Das Wichtigste in Kürze
- Erfolgsmodell: Laut Branchenverband GAMA war die Phenom-300-Serie 2025 zum 14. Mal in Folge der meistausgelieferte Light Jet der Welt.
- Ein Pilot genügt: Die Phenom 300 ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen und deshalb auch bei Eignern beliebt, die selbst fliegen.
- Im Tracking als E55P: Die kleinere Phenom 100 läuft als E50P – und hat im Gegensatz zur 300 keine Winglets.
- Phenom 300E: Seit 2018 mit neuer Kabine, seit 2020 mit stärkeren PW535E1-Triebwerken und Mach 0,80 Höchstgeschwindigkeit.
- In Europa allgegenwärtig: NetJets Europe und zahlreiche Charterfirmen fliegen den Typ, an Business-Aviation-Plätzen gehört er zum Alltag.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Embraer (Brasilien), Endmontage seit 2016 vollständig in Melbourne, Florida |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | EMB-505 (Marktname Phenom 300) |
| Klasse | Light Jet |
| ICAO-Typcode | E55P (Wirbelschleppenkategorie M) |
| Erstflug | 29. April 2008 |
| Zulassung | Dezember 2009 (Brasilien und FAA), April 2010 (EASA) |
| Erste Auslieferung | 29. Dezember 2009 |
| Besatzung | 1 oder 2 Piloten (für Ein-Pilot-Betrieb zugelassen) |
| Passagiere | typisch 6 bis 8, je nach Ausstattung und Besatzung bis zu 10 |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW535E am Heck, seit 2020 PW535E1 mit rund 15,5 kN Schub |
| Länge | rund 15,6 m |
| Spannweite | rund 16 m (mit Winglets) |
| Höhe | rund 5 m |
| Max. Startgewicht | rund 8.400 kg (300E mit PW535E1) |
| Reichweite | rund 2.010 NM / 3.720 km (300E, fünf Insassen, mit Reserven) |
| Dienstgipfelhöhe | 45.000 ft |
| Höchstgeschwindigkeit | Mach 0,80 (300E ab 2020), schneller Reiseflug rund 464 Knoten |
| Avionik | Prodigy auf Basis Garmin G1000, spätere Baujahre Prodigy Touch auf Basis Garmin G3000 |
| Status | in Produktion als Phenom 300E (Stand Oktober 2026) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk – das gemeinsame Layout der Phenom-Familie
- Gepfeilte Flügel mit nach oben gezogenen Winglets – das wichtigste Merkmal gegenüber der kleineren Phenom 100
- Kompakter, aber deutlich längerer Rumpf als bei der Phenom 100, mit mehr Kabinenfenstern
- Große, gut sichtbare Kabinenfenster und ein für die Größe hoher, rundlicher Rumpfquerschnitt
- Kurze, abgerundete Nase und zierliches Fahrwerk – deutlich kleiner als ein Regionaljet
- Private, Charter- oder Fractional-Kennzeichen, Abstellung am General-Aviation-Vorfeld
Am Vorfeld für Geschäftsreiseflugzeuge steht sie fast immer: ein kompakter Jet mit Hecktriebwerken, T-Leitwerk und kleinen, nach oben gezogenen Winglets. Die Embraer Phenom 300 ist seit Jahren der meistausgelieferte Light Jet der Welt und damit einer der Businessjets, die du als Spotter am häufigsten vor die Linse bekommst. Gerade weil sie so verbreitet ist, lohnt sich ein genauer Blick: Wer die Phenom 300 sicher von Phenom 100, Citation und Learjet trennen kann, hat im Businessjet-Segment schon viel gewonnen. Hier erfährst du, wie der Typ entstanden ist, welche Versionen es gibt, wer ihn in Europa fliegt und woran du ihn erkennst.
Businessjets sauber sammeln
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Was ist die Embraer Phenom 300?
Die Phenom 300 ist der größere der beiden Phenom-Jets von Embraer. Offiziell ist sie als EMB-505 zugelassen, „Phenom 300“ ist der Marktname. Sie gehört zur Klasse der Light Jets – eine Stufe über den Very Light Jets wie der Phenom 100 und unterhalb der Midsize-Jets wie der Praetor 500.
