Das Wichtigste in Kürze
- Dornier ist ein historischer Hersteller vom Bodensee, gegründet aus einer Abteilung des Zeppelin-Konzerns, 1922 als Dornier Metallbauten GmbH.
- Die Do X war 1929 ein Superlativ: zwölf Motoren, 48 Meter Spannweite, 169 Menschen an Bord bei einem Rundflug über dem Bodensee.
- Nach dem Krieg begann alles neu mit der Do 27, dem ersten Flugzeug, das im Nachkriegsdeutschland in großer Serie gebaut wurde.
- Dornier 228 und 328 fliegen bis heute – die 228 wird bei HAL in Indien gebaut, die 328 ist Basis des D328eco von Deutsche Aircraft.
- Fairchild Dornier ging 2002 insolvent; die Teile des Unternehmens sind heute auf Airbus, General Atomics und Deutsche Aircraft verteilt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Zeppelin zum eigenen Werk
- 8.Die Do X: das größte Flugzeug ihrer Zeit
- 9.Dreißiger und Vierziger: Flugboote und Rüstung
- 10.Neustart mit der Do 27
- 11.Die Dornier 228: ein Arbeitstier für kurze Pisten
- 12.Dornier 328 und 328JET
- 13.Was vom Konzern übrig blieb
- 14.So erkennst du Dornier-Typen
- 15.Wo du Dornier heute siehst
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| Status | Historischer Hersteller – die Firma Dornier existiert in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr, ihre Programme leben bei Nachfolgern weiter |
|---|---|
| Gründer | Claude Dornier (1884–1969), Ingenieur aus Kempten, der 1910 bei der Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen anfing |
| Ursprung | Ab 1914 eigene Abteilung im Zeppelin-Konzern in Seemoos, 1922 umbenannt in Dornier Metallbauten GmbH mit Sitz in Friedrichshafen-Manzell |
| Wichtige Standorte | Friedrichshafen (Manzell, Löwental), Immenstaad am Bodensee, Oberpfaffenhofen bei München; historisch auch Altenrhein (Schweiz) und Marina di Pisa (Italien) |
| Bekannteste Typen | Wal, Merkur, Do X, Do 17, Do 24, Do 335, Do 27, Do 28, Do 31, Dornier 228, Dornier 328 und 328JET |
| Konzernweg | 1985 Mehrheit bei Daimler-Benz, ab 1989 Teil der Deutschen Aerospace (DASA), 1996 Verkauf der Luftfahrtsparte an Fairchild, 2002 Insolvenz von Fairchild Dornier |
| Erbe heute | Dornier 228 bei General Atomics AeroTec Systems und in Lizenz bei HAL in Indien; Dornier 328 bei Deutsche Aircraft als Basis des D328eco; Raumfahrtteile im heutigen Airbus-Konzern |
| ICAO-Typcodes (Auswahl) | D228 (Dornier 228), D328 (328 Turboprop), J328 (328JET) |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Dornier aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Dornier
- Eine Dornier 228 an ihrem langen, schlanken Hochdeckerflügel und dem kantigen Rumpf erkannt
- Die 328 mit T-Leitwerk von einer ATR unterschieden – die Dornier ist kürzer und wirkt gedrungener
- Eine 328JET gesehen: gleicher Rumpf wie der Turboprop, aber zwei Strahltriebwerke unter dem Flügel
- Den ICAO-Code J328 in der Flugverfolgung entdeckt und die Maschine am Zaun abgepasst
- Einen Do-27- oder Do-28-Oldtimer bei einem Fly-in fotografiert
- Im Museum die Do 31 aus der Nähe gesehen – in Friedrichshafen oder in Schleißheim
- Das Kennzeichen notiert – bei so seltenen Typen ist jede Maschine ein Einzelstück in deiner Sammlung
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Eine geschlossene Geschichte vom Flugboot bis zum Regionalflugzeug – ideal, um Technikentwicklung an einem Hersteller nachzuvollziehen
- Zwei Typen sind weiter im Einsatz und werden sogar weiterentwickelt
- Zwei Museen in Deutschland zeigen die wichtigsten Originale
- Seltene Typen – jede Sichtung ist ein echtes Sammlerstück
Wo es hakt
- Den Hersteller gibt es nicht mehr; Namen und Rechte sind auf mehrere Nachfolger verteilt
- Dornier 228 und 328 siehst du an großen Drehkreuzen nur ausnahmsweise
- Von der Do X ist kein vollständiges Exemplar erhalten
- Die Konzerngeschichte ab 1985 ist verwinkelt und leicht zu verwechseln
Dornier ist einer dieser Namen, die du kennst, ohne genau zu wissen, wo du ihn einordnen sollst. Ein Riesenflugboot aus den Zwanzigern, ein Kurzstarter der Bundeswehr, ein kleiner Turboprop auf einer Inselpiste, ein Regionaljet mit T-Leitwerk – alles Dornier. Den Hersteller selbst gibt es seit Anfang der 2000er-Jahre nicht mehr. Seine Flugzeuge fliegen trotzdem, und zwei Programme werden sogar weiterentwickelt. Dieser Steckbrief sortiert die Geschichte und zeigt, wie du Dornier-Typen heute noch findest.
