Augsburg Airways

Historische Regionalairline aus Bayern (1980–2013): vom Werkflugdienst eines Papierkonzerns in Augsburg zum letzten unabhängigen Zubringer der Lufthansa in München – mit Dash 8, Q400 und Embraer 195.

Auch bekannt als: Interot Airways · Augsburg Airways GmbH · Lufthansa Regional · Team Lufthansa · IQ · AUB

DeutschlandDeutschlandRegionalfluggesellschaftenIATA: IQICAO: AUB12 Min. Lesezeit

IQ / AUB

IATA- und ICAO-Code

1986–2013

Linienflugbetrieb

15

Flugzeuge zum Schluss

26. Okt. 2013

Letzter Linienflug

Das Wichtigste in Kürze

  • Augsburg Airways ist historisch: Die bayerische Regionalairline flog von 1986 bis Oktober 2013 Linie, gegründet wurde sie 1980.
  • Codes: IATA IQ, ICAO AUB, Rufzeichen „AUGSBURG AIR“.
  • Lufthansa-Partner: erst bei Team Lufthansa, dann als Lufthansa Regional – zuletzt war sie der letzte unabhängige Zubringer der Lufthansa in München.
  • Dash 8 und Embraer: Von King Air und Beechcraft 1900 ging es zur Dash 8; ab 2009 kamen Embraer 190 und 195 dazu.
  • Das Ende kam mit der Kündigung: Lufthansa beendete die Zusammenarbeit zum Herbst 2013, die Airline stellte daraufhin den Betrieb ein.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Augsburg Airways im Überblick
  2. 2.Die Geschichte in Etappen
  3. 3.Codes und Rufzeichen
  4. 4.Die Flotte von Augsburg Airways
  5. 5.Belegte Kennzeichen
  6. 6.Woran du Augsburg Airways erkennst
  7. 7.Strecken und Stationen
  8. 8.Warum Lufthansa die Zusammenarbeit beendete
  9. 9.Der letzte Tag
  10. 10.Spotten heute: Spuren in München
  11. 11.Häufige Verwechslungen
  12. 12.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeIQ
ICAO-CodeAUB
RufzeichenAUGSBURG AIR
DrehkreuzeMUC, AGB
StatusHistorisch – letzter Linienflug am 26. Oktober 2013, Flugbetrieb zum 31. Oktober 2013 eingestellt, Liquidation ab Ende Dezember 2013
GeschäftsmodellRegionalairline, zuletzt fast ausschließlich im Auftrag der Lufthansa (Wetlease), dazu einzelne Aufträge für andere Airlines und Charter
SitzAugsburg, ab 2008 Hallbergmoos beim Flughafen München
Gegründet1980 als Interot Airways, Werkflugdienst des Papierherstellers Haindl; Linienflüge ab 1986
UmbenennungMitte der 1990er-Jahre in Augsburg Airways, zeitgleich mit dem Einstieg bei Team Lufthansa
MarkenauftrittTeam Lufthansa (ab 1996), danach Lufthansa Regional
BasenAugsburg (AGB) bis 2002, danach München (MUC)
EigentümerFamilie Haindl bis 2004, danach Cirrus-Gruppe (Gerd Brandecker), ab 2007/2008 die ATON GmbH
Flotte zum Schluss15 Flugzeuge: 8 Dash 8-400, 2 Embraer 190 und 5 Embraer 195
Frühere TypenBeechcraft King Air, Beechcraft 1900, Dash 8-100 und Dash 8-300
Mitarbeitenderund 450 bei der Kündigung durch Lufthansa, darunter etwa 150 Piloten

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Augsburg Airways?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Lufthansa-Optik mit Kranich am Leitwerk und Titel „Lufthansa Regional“ – der Name Augsburg Airways stand nur klein am Rumpf
  • In den Jahren ab 1996 Bemalung von Team Lufthansa mit dem Namen des Partners am Rumpf
  • Typen: Dash 8 (zuletzt Q400) und ab 2009 Embraer 190/195 – die E-Jets waren die einzigen Düsenflugzeuge der Airline
  • Deutsche Kennzeichen, belegt sind etwa D-ADHE und D-ADHT (Q400) sowie D-AEMA und D-AEMD (Embraer 195)
  • Flugnummer meist mit LH, in alten Flugplandaten der ICAO-Code AUB, im Funk „AUGSBURG AIR“