Embraer entwickelte beide Phenom-Modelle Mitte der 2000er-Jahre parallel und stellte sie als eigenständige Konstruktionen auf – anders als die Legacy 600, die aus einem Regionaljet entstanden war. Der erste Prototyp der Phenom 300 hob am 29. April 2008 ab. Im Dezember 2009 folgte die Zulassung, am 29. Dezember 2009 wurde die erste Maschine ausgeliefert. Die europäische Agentur EASA ließ den Typ im Frühjahr 2010 zu.
Seit 2016 findet die Endmontage vollständig im US-amerikanischen Melbourne, Florida statt, wo Embraer auch die Phenom 100 baut. Der Standort liegt nah an vielen Kunden: Nordamerika ist der mit Abstand größte Markt für Businessjets.
Das Konzept ist schnell erklärt: genug Kabine und Reichweite für Geschäftsreisen innerhalb eines Kontinents, dazu ein Cockpit, das ein einzelner Pilot beherrschen kann. Die Phenom 300 ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen. Das macht sie für Eigner attraktiv, die selbst fliegen, und senkt bei manchen Einsätzen die Betriebskosten. Fractional-Anbieter und Charterfirmen setzen dagegen meist zwei Piloten ein.
Der meistausgelieferte Light Jet
Die Phenom 300 ist ein echter Verkaufsschlager. Schon 2013 war sie mit 60 ausgelieferten Exemplaren der meistausgelieferte Businessjet überhaupt, quer über alle Größenklassen. Im Light-Jet-Segment liegt sie laut den jährlichen Auslieferungszahlen des Branchenverbands GAMA seit 2012 ununterbrochen vorn. Anfang 2026 meldete Embraer den 14. Titel in Folge: 2025 lieferte der Hersteller 72 Phenom 300 aus.
Die Flotte ist inzwischen in vielen Dutzend Ländern unterwegs. Die 500. Phenom 300 wurde im März 2019 übergeben, die 700. Anfang 2023. Inzwischen sind es mehr als 900 Flugzeuge.
Für dich als Spotter heißt das: Die Phenom 300 ist kein seltener Typ, sondern Grundausstattung jedes größeren Business-Aviation-Vorfelds. Spannend wird sie über die Kennzeichen – zwischen Fractional-Flotten, Charterfirmen und Privatjets aus ganz Europa gibt es viele Registrierungen zu sammeln. Wie du einschätzt, ob eine Sichtung besonders ist, erklärt der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung?.
Die Versionen im Überblick
Von außen hat sich die Phenom 300 seit 2009 kaum verändert. Unter der Haut hat Embraer den Typ aber mehrfach überarbeitet.
Phenom 300
Die erste Serienversion fliegt mit zwei PW535E von Pratt & Whitney Canada am Heck. Das Cockpit trägt die Bezeichnung Prodigy und basiert auf dem Garmin G1000 mit drei großen Bildschirmen. Spätere Baujahre bekamen das Prodigy Touch auf Basis des Garmin G3000, das über Touchscreens bedient wird. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei Mach 0,78.
Phenom 300E
Auf der US-Fachmesse NBAA stellte Embraer im Oktober 2017 die Phenom 300E vor. Das „E“ stand zunächst vor allem für eine neu gestaltete Kabine mit überarbeiteten Sitzen, Bedienelementen und Unterhaltungssystem. Die erste 300E ging im März 2018 an einen Kunden.
Phenom 300E mit PW535E1 (ab 2020)
Im Januar 2020 folgte das größere Update. Die Phenom 300E bekam die stärkeren PW535E1 mit jeweils rund 15,5 kN Schub, ein etwas höheres Startgewicht und eine höhere Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,80. Embraer bewarb sie damit als ersten Ein-Pilot-Jet, der diesen Wert erreicht. Der schnelle Reiseflug liegt bei rund 464 Knoten, die Reichweite mit fünf Insassen und Reserven bei rund 2.010 nautischen Meilen. Dazu kamen eine leisere Kabine, mehr Beinfreiheit im Cockpit und neue Assistenzsysteme, darunter ein System, das vor zu hohen oder zu schnellen Anflügen und damit vor einem Überrollen der Piste warnt. Die Auslieferungen dieser Ausführung begannen 2020.
