Das Wichtigste in Kürze
- Zeitfracht ist ein Logistik-Familienunternehmen mit Wurzeln im Jahr 1927 – die Luftfahrt ist nur eine Sparte unter mehreren.
- Der Einstieg kam 2017 mit der Übernahme der Kölner WDL Aviation, 2019 folgte kurzzeitig die LGW.
- German Airways ist die heutige Airline der Gruppe: ICAO GER, Rufzeichen „GERMAN EAGLE“, reine Embraer-E190-Flotte.
- Fast alles läuft im Wet-Lease – vor allem für KLM Cityhopper, seit 2026 auch für Condor.
- Das Kennzeichen verrät den Betreiber: Die Flugnummer zeigt nur den Kunden, die Registrierung D-A… den tatsächlichen Operator.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Fuhrunternehmen zur Unternehmensgruppe
- 8.Die Luftfahrtsparte im Überblick
- 9.WDL Aviation: die Kölner Wurzel
- 10.LGW: das kurze Kapitel mit der Dash 8-400
- 11.German Airways: die Airline der Gruppe heute
- 12.Für wen die Gruppe fliegt
- 13.Rostock-Laage: der Ausflug ins Flughafengeschäft
- 14.Lackierung und Erkennung
- 15.Zeitfracht-Jets spotten
- 16.Häufige Verwechslungen
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rechtsträger | Kolibri Beteiligung GmbH, vormals Zeitfracht GmbH & Co. KGaA; Familienunternehmen in Privatbesitz |
|---|---|
| Wurzeln | 1927 Fuhrunternehmen von Walter Schröter in Stendal, Name „Zeitfracht“ seit 1962 |
| Rolle im System | Mischkonzern mit Luftfahrtsparte – Logistik, Buchgroßhandel und Beteiligungen, dazu die Airline German Airways |
| Airline heute | German Airways (IATA ZQ, ICAO GER, Rufzeichen GERMAN EAGLE), Sitz Köln, Basis Köln/Bonn |
| Historische Airlines | WDL Aviation (übernommen zum 1. Oktober 2017, heute German Airways) und Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW, 2019–2020) |
| Flotte | Embraer E190-100LR mit je 100 Sitzen – laut German Airways neun Flugzeuge |
| Geschäftsmodell der Airline | Wet-Lease (ACMI) für andere Airlines, Charter und Sportcharter unter der Marke Ligaflieger, Line- und Base-Maintenance |
| Flughafen-Beteiligung | Ziviler Teil des Flughafens Rostock-Laage von Anfang 2022 bis Ende 2024 |
| Allianz | keine – im Wet-Lease aber oft im Netz von SkyTeam-Airlines unterwegs |
| Bestimmungsweg im Feld | Deutsches Kennzeichen D-A… und die Registrierung im Tracker – die Flugnummer gehört meist dem Kunden |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Zeitfracht-Gruppe aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Zeitfracht-Gruppe
- Eine Embraer E190 mit gepunkteter schwarz-rot-goldener Flagge am Leitwerk ist die heutige Luftfahrtsparte der Gruppe
- Viele Jets tragen den Zusatz „Operating for KLM Cityhopper“ – betrieben werden sie trotzdem von German Airways
- Eigene Flüge laufen unter dem ICAO-Code GER und dem Rufzeichen „GERMAN EAGLE“ – bei Wet-Lease-Einsätzen hilft vor allem das Kennzeichen
- Deutsche Kennzeichen mit D-A…, etwa D-AJHW, D-ACJJ oder D-AMWO
- Ältere Fotos zeigen BAe 146 von WDL mit vier Triebwerken und Hochdecker-Flügel – bis Ende 2019 das Markenzeichen der Kölner
- Dash 8-400 im Air-Berlin- oder Eurowings-Look aus 2019 und Anfang 2020 gehörten oft zur Zeitfracht-Tochter LGW
