BAe ATP

Tiefdecker, zwei Turboprops mit sechs Blättern, gepfeiltes Seitenleitwerk: Die BAe ATP war Großbritanniens letzter eigener Regional-Turboprop. Ihre längste Karriere erlebte sie als Nachtfrachter bei West Atlantic in Skandinavien.

Auch bekannt als: British Aerospace ATP · Advanced Turboprop · Jetstream ATP · ATP Freighter · ATPF · BAe ATP(F)

GroßbritannienBAE Systems / AvroTurbopropsICAO-Typcode: ATP11 Min. Lesezeit

ATP

ICAO-Typcode

1986

Erstflug

~65

Gebaute Exemplare

6

Propellerblätter

Das Wichtigste in Kürze

  • Die BAe ATP ist eine Weiterentwicklung der HS 748 mit gestrecktem Rumpf, neuen PW126-Triebwerken und Sechsblatt-Propellern; Erstflug war am 6. August 1986.
  • Kommerziell blieb sie ein Außenseiter: Gegen ATR, Dash 8 und Fokker 50 kam die ATP nur auf rund 65 gebaute Exemplare.
  • Erkennen gelingt über drei Merkmale: Tiefdecker, sechs Propellerblätter und gepfeiltes Seitenleitwerk.
  • West Atlantic war der wichtigste Betreiber: Die schwedische Frachtairline flog insgesamt 41 ATP(F) und beendete den Betrieb im Februar 2023.
  • Die ATP ist Geschichte: 2025 wurde die Musterzulassung zurückgezogen, damit stehen auch die letzten Frachter in Ostafrika am Boden.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die BAe ATP?
  2. 2.Gebaut im Nordwesten Englands und in Schottland
  3. 3.So erkennst du die ATP
  4. 4.Verwechslungsgefahr: So grenzt du ab
  5. 5.Karriere im Passagierverkehr
  6. 6.Zweite Karriere als Frachter: West Atlantic
  7. 7.Das Ende: Musterzulassung zurückgezogen
  8. 8.Spotting-Tipps: die ATP im Archiv und am Boden
  9. 9.Technik-Exkurs: Warum sechs Blätter?
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerBritish Aerospace (BAe), heute BAE Systems
VorgängerHawker Siddeley HS 748
ICAO-TypcodeATP
Erstflug6. August 1986 in Manchester
Erster Linieneinsatz1988 bei British Midland
FertigungWoodford und Prestwick, Rumpf und Flügel aus Chadderton
Gebaute Exemplarerund 65 (je nach Zählweise 63 bis 65), Produktionsende 1996/97
Triebwerke2 × Pratt & Whitney Canada PW126, je rund 1.980 kW
PropellerSechsblatt, rund 4,19 m Durchmesser
Länge26,00 m
Spannweite30,63 m
Höhe7,14 m
Sitzplätzestandardmäßig 64 (vier nebeneinander)
Max. Startgewichtrund 22,9 t
Reisegeschwindigkeitrund 496 km/h
Reichweiterund 1.825 km mit 64 Passagieren
VariantenATP Freighter (ATPF), Jetstream 61 (nicht in Serie)
Statushistorisch – Musterzulassung 2025 zurückgezogen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Tiefdecker: Der Flügel sitzt unten am Rumpf – anders als bei ATR, Dash 8 und Fokker 50
  • Sechsblatt-Propeller mit großem Durchmesser, die vergleichsweise langsam drehen
  • Gepfeiltes Seitenleitwerk mit tief angesetztem Höhenleitwerk – das Erbe der HS 748 in modernerer Form
  • Spitz zulaufende Nase und ein langer, schlanker Rumpf mit vielen kleinen, eng gesetzten Fenstern
  • Rumpf für vier Sitze pro Reihe – sichtbar dicker als bei der Saab 2000 mit drei Sitzen pro Reihe
  • Frachtversion mit großer Frachttür im hinteren Rumpf und oft übermalten oder verschlossenen Fenstern

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Turboprop mit dem Flügel unten am Rumpf, zwei mächtigen Sechsblatt-Propellern und einem schräg gestellten Seitenleitwerk: Wer so ein Flugzeug auf einem alten Foto aus Manchester, Glasgow oder Malmö entdeckt, hat gute Chancen, eine BAe ATP vor sich zu haben. Die „Advanced Turboprop“ war der letzte eigene Regional-Turboprop der britischen Industrie – technisch solide, kommerziell aber ein Außenseiter. Ihre längste und für Spotter prägendste Karriere erlebte sie nicht als Passagierflugzeug, sondern als Nachtfrachter bei West Atlantic. Hier liest du, woher die ATP kommt, woran du sie erkennst und warum sie inzwischen ein rein historischer Typ ist.

