Embraer Praetor 600

Hecktriebwerke, T-Leitwerk, große Winglets und eine Reichweite von gut 4.000 nautischen Meilen: Die Praetor 600 ist Embraers Super-Midsize-Jet. So trennst du sie von der kürzeren Praetor 500 und der Legacy 500.

Auch bekannt als: EMB-550 · Legacy 500 (Vorgänger)

BrasilienEmbraerBusinessjetsICAO-Typcode: E55011 Min. Lesezeit

E550

ICAO-Typcode

4.018 NM

Reichweite (Hersteller)

20,74 m

Länge

2019

Indienststellung

Das Wichtigste in Kürze

  • Super-Midsize mit Langstrecken-Anspruch: Embraer gibt für die Praetor 600 eine Reichweite von 4.018 nautischen Meilen an, genug für Strecken wie Paris–New York.
  • Weiterentwicklung der Legacy 500: Zusätzliche Tanks im Rumpfunterteil, stärkere Honeywell-Triebwerke und größere Winglets machen aus der Legacy 500 die Praetor 600.
  • Kleine Schwester Praetor 500: Sie basiert auf der kürzeren Legacy 450, hat weniger Reichweite und läuft unter dem eigenen Typcode E545.
  • Fly-by-Wire: Embraer bewarb die Praetor 600 als ersten Super-Midsize-Jet mit vollständiger elektronischer Flugsteuerung.
  • Für Spotter: Im Tracking steht sie als E550 – denselben Code trägt auch die Legacy 500, die Unterscheidung klärt das Kennzeichen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Embraer Praetor 600?
  2. 2.Von der Legacy 500 zur Praetor 600
  3. 3.Die Familie im Überblick
  4. 4.Praetor 600 oder Praetor 500?
  5. 5.Praetor 600 oder Legacy 500?
  6. 6.Häufige Verwechslungen mit anderen Typen
  7. 7.Betreiber und Einsatz
  8. 8.Spotting-Tipps für die Praetor 600
  9. 9.Warum die Praetor 600 für Embraer wichtig ist
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerEmbraer (Brasilien)
Offizielle TypbezeichnungEMB-550 (Marktname Praetor 600, Basis Legacy 500)
KlasseSuper-Midsize-Businessjet
ICAO-TypcodeE550 (Wirbelschleppenkategorie M)
VorstellungOktober 2018, NBAA-BACE in Orlando
ZulassungApril 2019 (Brasilien), Mai 2019 (EASA und FAA)
ErstauslieferungSommer 2019 an einen europäischen Kunden
Triebwerke2 × Honeywell HTF7500E am Heck, je rund 33,5 kN Schub
Länge20,74 m
Spannweite21,50 m (mit Winglets)
Höhe6,44 m
Passagierebis zu 12, typisch 8 bis 12
Reichweite (Herstellerangabe)4.018 NM / rund 7.440 km mit 4 Passagieren und NBAA-IFR-Reserven
Max. Startgewichtrund 19,4 t
Max. Reisegeschwindigkeit466 kt (rund 863 km/h), Höchstgeschwindigkeit Mach 0,83
Dienstgipfelhöhe45.000 ft
SteuerungFly-by-Wire

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Triebwerke am Heck und ein T-Leitwerk mit gepfeiltem Seitenleitwerk
  • Große, hochgezogene Winglets – höher und breiter als bei der Vorgängerin Legacy 500
  • Kompakter, verhältnismäßig breiter Rumpf von knapp 21 m Länge – deutlich kürzer als die regionaljetbasierte Legacy 600/650
  • Tief angesetzter, gepfeilter Flügel mit gut 21 m Spannweite – der Flügel wirkt im Verhältnis zum Rumpf auffallend groß
  • Gegenüber der Praetor 500 rund einen Meter längerer Rumpf; Flügel, Leitwerk und Winglets sind gleich

Aktualisiert: Oktober 2026 – Am GA-Vorfeld rollt ein schlanker Jet mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk vorbei, die Winglets ragen auffällig hoch: gut möglich, dass du gerade eine Embraer Praetor 600 siehst. Sie ist Embraers Beitrag zur Super-Midsize-Klasse und verbindet eine geräumige Kabine mit einer Reichweite, die für Atlantiküberquerungen reicht. Weil es mit der Praetor 500 und der Legacy 500 zwei sehr ähnliche Geschwister gibt, ist sie für Spotter eine echte Bestimmungsaufgabe. Hier erfährst du, woher sie kommt, woran du sie erkennst und wo du sie am ehesten erwischst.

