Das Wichtigste in Kürze
- Gegründet als Ausweichlösung: Interflug entstand im September 1958, weil der DDR-Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa international der Name streitig gemacht wurde. Ab 1. September 1963 war Interflug die einzige Airline der DDR.
- Codes und Basis: IATA-Code IF, ICAO-Code IFL, Rufzeichen INTERFLUG. Heimatflughafen und Firmensitz war Berlin-Schönefeld.
- Sowjetische Flotte, westliches Finale: Il-14, Il-18, Tu-134 und Il-62 prägten das Bild. 1989 kamen drei Airbus A310 hinzu – westliche Großraumjets in der Flotte einer DDR-Airline.
- Mehr als Linienflug: Zu Interflug gehörten auch Agrarflug, Bildflug, Vermessung und Kranarbeiten mit Hubschraubern.
- Abwicklung nach der Einheit: Das Bundeskartellamt stoppte 1990 die Übernahme durch Lufthansa, die Treuhand ordnete im Februar 1991 die Liquidation an. Der letzte Linienflug landete am 30. April 1991 in Schönefeld.
Inhaltsverzeichnis
Sie war die Airline eines Staates, den es seit 1990 nicht mehr gibt, und trotzdem taucht ihr Name bis heute in Spotter-Gesprächen auf: Interflug, die Fluggesellschaft der DDR. Rund drei Jahrzehnte lang flogen ihre Iljuschins und Tupolews von Berlin-Schönefeld nach Moskau, Havanna, Hanoi oder Athen. Zum Schluss kam sogar ein westlicher Großraumjet in die Flotte. Dieser Artikel erzählt die Geschichte von Interflug vom Namensstreit bis zur Abwicklung, stellt die Flotte vor und zeigt dir, wo du heute noch echte Interflug-Maschinen findest.
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Interflug in Kürze
Interflug war die staatliche und ab 1963 einzige Fluggesellschaft der DDR. Sie wurde im September 1958 gegründet, hatte ihren Sitz und Heimatflughafen in Berlin-Schönefeld und stellte den Flugbetrieb am 30. April 1991 ein. Die Airline trug den IATA-Code IF und den ICAO-Code IFL, im Funk meldete sie sich als INTERFLUG. Ihr Profil war breiter als das einer üblichen Fluggesellschaft: Neben Linien- und Charterverkehr gehörten Agrarflug, Luftbildaufnahmen, geophysikalische Vermessung und Montageflüge mit Hubschraubern zum Unternehmen.
Vorgeschichte: die Lufthansa der DDR
Die Wurzeln von Interflug liegen in einer Fluggesellschaft, die heute fast vergessen ist. Im April 1955 beschloss der Ministerrat der DDR, eine eigene Airline aufzubauen. Sie erhielt den Namen Deutsche Lufthansa – denselben Namen, den auch die neu gegründete westdeutsche Gesellschaft führte. Am 30. Juli 1955 landete die erste Iljuschin Il-14 in Schönefeld, im September folgte der erste offizielle Flug mit einer Regierungsdelegation nach Moskau. Die erste Linie verband ab Februar 1956 Berlin mit Warschau.
Das Problem war der Name. Die westdeutsche Lufthansa hatte Namen und Markenrechte der Vorkriegs-Lufthansa erworben und ging gerichtlich gegen die Nutzung im Osten vor. Im Ausland drohten Beschlagnahmen und Streit an jedem Flughafen, an dem beide Gesellschaften auftauchten. Die DDR reagierte im September 1958 mit einer Ausweichgesellschaft: Interflug, zunächst vor allem für Charterflüge gedacht, etwa zur Leipziger Messe.
Fünf Jahre lang existierten beide Unternehmen nebeneinander. Im Sommer 1963 beschloss die SED-Führung, die DDR-Lufthansa aufzulösen. Zum 1. September 1963 gingen Flugzeuge, Flugplätze und Streckenrechte auf Interflug über – ab da war sie die einzige Fluggesellschaft des Landes. Wie verworren die deutsche Luftfahrt in der Zeit der Teilung insgesamt war, zeigt auch die Geschichte der Berliner Luftbrücke und des Flughafens Tempelhof.
