Das Wichtigste in Kürze
- Deutsche Aircraft ist der Erbe der Dornier 328: Die Firma ging aus der 328 Support Services hervor, die 2006 die Musterzulassung übernahm, und gehört seit 2015 der Sierra Nevada Corporation.
- Die D328eco ist eine gestreckte 328 mit bis zu 40 Sitzen, laut Hersteller 2,2 Meter längerem Rumpf und Triebwerken vom Typ PW127XT-S von Pratt & Whitney Canada.
- Zwei Standorte, zwei Rollen: In Oberpfaffenhofen sitzen Entwicklung, Flugerprobung und Zulassung, am Flughafen Leipzig/Halle steht seit 29. September 2026 die Endmontagelinie.
- Stand Oktober 2026 ist die D328eco noch in der Erprobung: Testflugzeug TAC 1 ist seit Mai 2025 ausgerollt, die Erstflugkampagne steht laut Hersteller als nächster großer Schritt an.
- Für Spotter heißt das: Heute siehst du vor allem die klassische Dornier 328 und die 328JET – Typcodes D328 und J328.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Kundendienst zum Flugzeughersteller
- 8.Die D328eco: eine gestreckte 328 für 40 Passagiere
- 9.Mehr als ein Passagierflugzeug: D328MR und Sondermissionen
- 10.Oberpfaffenhofen: Entwicklung, Erprobung, Zulassung
- 11.Leipzig/Halle: das neue Werk der D328eco
- 12.Kunden und Markt
- 13.So erkennst du die 328-Familie im Feld
- 14.Wo du Dornier 328 heute spottest
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle in der Branche | Hersteller von Regional-Turboprops – nach eigener Angabe der einzige deutsche Hersteller von Regionalverkehrsflugzeugen |
|---|---|
| Eigentümer | Sierra Nevada Corporation (SNC) aus den USA, seit 2015 Eigentümerin der Vorgängerfirma 328 Support Services |
| Sitz | Weßling in Oberbayern, am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen südwestlich von München |
| Standorte | Oberpfaffenhofen (Entwicklung, Flugerprobung, Zulassung, Kundendienst) und Flughafen Leipzig/Halle (Endmontage der D328eco) |
| Geschäftsführung | CEO Nico Neumann (Stand Oktober 2026) |
| Herkunft | Hervorgegangen aus der 328 Support Services GmbH, die 2006 die Musterzulassung der Dornier 328 übernahm; Firmierung als Deutsche Aircraft GmbH seit 2021 |
| Neues Programm | D328eco – gestreckte Weiterentwicklung der Dornier 328 mit bis zu 40 Sitzen und Pratt & Whitney Canada PW127XT-S |
| Bestandsflotte | Betreuung von Dornier 328 (Turboprop) und 328JET mit Ersatzteilen, Technik und Training; dazu Multi-Role-Variante D328MR |
| Werk Leipzig/Halle | Eröffnet am 29. September 2026, rund 60.500 m², laut Hersteller Kapazität für bis zu 48 Flugzeuge pro Jahr |
| Erstkunde D328eco | Private Wings aus Berlin, Absichtserklärung über fünf Flugzeuge |
| Offizielle Website | www.deutscheaircraft.com |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Deutsche Aircraft aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Deutsche Aircraft
- Eine Dornier 328 am schlanken Rumpf, dem Hochdecker-Flügel und dem T-Leitwerk erkannt
- Die 328 von einer ATR 42 unterschieden – sie wirkt schmaler und gestreckter, mit langer, spitzer Nase
- Eine 328JET mit zwei Strahltriebwerken unter den Flügeln gesehen – dieselbe Zelle, aber ohne Propeller
- Den ICAO-Typcode (D328 für den Turboprop, J328 für den Jet) im Tracking-Dienst abgeglichen
- Ein Flugzeug in Hersteller- oder Testlackierung rund um Oberpfaffenhofen oder Leipzig/Halle erwischt
- Eine 328 von Private Wings fotografiert – dem Erstkunden der D328eco
- Das Kennzeichen notiert, um Bestandsflugzeug und Testträger sauber auseinanderzuhalten
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Seltener Hersteller mit deutschem Bezug – jede 328-Sichtung ist ein kleines Highlight
