Das Wichtigste in Kürze
- Sun-Air of Scandinavia ist eine dänische Familien-Airline aus Billund, 1978 von Niels Sundberg gegründet.
- Codes: IATA EZ, ICAO SUS, Rufzeichen „SUNSCAN“.
- Von August 1996 bis März 2025 flog Sun-Air als Franchise-Partner im Design von British Airways – als erste Regional-Airline außerhalb Großbritanniens mit so einem Vertrag.
- Die Dornier 328JET war das Markenzeichen der letzten Jahre; Sun-Air zählte in den 2010er-Jahren zu den größten zivilen Betreibern des Typs.
- Seit Ende März 2025 gibt es keine Linienflüge mehr: Sun-Air fliegt nur noch Charter, die Gruppe dahinter betreibt zudem Businessjets, Ambulanzflüge und einen Wartungsbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Sun-Air im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Geschichte: vom Lufttaxi zur BA-Franchise
- 4.Die Flotte: Spezialist für die Dornier 328JET
- 5.Woran du die Dornier 328JET erkennst
- 6.Die BA-Bemalung: ein Franchise mit eigenem Kennzeichen
- 7.Das Streckennetz – heute Geschichte
- 8.Sun-Air heute spotten
- 9.Sun-Air im Vergleich mit anderen Regionalairlines
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | EZ |
|---|---|
| ICAO-Code | SUS |
| Rufzeichen | SUNSCAN |
| Drehkreuze | BLL |
| Geschäftsmodell | Heute Charterflüge; von 1996 bis März 2025 Regional-Linienverkehr als Franchise-Partner von British Airways |
| Sitz und Basis | Billund, Dänemark (Flughafen Billund, BLL) |
| Gegründet | 1978 von Niels Sundberg, zunächst als Lufttaxi- und Charterbetrieb |
| Eigentümer | Familie Sundberg; Teil der Sundberg Aviation Group |
| Konzernmarken | JoinJet (Businessjet-Charter), SmuuthCare (Ambulanzflüge), Sun-Air Technic (Wartung) |
| Franchise | British Airways, August 1996 bis März 2025 |
| Flottentyp | Dornier 328JET mit bis zu 32 Sitzen |
| Frühere Typen | BAe Jetstream 31 und 41, BAe ATP, Dornier 328-100 (Turboprop) |
| Linienverkehr | Eingestellt; letzte Strecke Billund–London City endete im März 2025 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Sun-Air of Scandinavia?
- Kleiner Jet mit hoch angesetztem Flügel, zwei Triebwerken unter den Tragflächen und T-Leitwerk – die Dornier 328JET
- Bis März 2025 in British-Airways-Bemalung mit Union-Jack-Motiv am Leitwerk, aber dänischem Kennzeichen
- Dänisches Kennzeichen mit OY- am Rumpf – das sicherste Unterscheidungsmerkmal zu echten BA-Maschinen
- Im Funk und auf dem Tracker mit SUS bzw. Rufzeichen SUNSCAN, auch wenn die Flugnummer früher mit BA begann
- Heimatflughafen Billund in Jütland, dort stehen die Maschinen zwischen den Charterumläufen
Ein kleiner Jet mit Union Jack am Leitwerk landet in Bremen, Friedrichshafen oder Billund – und am Rumpf steht ein dänisches Kennzeichen. Wer in den letzten Jahrzehnten in Norddeutschland oder Skandinavien gespottet hat, kennt diesen Moment. Hinter der British-Airways-Optik steckte Sun-Air of Scandinavia, eine Familien-Airline aus Billund. Seit März 2025 ist die BA-Ära vorbei, Sun-Air fliegt nur noch Charter. Diese Seite erklärt dir, wer Sun-Air ist, wie die Franchise funktionierte und woran du die Dornier 328JET erkennst.
