Das Wichtigste in Kürze
- NetJets ist kein Linienflieger, sondern der Pionier des Bruchteilseigentums: Kunden kaufen oder leasen Anteile an einem Businessjet, NetJets fliegt ihn.
- Codes: kein IATA-Code, ICAO EJA mit Rufzeichen „EXECJET“ in den USA und NJE mit Rufzeichen „FRACTION“ bei NetJets Europe.
- Seit 1998 gehört NetJets zu Berkshire Hathaway, dem Konzern von Warren Buffett.
- Die Flotte besteht nur aus Businessjets von Embraer, Textron (Cessna) und Bombardier – vom Phenom 300 bis zur Global 8000.
- Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist das Kennzeichen: in den USA die Endung QS, in Europa meist ein portugiesisches CS-.
Inhaltsverzeichnis
- 1.NetJets im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.So funktioniert Fractional Ownership
- 4.Die Flotte: nur Businessjets
- 5.Große Bestellungen und neue Typen
- 6.NetJets Europe
- 7.Woran du NetJets erkennst
- 8.NetJets in Deutschland und Europa spotten
- 9.NetJets und Flexjet: die Konkurrenz
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| ICAO-Code | EJA |
|---|---|
| Rufzeichen | EXECJET |
| Geschäftsmodell | Fractional Ownership (Bruchteilseigentum) und Jet Card – Eigentümer kaufen Anteile an Businessjets, NetJets stellt Crew, Betrieb und Wartung |
| Sitz | Columbus, Ohio, USA |
| Gegründet | 1964 als Executive Jet Airways, später Executive Jet Aviation; seit 2002 unter dem Namen NetJets |
| Fractional-Programm | Ab 1986/87 als erstes Bruchteilseigentums-Programm für Businessjets |
| Konzern | Berkshire Hathaway (Übernahme 1998) |
| Europäische Gesellschaft | NetJets Europe (NetJets Transportes Aéreos), gegründet 1996, Sitz in Oeiras bei Lissabon |
| Codes | Kein IATA-Code; ICAO EJA (USA, Rufzeichen „EXECJET“) und NJE (Europa, Rufzeichen „FRACTION“) |
| Flottentypen (Stand 2026) | Embraer Phenom 300/E und Praetor 500, Cessna Citation XLS, Ascend, Sovereign, Latitude und Longitude, Bombardier Challenger 350/3500 und 650, Global 5000/5500, 6000, 7500 und 8000 |
| Flottengröße | Rund 800 Jets weltweit (Größenordnung laut Nachschlagewerken, Stand 2025) |
| Schwesterfirmen | Executive Jet Management, QS Partners, QS Security |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich NetJets?
- US-Kennzeichen enden fast immer auf QS, etwa N…QS – das Kürzel steht für „quarter share“
- Auf dem Tracker erscheint in den USA das Rufzeichen EJA, in Europa NJE – eine Flugnummer mit IATA-Code gibt es nicht
- Nur Businessjets: Citation, Phenom, Praetor, Challenger und Global – keine Airliner
- Zurückhaltende, überwiegend weiße Lackierung mit kleinem NetJets-Schriftzug statt auffälliger Airline-Optik
- Europäische Jets fliegen unter portugiesischem Betriebszeugnis; die Kennzeichen beginnen in der Regel mit CS-
- Typische Abstellorte sind die General-Aviation-Vorfelder und FBOs, nicht die Terminals
Wenn auf dem General-Aviation-Vorfeld ein weißer Businessjet mit kleinem Schriftzug steht, ist die Chance gut, dass er zu NetJets gehört. Das Unternehmen aus Columbus im US-Bundesstaat Ohio ist keine Airline im klassischen Sinn: Es verkauft keine Tickets, hat keinen Flugplan und keinen IATA-Code. Trotzdem betreibt NetJets eine der größten Businessjet-Flotten der Welt. Für Spotter ist das ein dankbares Sammelgebiet, denn hinter einer unauffälligen Optik stecken viele verschiedene Typen und zwei getrennte Flugbetriebe. Hier erfährst du, wie das Geschäftsmodell funktioniert, welche Jets in der Flotte fliegen und woran du NetJets in den USA und in Europa erkennst.
