Das Wichtigste in Kürze
- Hamburg International ist historisch: Die Hamburger Charterairline flog von 1999 bis Oktober 2010.
- Codes: IATA 4R, ICAO HHI, Rufzeichen „HAMBURG JET“.
- Zwei Flottenphasen: erst Boeing 737, ab Januar 2008 schrittweise Airbus A319 – zum Schluss neun Flugzeuge.
- Kein Ticketverkauf an Fluggäste: Die Airline flog fast nur im Auftrag von Reiseveranstaltern und anderen Charterkunden.
- Ungewöhnliche Rolle: Von 2003 bis 2006 war Hamburg International „Designated Carrier of Kosovo“ auf der Strecke Zürich–Priština.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Hamburg International im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte von Hamburg International
- 5.Woran du Hamburg International erkennst
- 6.Stationen und Strecken
- 7.Charter statt Ticketverkauf: so funktionierte das Geschäft
- 8.Das Ende: Insolvenz im Oktober 2010
- 9.Hamburg International im Spotter-Alltag heute
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 4R |
|---|---|
| ICAO-Code | HHI |
| Rufzeichen | HAMBURG JET |
| Drehkreuze | HAM |
| Status | Historisch – Insolvenzverfahren am 19. Oktober 2010 eröffnet, Flugbetrieb am 20. Oktober 2010 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Charterairline: Vollcharter für europäische Reiseveranstalter, dazu Ad-hoc-Charter |
| Sitz | Hamburg, Heimatflughafen Hamburg (HAM) |
| Gegründet | Sommer 1998 als private, unabhängige Airline; Flugbetrieb ab April 1999 |
| Eigentümer | Management und regionale Wagniskapitalgeber |
| Weitere Stationen | Friedrichshafen, München und Saarbrücken; eine Basis am Flughafen Niederrhein (Weeze) wurde mit der Insolvenz geschlossen |
| Flotte bei Einstellung | 9 Flugzeuge, überwiegend Airbus A319-100 |
| Frühere Typen | Boeing 737-700 (ab 2001), zeitweise eine Boeing 737-300 (etwa 2006–2009) |
| Nachfolger | Hamburg Airways (2011–2014), gegründet von Teilen der früheren Gesellschafter mit neuen Investoren |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Hamburg International?
- Schriftzug „Hamburg International“ am Rumpf – Fotos gibt es nur bis Oktober 2010, heute ist das Archivmaterial
- Deutsches Kennzeichen, belegt sind etwa die Airbus A319 D-AHIH (erste A319) und D-AHIK
- Bis 2008 fast immer eine Boeing 737, danach überwiegend Airbus A319
- Flugnummer mit 4R, im Flugplan der ICAO-Code HHI, im Funk „HAMBURG JET“
- Sonderbemalungen: die dunkelblaue Jubiläums-A319 D-AHIK zum zehnten Geburtstag und eine gemeinsame Lackierung mit Kosova Airlines
Hamburg International war nie eine Airline, deren Namen jeder Urlauber kannte. Wer zwischen 1999 und 2010 in Hamburg, Friedrichshafen oder Saarbrücken am Zaun stand, hatte die Jets mit dem Schriftzug der Hansestadt aber regelmäßig vor der Linse. Die kleine Charterairline flog fast ausschließlich im Auftrag anderer, vor allem für Reiseveranstalter. Diese Seite zeigt dir, was hinter dem Namen steckte, welche Flugzeuge im Einsatz waren und wie du alte Fotos heute sauber zuordnest.
Alte Charter-Fotos im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen fest – auch Archivbilder von Airlines, die es heute nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Hamburg International im Überblick
Hamburg International war eine deutsche Charterairline mit Sitz und Heimatbasis in Hamburg. Gegründet wurde sie im Sommer 1998 als private, unabhängige Gesellschaft – ohne Konzern im Rücken, getragen vom eigenen Management und regionalen Wagniskapitalgebern. Nach knapp einem Jahr Vorbereitung kam im April 1999 die erste Boeing 737, kurz danach begann der Flugbetrieb.