Wer zwischen 1996 und 2013 in München eine Dash 8 mit Kranich am Leitwerk gesehen hat, hat mit guter Chance Augsburg Airways fotografiert – auch wenn der Name auf dem Bild kaum auffällt. Die bayerische Regionalairline flog über Jahre fast ausschließlich für Lufthansa, in Lufthansa-Farben und unter LH-Flugnummern. Genau das macht sie heute zu einem kleinen Detektivfall für Spotter, die ihre alten Fotos sortieren. Diese Seite zeigt dir, woher die Airline kam, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie im Archiv erkennst.

Alte Sichtungen sauber festhalten

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Augsburg Airways im Überblick

Augsburg Airways war eine deutsche Regionalairline, die 1980 als Interot Airways in Augsburg entstand. Am Anfang stand kein Linienverkehr, sondern ein Werkflugdienst: Der Papierhersteller Haindl brauchte schnelle Verbindungen für seine Leute, vor allem zwischen Augsburg und Düsseldorf. Aus diesem Firmenflug wurde 1986 eine öffentliche Linie, und aus der kleinen Linie wurde im Lauf der Jahre einer der wichtigsten Regionalpartner der Lufthansa.

Die Airline hat zwei sehr unterschiedliche Leben gehabt. Im ersten flog sie unter eigenem Namen ab dem Flugplatz Augsburg zu deutschen und einigen europäischen Zielen. Im zweiten war sie fast unsichtbar: Ab Mitte der 1990er-Jahre flog sie als Teil von Team Lufthansa, später als Lufthansa Regional, und ab 2002 lag ihre Heimat nicht mehr in Augsburg, sondern am Flughafen München. 2008 zog auch der Firmensitz nach Hallbergmoos in Flughafennähe.

Ende Oktober 2012 kündigte Lufthansa die Zusammenarbeit. Ein Jahr später, am 26. Oktober 2013, flog Augsburg Airways ihren letzten Linienflug – nach 33 Jahren war Schluss.

IQIATA-Code der Airline
AUBICAO-Code in alten Flugplandaten
D-ADH…Muster bekannter Q400-Kennzeichen

Die Geschichte in Etappen

Die Geschichte von Augsburg Airways lässt sich gut in Stationen erzählen – vom Werkflug über die eigene Linie bis zum Lohnflug für den Kranich.

1980: Interot Airways

Gründung als Werkflugdienst des Papierkonzerns Haindl am Flugplatz Augsburg. Die Familie Haindl prägt die Airline bis 2004.

1986: erste Linie

Aufnahme des Linienverkehrs Augsburg–Düsseldorf, zunächst mit Beechcraft King Air. Kurz darauf bestellt die Airline Beechcraft 1900.

1989 bis 1995: Netz wächst

Ab Augsburg kommen Hamburg, Köln/Bonn und Berlin-Tempelhof dazu, nach der Wende auch Dresden und Leipzig. 1990 fliegt die erste Dash 8-100, Mitte der 1990er folgen erste Auslandsziele wie Florenz und London City.

1996: Team Lufthansa

Die Airline heißt nun Augsburg Airways und wird erster Franchisepartner der neuen Marke Team Lufthansa. Ende 1996 verlässt die letzte Beechcraft 1900 die Flotte – ab jetzt fliegt nur noch die Dash 8.

2000: fast eine Million Fluggäste

Das Netz umfasst rund 30 Ziele in Deutschland und Europa, die Dash-8-Flotte ist seit 1997 von vier auf zwölf Maschinen gewachsen. Im Jahr 2000 zählt die Airline rund 970.000 Fluggäste.

2002: Abschied aus Augsburg

Nach einer wirtschaftlichen Krise endet zum 1. Juni 2002 der Linienverkehr ab Augsburg. Flugplanung, Vertrieb und Marketing übernimmt Lufthansa, München wird Heimatbasis.

2004 bis 2008: neue Eigentümer

Die Cirrus-Gruppe um Gerd Brandecker übernimmt die Airline, ab 2007 steigt die ATON GmbH ein und wird 2008 alleiniger Gesellschafter. Augsburg Airways fliegt nun unter der Marke Lufthansa Regional.