Jeden Bizjet einzeln im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Betreiber und Flughafen fest – und siehst auf einen Blick, welche Citation oder Global dir noch fehlt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
NetJets im Überblick
NetJets ist der Pionier des Bruchteilseigentums an Businessjets. Statt ein ganzes Flugzeug zu kaufen, erwerben oder leasen die Kunden einen Anteil an einem bestimmten Typ. NetJets stellt dafür die Piloten, kümmert sich um Wartung und Abstellplätze und sorgt dafür, dass der Kunde mit kurzer Vorlaufzeit ein Flugzeug bekommt – den gebuchten Typ oder eine größere Klasse. Auf dem Papier gehört dem Kunden also ein Stück Flugzeug, in der Praxis nutzt er eine riesige gemeinsame Flotte.
Die Wurzeln reichen bis 1964 zurück. Damals entstand Executive Jet Airways, später Executive Jet Aviation (EJA), mit einer kleinen Flotte aus Learjet 23. Die Idee stammte von dem ehemaligen US-Air-Force-General Olbert F. Lassiter. Den eigentlichen Durchbruch brachte der Mathematiker und frühere Investmentbanker Richard Santulli, der Executive Jet 1984 kaufte. Er entwickelte das Modell des Bruchteilseigentums; Mitte der 1980er-Jahre ging das Programm als erstes seiner Art an den Start. Nachschlagewerke nennen dafür teils 1986, teils 1987 als offiziellen Start.
1998 übernahm Berkshire Hathaway – die Holding von Warren Buffett – Executive Jet Aviation und NetJets für rund 725 Millionen US-Dollar. Seit 2002 tritt das ganze Unternehmen unter dem Namen NetJets auf. Der Sitz liegt in Columbus, Ohio. Zur Gruppe gehören außerdem Executive Jet Management, das Flugzeuge für andere Eigentümer verwaltet und verchartert, sowie die Firmen QS Partners und QS Security.
Codes und Rufzeichen
Weil NetJets keine Linienflüge verkauft, gibt es keinen IATA-Code. Für dich als Spotter zählen deshalb die ICAO-Angaben, die im Flugplan der Flugsicherung und auf ADS-B-Trackern auftauchen:
- ICAO-Code EJA, Rufzeichen EXECJET: So meldet sich NetJets Aviation, der US-Flugbetrieb. Code und Rufzeichen erinnern an die Herkunft als Executive Jet Aviation.
- ICAO-Code NJE, Rufzeichen FRACTION: So fliegt NetJets Europe. Das Rufzeichen spielt direkt auf das Geschäftsmodell an – „fraction“ heißt Bruchteil.
Die Flugnummern hinter EJA oder NJE folgen keinem festen Streckenplan. Ein bestimmter Jet fliegt heute von Genf nach London und morgen von Nizza nach Mailand, je nachdem, wohin Eigentümer reisen wollen. Wie du solche Flüge auf Trackern liest, zeigt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Tracker richtig lesen
Such auf dem Tracker nicht nach „NetJets“, sondern nach dem Rufzeichen-Präfix EJA oder NJE. Willst du einen bestimmten Jet verfolgen, kommst du mit dem Kennzeichen oder dem Hex-Code am schnellsten ans Ziel – wie das geht, erklärt der Artikel Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
So funktioniert Fractional Ownership
Das Geschäftsmodell erklärt, warum NetJets-Jets so unregelmäßig auftauchen. Statt fester Umläufe gibt es Nachfrage, die sich täglich ändert.
Anteil kaufen oder leasen
Der Kunde erwirbt einen Anteil an einem Flugzeugtyp. NetJets bietet die Anteile in Paketen von 25 Flugstunden an, die Mindestlaufzeit beträgt laut NetJets 36 Monate.