- Zwei klar getrennte Standorte mit eigenem Charakter: Erprobung in Bayern, Endmontage in Sachsen
- Testträger und Prototypen bringen Exoten ins Logbuch, die es nur einmal gibt
- Die Bestandsflotte fliegt in Europa bei Charter- und Regionalbetreibern, in den USA sogar beim Militär
- Leipzig/Halle ist ohnehin ein Spotter-Ziel – das Werk ist ein Grund mehr für einen Besuch
Wo es hakt
- Die D328eco ist Stand Oktober 2026 noch nicht im Liniendienst – Testflüge lassen sich kaum planen
- Oberpfaffenhofen ist ein Sonderflughafen ohne Linienverkehr und ohne offiziellen Spotterbereich
- Die Dornier 328 ist mit gut 100 gebauten Turboprops ohnehin ein seltenes Muster
- Die Turboprop-Fertigung der ursprünglichen 328 endete 1999, die Flotte schrumpft
- Zeitpläne der D328eco haben sich mehrfach verschoben – verlass dich nicht auf ältere Angaben
Stand: Oktober 2026 – Wenn in Deutschland von Flugzeugbau die Rede ist, denken die meisten an Airbus in Hamburg oder an Zulieferer, die Teile für große Jets fertigen. Einen eigenen deutschen Hersteller kompletter Verkehrsflugzeuge gibt es dagegen nur einen: Deutsche Aircraft. Die Firma aus Oberpfaffenhofen hält die Rechte an der Dornier 328, betreut deren weltweite Flotte und baut auf ihrer Basis die D328eco – einen gestreckten Turboprop für 40 Passagiere. Seit Ende September 2026 hat das Programm am Flughafen Leipzig/Halle sein eigenes Werk. Für dich als Spotter ist das eine seltene Gelegenheit, ein Flugzeugprogramm vom Prototyp an zu begleiten.
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Vom Kundendienst zum Flugzeughersteller
Um Deutsche Aircraft zu verstehen, musst du einen Schritt zurückgehen. Am 6. Dezember 1991 hob in Oberpfaffenhofen der erste Prototyp der Dornier 328 ab, eines Hochdecker-Turboprops für gut 30 Passagiere. Im Oktober 1993 ging das Muster in den Liniendienst, später folgte mit der 328JET eine Version mit Strahltriebwerken. Die Geschichte des Herstellers dahinter, der damals zu Fairchild Dornier gehörte, endete abrupt: Im April 2002 meldete Fairchild Dornier Insolvenz an. Die Rechte an der 328 gingen zunächst an AvCraft Aviation, die ebenfalls nach kurzer Zeit aufgeben musste. Vom Turboprop entstanden insgesamt nur gut 100 Exemplare.
Die Flugzeuge flogen aber weiter – und brauchten Ersatzteile, technische Unterstützung und jemanden, der für ihre Lufttüchtigkeit geradesteht. Diese Rolle übernahm die 328 Support Services GmbH, die 2006 die Musterzulassung der Dornier 328 erwarb. Von Oberpfaffenhofen aus versorgte sie die verbliebenen Betreiber, und 2015 kaufte die US-amerikanische Sierra Nevada Corporation (SNC) das Unternehmen. Damit hatte der kleine Kundendienst plötzlich einen finanzstarken Eigentümer im Rücken, der das Flugzeug selbst kennt: SNC ist eng mit den Dornier 328 verbunden, die die US Air Force als C-146A Wolfhound für Spezialkräfte nutzt.
Aus der Idee, die 328 nicht nur zu pflegen, sondern neu aufzulegen, wurde um 2019/2020 ein konkretes Projekt mit dem Namen D328eco. Im Dezember 2020 trat die Firma unter der Marke Deutsche Aircraft als Flugzeughersteller auf, und im September 2021 folgte die Umfirmierung zur Deutsche Aircraft GmbH. Heute beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehrere Hundert Menschen aus Dutzenden Nationen; an der Spitze steht CEO Nico Neumann.
Wer sich für die Ursprünge interessiert, findet die lange Geschichte des Namens Dornier – von den Flugbooten bis zum Regionalflugzeug – auf der Seite zum Hersteller Dornier und im Dornier Museum Friedrichshafen.