Seltene Regionaljets im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – auch alte Franchise-Fotos aus deinem Archiv bekommen so ihren festen Platz. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Sun-Air im Überblick
Sun-Air of Scandinavia ist eine private dänische Airline mit Sitz am Flughafen Billund in Jütland. Gegründet hat sie Niels Sundberg im Jahr 1978 – nicht als Linienairline, sondern als kleiner Lufttaxi- und Charterbetrieb. Das Unternehmen ist bis heute in Familienhand: Sohn Kristoffer Sundberg ist seit 2017 Geschäftsführer, der Gründer blieb dem Unternehmen als Vorsitzender verbunden.
Heute ist Sun-Air Teil der Sundberg Aviation Group. Neben der Airline gehören dazu die Businessjet-Charter JoinJet, der Ambulanzflugdienst SmuuthCare mit Hawker 800 und der Wartungsbetrieb Sun-Air Technic. Laut eigener Darstellung beschäftigt die Gruppe rund 120 Menschen und hat neben Billund Ableger in Thisted und Augsburg.
Bekannt wurde Sun-Air aber durch etwas anderes: Fast drei Jahrzehnte lang war die Airline Franchise-Partner von British Airways. Wer zwischen 1996 und 2025 einen Sun-Air-Flug buchte, buchte formal British Airways – und stieg in ein Flugzeug in BA-Farben, das in Dänemark registriert war.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code EZ: die eigene Airline-Kennung von Sun-Air. In der Franchise-Zeit war er für Passagiere kaum sichtbar, weil die Linienflüge unter BA-Flugnummern verkauft wurden.
- ICAO-Code SUS: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen SUNSCAN: so meldet sich die Besatzung im Funk – ein Mix aus „Sun“ und „Scandinavia“.
Genau diese Doppelstruktur macht Sun-Air für Spotter interessant. Die Anzeigetafel zeigte einen BA-Flug, der Tracker einen SUS-Flug, und am Heck stand ein OY-Kennzeichen. Wer nur auf die Flugnummer achtete, verbuchte die Sichtung schnell falsch. Wie du Tracker-Daten richtig liest, zeigt dir der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Franchise-Flüge sauber notieren
Trag bei Franchise-Sichtungen immer die durchführende Airline ein, nicht die Marke auf dem Ticket. Bei Sun-Air heißt das: Betreiber Sun-Air (SUS), Bemalung British Airways, Kennzeichen OY-. So bleibt dein Logbuch auch Jahre später eindeutig.
Geschichte: vom Lufttaxi zur BA-Franchise
Die Entwicklung von Sun-Air verlief in klaren Etappen.
1978: Start als Lufttaxi
Niels Sundberg gründet Sun-Air in Billund und fliegt zunächst Lufttaxi- und Charteraufträge.
1987: Schritt zur Regionalairline
Sun-Air steigt in den regionalen Linienverkehr ein. Anfang der 1990er-Jahre fliegt die Airline zeitweise im Auftrag von Lufthansa, danach auf eigene Rechnung.
1996: British Airways Express
Am 1. August 1996 wird Sun-Air Franchise-Partner von British Airways – als erste Regionalairline außerhalb Großbritanniens mit so einem Vertrag.
2025: Ende des Linienverkehrs
Ende März 2025 endet die letzte Linie Billund–London City und mit ihr die BA-Partnerschaft. Sun-Air fliegt seitdem nur noch Charter.
Zum Start der Franchise lief der Verkehr unter der Marke British Airways Express. Die Flotte bestand damals aus kleinen Turboprops: rund zehn BAe Jetstream 31 mit 18 Sitzen und zwei Jetstream 41 mit 30 Sitzen. Ende der 1990er-Jahre kamen zwei gebrauchte BAe ATP hinzu – größere Turboprops, die den Weg in Richtung Jetbetrieb ebneten.
Im dänischen Markt war Sun-Air ein kleiner, aber hartnäckiger Wettbewerber. Nach einer Beschwerde von Sun-Air verhängte die EU 2001 Bußgelder gegen SAS und Maersk Air wegen wettbewerbswidriger Absprachen. 2009 gliederte Sun-Air die Charter-Sparte als JoinJet aus, die sich seitdem vor allem um Businessjets kümmert. Ebenfalls ab 2009 warb Sun-Air damit, dass Essen, Getränke und Gepäck auf den Linienflügen inklusive waren.