Die ATP im Hangar festhalten

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Was ist die BAe ATP?

Die ATP ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop von British Aerospace für rund 64 Passagiere. Sie entstand als Weiterentwicklung der Hawker Siddeley HS 748, eines robusten Turboprops aus den 1960er-Jahren, der mit Rolls-Royce-Dart-Triebwerken in aller Welt unterwegs war. Größenmäßig schloss die ATP die Lücke zwischen der rund 50-sitzigen HS 748 und dem rund 100-sitzigen Vierstrahler BAe 146.

Den Anstoß gaben die Ölkrise von 1979 und der wachsende Druck, Flugzeuge leiser zu machen. British Aerospace setzte deshalb nicht auf einen komplett neuen Entwurf, sondern auf eine gründliche Überarbeitung der HS 748. Anfang 1984 wurde das Projekt öffentlich. Der Rumpf wuchs auf rund 26 Meter, die Spannweite auf gut 30,6 Meter. Statt der Dart-Triebwerke kamen moderne Pratt & Whitney Canada PW126 zum Einsatz, die große, langsam drehende Sechsblatt-Propeller antreiben – gemeinsam mit Hamilton Standard entwickelt und vor allem auf geringen Lärm ausgelegt.

Auch innen änderte sich viel: Das Cockpit bekam Bildschirmanzeigen und eine zentrale Warnanzeige, die Kabine kleinere Fenster in engerem Abstand. Mit der HS 748 teilt die ATP Quellen zufolge nur noch rund 30 Prozent der Bauteile. Der Erstflug fand am 6. August 1986 in Manchester statt, 1988 nahm British Midland die ATP als erste Airline in den Liniendienst.

ATPICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
1986Erstflug am 6. August in Manchester
~65Gebaute Exemplare – ein kleiner Bestand

Gebaut im Nordwesten Englands und in Schottland

Die ATP war ein Produkt der britischen Luftfahrtindustrie im Norden: Rumpf und Flügel entstanden in Chadderton bei Manchester, die Endmontage lief vor allem in Woodford südlich von Manchester und später auch in Prestwick in Schottland. Wer heute den Flughafen Manchester besucht, steht also nur wenige Kilometer von der Stelle entfernt, an der die ATP zum ersten Mal abhob. Einen Überblick über den heutigen Konzern gibt die Seite zu BAE Systems.

Kommerziell hatte die ATP von Anfang an einen schweren Stand. British Aerospace peilte für die Jahre 1987 bis 2002 Berichten zufolge rund 300 Verkäufe an. Der Markt war aber voll: Die ATR 72, die Dash 8 von de Havilland Canada und die Fokker 50 konkurrierten um dieselben Kunden. Am Ende wurden nur rund 65 Exemplare gebaut, je nach Zählweise auch 63.

Ein Rettungsversuch war die Jetstream 61: eine verbesserte ATP mit stärkeren PW127-Triebwerken und bis zu 70 Sitzen, vermarktet unter dem Namen der hauseigenen Jetstream-Familie, zu der auch die kleinere Jetstream 41 gehört. Der erste Serien-J61 flog am 10. Mai 1994 in Prestwick. Im Januar 1995 schloss British Aerospace seine Regionalflugzeug-Sparte mit ATR zu Aero International (Regional) zusammen. Für zwei konkurrierende Turboprops gab es in diesem Verbund keinen Platz: Das J61-Programm wurde gestoppt, die vier gebauten Zellen landeten im Schrott. Kurz darauf endete auch die Fertigung der ATP.

So erkennst du die ATP

Im Vergleich zu den Hochdeckern, die den Regional-Turboprop-Markt heute prägen, fällt die ATP sofort aus dem Rahmen. Vier Schritte führen dich zur sicheren Bestimmung.

