Antonov An-24

Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.

Auch bekannt als: An-24 · Antonow An-24 · Coke (NATO-Codename) · An-24B · An-24RV · An-24T

UkraineAntonovTurbopropsICAO-Typcode: AN2411 Min. Lesezeit

AN24

ICAO-Typcode

1959

Erstflug

~50

Sitzplätze

~1.360

gebaute Exemplare

Das Wichtigste in Kürze

  • Die An-24 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop aus sowjetischer Entwicklung, Erstflug 1959, gebaut in rund 1.360 Exemplaren.
  • Entworfen für schlechte Pisten: Hoher Flügel, robustes Fahrwerk und wenig Bodengerät machten sie zum Standardflugzeug für entlegene Regionen.
  • Von der An-26 trennst du sie am Heck: Die An-24 hat einen normalen Rumpfabschluss, die An-26 eine hochgezogene Laderampe.
  • In der EU siehst du sie praktisch nicht mehr – die verbliebenen Maschinen fliegen vor allem in Russland, Zentralasien und Afrika.
  • Ihre Familie lebt weiter: An-26, An-30, An-32 und die chinesische Y-7/MA60 gehen auf die An-24 zurück.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Antonov An-24?
  2. 2.Technik: robust statt raffiniert
  3. 3.Die wichtigsten Varianten
  4. 4.Eine große Familie
  5. 5.So bestimmst du die An-24
  6. 6.Die An-24 in der DDR und im Ostblock
  7. 7.Wer fliegt die An-24 heute?
  8. 8.Wo du eine An-24 noch erwischst
  9. 9.Fototipps für die An-24
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerAntonov (Konstruktionsbüro in Kiew)
NATO-CodenameCoke
ICAO-TypcodeAN24
WirbelschleppenkategorieM (Medium)
ErstflugOktober 1959 (Quellen nennen den 20. bzw. 29. Oktober)
Linieneinsatzab 1962/63 bei Aeroflot, erste Passagierstrecke Kiew–Cherson
ProduktionKiew, Irkutsk und Ulan-Ude, bis in die zweite Hälfte der 1970er-Jahre
Gebaute Flugzeugerund 1.360 (Angaben schwanken leicht)
Triebwerke2 × Iwtschenko AI-24A (Turboprop, je rund 1.900 kW)
Länge23,53 m
Spannweite29,20 m
Höhe8,32 m
Max. Startgewicht21 t
Sitzplätzeje nach Version 44 bis 52, Standard rund 50
Reisegeschwindigkeitrund 450 km/h
Reichweitebis rund 2.400 km mit vollen Tanks
Besatzung3 bis 5, je nach Version und Betreiber

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Hochdecker mit zwei Propellerturbinen in langen, schmalen Gondeln, die weit hinter die Flügelhinterkante reichen
  • Das Hauptfahrwerk fährt in die Triebwerksgondeln ein, nicht in den Rumpf
  • Geschlossene Bugspitze ohne Verglasung – anders als beim Vermessungsflugzeug An-30
  • Schlanker, durchgehend runder Rumpf mit normalem Heck ohne Laderampe – das trennt sie von der An-26
  • Außenflügel leicht nach unten geneigt, dazu eine oder zwei Bauchflossen unter dem Rumpfheck
  • Bei der An-24RV sitzt im Heck der rechten Triebwerksgondel ein kleines Hilfsstrahltriebwerk mit eigener Austrittsöffnung

Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine Schotterpiste irgendwo in Sibirien, minus 30 Grad, kein Bodengerät weit und breit: Genau für solche Bedingungen wurde die Antonov An-24 gebaut. Der zweimotorige Turboprop war jahrzehntelang das Rückgrat des Regionalverkehrs in der Sowjetunion und ihren Partnerstaaten, flog für Aeroflot ebenso wie für Interflug, Cubana oder Air Koryo. Heute ist sie selten geworden, aber noch nicht verschwunden. Hier erfährst du, woher sie kommt, woran du sie erkennst, wie du sie von ihren zahlreichen Verwandten unterscheidest und wo du heute noch eine Chance auf eine Sichtung hast.

Ostblock-Klassiker im Hangar

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Was ist die Antonov An-24?