In den 2010er-Jahren wuchs das Netz nach Deutschland. Sun-Air flog unter anderem Hamburg–London City (2014 bis 2016), ab 2018 Friedrichshafen–Düsseldorf und ab 2019 Friedrichshafen–Toulouse. Ab Bremen liefen bis Februar 2017 BA-Flüge nach London und Manchester – Spot-Tipps für dort findest du im Bremen-Guide. Eine deutsche Tochter, Sun-Air of Germany, meldete im Januar 2021 Insolvenz an – damit endeten die deutschen Strecken.
Die Flotte: Spezialist für die Dornier 328JET
Das Markenzeichen der letzten Sun-Air-Jahre ist die Dornier 328JET. Sie ist die Jet-Version der turbopropgetriebenen Dornier 328, die Sun-Air vorher ebenfalls betrieb. In den 2010er-Jahren gehörte Sun-Air zu den größten zivilen Betreibern dieses seltenen Regionaljets. Im April 2014 startete die Airline damit zum Beispiel Flüge von Billund nach Zürich.
| Typ | Rolle bei Sun-Air | Sitze | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Dornier 328JET | Aktueller Flottentyp, früher Rückgrat der BA-Franchise | bis 32 | Schulterdecker mit T-Leitwerk, zwei Jets unter den Flügeln |
| Dornier 328-100 | Frühere Turboprop-Version | – | Gleicher Rumpf, aber Propeller statt Jettriebwerke |
| BAe ATP | Ende der 1990er-Jahre übernommen (historisch) | – | Großer Turboprop mit langem, schlankem Rumpf |
| BAe Jetstream 41 | Zur Franchise-Einführung 1996 (historisch) | 30 | Tiefdecker-Turboprop, länger als die J31 |
| BAe Jetstream 31 | Zur Franchise-Einführung 1996 (historisch) | 18 | Kleiner Tiefdecker-Turboprop |
Laut Sun-Air bietet die 328JET bis zu 32 Plätze und fliegt mit zwei Piloten und einem Flugbegleiter. Wie viele Maschinen aktuell aktiv sind, ist schwer zu sagen: Öffentliche Flottenübersichten nannten 2024 rund acht Flugzeuge, spätere Angaben weichen davon ab. Eine offizielle Flottenzahl veröffentlicht die Airline nicht – plane deshalb mit einer kleinen Flotte.
Gebaut wurde die 328-Familie ursprünglich von Dornier in Oberpfaffenhofen. Die Rechte am Programm liegen heute bei Deutsche Aircraft, die mit der D328eco eine Neuauflage des Turboprops entwickelt. Für Spotter heißt das: Die 328JET bleibt ein Liebhaber-Typ mit wenigen Betreibern weltweit.
Die 328JET auf der Wunschliste
Setz die Dornier 328JET oder einzelne OY-Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du die Dornier 328JET erkennst
Die 328JET verwechseln Einsteiger gern mit anderen kleinen Regionaljets. Dabei hat sie eine ziemlich eigene Silhouette.
Das spricht für eine 328JET
- Flügel oben am Rumpf (Schulterdecker)
- Zwei Strahltriebwerke an Pylonen unter den Flügeln
- T-Leitwerk mit Höhenruder oben auf der Seitenflosse
- Kurzer, runder Rumpf mit hoch liegendem Fahrwerk in Verkleidungen
Das spricht gegen eine 328JET
- Triebwerke hinten am Rumpf – typisch für Embraer ERJ oder Bombardier CRJ
- Flügel unten am Rumpf (Tiefdecker)
- Propeller statt Jettriebwerke – dann eher Dornier 328-100, ATR oder Dash 8
- Normales Leitwerk ohne T-Form
Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit der Turboprop-Schwester Dornier 328. Rumpf, Flügel und Leitwerk sind fast gleich, nur die Antriebe unterscheiden sich. Bei einem Foto aus größerer Entfernung lohnt sich deshalb der Blick auf die Gondeln: schlanke Jettriebwerke unter dem Flügel oder Propeller vorne an der Gondel? Eine Übersicht zu anderen kleinen Jets findest du unter Regionaljets unterscheiden, zu den Propellertypen hilft Turboprops unterscheiden.
