Das Wichtigste in Kürze
- Star Air ist eine dänische Frachtairline der Maersk-Gruppe und fliegt seit 1993 im Auftrag von UPS.
- Codes: ICAO SRR, Rufzeichen „WHITESTAR“ – beides blieb auch nach der Umbenennung erhalten.
- Seit April 2022 heißt die Airline Maersk Air Cargo und hat mit Billund ein eigenes Drehkreuz in Dänemark.
- Arbeitspferd ist die Boeing 767 als umgebauter Frachter, seit 2024 ergänzt durch zwei fabrikneue Boeing 777F.
- Für Spotter in Deutschland zählt Köln/Bonn: Dort starten und landen die Frachter im UPS-Netz.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Star Air im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Geschichte: von der F27 zur 767
- 4.Die Flotte: Boeing 767 und 777F
- 5.767-200 oder 767-300? So unterscheidest du sie
- 6.Woran du Star Air erkennst
- 7.Star Air spotten: Köln/Bonn, East Midlands, Billund
- 8.Star Air im Umfeld: UPS und andere Frachtpartner
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| ICAO-Code | SRR |
|---|---|
| Rufzeichen | WHITESTAR |
| Drehkreuze | CGN, BLL, EMA |
| Geschäftsmodell | Frachtairline, die im Auftrag anderer fliegt – vor allem für UPS, außerdem für Royal Mail und für die Logistiksparte von Maersk |
| Heimatland | Dänemark, Sitz im Raum Kopenhagen |
| Gegründet | 1987 als Star Air A/S, Tochter der Maersk-Gruppe |
| Konzern | A.P. Møller-Mærsk; 1993 bis 2005 Tochter der Passagierairline Maersk Air |
| Heutiger Name | Maersk Air Cargo, seit April 2022 |
| UPS-Partnerschaft | Seit Vertragsunterzeichnung am 22. Oktober 1993, Flüge ab dem UPS-Drehkreuz Köln/Bonn |
| Flottentypen (Stand 2026) | Boeing-767-Frachter der Versionen -200 und -300, dazu zwei Boeing 777F (seit 2024) |
| Frühere Typen | Fokker F27, Boeing 727-100 mit Rolls-Royce-Tay-Triebwerken, Boeing 757-200 |
| Kennzeichen | Dänische Registrierung mit OY- |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Star Air?
- Fast immer eine Boeing 767 ohne Fensterreihe – als kürzere 767-200 oder längere 767-300
- Auf dem Tracker als SRR, im Funk „WHITESTAR“ – auch dann, wenn der Flug für UPS läuft
- Dänisches Kennzeichen mit OY- am Rumpf – das unterscheidet die Maschinen von den N-registrierten Frachtern von UPS
- Neuere Bemalungen tragen den Namen Maersk, ältere Maschinen den Schriftzug Star Air
- Typische Zeiten: abends und nachts, wie im Expressfrachtgeschäft üblich
- Seit 2024 auch zwei Boeing 777F – die großen Twins siehst du vor allem rund um Billund
Wenn abends in Köln/Bonn eine Boeing 767 ohne Fenster in den Anflug geht, denkst du vermutlich zuerst an UPS. Oft liegst du damit richtig – und trotzdem daneben. Denn ein Teil der Frachtflüge im UPS-Netz wird seit 1993 von einer dänischen Airline geflogen: Star Air, der Frachttochter der Maersk-Gruppe. Seit 2022 heißt sie Maersk Air Cargo. Diese Seite zeigt dir, woher die Airline kommt, welche Flugzeuge sie fliegt und wie du sie sauber von UPS unterscheidest.