E550 sauber im Hangar

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Was ist die Embraer Praetor 600?

Die Praetor 600 ist ein zweistrahliger Businessjet von Embraer in der sogenannten Super-Midsize-Klasse. Gemeint sind Jets, die größer und reichweitenstärker als klassische Mittelklasse-Jets sind, aber noch unterhalb der großen Langstreckenmuster wie Global oder große Gulfstreams liegen. Die Kabine bietet bei ebenem Boden eine Stehhöhe von rund 1,83 Metern und eine Breite von gut zwei Metern; je nach Ausstattung reisen acht bis zwölf Passagiere.

Offiziell trägt der Typ die Bezeichnung EMB-550. Unter dieser Nummer lief schon die Legacy 500, aus der die Praetor 600 entstanden ist. „Praetor“ ist also ein Marktname für eine überarbeitete Version eines bestehenden Musters – ähnlich wie bei der kleineren Schwester Praetor 500, die auf der Legacy 450 (EMB-545) beruht.

Vorgestellt hat Embraer die beiden Praetor-Modelle im Oktober 2018 auf der Business-Aviation-Messe NBAA-BACE in Orlando. Die brasilianische Luftfahrtbehörde ANAC erteilte der Praetor 600 im April 2019 die Zulassung, die europäische EASA und die US-Behörde FAA folgten im Mai 2019. Die erste Maschine ging im Sommer 2019 im Werk São José dos Campos an einen europäischen Kunden. Gebaut wird der Typ in Brasilien und im Embraer-Werk in Melbourne, Florida.

E550ICAO-Typcode – identisch mit der Legacy 500
4.018 NMReichweite laut Embraer mit vier Passagieren
45.000 ftmaximale Flughöhe

Von der Legacy 500 zur Praetor 600

Die Wurzeln liegen in einem Programm, das Embraer 2008 ankündigte: zwei komplett neu entwickelte Businessjets, die Legacy 450 und die Legacy 500. Anders als die Legacy 600/650, die aus dem Regionaljet ERJ 135 abgeleitet ist, waren sie eigenständige Konstruktionen. Die Legacy 500 flog erstmals am 27. November 2012, die Zulassung in Brasilien folgte im August 2014, die der FAA im Oktober 2014. Die Legacy 450 kam 2015 hinzu.

Beide Jets brachten etwas mit, das in ihrer Größe damals neu war: eine Fly-by-Wire-Steuerung, also eine elektronische Übertragung der Steuerbefehle statt Seilzügen und Gestängen. Dazu kamen die ebene Kabine mit Stehhöhe und ein Glascockpit auf Basis von Collins Pro Line Fusion.

Mit der Praetor-Generation hat Embraer 2018 vor allem an Reichweite und Effizienz gearbeitet. Bei der Praetor 600 waren das drei zentrale Änderungen:

  • Zusätzliche Tanks: Zwei Tanks im unteren Rumpf fassen zusammen rund 1,3 Tonnen mehr Treibstoff als bei der Legacy 500.
  • Stärkere Triebwerke: Die Honeywell HTF7500E leisten in der Praetor 600 je rund 33,5 kN statt rund 31,3 kN bei der Legacy 500. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du bei Honeywell Aerospace.
  • Größere Winglets: Höhere und breitere Flügelspitzen verbessern die Aerodynamik und vergrößern die Spannweite auf 21,50 Meter.

Hinzu kommt eine Funktion zur aktiven Lastabminderung: Bei starker Belastung schlagen die Querruder gemeinsam nach oben aus, um die Flügelstruktur zu entlasten. Embraer bewarb die Praetor 600 außerdem mit einer Turbulenzdämpfung über die Fly-by-Wire-Steuerung und als ersten Super-Midsize-Jet mit vollständiger Fly-by-Wire-Steuerung.

Die Familie im Überblick

Vier Namen, zwei Typcodes, ein gemeinsames Grunddesign: Die Embraer-Mittelklasse kann am Anfang verwirren. Die Tabelle sortiert die Varianten.