Die BA-Bemalung: ein Franchise mit eigenem Kennzeichen
Während der Franchise-Zeit flogen die Sun-Air-Maschinen in der Bemalung von British Airways. Ende der 1990er-Jahre, als BA mit verschiedenen Kunst-Leitwerken experimentierte, entwarf der dänische Künstler Per Arnoldi ein eigenes Leitwerksmotiv für Sun-Air. Später wechselte die Airline zum Union-Jack-Motiv am Seitenleitwerk, wie es auch die BA-Flotte trug.
Für Spotter war das ein doppelter Reiz: Auf den ersten Blick ein BA-Flugzeug, beim zweiten Blick ein Typ, den British Airways selbst nie betrieb, und ein dänisches Kennzeichen. Ähnliche Franchise-Modelle gab es auch bei anderen BA-Partnern, etwa bei Loganair in Schottland. Die konzerneigene Regionaltochter BA CityFlyer gehört dagegen direkt zu British Airways und damit zur International Airlines Group.
Achtung Verwechslung
BA-Bemalung heißt nicht automatisch British Airways. Bei Franchise-Partnern verraten Kennzeichen-Präfix und ICAO-Code den echten Betreiber. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.
Das Streckennetz – heute Geschichte
Das Netz änderte sich über die Jahre häufig. Laut Übersichten aus dem Frühjahr 2024 flog Sun-Air für British Airways unter anderem diese Ziele an:
| Land | Ziele (alle inzwischen eingestellt) |
|---|---|
| Dänemark | Billund, Aarhus |
| Großbritannien | London City, Manchester, Cambridge, Humberside |
| Deutschland | Bremen, Düsseldorf, Friedrichshafen, Hamburg, München |
| Norwegen | Oslo, Bergen, Stavanger |
| Schweden | Göteborg, Stockholm-Bromma |
| Belgien | Brüssel |
| Frankreich | Toulouse |
Typisch für Sun-Air waren dünne Geschäftsreise-Strecken zwischen Regionalflughäfen, die für größere Flugzeuge zu wenig Nachfrage hatten. Die letzte Linie war Billund–London City. Mit ihrem Ende im März 2025 verabschiedete sich Sun-Air nach mehr als drei Jahrzehnten aus dem Linienverkehr. Als Grund nannte die Airline einen veränderten Markt.
British Airways gehört zur Allianz oneworld. Sun-Air selbst war dort nie eigenständiges Mitglied; die Anbindung lief allein über die Franchise mit BA und endete mit den Linienflügen.
Sun-Air heute spotten
Stand Oktober 2026 fliegt Sun-Air nur noch Charter. Feste Flugpläne gibt es nicht mehr, Sichtungen sind deshalb Glückssache. Die besten Chancen hast du in Billund, wo die Flotte stationiert ist. Auch ehemalige Franchise-Flughäfen tauchen bei Charteraufträgen gelegentlich wieder auf.
Gute Chancen auf Sun-Air, wenn …
- du in Billund spottest, wo Sun-Air seine Basis hat
- du auf dem Tracker gezielt nach dem Code SUS oder dem Typ 328JET filterst
- Sportteams, Firmen oder Reisegruppen kleine Charterjets brauchen
Prüf es vorher, wenn …
- du nach alten Spotterberichten aus der BA-Franchise-Zeit planst
- du eine bestimmte Maschine suchst – nicht jede 328JET ist ständig im Einsatz
Eher kein Sun-Air-Tag, wenn …
- du einen regelmäßigen Linienflug erwartest – den gibt es seit März 2025 nicht mehr
Wenn du ohnehin in Dänemark unterwegs bist, lohnt sich die Kombination mit Kopenhagen: Der Spotting-Guide für Kopenhagen-Kastrup zeigt dir die Plätze am größten Flughafen des Landes. Allgemeine Tipps für kleinere Plätze wie Billund findest du im Artikel Spotting an Regionalflughäfen. Weitere dänische Regionalbetreiber, die dir dort begegnen können, sind DAT Danish Air Transport und der Frachtflieger Star Air. Historisch gehört auch Cimber Air aus Sønderborg in diese Reihe.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Flächen aus. Zäune und Sicherheitsbereiche sind tabu, und Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren. Was rechtlich gilt, erklärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?.