Die An-24 ist ein zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug für Kurz- und Regionalstrecken. Entwickelt wurde sie im Konstruktionsbüro Antonov in Kiew, das du vor allem durch Giganten wie die An-124 kennst. Die NATO gab dem Typ den Codenamen „Coke“.

Den Anstoß gab Aeroflot Ende der 1950er-Jahre: Gesucht war ein Flugzeug mit gut 30 Plätzen, das von kleinen, schlecht befestigten Plätzen bei wechselhaftem Wetter fliegen kann. Ziel war die Ablösung der alternden Kolbenmotor-Muster, allen voran die Li-2 – ein Nachbau der DC-3 – sowie die Iljuschin Il-12 und Il-14. Als Antrieb dienen zwei Propellerturbinen vom Typ Iwtschenko AI-24.

Der Erstflug fand im Oktober 1959 in Kiew statt; die Quellen nennen den 20. oder den 29. Oktober. Gegenüber der ursprünglichen Ausschreibung wuchs die Sitzzahl deutlich, die Serienfertigung lief Anfang der 1960er-Jahre an. Aeroflot setzte den Typ ab 1962/63 im Liniendienst ein, die erste Passagierstrecke führte von Kiew nach Cherson.

Gebaut wurde die An-24 in drei Werken: in Kiew, in Irkutsk und in Ulan-Ude. Den Löwenanteil lieferte das Kiewer Werk. Bis die Serie in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre auslief, entstanden laut gängigen Nachschlagewerken rund 1.360 Exemplare. Häufig wird angegeben, dass die An-24 in ihren besten Jahren etwa ein Drittel aller Passagierbewegungen in der Sowjetunion abwickelte – ein Hinweis darauf, wie zentral der Typ für das riesige Streckennetz war. Den Gesamtzusammenhang liefert der Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge, mehr zum Hersteller steht auf der Seite zu Antonov.

AN24ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
~50Sitzplätze in der Standardauslegung
21 tmaximales Startgewicht

Technik: robust statt raffiniert

Die An-24 ist gut 23,5 Meter lang und hat eine Spannweite von 29,2 Metern. Mit einem maximalen Startgewicht von 21 Tonnen liegt sie in der Größenordnung einer ATR 42 oder einer Fokker 50, wirkt aber kantiger und massiver. Die beiden AI-24A-Turbinen leisten je rund 1.900 kW und treiben Vierblattpropeller an. In der Regel finden etwa 50 Passagiere Platz, je nach Version und Betreiber zwischen 44 und 52. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei rund 450 km/h, mit vollen Tanks schafft sie bis zu etwa 2.400 Kilometer.

Was die An-24 ausmacht, sind weniger die Zahlen als die Auslegung auf raue Bedingungen:

  • Hoher Flügel: Triebwerke und Propeller sitzen weit über dem Boden und sind so besser vor Steinen und Schmutz von unbefestigten Pisten geschützt.
  • Kräftiges Fahrwerk: Das Hauptfahrwerk fährt in die Triebwerksgondeln ein und ist für Gras-, Schotter- und Schneepisten ausgelegt.
  • Wenig Bodengerät nötig: Der Typ war darauf ausgelegt, auch dort zu funktionieren, wo es weder Treppen noch Schlepper noch Startstromwagen gibt.
  • Viel Leistung im Verhältnis zum Gewicht: Das hilft bei kurzen Pisten, Hitze und großer Höhe.

Auf den Klang achten

Viele Spotter empfinden den Klang der AI-24-Turbinen als rauer als den moderner westlicher Turboprops. Wie du Typen am Geräusch unterscheidest, erklärt der Beitrag Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.

Die wichtigsten Varianten

Über die Jahrzehnte entstand eine ganze Reihe von Versionen. Für Spotter sind vor allem diese relevant:

Variante Besonderheit
An-24 / An-24A frühe Serienversionen mit rund 44 Sitzen
An-24B verbesserte Passagierversion mit mehr Sitzen und größeren Tanks
An-24V Exportversion, später mit doppelten Bauchflossen
An-24RV mit zusätzlichem Strahltriebwerk RU-19A-300 in der rechten Gondel
An-24T militärische Transportversion mit Frachtluke im hinteren Rumpfboden
An-24RT Transportversion mit Zusatztriebwerk

Die An-24RV ist die Version, die dir am ehesten begegnet. Das kleine Strahltriebwerk im Heck der rechten Triebwerksgondel liefert bei Bedarf zusätzlichen Schub, etwa bei Starts von heißen oder hoch gelegenen Plätzen, und arbeitet am Boden als Hilfsaggregat. Von hinten siehst du an dieser Gondel eine zweite Austrittsöffnung – das sicherste Merkmal, um eine RV von einer einfachen An-24B zu trennen.

