Das Wichtigste in Kürze
- Die G550 ist die verbesserte Gulfstream V: intern GV-SP, zugelassen 2003, mit 6.750 nm Reichweite und mehr als 600 gebauten Exemplaren.
- Schnellster Erkennungsweg: Hecktriebwerke, T-Leitwerk und sieben Ovalfenster pro Seite. Die G650 hat acht größere, die GV sechs.
- Im Tracking-Dienst heißt sie GLF5 – zusammen mit GV und G500. Ob es wirklich eine G550 ist, klärst du über das Kennzeichen.
- Zweites Leben als Sondermissionsplattform: Frühwarnflugzeuge mit Konformradar in Israel, Italien und Singapur, die Störversion EA-37B Compass Call bei der US Air Force.
- Deutscher Bezug: Die BR710-Triebwerke gehören zur Rolls-Royce-Familie BR700, die in Dahlewitz bei Berlin gefertigt wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Gulfstream G550?
- 2.Erfolgsmodell mit langem Atem
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.GV, G550, G650 oder G600?
- 5.G550, Global 6000 oder Falcon 7X?
- 6.Die G550 als Sondermissionsplattform
- 7.Wo du die G550 antriffst
- 8.Fototipps speziell für die G550
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Gulfstream Aerospace (USA) |
|---|---|
| Musterbezeichnung | GV-SP (Weiterentwicklung der Gulfstream V) |
| Varianten | G550, G500 (GV-SP mit weniger Treibstoff), militärische Versionen wie C-37B, EA-37B, CAEW |
| ICAO-Typcode | GLF5 (gemeinsam mit GV und G500) |
| FAA-Zulassung | 14. August 2003 |
| Indienststellung | 2004 |
| Produktionsende | letzte zivile Auslieferung im Juni 2021 |
| Gebaute Exemplare | mehr als 600 |
| Triebwerke | 2 × Rolls-Royce BR710 C4-11, je rund 68 kN Schub, am Heck montiert |
| Länge | rund 29,4 m |
| Spannweite | rund 28,5 m |
| Höhe | rund 7,9 m |
| Kabinenfenster | 14 ovale Fenster (sieben pro Seite) |
| Passagiere | 14 bis 19, je nach Kabinenauslegung |
| Reichweite (Herstellerangabe) | 6.750 nm |
| Max. Startgewicht | rund 41,3 t |
| Höchstgeschwindigkeit (MMO) | Mach 0,885 |
| Dienstgipfelhöhe | 51.000 ft |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke seitlich am Heck, T-Leitwerk und ein schlanker, langer Rumpf
- Sieben liegende Ovalfenster pro Seite – eines mehr als bei der älteren GV, eines weniger als bei der G650
- Die Einstiegstür sitzt weit vorn direkt hinter dem Cockpit, die Fensterreihe beginnt kurz dahinter
- Rumpf wirkt im Vergleich zur G650 sichtbar schmaler und weniger bullig, die Fenster kleiner
- Sondermissionsversionen tragen auffällige Radarverkleidungen an Nase, Rumpfseiten und Heck oder zusätzliche Antennen
- In Tracking-Diensten als GLF5 geführt – denselben Code tragen auch GV und G500
Aktualisiert: Oktober 2026 – Zwei Triebwerke am Heck, T-Leitwerk, ein langer, schlanker Rumpf und eine Reihe ovaler Fenster: Auf dem GA-Vorfeld sieht das nach „irgendeiner Gulfstream“ aus. Zählst du sieben Fenster pro Seite, hast du sehr wahrscheinlich eine Gulfstream G550 vor dir – den Langstrecken-Businessjet, der fast zwei Jahrzehnte lang das Bild großer Privatjets geprägt hat. Spannend für Spotter ist sie aber auch aus einem anderen Grund: Sie dient mehreren Luftstreitkräften als Sondermissionsplattform. Hier erfährst du, wie du die G550 sicher bestimmst, wie du sie von GV, G650 und Konkurrenz unterscheidest und welche militärischen Versionen du kennen solltest.