Sun-Air im Vergleich mit anderen Regionalairlines
Sun-Air war nie groß, aber typisch für ein Modell, das in Europa lange funktionierte: eine kleine, private Airline, die unter der Marke eines großen Netzwerkcarriers dünne Strecken bedient. Der Vorteil für die Partner: Die große Airline bekommt Zubringer aus Regionen, die sie selbst nicht wirtschaftlich anfliegen kann. Die kleine Airline profitiert von Vertrieb, Vielfliegerprogramm und Markenbekanntheit.
Mit steigenden Kosten, weniger Geschäftsreisen nach der Pandemie und neuen Abgaben ist dieses Modell unter Druck geraten. Viele Regional- und Franchise-Airlines haben in den vergangenen Jahren aufgegeben oder sich neu ausgerichtet. Einen Überblick über die Szene bekommst du in Regionalairlines in Europa.
Häufige Verwechslungen
- Sun-Air mit British Airways gleichsetzen – Sun-Air war ein eigenständiger dänischer Franchise-Partner mit eigenem ICAO-Code SUS.
- EZ mit easyJet verwechseln – easyJet nutzt den IATA-Code U2 und den ICAO-Code EZY; EZ gehört Sun-Air.
- Sun-Air mit SunExpress oder Sunclass verwechseln – trotz ähnlicher Namen sind das völlig andere Airlines.
- Die 328JET für einen CRJ oder ERJ halten – deren Triebwerke sitzen hinten am Rumpf, bei der 328JET unter den Flügeln.
- Jet- und Turboprop-Dornier verwechseln – die Dornier 328-100 hat Propeller, die 328JET Strahltriebwerke.
- JoinJet-Businessjets als Sun-Air notieren – JoinJet fliegt unter eigener Marke und mit eigenem Design.
Seltene Sichtungen teilen
Poste deine 328JET-Sichtung mit Foto, Kennzeichen und Spot, sammel Likes und Kommentare aus der Community und finde in Chats andere Fans skandinavischer Regionalluftfahrt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Sun-Air of Scandinavia ist ein Stück europäischer Regionalluftfahrt-Geschichte. Aus einem Lufttaxi-Betrieb in Billund wurde der erste Franchise-Partner von British Airways außerhalb Großbritanniens, der fast drei Jahrzehnte lang mit kleinen Turboprops und später mit der Dornier 328JET dünne Strecken zwischen Skandinavien, Deutschland und Großbritannien bediente. Seit März 2025 ist die Linien-Ära vorbei. Für Spotter bleibt eine seltene Charterairline – und ein Archiv voller Fotos von BA-Jets mit dänischem Kennzeichen.
Kurzfazit
Sun-Air (IATA EZ, ICAO SUS) ist eine dänische Familien-Airline aus Billund. Von 1996 bis 2025 flog sie in British-Airways-Bemalung, zuletzt mit der Dornier 328JET. Heute fliegt sie nur noch Charter – das OY-Kennzeichen und der Code SUS verraten sie.
Zusammenfassung
- Sun-Air war jahrzehntelang die „heimliche“ British Airways in Skandinavien und Norddeutschland: BA-Bemalung, BA-Flugnummern, aber dänisches Kennzeichen und eigener ICAO-Code SUS.
- Die Flotte bestand zuletzt aus Dornier 328JET – einem seltenen Regionaljet, den du am Schulterdecker-Flügel und T-Leitwerk erkennst.