Das Geschäft war klassisches Chartern. Den größten Teil ihrer Kapazität verkaufte die Airline als Vollcharter an deutsche und europäische Reiseveranstalter: Der Veranstalter mietete das ganze Flugzeug und verkaufte die Plätze in seinen Pauschalreisen. Einzeltickets direkt an Fluggäste spielten kaum eine Rolle. Dazu kamen Ad-hoc-Charter, also kurzfristig gebuchte Einzelflüge für Kunden, die ein ganzes Flugzeug brauchten.
Elf Jahre lang ging das gut. Im Oktober 2010 war dann Schluss: Nachdem mehrere Charterverträge weggefallen waren, rutschte die Airline in die Insolvenz, und das Luftfahrt-Bundesamt setzte die Betriebsgenehmigung aus. Hamburg International reiht sich damit in die Airline-Pleiten in Europa ein. Auch andere bekannte deutsche Namen wie LTU, Air Berlin und Germania sind inzwischen vom Himmel verschwunden.
Die Geschichte in Etappen
Die Geschichte von Hamburg International ist kurz, aber dicht. Sie beginnt in einer Zeit, in der der deutsche Chartermarkt noch von großen Namen wie Hapag-Lloyd Flug, LTU und Condor geprägt war – und ein kleiner Neuling mit wenigen Flugzeugen vor allem über Flexibilität punkten musste.
1998
Gründung im Sommer als private, unabhängige Charterairline in Hamburg. Danach laufen die Vorbereitungen für den Flugbetrieb.
1999
Im April wird die erste Boeing 737 ausgeliefert, danach startet der regelmäßige Flugbetrieb ab Hamburg.
2003–2006
Als „Designated Carrier of Kosovo“ fliegt Hamburg International regelmäßig zwischen Zürich und Priština, ein Jet trägt eine gemeinsame Lackierung mit Kosova Airlines.
2008
Im Januar landet der erste Airbus A319, D-AHIH, nach einer Rundreise ab Finkenwerder in Hamburg. Mit ihm kommt ein überarbeitetes Farbschema; die 737 werden nach und nach ersetzt.
2008
Zum zehnten Jubiläum der Airline fliegt die A319 D-AHIK in einer dunkelblauen Sonderbemalung.
2010
In Friedrichshafen ist ein eigener Hangar für eine Technikbasis vorgesehen, die 2010 eröffnen soll.
19./20. Oktober 2010
Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Hamburg, am Folgetag setzt das Luftfahrt-Bundesamt Betriebsgenehmigung und AOC aus. Der Flugbetrieb endet sofort, die Basis am Flughafen Niederrhein wird geschlossen.
Dezember 2010
Teile der Gesellschafter kündigen mit neuen Investoren einen Neustart an: Hamburg Airways, die im März 2011 ihre Betriebsgenehmigung erhält.
Besonders spannend für Spotter ist der Überführungsflug der ersten A319 im Januar 2008: Die D-AHIH startete am Airbus-Werk in Finkenwerder und flog über Saarbrücken, Friedrichshafen und München nach Hamburg – also genau über die Stationen, an denen die Airline aktiv war. Wer damals am Zaun stand, erwischte einen der seltenen Momente, in denen eine kleine Charterairline ihr neues Flaggschiff vorstellte. Wie solche Werksflüge heute auf dem Radar aussehen, erklärt der Artikel zu Testflügen und Werksflügen.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 4R: stand in der Flugnummer bei Flügen unter eigenem Namen, also auf Bordkarten und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code HHI: stand im Flugplan der Flugsicherung und taucht in Flugdatenarchiven auf.
- Rufzeichen HAMBURG JET: so meldete sich die Besatzung im Funk.
Bei einer Charterairline sagt die Flugnummer oft wenig über das Flugzeug. Fliegt ein Charterjet im Auftrag einer anderen Airline, steht häufig deren Flugnummer auf der Anzeigetafel. Ein Hamburg-International-Jet auf einem alten Foto hat deshalb nicht zwingend einen 4R-Flug durchgeführt. Was hinter solchen Einsätzen steckt, erklärt der Artikel zum Wet-Lease.