Die An-24T sieht auf den ersten Blick aus wie die Passagierversion, hat aber eine Ladeluke im Rumpfboden unter dem Heck. Eine richtige Laderampe bekam erst die Weiterentwicklung An-26.

Eine große Familie

Kaum ein Regionalflugzeug hat so viele Ableger hervorgebracht wie die An-24. Wer die Familie kennt, bestimmt auch die Verwandten schneller.

  • An-26: Frachtversion mit hochgezogenem Heck und Laderampe, dazu ein Beobachtungsfenster an der Rumpfseite. Sie ist heute vielerorts häufiger anzutreffen als die An-24.
  • An-30: Vermessungs- und Luftbildflugzeug mit verglaster Nase und erhöhtem Cockpit.
  • An-32: Weiterentwicklung der An-26 für heiße und hoch gelegene Regionen. Die Triebwerke sitzen auffällig hoch über dem Flügel, die Propeller sind größer.
  • Xian Y-7 und MA60: In China entstand auf Basis der An-24 zunächst die Y-7, daraus später die MA60 mit westlichen Triebwerken.
  • An-140: Der zivile Nachfolger aus dem Hause Antonov, allerdings eine weitgehend neue Konstruktion – ebenfalls ein Hochdecker mit zwei Propellerturbinen.

In Russland ist inzwischen die Iljuschin Il-114-300 als Ersatz für die An-24 vorgesehen. Bis die Flotten getauscht sind, bleiben die vorhandenen Maschinen dank verlängerter Nutzungsdauer im Einsatz.

So bestimmst du die An-24

Zweimotorige Propeller-Hochdecker gibt es viele. Drei Blicke reichen aber meist, um die An-24 sicher zu bestimmen.

Gondeln ansehen

Die Triebwerksgondeln sind lang und schmal und reichen weit hinter den Flügel, weil das Hauptfahrwerk darin verschwindet. Bei ATR und Dash 8 sind sie kürzer, bei der ATR sitzt das Fahrwerk am Rumpf.

Heck prüfen

Ein normales, rundes Rumpfheck ohne Rampe spricht für die An-24. Ein nach oben gezogenes Heck mit Ladeklappe weist auf An-26 oder An-32 hin.

Nase und Fenster

Die Passagierversion hat eine geschlossene Nase und eine lange Reihe runder Kabinenfenster. Eine stark verglaste Bugspitze deutet auf die An-30 hin.

Am Ende bestätigen Kennzeichen und Typcode deine Bestimmung. Wie Typcodes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt, die Länderpräfixe findest du unter Länderkennungen von Flugzeugen.

Schnellbestimmung: Antonov-Turboprop

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Antonov An-24

Lange Gondeln mit Fahrwerk, normales Heck und eine Betreiber-Lackierung aus der GUS oder Afrika passen zur An-24. Achte auf das Zusatztriebwerk rechts – dann ist es eine An-24RV.

Wahrscheinlich

Antonov An-26

Das hochgezogene Heck mit Rampe ist das klare Zeichen der Frachtversion. Oft sitzt zusätzlich ein gewölbtes Beobachtungsfenster an der Rumpfseite.

Selten

Antonov An-32

Triebwerke, die hoch über dem Flügel thronen, gibt es in dieser Familie nur bei der An-32. Sie ist vor allem bei Luftstreitkräften im Einsatz.

Möglich

Xian Y-7 oder MA60

Chinesische Nachbauten und Weiterentwicklungen sehen der An-24 sehr ähnlich. Bei der MA60 helfen das Kennzeichen, die Airline und der Typcode im Tracking.

Wahrscheinlich

ATR 42/72 oder Dash 8

Kurze Gondeln und ein Fahrwerk am Rumpf sprechen für westliche Turboprops. Bei der Dash 8 fährt das Fahrwerk zwar in die Gondeln, sie hat aber ein T-Leitwerk.