Jeden Frachter einzeln festhalten
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline – und siehst im Hangar, welche OY-Frachter dir noch fehlen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Star Air im Überblick
Star Air ist eine dänische Frachtairline und gehört zum Logistik- und Reedereikonzern A.P. Møller-Mærsk. Sie verkauft keinen eigenen Frachtraum an Endkunden, sondern fliegt im Auftrag anderer – allen voran für den Expressdienst UPS. Das Prinzip ist im Frachtgeschäft weit verbreitet: Der Kunde bestimmt Netz und Ladung, die Airline stellt Flugzeuge, Besatzungen, Wartung und Versicherung.
Gegründet wurde Star Air 1987, als die dänischen Regeln für Frachtflüge gelockert wurden. Die Maersk-Gruppe hatte damals schon eine Passagierairline, Maersk Air, und nutzte die neue Freiheit für eine eigene Frachttochter. 1993 wurde Star Air auch formal eine Tochter von Maersk Air. Als die Passagierairline 2005 an Sterling ging, blieb Star Air im Konzern – ein Grund, warum der Name Maersk heute noch an Frachtflugzeugen auftaucht.
Im April 2022 benannte die Maersk-Gruppe Star Air in Maersk Air Cargo um. Hintergrund war der Ausbau der Luftfracht im eigenen Logistikgeschäft: Maersk wollte einen Teil seiner Luftfracht mit selbst kontrollierten Flugzeugen transportieren und richtete dafür ein Drehkreuz am Flughafen Billund ein. Die Flüge für UPS liefen weiter.
Codes und Rufzeichen
- ICAO-Code SRR: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern. Er ist dein wichtigstes Werkzeug, um Star Air zu erkennen.
- Rufzeichen WHITESTAR: so meldet sich die Besatzung im Funk – der Name passt zum weißen Stern im Logo der Maersk-Gruppe.
- IATA-Code: spielt im Alltag kaum eine Rolle, weil Star Air keine Tickets oder Frachtbriefe unter eigenem Namen an Endkunden verkauft.
Für dich als Spotter heißt das: Die Flugnummer auf einem UPS-Frachtbrief verrät nicht, wer fliegt. Der ICAO-Code im Tracker dagegen schon. Steht dort SRR, sitzt eine dänische Crew im Cockpit, auch wenn das Paket am Ende in einem braunen UPS-Lieferwagen landet.
Tracker richtig lesen
Filtere auf deinem Flugtracker nach dem ICAO-Code SRR, um nur die Star-Air-Maschinen zu sehen. Wie du ADS-B-Daten sinnvoll liest und was hinter Rufzeichen und Hex-Codes steckt, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Die Geschichte: von der F27 zur 767
Star Air ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich eine kleine Frachtairline über Jahrzehnte an einen einzigen Großkunden anpasst. Die Flotte hat sich dabei mehrfach komplett gewandelt.
| Zeitraum | Typ | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| 1987–1996 | Fokker F27 | Schulterdecker-Turboprop, Beginn des Flugbetriebs |
| 1993–2004 | Boeing 727-100 | Mit Rolls-Royce-Tay-Triebwerken nachgerüstet, deutlich leiser als das Original |
| 2001–2005 | Boeing 757-200 | Schmalrumpf-Frachter, kurz im Einsatz |
| seit 2005/2006 | Boeing 767-200 | Geleaste Frachter, ersetzten 727 und 757 komplett |
| seit 2014 | Boeing 767-300 | Längere Version, erste Maschine 2014 übernommen |
| seit 2024 | Boeing 777F | Zwei fabrikneue Großraumfrachter |
Die Anfänge mit Turboprops
Den Einstieg machte Star Air 1987 mit der Fokker F27: Die Airline übernahm den F27-Betrieb der kleinen dänischen Gesellschaft Alkair samt deren Betriebsgenehmigung. Die F27 flogen Post und Fracht, bis sie 1996 ausgemustert wurden. Aus dieser Zeit stammt auch der einzige Totalverlust der Airline: 1988 verunglückte eine F27 bei der Landung in Hannover, unter anderem wegen falsch verteilter Ladung. Beide Piloten kamen ums Leben.