Seltene Typen sammeln
Eine 328JET am Zaun ist kein Alltagsmotiv. Mit Planetrack postest du die Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen und legst sie in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Vom Zeppelin zum eigenen Werk
Die Geschichte beginnt nicht mit einem Flugzeug, sondern mit Luftschiffen. 1910 fängt der Ingenieur Claude Dornier, geboren 1884 in Kempten, bei der Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen an. Mehr über diese Wurzeln erfährst du im Beitrag zur Geschichte der Zeppeline. Dornier bekommt schnell eine eigene Abteilung, die ab 1914 in Hallen in Seemoos arbeitet – und zwar an einer Idee, die damals ungewöhnlich ist: Flugzeuge fast komplett aus Metall statt aus Holz und Stoff.
1917 wird die Abteilung zur Zeppelin Werk Lindau GmbH, einem eigenen Unternehmen im Zeppelin-Konzern. Nach dem Ersten Weltkrieg ist der Flugzeugbau in Deutschland stark eingeschränkt. Dornier weicht ins Ausland aus: Ab 1921 wird das Flugboot Wal in Marina di Pisa in Italien montiert. 1922 bekommt die Firma den Namen Dornier Metallbauten GmbH und ihren Sitz in Friedrichshafen-Manzell. Später kommt das Werk im schweizerischen Altenrhein dazu, direkt gegenüber am Bodensee.
Der Wal macht Dornier international bekannt. 1925 setzt der Polarforscher Roald Amundsen zwei Wal-Flugboote bei seiner Arktis-Expedition ein. Mit dem Landflugzeug Merkur stellt Dornier Ende der Zwanziger mehrere Rekorde auf. 1932 wird Claude Dornier alleiniger Gesellschafter seiner Firma, 1938 heißt sie Dornier-Werke GmbH.
Die Do X: das größte Flugzeug ihrer Zeit
Kein Dornier-Typ ist so berühmt wie die Do X. Das Flugboot entsteht in Altenrhein, finanziert über eine eigene Schweizer Gesellschaft. Im Juli 1929 hebt es erstmals vom Bodensee ab. Die Zahlen sind für die damalige Zeit gewaltig: 48 Meter Spannweite, rund 40 Meter Länge und zwölf Motoren, die in sechs Gondeln paarweise hintereinander auf dem Flügel sitzen – einer zieht, einer drückt.
Am 21. Oktober 1929 fliegt die Do X mit 169 Menschen an Bord rund 53 Minuten über den Bodensee, zehn davon Besatzung. Das sorgt weltweit für Schlagzeilen. Die ursprünglichen Siemens-Motoren erweisen sich allerdings als zu schwach, die Maschine bekommt später wassergekühlte Curtiss-Motoren.
Ab November 1930 folgt der große Werbeflug: über Amsterdam, Westafrika und Südamerika bis nach New York, wo die Do X Ende August 1931 ankommt. Unterwegs gibt es Pannen und lange Reparaturpausen, nach dem Winter in New York kehrt sie im Mai 1932 nach Berlin zurück. Kommerziell bleibt das Projekt ein Misserfolg: Insgesamt entstehen nur drei Exemplare, zwei davon gehen nach Italien.
Warum du keine Do X fotografieren kannst
Die erste Do X kommt 1933 nach Berlin, wird im November 1943 bei einem Bombenangriff beschädigt und nach dem Krieg weitgehend verschrottet. Die beiden italienischen Schwestern werden schon 1937 zerlegt. Erhalten sind nur Einzelteile, etwa im Deutschen Technikmuseum Berlin und im Dornier Museum Friedrichshafen. Die ganze Geschichte des Riesenflugboots erzählt der Beitrag Dornier Do X, technische Daten findest du im Typenporträt Do X.
Dreißiger und Vierziger: Flugboote und Rüstung
In den Dreißigern wächst Dornier stark. Neben dem Stammwerk entstehen Betriebe in Wismar und eine neue Werft mit Erprobungsgelände in Friedrichshafen-Löwental. Bekannt aus dieser Zeit ist das Flugboot Do 24, das 1937 erstmals fliegt und als Seenotrettungsflugzeug lange im Einsatz bleibt.