Phenom 300MED
Seit 2020 bietet Embraer zudem eine Ambulanzausstattung an, die Phenom 300MED. Sie lässt sich auch in bestehende Flugzeuge nachrüsten. Äußerlich unterscheidet sie sich nicht – das Kennzeichen und der Betreiber verraten dir, ob du einen Ambulanzjet vor dir hast.
| Version | Triebwerke | Höchstgeschwindigkeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Phenom 300 | PW535E | Mach 0,78 | Prodigy-Cockpit (G1000), später Prodigy Touch |
| Phenom 300E (2018) | PW535E | Mach 0,78 | neue Kabine |
| Phenom 300E (ab 2020) | PW535E1, ca. 15,5 kN | Mach 0,80 | rund 2.010 NM Reichweite, neue Assistenzsysteme |
| Phenom 300MED | je nach Basis | je nach Basis | Ambulanzausstattung, nachrüstbar |
E55P im Tracking filtern
Phenom 300 und 300E teilen sich den ICAO-Typcode E55P, die Phenom 100 läuft als E50P. Ob eine Maschine eine frühe 300 oder eine aktuelle 300E ist, verrät dir erst das Kennzeichen. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
So erkennst du die Phenom 300
Die Grundform teilt die Phenom 300 mit vielen Businessjets: zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und tief angesetzte Flügel. Die Unterschiede stecken in den Details. Die Flügel sind sichtbar gepfeilt und enden in kleinen, nach oben gezogenen Winglets. Der Rumpf ist mit rund 15,6 Metern kompakt, wirkt aber im Querschnitt hoch und rundlich. Auffällig sind die großen Kabinenfenster, die für einen Jet dieser Größe viel Licht in die Kabine lassen.
Die kurze, abgerundete Nase und das zierliche Fahrwerk zeigen dir schnell, dass du es mit einem Light Jet zu tun hast – keinem Regionaljet und keinem großen Langstrecken-Businessjet. Wer die Phenom 100 kennt, erkennt die Familienähnlichkeit sofort: gleiche Linienführung, aber die 300 ist länger und trägt Winglets.
Layout prüfen
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, kurze runde Nase und ein kompakter Rumpf: Du bist bei den Light Jets.
Flügelspitzen ansehen
Gepfeilte Flügel mit nach oben gezogenen Winglets sprechen für die Phenom 300. Gerade Flügelenden deuten auf Phenom 100 oder eine Citation.
Fenster und Rumpf vergleichen
Große Fenster in einem hohen, rundlichen Rumpf sind typisch. Ein sehr schlanker Rumpf mit kleinen Fenstern und langer, spitzer Nase passt eher zu einem Learjet.
Kennzeichen bestätigen
Ob Phenom 300 oder 300E, klärst du über das Kennzeichen in einer Datenbank oder im Tracking.
Mehr zu den unterschiedlichen Flügelspitzen-Formen und woran du sie auf Distanz erkennst, steht im Beitrag Winglets, Sharklets und Raked Wingtips erkennen.
Häufige Verwechslungen
Im Light-Jet-Segment sehen sich viele Muster ähnlich. Diese Tabelle hilft beim Ausschließen.
| Verwechslung | Woran du sie trennst |
|---|---|
| Embraer Phenom 100 | gerade Flügelspitzen ohne Winglets, kürzerer Rumpf mit weniger Fenstern |
| Cessna Citation CJ3 | nahezu gerader Flügel ohne Winglets, schlankerer Rumpf |
| Cessna Citation CJ4 | leicht gepfeilter Flügel, aber ohne Winglets |
| Learjet 75 | auch mit Winglets und T-Leitwerk, aber sehr schlanker Rumpf mit langer, spitzer Nase und kleineren Fenstern |
| Pilatus PC-24 | gerader Flügel ohne Winglets, große Frachttür hinten links |
| HondaJet | Triebwerke auf Pylonen über den Flügeln statt am Heck |
| Embraer Praetor 500 | ebenfalls mit Winglets, aber deutlich größer und länger |
Die heikelste Verwechslung ist der Learjet: Beide haben Hecktriebwerke, T-Leitwerk und Winglets. Achte auf die Proportionen – der Learjet wirkt gestreckt und schlank wie ein Pfeil, die Phenom 300 eher kompakt und bauchig. Einen breiteren Überblick über das ganze Segment liefert der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden.