Modell Basis / Code Länge Reichweite (Hersteller) Passagiere
Legacy 450 EMB-545 / E545 19,69 m ca. 2.900 NM 7–9
Legacy 500 EMB-550 / E550 20,74 m ca. 3.125 NM 8–12
Praetor 500 EMB-545 / E545 19,69 m ca. 3.340 NM 7–9
Praetor 600 EMB-550 / E550 20,74 m ca. 4.018 NM 8–12

Die Reichweitenangaben stammen aus Herstellerangaben und gelten jeweils für eine leichte Beladung mit vier Passagieren und Reserven nach NBAA-Standard. Im Alltag fliegen Betreiber oft andere Profile, die Tabelle zeigt aber gut die Abstufung innerhalb der Familie.

E550 oder E545 filtern

Im Tracking erscheinen Praetor 600 und Legacy 500 gemeinsam unter E550, Praetor 500 und Legacy 450 unter E545. Wer nur Praetor 600 sucht, prüft also immer zusätzlich das Kennzeichen. Wie das System der Typcodes funktioniert, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.

Praetor 600 oder Praetor 500?

Das ist die wichtigste Abgrenzung für Spotter, und sie ist nicht ganz einfach. Beide Jets haben denselben Flügel, dieselben Winglets, dasselbe T-Leitwerk und dieselben Triebwerkstypen am Heck. Der entscheidende Unterschied steckt im Rumpf: Die Praetor 600 ist mit 20,74 Metern rund einen Meter länger als die Praetor 500 mit 19,69 Metern.

Dieser Meter sitzt in der Kabine. Bei der Praetor 600 ist die Kabine entsprechend länger und bietet Platz für bis zu zwölf Gäste, bei der Praetor 500 sind es sieben bis neun. Im Bild wirkt die 600 etwas gestreckter, die 500 kompakter und mit einem Flügel, der im Verhältnis noch größer erscheint. Wer beide nebeneinander gesehen hat, entwickelt dafür ein Gefühl. Für eine sichere Bestimmung reicht der Eindruck aber selten.

Merkmal Praetor 500 Praetor 600
ICAO-Typcode E545 E550
Basis Legacy 450 Legacy 500
Länge 19,69 m 20,74 m
Spannweite 21,50 m 21,50 m
Schub je Triebwerk (HTF7500E) ca. 29 kN ca. 33,5 kN
Max. Startgewicht ca. 17 t ca. 19,4 t
Reichweite (Hersteller) ca. 3.340 NM ca. 4.018 NM
Klasse Midsize Super-Midsize

Auch beim Startlauf zeigt sich der Unterschied: Veröffentlichte Leistungsdaten nennen für die Praetor 500 eine Startstrecke von rund 1.290 Metern, für die schwerere Praetor 600 rund 1.350 Meter. Beide kommen damit auch an kleineren Plätzen mit kürzeren Pisten zurecht – ein Grund, warum sie an Regionalflughäfen in den Alpen oder am Mittelmeer auftauchen.

Familie erkennen

Hecktriebwerke, T-Leitwerk, große hochgezogene Winglets und ein kompakter, eher breiter Rumpf: Du bist bei der Embraer-Legacy-500/Praetor-Linie.

Proportionen einschätzen

Wirkt der Rumpf gestreckt und deutlich länger als die Spannweite breit, spricht das eher für die 600. Wirkt er gedrungen, eher für die 500.

Typcode prüfen

E550 im Tracking bedeutet Praetor 600 oder Legacy 500, E545 bedeutet Praetor 500 oder Legacy 450.

Kennzeichen bestätigen

Ob Praetor oder Legacy, verrät dir am sichersten das Kennzeichen in einer Datenbank oder im Tracking-Verlauf.

Praetor 600 oder Legacy 500?

Hier wird es noch kniffliger, denn Rumpf, Kabine und Grundform sind identisch. Das sichtbarste Unterscheidungsmerkmal sind die Winglets: Bei der Praetor 600 sind sie höher und breiter. Die zusätzlichen Tanks sitzen im Rumpf und sind von außen kaum auszumachen. Auch die stärkeren Triebwerke sehen gleich aus.