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Kompakte, leicht zu sammelnde Flotte aus nur einem Typ
- Begehrte Werbelackierungen auf einzelnen E190
- Spannende Geschichte von BAe 146 über Dash 8-400 bis zur E190
- Sportcharter unter Ligaflieger sorgen für Überraschungssichtungen
- Heimatflughafen Köln/Bonn ist gut zugänglich
Wo es hakt
- Die Jets fliegen meist unter Flugnummern anderer Airlines
- Wet-Lease-Einsätze wechseln, Spotterberichte veralten schnell
- Mehrere Namen und Codes (WDL, LGW, GER) sorgen für Verwechslungen
- Die Holding selbst tritt kaum sichtbar auf und hat sich umbenannt
- Konkrete Flottenzahlen schwanken von Saison zu Saison
Eine Embraer mit „KLM Cityhopper“ am Rumpf, deutschem Kennzeichen und Deutschlandflagge am Leitwerk: Wer so ein Flugzeug in Amsterdam, Frankfurt oder Köln sieht, hat einen Jet der Zeitfracht-Gruppe vor der Linse – auch wenn der Name Zeitfracht nirgends auftaucht. Hinter der Kölner Airline German Airways steht ein Logistik-Familienunternehmen, das 2017 in die Luftfahrt eingestiegen ist und dabei gleich zwei traditionsreiche deutsche Betreiber übernommen hat. Diese Seite sortiert für dich, was zur Gruppe gehört, was davon Geschichte ist und wie du die Flugzeuge im Feld richtig zuordnest.
Betreiber und Kunde sauber trennen
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Kennzeichen, Typ, Airline, Flughafen und Spot fest – so bleibt klar, dass die E190 mit KLM-Flugnummer eigentlich von German Airways kam. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Fuhrunternehmen zur Unternehmensgruppe
Die Geschichte von Zeitfracht beginnt nicht am Flughafen, sondern auf der Straße. 1927 gründete der Metzger Walter Schröter in Stendal in der Altmark ein Fuhrunternehmen. 1951 wurde der Betrieb in der DDR enteignet, Sohn Horst Walter Schröter floh nach West-Berlin und baute dort neu auf. 1962 bekam das Speditionsgeschäft den Namen Zeitfracht.
In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Spedition durch Zukäufe. Am 1976 gestarteten Paketdienst DPD war Zeitfracht über Jahrzehnte beteiligt, die letzten Anteile wurden 2016 verkauft. Nach der Wiedervereinigung kaufte Horst Walter Schröter 1991 den enteigneten Familienbetrieb in Stendal zurück. Nach dem Tod von Horst Walter Schröter 2013 ging das Unternehmen an seine Großnichte Jasmin Schröter; die Geschäfte führt Wolfram Simon-Schröter, gemeinsam mit Maren Wolters.
Ab Mitte der 2010er-Jahre wurde aus der Spedition ein Mischkonzern. Die Gruppe kaufte in kurzer Folge Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen: Buchgroßhandel, Werkzeugmaschinen, Offshore-Schiffe, Mode, Schokolade. Manches davon wurde nach kurzer Zeit wieder verkauft. Für Spotter zählt vor allem eine dieser Erweiterungen: der Schritt in die Luftfahrt.
Inzwischen firmiert die Holding als Kolibri Beteiligung GmbH, vormals Zeitfracht GmbH & Co. KGaA. Seit 2025 tritt die Logistik- und Medienlogistiksparte zusätzlich unter der Marke Kolibri360 auf. Im Luftfahrtumfeld ist trotzdem weiterhin von der Zeitfracht-Gruppe die Rede – und auf dem Vorfeld begegnet dir ohnehin nur ein Name: German Airways.