- Mit dem Ende des Linienverkehrs im März 2025 sind Sun-Air-Sichtungen selten geworden; Fotos aus der BA-Franchise-Zeit sind heute ein Stück Regionalluftfahrt-Geschichte.
- Wer heute einen Sun-Air-Jet sucht, achtet auf Charterflüge mit dem Rufzeichen SUNSCAN, vor allem rund um Billund.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Sun-Air of Scandinavia?
Der IATA-Code ist EZ, der ICAO-Code SUS, das Rufzeichen im Funk „SUNSCAN“. Während der Franchise-Zeit wurden die Linienflüge unter British-Airways-Flugnummern verkauft – auf dem Tracker und im Funk tauchte trotzdem SUS bzw. SUNSCAN auf.
War Sun-Air ein Teil von British Airways?
Nein. Sun-Air war ein eigenständiges dänisches Unternehmen im Besitz der Familie Sundberg. Von August 1996 bis März 2025 flog es als Franchise-Partner: Die Flugzeuge trugen das BA-Design, die Flüge liefen im Vertrieb von British Airways, Flugbetrieb und Kennzeichen blieben aber dänisch.
Fliegt Sun-Air noch Linie?
Nein. Ende März 2025 hat Sun-Air die letzte Linienstrecke Billund–London City eingestellt und damit auch die Zusammenarbeit mit British Airways beendet. Seitdem konzentriert sich die Airline auf Charterflüge. Stand Oktober 2026 gibt es keine Sun-Air-Linienflüge.
Welche Flugzeuge fliegt Sun-Air?
Sun-Air setzt die Dornier 328JET ein, laut Airline mit bis zu 32 Sitzen sowie zwei Piloten und einem Flugbegleiter. Früher flog Sun-Air unter anderem BAe Jetstream 31 und 41, die BAe ATP und die Turboprop-Version Dornier 328-100. Die Businessjets und Ambulanzflugzeuge der Gruppe laufen unter den eigenen Marken JoinJet und SmuuthCare.
Welche Strecken flog Sun-Air für British Airways?
Das Netz war über die Jahre wechselhaft. Zuletzt standen unter anderem Verbindungen ab Billund und Aarhus, Strecken nach London City und Manchester sowie Ziele in Deutschland, Norwegen, Schweden, Belgien und Frankreich im Programm – etwa Bremen, Düsseldorf, Friedrichshafen, Hamburg, München, Oslo, Bergen, Stavanger, Göteborg, Stockholm-Bromma, Brüssel und Toulouse. Alle diese Linien sind inzwischen eingestellt.
Was ist JoinJet?
JoinJet ist die Businessjet-Charter-Marke der Sundberg Aviation Group, hervorgegangen 2009 aus der Charter-Sparte von Sun-Air. Sie hat eigenes Design und eigene Flugzeuge, darunter Typen von Bombardier, Hawker und Cessna. Wenn du in Billund einen Businessjet mit dänischem Kennzeichen siehst, kann er zu JoinJet gehören.
Wie erkenne ich eine Sun-Air-Maschine in BA-Bemalung?
Achte auf drei Dinge: den Typ (Dornier 328JET flog British Airways selbst nicht), das OY--Kennzeichen statt eines britischen G- und den ICAO-Code SUS auf dem Tracker. Zusammen sind das eindeutige Hinweise auf Sun-Air.
Sun-Air of Scandinavia im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Fairchild Dornier 328JET
Ein Jet mit Flügel oben auf dem Rumpf, zwei Triebwerken darunter und T-Leitwerk: Die 328JET aus Oberpfaffenhofen ist einer der seltensten Regionaljets überhaupt. So erkennst du sie, und hier fliegt sie heute.
FlugzeugtypDornier 328
Schlanker Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter pro Seite und erstaunlich schnell: Die Dornier 328 ist das letzte komplett in Deutschland entwickelte Verkehrsflugzeug. So erkennst du den seltenen Turboprop aus Oberpfaffenhofen.