Der UPS-Vertrag 1993
Anfang der 1990er-Jahre suchte UPS einen europäischen Partner für Flüge innerhalb Europas ab seinem Drehkreuz am Flughafen Köln/Bonn. Nach einigem Hin und Her erhielt Star Air den Zuschlag: Am 22. Oktober 1993 wurde der Vertrag unterzeichnet, nur zehn Tage später starteten die ersten Flüge. Zu den ersten Zielen gehörten Mailand, Rom, Saragossa und Porto. Ab 1996 flog Star Air ausschließlich für UPS; weitere Kunden wie Royal Mail kamen erst später hinzu.
Die 727 mit Tay-Triebwerken
Für die UPS-Flüge kamen ab 1993 Boeing 727-100 zur Flotte, insgesamt acht Stück. Die Besonderheit: Alle trugen Rolls-Royce-Tay-Triebwerke statt der ursprünglichen, lauten Pratt-&-Whitney-Motoren. Diese Umrüstung war eine Spezialität der UPS-727-Flotte und machte die alten Dreistrahler leise genug für den Nachtverkehr. Für Spotter von damals waren die Maschinen ein echtes Kuriosum – heute sind sie Geschichte.
Der Wechsel zur 767
Zwischen 2005 und 2006 gab Star Air alle 727 und die ab 2001 eingesetzten Boeing 757-200 zurück und ersetzte sie durch geleaste Boeing 767-200 als Frachter. Damit war Star Air zu einer reinen Widebody-Airline geworden. 2014 kam die erste 767-300 dazu, die mehr Laderaum bietet. Bis heute bildet die 767 den Kern der Flotte.
Die Flotte: Boeing 767 und 777F
Die Flotte ändert sich häufig, weil viele Maschinen geleast oder für bestimmte Verträge beschafft werden. Feste Zahlen solltest du deshalb immer mit aktuellen Flottenlisten abgleichen. Im Grundsatz sieht sie Stand 2026 so aus:
| Typ | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|
| Boeing 767-200 (umgebauter Frachter) | UPS-Netz ab Köln/Bonn und East Midlands | Kurzer Rumpf, gedrungene Proportionen |
| Boeing 767-300 (Frachter) | UPS-Netz und Maersk-Logistik | Längerer Rumpf, Werks- und Umbaufrachter gemischt |
| Boeing 777F | Langstrecke ab Billund, unter anderem nach China | Großer Twin mit riesigen GE90-Triebwerken |
Die Boeing 767-300F und ihre umgebauten Varianten sind heute einer der wichtigsten Frachttypen überhaupt. Die kürzere Boeing 767-200 ist seltener geworden – Star Air gehört zu den Betreibern, bei denen du sie in Europa noch regelmäßig siehst. Die beiden Boeing 777F übernahm Maersk 2024 direkt von Boeing; sie fliegen vor allem Langstrecken zwischen Europa und China.
Eine Episode der jüngeren Geschichte betrifft die USA: Für Verbindungen zwischen den USA und China holte Maersk zusätzliche, geleaste 767-300-Frachter in die Flotte, die von Amerijet International betrieben wurden. Laut Branchenberichten endete diese Zusammenarbeit vorzeitig, und Maersk gab Anfang 2026 drei 767-Frachter ab.
Nur noch die 777F fehlt?
Setz Kennzeichen, Typen oder Airlines auf deine Wunschliste und lass dich bei Anflug oder Landung benachrichtigen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
767-200 oder 767-300? So unterscheidest du sie
Beide Versionen tauchen bei Star Air auf, und beide sind Frachter ohne Fensterreihe. Den Unterschied machst du vor allem an der Länge fest.