Die Luftfahrtsparte im Überblick
Die Luftfahrt der Gruppe bestand nie aus einer großen Airline-Familie wie bei der Lufthansa Group oder Air France-KLM. Es waren zwei mittelständische Betreiber, die beide vor allem im Auftrag anderer Airlines flogen. Die Tabelle zeigt, wer wann dazugehörte.
| Airline | In der Gruppe | ICAO / Rufzeichen | Basis | Prägender Typ | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| WDL Aviation | ab 1. Oktober 2017 | WDL / WDL | Köln/Bonn | BAe 146, ab 2019 E190 | 2020 in German Airways aufgegangen |
| Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) | 1. April 2019 bis 2020 | LGW / WALTER | Düsseldorf | Dash 8-400 | Insolvenz im April 2020 |
| German Airways | seit 2019 als Marke, seit 2020 eigenständig | GER / GERMAN EAGLE | Köln/Bonn | Embraer E190 | aktiv |
Beide Airlines verbindet das Geschäftsmodell: Wet-Lease, auch ACMI genannt. Dabei stellt der Betreiber Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung, während der Kunde Flugnummer, Ticketverkauf und meist auch die Strecke bestimmt. Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Beitrag Wet-Lease erklärt. Warum große Airlines ohnehin gern mit mehreren Marken und Partnern arbeiten, beschreibt Mehrmarkenstrategien bei Airlines.
Holding, Airline, Kunde – drei Ebenen
Die Holding ist die Zeitfracht-Gruppe, heute als Kolibri Beteiligung GmbH. Die Airline ist German Airways mit eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Der Kunde ist etwa KLM Cityhopper oder Condor, dessen Flugnummer auf der Anzeigetafel steht. In deine Sichtung gehört als Betreiber German Airways.
WDL Aviation: die Kölner Wurzel
Die heutige Airline der Gruppe ist älter als fast jede andere deutsche Fluggesellschaft. Am 29. Juli 1955 gründete Theodor Wüllenkemper am Flughafen Essen-Mülheim die Westdeutsche Luftwerbung (WDL). Sie erhielt nach Lufthansa als zweite Fluggesellschaft der Bundesrepublik eine Betriebsgenehmigung. Anfangs ging es, wie der Name sagt, um Werbeflüge; später wuchs daraus ein Flugbetrieb für Passagiere und Fracht.
1974 entstand als Ableger der WDL Flugdienst, aus dem später die WDL Aviation mit Basis am Flughafen Köln/Bonn wurde. Über Jahre prägten Turboprops wie die Fokker F27 Friendship das Bild, die WDL unter anderem als Frachter einsetzte. 2011 verließen die letzten Fokker die Flotte. Danach war WDL ein reiner Betreiber der BAe 146 – insgesamt flogen acht Exemplare des vierstrahligen Hochdeckers für die Kölner, teils für Passagiere, teils für Fracht.
Mit der BAe 146 war WDL im Wet-Lease für zahlreiche Airlines in Europa unterwegs. Wer alte Fotos sortiert, findet die Jets oft in weißer Grundlackierung mit Aufklebern des jeweiligen Kunden. Den Typ und seine Weiterentwicklung stellt die Seite zur Avro RJ85 vor, den Hersteller der Eintrag zu BAE Systems.
Zum 1. Oktober 2017 übernahm Zeitfracht die WDL Aviation. Der Umbau folgte rasch: Im März 2019 kam die erste Embraer E190, im selben Jahr endete die Ära der BAe 146 bei den Kölnern.
LGW: das kurze Kapitel mit der Dash 8-400
Der zweite Baustein der Luftfahrtsparte war die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW). Die Airline war 1980 aus einer Flugschule am Flughafen Dortmund hervorgegangen und flog ab 2008 die Dash 8-400 – lange im Design von Air Berlin. Nach deren Insolvenz 2017 kam LGW zur Lufthansa Group und flog im Wet-Lease für Eurowings.
Zum 1. April 2019 verkaufte Lufthansa die LGW an Zeitfracht. Die Gruppe hatte zuvor bereits Teile der Technik-Sparte von Air Berlin übernommen und sich mit der früheren Air-Berlin-Tochter Leisure Cargo einen Luftfracht-Makler ins Haus geholt, den sie 2018 aber wieder verkaufte. Ab Oktober 2019 flogen LGW und WDL mit jeweils eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis unter der gemeinsamen Marke German Airways.