Die D328eco: eine gestreckte 328 für 40 Passagiere
Die D328eco ist keine komplette Neukonstruktion, sondern eine gründlich überarbeitete Dornier 328. Das hat Vorteile: Die Grundzelle hat sich über Jahrzehnte bewährt, und viele Erfahrungen aus dem Betrieb fließen direkt in die neue Version. Gleichzeitig ändert Deutsche Aircraft an den entscheidenden Stellen fast alles.
| Merkmal | Dornier 328 (Turboprop) | D328eco |
|---|---|---|
| Sitze | typisch rund 30–33 | bis zu 40 |
| Rumpf | Basislänge | laut Hersteller um 2,2 m gestreckt |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW119 | 2 × Pratt & Whitney Canada PW127XT-S |
| Cockpit | Glascockpit der 1990er-Jahre | Garmin G5000 PRIME mit Touchscreens |
| Kraftstoff | konventionelles Kerosin | ausgelegt auf 100 % nachhaltigen, synthetischen Kraftstoff (Power-to-Liquid) |
| ICAO-Typcode | D328 | noch nicht im Linienbetrieb |
| Status | Turboprop-Fertigung 1999 beendet, Flotte in Betrieb | in Erprobung, Endmontage in Leipzig |
Am auffälligsten ist der längere Rumpf. Durch die Streckung wächst die Kabine auf bis zu 40 Sitze – rund ein Fünftel mehr als beim Original. Die Druckkabine hält laut Hersteller eine Kabinenhöhe von 8.000 Fuß bei höherer Reisegeschwindigkeit. Neu sind auch die Triebwerke: Die PW127XT-S stammen aus derselben Familie wie die Antriebe neuer ATR-Flugzeuge, sind aber auf die D328eco zugeschnitten. Im Cockpit setzt Deutsche Aircraft auf ein Avioniksystem von Garmin, das mit Touchscreens bedient wird.
Der Name „eco“ verweist auf das zweite große Ziel: Die D328eco ist dafür ausgelegt, mit nachhaltigem Flugkraftstoff zu fliegen, und zwar auch vollständig mit synthetischem Kraftstoff aus erneuerbarem Strom. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat das Unternehmen dazu Messflüge mit einem Dornier 328 durchgeführt, der mit vollsynthetischem Kraftstoff betrieben wurde. Mit einem weiteren umgebauten Testträger namens D328ALPHA forscht die Firma außerdem an elektrischen Antrieben, Brennstoffzellen und Wasserstoffspeichern.
Die Typenseiten im Detail
Maße, Varianten und Erkennungsmerkmale der Vorbilder findest du auf den Seiten zur Dornier 328 und zur 328JET. Wie du Turboprops generell auseinanderhältst, erklärt der Beitrag Turboprops unterscheiden.
Mehr als ein Passagierflugzeug: D328MR und Sondermissionen
Neben der Passagierversion vermarktet Deutsche Aircraft die D328MR, eine Multi-Role-Variante für Behörden und Spezialaufgaben. Der Hersteller nennt Einsatzfelder wie Überwachung, Katastrophenhilfe, medizinische Evakuierung und Brandbekämpfung aus der Luft. Dazu passt, dass die D328eco eine große, im Flug bedienbare Tür und eine modulare Kabine bekommt. Im Juni 2026 hat das Unternehmen auf der ILA in Berlin außerdem eine unbemannte Komponente vorgestellt, die gemeinsam mit der Sierra Nevada Corporation entwickelt wurde und die D328MR ergänzt.
Für dich ist diese Sparte vor allem deshalb interessant, weil sie das Spektrum der Dornier-328-Familie erweitert. Schon heute fliegen 328 nicht nur bei Charter- und Regionalairlines, sondern auch bei Militär und Behörden – das bekannteste Beispiel ist die C-146A der US Air Force. Wer Messen besucht, hat gute Chancen, Deutsche Aircraft am Stand zu treffen: Das Unternehmen war 2026 sowohl auf der AERO Friedrichshafen als auch auf der ILA Berlin vertreten.
Oberpfaffenhofen: Entwicklung, Erprobung, Zulassung
Der Stammsitz liegt in Weßling am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen, rund 20 Kilometer südwestlich von München. Der Platz hat eine lange Luftfahrttradition: Hier hat Dornier jahrzehntelang Flugzeuge gebaut, und hier flog 1991 auch die erste 328. Heute sitzen in Oberpfaffenhofen Entwicklung, Flugerprobung und Zulassung der D328eco sowie der Kundendienst, der die weltweite Flotte der Dornier 328 mit Ersatzteilen und Technik versorgt. Auch das DLR ist mit einem großen Standort und eigenen Forschungsflugzeugen vor Ort.
