Das Wichtigste in Kürze
- Southern Air war eine US-Frachtairline, die von 1999 bis 2021 flog und Flugzeuge samt Crew an Kunden wie DHL vermietete (ACMI).
- Codes: IATA 9S, ICAO SOO, Rufzeichen „SOUTHERN AIR“.
- CIA-Erbe: Die Airline entstand aus der insolventen Southern Air Transport, die von 1960 bis 1973 dem US-Geheimdienst gehörte und 1986 in die Iran-Contra-Affäre verwickelt war.
- Vom Jumbo zur 777F: Auf alte 747-200 und 747-300 folgten ab 2010 Boeing 777F – Southern Air gab an, als erste Airline 777F im Wet Lease anzubieten.
- Atlas Air kaufte Southern Air 2016 und führte beide Airlines am 17. November 2021 unter einer Betriebsgenehmigung zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | 9S |
|---|---|
| ICAO-Code | SOO |
| Rufzeichen | SOUTHERN AIR |
| Drehkreuze | CVG, LAX |
| Status | Historisch – am 17. November 2021 mit Atlas Air unter einer gemeinsamen Betriebsgenehmigung verschmolzen |
| Geschäftsmodell | Frachtflüge im ACMI-Wet-Lease (Flugzeug, Crew, Wartung, Versicherung), dazu Charter und Einsätze für das US-Verteidigungsministerium |
| Gegründet | 1999 aus Vermögenswerten der insolventen Southern Air Transport; Flugbetrieb ab November 1999 |
| Sitz | Anfangs Norwalk (Connecticut), ab 2013 Florence (Kentucky) nahe dem Flughafen Cincinnati |
| Drehkreuze | Cincinnati/Northern Kentucky (CVG) und Los Angeles (LAX) |
| Wichtigster Kunde | DHL – mehrjähriger ACMI-Vertrag ab 2011, zunächst mit Boeing 777F |
| Flotte (Auswahl) | Boeing 747-200, 747-300 und 747-400BDSF (bis etwa 2013), Boeing 777F, Boeing 737-400SF und 737-800BCF |
| Eigentümer | Ab 2007 mehrheitlich Oak Hill Capital Partners, ab April 2016 Atlas Air Worldwide (Kaufpreis rund 110 Mio. US-Dollar) |
| Vorgänger | Southern Air Transport (1947–1998), von 1960 bis 1973 im Besitz der CIA |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Southern Air?
- Bis etwa 2011 fast nur Boeing-747-Klassiker (747-200 und 747-300) als Frachter, danach vor allem Boeing 777F
- Ab 2014 auch kleine Boeing 737-400SF für DHL und später 737-800BCF für Amazon
- US-Kennzeichen mit N am Anfang – wie bei allen US-Frachtairlines
- Auf Trackern und in Flugplänen SOO, im Funk „SOUTHERN AIR“ – heute nur noch auf älteren Logs und Fotos zu finden
- Nicht verwechseln mit dem Vorgänger Southern Air Transport (ICAO SJM), der Lockheed L-100 Hercules, DC-8 und 747-200F flog
Southern Air gehört zu den Frachtairlines, die kaum jemand mit Namen kennt, obwohl ihre Flugzeuge jahrelang um die Welt flogen. Die Maschinen arbeiteten für andere, vor allem für DHL, und der eigene Schriftzug trat in den Hintergrund. Spannend ist die Airline trotzdem, denn ihre Geschichte beginnt bei einer Fluggesellschaft, die dem US-Geheimdienst CIA gehörte, sie führt über Jumbo-Klassiker und Boeing 777F und endet 2021 in Atlas Air. Auf dieser Seite liest du, wie Southern Air funktionierte, welche Flugzeuge sie flog und wie du alte Sichtungen richtig zuordnest.