Merkmal An-24 An-26 ATR 42 Dash 8-100
Heck rund, ohne Rampe hochgezogen, Rampe rund, T-Leitwerk rund, T-Leitwerk
Leitwerk konventionell konventionell T-Leitwerk T-Leitwerk
Hauptfahrwerk in den Gondeln in den Gondeln Rumpfverkleidung in den Gondeln
Einsatz heute selten häufiger, meist Fracht weit verbreitet weit verbreitet

Das Leitwerk ist dabei ein besonders schnelles Kriterium: Die An-24 hat ein konventionelles Leitwerk mit tief am Rumpf angesetztem Höhenleitwerk, während ATR und Dash 8 T-Leitwerke tragen. Einen ausführlichen Überblick über die gängigen Propellerflugzeuge findest du im Beitrag Turboprops unterscheiden.

Die An-24 in der DDR und im Ostblock

Auch in Deutschland hat die An-24 Geschichte geschrieben. Die Interflug stellte ihr Inlandsnetz ab 1967 auf den Typ um. Lange hielt das nicht: 1980 endete der Inlandsverkehr der DDR-Airline – die An-24 galt als unwirtschaftlich, zudem sanken die Passagierzahlen durch Auto und schnelle Bahnverbindungen. Mehr zur Geschichte der Staatsairline erzählt der Beitrag Interflug.

Darüber hinaus flog die An-24 bei vielen Fluggesellschaften des Warschauer Pakts und befreundeter Staaten. Die kubanische Cubana de Aviación setzte sie lange im Inland ein, die nordkoreanische Air Koryo nutzte sie für Inlandsverbindungen; welche Maschinen dort heute noch aktiv sind, ist von außen kaum zu überprüfen. Bei Aeroflot selbst war die An-24 über Jahrzehnte allgegenwärtig, bevor die regionalen Direktionen nach 1991 in zahlreiche eigenständige Airlines zerfielen – viele davon übernahmen die An-24 und fliegen sie zum Teil bis heute.

Wer fliegt die An-24 heute?

Von den rund 1.360 gebauten Maschinen ist nur noch ein kleiner Teil aktiv. Laut gängigen Flottenübersichten waren 2023 weltweit rund 90 An-24 im Einsatz, überwiegend in Russland, anderen GUS-Staaten und Afrika. In Russland zählen laut Flottenlisten der vergangenen Jahre vor allem Regionalairlines in Sibirien und im Fernen Osten zu den Nutzern, etwa Polar Airlines, IrAero, Angara Airlines oder Yakutia. Dort ist der Typ oft eines der wenigen Muster, die bestimmte Pisten überhaupt anfliegen können.

In Russland wurde die zulässige Nutzungsdauer der Maschinen verlängert; nach russischen Angaben können sie bis in die 2030er-Jahre fliegen. Gleichzeitig steigen die Wartungskosten, und Ersatzteile sind knapp. Als russischer Ersatz ist die Il-114-300 vorgesehen.

Stand Oktober 2026

Die An-24-Flotten schrumpfen kontinuierlich. Maschinen werden ausgemustert, verkauft oder fallen nach Zwischenfällen aus. Prüf vor jeder Reise aktuelle Flottenlisten und Bewegungen nach dem Typcode AN24 – die Lage ändert sich schnell.

Wo du eine An-24 noch erwischst

Für Spotter in Mitteleuropa ist die An-24 heute eine echte Rarität. Russische Maschinen dürfen seit 2022 nicht mehr in den EU-Luftraum einfliegen, belarussische Airlines sind bereits seit 2021 ausgesperrt. Der ukrainische Luftraum ist seit 2022 für den zivilen Linienverkehr gesperrt, ukrainische An-24 fallen als Besucher damit ebenfalls weg. Eine An-24 im Linienbetrieb an einem deutschen Flughafen ist damit praktisch ausgeschlossen.

Realistische Chancen hast du auf Reisen:

Region Trefferchance Warum
Russland, Sibirien und Ferner Osten hoch größte verbliebene Flotten bei Regionalairlines
Zentralasien und andere GUS-Staaten mittel einzelne Betreiber mit Restbeständen
Teile Afrikas niedrig bis mittel Charter- und Regionalbetreiber, oft wechselnd
EU und Westeuropa sehr niedrig Flugverbote und kaum aktive Betreiber

Wichtig: In Russland und Belarus gelten beim Fotografieren an Flughäfen strenge Regeln. Was du wissen musst, bevor du dort die Kamera auspackst, erklärt der Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus. Wer den Typ nicht nur sehen, sondern auch erleben will, findet Anregungen im Artikel Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.