Am 28. Mai 2025 rollte hier TAC 1 aus der Halle, das erste Testflugzeug der D328eco. Für das Programm war das ein wichtiger Meilenstein, weil damit erstmals ein Flugzeug in der neuen Konfiguration zu sehen war. Den Erstflug der D328eco selbst meldet der Hersteller bis Oktober 2026 noch nicht; die Erstflugkampagne bezeichnet Deutsche Aircraft in seinen Mitteilungen als nächsten großen Schritt.
Parallel läuft die Zulassung einzelner Systeme. Ab dem 5. August 2026 erprobte ein umgebauter klassischer D328 als Testträger das neue Fahrwerk. Nach Rolltests mit niedriger und hoher Geschwindigkeit absolvierte er laut Hersteller fünf Entwicklungsflüge; zusammen mit den Bodentests kam das neue Fahrwerk auf mehr als 15 Stunden Erprobung. Wichtig dabei: Deutsche Aircraft hat den Fahrwerkslieferanten gewechselt und sich die vollen Rechte an der Konstruktion gesichert. Das Fahrwerk ist für die D328eco bestimmt und soll laut Hersteller mit der Plattform der Bestandsflotte vereinheitlicht werden. Als nächste Testschritte nennt der Hersteller Bremsweg-, Seitenwind- und Lenkversuche sowie Erprobungen auf unbefestigten Pisten.
Oberpfaffenhofen ist kein Verkehrsflughafen
Am Sonderflughafen gibt es keinen Linienverkehr und keinen offiziellen Spotterbereich. Das Gelände ist Werks- und Forschungsgelände – Zäune, Betretungsverbote und Hinweise des Betreibers gelten ausnahmslos, auch für Drohnen. Was beim Fotografieren rund um Flugplätze erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Leipzig/Halle: das neue Werk der D328eco
Den zweiten Standort hat Deutsche Aircraft in Sachsen aufgebaut. Am Flughafen Leipzig/Halle entstand ein Werk mit Endmontagelinie, einer Halle für die Flugbereitschaft der fertigen Maschinen, einem Logistikzentrum und einem Verwaltungsgebäude. Nach Richtfest im November 2025 wurde es am 29. September 2026 offiziell eröffnet – mit Vertretern von Bund und Land, darunter Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter; Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach per Video.
Die Eckdaten laut Hersteller: rund 60.500 Quadratmeter Fläche, eine Investition von mehr als 100 Millionen Euro, eine Kapazität von bis zu 48 Flugzeugen pro Jahr und rund 250 direkte Arbeitsplätze, die mit dem Hochlauf der Produktion entstehen. Seitdem folgen Schritt für Schritt die Ausrüster: Anfang Oktober 2026 übergab Jungheinrich ein automatisiertes Lager mit mehr als 6.500 Behälterplätzen, Bosch liefert die Sicherheitstechnik für das Gelände.
| Standort | Aufgabe | Was du dort sehen kannst |
|---|---|---|
| Oberpfaffenhofen | Entwicklung, Flugerprobung, Zulassung, Kundendienst | Testflugzeuge und Testträger, Bestands-328 in der Wartung – nur von öffentlichen Wegen aus |
| Leipzig/Halle | Endmontage, Flugbereitschaft, Logistik | Mit dem Produktionsstart neue D328eco – dazu der dichte Frachtverkehr des Flughafens |
| Weltweit bei Betreibern | Linien-, Charter-, Militär- und Behördeneinsätze | Dornier 328 und 328JET im Alltag |
Für Spotter ist Leipzig/Halle ohnehin eine Reise wert. Der Flughafen ist das europäische Drehkreuz von DHL und einer der größten Frachtflughäfen Europas, nachts herrscht dort reger Verkehr mit Großraumfrachtern. Was du dort siehst und wo du stehst, beschreiben die Seite zum Flughafen Leipzig/Halle, der Spot-Guide zur Besucherterrasse und der Beitrag Planespotting in Leipzig/Halle.
Keinen Testflug in Leipzig verpassen
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Kunden und Markt
Der erste Kunde der D328eco kommt aus Deutschland: Private Wings aus Berlin, einer der größten Betreiber der Dornier 328 weltweit, hat eine Absichtserklärung über fünf Flugzeuge unterzeichnet. Das ist naheliegend, denn wer die 328 bereits fliegt, kennt das Flugzeug und kann Piloten und Technik vergleichsweise leicht auf die neue Version umstellen. Weitere Kunden hat Deutsche Aircraft bis Oktober 2026 nicht namentlich genannt.