Lange hielt diese Konstellation nicht. Mit Beginn der Corona-Krise setzte Eurowings den Wet-Lease aus und kündigte später die Verträge für alle 15 Turboprops. Am 22. April 2020 beantragte LGW Insolvenz in Eigenverwaltung, der Flugbetrieb endete. Mehr zu solchen Zusammenbrüchen findest du im Beitrag Große Airline-Pleiten in Europa.
Achtung Namensverwechslung
Weil auch die LGW kurz als German Airways auftrat, kursieren Fotos von Dash 8-400 mit diesem Bezug. Die heutige German Airways ist aber die frühere WDL Aviation mit E190-Flotte und dem ICAO-Code GER. Beschrifte alte Bilder deshalb mit dem damaligen Betreiber – LGW oder WDL.
German Airways: die Airline der Gruppe heute
Seit 2020 ist German Airways rechtlich und wirtschaftlich eigenständig. Der ICAO-Code wechselte von WDL zu GER, das Rufzeichen lautet „GERMAN EAGLE“, als IATA-Code ist ZQ hinterlegt. Zum 1. Dezember 2020 trat die Airline der IATA bei. Sitz ist Köln, Heimatflughafen Köln/Bonn. Im selben Jahr startete die Marke Ligaflieger für Charterflüge mit Sportmannschaften.
Die Flotte besteht ausschließlich aus der Embraer E190, genauer aus der Version E190-100LR mit 100 Sitzen in 2-2-Anordnung. Beim Rebranding im April 2025 waren es acht Flugzeuge, zum Sommerflugplan 2026 kam mit D-ABKE ein weiteres dazu – laut Airline sind es damit neun; die Zahl kann sich mit jedem Flugplanwechsel ändern. Die Jets tragen deutsche Kennzeichen im Format D-A…, darunter D-AJHW, D-ACJJ und D-AMWO. Wie du die E190 von ihren Geschwistern unterscheidest, zeigt der Guide Embraer E-Jets unterscheiden, den Hersteller stellt der Eintrag zu Embraer vor.
Neben dem Flugbetrieb bietet German Airways Line- und Base-Maintenance an. Wartungsseitig spielte zeitweise ein zweiter Flughafen eine Rolle – dazu gleich mehr.
Jede E190 einzeln auf die Wunschliste
Setz Kennzeichen wie D-AJHW oder die Sonderlackierungen auf die Wunschliste in deinem Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Für wen die Gruppe fliegt
Seit Sommer 2023 fliegt fast die gesamte E190-Flotte im Wet-Lease, vor allem für KLM Cityhopper, die Regionaltochter von KLM, und zeitweise für Luxair. Die Jets verbinden dann unter KL-Flugnummer europäische Städte mit dem Drehkreuz Amsterdam-Schiphol. Viele Maschinen tragen deshalb den Schriftzug „Operating for KLM Cityhopper“.
Seit Ende März 2026 fliegen zwei E190 von German Airways außerdem Zubringer für Condor ab Frankfurt. Auf ihrer Website zeigt die Airline außerdem Logos weiterer Kunden, darunter Air France, Eurowings, Finnair, LOT, easyJet und SKY express.
Dazu kommt das Chartergeschäft: Unter der Marke Ligaflieger fliegt German Airways Fußballvereine und andere Sportteams, daneben bietet sie Einzelcharter an. Solche Flüge stehen nicht im regulären Flugplan – und sind deshalb echte Überraschungssichtungen. Wie sich Charter und Linie unterscheiden, erklärt Charterflug und Linienflug.
Gute Chancen auf einen Zeitfracht-Jet, wenn …
- dein Flughafen KLM-Cityhopper-Flüge nach Amsterdam im Plan hat
- du in Frankfurt Condor-Zubringer aus Europa beobachtest
- du in Köln/Bonn am Heimatflughafen stehst
Prüf es vorher, wenn …
- du nach älteren Spotterberichten planst – Wet-Lease-Einsätze wechseln
- du eine bestimmte Sonderlackierung suchst
- ein Sportcharter angekündigt ist, aber kein Betreiber genannt wird
Kein Gruppen-Jet, wenn …
- die Embraer ein niederländisches PH-Kennzeichen trägt – dann ist es eine KLM-eigene Maschine
- eine E2 mit großen Triebwerken und ohne klassische Winglets rollt
Rostock-Laage: der Ausflug ins Flughafengeschäft
Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 übernahm die Zeitfracht-Gruppe die Betreibergesellschaft des zivilen Teils am Flughafen Rostock-Laage. Zuvor hatten die Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding, der Landkreis Rostock und die Stadt Laage die Anteile gehalten. Die Gruppe verlegte die Wartung der German-Airways-Flotte an den Platz im Nordosten.