2009: die ersten Jets

Am 9. Juni 2009 kommt mit D-AEMA die erste Embraer 195. Die Dash 8-300 verlassen die Flotte, die Q400 bleibt das Rückgrat.

2012/2013: Kündigung und Ende

Lufthansa kündigt im Oktober 2012 zum Herbst 2013. Am 26. Oktober 2013 fliegt die Airline zum letzten Mal, zum 31. Oktober 2013 endet der Flugbetrieb.

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code IQ: stand in den Flugnummern der eigenen Augsburg-Jahre. In der Lufthansa-Zeit liefen die meisten Flüge für Passagiere unter LH.
  • ICAO-Code AUB: stand im Flugplan der Flugsicherung und taucht in alten Tracker-Daten auf.
  • Rufzeichen AUGSBURG AIR: so meldete sich die Besatzung im Funk. Mehr zu solchen Funknamen liest du bei den Airline-Rufzeichen.

Für die Spotter-Praxis ist der Unterschied zwischen Flugnummer und ICAO-Code entscheidend. Eine LH-Flugnummer sagt nur, wer den Flug verkauft hat – nicht, wer ihn durchführt. Das Prinzip ähnelt dem Codeshare. Hast du alte Fotos aus München mit Kranich-Optik, aber ohne Notiz zum Betreiber, helfen Kennzeichen und Flugplandaten weiter.

Alte Sichtungen abgleichen

Wenn du Datum, Uhrzeit und Kennzeichen eines alten Fotos kennst, kannst du den Flug oft über historische Daten zuordnen. Wie das geht, erklärt der Guide Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.

Die Flotte von Augsburg Airways

Die Flotte spiegelt die Entwicklung der Airline ziemlich genau wider: Erst kleine Propellermaschinen für Geschäftsreisende, dann Regional-Turboprops für den Linienverkehr und am Ende Jets für die längeren Lufthansa-Strecken ab München.

Typ Zeitraum Rolle Spotter-Hinweis
Beechcraft King Air ab 1986 erste Linienflüge Augsburg–Düsseldorf Zweimotoriger Turboprop, eigentlich ein Geschäftsreiseflugzeug
Beechcraft 1900 1987 bis 1996 Ausbau des Inlandsnetzes Schlanker 19-Sitzer mit langem Rumpf
Dash 8-100 ab 1990 erste „richtige“ Regionalmaschine Kurzer Rumpf, Hochdecker mit T-Leitwerk
Dash 8-300 bis 2009/2010 Team-Lufthansa-Jahre Gestreckte Version, zwei Exemplare gingen 2010 nach Bangladesch
Dash 8-400 (Q400) ab 2000 bis 2013 Rückgrat der Lufthansa-Regional-Flotte Sehr langer Rumpf, sechsblättrige Propeller
Embraer 190 ab 2009 bis 2013 Jet-Strecken ab München Kürzere E-Jet-Version
Embraer 195 ab 2009 bis 2013 Jet-Strecken ab München Längste E-Jet der ersten Generation, ging 2013 an Lufthansa CityLine

Zum Schluss, im Oktober 2013, standen 15 Flugzeuge im Bestand: acht Dash 8-400, zwei Embraer 190 und fünf Embraer 195. Die E-Jets waren die einzigen Düsenflugzeuge, die Augsburg Airways je betrieben hat. Schon um 2000 hatte die Airline Regionaljets wie die CRJ200, die ERJ 135 oder die 328JET geprüft, sich damals aber gegen eine Bestellung entschieden.

Die Dash 8-400 war das Flugzeug, das du am ehesten mit Augsburg Airways verbindest. Sie flog vor allem die kürzeren Strecken ab München, etwa nach Dresden, Stuttgart, Paderborn, Budapest oder Breslau. Die Embraer 195 übernahm dagegen Ziele wie Basel, Genf, Graz, London City, Prag, Turin und Zürich. Die kleinere Embraer 190 ergänzte die Flotte. Beide Jets stammen vom brasilianischen Hersteller Embraer.