Das spricht für die 767-300
- Deutlich längerer Rumpf, wirkt schlanker
- Mehr Abstand zwischen Flügel und Bugfahrwerk
- Auf Trackern als B763 geführt
Das spricht für die 767-200
- Kurzer, gedrungener Rumpf mit großem Leitwerk im Verhältnis
- Flügel sitzt optisch weiter vorn
- Auf Trackern als B762 geführt
Verwechseln kannst du die 767 auch mit der schmaleren 757, die Star Air früher selbst geflogen hat. Der zuverlässigste Unterschied: Die 767 ist ein Großraumflugzeug mit deutlich dickerem, kürzer wirkendem Rumpf, die 757 dagegen ein langer, schlanker Schmalrumpfjet. Mehr Details liefert der Guide Boeing 757 und 767 unterscheiden. Allgemeine Merkmale von Frachtern – Frachttür, fehlende Fenster, Umbau-Spuren – findest du unter Frachtflugzeuge erkennen.
Woran du Star Air erkennst
Die Bemalung ist bei Star Air kein verlässliches Merkmal. Über die Jahre waren Maschinen mit Star-Air-Schriftzug, mit gemischten Star-Air- und Maersk-Elementen und nach 2022 im Auftritt von Maersk unterwegs. Geleaste Flugzeuge tragen teils noch Spuren früherer Betreiber. Deutlich sicherer sind drei andere Dinge:
Typ einordnen
Eine 767 ohne Fenster im UPS-Umfeld ist ein guter erster Hinweis – aber noch kein Beweis.
Kennzeichen lesen
OY- steht für Dänemark. UPS Airlines fliegt dagegen mit US-Kennzeichen, die mit N beginnen.
Tracker abgleichen
SRR im Tracker bestätigt, dass Star Air beziehungsweise Maersk Air Cargo den Flug durchführt.
Sauber notieren
Halte Betreiber, Kennzeichen und Auftraggeber getrennt fest – etwa „Star Air, für UPS“. So bleibt die Sichtung eindeutig.
Wie dänische und andere Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Achtung Verwechslung
Im UPS-Netz fliegen mehrere Partner-Airlines. Wer nur das Leitwerk fotografiert, ordnet später womöglich alles UPS zu. Mach immer auch ein Bild, auf dem das Kennzeichen lesbar ist – gerade nachts mit Langzeitbelichtung oder hoher ISO lohnt sich ein zweiter Versuch am Boden.
Star Air spotten: Köln/Bonn, East Midlands, Billund
Köln/Bonn
In Deutschland ist Köln/Bonn der Ort für Star Air. Hier betreibt UPS sein europäisches Drehkreuz, und hier begann 1993 die Zusammenarbeit. Die Frachter kommen vor allem abends an, die Pakete werden umgeschlagen, und in der Nacht starten die Maschinen wieder in Richtung ihrer Ziele. Für Fotos bei Tageslicht brauchst du deshalb Geduld und lange Sommerabende. Einen guten Überblick über Standorte und Tageszeiten gibt der Guide Planespotting in Köln/Bonn; als Startpunkt bietet sich die Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn an.
Warum Frachter gerade nachts fliegen und welche Regeln in Deutschland gelten, erklärt der Artikel zum Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen. Köln/Bonn gehört zu den Flughäfen, an denen nachts Frachtverkehr möglich ist – ein Grund, warum UPS dort sitzt.
East Midlands
In Großbritannien fliegt die Airline ab dem Flughafen East Midlands für UPS und für die britische Post Royal Mail, unter anderem zu Zielen innerhalb des Vereinigten Königreichs. Ein bekannter Fotopunkt dort ist der East Midlands Aeropark.
Billund und Kopenhagen
Seit 2022 ist Billund das Drehkreuz für die Flüge, die Maersk für die eigene Logistik betreibt – unter anderem die Verbindungen mit der 777F nach China. Davor lag der Heimatstandort am Flughafen Kopenhagen. Wer in Dänemark unterwegs ist, findet im Guide Planespotting in Kopenhagen-Kastrup die passenden Infos für die Hauptstadt.