Weil beide unter E550 laufen, hilft der Typcode nicht weiter. Bleibt das Kennzeichen – und manchmal der Betreiber: Wer eine Maschine einer Flotte zuordnen kann, die ausschließlich Praetor fliegt, ist schnell sicher. Wie du einem bestimmten Flugzeug auf die Spur kommst, steht im Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.

Häufige Verwechslungen mit anderen Typen

Jets mit zwei Hecktriebwerken und T-Leitwerk gibt es in der Business Aviation viele. Die Praetor 600 teilt sich die Klasse mit direkten Konkurrenten, die ihr ähnlich sehen.

Verwechslung Woran du sie trennst
Embraer Praetor 500 rund 1 m kürzerer Rumpf, Typcode E545
Embraer Legacy 600/650 gut 5,5 m länger, schmaler Regionaljet-Rumpf mit vielen kleinen runden Fenstern und langer spitzer Nase
Embraer Phenom 300 deutlich kleinerer Light Jet, Typcode E55P
Bombardier Challenger 300/350 sehr ähnliches Layout, Typcode CL30 (Challenger 300) bzw. CL35 (Challenger 350) – Kennzeichen oder Tracking entscheidet
Bombardier Challenger 3500 Weiterentwicklung der Challenger 350 mit Typcode CL35, gleiche Abgrenzung über Typcode und Kennzeichen
Embraer Lineage 1000 Airliner-Abkömmling der E190 mit Triebwerken unter den Flügeln

Weitere Kandidaten der Klasse sind die Gulfstream G280 und die Cessna Citation Longitude. Bei allen gilt: Aus großer Distanz ähneln sich die Silhouetten stark, und Details wie Fensterform, Nasenkontur oder Winglet-Geometrie brauchen ein gutes Foto. Einen systematischen Überblick über die gängigen Businessjets bietet der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden.

Es spricht für die Praetor 600, wenn …

  • ein Jet mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk große, hochgezogene Winglets trägt
  • der Rumpf eher gestreckt als gedrungen wirkt
  • dein Tracking E550 anzeigt und das Kennzeichen zu einer Praetor gehört

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Maschine nur von vorn oder hinten siehst und die Länge nicht abschätzen kannst
  • die Winglets klein wirken – dann könnte es eine Legacy 500 sein
  • das Tracking E545 zeigt – dann ist es die kürzere Praetor 500 oder Legacy 450

Es ist keine Praetor 600, wenn …

  • die Triebwerke unter den Flügeln hängen
  • der Rumpf auffallend lang und schmal ist und viele kleine runde Fenster zeigt
  • dein Tracking einen fremden Typcode wie CL30, CL35 oder E55P anzeigt

Betreiber und Einsatz

Die Praetor 600 fliegt bei Privatbesitzern und Unternehmen, besonders stark aber bei Fractional- und Charteranbietern. Zu den größten Nutzern der Familie gehören Flexjet, der kanadische Anbieter AirSprint und NetJets, wobei NetJets vor allem die kleinere Praetor 500 einsetzt. Flexjet unterzeichnete einen Großauftrag über bis zu 64 Jets aus Praetor 500, Praetor 600 und Phenom 300E und erhielt Ende 2019 die ersten Praetor 500. Flexjet hat zudem eine europäische Tochter; welche Typen sie gerade wo einsetzt, prüfst du am besten aktuell.

Nach Zusammenstellungen der Embraer-Lieferzahlen sind bis Mitte 2026 gut 160 Praetor 600 ausgeliefert worden, dazu rund 80 Legacy 500 unter demselben Typcode. Die Flotte ist also groß genug, um regelmäßig aufzutauchen, aber deutlich kleiner als bei Massentypen der Business Aviation. Ein großer Teil ist in den USA registriert; in Europa begegnest du ihr unter vielen verschiedenen Kennzeichen, oft auch aus kleineren Registern. Warum das so ist, erklärt der Artikel zu Offshore-Registrierungen.

Anfang 2026 hat Embraer nach Branchenberichten zudem überarbeitete Versionen unter den Namen Praetor 500E und Praetor 600E vorgestellt, mit Neuerungen vor allem in der Kabine. Diese Varianten sind laut den Berichten erst gegen Ende des Jahrzehnts für die Indienststellung vorgesehen. Im Feld triffst du Stand Oktober 2026 also ausschließlich die bisherige Praetor 600.