Es ist eine Phenom 300, wenn …
- ein kompakter Jet mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk gepfeilte Flügel mit Winglets hat
- die Kabinenfenster groß sind und der Rumpf eher hoch und rundlich wirkt
- dein Tracking den Code E55P anzeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Jet nur frontal oder von hinten siehst und die Winglets nicht erkennst
- der Rumpf sehr schlank und die Nase lang und spitz wirkt – das kann ein Learjet sein
- du 300 und 300E trennen willst – das klappt nur über das Kennzeichen
Es ist keine Phenom 300, wenn …
- die Flügelspitzen gerade enden
- die Triebwerke über den Flügeln sitzen
- der Jet deutlich größer und länger ist, etwa eine Praetor oder Legacy
Betreiber in Europa
Die Phenom 300 fliegt bei drei Gruppen: Fractional-Anbietern, Charterfirmen und Privateignern. In Europa am sichtbarsten ist NetJets mit ihrer europäischen Tochter. NetJets Europe fliegt die Phenom 300 seit Mitte der 2010er-Jahre und setzt den Typ auf Kurzstrecken quer durch Europa ein. Die Flugzeuge tragen portugiesische Kennzeichen mit dem Präfix CS-, und du siehst sie regelmäßig in Genf, London, Hamburg oder Palma. 2021 unterzeichnete NetJets zudem einen Folgeauftrag über bis zu 100 weitere Phenom 300E, die ab 2023 in die US- und die Europaflotte gehen.
In den USA ist auch Flexjet ein großer Phenom-Betreiber. Daneben gibt es in Europa eine ganze Reihe von Charterfirmen mit einzelnen oder wenigen Phenom 300 – darunter britische, französische und deutsche Anbieter. Der Hamburger Charteranbieter Air Hamburg führte den Typ in seiner Partnerflotte; wie sich solche Flotten nach Umstrukturierungen entwickeln, prüfst du am besten am konkreten Kennzeichen. Viele Privatjets sind in kleineren Registern wie Malta, Österreich oder der Isle of Man eingetragen. Warum das so ist, erklärt der Artikel zu Offshore-Registrierungen.
Flotten ändern sich schnell
Businessjets wechseln häufig Eigner, Betreiber und Register. Verlass dich bei Betreiberangaben nicht auf alte Listen, sondern schlag das Kennzeichen nach – Stand Oktober 2026 ist die Phenom-300-Flotte weiter in Bewegung und wächst.
Phenom im Anflug? Du weißt es zuerst
Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachteter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug ist – ideal für Businessjets, die keinem festen Flugplan folgen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Tipps für die Phenom 300
Businessjets fliegen nach Bedarf, nicht nach festem Flugplan. Weil die Phenom 300 aber so verbreitet ist, stehen deine Chancen an den richtigen Flughäfen sehr gut.
- Business-Aviation-Hubs wählen. Viel Verkehr gibt es am Flughafen Genf, am Flughafen Zürich, in Nizza, Paris-Le Bourget und London-Luton. In Genf ist die Aussichtsterrasse ein guter Startpunkt, Tipps zur Stadt liefert der Spotting-Guide Genf. In Zürich lohnt sich der Butzenbüel.
- Saison einplanen. Im Sommer bringen Ferienziele wie Palma de Mallorca, Ibiza oder Sylt viele Light Jets. Im Winter sind Alpenflughäfen wie Salzburg und Innsbruck an Wochenenden gefragt.
- Tracking nutzen. Mit dem Filter E55P siehst du, welche Phenom 300 gerade unterwegs sind. Wie du einem einzelnen Flugzeug folgst, steht im Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
- Seitenansicht anpeilen. Für die sichere Bestimmung brauchst du die Winglets im Bild. Schräg von der Seite im Anflug oder beim Rollen kommen sie am besten heraus.
- Brennweite mitnehmen. Mit rund 15,6 Metern Länge ist die Phenom 300 klein. Am GA-Vorfeld ist ein Telezoom bis 400 mm oft die beste Wahl.
Mehr Tipps für das Segment findest du im Guide Businessjets spotten und im Artikel General Aviation spotten.