Frachter-Geschichte im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot fest. Ehemalige Southern-Air-Frachter sammelst du in deinem Hangar, und fehlende Kennzeichen setzt du auf die Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Southern Air im Überblick
Southern Air war eine US-amerikanische Frachtairline, die von 1999 bis 2021 flog. Sie entstand aus den Vermögenswerten der insolventen Southern Air Transport, deren Betriebsgenehmigung und Markenrechte die neuen Eigentümer übernahmen. Im November 1999 nahm sie den Flugbetrieb auf, zunächst mit einer geleasten Boeing 747-200. Ihren Sitz hatte sie anfangs in Norwalk im Bundesstaat Connecticut, ab 2013 in Florence in Kentucky, nur wenige Kilometer vom Flughafen Cincinnati entfernt. Als Drehkreuze gelten Cincinnati/Northern Kentucky (CVG) und Los Angeles (LAX).
Das Geschäftsmodell war ACMI: Southern Air stellte Kunden ein komplettes Frachtflugzeug mit Besatzung, Wartung und Versicherung zur Verfügung. Die Kunden füllten die Flugzeuge und vermarkteten die Fracht selbst. Dazu kamen Charterflüge auf Abruf und Einsätze für das US-Verteidigungsministerium im Rahmen der Civil Reserve Air Fleet, eines Programms, über das zivile Airlines im Bedarfsfall Transportkapazität für das Militär bereitstellen.
Ruhig verlief die Geschichte nicht. Schon in den ersten Jahren musste die Airline mehrfach Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragen, unter anderem 2001 und 2002. 2007 übernahm die Investmentgesellschaft Oak Hill Capital Partners die Mehrheit, kurz darauf wurde die Frachtairline Cargo 360 in Southern Air eingegliedert. Nach einem weiteren Insolvenzverfahren 2012 und 2013 kaufte schließlich Atlas Air das Unternehmen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 9S: stand in den Flugnummern und in Frachtpapieren.
- ICAO-Code SOO: der Betreibercode im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen SOUTHERN AIR: So meldeten sich die Besatzungen im Funk – dasselbe Rufzeichen hatte schon der Vorgänger genutzt.
Genau hier liegt eine Falle für alle, die alte Logs und Fotos sortieren. Southern Air Transport flog mit IATA SJ und ICAO SJM, Southern Air ab 1999 mit 9S und SOO. Das Rufzeichen blieb gleich, die Airline war eine andere. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt IATA- und ICAO-Codes erklärt; warum Rufzeichen und Flugnummer nicht dasselbe sind, liest du in Callsign und Flugnummer: der Unterschied.
Alte Sichtungen richtig zuordnen
Steht in deinem Logbuch „SOUTHERN AIR“ ohne Code, hilft das Datum: Vor 1999 war es Southern Air Transport, von 1999 bis November 2021 Southern Air. Mit dem Kennzeichen kannst du nachprüfen, wo das Flugzeug später geblieben ist – wie das geht, zeigt Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Das Erbe: Southern Air Transport und die CIA
Der Name Southern Air ist älter als die Airline von 1999. Schon 1947 gründete F. C. „Doc“ Moor ein kleines Luftfahrtunternehmen namens Southern Air Transport. Es flog überwiegend Fracht als Bedarfsfluggesellschaft und wurde 1949 als Unternehmen in Florida eingetragen.
Die eigentliche Geschichte begann 1960. Am 5. August kaufte die CIA die Airline, die damit verdeckt dem Geheimdienst gehörte. Southern Air Transport gehörte damit zu einer Gruppe von Tarnfirmen des Geheimdiensts, zu der auch Air America und Civil Air Transport zählten. Nach außen trat sie als ganz normale Charterairline auf, der Schwerpunkt der Einsätze lag aber in Südostasien und im Umfeld des Vietnamkriegs. Ein kleines Detail sorgt bis heute für Gesprächsstoff: Das Firmenlogo war eine Kompassrose mit acht Spitzen, das Siegel der CIA hat sechzehn.
Anfang der 1970er-Jahre zog sich die CIA aus dem Airline-Geschäft zurück. Ende 1973 ging Southern Air Transport an Stanley G. Williams, der schon zuvor an der Airline beteiligt war, 1979 kaufte James H. Bastian das Unternehmen. Danach wuchs die Airline mit Aufträgen für die US-Luftwaffe und mit Frachtverkehren für andere Airlines. Zum Markenzeichen wurde die Lockheed L-100 Hercules, die zivile Version des Militärtransporters C-130 Hercules von Lockheed. Insgesamt flog die Airline 23 verschiedene L-100. Daneben standen unter anderem Boeing 707, DC-8-Frachter und gegen Ende auch Boeing 747-200 in der Flotte.