GLF5 im Hangar abhaken
Mit Planetrack hältst du jede G550-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flughafen und Spot fest und baust dir deine eigene Gulfstream-Sammlung auf. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Gulfstream G550?
Die G550 ist ein zweistrahliger Langstrecken-Businessjet von Gulfstream Aerospace aus Savannah im US-Bundesstaat Georgia. Technisch ist sie keine Neukonstruktion, sondern die gründlich überarbeitete Gulfstream GV. In den Zulassungsunterlagen heißt sie deshalb GV-SP, verkauft wurde sie als G550. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte die Musterzulassung am 14. August 2003, kurz darauf begann der Einsatz bei den ersten Kunden.
Laut Hersteller fliegt die G550 bis zu 6.750 nautische Meilen weit, also gut 12.500 Kilometer. Strecken wie Genf–Singapur oder München–Los Angeles schafft sie damit ohne Zwischenstopp. In der Kabine finden je nach Auslegung 14 bis 19 Passagiere Platz, im Alltag sind die meisten Kabinen aber großzügig mit Sitzgruppen, Esstisch, Küche und Ruhebereich eingerichtet. Geflogen wird sie von zwei Piloten, auf langen Strecken oft ergänzt durch Kabinenpersonal.
Was hat sich gegenüber der GV geändert? Gulfstream verlegte die Einstiegstür um rund 60 Zentimeter nach vorn und gewann damit nutzbare Kabinenlänge. Dazu kam ein siebtes Fensterpaar. Kleinere aerodynamische Verbesserungen brachten rund 250 nm zusätzliche Reichweite. Im Cockpit hielt das PlaneView-System mit Honeywell-Primus-Epic-Avionik, Head-up-Display und einem Enhanced Vision System von Elbit Einzug – eine Infrarotkamera, die bei schlechter Sicht ein Bild der Umgebung ins Blickfeld der Piloten projiziert.
Angetrieben wird die G550 von zwei Rolls-Royce BR710 mit je rund 68 Kilonewton Schub. Die BR700-Familie stammt aus dem Werk von Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz südlich von Berlin. Mehr zum Triebwerkshersteller liest du auf der Seite zu Rolls-Royce, mehr zum Flugzeughersteller bei Gulfstream Aerospace.
Erfolgsmodell mit langem Atem
Die G550 traf den Markt zur richtigen Zeit. Im Mai 2015 lieferte Gulfstream bereits das 500. Exemplar aus. Konkurrenten waren vor allem die Bombardier Global 6000 und die dreistrahlige Dassault Falcon 7X. Mit der größeren und moderneren G650 bekam sie im eigenen Haus starke Konkurrenz.
Ab 2019 übernahm die neu entwickelte G600 ihren Platz im Programm. Die letzte zivile G550 ging im Juni 2021 an ihren Kunden; insgesamt verließen mehr als 600 Exemplare die Hallen in Savannah. Kurz darauf endete die Fertigung. Die bestehende Flotte ist groß und fliegt weiter – als Spotter wirst du ihr noch lange begegnen.
Eine Kuriosität am Rande: Ab 2004 bot Gulfstream eine G550 mit kleineren Tanks und rund 5.800 nm Reichweite als G500 an. Diese frühe G500 verkaufte sich kaum und hat mit der heutigen Gulfstream G500 nichts zu tun – die ist eine komplett neue Konstruktion aus der Familie von G600 und G700.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Große Businessjets ähneln sich: Hecktriebwerke, T-Leitwerk, weiße Lackierung, oft ohne Logo. Bei Gulfstream hast du mit den liegenden Ovalfenstern ein starkes Erkennungszeichen. Die Kunst liegt darin, die Generationen auseinanderzuhalten.
Fenster zählen
Sieben ovale Fenster pro Seite sind das Kennzeichen der G550. Die GV hat sechs, die G650 acht – und die sind dort spürbar größer. Fotografiere die komplette Seitenansicht, dann zählst du später in Ruhe nach.