Flug anfragen
Der Eigentümer meldet seinen Wunsch an. Laut NetJets reicht dafür je nach Programm eine Vorlaufzeit von wenigen Stunden.
Jet aus dem Pool
Geflogen wird nicht zwingend genau das Flugzeug, an dem der Kunde beteiligt ist, sondern ein passender Jet aus der Flotte – gleicher Typ oder größer.
Positionierung
Viele Flüge sind Leerflüge, mit denen ein Jet zum nächsten Kunden geschickt wird. Darum siehst du NetJets auch an Plätzen, die gar nicht als Ziel gebucht waren.
Neben dem Bruchteilseigentum verkauft NetJets mit der NetJets Card ein Stundenkontingent ohne Eigentumsanteil. Für dich am Zaun ist das egal: Beide Programme werden mit derselben Flotte geflogen.
Die Flotte: nur Businessjets
Die Flotte besteht ausschließlich aus Businessjets von drei Herstellern: Embraer, Textron Aviation mit der Marke Cessna sowie Bombardier. NetJets ordnet die Typen in fünf Klassen ein. Die folgende Übersicht folgt der Flottenliste von NetJets mit Stand 2026; die maximale Passagierzahl stammt ebenfalls von NetJets.
| Klasse | Typ | Max. Passagiere | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Light | Embraer Phenom 300/E | 6 | Kleinster NetJets-Jet, T-Leitwerk, Triebwerke am Heck |
| Midsize | Cessna Citation XLS und Ascend | 7 | Ascend ist die neueste Weiterentwicklung der XLS-Linie |
| Midsize | Cessna Citation Sovereign | 8 | Längerer Rumpf als die XLS |
| Midsize | Cessna Citation Latitude | 7 | Breiter, fast runder Rumpfquerschnitt, T-Leitwerk |
| Midsize | Embraer Praetor 500 | 7 | Jüngerer Neuzugang aus Brasilien |
| Super-Midsize | Cessna Citation Longitude | 8 | Größter Cessna-Jet der Flotte |
| Super-Midsize | Bombardier Challenger 350/3500 | 8 | Großes Winglet, Triebwerke am Heck |
| Large | Bombardier Challenger 650 | 11 | Breiterer Rumpf, Wurzeln in der Challenger 600 |
| Long-Range | Bombardier Global 5000/5500 | 13 | Kürzere Global-Variante |
| Long-Range | Bombardier Global 6000 | 13 | Interkontinental-Jet, auch in Europa im Einsatz |
| Long-Range | Bombardier Global 7500 und Global 8000 | 14 | Flaggschiffe der Flotte |
Nachschlagewerke beziffern die Gesamtflotte mit Stand 2025 auf rund 800 Jets; der kleinere Teil davon fliegt bei NetJets Europe. Die Zahlen schwanken, weil laufend neue Flugzeuge kommen und ältere die Flotte verlassen.
Die Global 8000 fehlt dir noch?
Setz Typen oder Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn sie in deiner Nähe anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Große Bestellungen und neue Typen
NetJets ist für die Hersteller einer der wichtigsten Kunden überhaupt – und oft Erstkunde neuer Typen. Ein paar Meilensteine:
- 2012: NetJets gab bei Bombardier und Embraer eine Bestellung über Global-, Challenger- und Phenom-Jets auf, die als größter Auftrag in der Geschichte der Businessluftfahrt galt. Der genannte Listenwert lag bei 17,6 Milliarden US-Dollar inklusive Optionen.
- Mai 2023: NetJets kündigte bis zu 250 Embraer Praetor 500 an, Auslieferungen ab 2025.
- September 2023: Mit Textron Aviation vereinbarte NetJets den Kauf von bis zu 1.500 Cessna-Citation-Jets über 15 Jahre. Teil der Vereinbarung ist die Citation Ascend, eine neue Version der XLS-Familie.
- März 2026: NetJets übernahm die erste Bombardier Global 8000 und ist Flotten-Erstkunde des Typs.
- Mai 2026: Die erste Citation Ascend ging an NetJets.