Aus den frühen Jahren lohnt ein Blick auf die Dash 8-100 und die Dash 8-300, die beide vom kanadischen Hersteller De Havilland Canada stammen. Ganz am Anfang flog die Airline die Beechcraft King Air 200-Familie – ein Typ, den du heute eher als Geschäfts- oder Ambulanzflugzeug kennst.

Ehemalige Augsburg-Maschinen wiederfinden

Leg einen Sichtungs-Alarm für ein Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn das Flugzeug bei seinem heutigen Betreiber in deiner Nähe anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.

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Belegte Kennzeichen

Eine vollständige Flottenliste mit allen Kennzeichen gibt es nicht in einer einzigen offiziellen Quelle. Einige Registrierungen sind aber durch Fotos und Fachberichte gut dokumentiert:

Kennzeichen Typ Was darüber bekannt ist
D-AEMA Embraer 195 Erste E195 der Airline, übernommen am 9. Juni 2009 in Lufthansa-Regional-Farben
D-AEMD Embraer 195 Seriennummer 19000305, unter anderem 2010 in Genf fotografiert
D-ADHE Dash 8-400 Q400 der Lufthansa-Regional-Zeit, durch Fotos mit Augsburg-Airways-Titel belegt
D-ADHT Dash 8-400 Seriennummer 4281, flog am 26. Oktober 2013 den letzten Flug mit Abschiedsaufschrift
D-BEBA Dash 8-300 2010 an Regent Airways in Bangladesch verkauft
D-BLEJ Dash 8-300 2010 an Regent Airways in Bangladesch verkauft

Auffällig ist das Muster: Die Q400 trugen D-ADH…-Kennzeichen, die Embraer D-AEM…. Die Dash 8-300 dagegen hatten Kennzeichen mit D-B, weil sie in eine leichtere Gewichtsklasse fielen. Warum der zweite Buchstabe bei deutschen Kennzeichen das Gewicht verrät, erklärt der Artikel zu den deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.

Woran du Augsburg Airways erkennst

Die Airline hatte über viele Jahre keine eigene, auffällige Bemalung. Das ist die größte Hürde beim Bestimmen alter Fotos. Ab 1996 trugen die Flugzeuge die Bemalung von Team Lufthansa mit dem Namen des Partners am Rumpf, später die Lufthansa-Regional-Optik: weißer Rumpf, Kranich am Leitwerk und der Titel „Lufthansa Regional“. Der Name Augsburg Airways war nur klein zu lesen.

Typ bestimmen

Eine Dash 8 oder eine Embraer 190/195 in Lufthansa-Farben in München ist ein erster Hinweis – aber noch kein Beweis.

Kennzeichen lesen

D-ADH… bei der Q400 und D-AEM… bei der E195 passen zu Augsburg Airways. Vergleiche mit der Tabelle oben.

Kleinen Titel suchen

Beim Hineinzoomen in hochaufgelöste Fotos findest du oft den Schriftzug des Betreibers am Rumpf.

Datum prüfen

Fotos nach dem 26. Oktober 2013 zeigen nicht mehr Augsburg Airways – die Flugzeuge flogen dann für andere.

Bei der Q400 lohnt der Vergleich mit anderen Turboprops. Im Lufthansa-Regional-Verbund flogen auch andere Partner Propellerflugzeuge, und wer Dash 8 und ATR nicht sicher auseinanderhält, sortiert schnell falsch. Der Guide ATR und Dash 8 unterscheiden zeigt die wichtigsten Merkmale. Für die Jets hilft der Artikel Embraer E-Jets auseinanderhalten: Die E195 ist deutlich länger als die E190, das siehst du gut an der Zahl der Fenster vor und hinter dem Flügel.

Achtung Verwechslung

Die fünf Embraer 195 gingen 2013 an Lufthansa CityLine und flogen dort weiter. Ein Foto einer E195 mit D-AEM-Kennzeichen zeigt also nur dann Augsburg Airways, wenn es vor Ende Oktober 2013 entstanden ist.

Strecken und Stationen

In den eigenen Augsburg-Jahren lag der Schwerpunkt auf Inlandsstrecken für Geschäftsreisende: Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Berlin-Tempelhof und nach der Wende auch Dresden und Leipzig. Mitte der 1990er kamen erste Auslandsziele hinzu, darunter Florenz, Birmingham und London City. Im Jahr 2000 zählte die Airline fast eine Million Fluggäste.