Privatsphäre respektieren
Viele Phenom 300 gehören Privatpersonen oder fliegen für zahlende Kunden. Fotografiere die Flugzeuge, nicht die Passagiere, und bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen. Absperrungen an GA-Terminals sind verbindlich.
Sicherheit und bekannte Unfälle
Gemessen an der großen Flotte ist die Phenom 300 ein sicherer Typ. Nachschlagewerke verzeichnen bis Anfang 2023 drei Totalverluste mit insgesamt fünf Todesopfern. Der bekannteste Unfall ereignete sich am 31. Juli 2015 bei der Landung am britischen Flugplatz Blackbushe, alle vier Insassen kamen ums Leben. 2023 stürzte in Provo im US-Bundesstaat Utah eine Phenom 300 kurz nach dem Start ab, dabei kam eine Person ums Leben.
Bereit für die Phenom-Jagd?
- Ich weiß, dass die Phenom 300 im Tracking als E55P läuft.
- Ich trenne Phenom 300 und Phenom 100 sicher über die Winglets.
- Ich kann die Phenom 300 vom Learjet über die Rumpfproportionen unterscheiden.
- Ich habe einen Flughafen mit viel Business Aviation ausgewählt.
- Ich kenne einen öffentlich zugänglichen Spot mit Blick auf das GA-Vorfeld oder die Piste.
Fazit
Die Embraer Phenom 300 ist der Light Jet schlechthin: kompakt, schnell, mit einem Piloten fliegbar und seit 14 Jahren in Folge der meistausgelieferte Typ ihrer Klasse. Für Spotter ist sie ein Alltagsgast an jedem Business-Aviation-Platz – und gerade deshalb eine gute Schule. Wer sie über Winglets und Rumpfproportionen sicher von Phenom 100, Citation und Learjet trennt, bestimmt auch den Rest des Segments schneller. Und mit NetJets, Charterfirmen und Privateignern aus ganz Europa gibt es reichlich Kennzeichen zu sammeln.
Kurzfazit
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, gepfeilte Flügel mit Winglets und ein kompakter, rundlicher Rumpf: Das ist die Phenom 300. Ohne Winglets ist es eher eine Phenom 100 oder Citation. Im Tracking steht sie als E55P, ob 300 oder 300E klärst du über das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Die Embraer Phenom 300 (offiziell EMB-505) ist ein zweistrahliger Light Jet mit Hecktriebwerken, T-Leitwerk, gepfeilten Flügeln und Winglets.
- Sie flog erstmals im April 2008 und wird seit Ende 2009 ausgeliefert. Seit 2016 wird sie in Melbourne, Florida, endmontiert.
- Die Phenom 300E bekam 2018 eine neue Kabine und 2020 stärkere Triebwerke, mehr Reichweite und Mach 0,80 als Höchstgeschwindigkeit.
- Mehr als 900 Exemplare sind ausgeliefert. In Europa fliegt der Typ vor allem bei Fractional-Anbietern, Charterfirmen und Privateignern.
Häufige Fragen
Was ist die Embraer Phenom 300?
Ein zweistrahliger Light Jet des brasilianischen Herstellers Embraer, offiziell als EMB-505 zugelassen. Er bietet typischerweise Platz für sechs bis acht Passagiere, kann von einem einzelnen Piloten geflogen werden und erreicht bis zu 45.000 Fuß Flughöhe. Ausgeliefert wird der Typ seit Dezember 2009.
Welchen ICAO-Typcode hat die Phenom 300?
Die Phenom 300 und die Phenom 300E laufen unter E55P. Die kleine Schwester Phenom 100 hat den Code E50P. Mit dem Filter E55P findest du die Phenom 300 gezielt in Tracking-Diensten.
Wie unterscheide ich Phenom 300 und Phenom 100?
Am schnellsten über die Flügelspitzen: Die Phenom 300 trägt Winglets, die Phenom 100 endet mit geraden Flügeln. Dazu ist die 300 rund 2,8 Meter länger, hat mehr Kabinenfenster und stärker gepfeilte Flügel.
Was ist der Unterschied zwischen Phenom 300 und Phenom 300E?
Die 300E kam 2018 mit einer neu gestalteten Kabine auf den Markt. Seit 2020 hat sie stärkere PW535E1-Triebwerke, ein etwas höheres Startgewicht, rund 2.010 nautische Meilen Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,80. Von außen siehst du den Unterschied praktisch nicht, hier hilft nur das Kennzeichen.