Mit Messeauftritten unter anderem in Australien, Kanada und Afrika zeigt der Hersteller, wo er Potenzial sieht: in Regionen mit dünnen Strecken, kurzen Pisten und Flugzeugen, die ersetzt werden müssen. Die Konkurrenz ist überschaubar, aber stark. Die ATR 42-600 bedient eine ähnliche Größenklasse und ist weltweit verbreitet. Ältere Muster wie die Saab 340 oder die frühen Dash 8 von De Havilland Canada werden nicht mehr gebaut – genau deren Nachfolge peilt die D328eco an.
Ein ehrlicher Blick gehört dazu: Der Zeitplan ist mehrfach gerutscht. Anfang 2021 war die Indienststellung noch für 2025 vorgesehen, später für 2026; in Mitteilungen aus dem Frühjahr 2026 nennt der Hersteller 2027. Als Gründe wurden unter anderem neue Zulassungsanforderungen genannt. Deutsche Aircraft selbst betont, die Industrialisierung bewusst an den Fortschritt der Zulassung zu koppeln. Wie belastbar der aktuelle Zeitplan ist, wird sich mit dem Erstflug zeigen.
Was für die D328eco spricht
- Bewährte Grundzelle mit jahrzehntelanger Betriebserfahrung
- Erstkunde mit großer 328-Flotte und eigenem Know-how
- Eigenes, neues Werk mit Kapazität für eine Serienfertigung
Was offen ist
- Erstflug und Zulassung stehen Stand Oktober 2026 noch aus
- Bislang nur eine öffentlich benannte Absichtserklärung
- Starker, etablierter Wettbewerber in derselben Größenklasse
So erkennst du die 328-Familie im Feld
Solange die D328eco noch nicht im Liniendienst fliegt, triffst du die Familie vor allem in Form der klassischen 328 und der 328JET. Beide sind selten, aber mit wenigen Merkmalen sicher zu bestimmen.
Grundform prüfen
Hochdecker mit T-Leitwerk und schlankem, langem Rumpf. Die Nase ist auffallend lang und spitz – viel spitzer als bei der ATR.
Antrieb ansehen
Propeller unter den Flügeln heißt Dornier 328 (Turboprop). Zwei Strahltriebwerke an Pylonen unter den Flügeln heißt 328JET.
Mit ATR 42 vergleichen
Die ATR 42 hat einen dickeren Rumpf und eine stumpfere Nase. Die 328 wirkt daneben fast wie ein Businessjet mit Propellern.
Typcode abgleichen
Im Tracking-Dienst steht D328 für den Turboprop und J328 für den Jet. Damit trennst du die beiden auch, wenn du nur ein Rufzeichen siehst.
Kennzeichen notieren
Gerade bei Testträgern und umgebauten Flugzeugen ist das Kennzeichen der einzige verlässliche Hinweis, was du gerade gesehen hast.
Die gestreckte D328eco wirst du am längeren Rumpf erkennen – der Unterschied von gut zwei Metern fällt vor allem im direkten Vergleich auf. Bis sie regelmäßig fliegt, ist jede Sichtung eines Testflugzeugs ein echtes Highlight. Typische Merkmale von Prototypen wie Hauslackierung und Werkskennzeichen erklären die Beiträge Hauslackierungen von Testflugzeugen und Testkennzeichen von Herstellern.
Wo du Dornier 328 heute spottest
Die Bestandsflotte ist klein, aber über viele Länder verteilt. In Deutschland ist Private Wings der bekannteste Betreiber; ihre 328 und 328JET sind vor allem auf Charter- und Ad-hoc-Flügen unterwegs und tauchen deshalb an wechselnden Flughäfen auf. In anderen Ländern Europas und in Nordamerika fliegen weitere 328 bei kleineren Regional- und Charterbetreibern, in den USA dazu die C-146A der Luftwaffe. Feste Linienkurse, auf die du dich verlassen kannst, sind die Ausnahme.
Deshalb lohnt sich eine systematische Strategie. Filtere im Tracking-Dienst nach D328 und J328 und achte auf Flüge in Richtung Oberpfaffenhofen – dort landen 328 regelmäßig zur Wartung oder für Testarbeiten. An großen Flughäfen wie München sind 328 eher Gäste der Allgemeinen Luftfahrt und parken oft abseits der Terminals. Mehr Tipps für die Jagd nach Raritäten findest du unter Seltene Flugzeuge spotten, und für scharfe Propellerbilder hilft der Beitrag Propeller fotografieren.