Alte Sichtungen sauber nachtragen
Hast du Fotos von Hamburg International ohne Notizen? Das Kennzeichen ist der Schlüssel: Darüber findest du Typ, Seriennummer und den Einsatzzeitraum. Wie du alte Sichtungen mit Flugdaten abgleichst, zeigt der Guide Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen.
Die Flotte von Hamburg International
Die Flotte war klein und überschaubar – genau das macht sie für Sammler interessant. Gängige Nachschlagewerke nennen für die gesamte Betriebszeit rund 17 verschiedene Jets: etwa zehn A319, sechs 737-700 und eine 737-300 – gleichzeitig im Einsatz waren deutlich weniger. Die Geschichte lässt sich in zwei Phasen teilen.
| Typ | Zeitraum | Rolle | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 737-700 | 2001 bis 2010 | Rückgrat der ersten Phase | Insgesamt rund sechs Exemplare im Lauf der Jahre |
| Boeing 737-300 | etwa 2006 bis 2009 | Einzelexemplar | Ältere „Classic“-Generation mit flachen Triebwerken |
| Airbus A319-100 | 2008 bis 2010 | Hauptmuster der Schlussphase | Rund zehn Exemplare, darunter D-AHIH und D-AHIK |
Phase 1: Boeing 737
Die Boeing 737 prägte die ersten Jahre, ab 2001 vor allem die Boeing 737-700. Die 737 der Next Generation passte gut zu einem Charterflieger: genug Reichweite für Ziele rund ums Mittelmeer, wenige Sitze mehr als nötig und robust im dichten Umlauf zwischen Heimatbasis und Ferienzielen. Zeitweise ergänzte eine ältere Boeing 737-300 die Flotte. Die beiden Generationen unterscheidest du am einfachsten an den Triebwerken: Bei der 737-300 sind die Triebwerkseinläufe unten abgeflacht, bei der 737-700 deutlich runder. Hersteller beider Typen ist Boeing.
Phase 2: Airbus A319
Ab Januar 2008 stellte die Airline schrittweise auf den Airbus A319 um. Der Wechsel war für eine so kleine Gesellschaft ein großer Schritt: neues Muster, neue Schulungen, neue Ersatzteile. Bei der Einstellung im Oktober 2010 umfasste die Flotte neun Flugzeuge, überwiegend A319-100. Die erste A319 kam direkt aus dem Werk von Airbus in Finkenwerder – für Hamburger Spotter also quasi ein Heimspiel.
Ein Detail für Fotografen: Die A319 ist der kurze Ableger der A320-Familie und leicht mit A320 oder A321 zu verwechseln. Achte auf die Rumpflänge vor und hinter dem Flügel und auf die Zahl der Notausgänge über dem Flügel. Wie das sicher klappt, erklärt der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten.
Deine Archiv-A319 einordnen
Poste alte Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und sammle sie in deinem Hangar – sortiert und jederzeit wiederzufinden. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Woran du Hamburg International erkennst
Auf alten Fotos hilft dir vor allem der Schriftzug „Hamburg International“ am Rumpf. Mit der ersten A319 im Jahr 2008 führte die Airline ein überarbeitetes Farbschema ein. Bilder aus der 737-Zeit können deshalb anders aussehen als solche aus den letzten beiden Jahren – das ist kein Fehler, sondern ein Hinweis auf die Phase.
Die Kennzeichen sind das sicherste Merkmal. Belegt sind etwa die A319 D-AHIH und D-AHIK; prüfe andere Kennzeichen im Zweifel in einer Registerdatenbank. Das D- steht für Deutschland, das A für die Gewichtsklasse großer Flugzeuge, der Rest war frei wählbar. Wie die deutsche Systematik funktioniert, erklärt der Artikel zu deutschen Luftfahrzeugkennzeichen.
Schriftzug prüfen
„Hamburg International“ am Rumpf zeigt die Airline. Achte auf Verwechslungsgefahr mit Hamburg Airways und Air Hamburg.
Kennzeichen lesen
Gleiche das Kennzeichen mit einer Flottendatenbank ab. Ist es unleserlich, helfen Tricks aus dem Guide Unlesbares Kennzeichen ermitteln.