Ist die Phenom 300 wirklich der meistverkaufte Light Jet?
Nach den Auslieferungszahlen des Branchenverbands GAMA ja: Die Phenom-300-Serie war 2025 zum 14. Mal in Folge der meistausgelieferte Light Jet. Embraer lieferte 2025 insgesamt 72 Exemplare aus.
Kann die Phenom 300 mit nur einem Piloten fliegen?
Ja, sie ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen. Im gewerblichen Einsatz, etwa bei Fractional-Anbietern und Charterfirmen, fliegen aber meist zwei Piloten – das hängt von den Vorschriften und vom Betreiber ab.
Wer fliegt die Phenom 300 in Europa?
Einer der bekanntesten Betreiber ist NetJets Europe, deren Phenom 300 portugiesische CS-Kennzeichen tragen. Dazu kommen zahlreiche Charterfirmen und Privateigner. Welche Maschine gerade wem gehört, prüfst du am besten am konkreten Kennzeichen.
Wo kann ich die Phenom 300 spotten?
Überall, wo viel Business Aviation unterwegs ist: in Genf, Zürich, Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton, im Sommer an Ferienzielen wie Palma oder Ibiza und im Winter an Alpenflughäfen wie Salzburg oder Innsbruck. Ein Tracking-Filter auf E55P zeigt dir, ob gerade eine Phenom 300 im Anflug ist.
Embraer Phenom 300 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Embraer Phenom 100
Klein, schnell und oft nur mit einem Piloten im Cockpit: Die Phenom 100 ist Embraers Einstieg in die Welt der Very Light Jets. Seit 2008 fliegt sie bei Eignern, Lufttaxi-Firmen, Flugschulen und Luftstreitkräften.
BusinessjetEmbraer Praetor 500
Fly-by-Wire mit Sidesticks, Stehhöhen-Kabine und Reichweite über den Atlantik: Die Praetor 500 ist die weiterentwickelte Legacy 450 und einer der modernsten Midsize-Businessjets. So erkennst du sie und trennst sie von der längeren Praetor 600.
BusinessjetEmbraer Praetor 600
Hecktriebwerke, T-Leitwerk, große Winglets und eine Reichweite von gut 4.000 nautischen Meilen: Die Praetor 600 ist Embraers Super-Midsize-Jet. So trennst du sie von der kürzeren Praetor 500 und der Legacy 500.
BusinessjetEmbraer Legacy 600/650
Ein Regionaljet im Maßanzug: Die Legacy 600 und 650 sind aus der ERJ 135 entstanden – mit Winglets, Zusatztanks und Business-Kabine für rund 13 bis 14 Gäste. Bis 2020 baute Embraer 289 Stück.
BusinessjetCessna Citation CJ4
Leicht gepfeilter Flügel, T-Leitwerk, zwei kräftige Williams-Triebwerke am Heck: Die Citation CJ4 ist das größte Mitglied der CitationJet-Familie. So erkennst du sie und trennst sie sicher von CJ3, Phenom 300 und Co.
BusinessjetCessna Citation CJ3/CJ3+
Gerader Flügel, T-Leitwerk, zwei Williams-Triebwerke am Heck: Die Citation CJ3 ist seit 2004 einer der Standard-Light-Jets an jedem Business-Aviation-Vorfeld. So erkennst du sie und trennst sie von CJ2, CJ4 und Phenom 300.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Embraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
FlughafenFlughafen Zürich
Der größte Flughafen der Schweiz hat drei Pisten in drei Richtungen, ein Betriebskonzept, das mit Uhrzeit und Wetter wechselt, und ein offizielles Netz von Spotterpunkten rund um den Zaun. Wer die Konzepte kennt, steht in Zürich fast immer am richtigen Ort.
Wo du die Embraer Phenom 300 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Aussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Salzburg
Die Besucherterrasse am Terminal 1 ist der einfachste Einstieg ins Spotting in Salzburg: kostenlos, mit dem Obus erreichbar und mit Blick über das Vorfeld auf die Piste 15/33, den Hangar-7 und die Salzburger Berge. An Winter-Samstagen wird sie zum Treffpunkt der Szene.
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