Seltene Typen nicht verpassen

Setz die An-24 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Bereit für die Jagd auf die Coke?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich kenne den Unterschied zwischen An-24 und An-26.
  • Ich filtere im Tracking-Dienst nach dem Typcode AN24.
  • Ich habe mich über Fotoregeln im Reiseland informiert.
  • Ich weiß, welche Airlines am Zielort noch An-24 fliegen.
  • Ich habe die Verschlusszeit für Propeller im Kopf.

Fototipps für die An-24

Die An-24 ist ein Motiv mit Charakter: verwitterte Lackierungen, rußige Gondeln und oft eine Kulisse aus Schnee, Steppe oder Tundra.

Propeller in Bewegung zeigen

Eine zu kurze Verschlusszeit friert die Propeller ein. Mit etwas längerer Belichtung und Mitziehen bekommst du den typischen Propellerkreis.

Seitenansicht für die Gondeln

Eine saubere Seitenansicht zeigt die langen Triebwerksgondeln und das rampenlose Heck – die beiden wichtigsten Merkmale gegenüber der An-26.

Heck der RV dokumentieren

Bei der An-24RV lohnt ein Bild von schräg hinten auf die rechte Gondel. Die zweite Austrittsöffnung beweist die Variante.

Umgebung mitnehmen

Gerade an kleinen Plätzen erzählt die Umgebung die Geschichte mit: Schotterpiste, Holzterminal, Winterlandschaft.

Welche Verschlusszeiten bei Propellern funktionieren, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren. Wie du die Rarität deiner Sichtung einordnest, steht in Seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die An-24, wenn …

  • zwei Turboprops in langen Gondeln unter einem hohen Flügel hängen
  • das Rumpfheck normal und rund ist
  • das Höhenleitwerk tief am Rumpf sitzt
  • im Tracking-Dienst AN24 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • eine Ladeluke im Rumpfboden sichtbar ist – dann kann es eine An-24T sein
  • die Maschine chinesisch registriert ist – dann eher Y-7 oder MA60
  • die Bugspitze verglast ist – das passt eher zur An-30

Es ist keine An-24, wenn …

  • das Heck hochgezogen ist und eine Rampe hat – dann bist du bei der An-26
  • das Flugzeug ein T-Leitwerk trägt
  • vier Triebwerke unter dem Flügel hängen – das deutet auf An-12 oder Il-18
  • Strahltriebwerke statt Propeller zu sehen sind, wie bei der Jak-40

Fazit

Die An-24 ist eines der wichtigsten Regionalflugzeuge der Luftfahrtgeschichte – nicht wegen spektakulärer Technik, sondern weil sie dort flog, wo sonst nichts flog. Hoher Flügel, lange Gondeln mit Fahrwerk und ein rampenloses Heck machen sie unverwechselbar, sobald du sie einmal von der An-26 trennen kannst. In Europa ist sie heute praktisch verschwunden, in Sibirien, Zentralasien und Teilen Afrikas arbeitet sie aber noch – und jede Sichtung wird mit den Jahren wertvoller.

Kurzfazit

Zwei Turboprops, hoher Flügel, normales Heck, Typcode AN24: Das ist die An-24. Wer sie sehen will, muss reisen – und beeilt sich besser, denn die Flotten werden jedes Jahr kleiner.

Zusammenfassung

  • Die An-24 entstand Ende der 1950er-Jahre als Ersatz für Kolbenmotor-Flugzeuge wie Li-2 und Il-14 im sowjetischen Regionalverkehr.
  • Rund 1.360 Maschinen entstanden in Kiew, Irkutsk und Ulan-Ude, dazu kamen Ableger wie An-26, An-30 und An-32.
  • Erkennungsmerkmale sind der hohe Flügel, die langen Triebwerksgondeln mit Fahrwerk und das normale, rampenlose Heck.
  • Heute ist sie eine Rarität: Für Mitteleuropäer ist eine Sichtung meist nur noch auf Reisen oder in der Geschichte zu haben.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die An-24?