Flügel unten

Die ATP ist ein Tiefdecker. Damit scheiden ATR, Dash 8 und Fokker 50 sofort aus – sie tragen ihren Flügel oben auf dem Rumpf.

Propellerblätter zählen

Sechs Blätter pro Propeller und ein großer Durchmesser von gut vier Metern. Die HS 748 hatte deutlich weniger Blätter und einen anderen Klang.

Heck prüfen

Das Seitenleitwerk ist deutlich nach hinten gepfeilt, das Höhenleitwerk sitzt tief am Rumpf. Bei der HS 748 steht die Seitenflosse viel steiler.

Rumpf anschauen

Langer Rumpf, spitze Nase, viele kleine Fenster dicht an dicht. Bei Frachtern sind die Fenster oft verschlossen und hinten sitzt eine große Ladetür.

Besonders charakteristisch ist das Verhältnis von Flügel und Rumpf: Die große Spannweite von über 30 Metern lässt die ATP im Flug fast segelflugzeugartig wirken, während der tief liegende Rumpf am Boden vergleichsweise niedrig steht. Wer generell üben will, Propellermaschinen auseinanderzuhalten, findet im Beitrag Turboprops unterscheiden einen guten Einstieg.

Praxis-Tipp: alte Fotos sauber zuordnen

Viele ATP-Fotos schlummern in Archiven und auf alten Speicherkarten. Notier zu jedem Bild das Kennzeichen – bei britischen Maschinen mit G-, bei den West-Atlantic-Frachtern mit SE- oder G-Präfix. Damit lässt sich die Baunummer und die Geschichte jeder Zelle nachschlagen. Wie das britische Register funktioniert, erklärt der Guide Britische G-Kennzeichen.

Verwechslungsgefahr: So grenzt du ab

Ernsthaft verwechseln lässt sich die ATP vor allem mit anderen Tiefdecker-Turboprops. Der Finder hilft dir bei der Einordnung.

Schnellbestimmung: Tiefdecker mit zwei Turboprops

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

BAe ATP

Tiefdecker, Sechsblatt-Propeller, gepfeiltes Leitwerk und ein Rumpf für vier Sitze pro Reihe – das passt zur ATP. Bei einem Frachter mit verschlossenen Fenstern ist es sehr wahrscheinlich eine ehemalige West-Atlantic-Maschine.

Wahrscheinlich

Hawker Siddeley HS 748

Die kürzere, ältere Vorgängerin mit Dart-Triebwerken. Mehr dazu auf der Seite zur HS 748.

Wahrscheinlich

Saab 2000

Ebenfalls Tiefdecker mit Sechsblatt-Propellern, aber mit schmalem Rumpf für drei Sitze pro Reihe. Details stehen bei der Saab 2000.

Siehst du dagegen einen Hochdecker, bist du bei ganz anderen Typen: Die Dash 8-300 trägt ein T-Leitwerk, die ATR 72 hat ein T-Leitwerk und ein Fahrwerk in Rumpfgondeln. Die kleine Jetstream 41 ist zwar ebenfalls ein britischer Turboprop, aber mit rund 29 Sitzen eine ganz andere Größenklasse.

Karriere im Passagierverkehr

Nach dem Debüt bei bmi British Midland 1988 fand die ATP vor allem in Großbritannien ihre Kunden. British Airways setzte sie auf Regionalstrecken ein, ebenso Loganair, British Regional Airlines und Manx Airlines auf der Isle of Man. Auch British World Airlines setzte den Typ ein.

Außerhalb Großbritanniens blieb die Verbreitung überschaubar. In den USA flog unter anderem Air Wisconsin die ATP als United Express. Auf den Azoren war die ATP bei SATA Air Açores zwischen den Inseln unterwegs, in Asien bei Biman Bangladesh Airlines und der indonesischen Merpati. In Skandinavien übernahm Sun-Air of Scandinavia, Franchisepartner von British Airways, Ende 1997 zwei gebrauchte ATP. Die spanische Air Europa Express kündigte 1998 an, ihre ATP-Flotte von sechs auf zwölf Maschinen zu verdoppeln – ein seltener Wachstumsschub für den Typ. Einen Überblick über die Szene der kleineren Airlines gibt der Beitrag Regionalairlines in Europa.