Iran-Contra: der Absturz von 1986
Am 5. Oktober 1986 wurde über Nicaragua ein Frachtflugzeug vom Typ C-123K abgeschossen, das Waffen für die Contra-Rebellen an Bord hatte. Der Abschuss trug dazu bei, die Iran-Contra-Affäre öffentlich zu machen. Im Zuge der Ermittlungen geriet auch Southern Air Transport in den Blick, die mit Flügen im Umfeld der geheimen Contra-Versorgung in Verbindung gebracht wurde.
Am 1. Oktober 1998 meldete Southern Air Transport Insolvenz an. Aus den Resten entstand wenige Monate später die neue Southern Air. Mit der CIA hatte diese Airline nichts mehr zu tun – sie war ein privat finanziertes Frachtunternehmen, das Namen, Rufzeichen und Betriebsgenehmigung übernahm. Wer Southern Air als „CIA-Airline“ bezeichnet, meint also eigentlich den Vorgänger.
Die Flotte: von Jumbo-Klassikern zur 777F
Die Flotte von Southern Air veränderte sich in den 22 Jahren stark. Am Anfang standen alte Jumbos, am Ende moderne Zweistrahler.
| Typ | Zeitraum | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 747-200 (Frachter) | 1999 bis etwa 2013 | Rückgrat der frühen Jahre | Kurzes Oberdeck, vier Triebwerke ohne Winglets |
| Boeing 747-300 (Frachter) | bis etwa 2013 | Ergänzung der 747-200 | Verlängertes Oberdeck – als Frachter selten |
| Boeing 747-400BDSF | zeitweise, bis spätestens 2013 | Umgebaute Passagier-747 als Ersatz der Klassiker | Hochgestellte Winglets, Seitenfrachttür |
| Boeing 777F | ab 2010 | Langstreckenfracht, vor allem für DHL | Zweistrahler mit großen Triebwerken |
| Boeing 737-400SF | ab 2014 | Kurzstreckenfracht für DHL | Umbau aus Passagierflugzeugen |
| Boeing 737-800BCF | bis 2021 | Fracht für Amazon | Umgebaute 737 der Next Generation |
Nach der Übernahme durch Oak Hill bestand die Flotte zunächst nur aus Boeing 747-200 und 747-300. Diese Jumbo-Klassiker – mehr dazu auf den Seiten zur Boeing 747-200 und Boeing 747-300 – waren damals schon nicht mehr jung und brauchten eine dreiköpfige Cockpitbesatzung mit Flugingenieur. Als Ersatz kamen umgebaute Passagier-747-400 hinzu, sogenannte 747-400BDSF – ein Frachterumbau mit Seitenfrachttür, der sich vom ab Werk gebauten 747-400F unter anderem durch das lange Oberdeck unterscheidet.
Der große Schritt kam Anfang 2010 mit zwei neuen Boeing 777F. Southern Air gab an, als erste Airline die 777F im ACMI-Wet-Lease anzubieten. Die ersten Maschinen flogen anfangs für Thai Airways, kurz darauf wurde DHL zum Hauptkunden. In den folgenden Jahren schieden die Jumbos nach und nach aus, spätestens 2013 war die 747-Ära vorbei.
Ab 2014 kamen kleinere Frachter hinzu: fünf umgebaute Boeing 737-400SF für das DHL-Netz und später Boeing 737-800BCF, die für Amazon Air im Einsatz waren. Laut Flottenaufstellungen umfasste die Flotte im April 2020 rund 20 Frachter. Bei der Fusion 2021 waren es noch etwa zehn Flugzeuge. Hersteller aller Jet-Typen war Boeing. Wie sich die Generationen unterscheiden, zeigen Boeing 747-Varianten erkennen und Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Ehemalige Southern-Air-777F im Blick
Richte einen Sichtungs-Alarm für einzelne Kennzeichen oder die Boeing 777F ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie bei deinem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Southern Air und DHL
Anfang 2011 unterschrieb Southern Air einen mehrjährigen Vertrag mit DHL. Die Boeing 777F verstärkten damit das weltweite Expressnetz von DHL, dessen wichtigste US-Drehscheibe in Cincinnati liegt – genau dort, wo Southern Air ihren Flugbetrieb konzentrierte. Mehr über das Netzwerk aus eigenen Airlines und Vertragspartnern findest du auf der Seite zu DHL Aviation.