Deutsche Aircraft lohnt sich für dich, wenn …
- du seltene Typen und Prototypen sammelst
- du ohnehin nach Leipzig/Halle oder ins Münchner Umland fährst
- du ein Flugzeugprogramm von Anfang an verfolgen willst
Bedingt, wenn …
- du nur planbare Linienflüge fotografieren willst
- du auf feste Termine angewiesen bist – Testflüge folgen keinem Flugplan
Eher woanders, wenn …
- du große Jets und hohe Bewegungszahlen suchst
- du einen offiziellen Spotterbereich direkt am Werk erwartest
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Fazit
Deutsche Aircraft ist eine ungewöhnliche Geschichte: ein Kundendienst für ein fast vergessenes Regionalflugzeug, der sich zum Hersteller weiterentwickelt hat. Mit der D328eco, dem Stammsitz in Oberpfaffenhofen und dem neuen Werk in Leipzig/Halle hat das Unternehmen die Grundlagen für eine Serienfertigung gelegt. Ob der Plan aufgeht, entscheiden die nächsten Schritte – Erstflug, Zulassung und weitere Kunden.
Für dich als Spotter ist genau das der Reiz. Die klassischen 328 und 328JET sind heute schon seltene Gäste, und die Testflugzeuge der D328eco gibt es nur in sehr kleiner Zahl. Wer Typcodes, Kennzeichen und die beiden Standorte im Blick behält, kann die Entstehung eines deutschen Verkehrsflugzeugs aus nächster Nähe verfolgen.
Kurzfazit
Deutsche Aircraft ist der Erbe der Dornier 328 und baut mit der D328eco eine gestreckte Version für 40 Passagiere. Entwicklung in Oberpfaffenhofen, Endmontage in Leipzig/Halle – Stand Oktober 2026 steht der Erstflug noch aus. Bis dahin sind D328 und J328 deine Ziele im Logbuch.
Zusammenfassung
- Deutsche Aircraft führt die Linie der Dornier 328 weiter: erst als Kundendienst für die Bestandsflotte, inzwischen als Hersteller einer modernisierten, gestreckten Version.
- Die D328eco bietet bis zu 40 Sitze, neue Triebwerke, ein Garmin-Cockpit und ist auf den Betrieb mit nachhaltigem, synthetischem Kraftstoff ausgelegt.
- Mit der Eröffnung des Werks in Leipzig/Halle im September 2026 hat das Programm seine industrielle Basis; Erstflug, Zulassung und Indienststellung stehen noch aus.
- Spotter finden heute vor allem die klassischen 328 und 328JET – und mit Glück einen Testträger rund um Oberpfaffenhofen oder Leipzig.
Häufige Fragen
Was ist Deutsche Aircraft?
Ein Flugzeughersteller mit Sitz in Weßling am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bei München. Er betreut die Flotte der Dornier 328 und 328JET und entwickelt mit der D328eco eine modernisierte, gestreckte Version des Turboprops. Nach eigener Aussage ist Deutsche Aircraft der einzige deutsche Hersteller von Regionalverkehrsflugzeugen.
Gehört Deutsche Aircraft zu Dornier?
Nicht im rechtlichen Sinn. Die Firma ist aus der 328 Support Services hervorgegangen, die 2006 die Musterzulassung der Dornier 328 übernommen hat, nachdem Fairchild Dornier 2002 insolvent gegangen war. Eigentümerin ist seit 2015 die US-amerikanische Sierra Nevada Corporation. Die Geschichte des Namens Dornier erzählt die Seite zum Hersteller Dornier.
Wie viele Sitze hat die D328eco?
Bis zu 40. Damit bietet sie rund ein Fünftel mehr Plätze als die ursprüngliche Dornier 328, die typischerweise gut 30 Passagiere befördert. Möglich macht das ein laut Hersteller um 2,2 Meter verlängerter Rumpf.
Welche Triebwerke hat die D328eco?
Zwei Turboprops vom Typ PW127XT-S von Pratt & Whitney Canada. Sie gehören zur selben Triebwerksfamilie, die auch in neuen Flugzeugen von ATR steckt, sind aber an die D328eco angepasst. Die klassische Dornier 328 fliegt dagegen mit Triebwerken vom Typ PW119.
Wo wird die D328eco gebaut?