Rumpfform prüfen
Die G550 wirkt schlank und gestreckt, mit einem eher schmalen Rumpfquerschnitt. Die G650 ist breiter und bulliger, die Proportionen kompakter. Neben einer G650 sieht die G550 fast zierlich aus.
Typcode bestätigen
In Tracking-Diensten steht die G550 als GLF5. Weil GV und frühe G500 denselben Code tragen, klärt erst der Blick ins Register anhand des Kennzeichens, welche Version es genau ist.
Wie Typcodes aufgebaut sind und warum mehrere Varianten denselben Code teilen, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt. Wie du ein Kennzeichen liest und einem Land zuordnest, steht in Flugzeugkennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp: Die Tür als Lineal
Bei der G550 sitzt die Einstiegstür direkt hinter dem Cockpit, die Fensterreihe beginnt kurz danach. Zähle von der Tür nach hinten bis zur Tragfläche und darüber hinaus – so verzählst du dich auch auf weit entfernten Vorfeldern seltener. Mit Planetrack ordnest du die Sichtung anschließend Typ, Kennzeichen und Spot zu.
GV, G550, G650 oder G600?
Gulfstream entwickelt seine Modelle in Generationen, die sich auf den ersten Blick stark ähneln. Die Tabelle hilft dir beim Einordnen.
| Merkmal | GV | G550 | G650/G650ER | G600 |
|---|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | GLF5 | GLF5 | GLF6 | eigener Code |
| Fenster pro Seite | 6 | 7 | 8 (groß) | groß, neue Form |
| Triebwerk | Rolls-Royce BR710 | Rolls-Royce BR710 | Rolls-Royce BR725 | Pratt & Whitney Canada PW800 |
| Cockpit | klassisch | PlaneView | PlaneView II | Symmetry Flight Deck |
| Reichweite (Hersteller) | – | 6.750 nm | 7.000 / 7.500 nm | – |
Die GV ist die direkte Vorgängerin aus den späten 1990er-Jahren. Äußerlich ist sie der G550 extrem ähnlich – das fehlende siebte Fensterpaar und die etwas weiter hinten liegende Tür sind die wichtigsten Unterschiede. Noch eine Generation älter ist die G450, die auf der GIV basiert: Sie ist kürzer und fliegt mit Rolls-Royce-Tay-Triebwerken.
Die G650 ist eine echte Neukonstruktion mit breiterem Rumpf und stärker gepfeiltem Flügel. Die G600 schließlich hat die G550 im Programm abgelöst. Sie stammt aus einer neuen Familie und trägt andere Triebwerke; im Cockpit fliegt sie mit Sidesticks, von außen helfen vor allem die größeren Panoramafenster. Wer tiefer einsteigen will, findet im Guide Businessjet-Typen unterscheiden die Unterschiede zwischen Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger.
G550, Global 6000 oder Falcon 7X?
In ihrer aktiven Verkaufszeit hatte die G550 zwei Hauptkonkurrenten, beide auf Langstrecke ausgelegt. Alle drei begegnen dir in Europa regelmäßig auf denselben Vorfeldern. Der Finder grenzt sie mit drei Fragen ein.
Schnellbestimmung: Langstrecken-Bizjet der 2000er-Generation
Gulfstream G550 (oder GV)
Liegende Ovalfenster und ein schlanker Rumpf sind typisch für diese Gulfstream-Generation. Ob es eine G550 oder die ältere GV ist, zeigen die Fensterzahl und das Kennzeichen.
Bombardier Global 6000
Ein langer Rumpf mit einer langen Reihe eher rundlicher Fenster spricht für eine Global der Express-Familie.
Dassault Falcon 7X
Drei Triebwerke sind das klare Falcon-Merkmal. Gulfstream und Global haben immer nur zwei.
Die Falcon 7X schließt du am schnellsten aus: Ihr drittes Triebwerk sitzt mittig im Heck. Kniffliger ist die Global 6000, die wie die G550 zwei Hecktriebwerke und ein T-Leitwerk trägt. Sie wirkt aber gestreckter, und ihre Fenster sind nicht so ausgeprägt oval. Ihre Vorgängerin, die Global Express, sieht ihr sehr ähnlich.
