte Betreiber. Deltas größtes Drehkreuz Atlanta ist ein guter Ausgangspunkt. Delta baut die 717-Flotte schrittweise ab, als Nachfolger dient vor allem die Airbus-A220-Familie (A220-100 und A220-300). Der genaue Zeitplan hat sich mehrfach verschoben; Berichten vom Sommer 2026 zufolge beginnt die Ausmusterung mit ersten Maschinen, bei denen eine schwere Wartung ansteht.
  • Hawaiian Airlines nutzt die 717 für die kurzen Inselhüpfer zwischen Honolulu, Maui, Kauai und Big Island. Die Muttergesellschaft Alaska Air Group hat im Juli 2026 angekündigt, die 717 ab 2028 durch Boeing 737-800 zu ersetzen.

Delta gehört zur Allianz SkyTeam. Für deine Planung heißt das: Ein 717-Foto ist eine Fernreise-Aufgabe – und eine mit Ablaufdatum.

Ort Trefferchance Warum
Atlanta (USA) hoch, sinkend Wichtigstes Delta-Drehkreuz mit 717-Einsätzen
Honolulu und Hawaii-Inseln hoch bis 2028 Hawaiian fliegt den Inselverkehr mit der 717
Weitere US-Inlandsflughäfen mittel Je nach aktuellem Delta-Flugplan
DACH-Raum praktisch null Kein Linienbetrieb, höchstens seltene Überführungen

Flotten schrumpfen laufend

Welche Strecken Delta und Hawaiian mit der 717 bedienen, ändert sich mit jedem Flugplan, und die Flotten werden kleiner. Prüf vor einer Reise aktuell nach dem Typcode B712, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.

Wie du solche Flüge live verfolgst, zeigt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Warum Typcodes wie B712 und Airline-Codes nicht dasselbe sind, steht in IATA- und ICAO-Codes erklärt.

Die 717 auf die Wunschliste

Setz den Typ B712 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine 717 an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Strategie: die 717 auf Reisen erwischen

Weil die 717 in Europa fehlt, lohnt sich ein bisschen Planung. Wenn du ohnehin in die USA fliegst, bau einen Umstieg oder einen Spotting-Halt in Atlanta ein. Auf Hawaii triffst du sie im Inselverkehr fast zwangsläufig – mit etwas Glück sitzt du sogar selbst drin. Weitere Ideen für Fernziele sammelt die Bucket List der Spotting-Spots weltweit.

Ausgemusterte 717 landen häufig in Abstellparks in der Wüste. Wie solche Flugzeugfriedhöfe funktionieren und ob du dort fotografieren darfst, liest du im Beitrag Flugzeugfriedhöfe und Boneyards. Allgemeine Tipps zu Raritäten bündelt der Guide Seltene Flugzeuge spotten.

Bereit für deine 717-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe aktuelle Flüge mit dem Typcode B712 gefunden.
  • Ich kenne die Betriebsrichtung am Zielflughafen.
  • Ich weiß, wo die Sonne zur gewünschten Uhrzeit steht.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Akku voll, Speicherkarte frei, Brennweite passt zur Entfernung.

Wie du die Betriebsrichtung einschätzt, erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Ob dein Standort rechtlich in Ordnung ist – gerade im Ausland gelten andere Regeln –, klärt Ist Planespotting erlaubt?.

Fototipps speziell für die 717

Die 717 ist klein, schlank und hat ihre Charaktermerkmale hinten. Darauf kommt es an:

Heck in Szene setzen

T-Leitwerk und Hecktriebwerke sind das, was die 717 ausmacht. Eine Dreiviertelansicht von schräg hinten oder ein sauberes Seitenprofil zeigt beides.

Brennweite anpassen

Mit 28 m Spannweite ist die 717 deutlich kleiner als eine A320. Am selben Standpunkt brauchst du für ein formatfüllendes Bild mehr Brennweite – Hinweise dazu im Guide Objektiv und Brennweite.

Licht im Rücken

Vor allem auf Hawaii steht die Sonne hoch und hart. Früher Morgen und später Nachmittag liefern weicheres Licht und mehr Zeichnung im Rumpf.

Kennzeichen lesbar halten

Bei einem auslaufenden Typ zählt jedes einzelne Flugzeug. Achte darauf, dass das Kennzeichen am Rumpf scharf und lesbar ist.