Gute Chancen auf Star Air, wenn …
- du am Abend oder in einer hellen Sommernacht in Köln/Bonn bist
- der Tracker mehrere SRR-Flüge im Anflug zeigt
- du in Billund oder East Midlands unterwegs bist
Prüf es vorher, wenn …
- du nach älteren Spotterberichten planst – Netze und Flotte ändern sich mit den Verträgen
- du gezielt eine 777F suchst, die nicht im UPS-Netz unterwegs ist
Eher kein Star-Air-Tag, wenn …
- du tagsüber an einem Passagierflughafen ohne Frachtdrehkreuz spottest
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Frachtvorfelder sind besonders gesichert, Zäune und Absperrungen sind tabu. Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren – auch nicht nachts.
Star Air im Umfeld: UPS und andere Frachtpartner
Star Air ist nicht die einzige Airline, die für einen Expressdienst fliegt. Die großen Integratoren – UPS, DHL und FedEx – setzen alle neben eigenen Flotten auch Partner-Airlines ein. Wie das System funktioniert, erklärt der Artikel Express-Integratoren DHL, FedEx und UPS.
Die eigene Airline von UPS ist UPS Airlines mit US-Kennzeichen und einer eigenen großen Frachterflotte. Ein ähnliches Modell wie Star Air verfolgt ABX Air in den USA, die mit 767-Frachtern vor allem für DHL fliegt. In Dänemark ist Danish Air Transport eine weitere Airline, die neben Passagierflügen auch Fracht im Auftrag anderer befördert.
Häufige Verwechslungen
- Jede fensterlose 767 in Köln/Bonn für UPS Airlines halten – ein Teil der Flüge stammt von Star Air mit dänischem Kennzeichen.
- Star Air und Maersk Air Cargo für zwei Airlines halten – es ist dasselbe Unternehmen, 2022 umbenannt.
- Star Air mit Maersk Air verwechseln – Maersk Air war die Passagierairline und existiert seit 2005 nicht mehr.
- 767-200 und 767-300 nach Bemalung trennen – entscheidend ist die Rumpflänge.
- Die 777F im UPS-Netz suchen – die beiden 777F fliegen vor allem für die Logistik von Maersk ab Billund.
- Den Auftraggeber als Betreiber notieren – UPS ist Kunde, Star Air fliegt.
Star Air im Blick behalten
Beobachte einzelne OY-Kennzeichen oder die 767 und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt. Mit Wetter, Wind und Pistenrichtung am Flughafen weißt du, wo du nachts in Köln/Bonn stehen musst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Star Air ist eine der stillen Größen der europäischen Luftfracht. Gestartet 1987 mit Fokker F27, fliegt die dänische Maersk-Tochter seit 1993 Pakete für UPS, zuerst mit der 727, heute mit Boeing 767 und – unter dem neuen Namen Maersk Air Cargo – auch mit zwei 777F. Wer in Köln/Bonn eine fensterlose 767 fotografiert, sollte genau hinsehen: Das OY-Kennzeichen und der Code SRR machen aus einer vermeintlichen UPS-Sichtung einen eigenen Eintrag.
Kurzfazit
Star Air (ICAO SRR, Rufzeichen WHITESTAR) ist die dänische Frachtairline der Maersk-Gruppe, seit 2022 als Maersk Air Cargo. Sie fliegt Boeing-767-Frachter für UPS ab Köln/Bonn – erkennbar am OY-Kennzeichen, nicht an der Bemalung.
Zusammenfassung
- Star Air war jahrzehntelang der unsichtbare Dienstleister hinter vielen UPS-Frachtflügen in Europa – mit dänischem Kennzeichen, aber für einen amerikanischen Kunden.
- Den Betreiber erkennst du am sichersten am ICAO-Code SRR und am OY-Kennzeichen, nicht an der Bemalung.
- Die Flottengeschichte reicht von Fokker-F27-Turboprops über Boeing 727 mit Tay-Triebwerken und Boeing 757 bis zur heutigen 767- und 777-Flotte.