Typ bestimmen
Boeing 737 deutet auf die Zeit bis 2009/2010, Airbus A319 auf 2008 bis 2010.
Datum sichern
Notiere Datum und Ort aus den Bilddaten. Für eine Airline mit nur elf Jahren Betrieb ist das Datum der halbe Wert der Sichtung.
Die Sonderbemalungen
Zwei Bemalungen fallen aus der Reihe und gehören zu den begehrtesten Motiven:
- D-AHIK zum Jubiläum: Zum zehnten Geburtstag der Airline trug diese A319 eine dunkelblaue Sonderbemalung. Wer sie fotografiert hat, besitzt ein echtes Einzelstück.
- Kosova Airlines: Für die Verbindung Zürich–Priština flog ein Flugzeug in einer gemeinsamen Lackierung mit Kosova Airlines, der Marke des Reiseveranstalters Eurokoha Reisen.
Achtung Verwechslung
Drei Namen, drei Firmen: Hamburg International (1999–2010, 4R/HHI), die Nachfolgerin Hamburg Airways (2011–2014, HK/HAY, Airbus A320) und Air Hamburg, ein Business-Jet-Betreiber. Wer in seinem Archiv „Hamburg“ sucht, sollte die drei sauber trennen.
Stationen und Strecken
Der Heimatflughafen und Firmensitz war der Flughafen Hamburg. Von dort und von weiteren Stationen aus flog Hamburg International die klassischen Charterziele der Reiseveranstalter. Eine Besonderheit war die Kosovo-Strecke ab Zürich, die vor allem Menschen mit Familie im Kosovo nutzten.
Neben Hamburg nennen Nachschlagewerke diese Stationen:
- Friedrichshafen: Hier baute die Airline einen Hangar, um 2010 eine eigene Technikbasis zu eröffnen. Bis dahin hatte Lufthansa Technik die Wartung übernommen.
- München: weitere Station im Süden – Spot-Tipps gibt der Guide Planespotting am Flughafen München.
- Saarbrücken: einer der kleineren Plätze, an denen die Airline Ferienflüge anbot.
- Flughafen Niederrhein (Weeze): Diese Basis wurde im Zuge der Insolvenz im Oktober 2010 geschlossen.
Die Pilotenausbildung lief über Lufthansa Flight Training. Für eine so kleine Airline war das typisch: Man kaufte Wartung und Schulung bei großen Anbietern ein, statt alles selbst aufzubauen. Der Hangar in Friedrichshafen sollte diese Abhängigkeit verringern – kam aber zu spät.
Charter statt Ticketverkauf: so funktionierte das Geschäft
Wer verstehen will, warum Hamburg International so unauffällig blieb, muss das Geschäftsmodell kennen. Die Airline war ein klassischer Auftragsflieger. Sie verkaufte keine Plätze im Internet, sondern Flugstunden mit Flugzeug und Besatzung.
Stärken des Modells
- Planbare Auslastung durch Verträge mit Reiseveranstaltern
- Kein teurer eigener Vertrieb nötig
- Flexibel für kurzfristige Ad-hoc-Charter
Schwächen des Modells
- Starke Abhängigkeit von wenigen großen Kunden
- Wenig Bekanntheit, kaum Stammkunden
- Kündigt ein Veranstalter, fehlt sofort Umsatz
- Kleine Flotte, wenig Spielraum für Krisen
Genau diese Abhängigkeit wurde Hamburg International zum Verhängnis: Nachdem mehrere Charterverträge weggefallen waren, ließ sich der Betrieb nicht mehr finanzieren. Den grundsätzlichen Unterschied zwischen Auftragsflug und Linienverkehr beschreibt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Das Ende: Insolvenz im Oktober 2010
Das Ende kam schnell. Am 19. Oktober 2010 eröffnete das Amtsgericht Hamburg das Insolvenzverfahren, am 20. Oktober wurde es öffentlich. Am selben Tag setzte das Luftfahrt-Bundesamt Betriebsgenehmigung und AOC aus. Ohne diese Papiere darf eine Airline keinen einzigen gewerblichen Flug durchführen – die Flugzeuge blieben am Boden, alle Flüge wurden mit sofortiger Wirkung gestrichen.