Die G550 als Sondermissionsplattform
Große Reichweite, hohe Dienstgipfelhöhe von 51.000 Fuß, viel Platz und ein robustes Flugzeug mit weltweitem Support – diese Mischung machte die G550 für Luftstreitkräfte interessant. Entsprechend vielseitig sind ihre militärischen Ableger.
VIP-Transport (C-37B): In den US-Streitkräften fliegt die G550 als C-37B. Sie bringt Regierungsmitglieder und hohe Offiziere um die Welt und unterscheidet sich äußerlich kaum vom zivilen Modell – abgesehen von der Regierungsbemalung und der militärischen Kennung. Mehr dazu, wie du solche Maschinen bei Staatsbesuchen erwischst, steht im Beitrag Regierungsflugzeuge spotten.
Frühwarnflugzeug (CAEW): Israel Aerospace Industries baut die G550 zum Frühwarnflugzeug mit dem Radar EL/W-2085 um. Statt eines Rotordoms wie bei der Boeing E-3 Sentry sitzen die Antennen in konformen Verkleidungen, die direkt an den Rumpf angebaut sind: seitlich am Rumpf sowie in einer vergrößerten Nase und im Heck. Israel betreibt diese Maschinen unter dem Namen Eitam, Singapur betreibt vier Exemplare, die seit 2012 voll einsatzbereit sind, und Italien fliegt sie als E-550A. Wer einmal so eine G550 mit dicken Backen und Knollennase gesehen hat, vergisst den Anblick nicht.
Elektronische Kampfführung (EA-37B Compass Call): Die US Air Force ersetzt ihre alten EC-130H Compass Call durch eine G550-basierte Version. L3Harris und BAE Systems integrieren die Störelektronik. Ursprünglich hieß das Flugzeug EC-37B, im November 2023 wurde es in EA-37B umbenannt. Die erste Maschine für den Trainingsbetrieb ging im August 2024 an die Davis-Monthan Air Force Base in Arizona.
Aufklärung (MC-55A Peregrine): Die australische Luftwaffe beschafft unter dem Namen MC-55A Peregrine eine G550-Version für elektronische Kampfführung und Aufklärung; die erste Maschine traf im Januar 2026 auf der RAAF Base Edinburgh in Südaustralien ein. Wie US-Militärkennungen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Sondermissionen sind selten – und sensibel
Frühwarn- und Störversionen tauchen in Mitteleuropa höchstens bei Übungen, Airshows oder Überführungen auf. Viele militärische Maschinen senden nicht öffentlich sichtbar. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Standpunkten und halte dich an die Regeln an militärischen Flugplätzen.
Wie du Frühwarn- und Aufklärungsflugzeuge grundsätzlich unterscheidest, erklärt der Guide AWACS und Aufklärer erkennen. Ein moderner Vergleich mit großem Flachradar ist die Boeing E-7 Wedgetail. Tipps zum Verfolgen militärischer Flüge findest du in Militärflugzeuge online verfolgen.
Keine Gulfstream mehr verpassen
Leg einen Sichtungs-Alarm für den Typ GLF5 oder einzelne Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die G550 antriffst
Businessjets fliegen keine festen Linien. Die G550 taucht dort auf, wo Eigentümer, Firmen, Charterkunden oder Regierungen hinwollen – getaktet von Geschäftsreisen, Messen, Gipfeltreffen und Ferienzeiten. Mit mehr als 600 gebauten Exemplaren gehört sie zu den häufigsten großen Langstrecken-Bizjets überhaupt. Weil viele Maschinen inzwischen 15 bis 20 Jahre alt sind, wechseln sie häufiger den Besitzer – und damit oft Kennzeichen und Heimatland. Für Sammler ist das reizvoll: Dieselbe Seriennummer kann dir unter mehreren Registrierungen begegnen – mehr dazu im Beitrag Registrierungen sammeln.
Schweiz: Am Flughafen Genf sorgen internationale Organisationen, Banken und Privatreisende ganzjährig für viel Businessjet-Verkehr. Am Flughafen Zürich erreicht der Andrang rund um das Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar seinen Höhepunkt.