Für Spotter heißt das: Wer neue Bizjet-Typen früh sehen will, hat bei NetJets gute Karten. Die Ascend und die Global 8000 gehören 2026 zu den spannendsten Neuzugängen.
NetJets Europe
1996 entstand mit NetJets Europe eine Schwestergesellschaft für den europäischen Markt. Der Flugbetrieb heißt formal NetJets Transportes Aéreos und hat seinen Sitz in Oeiras bei Lissabon. Dass ausgerechnet Portugal Heimat der europäischen Flotte ist, siehst du an den Kennzeichen: Die Jets fliegen unter portugiesischem Betriebszeugnis und tragen in der Regel CS-Kennzeichen. Das macht NetJets Europe zu einer der auffälligsten Quellen für portugiesische Registrierungen an deutschen, schweizerischen oder französischen Flughäfen.
Die europäische Flotte ist kleiner und weniger vielfältig als die amerikanische. Laut NetJets stehen in Europa diese Typen zur Wahl:
- Embraer Phenom 300/E
- Cessna Citation XLS und Citation Latitude
- Bombardier Challenger 350 und Challenger 650
- Bombardier Global 6000
Den Lissabonner Hintergrund merkst du auch beim Spotten in Portugal: Am Flughafen Lissabon sind NetJets-Jets regelmäßig zu Gast. Tipps für die Spots dort findest du im Guide Planespotting in Lissabon.
Achtung Verwechslung
Nicht jeder weiße Bizjet mit CS-Kennzeichen gehört zu NetJets – auch andere Betreiber registrieren Flugzeuge in Portugal. Und umgekehrt: US-NetJets-Jets mit QS-Kennzeichen tauchen gelegentlich auch in Europa auf. Erst Kennzeichen und Rufzeichen zusammen geben dir Sicherheit.
Woran du NetJets erkennst
Die Lackierung ist bewusst zurückhaltend: überwiegend weiß, mit kleinem NetJets-Schriftzug. Eine knallige Airline-Optik wie bei Ryanair oder Lufthansa suchst du vergeblich. Darum kommt es auf Details an.
Typ bestimmen
Citation, Phenom, Challenger oder Global? Die Typfrage ist bei Bizjets die halbe Miete. Hilfe bietet der Guide Businessjet-Typen unterscheiden.
Kennzeichen lesen
N-Kennzeichen mit Endung QS spricht für NetJets Aviation, CS- für NetJets Europe.
Rufzeichen abgleichen
EJA oder NJE auf dem Tracker bestätigt, dass der Jet gerade für NetJets fliegt.
Sauber notieren
Halte Betreiber, Kennzeichen und Typvariante fest – etwa Challenger 350 oder 3500. So bleibt die Sichtung eindeutig.
Das QS am Ende der US-Kennzeichen ist der bekannteste Trick: Die Endung wird mit „quarter share“ erklärt, also einem Viertelanteil. Mehr zum Aufbau von Registrierungen findest du im Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
NetJets in Deutschland und Europa spotten
NetJets hat keinen festen Flugplan, aber klare Muster. Die Jets fliegen dorthin, wo Eigentümer geschäftlich oder privat hinwollen: Finanzplätze, Messestädte, Wintersportorte und Küsten. Typische Ziele sind Genf, Zürich, Nizza und Paris-Le Bourget. In Deutschland lohnt sich ein Blick auf die General-Aviation-Bereiche der großen Flughäfen und auf kleinere Plätze in Wirtschaftsregionen.