- Seit 2022 fliegt die Airline als Maersk Air Cargo auch für die Logistik des Mutterkonzerns – unter anderem ab Billund nach Asien.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Code und welches Rufzeichen hat Star Air?
Star Air nutzt den ICAO-Code SRR und meldet sich im Funk mit dem Rufzeichen „WHITESTAR“. Beides gilt auch für Maersk Air Cargo, wie die Airline seit 2022 heißt. Auf Flugtrackern taucht deshalb meist SRR auf – selbst bei Flügen, die für UPS unterwegs sind.
Gibt es Star Air noch?
Ja, aber unter anderem Namen. Im April 2022 hat die Maersk-Gruppe Star Air in Maersk Air Cargo umbenannt. Unternehmen und Codes sind dieselben geblieben; neu kamen ein Drehkreuz in Billund und Flüge für die eigene Logistiksparte hinzu.
Was hat Star Air mit UPS zu tun?
UPS suchte Anfang der 1990er-Jahre einen europäischen Partner für Frachtflüge innerhalb Europas ab Köln/Bonn. Am 22. Oktober 1993 wurde der Vertrag mit Star Air unterzeichnet, wenige Tage später begannen die Flüge. Seitdem fliegt die dänische Airline im Auftrag von UPS – die Ladung gehört UPS, Flugzeuge und Crews stellt Star Air.
Welche Flugzeuge fliegt Star Air?
Den Kern bilden Boeing-767-Frachter: kürzere 767-200 und längere 767-300, überwiegend umgebaute ehemalige Passagierflugzeuge. Seit 2024 kommen zwei fabrikneue Boeing 777F dazu. Die genaue Zahl schwankt, weil Maschinen geleast, zurückgegeben oder verkauft werden – Anfang 2026 hat Maersk zum Beispiel drei 767-Frachter abgegeben, die in den USA eingesetzt waren.
Welche Flugzeuge hatte Star Air früher?
Angefangen hat Star Air 1987 mit Fokker F27. Für UPS kamen ab 1993 Boeing 727-100 hinzu, die mit leiseren Rolls-Royce-Tay-Triebwerken nachgerüstet waren, ab 2001 auch Boeing 757-200. 2005 und 2006 wurden alle 727 und 757 durch geleaste Boeing 767-200 ersetzt.
Wo kann ich Star Air in Deutschland spotten?
Der wichtigste Ort ist der Flughafen Köln/Bonn, wo UPS sein europäisches Drehkreuz betreibt. Die Frachter fliegen vor allem abends und nachts. Plane deine Tour deshalb mit dem Flugplan und einem Flugtracker, auf dem du nach dem ICAO-Code SRR filterst.
Woran unterscheide ich eine Star-Air-767 von einer UPS-767?
Am Kennzeichen und am ICAO-Code. Die eigenen Frachter von UPS Airlines sind in den USA registriert und tragen ein N-Kennzeichen, auf dem Tracker steht UPS. Die Maschinen von Star Air beziehungsweise Maersk Air Cargo sind in Dänemark registriert (OY-) und erscheinen als SRR.
Was ist der Unterschied zwischen Star Air und Maersk Air?
Maersk Air war die Passagierairline der Maersk-Gruppe und ging 2005 an Sterling über. Star Air war die Frachttochter und blieb beim Verkauf im Konzern. Deshalb gibt es die Frachtairline bis heute, die Passagierairline dagegen nicht mehr.
Star Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 767-300F und 767-300BCF
Fensterloser, schlanker Großraumrumpf, großes Frachttor vorn links: Die 767-300F ist das Arbeitspferd der Express-Netze. So erkennst du Neubau-Frachter und Umbauten und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.