Mit dem Umzug nach München änderte sich das Bild. Augsburg Airways flog nun Zubringerstrecken in das Lufthansa-Drehkreuz. Zum Zeitpunkt der Kündigung 2012 bediente sie von München aus rund 35 bis 37 Ziele in Deutschland und Europa – die Angaben schwanken je nach Quelle –, von Dresden und Paderborn bis Graz, Prag, Turin und London City.

Daneben gab es einzelne Aufträge außerhalb des Lufthansa-Netzes. 2009 flog eine Q400 für Brussels Airlines zwischen Hannover und Brüssel. Und im letzten Jahr stationierte Augsburg Airways eine Q400 am Flughafen Nürnberg: Von April bis Oktober 2013 flog sie im Auftrag der Swiss mehrmals täglich nach Zürich.

Warum Lufthansa die Zusammenarbeit beendete

Augsburg Airways war am Ende der letzte unabhängige Zubringer der Lufthansa in München. Das war Stärke und Risiko zugleich: Die Airline hatte einen großen, verlässlichen Auftraggeber, aber kaum ein zweites Standbein.

Was für das Modell sprach

  • Stabile Auslastung durch das Lufthansa-Netz
  • Kein eigener Ticketvertrieb nötig
  • Flotte zum Teil von Lufthansa gestellt
  • Starker Markenauftritt durch den Kranich

Was am Ende dagegen sprach

  • Fast kompletter Umsatz hing an einem Kunden
  • Kaum eigene Marke für Fluggäste
  • Lufthansa setzte zunehmend auf eigene Töchter
  • Ersatzaufträge wie der von Swiss waren zu klein

Ende Oktober 2012 kam das Kündigungsschreiben aus Frankfurt. Lufthansa wollte den Europaverkehr ab München von Herbst 2013 an mit eigenen Gesellschaften fliegen, vor allem mit Lufthansa CityLine und Air Dolomiti. Betroffen waren rund 450 Beschäftigte, darunter etwa 150 Piloten. Ein neuer Großkunde fand sich nicht. Ähnlich erging es damals auch anderen unabhängigen Lufthansa-Partnern – das Modell der fremden Zubringer lief aus. Mehr zum Hintergrund liest du im Überblick zu den Regionalairlines in Europa und auf der Seite zur Lufthansa Group.

Der letzte Tag

Am 26. Oktober 2013 flog Augsburg Airways ihren letzten Linienflug ab München. Die Q400 D-ADHT trug dafür eine Abschiedsaufschrift, Mitarbeitende verabschiedeten die Maschine am Boden. Zwei Tage später, am 28. Oktober 2013, überführte die Airline die Q400-Flotte und eine Embraer 190 zum Flughafen Maastricht-Aachen – mit einem Formationsüberflug über München zum Abschied. Die Q400 gingen an ihre Leasinggeber zurück und fanden später neue Betreiber, die zwei eigenen Embraer gingen an einen Händler.

Zum 31. Oktober 2013 endete der Flugbetrieb, am 30. Dezember 2013 begann die Liquidation. Den Namen gibt es trotzdem noch: 2021 sicherte sich ein Augsburger Charterbroker die Markenrechte und vermittelt unter dem Namen Geschäftsreise- und Privatjetflüge. Eine Airline mit eigenen Flugzeugen ist das nicht.

Gute Chancen auf ein Augsburg-Foto im Archiv, wenn …

  • du zwischen 2002 und 2013 regelmäßig in München gespottet hast
  • auf dem Bild eine Q400 oder E195 in Lufthansa-Regional-Farben zu sehen ist
  • das Kennzeichen mit D-ADH oder D-AEM beginnt

Genauer prüfen, wenn …

  • das Foto aus den Jahren um 2013 stammt und das Datum unsicher ist
  • es eine Dash 8 ohne lesbares Kennzeichen ist

Kein Augsburg Airways, wenn …

  • das Foto nach dem 26. Oktober 2013 aufgenommen wurde
  • eine E195 bereits CityLine-Titel trägt

Spotten heute: Spuren in München

Augsburg Airways selbst wirst du nicht mehr sehen. Spannend bleibt die Airline trotzdem, aus zwei Gründen. Erstens schlummern in vielen Archiven Bilder, die als „Lufthansa“ abgelegt sind, tatsächlich aber Augsburg Airways zeigen. Wer seine Sammlung sauber nachpflegt, gewinnt eine historische Airline dazu. Tipps für ein sinnvolles Ablagesystem findest du im Artikel Flugzeugfotos archivieren.