Für Spotter in Europa war vor allem eine Verbindung interessant: Ab 2012 flogen Southern-Air-Frachter von Hongkong über Los Angeles nach Leipzig/Halle, dem europäischen Drehkreuz von DHL. Damit tauchte das Rufzeichen SOUTHERN AIR auch in Deutschland auf. Die Flüge zeigen, wie DHL arbeitet: Neben eigenen Airlines wie European Air Transport und dem Gemeinschaftsunternehmen AeroLogic setzt der Konzern auf gemietete Kapazität von ACMI-Partnern.
Das Prinzip ACMI ist eng mit dem Wet Lease im Passagierverkehr verwandt. Wie das Modell funktioniert und warum Airlines lieber Kapazität mieten als Flugzeuge kaufen, erklärt Wet Lease erklärt.
1947
Doc Moor gründet Southern Air Transport.
1960
Die CIA kauft die Airline, bis 1973 bleibt sie im Besitz des Geheimdiensts.
1998
Southern Air Transport meldet Insolvenz an.
1999
Gründung von Southern Air aus den Vermögenswerten, Erstflug im November mit einer 747-200.
2010–2011
Erste Boeing 777F, Vertrag mit DHL, Abschied von den Jumbo-Klassikern.
2016–2021
Kauf durch Atlas Air, am 17. November 2021 Fusion unter einer Betriebsgenehmigung.
Übernahme durch Atlas Air
Im Januar 2016 kündigte Atlas Air Worldwide an, die Muttergesellschaft Southern Air Holdings für rund 110 Millionen US-Dollar in bar zu kaufen. Abgeschlossen wurde der Kauf am 7. April 2016. Zum Paket gehörte neben Southern Air auch die Frachtairline Florida West International Airways aus Miami, die ebenfalls zur Holding zählte. Atlas stellte den Flugbetrieb von Florida West bereits Ende Februar 2017 ein.
Southern Air flog danach noch mehrere Jahre als eigene Airline mit eigenem Code weiter. Am 17. November 2021 schloss Atlas die Fusion der Betriebsgenehmigungen ab: Seitdem gibt es nur noch eine Airline, und die verbliebenen Southern-Air-Flugzeuge fliegen mit dem ICAO-Code GTI und dem Rufzeichen GIANT. Für Atlas passte die Übernahme gut, denn auch Atlas ist ein ACMI-Spezialist mit großem DHL-Geschäft. Zum Konzern gehört außerdem Polar Air Cargo, die über Jahre ebenfalls im DHL-Netz flog.
Woran du Southern Air erkennst
Southern Air ist heute Geschichte, das Erkennen betrifft also vor allem Fotos, Logbücher und Tracker-Archive. Diese Merkmale helfen dir beim Zuordnen:
- Typ und Zeitraum: Bis etwa 2011 fast ausschließlich 747-Klassiker, danach überwiegend 777F, ab 2014 auch 737-Frachter. Eine Southern-Air-777F vor 2010 kann es nicht geben.
- Kennzeichen: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert und begannen mit N. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
- Code und Rufzeichen: SOO auf dem Tracker, SOUTHERN AIR im Funk.
- Einsatz: Viele Maschinen flogen für DHL oder Amazon. Lackierung und Betreiber mussten deshalb nicht übereinstimmen.
Wenn du eine 777F mit N-Kennzeichen aus dieser Zeit findest, prüf das Alter und die Betreiberhistorie über eine Datenbank – Tipps dazu gibt Wie alt ist dieses Flugzeug?. Grundlagen zum Erkennen von Frachtern liefert Frachtflugzeuge erkennen.
Achtung Verwechslung
Southern Air ist nicht Southern Airways Express, eine Commuter-Airline mit Cessna Caravan und Pilatus PC-12. Und auch nicht China Southern Airlines. Der Name klingt ähnlich, Codes und Flotten haben nichts gemeinsam.