Das Streckennetz: von Moskau bis Havanna
Im Inland spielte der Linienverkehr nur eine Nebenrolle. Interflug flog von Berlin unter anderem nach Erfurt, Leipzig, Dresden, Heringsdorf und Barth, doch der Inlandsverkehr verlor an Bedeutung und wurde 1980 ganz eingestellt. Erfurt, Leipzig und Dresden blieben als internationale Flughäfen in Betrieb – heute kennst du sie als Flughafen Erfurt-Weimar, Flughafen Leipzig/Halle und Flughafen Dresden.
Das Rückgrat bildete das internationale Netz. Am Anfang standen Ziele im Ostblock wie Moskau, Warschau, Prag, Budapest und Sofia, dazu Belgrad und Tirana. Später kamen Ziele im Westen hinzu, etwa Athen ab 1979, Skandinavien, Österreich und Belgien. Mit der Il-62 wurde Interflug zur Langstrecken-Airline und flog unter anderem nach Havanna, Hanoi, zu weiteren Zielen in Asien und in mehrere afrikanische Hauptstädte.
Ein Kuriosum der Teilung: West-Berliner konnten über einen eigenen Grenzübergang an der Waltersdorfer Chaussee im Transit nach Schönefeld fahren, ab 1980 pendelte dort ein Bus zum Flughafen. Weil die Tarife deutlich unter denen westlicher Airlines lagen, war Interflug für viele eine günstige Alternative zu den Flügen ab Tegel. Erst im August 1989, wenige Monate vor dem Mauerfall, erhielt Interflug die Erlaubnis für eine Linie zwischen Leipzig und Düsseldorf – allerdings mit einem Umweg über die Tschechoslowakei, weil die innerdeutsche Grenze nicht direkt überflogen werden durfte.
1983 beförderte Interflug nach Unternehmensangaben rund 1,3 Millionen Passagiere. Wirtschaftlich war die Airline allerdings nie selbsttragend: Noch Anfang 1990 deckten die Ticketeinnahmen nach Aussage der damaligen Führung nur etwa die Hälfte der Kosten.
Die Flotte: Iljuschin, Tupolew und ein Airbus
Für Spotter ist die Flotte der spannendste Teil der Geschichte. Interflug flog fast ausschließlich Typen aus der Sowjetunion – mit einer bemerkenswerten Ausnahme am Ende. Einen Überblick über die gesamte Familie dieser Flugzeuge gibt der Artikel Sowjetische Verkehrsflugzeuge.
| Typ | Rolle bei Interflug | Zeitraum (grob) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Iljuschin Il-14 | erstes Linienflugzeug, Kurz- und Mittelstrecke | ab 1955 bis Ende der 1960er | teils in der DDR in Lizenz gebaut |
| Iljuschin Il-18 | Turboprop-Arbeitspferd im Europaverkehr | ab 1960/61 bis 1991 | flog nach der Wende bei Berline weiter |
| Antonov An-24 | Regional- und Inlandsverkehr | etwa 1966 bis Mitte der 1970er | nur kleine Stückzahl |
| Tupolew Tu-134 | erster Jet, europäisches Netz | 1968/69 bis 1991 | flog den letzten Linienflug |
| Iljuschin Il-62 | Langstrecke und Regierungsflüge | 1970 bis 1991 | Hecktriebwerke, Interflug-Symbol schlechthin |
| Airbus A310 | Langstrecke | 1989 bis 1991 | drei Maschinen aus dem Westen |
Il-14 und Il-18: die Propellerjahre
Die Iljuschin Il-14 war das erste Muster der DDR-Lufthansa; einzelne Maschinen entstanden im Lizenzbau in Dresden. Ab 1960/61 kam die viermotorige Iljuschin Il-18 hinzu. Der Turboprop flog bis zum Schluss: Nach der Abwicklung übernahmen ehemalige Interflug-Mitarbeiter fünf Il-18 und flogen damit als Berline Fracht- und Charterflüge ab Schönefeld, bis auch dieses Unternehmen 1994 insolvent wurde. Für den Regionalverkehr setzte Interflug in den 1960er-Jahren außerdem einige Antonov An-24 ein.