Weil die Jets geleast waren, gingen sie an ihre Eigentümer zurück. Viele flogen danach unter neuen Kennzeichen bei anderen Airlines weiter. Solche Wege nachzuverfolgen, ist eine der schönsten Aufgaben für Archiv-Spotter – der Guide zu Umregistrierungen zeigt, wie du ein Flugzeug über Kennzeichenwechsel hinweg im Blick behältst.
Neustart als Hamburg Airways
Im Dezember 2010 kündigten Teile der früheren Gesellschafter mit neuen Investoren einen Neuanfang an. Hamburg Airways erhielt am 28. März 2011 ihre Betriebsgenehmigung und flog vor allem mit Airbus A320 unter eigenen Codes. Im Dezember 2014 wurde auch ihr AOC ausgesetzt. Fotos von Hamburg Airways gehören also nicht unter Hamburg International.
Hamburg International im Spotter-Alltag heute
Live siehst du Hamburg International nicht mehr – die Airline ist seit 2010 Geschichte. Trotzdem lohnt sich die Beschäftigung mit ihr. Gerade weil sie so klein war, sind gute Fotos rar, und jede Sichtung mit sauberem Datum und Ort ist ein wertvoller Eintrag in deiner Sammlung. Wie selten ein solches Motiv ist, kannst du mit dem Guide Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen.
Wer an die Hamburger Wurzeln anknüpfen will, findet am Affenfelsen oder auf der Besucherterrasse in Hamburg die Plätze, an denen früher auch die 4R-Jets vorbeirollten. Einen Überblick über alle Spots der Stadt gibt der Guide Planespotting in Hamburg.
Lohnt sich, wenn …
- du alte Fotos aus Hamburg, Friedrichshafen, München oder Saarbrücken von 1999 bis 2010 besitzt
- du historische deutsche Charterairlines sammelst
- du den weiteren Weg der Ex-Flugzeuge über ihre Kennzeichen verfolgen willst
Prüf es genau, wenn …
- auf dem Foto nur „Hamburg“ zu lesen ist – es könnte auch Hamburg Airways oder Air Hamburg sein
- das Datum fehlt und der Jet eine A320 statt einer A319 ist
Kein Hamburg International, wenn …
- das Foto nach dem 20. Oktober 2010 entstanden ist
Für deine Archivarbeit gilt: Ordne Fotos nach Airline, Kennzeichen und Datum, dann findest du sie auch nach Jahren wieder. Tipps dafür gibt der Guide Flugzeugfotos archivieren.
Häufige Verwechslungen
- Hamburg International mit Hamburg Airways gleichsetzen – die Nachfolgerin flog ab 2011 mit anderen Codes (HK/HAY) und Airbus A320.
- Air Hamburg für die Charterairline halten – Air Hamburg betreibt Business-Jets und hat mit Hamburg International nichts zu tun.
- Hamburg International für eine Linienairline halten – sie flog fast ausschließlich im Auftrag.
- A319 als A320 notieren – die A319 ist kürzer und hat über dem Flügel weniger Notausgänge.
- 737-300 und 737-700 verwechseln – die abgeflachten Triebwerkseinläufe verraten die ältere Classic-Generation.
- Die Flugnummer als Beweis nehmen – bei Einsätzen für andere Airlines stand oft deren Code auf der Anzeigetafel, nicht 4R.
Historische Airlines sammeln
Lege Hamburg International, Germania und Co. in deinem Hangar ab, setz fehlende Typen auf die Wunschliste und teile deine Archivfunde mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Hamburg International war eine typische Charterairline ihrer Zeit: klein, unabhängig und fast unsichtbar für Urlauber, weil sie im Auftrag anderer flog. In elf Jahren durchlief sie zwei Flottenphasen, von der Boeing 737 zum Airbus A319, und hinterließ mit der Jubiläums-A319 und der Kosova-Bemalung zwei echte Raritäten. Mit dem Oktober 2010 endete ihre Geschichte – Fotos aus dieser Zeit sind heute Archivmaterial, das sich mit Kennzeichen und Datum sauber zuordnen lässt.