FlugzeugtypBoeing 767-200/-200ER
Die erste 767 überhaupt: kurz, schlank, zweistrahlig. Die 767-200 und ihre Langstreckenversion -200ER haben ETOPS möglich gemacht und mit dem Gimli Glider Geschichte geschrieben. Heute siehst du sie fast nur noch als Frachter oder in Uniform.
FlugzeugtypBoeing 777F
Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.
Weitere Airlines
UPS Airlines
Die Frachtairline des Paketdienstes UPS: Drehkreuz Worldport in Louisville, Europa-Drehkreuz Köln/Bonn, größter Betreiber der Boeing 747-8F und seit dem Aus der MD-11 eine Flotte aus vier Typenfamilien.
NetzwerkMaersk Air
Historische dänische Airline der Reederei A. P. Møller-Mærsk: Maersk Air flog von 1969 bis 2005 ab Kopenhagen und Billund, vor allem mit Boeing 737 und Fokker-Turboprops, und ging 2005 in Sterling auf.
FrachtAmerijet International
Frachtairline aus Miami mit über 50 Jahren Geschichte: Vom Bahamas-Charter mit einer Cessna zur Boeing-767-Frachterflotte, die Karibik, Mittel- und Südamerika versorgt – mit umgebauten Ex-Passagierjets und Fabrikfrachtern im Einsatz für Maersk.
FrachtABX Air
Die Frachtairline aus Wilmington, Ohio: einst die Hausairline von Airborne Express, heute Teil der Air Transport Services Group mit einer reinen Flotte aus Boeing-767-Frachtern, die vor allem für DHL unterwegs sind.
RegionalDAT Danish Air Transport
Familiengeführte Airline aus Vamdrup in Jütland: eigene Linienflüge nach Bornholm, in Norwegen, Deutschland und Italien, dazu Wet-Lease mit ATR-Turboprops und Airbus A320 für andere Airlines.
Low-CostSterling Airlines
Historische dänische Airline: Sterling Airways flog ab 1962 Urlauber in den Süden, ging 1993 pleite, kehrte als Sterling European zurück und wurde ab 2001 ein Low-Cost-Carrier – bis zum Konkurs im Oktober 2008.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Köln/Bonn
Tagsüber Eurowings und Ferienflieger, abends die Frachter von UPS und FedEx, im Westen die Regierungsjets der Flugbereitschaft: Köln/Bonn ist kein Drehkreuz für Passagiere, aber einer der abwechslungsreichsten Flughäfen Deutschlands – mit Bahnhof unter den Terminals und kostenloser Dachterrasse.
FlughafenFlughafen Billund
Der Flughafen, den ein Spielzeughersteller baute: Billund begann als Graspiste für die Firmenflugzeuge von LEGO und ist heute Dänemarks zweitgrößter Flughafen – mit einer langen Bahn, viel Umsteigeverkehr über europäische Drehkreuze und einem kräftig wachsenden Frachtgeschäft rund um Maersk Air Cargo.
FlughafenFlughafen East Midlands
Tagsüber Ferienflieger, nachts Frachter im Minutentakt: East Midlands bei Castle Donington ist Großbritanniens wichtigster reiner Frachtflughafen, Heimat von DHL Air UK und UK-Drehkreuz von UPS – und mit dem Aeropark direkt an der Piste ein Pflichtziel für Frachter-Fans.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
Wo du Star Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn
Die Dachterrasse auf Terminal 1 ist der bequemste legale Standpunkt am Flughafen Köln/Bonn: kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle, mit dem Zug direkt erreichbar – und mit Blick auf Vorfeld, Hauptpiste und den militärischen Teil des Platzes.
BesucherparkEast Midlands Aeropark am Flughafen East Midlands
Museum und Spotterhügel in einem: Im East Midlands Aeropark stehst du rund 170 Meter neben der Piste des größten auf Fracht spezialisierten Flughafens Großbritanniens – und zwischen den DHL- und UPS-Frachtern warten ein Vulcan-Bomber, eine VC10-Nase und ein Nimrod.
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