Tu-134 und Il-62: das Jet-Zeitalter
Ende der 1960er-Jahre begann mit der Tupolew Tu-134 das Jet-Zeitalter bei Interflug. Der zweistrahlige Jet mit den Triebwerken am Heck und der verglasten Navigatorkanzel in der Nase war vor allem für das europäische Netz zuständig. 1970 folgte die Iljuschin Il-62, der vierstrahlige Langstreckenjet mit den paarweise am Heck montierten Triebwerken. Die Il-62 flogen die Fernstrecken und dienten auch für Staats- und Regierungsflüge.
Nicht in der eigenen Flotte, aber zeitweise in Interflug-Farben unterwegs: Einige Regierungsmaschinen, etwa Tupolew Tu-154 der Luftstreitkräfte, trugen die zivile Bemalung, gehörten aber nicht zu Interflug. Für die Spotter-Archive ist diese Unterscheidung bis heute eine kleine Falle.
Der Airbus A310: der Westjet aus dem Osten
Die größte Überraschung kam ganz am Ende. Nachdem die westliche Exportkontrolle (CoCom) zivile Verkehrsflugzeuge von ihrer Sperrliste genommen hatte, vermittelte der damalige Airbus-Aufsichtsratschef Franz Josef Strauß gemeinsam mit einem Bankenkonsortium ein Geschäft: Interflug erhielt drei Airbus A310, die 1989 übergeben wurden. Die Crews wurden in Frankreich und Westdeutschland geschult, die Wartung übernahm Lufthansa Technik. Mit der größeren Reichweite konnte Interflug Kuba nonstop erreichen, wo die Il-62 noch eine Tankpause im kanadischen Gander gebraucht hatte.
Lange blieb der A310 nicht in Ostberliner Diensten. Nach der Abwicklung übernahm 1991 die Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums alle drei Maschinen. Die frühere DDR-ABC flog dort als 10+23, wurde 2021 ausgemustert und steht seit Herbst 2025 im Serengeti-Park Hodenhagen. Wie sich der Typ später als Tank- und Transportflugzeug weiterentwickelte, zeigt der Steckbrief zum Airbus A310 MRTT.
Kennzeichen lesen wie ein Historiker
An den Kennzeichen erkennst du die Epoche eines Interflug-Fotos: zunächst DM-, später DDR- und nach der Wiedervereinigung D-. Die Il-62 der Unglücke trugen etwa DM-SEA (1972) und DDR-SEW (1989), der letzte Linienflug lief mit der Tu-134 D-AOBC. Mehr zur Systematik erklärt der Artikel Geschichte der deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Mehr als eine Airline: Agrarflug und Bildflug
Ein Teil von Interflug, den man im Westen kaum kannte, war der Agrarflug. Bereits 1957 setzte die Wirtschaftsflug-Sparte der DDR-Lufthansa das tschechoslowakische Agrarflugzeug L-60 Brigadyr ein; 1963 ging die Sparte an Interflug über. Ab 1967 kam die Z-37 Čmelák in großer Zahl hinzu. In Leipzig-Mockau entstand im selben Jahr eine Agrarflugschule, die bis 1990 mehr als 400 Piloten ausbildete. Ende der 1980er-Jahre waren rund 280 Fluggeräte im Agrareinsatz.
Daneben betrieb Interflug einen Bereich für Luftbildaufnahmen, geophysikalische Messflüge und Kranarbeiten mit Hubschraubern. Ein Beispiel ist die Elektrifizierung von Strecken der Deutschen Reichsbahn, bei der um 1981 Hubschrauber Montagearbeiten übernahmen, oft bei laufendem Bahnbetrieb. In den 1980er-Jahren kamen außerdem Let L-410 hinzu, die nicht im Linienverkehr flogen.
Die schweren Unglücke
Zur Geschichte von Interflug gehören auch mehrere schwere Unfälle. Die folgenschwersten waren:
- 14. August 1972, Königs Wusterhausen: Nach einem Brand im Heckbereich stürzte die Il-62 DM-SEA kurz nach dem Start ab. Alle 156 Menschen an Bord kamen ums Leben – bis heute das folgenschwerste Flugzeugunglück auf deutschem Boden.
- 1975, Anflug auf Leipzig: Die Tu-134 DM-SCD streifte im Anflug eine Funkantenne und stürzte ab, mehr als 20 Menschen starben.