Gute Chancen auf NetJets, wenn …
- eine große Messe, Konferenz oder ein Sportevent in der Stadt stattfindet
- Ferienbeginn oder Wintersaison Flugzeuge in Richtung Alpen und Mittelmeer ziehen
- der Flughafen einen gut einsehbaren General-Aviation-Bereich hat
Prüf es vorher, wenn …
- du gezielt auf einen bestimmten Typ wie die Global 6000 hoffst
- der Platz Businessjets weit vom Zaun entfernt abstellt
Eher kein NetJets-Tag, wenn …
- du an einem reinen Ferienflughafen ohne nennenswerten Geschäftsverkehr stehst
Für Genf und Zürich gibt es eigene Spotter-Guides: Planespotting in Genf und Planespotting in Zürich. Grundsätzliches zum Fotografieren von Privatjets liest du in Businessjets spotten, und wer sich auch für kleinere Maschinen interessiert, findet in General Aviation spotten passende Tipps. Großer Bizjet-Andrang herrscht auch bei Messen wie der Paris Air Show in Le Bourget.
Sicherheit und Respekt
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. FBOs und GA-Vorfelder sind private Bereiche – Zäune und Absperrungen sind tabu. Und: Bei Privatflügen sitzen Privatpersonen an Bord. Fotografiere das Flugzeug, nicht die Passagiere.
NetJets und Flexjet: die Konkurrenz
Der wichtigste direkte Wettbewerber im Bruchteilseigentum ist Flexjet, ebenfalls aus den USA und ebenfalls mit einer europäischen Tochter. Beide setzen auf Businessjets und Anteilsprogramme, unterscheiden sich aber bei Typen und Optik. Für dich lohnt sich der direkte Vergleich am Spot: Kennzeichen und Rufzeichen trennen die beiden Anbieter zuverlässig.
Häufige Verwechslungen
- NetJets für eine Charter-Airline halten – im Kern fliegt NetJets für Anteilseigner und Kartenkunden, nicht für Pauschalreisende.
- Nach einem IATA-Code suchen – es gibt keinen. Auf dem Tracker zählen EJA und NJE.
- Jedes QS-Kennzeichen blind zuordnen – die Endung ist ein starkes Indiz, prüf aber immer auch Rufzeichen oder Register.
- Jeden CS-Bizjet für NetJets halten – auch andere Betreiber nutzen das portugiesische Register.
- Challenger 350 und 3500 gleichsetzen – die 3500 ist die neuere Version mit überarbeiteter Kabine; NetJets führt beide in einer Klasse.
- Citation XLS und Ascend verwechseln – die Ascend ist die neue Weiterentwicklung und kommt erst seit 2026 zu NetJets.
NetJets im Blick behalten
Beobachte einzelne Kennzeichen oder Typen wie die Global 7500 und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
NetJets ist der unauffälligste Großbetreiber, den du am Flughafen treffen kannst. Hinter weißen Rümpfen und kleinen Schriftzügen steckt eine Flotte von rund 800 Businessjets, die vom Phenom 300 bis zur Global 8000 reicht. Wer Kennzeichen und Rufzeichen mitnotiert, unterscheidet NetJets Aviation und NetJets Europe sicher – und baut sich nebenbei eine Sammlung voller seltener Bizjet-Varianten auf.
Kurzfazit
NetJets (ICAO EJA, in Europa NJE) gehört zu Berkshire Hathaway und betreibt nur Businessjets für Anteilseigner. US-Jets erkennst du an der QS-Endung im Kennzeichen, europäische meist am portugiesischen CS-.
Zusammenfassung
- NetJets erkennst du weniger an der Lackierung als an Kennzeichen und Rufzeichen: QS-Endung und EJA in den USA, CS- und NJE in Europa.
- Hinter der Marke stehen zwei Flugbetriebe: NetJets Aviation in den USA und NetJets Europe mit Sitz bei Lissabon.
- Die Typenvielfalt reicht vom leichten Embraer Phenom 300 bis zum Langstreckenjet Bombardier Global 8000, für den NetJets 2026 Flotten-Erstkunde wurde.
- Gute Chancen auf NetJets hast du an Flughäfen mit viel Geschäftsreise- und Freizeitverkehr, besonders rund um Messen, Konferenzen und Ferienzeiten in Wintersport- und Küstenregionen.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat NetJets?