Zur Geschichte gehören auch zwei schwere Unfälle: Im April 1997 verunglückte eine Merpati-ATP im Anflug auf Tanjung Pandan in Indonesien, 15 Menschen kamen ums Leben. Im Dezember 1999 prallte eine SATA-Maschine auf der Azoreninsel São Jorge gegen einen Berg; alle 35 Menschen an Bord starben. Es war der schwerste Unfall mit dem Typ.

1988British Midland bringt die ATP in den Liniendienst
1995Fusion mit ATR, das Aus für Jetstream 61 und ATP-Fertigung naht
2023West Atlantic fliegt die letzte ATP in Europa

Zweite Karriere als Frachter: West Atlantic

Als die Passagier-Airlines die ATP ab Ende der 1990er-Jahre ausmusterten, begann ihre wichtigste Phase. Im Juli 2000 kündigte British Aerospace das Umbauprogramm ATP Freighter (ATPF) an. Die umgebauten Maschinen erhielten eine große Frachttür, deren Konstruktion von der HS 748 abgeleitet war; laut Programmangaben passten rund 30 Prozent mehr Fracht hinein, bei nur etwa 10 Prozent höheren Betriebskosten. Die ersten sechs Umbauten gingen an West Air Sweden.

Aus West Air Sweden wurde später die Gruppe West Atlantic, und die ATP wurde zu ihrem Markenzeichen. Insgesamt betrieb die Airline 41 ATP(F), gleichzeitig im Einsatz waren nie mehr als 32. Die Frachter flogen vor allem nachts Express- und Frachtaufträge in Skandinavien und darüber hinaus – für Spotter in Schweden, Norwegen und Großbritannien waren sie jahrelang ein vertrauter Anblick bei Dämmerung und in der Nacht. Wie du Frachtmaschinen generell einordnest, erklärt der Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Ab 2016 begann West Atlantic, die ATP-Flotte zu verkleinern, zu verleasen und zu verkaufen. 2018 gingen zwei Frachter an EnComm in Nairobi. Zum Schluss blieben nur noch wenige Maschinen aktiv. In der Nacht zum 24. Februar 2023 flog die SE-LGZ, damals gut 33 Jahre alt, den letzten Umsatzflug von Jönköping nach Oslo-Gardermoen und wurde anschließend nach Malmö überführt. Die meisten ausgemusterten Zellen dienten danach als Ersatzteilspender. Im Markt für kleine Regionalfrachter dominieren heute andere Turboprops; mit der ATR 72-600F gibt es inzwischen sogar eine ab Werk gebaute Frachtversion.

Seltene Typen auf der Wunschliste

Setz Raritäten auf deine Wunschliste im Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein gesuchter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen bei deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Das Ende: Musterzulassung zurückgezogen

Ende 2021 waren weltweit noch rund ein Dutzend ATP als Frachter im kommerziellen Einsatz, die meisten davon bei West Air Sweden, zwei beim indonesischen Betreiber Deraya. Nach dem Rückzug aus Europa flogen die letzten bekannten ATP in Kenia: Der Betreiber EnComm setzte sie unter anderem für Hilfsflüge des Welternährungsprogramms ein.

2025 wurde die Musterzulassung der ATP zurückgezogen; die britische Luftfahrtbehörde CAA veröffentlichte dazu eine entsprechende Mitteilung. Ohne gültige Zulassung dürfen die verbleibenden Flugzeuge nicht mehr fliegen. Der kenianische Betreiber kritisierte den Schritt öffentlich. Für Spotter bedeutet das: Die ATP ist ein rein historischer Typ. Was bleibt, sind abgestellte Zellen, Ersatzteilspender und Erinnerungsfotos.