Spuren von Southern Air heute
Als eigenständige Airline kannst du Southern Air seit Ende 2021 nicht mehr spotten. Die Spurensuche lohnt sich trotzdem, vor allem bei den 777F, die mit der Fusion in die Flotte von Atlas Air wechselten. Ob eine bestimmte Maschine noch fliegt und für wen, ändert sich mit den Verträgen. Verlass dich deshalb nicht auf ältere Spotterberichte, sondern prüf das Kennzeichen aktuell nach.
In Deutschland sind die besten Chancen auf ehemalige Southern-Air-Frachter dort, wo viele Langstreckenfrachter landen. Das ist vor allem Leipzig/Halle mit dem DHL-Drehkreuz – gut zu sehen etwa von der Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle – und der Flughafen Frankfurt. Neben Atlas triffst du dort auch andere US-Frachtairlines wie Kalitta Air oder National Airlines.
Gute Chancen auf Ex-Southern-Air-Frachter, wenn …
- du an einem großen Frachtflughafen wie Leipzig/Halle spottest
- du auf dem Tracker nach GTI filterst und die Kennzeichen abgleichst
- du nachts oder früh morgens unterwegs bist, wenn viele Frachter fliegen
Prüf es vorher, wenn …
- du eine bestimmte Maschine aus alten Southern-Air-Fotos suchst
- du dich auf Flottenlisten von vor 2021 verlässt
Kein Erfolg, wenn …
- du nach dem Code SOO suchst – den gibt es seit November 2021 nicht mehr im Einsatz
Sicherheit und Regeln
Frachtbereiche sind Sicherheitszonen. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Flächen, halte Abstand zu Zäunen und Zufahrten und lass die Drohne zu Hause. Was erlaubt ist, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Häufige Verwechslungen
- Southern Air für die CIA-Airline halten – im Besitz der CIA war nur der Vorgänger Southern Air Transport, und das von 1960 bis 1973.
- SJM und SOO gleichsetzen – SJM war Southern Air Transport bis 1998, SOO Southern Air ab 1999. Das Rufzeichen war bei beiden gleich.
- Umgebaute 747-400BDSF für Werksfrachter halten – der Umbau behält das lange Oberdeck der Passagierversion, der ab Werk gebaute 747-400F hat ein kurzes.
- Die Bemalung für den Betreiber halten – als ACMI-Dienstleister flog Southern Air oft im Auftrag von DHL oder Amazon.
- Southern Air mit Southern Airways Express verwechseln – das eine war ein Großraumfrachter-Betreiber, das andere ist eine kleine Commuter-Airline.
- Ex-Southern-Air-Flugzeuge noch unter SOO suchen – seit der Fusion fliegen sie als Atlas Air mit GTI.
Alte Frachter-Fotos teilen
Poste deine Southern-Air-Sichtung mit Foto, Kennzeichen und Spot, kommentiere die Archivbilder anderer Spotter und tausch dich in der Community über Frachter-Geschichte aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Southern Air war ein Dienstleister im Hintergrund: Die Flugzeuge flogen für DHL, Amazon oder das Militär, und der eigene Name stand selten im Vordergrund. Gerade deshalb ist die Airline ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Codes und Kennzeichen beim Spotten sind. Mit der Vorgeschichte als CIA-Airline, den Jumbo-Klassikern und der frühen 777F-Flotte bietet sie außerdem reichlich Stoff für alle, die sich für Frachtgeschichte interessieren.
Kurzfazit
Southern Air (IATA 9S, ICAO SOO) war eine historische US-Frachtairline im ACMI-Geschäft, die von 1999 bis 2021 vor allem für DHL flog – erst mit Boeing-747-Klassikern, dann mit Boeing 777F. Sie entstand aus der früheren CIA-Airline Southern Air Transport und ging 2021 in Atlas Air auf.
Zusammenfassung
- Southern Air war ein typischer ACMI-Dienstleister: Die Flugzeuge flogen für andere, vor allem für den Expressdienst DHL, und waren oft nur am Rufzeichen als Southern Air zu erkennen.