Praetor im Anflug? Du weißt es zuerst

Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachteter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug ist – ideal für Businessjets, die keinem festen Flugplan folgen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Spotting-Tipps für die Praetor 600

Businessjets fliegen nach Bedarf statt nach Flugplan. Die Praetor 600 macht da keine Ausnahme – mit ein paar Kniffen steigen deine Chancen trotzdem deutlich.

  • Business-Aviation-Hubs wählen. Gute Chancen hast du am Flughafen Genf, am Flughafen Zürich, in Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton. In Genf ist die Aussichtsterrasse ein guter Startpunkt, Hintergründe zur Stadt liefert der Spotting-Guide Genf. In Zürich lohnt sich der Butzenbüel, mehr dazu im Spotting-Guide Zürich.
  • Saison und Events nutzen. Messen, Gipfeltreffen und große Sportereignisse bringen viele Businessjets auf einmal. Im Winter sind Flughäfen nahe den Skigebieten interessant, zum Beispiel der Flughafen Salzburg mit seiner Besucherterrasse; im Sommer zieht es die Jets an die Mittelmeerküste.
  • Tracking gezielt filtern. Mit den Filtern E550 und E545 siehst du die ganze Familie. Für die Praetor 600 gleichst du anschließend das Kennzeichen ab.
  • Seitenansicht anpeilen. Für die Bestimmung brauchst du die Proportionen von Rumpf und Flügel. Aufnahmen schräg von der Seite im Anflug oder beim Rollen zeigen Länge und Winglets am besten.
  • Brennweite einplanen. Mit knapp 21 Metern Länge ist die Praetor 600 deutlich kleiner als ein Airliner. Am GA-Vorfeld ist ein Telezoom bis 400 mm oft die richtige Wahl.

Mehr Tipps für das gesamte Segment findest du im Guide Businessjets spotten, und wer auch kleinere Muster am GA-Vorfeld mitnehmen will, schaut in General Aviation spotten. Wie besonders deine Sichtung ist, kannst du mit dem Beitrag Seltenheit einer Sichtung einschätzen einordnen.

Privatsphäre respektieren

Businessjets gehören oft Privatpersonen oder werden von ihnen gechartert. Fotografiere die Flugzeuge, nicht die Passagiere, und bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen. Absperrungen und Hinweisschilder an GA-Terminals sind verbindlich.

Bereit für die Praetor-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, dass die Praetor 600 im Tracking als E550 läuft.
  • Ich kann Praetor 600 und Praetor 500 über Länge und Typcode trennen.
  • Ich habe einen Flughafen mit viel Business Aviation ausgewählt.
  • Ich kenne einen öffentlich zugänglichen Spot mit Blick auf Piste oder GA-Vorfeld.
  • Ich prüfe das Kennzeichen, um Praetor und Legacy 500 zu unterscheiden.

Warum die Praetor 600 für Embraer wichtig ist

Lange war Embraer in der Business Aviation vor allem mit Abkömmlingen seiner Airliner unterwegs: Die Legacy 600 kam aus dem ERJ 135, die Lineage 1000 aus der E190. Mit der Legacy-450/500-Familie und ihrer Weiterentwicklung zur Praetor-Reihe hat der Hersteller gezeigt, dass er auch eigenständige Businessjets bauen kann, die technisch in ihrer Klasse vorn mitspielen. Fly-by-Wire, das in Embraers Regionaljets erprobt wurde, kam damit in einen deutlich kleineren Jet.

Zusammen mit der Phenom 100 und der Phenom 300 deckt Embraer heute vom Light Jet bis zur Super-Midsize-Klasse eine durchgehende Palette ab. Die Praetor 600 ist dabei das größte und reichweitenstärkste Modell der Praetor-Reihe.

Fazit

Die Embraer Praetor 600 ist eine konsequent weiterentwickelte Legacy 500: mehr Treibstoff, stärkere Triebwerke, größere Winglets und eine Reichweite, die für den Atlantik reicht. Für Spotter liegt der Reiz in der Bestimmung. Die Familie erkennst du schnell, die genaue Variante nur mit Geduld, gutem Foto und einem Blick auf Typcode und Kennzeichen.