Zweitens fliegen viele ehemalige Flugzeuge weiter, nur in anderen Farben. Wer ein bekanntes Kennzeichen oder eine Seriennummer kennt, kann den heutigen Verbleib recherchieren. Gute Ausgangspunkte für Regionalverkehr in München sind der Besucherhügel am Flughafen München und der Planespotting-Guide für München – dort, wo Augsburg Airways ihre letzten elf Jahre verbracht hat.

Sicherheit und Regeln

Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Zäune und Absperrungen sind tabu, und Drohnen haben in der Nähe von Flughäfen nichts verloren.

Häufige Verwechslungen

  • Jede Lufthansa-Regional-Q400 für Augsburg Airways halten – auch andere Partner flogen unter der Marke. Das Kennzeichen entscheidet.
  • Augsburg Airways mit Lufthansa CityLine gleichsetzen – CityLine war eine Lufthansa-Tochter, Augsburg Airways ein unabhängiger Partner.
  • Eine E195 mit D-AEM nach 2013 als Augsburg notieren – die Jets flogen ab Ende Oktober 2013 für CityLine.
  • IQ mit LH verwechseln – IQ war der eigene IATA-Code, LH stand nur in der Flugnummer der Lufthansa-Flüge.
  • Die heutige Marke für eine Airline halten – unter dem Namen werden nur noch Charterflüge vermittelt.

Deine Archivsichtungen in den Hangar

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Fazit

Augsburg Airways steht für eine ganze Epoche der deutschen Regionalluftfahrt: vom Werkflug eines Papierkonzerns über eigene Linien ab Augsburg bis zum Zubringerdienst für Lufthansa in München. Weil die Flugzeuge fast immer in Lufthansa-Farben flogen, ist die Airline im Archiv leicht zu übersehen. Mit Kennzeichen, Datum und einem genauen Blick auf den Typ ordnest du deine Fotos trotzdem sicher zu.

Kurzfazit

Augsburg Airways (IATA IQ, ICAO AUB) war eine historische Regionalairline aus Bayern, die von 1986 bis Oktober 2013 Linie flog, zuletzt als Lufthansa Regional ab München mit Dash 8-400 und Embraer 190/195. Das Kennzeichen und das Aufnahmedatum verraten dir, ob dein Foto wirklich Augsburg Airways zeigt.

Zusammenfassung

  • Augsburg Airways war für Passagiere kaum sichtbar: Die Flugzeuge trugen Lufthansa-Farben, die Flüge liefen unter LH-Flugnummern.
  • Für Spotter steckt die Identität im Kennzeichen und im ICAO-Code AUB – ein Blick auf die kleinen Titel am Rumpf bestätigt den Betreiber.
  • Die Geschichte zeigt die ganze Entwicklung der deutschen Regionalluftfahrt: vom Werkflug über eigene Linien in Augsburg bis zum reinen Lohnflug für einen Großkonzern.
  • Heute gibt es Augsburg-Airways-Motive nur noch im Archiv; viele der Flugzeuge flogen nach 2013 bei anderen Betreibern weiter.

Häufige Fragen

Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Augsburg Airways?

Augsburg Airways hatte den IATA-Code IQ und den ICAO-Code AUB, das Rufzeichen im Funk war „AUGSBURG AIR“. In der Lufthansa-Regional-Zeit liefen die Flüge für Passagiere allerdings meist unter LH-Flugnummern.

Gibt es Augsburg Airways noch?

Nein. Den letzten Linienflug für Lufthansa flog Augsburg Airways am 26. Oktober 2013, zum 31. Oktober 2013 endete der Flugbetrieb, Ende Dezember 2013 begann die Liquidation. Die Markenrechte hat 2021 ein Augsburger Charterbroker übernommen, der damit Geschäftsreiseflüge vermittelt – eigene Flugzeuge gehören nicht dazu.