NetJets hat keinen IATA-Code, weil es keine Linienflüge verkauft. Im Flugplan der Flugsicherung nutzt NetJets Aviation in den USA den ICAO-Code EJA mit dem Rufzeichen „EXECJET“ – ein Überbleibsel aus der Zeit als Executive Jet Aviation. NetJets Europe fliegt als NJE mit dem Rufzeichen „FRACTION“.
Was bedeutet Fractional Ownership bei NetJets?
Beim Bruchteilseigentum kauft oder least ein Kunde einen Anteil an einem bestimmten Businessjet-Typ statt eines ganzen Flugzeugs. Dafür bekommt er ein festes Kontingent an Flugstunden pro Jahr. NetJets kümmert sich um Piloten, Wartung, Hangar und Einsatzplanung und garantiert ein Flugzeug des gebuchten Typs oder einer größeren Klasse mit kurzer Vorlaufzeit. Daneben gibt es mit der NetJets Card ein Stundenpaket ohne Eigentumsanteil.
Wem gehört NetJets?
NetJets gehört seit 1998 zu Berkshire Hathaway, der Holding von Warren Buffett. Berkshire kaufte damals Executive Jet Aviation und NetJets von Richard Santulli, der das Bruchteilseigentum in den 1980er-Jahren erfunden hatte. Der Name NetJets gilt für das ganze Unternehmen seit 2002.
Welche Flugzeuge fliegt NetJets?
Ausschließlich Businessjets. Laut NetJets gehören dazu (Stand 2026) die Embraer Phenom 300/E und Praetor 500, die Cessna Citation XLS, Ascend, Sovereign, Latitude und Longitude sowie die Bombardier Challenger 350/3500 und 650 und die Global 5000/5500, 6000, 7500 und 8000. In Europa bietet NetJets eine kleinere Auswahl an: Phenom 300/E, Citation XLS und Latitude, Challenger 350 und 650 sowie Global 6000.
Was ist NetJets Europe?
NetJets Europe ist die europäische Schwestergesellschaft, die 1996 entstand. Der Flugbetrieb läuft unter dem Namen NetJets Transportes Aéreos mit Sitz in Oeiras bei Lissabon und einem portugiesischen Betriebszeugnis. Für Spotter heißt das: Die Jets tragen meist portugiesische Kennzeichen, fliegen aber kreuz und quer durch Europa.
Warum enden NetJets-Kennzeichen auf QS?
In den USA lässt NetJets seine Flugzeuge in aller Regel mit Kennzeichen registrieren, die auf QS enden. Das Kürzel wird mit „quarter share“ erklärt, also einem Viertelanteil – ein Hinweis auf das Bruchteilseigentum. Ein N-Kennzeichen mit QS-Endung ist darum ein starkes Indiz für einen NetJets-Jet.
Wo kann ich NetJets in Deutschland und Europa spotten?
Überall dort, wo viel Geschäfts- und Privatverkehr ankommt – an großen Flughäfen genauso wie an kleineren Plätzen mit gutem General-Aviation-Bereich. Klassiker sind Genf, Nizza, Zürich, Paris-Le Bourget und Lissabon. Besonders viele Businessjets siehst du bei Messen, Großveranstaltungen und Konferenzen. Einen festen Flugplan gibt es nicht; ADS-B-Tracker sind dein wichtigstes Werkzeug.
Fliegt NetJets auch mit Turboprops oder Airlinern?
Nein. Die heutige Flotte besteht nur aus Businessjets. Historisch begann Executive Jet 1964 mit einer kleinen Flotte aus Learjet 23. Größere Jets im Airliner-Format wie eine Boeing BBJ gehören nicht zum aktuellen NetJets-Programm.
NetJets im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Embraer Phenom 300
Seit Jahren der meistausgelieferte Light Jet der Welt: Die Phenom 300 fliegt bei NetJets, Charterfirmen und Eignern, die selbst im Cockpit sitzen. So erkennst du sie und so findest du sie in Europa.