- 1979, Luanda (Angola): Die Il-18 DM-STL verunglückte nach dem Start, alle zehn Insassen starben.
- 1989, Berlin-Schönefeld: Die Il-62 DDR-SEW kam beim Startabbruch von der Bahn ab und geriet in Brand. Rund 20 Insassen und auch Menschen am Boden kamen ums Leben.
Glimpflich endete 1977 eine harte Landung einer Tu-134 in Schönefeld: Die Maschine wurde zerstört, alle Insassen überlebten. Wie Flugsicherung und Unfalluntersuchung sich über die Jahrzehnte entwickelt haben, zeigt die Geschichte der Flugsicherung.
Wende und Abwicklung
Mit dem Mauerfall änderte sich für Interflug alles. Im April 1990 kündigten die Verkehrsminister beider deutscher Staaten eine Beteiligung der Lufthansa von 26 Prozent an; im Juli 1990 zeigte sich der Lufthansa-Vorstand sogar zur vollständigen Übernahme bereit. Doch das Bundeskartellamt lehnte den Zusammenschluss Ende Juli 1990 ab. Die Verluste stiegen, im Herbst 1990 auf rund eine Million D-Mark pro Woche.
Ein tragfähiger Käufer fand sich nicht. Am 7. Februar 1991 ordnete die Treuhandanstalt die Liquidation an. Der letzte Linienflug führte am 30. April 1991 mit der Tu-134 D-AOBC von Wien nach Berlin-Schönefeld. Von rund 8.000 Beschäftigten übernahm Lufthansa etwa 1.000, darunter 450 aus der Technik. Interflug teilt damit das Schicksal vieler einst großer Namen, die der Artikel Große Airline-Pleiten in Europa beschreibt – auch wenn hier eher die Politik als der Markt das Ende besiegelte. Den Markennamen erwarb Jahre später ein Hamburger Unternehmen, ein Charterprojekt unter dem Namen scheiterte 2005 mit einer Insolvenz.
Der Heimatflughafen lebte weiter: Schönefeld wurde nach der Wende ausgebaut und ist heute Teil des Flughafens Berlin Brandenburg. Wo einst Il-62 und Tu-134 standen, spottest du heute von der Besucherterrasse am BER aus moderne Zweistrahler. Tipps für die Region liefert der Guide Planespotting am BER.
Interflug heute: Spuren für Spotter
Fliegende Interflug-Maschinen gibt es nicht mehr, doch einige Flugzeuge haben überlebt. Die berühmteste ist die Il-62 „Lady Agnes“ auf dem Flugplatz Stölln/Rhinow in Brandenburg. Am 23. Oktober 1989 landete Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach die DDR-SEG auf der nur rund 900 Meter langen Graspiste – eine fliegerische Leistung, über die bis heute gesprochen wird. Den Namen erhielt die Maschine nach Agnes, der Frau von Otto Lilienthal, der in der Nähe am Gollenberg 1896 tödlich verunglückte. Heute dient das Flugzeug als Museum und Standesamt.
Weitere Il-62 stehen in Leipzig und in Merseburg, dort im Luftfahrt- und Technikmuseum. Wer sich allgemein für die Luftfahrt der DDR interessiert, findet im Deutschen Technikmuseum Berlin und im Flugplatzmuseum Cottbus weitere Stücke aus dieser Zeit. Zugang, Öffnungszeiten und Nutzung der Ausstellungsstücke ändern sich gelegentlich – prüf das vor dem Besuch direkt beim Betreiber.
Deine Interflug-Spurensuche
- Ich habe die Il-62 „Lady Agnes“ in Stölln besucht.
- Ich habe eine der Il-62 in Leipzig oder Merseburg gesehen.
- Ich habe den ehemaligen Interflug-A310 im Serengeti-Park gesehen.
- Ich habe von der Besucherterrasse am BER auf das alte Schönefelder Gelände geschaut.