Wann das Licht an deinem Spot passt, rechnest du vorab mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot aus. Welche Ausrüstung auf Reisen sinnvoll ist, zeigt die Planespotting-Ausrüstung-Checkliste. Wenn du Flugzeugtypen gerade erst lernst, hilft dir Flugzeugtypen erkennen für Anfänger.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die 717-200, wenn …

  • T-Leitwerk und zwei Hecktriebwerke zu sehen sind
  • die Triebwerksgondeln kurz und rundlich wirken
  • der Rumpf kompakt ist und fünf Sitze pro Reihe passen
  • im Tracking-Dienst B712 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Rumpf auffällig lang wirkt – dann eher MD-80 oder MD-90
  • die Heckspitze stumpf aussieht – dann eher Fokker 100
  • du die Maschine nur von vorn siehst und die Triebwerke verdeckt sind

Es ist keine 717, wenn …

  • die Triebwerke unter den Flügeln hängen – etwa bei der Boeing 737-700 oder der Embraer E190
  • ein drittes Triebwerk im Heck sitzt – dann bist du bei der 727
  • der Flügel oben am Rumpf sitzt und vier Triebwerke trägt – das ist die Avro RJ85
  • Winglets an den Flügelspitzen sitzen und nur vier Sitze pro Reihe passen – typisch für die CRJ

Fazit

Die Boeing 717-200 ist ein Flugzeug mit doppelter Identität: als MD-95 konstruiert, als Boeing verkauft, mit Triebwerken aus Brandenburg. Kommerziell blieb sie mit 156 Exemplaren eine Randerscheinung, im Alltag hat sie sich bei ihren Betreibern über Jahrzehnte bewährt. Für Spotter wird sie gerade zur Rarität – in Europa ist sie bereits Geschichte, und auch in den USA schrumpfen die Flotten.

Kurzfazit

T-Leitwerk, zwei Hecktriebwerke mit runden, dicken Gondeln, kurzer Rumpf: Das ist die 717-200. Wer sie noch erwischen will, sucht nach B712 und plant Atlanta oder Hawaii ein – am besten bevor die letzten Maschinen in der Wüste stehen.

Zusammenfassung

  • Die 717 flog 1998 zum ersten Mal und ging 1999 bei AirTran Airways in Dienst; 2006 war nach 156 Flugzeugen Schluss.
  • Angetrieben wird sie von Rolls-Royce BR715, die in Dahlewitz bei Berlin entwickelt und gebaut wurden – der deutsche Anteil an diesem US-Jet.
  • Von DC-9, MD-80 und Fokker 100 trennst du sie über Rumpflänge, Triebwerksform und Heckpartie.
  • Wer sie heute sehen will, plant eine Reise in die USA ein, vor allem nach Atlanta oder auf die Hawaii-Inseln – und wartet besser nicht zu lange.

Häufige Fragen

Warum heißt die 717 Boeing, wenn sie von McDonnell Douglas stammt?

Das Flugzeug lief als MD-95 bei McDonnell Douglas in der Entwicklung, öffentlich vorgestellt 1991. Nachdem Boeing den Konkurrenten 1997 übernommen hatte, führte der neue Eigentümer das Programm unter der Bezeichnung 717 weiter. Technisch ist sie ein Douglas-Produkt durch und durch.

Welchen ICAO-Typcode hat die Boeing 717-200?

Sie läuft unter B712. Da es nur die Variante -200 in Serie gab, steht jeder Eintrag mit B712 in einem Tracking-Dienst für eine 717. Projektierte Varianten wie eine kürzere 717-100 oder eine gestreckte 717-300 wurden nie gebaut.

Wie unterscheide ich die 717 von einer DC-9 oder MD-80?

Die MD-80 ist mit rund 45 m deutlich länger und hat schlanke, lange Triebwerksrohre. Die DC-9-30 ist ähnlich lang wie die 717, trägt aber ebenfalls die schmalen Pratt-&-Whitney-Gondeln. Die 717 erkennst du an den kürzeren, dickeren Gondeln der BR715.

Und wie von der Fokker 100?

Beide sind kurz, haben T-Leitwerk und Hecktriebwerke. Die Fokker 100 hat aber eine stumpfe Heckspitze mit seitlich aufklappbaren Luftbremsen, während die 717 hinten spitz ausläuft. Dazu ist die Nase der 717 länger und spitzer.

Fliegt die 717 noch in Deutschland?

Im regulären Liniendienst nicht. Der letzte große europäische Betreiber Volotea hat seine 717 bis Januar 2021 ausgeflottet. Eine 717 in Deutschland wäre heute eine Ausnahme, etwa bei einer Überführung – solche Bewegungen lassen sich nur kurzfristig über Tracking-Dienste erkennen.

Wo kann ich eine 717 noch sicher sehen?

Stand Oktober 2026 vor allem in den USA: Delta Air Lines setzt sie auf Inlandsstrecken ein, Hawaiian Airlines im Verkehr zwischen den Hawaii-Inseln. Beide bauen ihre Flotten aber ab – Delta ersetzt die 717 nach und nach durch Airbus A220, bei Hawaiian übernehmen ab 2028 Boeing 737-800.

Was hat die 717 mit Deutschland zu tun?

Die Triebwerke: Die BR715 stammen aus der BR700-Familie, die das Gemeinschaftsunternehmen BMW Rolls-Royce in Dahlewitz bei Berlin entwickelte und baute. Der Standort gehört heute zu Rolls-Royce Deutschland.

Boeing 717-200 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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