Rostock-Laage ist ein besonderer Flughafen: Er wird gemeinsam mit der Luftwaffe genutzt, die dort das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ mit Eurofightern stationiert hat. Wer den Platz besucht, sieht also neben zivilen Jets auch Militärbetrieb – Hinweise dazu findest du im Beitrag Eurofighter in Deutschland spotten und zu den Regeln unter Militärflugplätze fotografieren.
Das Kapitel war allerdings kurz. Zeitfracht hielt die Flughafengesellschaft bis zum 31. Dezember 2024, seit Anfang 2025 gehört sie einem neuen Eigentümer. Ob und in welchem Umfang die E190 heute noch in Rostock-Laage gewartet werden, ist öffentlich nicht eindeutig dokumentiert. Eine Sichtung einer German-Airways-E190 dort ist aber ein schönes Motiv für dein Archiv.
Lackierung und Erkennung
Im April 2025 stellte German Airways ein neues Design vor. Statt des Namens am Heck trägt das Leitwerk jetzt eine dynamisch gepunktete Flagge in Schwarz-Rot-Gold, auch die Winglets sind in den Landesfarben gehalten. Das erste umlackierte Flugzeug war D-AJHW. Den Schriftzug „German Airways“ findest du am Leitwerk nicht mehr.
Einzelne Jets tragen Werbelackierungen, etwa D-ACJJ mit dem Motiv „Herpa 75 Jahre“ und D-AMWO im DTM-Design. Früher waren auch Lackierungen für Firmen aus dem Umfeld der Gruppe zu sehen, darunter Leysieffer und Adler Modemärkte – beides Unternehmen, die Zeitfracht zeitweise gehörten und inzwischen wieder verkauft hat. Wie du solche Maschinen gezielt aufspürst, zeigt der Guide Special Liveries finden.
Typ prüfen
Embraer E190 mit Triebwerken unter den Flügeln und klassischen Winglets – damit ist das Feld schon klein.
Leitwerk ansehen
Gepunktete Deutschlandflagge oder eine bekannte Werbelackierung deuten auf German Airways.
Kennzeichen lesen
D-A… bestätigt die deutsche Registrierung. Grundlagen dazu im Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Flugnummer einordnen
Die Flugnummer am Gate gehört meist dem Kunden, nicht dem Betreiber. Wie Rufzeichen und Flugnummer zusammenhängen, erklärt Callsign und Flugnummer.
Getrennt notieren
Halte Betreiber, Kunde und Flugnummer getrennt fest – so bleibt die Sichtung auch Jahre später eindeutig.
Einen Überblick über das System aus Airline- und Flughafencodes liefert IATA- und ICAO-Codes erklärt. Gerade bei der Zeitfracht-Gruppe lohnt das: Mit WDL, LGW und GER sind in wenigen Jahren drei ICAO-Codes durch die Gruppe gelaufen – und LGW ist zugleich der IATA-Code von London-Gatwick.
Zeitfracht-Jets spotten
Der naheliegende Startpunkt ist Köln/Bonn. Von der Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn hast du einen guten Überblick, auch wenn die E190 tagsüber meist im Kundennetz unterwegs sind. In Frankfurt lohnt bei Condor-Zubringern die Aussichtsplattform Zeppelinheim, in Amsterdam die Spotterplaats an der Polderbaan.