Die An-24 läuft unter AN24. Die Ableger haben eigene Codes, etwa AN26 für die An-26 und AN32 für die An-32. So kannst du im Tracking-Dienst gezielt nach dem Grundmuster filtern.

Was ist der Unterschied zwischen An-24 und An-26?

Die An-26 ist die Frachtversion mit hochgezogenem Rumpfheck und einer Laderampe, die sich nach unten und nach vorn unter den Rumpf schiebt. Die An-24 hat ein normales, rundes Heck und dient vor allem als Passagierflugzeug. Von vorn sehen sich beide sehr ähnlich, der Blick aufs Heck entscheidet.

Wofür hat die An-24RV ein zusätzliches Strahltriebwerk?

In der rechten Triebwerksgondel steckt ein kleines Strahltriebwerk vom Typ RU-19A-300. Es liefert zusätzlichen Schub, etwa bei Starts von heißen oder hoch gelegenen Plätzen, und dient am Boden auch als Hilfsaggregat. Von hinten erkennst du die Maschine an der zusätzlichen Austrittsöffnung.

Wie viele An-24 wurden gebaut?

Die gängigen Nachschlagewerke nennen rund 1.360 Exemplare, die meisten davon aus dem Werk in Kiew. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle leicht, weil Prototypen, Militär- und Sonderversionen unterschiedlich gezählt werden.

Ist die Xian MA60 eine An-24?

Nicht direkt, aber sie stammt von ihr ab. China baute die An-24 zunächst als Xian Y-7 nach und entwickelte daraus später die MA60 mit westlichen Triebwerken und modernisierter Ausstattung. Die Grundform mit hohem Flügel und Triebwerken in langen Gondeln ist noch gut zu erkennen.

Kann ich eine An-24 in Deutschland sehen?

Im Linienverkehr kaum noch. Russische und belarussische Betreiber dürfen nicht in den EU-Luftraum einfliegen, und andere Betreiber setzen den Typ fast nur in ihren Heimatregionen ein. Realistisch sind Reisen nach Zentralasien, Afrika oder Russland – wobei du dort die jeweiligen Fotografierregeln kennen musst.

Ist die An-24 heute noch im Einsatz?

Ja, aber in schrumpfender Zahl. Laut gängigen Flottenübersichten waren 2023 noch rund 90 Maschinen weltweit aktiv, vor allem in Russland, anderen GUS-Staaten und Afrika. Als Nachfolger in Russland gilt die Iljuschin Il-114-300.

Antonov An-24 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Verwandte Flugzeugtypen

Frachter

Antonov An-26

Zwei Turboprops, ein hochgezogenes Heck mit einer Rampe, die unter den Rumpf gleitet, und ein kleines Strahltriebwerk in der rechten Gondel: Die An-26 ist der kleine Arbeitstransporter des Ostblocks. So erkennst du sie und so findest du sie heute noch.

Militär

Antonov An-32

Zwei Turboprops, die wie Rucksäcke oben auf dem Flügel sitzen: Die An-32 ist die Hot-and-High-Version der An-26, gebaut für heiße Pisten und Flugplätze im Gebirge – und als An-32P sogar zum Waldbrandlöschen.

Turboprop

Antonov An-140

Gedacht als Ablösung der An-24, gebaut in drei Ländern – und am Ende nur gut drei Dutzend Mal fertiggestellt: Die An-140 ist einer der seltensten Turboprops der Gegenwart. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.

Turboprop

Xian MA60

Hochdecker, zwei Propellerturbinen von Pratt & Whitney Canada und ein Flügel, der seine sowjetische Herkunft nicht verleugnet: Die MA60 ist Chinas Regional-Turboprop auf An-24-Basis – und in Europa eine echte Rarität.

Turboprop

Iljuschin Il-114

Tiefdecker statt Schulterdecker, sechs Propellerblätter pro Seite und eine wechselvolle Geschichte zwischen Taschkent und Luchowizy: So erkennst du die Il-114 und ihre Neuauflage Il-114-300 – und so steht es um den russischen Regional-Turboprop.

Frachter

Antonov An-12

Verglaste Nase, vier brummende Turboprops und ein Heck, an dem früher ein Bordschütze saß: Die An-12 ist ein Frachter aus den 1950ern, der bis heute durch Europa fliegt. So erkennst du sie und so erwischst du sie.

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Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

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