Deutschland: In München bringen Messen und die Sicherheitskonferenz im Februar zusätzlichen Geschäfts- und Regierungsverkehr. Auch Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Berlin sehen regelmäßig Gulfstreams.
Österreich: In Wien lohnt der Blick auf internationale Konferenzen, in Salzburg auf Festspielzeit und Skisaison.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Genf | hoch | Ganzjährig starker Businessjet-Verkehr |
| Zürich (Januar, WEF) | hoch | Viele Langstrecken-Jets in kurzer Zeit |
| München | mittel | Messen, Sicherheitskonferenz, Geschäftsverkehr |
| Wien | mittel | Konferenzen und internationale Organisationen |
| Salzburg (Saison) | mittel | Festspiele und Wintersport |
Die passenden Standpunkte: In Genf die Aussichtsterrasse, in Zürich der Butzenbüel, in München der Besucherhügel, in Salzburg die Besucherterrasse und in Wien die Besucherterrasse am Flughafen Wien. Allgemeine Tipps für den Bizjet-Fang liefert der Guide Businessjets spotten, ortsbezogene Hinweise stehen in den Guides Planespotting in Genf und Planespotting in Zürich. Wie du ein bestimmtes Flugzeug gezielt findest, erklärt Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Bereit für die G550-Jagd?
- Ich habe geprüft, ob am Zielflughafen eine Messe, Konferenz oder Saison ansteht.
- Ich habe einen Tracking-Dienst mit Filter auf GLF5 offen.
- Ich weiß, dass GLF5 auch eine GV sein kann, und prüfe das Kennzeichen.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe genug Brennweite für Maschinen auf entfernten GA-Vorfeldern dabei.
Fototipps speziell für die G550
Mit knapp 30 Metern Länge ist die G550 kleiner als jeder Airliner, aber groß genug für eindrucksvolle Bilder. Ihr schlanker Rumpf wirkt besonders im Profil elegant.
Seitenprofil für die Fensterzahl
Ein sauberes Seitenprofil beim Rollen zeigt alle sieben Fenster, Tür, Hecktriebwerke und T-Leitwerk. So ist dein Foto gleichzeitig ein Bestimmungsbeleg. Welche Objektive passen, steht im Guide Brennweite fürs Planespotting.
Weiß braucht Licht im Rücken
Die meisten G550 sind fast komplett weiß. Im Gegenlicht verlieren sie jede Zeichnung, mit der Sonne im Rücken bleiben Fenster und Zierlinien sichtbar. Belichte lieber etwas knapper.
Kennzeichen scharf erwischen
Weil GLF5 mehrere Versionen umfasst, ist das Kennzeichen dein wichtigster Beweis. Achte darauf, dass es am Rumpfheck oder Triebwerk lesbar ist.
Wann das Licht an deinem Spot passt, berechnest du vorab – wie, zeigt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Ob dein Standpunkt rechtlich unproblematisch ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die G550, wenn …
- zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk zu sehen sind
- du sieben liegende Ovalfenster pro Seite zählst
- der Rumpf schlank und gestreckt wirkt
- im Tracking-Dienst GLF5 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur sechs Fenster zählst – dann ist es wahrscheinlich eine GV
- der Rumpf kürzer wirkt – dann kommt eine G450 oder GIV infrage
- Nase, Rumpfseiten oder Heck dicke Verkleidungen tragen – dann ist es eine Sondermissionsversion
Es ist keine G550, wenn …
- du acht große Fenster pro Seite zählst – dann ist es eine G650 oder eine ihrer jüngeren Verwandten
- du drei Triebwerke siehst – dann ist es eine Falcon
- im Tracking-Dienst GLF6 steht – dann ist es eine G650
Fazit
Die G550 ist der Klassiker unter den großen Gulfstreams: weit verbreitet, zuverlässig und dank der sieben Ovalfenster gut bestimmbar, wenn du genau hinschaust. Ihren eigentlichen Reiz entfaltet sie für Sammler aber durch die Vielfalt – vom Firmenjet über den Regierungsflieger bis zum Frühwarnflugzeug mit Konformradar. Die Produktion ist beendet, doch die Flotte bleibt dir noch viele Jahre erhalten.