Weil die Einsätze wechseln, ist der Tracker dein wichtigstes Werkzeug: Such nach den Kennzeichen der Flotte und prüf, wo die Jets gerade fliegen. Mit der aktuellen Betriebsrichtung weißt du dann, an welche Seite des Platzes du musst. Sportcharter unter Ligaflieger tauchen kurzfristig auf – solche Sichtungen gehören in die Kategorie seltene Flugzeuge.
Nur von öffentlich zugänglichen Standorten
Zäune, Sperrzonen und das Hausrecht der Flughäfen sind tabu – in Rostock-Laage gilt wegen des Militärbetriebs besondere Vorsicht. Was erlaubt ist, steht im Beitrag Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Zeitfracht für eine Airline halten – Zeitfracht ist die Holding, fliegen tut German Airways.
- German Airways mit LGW gleichsetzen – LGW trug die Marke nur kurz 2019 und 2020; die heutige Airline ist die frühere WDL.
- KL-Flugnummer gleich KLM-Flugzeug – viele KLM-Cityhopper-Flüge führt eine deutsche E190 durch.
- Condor-Zubringer für Condor-Jets halten – seit 2026 stecken hinter einigen Frankfurt-Zubringern E190 der Gruppe.
- E190 mit E190-E2 verwechseln – die zweite Generation hat deutlich größere Triebwerke und keine klassischen Winglets.
- Kolibri für einen neuen Betreiber halten – der neue Name betrifft die Holding und die Logistik, nicht die Flugzeuge.
Die ganze Zeitfracht-Geschichte im Hangar
Sammle E190, BAe 146 und Dash 8-400 im Hangar, finde auf der Spot-Karte die besten Plätze in Köln, Frankfurt und Schiphol und teil deine Fotos mit der Community. Planetrack startet bald – sichere dir deinen Platz auf der Warteliste.
Fazit
Die Zeitfracht-Gruppe ist kein klassischer Airline-Konzern, sondern ein Logistik-Familienunternehmen mit einer kleinen, aber spannenden Luftfahrtsparte. Mit WDL Aviation kaufte sie 2017 eine der ältesten deutschen Fluggesellschaften, mit LGW kurzzeitig einen Dash-8-Betreiber, und für drei Jahre sogar einen Flughafen. Geblieben ist German Airways: eine Kölner E190-Flotte, die fast nur im Namen anderer Airlines fliegt. Wer das Kennzeichen mitnotiert, ordnet jede Sichtung korrekt zu – und sortiert nebenbei auch alte Fotos von BAe 146 und Dash 8-400 richtig ein.
Kurzfazit
Die Zeitfracht-Gruppe steht hinter German Airways, der früheren WDL Aviation. Für deine Sichtung zählt der tatsächliche Betreiber – und den verrät dir vor allem das D-Kennzeichen, nicht die Flugnummer des Kunden.
Zusammenfassung
- Die Zeitfracht-Gruppe ist ein Mischkonzern aus Spedition, Buchlogistik und Beteiligungen, der 2017 mit WDL Aviation in die Luftfahrt eingestiegen ist.
- Aus WDL wurde German Airways; die zeitweise ebenfalls zugehörige LGW stellte 2020 den Betrieb ein.
- Heute bleibt eine kleine E190-Flotte, die vor allem für KLM Cityhopper und Condor fliegt – sauber notieren heißt Betreiber und Kunde trennen.
- Wer ältere Fotos sortiert, ordnet BAe 146 der WDL und Dash 8-400 der Jahre 2019 und 2020 der LGW zu.
Häufige Fragen
Was ist die Zeitfracht-Gruppe?
Ein privates Familienunternehmen aus der Logistikbranche. Die Wurzeln reichen bis zu einem Fuhrunternehmen zurück, das Walter Schröter 1927 in Stendal gründete; den Namen Zeitfracht trägt das Geschäft seit 1962. Neben Spedition, Transport und Buchgroßhandel gehört seit 2017 die Luftfahrt dazu – heute in Form von German Airways.
Welche Airlines gehören oder gehörten zur Zeitfracht-Gruppe?