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Fazit
Interflug begann als juristische Notlösung und wurde zur Visitenkarte der DDR am Himmel. Mit Il-18, Tu-134 und Il-62 verband sie Ostberlin mit Moskau, Havanna und Hanoi, dazu kamen Agrar- und Arbeitsflüge im eigenen Land. Der Airbus A310 kam 1989 zu spät, um die Airline noch zu verändern: Nach Kartellamts-Veto und Treuhand-Entscheidung endete der Flugbetrieb im April 1991. Ein Steckbrief der Airline steht zusätzlich unter Interflug.
Kurzfazit
Interflug war von 1963 bis 1991 die einzige Airline der DDR – sowjetisch geprägt, mit Il-62 auf der Langstrecke und Tu-134 in Europa, am Ende sogar mit Airbus A310. Wer heute ihre Spuren sucht, findet sie vor allem in Stölln, Leipzig und Merseburg.
Zusammenfassung
- Interflug war von 1963 bis 1991 die staatliche und einzige Fluggesellschaft der DDR mit Sitz in Berlin-Schönefeld.
- Die Flotte bestand fast ausschließlich aus sowjetischen Typen; die Il-62 bediente die Langstrecke nach Kuba, Afrika und Asien, die Tu-134 das europäische Netz.
- Zwei schwere Unglücke mit Il-62 (1972 bei Königs Wusterhausen und 1989 in Schönefeld) und der Tu-134-Absturz bei Leipzig 1975 gehören zur Geschichte der Airline.
- Nach der Wiedervereinigung fand sich kein tragfähiges Übernahmemodell; Interflug wurde abgewickelt. Erhaltene Il-62 in Stölln, Leipzig und Merseburg erinnern bis heute an die Airline.
Häufige Fragen
Was war Interflug?
Interflug war die staatliche Fluggesellschaft der DDR. Sie wurde im September 1958 gegründet und übernahm 1963 den gesamten zivilen Luftverkehr der DDR von der dortigen Deutschen Lufthansa. Neben Linien- und Charterflügen betrieb Interflug auch Agrarflug, Bildflug und Arbeitsflüge mit Hubschraubern.
Warum hieß die DDR-Airline nicht Lufthansa?
Die DDR hatte 1955 tatsächlich eine Deutsche Lufthansa gegründet. Die westdeutsche Lufthansa besaß jedoch die Rechte an Namen und Marke und ging juristisch dagegen vor. Um international unabhängig vom Namensstreit fliegen zu können, gründete die DDR 1958 Interflug als zweite Gesellschaft. 1963 wurde die DDR-Lufthansa aufgelöst und ihr Betrieb in Interflug überführt.
Welche Flugzeuge flog Interflug?
Die wichtigsten Typen waren Iljuschin Il-14, Iljuschin Il-18, Antonov An-24, Tupolew Tu-134 und Iljuschin Il-62. 1989 kamen drei Airbus A310 hinzu. Für Agrar- und Arbeitsflüge nutzte Interflug außerdem Leichtflugzeuge wie L-60 und Z-37 sowie Hubschrauber.
Was waren die Codes von Interflug?
Der IATA-Code war IF, der ICAO-Code IFL und das Rufzeichen INTERFLUG. Die Flugzeuge trugen zunächst Kennzeichen mit dem Präfix DM-, später DDR- und ab der Wiedervereinigung D-.
Wann flog Interflug zum letzten Mal?
Der letzte Linienflug fand am 30. April 1991 statt: Eine Tupolew Tu-134 mit dem Kennzeichen D-AOBC flog von Wien nach Berlin-Schönefeld. Die Treuhandanstalt hatte die Liquidation am 7. Februar 1991 angeordnet.
Was passierte mit den Airbus A310 von Interflug?
Nach dem Ende von Interflug übernahm 1991 die Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums alle drei A310. Eine der Maschinen, früher DDR-ABC, flog dort als 10+23, wurde 2021 ausgemustert und steht seit Herbst 2025 im Serengeti-Park Hodenhagen.
Wo kann ich heute noch Interflug-Flugzeuge sehen?
Die bekannteste ist die Il-62 „Lady Agnes“ auf dem Flugplatz Stölln/Rhinow, die 1989 auf der Graspiste landete und heute als Museum und Standesamt dient. Weitere Il-62 stehen in Leipzig und in Merseburg. Vor einem Besuch lohnt es sich, Zugang und Öffnungszeiten direkt beim jeweiligen Betreiber zu prüfen.
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