Kurzfazit
Hecktriebwerke, T-Leitwerk und sieben Ovalfenster pro Seite: Das ist die Gulfstream G550. Filtere nach GLF5, plane Genf, Zürich und München ein und kläre am Kennzeichen, ob es eine G550 oder eine GV ist – und halte bei Übungen Ausschau nach den seltenen Sondermissionsversionen.
Zusammenfassung
- Die G550 entstand als GV-SP aus der Gulfstream V. Die FAA ließ sie am 14. August 2003 zu, die letzte zivile Maschine ging im Juni 2021 an ihren Kunden.
- Gegenüber der GV bekam sie ein zusätzliches Fensterpaar, eine nach vorn versetzte Tür, weniger Luftwiderstand und das PlaneView-Cockpit.
- Fensterzahl, Rumpfform und der Typcode GLF5 trennen sie von G650, G600, Global 6000 und Falcon 7X.
- Als militärische Plattform fliegt sie als VIP-Transporter C-37B, als Frühwarnflugzeug mit IAI-Radar und als elektronisches Kampfflugzeug EA-37B.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Gulfstream G550?
Die G550 läuft unter GLF5. Denselben Code tragen auch die ältere Gulfstream V und die G500 der ersten Generation (eine G550 mit kleineren Tanks). Die moderne G650 heißt GLF6. Wenn du gezielt nach der G550 suchst, filterst du nach GLF5 und prüfst danach das Kennzeichen.
Was ist der Unterschied zwischen GV und G550?
Die G550 ist die verbesserte GV, intern GV-SP genannt. Sie hat ein siebtes Fensterpaar, eine rund 60 Zentimeter weiter vorn liegende Tür und dadurch eine längere nutzbare Kabine. Aerodynamische Feinarbeit zur Verringerung des Luftwiderstands bringt rund 250 nm mehr Reichweite. Im Cockpit kam das PlaneView-System mit Honeywell-Primus-Epic-Avionik dazu. Von außen hilft dir vor allem die Fensterzahl: sechs pro Seite bei der GV, sieben bei der G550.
Wie unterscheide ich die G550 von der G650?
Die G650 hat acht deutlich größere Fenster pro Seite und einen breiteren, kräftigeren Rumpf. Die G550 wirkt daneben schlanker, ihr Flügel ist weniger stark gepfeilt. Im Tracking-Dienst ist es eindeutig: GLF5 für die G550, GLF6 für die G650.
Was war die G500 der ersten Generation?
Gulfstream bot ab 2004 eine G550 mit kleinerer Treibstoffkapazität als G500 an, mit rund 5.800 nm Reichweite. Sie verkaufte sich nur in geringer Zahl. Nicht verwechseln: Die heutige Gulfstream G500 ist ein komplett neues Flugzeug aus der Familie von G600 und G700.
Welche Militärversionen der G550 gibt es?
In den USA fliegt sie als VIP-Transporter C-37B und als elektronisches Kampfflugzeug EA-37B Compass Call. Mit dem Frühwarnradar EL/W-2085 von Israel Aerospace Industries nutzen sie Israel (Eitam), Singapur und Italien (E-550A). Australien beschafft unter dem Namen MC-55A Peregrine eine Version für elektronische Kampfführung und Aufklärung.
Wird die G550 noch gebaut?
Für zivile Kunden nicht mehr. Die letzte zivile G550 wurde im Juni 2021 ausgeliefert, nachdem Gulfstream mehr als 600 Exemplare gebaut hatte. Die Fertigung endete im Sommer 2021. Nachfolgerin im Programm ist die G600.
Welche Triebwerke hat die G550?
Zwei Rolls-Royce BR710 in der Version C4-11 mit je rund 68 Kilonewton Startschub. Die BR700-Familie wird bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz bei Berlin gebaut. Die Nachfolgerin BR725 treibt die G650 an.
Gulfstream G550 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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