Realistische Chancen

  • Archivfotos: eigene Aufnahmen aus den 1990er- bis 2020er-Jahren digitalisieren und dokumentieren
  • Fotodatenbanken: Geschichte einzelner Kennzeichen nachverfolgen
  • Erinnerungen der Community: Spotter aus Skandinavien und Großbritannien teilen ihre ATP-Bilder

Mit Glück

  • Abgestellte Zellen auf Flughäfen, die als Ersatzteilspender dienen
  • Ausbildungs- oder Schulungszellen
  • Rumpfteile oder Cockpits bei Sammlern und Museen

Nicht mehr möglich

  • Linienflüge mit Passagieren
  • Nachtfrachtumläufe von West Atlantic
  • Fliegende ATP im Anflug – seit 2025 ohne Zulassung

Abgestellte Zellen verschwinden schnell

Flugzeuge ohne Zulassung werden meist zerlegt. Was heute noch auf einer Abstellfläche steht, kann in wenigen Monaten verschrottet sein. Verlass dich nicht auf alte Forenlisten, sondern prüf aktuelle Berichte, bevor du eine Tour planst. Hintergründe liefert der Beitrag Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.

Spotting-Tipps: die ATP im Archiv und am Boden

Auch wenn keine ATP mehr fliegt, lohnt sich der Typ für Spotter – vor allem als Sammlerstück. Viele haben in Skandinavien oder Großbritannien irgendwann eine West-Atlantic-ATP fotografiert, ohne es damals besonders wichtig zu finden. Genau diese Bilder sind heute wertvoll.

Archiv durchsuchen

Filter deine Fotosammlung nach Flughäfen in Skandinavien und Großbritannien. Achte auf Tiefdecker mit sechs Propellerblättern und weißen Frachtrümpfen.

Kennzeichen notieren

Über das Kennzeichen findest du Baunummer, Betreiberhistorie und Verbleib heraus – das macht aus einem Schnappschuss einen dokumentierten Eintrag.

Abgestellte Maschinen

Fotografier nur von öffentlich zugänglichen Standorten aus. Abstellflächen liegen fast immer im Sicherheitsbereich.

Propeller richtig zeigen

Bei alten Aufnahmen im Flug verrät die Verschlusszeit, ob die Propeller „eingefroren“ wirken. Tipps dazu stehen in Propeller fotografieren.

Mit Planetrack hältst du solche Funde im Hangar fest: Du postest das Foto mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen, und die Community kommentiert, ergänzt und liked deine Rarität. Wie du Sichtungen sauber dokumentierst, erklärt Sichtungen dokumentieren im Logbuch. Weitere Ideen für die Jagd nach ungewöhnlichen Typen findest du unter Seltene Flugzeuge spotten.

Deine ATP-Sichtung dokumentiert?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe meine Fotoarchive nach ATP-Aufnahmen durchsucht.
  • Zu jedem Foto kenne ich Kennzeichen, Datum und Flughafen.
  • Ich habe die Betreiberhistorie der Maschine nachgeschlagen.
  • Ich weiß, ob es sich um eine Passagier- oder Frachtversion handelt.
  • Die Sichtung ist in meinem Logbuch oder Hangar eingetragen.

Technik-Exkurs: Warum sechs Blätter?

Die Sechsblatt-Propeller waren das auffälligste Merkmal der ATP und zugleich ihr wichtigstes Verkaufsargument. Mehr Blätter erlauben es, die gleiche Leistung bei geringerer Drehzahl und mit kleinerer Blattspitzengeschwindigkeit zu übertragen – das senkt den Lärm in Kabine und Umgebung. Mit einem Durchmesser von gut vier Metern und rund 1.980 Kilowatt pro Triebwerk war die ATP auf leise Anflüge an stadtnahe Flughäfen ausgelegt.

Im Reiseflug erreichte die ATP etwa 496 km/h. Mit 64 Passagieren betrug die Reichweite rund 1.825 Kilometer – genug für typische Regionalstrecken, aber nicht genug, um sich gegen die schnell wachsenden ATR- und Dash-8-Familien durchzusetzen. Als Frachter profitierte die ATP später vom vergleichsweise geräumigen Rumpf mit vier Sitzen pro Reihe.