Kurzfazit

Hecktriebwerke, T-Leitwerk, hohe Winglets und ein Rumpf von knapp 21 Metern: Das ist die Praetor 600. Ist der Rumpf rund einen Meter kürzer, steht eine Praetor 500 vor dir. Im Tracking suchst du nach E550 und bestätigst über das Kennzeichen, dass es keine Legacy 500 ist.

Zusammenfassung

  • Die Embraer Praetor 600 ist ein zweistrahliger Super-Midsize-Businessjet, den Embraer im Oktober 2018 vorstellte und seit Mitte 2019 ausliefert.
  • Technisch ist sie eine aufgewertete Legacy 500 (EMB-550) mit mehr Treibstoff, stärkeren HTF7500E-Triebwerken und größeren Winglets.
  • Die Praetor 500 ist die kürzere Schwester auf Basis der Legacy 450 mit rund 3.340 NM Reichweite; außen unterscheiden sich beide vor allem in der Rumpflänge.
  • Große Betreiber der Praetor-Familie sind Fractional-Anbieter wie Flexjet, AirSprint und NetJets (dort vor allem die Praetor 500); an Business-Aviation-Plätzen in Europa ist die Praetor 600 ein regelmäßiger Gast.

Häufige Fragen

Was ist die Embraer Praetor 600?

Ein zweistrahliger Businessjet der Super-Midsize-Klasse des brasilianischen Herstellers Embraer. Sie bietet Platz für bis zu zwölf Passagiere in einer Kabine mit ebenem Boden und rund 1,83 m Stehhöhe. Embraer stellte sie im Oktober 2018 vor, die Zulassungen folgten im Frühjahr 2019.

Welchen ICAO-Typcode hat die Praetor 600?

Die Praetor 600 läuft unter E550, abgeleitet von der offiziellen Typbezeichnung EMB-550. Denselben Code trägt die Vorgängerin Legacy 500. Die kleinere Praetor 500 und die Legacy 450 laufen unter E545.

Was ist der Unterschied zwischen Praetor 500 und Praetor 600?

Die Praetor 600 hat einen rund einen Meter längeren Rumpf (20,74 statt 19,69 m), zusätzliche Tanks, stärkere Triebwerke und damit rund 4.018 statt 3.340 nautische Meilen Reichweite. Sie bietet Platz für bis zu zwölf Gäste, die Praetor 500 für sieben bis neun. Flügel, Winglets und Leitwerk sind bei beiden gleich.

Was unterscheidet die Praetor 600 von der Legacy 500?

Die Praetor 600 ist eine Weiterentwicklung der Legacy 500. Sie bekam zwei zusätzliche Tanks im unteren Rumpf, stärkere Honeywell-HTF7500E-Triebwerke mit rund 33,5 statt 31,3 kN Schub und größere Winglets. Rumpf und Grundform sind gleich. Von außen fallen vor allem die höheren Winglets auf.

Wie weit fliegt die Praetor 600?

Embraer nennt 4.018 nautische Meilen (rund 7.440 km) mit vier Passagieren und NBAA-IFR-Reserven. Bei schnellerer Reise mit Mach 0,80 sind es laut Hersteller rund 3.719 NM. Als Beispielstrecken nannte Embraer nonstop Paris–New York, Dubai–London und São Paulo–Miami.

Ist die Praetor 600 dasselbe wie die Legacy 600?

Nein. Die Legacy 600/650 ist ein umgebauter Regionaljet auf Basis der ERJ 135, über 26 m lang und mit kleinen runden Fenstern. Die Praetor 600 ist eine eigenständige, kürzere Konstruktion aus der Legacy-500-Linie mit Fly-by-Wire. Nur die Zahl im Namen ist gleich.

Wo kann ich die Praetor 600 spotten?

An Flughäfen mit viel Business Aviation, zum Beispiel in Genf, Zürich, Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton, dazu im Winter an Flughäfen nahe den Skigebieten. Mit dem Filter E550 siehst du im Tracking, ob gerade eine Praetor 600 oder Legacy 500 unterwegs ist.

Embraer Praetor 600 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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