Aktuell German Airways, die bis 2020 als WDL Aviation firmierte. Von April 2019 bis zu ihrem Ende 2020 gehörte außerdem die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) zur Gruppe. Kurzzeitig hielt Zeitfracht zudem den Luftfracht-Makler Leisure Cargo, der aber keine eigenen Flugzeuge betrieb.
Ist German Airways dasselbe wie WDL Aviation?
Ja, im Kern schon. German Airways ist die frühere WDL Aviation aus Köln. Die Marke German Airways startete 2019, 2020 wurde die Umfirmierung vollzogen und der ICAO-Code von WDL auf GER umgestellt. Wer heute eine E190 von German Airways sieht, sieht also die Nachfolgerin der WDL.
Was hatte LGW mit German Airways zu tun?
LGW und WDL flogen ab Oktober 2019 mit jeweils eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis unter der gemeinsamen Marke German Airways. LGW betrieb dabei Dash 8-400 im Wet-Lease für Eurowings. Nach dem Einbruch durch Corona beantragte LGW am 22. April 2020 Insolvenz. Die heutige German Airways ist nicht die LGW, sondern die frühere WDL.
Welche Flugzeuge fliegt die Zeitfracht-Gruppe?
Über German Airways ausschließlich die Embraer E190, genauer die Version E190-100LR mit 100 Sitzen. Laut der Airline umfasst die Flotte neun Jets. Historisch kamen BAe 146 und Fokker F27 bei WDL sowie Dash 8-400 bei LGW dazu.
Gehört der Flughafen Rostock-Laage zur Zeitfracht-Gruppe?
Nicht mehr. Zeitfracht hatte den zivilen Teil des Flughafens Rostock-Laage mit Wirkung zum 1. Januar 2022 übernommen und dort die Wartung der E190 angesiedelt. Zum 1. Januar 2025 ging die Betreibergesellschaft an einen neuen Eigentümer über.
Warum heißt Zeitfracht jetzt Kolibri?
Die Holding firmiert inzwischen als Kolibri Beteiligung GmbH, vormals Zeitfracht GmbH & Co. KGaA. Seit 2025 tritt die Logistik- und Mediensparte zusätzlich unter der Marke Kolibri360 auf. Für dein Logbuch ändert das nichts: Die Flugzeuge laufen unter German Airways mit dem Code GER.
Wo sehe ich Flugzeuge der Zeitfracht-Gruppe am ehesten?
Dort, wo die Wet-Lease-Kunden fliegen: auf KLM-Cityhopper-Strecken nach Amsterdam-Schiphol, auf Condor-Zubringern nach Frankfurt und rund um den Heimatflughafen Köln/Bonn. Prüf vorher im Tracker, wo die Jets mit ihren D-Kennzeichen gerade unterwegs sind.
Sichtungen rund um Zeitfracht-Gruppe sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
German Airways
Wet-Lease-Spezialist aus Köln mit Wurzeln bis 1955: German Airways fliegt ausschließlich Embraer E190 – meist für KLM Cityhopper, seit 2026 auch für Condor – und trägt Schwarz-Rot-Gold am Leitwerk.
WDLWDL Aviation
Historische Kölner ACMI-Airline mit Wurzeln in der Westdeutschen Luftwerbung von 1955: WDL Aviation flog BAe 146 im Wet-Lease für Airlines aus halb Europa, stieg 2019 auf die Embraer E190 um und lebt heute als German Airways weiter.
HE / LGWLuftfahrtgesellschaft Walter
Historische Regionalairline aus Dortmund: 1980 aus einer Flugschule entstanden, später Turboprop-Partner von Air Berlin, Wet-Lease-Betreiber für Eurowings und 2020 nach dem Corona-Einbruch insolvent.
WA / KLCKLM Cityhopper
Die Regionaltochter von KLM fliegt ab Amsterdam-Schiphol mit einer reinen Embraer-Flotte durch Europa – in voller KLM-Bemalung und unter KL-Flugnummern. Wer sie erkennen will, schaut auf Typ und Kennzeichen.
DE / CFGCondor
Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.