FlugzeugtypCessna Citation Latitude
Runder, hoher Rumpf, gepfeilter Flügel der Sovereign und ein Kabinenboden ohne Mittelgang-Stufe: Die Citation Latitude ist seit 2015 einer der Midsize-Jets, die du an Business-Aviation-Plätzen besonders oft siehst. So erkennst du sie und trennst sie von Sovereign, Longitude und XLS.
FlugzeugtypCessna Citation Longitude
Latitude-Rumpf, aber gestreckt, dazu T-Leitwerk und ein stark gepfeilter Flügel: Die Citation Longitude ist Cessnas Super-Midsize-Jet. So erkennst du sie und trennst sie sicher von Latitude, Challenger 350, G280 und Praetor 600.
FlugzeugtypBombardier Challenger 3500
Von außen eine Challenger 350, innen ein neues Flugzeug: Die Challenger 3500 ist Bombardiers aktueller Super-Midsize-Jet und einer der meistgelieferten Businessjets. So ordnest du sie ein.
FlugzeugtypBombardier Challenger 650
Bauchiger Rumpf, T-Leitwerk, zwei GE-Triebwerke am Heck: Die Challenger 650 ist die aktuelle Version der Challenger-600-Familie. So erkennst du sie und grenzt sie von 604, 605 und 350 ab.
FlugzeugtypBombardier Global 7500
Zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und ein Rumpf, so lang wie bei einem kleinen Regionaljet: Die Global 7500 ist einer der größten Businessjets der Welt. So erkennst du sie.
FlugzeugtypBombardier Global 8000
Mach 0,95, 8.000 nautische Meilen Reichweite und eine Kabinendruckhöhe von unter 2.700 Fuß: Die Global 8000 ist laut Bombardier das schnellste zivile Flugzeug seit der Concorde. Was sie von der Global 7500 trennt – und warum du dafür das Kennzeichen brauchst.
Weitere Airlines
Flexjet
US-Anbieter für Teileigentum an Business-Jets: Flotte aus Embraer, Bombardier und Gulfstream, Rufzeichen FLEXJET, Hubschrauber-Sparte und ein europäischer Ableger mit Praetor 600 und G650.
CharterAtlas Air
Die US-Frachtairline, die für andere fliegt: Atlas Air betreibt die größte Flotte von Boeing-747-Frachtern, fliegt im Auftrag von Kunden wie DHL und Amazon, steuert Boeings Dreamlifter und hat die letzte jemals gebaute 747 übernommen.
CharterGlobal Crossing Airlines (GlobalX)
Junge Charter- und ACMI-Airline aus Miami: reine Airbus-A320-Familie, umgebaute A321-Frachter unter der Marke XCargo und Einsätze von der Sportmannschaft bis zum Regierungsauftrag.
CharterMiami Air International
Historische US-Charterairline aus Miami (Flugbetrieb ab 1991, eingestellt 2020): Miami Air flog Sportteams, Kreuzfahrtgäste und US-Soldaten – zuerst mit Boeing 727, zuletzt mit einer kleinen Flotte Boeing 737-800.
CharterNational Airlines
Die Charterairline aus Orlando, die alles fliegt, was niemand sonst fliegen will: National Airlines bringt mit Boeing-747-Frachtern und 777F Sonderfracht um die Welt und befördert mit Airbus A330 Sportteams, Regierungsdelegationen und Soldaten.
CharterOmni Air International
Die Charterairline aus Tulsa, die Soldaten, Sportteams und Regierungsdelegationen um die Welt fliegt: Omni Air International setzt dafür ältere Boeing 767 und 777-200ER ein – und landet dabei immer wieder auch in Deutschland.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Textron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerBombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
HerstellerEmbraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
FlughafenFlughafen Lissabon Humberto Delgado
Portugals größter Flughafen liegt mitten in der Stadt: eine einzige Bahn, Anflüge direkt über die Dächer von Lissabon und ein Drehkreuz der TAP Air Portugal mit Verbindungen nach Brasilien, Afrika und Nordamerika. Eine Besucherterrasse gibt es nicht – dafür eine ganze Reihe öffentlicher Plätze rund um den Zaun.
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