Welche Flugzeuge flog Augsburg Airways?

Am Anfang Beechcraft King Air und Beechcraft 1900, ab 1990 die Dash 8-100. Später folgten Dash 8-300 und die größere Dash 8-400 (Q400). Ab 2009 kamen Embraer 190 und 195 hinzu. Zum Schluss bestand die Flotte aus 15 Flugzeugen: acht Q400, zwei Embraer 190 und fünf Embraer 195.

Warum hat Augsburg Airways den Betrieb eingestellt?

Ende Oktober 2012 kündigte Lufthansa den Vertrag zum Ende des Sommerflugplans 2013. Lufthansa wollte den Europaverkehr ab München mit eigenen Töchtern wie Lufthansa CityLine und Air Dolomiti abdecken. Da Augsburg Airways fast nur für Lufthansa flog, war das Geschäft ohne diesen Auftrag nicht tragfähig. Ein Auftrag von Swiss für Nürnberg–Zürich lief nur bis Oktober 2013.

Was war Lufthansa Regional?

Lufthansa Regional war die gemeinsame Marke, unter der Lufthansa ihre Regionalpartner und Regionaltöchter vermarktet hat. Die Flugzeuge trugen Lufthansa-Farben und LH-Flugnummern, betrieben wurden sie aber von eigenständigen Gesellschaften wie Augsburg Airways. Vorläufer war die Marke Team Lufthansa, deren erster Franchisepartner Augsburg Airways 1996 wurde.

Was wurde aus den Flugzeugen von Augsburg Airways?

Die fünf Embraer 195 gingen an die Lufthansa-Tochter Lufthansa CityLine. Die Q400 wurden an die Leasinggeber zurückgegeben und zunächst in Maastricht abgestellt, später fanden sie neue Betreiber. Die beiden letzten Dash 8-300 (D-BEBA und D-BLEJ) hatte die Airline schon 2010 an Regent Airways in Bangladesch verkauft.

Wo konnte man Augsburg Airways spotten?

Bis 2002 vor allem in Augsburg, danach in München, wo die Flotte stationiert war. Von dort flogen die Maschinen zu Zielen in ganz Europa, etwa nach Dresden, Stuttgart, Paderborn, Graz, Prag, Turin oder London City. Heute bleiben nur Archivfotos – und die Chance, frühere Flugzeuge bei neuen Betreibern wiederzuentdecken.

Augsburg Airways im Blick behalten

Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Flugzeugtypen in der Flotte

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)

Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-300 (Q300)

Länger als die Dash 8-100, deutlich kürzer als die Q400 und mit vier Blättern pro Propeller: Die Dash 8-300 ist die mittlere Größe der Dash-8-Familie. Widerøe, PAL und Air New Zealand fliegen sie noch, bei Air Canada Express ist sie Geschichte.

Flugzeugtyp

De Havilland Canada Dash 8-100

Kurzer Rumpf, T-Leitwerk und Fahrwerk in den Triebwerksgondeln: Die Dash 8-100 ist die Urversion der Dash-8-Familie. Seit 1984 im Dienst, längst nicht mehr gebaut und trotzdem in Norwegen und Kanada noch Alltag. So erkennst du sie.

Flugzeugtyp

Embraer E195

Der größte E-Jet der ersten Generation: Die E195 streckt die E190 um rund 2,4 Meter und bringt typischerweise gut 100 bis 120 Passagiere in einer 2+2-Kabine in die Luft. In Europa ist sie vor allem im Lufthansa-Konzern zu Hause.

Flugzeugtyp

Embraer E190

Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.

Flugzeugtyp

Beechcraft King Air 200/B200/250

Seit 1974 im Dienst und noch immer in Produktion: Die King Air 200 und ihre Nachfolger B200, 250 und 260 sind der Turboprop-Klassiker für Geschäftsreisen, Ambulanzflüge und Militär. So erkennst du sie.

Weitere Airlines

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

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Wo du Augsburg Airways vor die Linse bekommst

Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.

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PT

Planetrack Redaktion

Die Airline-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Flotten, Strecken und Eigentümer ändern sich laufend – gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

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