Kurzfazit
Hamburg International (IATA 4R, ICAO HHI) war eine Hamburger Charterairline von 1999 bis 2010, erst mit Boeing 737, dann mit Airbus A319. Schriftzug, Kennzeichen und ein Datum vor dem 20. Oktober 2010 machen die Zuordnung eindeutig.
Zusammenfassung
- Hamburg International war eine kleine, unabhängige Charterairline, die vom Hamburger Flughafen aus über elf Jahre vor allem für Reiseveranstalter flog.
- Die Flotte wechselte 2008 von der Boeing 737 auf den Airbus A319; mit dem ersten A319 kam auch ein überarbeitetes Farbschema.
- Im Oktober 2010 setzte das Luftfahrt-Bundesamt nach der Insolvenz die Betriebsgenehmigung aus, die Flugzeuge gingen an die Leasinggeber zurück.
- Für Spotter sind Hamburg-International-Fotos heute Archivschätze – mit Kennzeichen, Datum und Ort werden sie zu sauberen Einträgen im Logbuch.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Hamburg International?
Hamburg International flog mit dem IATA-Code 4R und dem ICAO-Code HHI. Im Funk meldete sich die Besatzung mit dem Rufzeichen „HAMBURG JET“. Da die Airline viel im Auftrag anderer flog, stand auf der Anzeigetafel aber nicht immer eine 4R-Flugnummer.
Wann hat Hamburg International den Betrieb eingestellt?
Am 19. Oktober 2010 eröffnete das Amtsgericht Hamburg das Insolvenzverfahren. Am 20. Oktober setzte das Luftfahrt-Bundesamt Betriebsgenehmigung und Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) aus – ab da durfte kein Flugzeug mehr starten. Alle Flüge wurden gestrichen, die Maschinen gingen an ihre Leasinggeber zurück.
Welche Flugzeuge flog Hamburg International?
Zu Beginn und über viele Jahre die Boeing 737, ab 2001 vor allem die 737-700, zeitweise auch eine 737-300. Ab Januar 2008 ersetzte die Airline die 737 Schritt für Schritt durch den Airbus A319. Bei der Einstellung 2010 umfasste die Flotte neun Flugzeuge, überwiegend A319-100.
War Hamburg International eine Billigairline?
Nein. Hamburg International war eine Charterairline. Sie verkaufte in der Regel keine Einzeltickets, sondern stellte ganze Flugzeuge vor allem für Reiseveranstalter und für Ad-hoc-Charter bereit. Den Unterschied zum Linienverkehr erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Was war die Kosovo-Verbindung von Hamburg International?
Von 2003 bis 2006 flog Hamburg International als „Designated Carrier of Kosovo“ regelmäßig zwischen Zürich und Priština. Ein Flugzeug trug dafür eine gemeinsame Lackierung mit Kosova Airlines, einer Marke des Reiseveranstalters Eurokoha Reisen.
Was ist Hamburg Airways?
Hamburg Airways war die Nachfolgerin. Teile der früheren Gesellschafter gründeten sie im Dezember 2010 mit neuen Investoren. Die Betriebsgenehmigung kam am 28. März 2011, der erste Flug ging am 30. März von Hannover nach Akaba. Hamburg Airways flog vor allem Airbus A320 unter eigenen Codes (IATA HK, ICAO HAY) und stellte den Betrieb im Dezember 2014 ein.
Darf man Hamburg International mit Air Hamburg verwechseln?
Besser nicht. Air Hamburg ist ein Business-Jet-Betreiber und hat mit der früheren Charterairline Hamburg International nichts zu tun. Auch Hamburg Airways ist eine eigene Gesellschaft mit eigenen Codes.
Wo sind die Flugzeuge von Hamburg International geblieben?
Die Jets waren geleast und gingen nach der Insolvenz an die Leasinggeber zurück. Danach flogen sie bei anderen Airlines weiter. Über das Kennzeichen beziehungsweise die Seriennummer kannst du den weiteren Weg in Registern und Datenbanken nachverfolgen.