- Die Geschichte reicht über den Vorgänger Southern Air Transport bis in den Kalten Krieg zurück – eine der wenigen Frachtairlines mit Geheimdienst-Vergangenheit.
- Für Spotter ist Southern Air heute ein Logbuch-Thema: Sichtungen mit dem Code SOO gibt es seit Ende 2021 nicht mehr, die Flugzeuge wurden unter das Zertifikat von Atlas Air überführt.
- Wer alte Fotos sortiert, trennt am besten sauber zwischen Southern Air Transport (SJM, bis 1998) und Southern Air (SOO, 1999–2021).
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Southern Air?
Southern Air flog mit dem IATA-Code 9S und dem ICAO-Code SOO. Im Funk meldete sich die Besatzung mit „SOUTHERN AIR“. Der Vorgänger Southern Air Transport nutzte dasselbe Rufzeichen, aber andere Codes: IATA SJ und ICAO SJM.
War Southern Air wirklich eine CIA-Airline?
Nicht direkt. Im Besitz der CIA war von 1960 bis 1973 der Vorgänger Southern Air Transport. Er wurde danach an private Eigentümer verkauft und ging 1998 in die Insolvenz. Southern Air entstand 1999 aus dessen Vermögenswerten und war ein normales, privat geführtes Frachtunternehmen. Die Geheimdienst-Vergangenheit gehört also zur Vorgeschichte des Namens.
Welche Flugzeuge flog Southern Air?
In den ersten Jahren vor allem Boeing-747-Klassiker, also 747-200 und 747-300 als Frachter, dazu umgebaute 747-400BDSF. Ab 2010 kamen Boeing 777F, ab 2014 kleinere 737-400SF für DHL und später 737-800BCF, die für Amazon im Einsatz waren. Die letzten Jumbos schieden um 2013 aus.
Für wen flog Southern Air?
Wichtigster Kunde war ab 2011 DHL, das Southern Air mit einem mehrjährigen ACMI-Vertrag für sein Expressnetz beauftragte. Dazu kamen Charterflüge und Aufträge des US-Verteidigungsministeriums im Rahmen der Civil Reserve Air Fleet, etwa beim Truppenaufbau in Afghanistan 2009. Gegen Ende flog Southern Air auch 737-Frachter für Amazon.
Warum gibt es Southern Air nicht mehr?
Atlas Air Worldwide kaufte Southern Air im April 2016 für rund 110 Millionen US-Dollar. Danach liefen beide Airlines einige Jahre getrennt weiter, bis sie am 17. November 2021 unter einer einzigen Betriebsgenehmigung verschmolzen. Seitdem fliegen die Flugzeuge unter dem Namen und Code von Atlas Air.
Was war Southern Air Transport?
Southern Air Transport wurde 1947 gegründet und flog überwiegend Fracht. Die CIA kaufte die Airline 1960 und setzte sie neben Air America vor allem in Südostasien ein. 1973 ging sie an private Eigentümer. In den 1980er-Jahren geriet sie in die Iran-Contra-Affäre, 1998 meldete sie Insolvenz an.
Kann ich heute noch Southern-Air-Flugzeuge spotten?
Als Airline nicht mehr. Die Flugzeuge, die bei der Fusion 2021 noch zu Southern Air gehörten, wurden unter das Zertifikat von Atlas Air überführt und fliegen dort mit dem Code GTI. Ob eine bestimmte Maschine noch im Dienst ist, prüfst du am besten über das Kennzeichen in einer Datenbank oder auf einem Tracker.
Southern Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 777F
Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.
FlugzeugtypBoeing 747-200
Mehr Schub, mehr Startgewicht, mehr Reichweite: Die Boeing 747-200 machte den Jumbo ab 1971 zum Langstrecken-Arbeitstier – als Passagierjet, Combi und Frachter. So erkennst du sie und hier begegnet sie dir heute noch.
FlugzeugtypBoeing 747-300
Die erste 747 mit verlängertem Oberdeck: Wie die Boeing 747-300 entstand, wer sie flog, wie du sie von 747-200 und 747-400 unterscheidest und wo der seltene Jumbo heute noch steht.