Fazit

Die BAe ATP ist ein Stück britische Luftfahrtgeschichte: eine konsequent modernisierte HS 748 mit sechs Propellerblättern, gepfeiltem Leitwerk und Tiefdecker-Layout. Im Passagierverkehr blieb sie ein Nischenflugzeug, als Frachter bei West Atlantic aber über zwei Jahrzehnte eine feste Größe in Skandinavien und Großbritannien. Seit dem letzten europäischen Flug 2023 und der zurückgezogenen Musterzulassung 2025 ist sie Geschichte – und jedes Foto davon ein kleiner Schatz.

Kurzfazit

Tiefdecker, sechs Propellerblätter, gepfeiltes Seitenleitwerk: Das ist die ATP. Fliegend siehst du sie nicht mehr – aber im eigenen Archiv, in Fotodatenbanken und auf Abstellflächen lebt der britische Turboprop weiter.

Zusammenfassung

  • Die BAe ATP (Advanced Turboprop) war der Versuch von British Aerospace, die bewährte HS 748 für die Ära leiser, sparsamer Regional-Turboprops fit zu machen.
  • Ab 1988 flog sie im Passagierverkehr bei British Midland, British Airways, Loganair, SATA Air Açores, Biman, Air Wisconsin und weiteren Airlines.
  • Ab den 2000er-Jahren wanderte der Großteil der Flotte in den Frachtverkehr, allen voran zu West Air Sweden, später West Atlantic.
  • Für Spotter ist die ATP heute ein historischer Typ: Fotos, Logbuch-Einträge und abgestellte Zellen sind das, was bleibt.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die BAe ATP?

Die ATP läuft unter dem Typcode ATP. Ihre Vorgängerin, die HS 748, hat einen eigenen Code, ebenso die kleinere Jetstream 41. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.

Wofür steht ATP?

ATP steht für Advanced Turboprop. Der Name unterstrich den Anspruch von British Aerospace, mit dem Typ einen modernen, leisen und sparsamen Nachfolger der HS 748 anzubieten.

Wie viele BAe ATP wurden gebaut?

Es entstanden rund 65 Exemplare; manche Quellen nennen 63, je nachdem, ob Prototypen mitgezählt werden. Dazu kamen vier Zellen der weiterentwickelten Jetstream 61, die nie in Dienst gingen und verschrottet wurden.

Wann flog West Atlantic die letzte ATP?

Den letzten Umsatzflug flog West Atlantic Sweden in der Nacht zum 24. Februar 2023 mit der SE-LGZ von Jönköping nach Oslo-Gardermoen. Danach wurde die Maschine nach Malmö überführt. Insgesamt hatte die Airline 41 ATP(F) betrieben.

Fliegt heute noch eine BAe ATP?

Nach heutigem Stand nein. 2025 wurde die Musterzulassung zurückgezogen. Damit mussten auch die letzten Frachter in Kenia am Boden bleiben, die zuvor unter anderem Hilfsgüter transportiert hatten. Abgestellte oder erhaltene Zellen sind die einzige Chance auf ein Foto.

Wie unterscheide ich ATP und Saab 2000?

Beide sind Tiefdecker mit Sechsblatt-Propellern. Die ATP hat jedoch einen deutlich dickeren Rumpf für vier Sitze pro Reihe und viele kleine, eng gesetzte Fenster. Die Saab 2000 wirkt mit drei Sitzen pro Reihe auffällig schlank.

Was war die Jetstream 61?

Die Jetstream 61 war eine verbesserte ATP mit stärkeren PW127-Triebwerken und bis zu 70 Sitzen. Der erste Serien-J61 flog im Mai 1994 in Prestwick. Nach der Fusion der Regionalflugzeug-Sparte mit ATR zu Aero International (Regional) wurde das Programm 1995 eingestellt.

BAe ATP sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

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Tiefdecker, zwei pfeifende Rolls-Royce-Dart-Turboprops und ein Fahrwerk für Schotterpisten: Die HS 748 war Großbritanniens Antwort auf die Fokker F27 – als Airliner, Frachter und Militärtransporter. Heute ist sie ein seltener Fang.

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Kein einziges Kabinenfenster, ein riesiges Tor vorn am Rumpf und FedEx-Farben am Leitwerk: Die ATR 72-600F ist der einzige ab Werk gebaute Regionalfrachter mit Propellern. So erkennst du sie und so unterscheidest du sie von umgebauten ATR-Frachtern.

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TT

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