Hamburg International im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypBoeing 737-700
Kurz, stämmig und seit 1997 in der Luft: Die 737-700 ist die kompakte Next-Generation-737. Sie wird seltener – so erkennst du sie und weißt, wo du sie noch findest.
FlugzeugtypBoeing 737-300
Dicke Triebwerke mit platter Unterseite, ein gestreckter Rumpf und ein neues Cockpit: Mit der 737-300 machte Boeing die 737 Mitte der 1980er fit für eine zweite Karriere. Hier erfährst du, woher sie kommt, wer sie in Deutschland flog und wo du sie heute noch triffst.
Weitere Airlines
Germania
Historische Berliner Charter- und Ferienairline (1986–2019): hervorgegangen aus der Kölner SAT von 1978, zuletzt mit gut 30 Airbus A319, A321 und Boeing 737-700 an vielen Regionalflughäfen unterwegs – bis zur Insolvenz im Februar 2019.
NetzwerkAir Berlin
Historische Airline aus Berlin: 1978 als US-Charterfirma für Mallorca-Flüge ab Tegel gegründet, später zweitgrößte Airline Deutschlands mit oneworld-Mitgliedschaft – und 2017 insolvent.
FerienfliegerHapag-Lloyd Flug
Historischer Ferienflieger aus Hannover (1972–2007): gegründet von der Reederei Hapag-Lloyd, bekannt für Orange und Blau, Airbus A300/A310 und als weltweiter Erstkunde der Boeing 737-800 – 2007 in TUIfly aufgegangen.
FerienfliegerLTU International Airways
Historische Airline: Der rot-weiße Ferienflieger aus Düsseldorf flog von 1956 bis 2009 unter eigenem Namen, war Deutschlands einziger TriStar-Betreiber und ging nach der Übernahme 2007 vollständig in Air Berlin auf.
Netzwerkdba
Historische Airline aus München: aus Delta Air wurde 1992 die Deutsche BA mit British-Airways-Beteiligung, Anfang der 2000er die dba – und 2008 ging sie endgültig in Air Berlin auf.
CharterAir Hamburg
Vom Inselflieger zum großen Businessjet-Charterer: Air Hamburg flog zuletzt über 40 Jets, vor allem von Embraer. Seit der Übernahme durch Vista ist die Marke Geschichte – die Flugzeuge sind es nicht.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Hamburg
Mitten in der Stadt, seit 1911 am selben Ort und mit zwei Pisten, die sich kreuzen: Hamburg ist kein Drehkreuz, aber ein Flughafen mit viel Europaverkehr, Emirates-Langstrecke, Lufthansa Technik nebenan – und dem Affenfelsen als bekanntestem Spotterpunkt.
FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
FlughafenFlughafen Saarbrücken
Klein, hoch gelegen und technisch spannender, als die Passagierzahlen vermuten lassen: Der Flughafen Saarbrücken sitzt auf einer Anhöhe bei Ensheim, hat eine knapp zwei Kilometer lange Bahn mit Gelände, das rund um die Bahn abfällt, ein Notbremsbett am Westende und einen Tower, der seit 2018 in Leipzig steht.
FlughafenFlughafen Weeze
Vom Fliegerhorst der Royal Air Force zur Ryanair-Basis am Niederrhein: Auf der ehemaligen RAF Laarbruch landen heute fast nur noch Boeing 737 – dafür gibt es eine kostenlose Terrasse, ein RAF-Museum auf dem Gelände und viel Luftfahrtgeschichte.
Wo du Hamburg International vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Affenfelsen am Flughafen Hamburg
Der bekannteste Spotterpunkt am Hamburger Flughafen: Vom Affenfelsen an der Holtkoppel schaust du ohne Leiter über den Zaun auf die Piste 15/33 – mit Kiosk-Café direkt nebenan und der Sonne am Vormittag im Rücken.
BesucherterrasseBesucherterrassen am Flughafen Hamburg
Zwei Terrassen auf Ebene 3 der Terminals, täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und direkt an der S1: Der einfachste Einstieg ins Spotten in Hamburg – mit Blick aufs Vorfeld, Ferngläsern und kurzen Wegen zu Café und Toilette.
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