FlugzeugtypBAe Jetstream 31/32
Klein, schlank, tiefer Flügel und ein unverwechselbar kreischender Garrett-Sound: Die Jetstream 31/32 war jahrzehntelang der Zubringer auf Britanniens Regionalstrecken – und ist heute ein seltener Fang.
FlugzeugtypBAe Jetstream 41
Ein schlanker Tiefdecker mit Fünfblatt-Propellern, kreuzförmigem Leitwerk und einem Flügel, der unter dem Rumpf durchläuft: Die Jetstream 41 ist die gestreckte 29-Sitzer-Version der Jetstream 31. So erkennst du sie und weißt, wo sie heute noch fliegt.
FlugzeugtypBAe ATP
Tiefdecker, zwei Turboprops mit sechs Blättern, gepfeiltes Seitenleitwerk: Die BAe ATP war Großbritanniens letzter eigener Regional-Turboprop. Ihre längste Karriere erlebte sie als Nachtfrachter bei West Atlantic in Skandinavien.
Weitere Airlines
British Airways
Die britische Netzwerk-Airline aus London: 1974 aus BOAC und BEA entstanden, Drehkreuz Heathrow, Teil der IAG, Gründungsmitglied von oneworld und mit A380, 777 und 787 eine der vielfältigsten Langstreckenflotten Europas.
RegionalDAT Danish Air Transport
Familiengeführte Airline aus Vamdrup in Jütland: eigene Linienflüge nach Bornholm, in Norwegen, Deutschland und Italien, dazu Wet-Lease mit ATR-Turboprops und Airbus A320 für andere Airlines.
RegionalCimber Air / Cimber Sterling
Historische Regionalairline aus Sønderborg: 1950 gegründet, später Partner von Lufthansa und SAS, ab 2009 als Cimber Sterling unterwegs – und im Mai 2012 pleite.
NetzwerkMaersk Air
Historische dänische Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk: Maersk Air flog von 1969 bis 2005 ab Kopenhagen und Billund, vor allem mit Boeing 737 und Fokker-Turboprops, und ging 2005 in Sterling auf.
FrachtStar Air
Die dänische Frachtairline der Maersk-Gruppe: seit 1993 mit Frachtern für UPS ab Köln/Bonn unterwegs, lange mit Boeing 767-200 und -300, seit 2022 unter dem Namen Maersk Air Cargo und mit eigenem Drehkreuz in Billund.
NetzwerkSAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Billund
Der Flughafen, den ein Spielzeughersteller baute: Billund begann als Graspiste für die Firmenflugzeuge von LEGO und ist heute Dänemarks zweitgrößter Flughafen – mit einer langen Bahn, viel Umsteigeverkehr über europäische Drehkreuze und einem kräftig wachsenden Frachtgeschäft rund um Maersk Air Cargo.
FlughafenFlughafen London City
Eine einzige, nur gut anderthalb Kilometer lange Bahn zwischen zwei Hafenbecken, ein Gleitwinkel fast doppelt so steil wie üblich und eine kurze Liste zugelassener Flugzeugtypen: London City ist der Sonderling unter den Londoner Flughäfen – und genau deshalb ein Pflichtbesuch für Spotter.
FlughafenFlughafen Bremen
Klein, stadtnah und mit einem Nachbarn, um den andere Flughäfen Bremen beneiden: Direkt neben der Piste fertigt Airbus Landeklappen und rüstet Flügel aus, und die Beluga XL ist hier Stammgast. Dazu Drehkreuz-Zubringer, Türkei-Verkehr, Ryanair – und eine Besucherterrasse, zu der die Straßenbahn bis vor die Tür fährt.
FlughafenFlughafen Friedrichshafen
Deutschlands südlichster Verkehrsflughafen ist klein, aber geschichtsträchtig: Hier begann der Platz als Luftschiffhafen der Zeppelin-Zeit, hier baute Dornier, und jeden April verwandelt die AERO den Bodensee-Airport in einen Treffpunkt der allgemeinen Luftfahrt. Dazu Ferienflieger, Dash 8 nach Berlin und Hamburg und ein Zeppelin NT vor der Tür.
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