Die Endmontage läuft am Flughafen Leipzig/Halle. Das Werk wurde am 29. September 2026 eröffnet, ist rund 60.500 Quadratmeter groß und laut Deutsche Aircraft auf bis zu 48 Flugzeuge pro Jahr ausgelegt. Entwicklung, Flugerprobung und Zulassung bleiben in Oberpfaffenhofen.
Ist die D328eco schon geflogen?
Stand Oktober 2026 meldet der Hersteller noch keinen Erstflug der D328eco selbst. Das erste Testflugzeug TAC 1 wurde im Mai 2025 ausgerollt; seit August 2026 erprobt ein umgebauter D328-Testträger das neue Fahrwerk. Die Erstflugkampagne bezeichnet Deutsche Aircraft als nächsten großen Schritt.
Wann geht die D328eco in Dienst?
Ursprünglich war die Indienststellung für 2025 vorgesehen, später für 2026. In Mitteilungen aus dem Frühjahr 2026 nennt der Hersteller 2027 als Ziel. Weil Zulassungsprogramme oft länger dauern als angekündigt, verstehst du solche Termine am besten als Richtwert.
Wer hat die D328eco bestellt?
Erstkunde ist Private Wings aus Berlin, einer der größten Betreiber der Dornier 328. Die Gesellschaft hat eine Absichtserklärung über fünf D328eco unterzeichnet. Weitere Kunden hat Deutsche Aircraft bis Oktober 2026 nicht öffentlich benannt.
Wie erkenne ich eine Dornier 328?
Am schlanken Rumpf mit langer, spitzer Nase, am Hochdecker-Flügel und am T-Leitwerk. Im Vergleich zur ATR 42 wirkt die 328 deutlich schmaler. Die Jet-Version 328JET hat dieselbe Grundform, trägt aber zwei Strahltriebwerke unter den Flügeln. Im Tracking-Dienst helfen die Typcodes D328 und J328.
Sichtungen rund um Deutsche Aircraft sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Typische Flugzeuge
Dornier 328
Schlanker Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter pro Seite und erstaunlich schnell: Die Dornier 328 ist das letzte komplett in Deutschland entwickelte Verkehrsflugzeug. So erkennst du den seltenen Turboprop aus Oberpfaffenhofen.
FlugzeugtypFairchild Dornier 328JET
Ein Jet mit Flügel oben auf dem Rumpf, zwei Triebwerken darunter und T-Leitwerk: Die 328JET aus Oberpfaffenhofen ist einer der seltensten Regionaljets überhaupt. So erkennst du sie, und hier fliegt sie heute.
FlugzeugtypDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
FlugzeugtypATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
FlugzeugtypSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
FlugzeugtypDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
Spotting-Spots rund um Deutsche Aircraft
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle
Der alte Tower zwischen Passagierterminal und General Aviation Terminal ist die klassische Besucherterrasse am Frachtdrehkreuz Leipzig/Halle. Was du von dort siehst, warum du vor der Anreise den Status prüfen musst und welche legalen Alternativen es am Flughafen gibt.
SpotterhügelBesucherhügel am Flughafen München
Der bekannteste Aussichtspunkt am Lufthansa-Drehkreuz München: Vom Besucherhügel im Besucherpark blickst du erhöht über das Flughafengelände – mit eigener S-Bahn-Haltestelle direkt nebenan.
Weitere Einträge
Dornier
Vom Bodensee in die Welt: Dornier baute Metallflugboote wie Wal und Do X, nach dem Krieg Kurzstarter wie die Do 27 und später die Regionalflugzeuge 228 und 328. Den Hersteller gibt es nicht mehr – seine Flugzeuge fliegen trotzdem weiter, und zwei davon werden bis heute weiterentwickelt.
HerstellerATR
Der französisch-italienische Hersteller ATR baut seit den 1980er-Jahren nur zwei Flugzeuge – die ATR 42 und die ATR 72. Hochdecker, T-Leitwerk, Propeller: Wer die Familie einmal verstanden hat, erkennt sie überall, von Lanzarote bis zu den griechischen Inseln.
HerstellerDe Havilland Canada
Vom Buschflugzeug Beaver über die Twin Otter bis zur Dash 8 und dem Löschflugzeug DHC-515: De Havilland Canada steht für robuste Kurzstart-Flugzeuge. Hier erfährst du, wie das Unternehmen entstand, wem es gehörte und wo du seine Typen heute vor die Linse bekommst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
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