FlugzeugtypBoeing 747-400F und 747-400ERF
Der werksneue Frachtjumbo mit hochklappbarer Nase: Woran du 747-400F und 400ERF erkennst, wie du sie von Umbaufrachtern und der 747-8F trennst und wer sie Stand Oktober 2026 noch fliegt.
FlugzeugtypBoeing 737-300SF/-400SF
Keine Fenster, ein großes Tor links vorn und die platt gedrückten Triebwerkseinlässe der Classic-Generation: Die umgebauten 737-300 und -400 tragen nachts Pakete und Post durch Europa. Hier erfährst du, wie der Umbau funktioniert, wer die Frachter fliegt und wo du sie noch erwischst.
FlugzeugtypBoeing 737-800BCF und 737-800SF
Fensterloser Rumpf, großes Tor links vorn, aber Winglets und moderne Triebwerke: Die umgebaute 737-800 ist der neue Standard-Frachter im Express-Nachtnetz. Hier erfährst du, wer sie umbaut, wer sie fliegt und wie du sie erkennst.
FlugzeugtypLockheed C-130 Hercules
Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.
Weitere Airlines
Atlas Air
Die US-Frachtairline, die für andere fliegt: Atlas Air betreibt die größte Flotte von Boeing-747-Frachtern, fliegt im Auftrag von Kunden wie DHL und Amazon, steuert Boeings Dreamlifter und hat die letzte jemals gebaute 747 übernommen.
FrachtPolar Air Cargo
Die Jumbo-Frachtairline im Atlas-Konzern: Polar Air Cargo flog ab 1993 mit Boeing 747 über den Pazifik, war von 2007 bis 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen mit DHL und ist heute eine hundertprozentige Tochter von Atlas Air Worldwide.
FrachtKalitta Air
Die Frachtairline des Drag-Racing-Stars Connie Kalitta: Sitz am historischen Flughafen Willow Run bei Detroit, eine der größten verbliebenen 747-Frachterflotten und Erstbetreiberin der umgebauten Boeing 777-300ERSF – auch in Leipzig, Brüssel und East Midlands zu sehen.
FrachtAmazon Air
Die Frachtflotte des Onlinehändlers: Amazon Air hat keine eigenen Piloten, sondern lässt rund 100 Boeing 767, 737 und Airbus A330 in Prime-Air-Farben von Partnern wie Atlas Air, ATI, Sun Country und Hawaiian fliegen – mit Superhub in Cincinnati und Flügen auch nach Deutschland.
FrachtABX Air
Die Frachtairline aus Wilmington, Ohio: einst die Hausairline von Airborne Express, heute Teil der Air Transport Services Group mit einer reinen Flotte aus Boeing-767-Frachtern, die vor allem für DHL unterwegs sind.
FrachtEvergreen International Airlines
Historische US-Frachtairline aus McMinnville in Oregon (1975–2013): Evergreen flog Boeing 747 im Fracht- und Militärcharter, betrieb die ersten Dreamlifter für Boeing, baute mit dem Supertanker den größten Löschjumbo seiner Zeit – und stand hinter dem Museum mit der Spruce Goose.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
DHL Aviation
Gelb mit rotem Schriftzug – und trotzdem steckt hinter jedem DHL-Frachter eine andere Airline. DHL Aviation ist das Geflecht aus eigenen Fluggesellschaften, Beteiligungen und Vertragspartnern, das die Expresssendungen der DHL Group durch die Nacht fliegt.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
FlughafenFlughafen Leipzig/Halle
Tagsüber ein kleiner Ferienflughafen, nachts eines der größten Frachtdrehkreuze Europas: Leipzig/Halle ist der Europa-Hub von DHL, Heimat der AeroLogic-777F und Standort der Antonow An-124 – und damit ein Flughafen, an dem Spotter nach anderen Regeln planen als anderswo.
FlughafenFlughafen Los Angeles (LAX)
Vom Weizenfeld Mines Field zum Tor nach Asien und Australien: vier Parallelbahnen direkt am Pazifik, vier große Hausairlines, Großraumjets aus aller Welt – und mitten im Terminal-Hufeisen das Theme Building, die fliegende Untertasse aus dem Jahr 1961.
Wo du Southern Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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