LG / LGLLuxair
Luxemburgs nationale Airline: seit 1962 in der Luft, Heimat am Findel, eine bunte Flotte aus Q400-Turboprops und Boeing 737 – und mitten im Umbau auf Embraer E2 und neue 737-Generation.
EW / EWGEurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
AB / BERAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
Typische Flugzeuge
Embraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypBAe 146-200
Hoher Flügel, vier kleine Triebwerke, Muschel-Heck: Die BAe 146-200 ist die mittlere und meistgesehene Version des britischen Vierstrahlers. Heute fliegt sie vor allem als Löschflugzeug über Nordamerika.
FlugzeugtypBAe 146-300
Die längste Version der BAe 146 hat rund 100 Sitze, vier Triebwerke und einen hohen Flügel. Als leiser Nachtfrachter „Quiet Trader“ fliegt sie in Australien bis heute.
FlugzeugtypBAe 146 / Avro RJ85
Hoch angesetzter Flügel, vier kleine Triebwerke, T-Leitwerk und eine Heckklappe als Luftbremse: Der Avro RJ85 ist eines der markantesten Regionalflugzeuge überhaupt – und inzwischen eine echte Rarität.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypFokker F27 Friendship
Hoher Flügel, zwei Rolls-Royce-Dart-Turboprops und große ovale Fenster: Die Fokker F27 Friendship war Europas erfolgreichster Turboprop-Airliner ihrer Zeit. Heute ist sie ein echter Sammlerfang.
Spotting-Spots rund um Zeitfracht-Gruppe
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn
Die Dachterrasse auf Terminal 1 ist der bequemste legale Standpunkt am Flughafen Köln/Bonn: kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle, mit dem Zug direkt erreichbar – und mit Blick auf Vorfeld, Hauptpiste und den militärischen Teil des Platzes.
SpotterhügelAussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt
Der Klassiker unter den Frankfurter Spotterpunkten: Von der Plattform an der Autobahnbrücke bei Zeppelinheim schwebt bei Westwind der Großteil der Landungen auf die Südbahn ein – kostenlos, öffentlich und mit der S-Bahn schnell vom Frankfurter Hauptbahnhof erreichbar.
SpotterhügelSpotterplaats Polderbaan am Flughafen Amsterdam Schiphol
Der offizielle Spotterplatz an Schiphols längster Piste: Auf der Westseite der Polderbaan siehst du Landungen auf der 18R und Starts auf der 36L ohne Zaun im Bild – mit großem Gratisparkplatz, Toiletten und der Sonne am Nachmittag im Rücken.
Weitere Einträge
Flughafen Köln/Bonn
Tagsüber Eurowings und Ferienflieger, abends die Frachter von UPS und FedEx, im Westen die Regierungsjets der Flugbereitschaft: Köln/Bonn ist kein Drehkreuz für Passagiere, aber einer der abwechslungsreichsten Flughäfen Deutschlands – mit Bahnhof unter den Terminals und kostenloser Dachterrasse.
FlughafenFlughafen Rostock-Laage
Ein Militärflugplatz mit zivilem Terminal: In Laage bildet die Luftwaffe alle ihre Eurofighter-Piloten aus, während nebenan Ferienjets nach Antalya und Kreta starten. Für Spotter ist RLG ein seltener Mix aus wenig Linienverkehr und viel Kampfjet-Lärm.
FlughafenFlughafen Dortmund
Kompakter Low-Cost-Flughafen im Osten des Ruhrgebiets: eine einzige 2.000-Meter-Bahn, ein Terminal mit kostenloser Besucherterrasse und ein Flugplan, den Wizz Air mit Verbindungen nach Mittel- und Osteuropa prägt. 2026 feiert der Platz sein 100-jähriges Bestehen.
FlughafenFlughafen Amsterdam Schiphol
Sechs Start- und Landebahnen, ein einziges Terminal und das Heimatdrehkreuz der KLM: Schiphol ist einer der größten Flughäfen Europas – und mit offiziellen Spotterplätzen wie an der Polderbaan einer der spotterfreundlichsten.
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