Wie die gesamte deutsche Luftfahrtindustrie wird Dornier in dieser Zeit Teil der Rüstungsproduktion des NS-Staats. Bomber wie die schlanke Do 17 und die Do 217 entstehen, 1943 fliegt das ungewöhnliche Jagdflugzeug Do 335 mit einem Propeller vorn und einem hinten. Auch bei Dornier mussten während des Krieges Zwangsarbeiter arbeiten. Nach Kriegsende ist das Unternehmen am Ende: Werke zerstört, Flugzeugbau in Deutschland verboten.
Neustart mit der Do 27
Dornier fängt wieder im Ausland an. Ab 1951 arbeitet ein Konstruktionsbüro in Spanien, und dort fliegt am 27. Juni 1955 der Prototyp eines kleinen Hochdeckers für kurze Pisten. Daraus wird die Do 27, das erste Flugzeug, das im Nachkriegsdeutschland in großer Serie gebaut wird. 571 Exemplare entstehen, 40 davon in Lizenz bei CASA in Spanien. Wichtige Nutzer sind die Luftwaffe der jungen Bundeswehr sowie die Luftstreitkräfte von Portugal, Spanien und Israel.
Ab 1954 wird in Immenstaad am Bodensee wieder konstruiert. Es folgen die zweimotorige Do 28 und die deutlich überarbeitete Do 28 D Skyservant, ein kastenförmiger Mehrzweck-Hochdecker. Diese Typen siehst du heute nur noch als Oldtimer bei Fly-ins – wie du solche Raritäten am Himmel bestimmst, steht im Beitrag Oldtimer am Himmel erkennen.
Senkrechtstart: Do 29 und Do 31
In den Sechzigern experimentiert Dornier mit Senkrechtstartern. Die Do 29 erprobt schwenkbare Propeller, die Do 31 ist ein strahlgetriebener Transporter, der senkrecht starten und landen soll. Sie fliegt erstmals am 10. Februar 1967. Zwei Pegasus-Triebwerke liefern den Vortrieb, bei der Versuchsversion E3 kommen acht Hubtriebwerke in Gondeln an den Flügelenden dazu. In Serie geht das Konzept nie.
Beide geflogenen Do 31 sind erhalten: die E1 im Dornier Museum, die E3 in der Flugwerft Schleißheim bei München. Wer beide Museen besucht, hat die komplette Do-31-Erprobungsflotte gesehen.
1962 übergibt Claude Dornier die Führung an seinen Sohn Claudius, Raumfahrt und Systeme werden in die Dornier-System GmbH ausgegliedert. 1966 heißt das Stammhaus Dornier GmbH. Am 5. Dezember 1969 stirbt Claude Dornier, das Unternehmen geht an seine Erben. In den Siebzigern baut Dornier gemeinsam mit Dassault den Alpha Jet, ein leichtes Kampf- und Trainingsflugzeug.
Die Dornier 228: ein Arbeitstier für kurze Pisten
Anfang der Achtziger bringt Dornier den Typ, der bis heute am häufigsten zu sehen ist: die Dornier 228. Der erste Prototyp fliegt im März 1981. Die 228 ist ein zweimotoriger Turboprop-Hochdecker für bis zu 19 Passagiere, mit einem langen, schlanken Flügel und einem fast rechteckigen Rumpfquerschnitt. Sie startet von kurzen und unbefestigten Pisten und ist robust genug für Inselverkehr, Fracht, Vermessung oder Küstenüberwachung.
1983 unterschreibt Dornier einen Lizenzvertrag mit Hindustan Aeronautics (HAL) in Indien. Dort wird die 228 seit den Achtzigern in Kanpur gebaut und vor allem an die indischen Streitkräfte und die Küstenwache geliefert. In Deutschland endet die Serienfertigung zunächst, bis der Schweizer Konzern RUAG 2009 in Oberpfaffenhofen die modernisierte 228NG mit modernisiertem Cockpit auflegt. Der Erstflug ist im November 2009. 2020 geht das Programm an General Atomics, deren Tochter AeroTec Systems eine weitere Version namens 228 NXT angekündigt hat.
Für Spotter ist die 228 ein typisches „Glücksmotiv“. Sie fliegt bei kleinen Airlines, Forschungseinrichtungen und Behörden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt zwei 228 und hat angekündigt, eine davon zum Erprobungsträger für hybrid-elektrische Antriebe umzubauen. Auf den Kanalinseln flog Aurigny jahrelang zwei 228NG; 2026 wurden sie ausgemustert und durch Twin Otter ersetzt. Ein Kapitel, das du nur noch in deinem Archiv nachblättern kannst.
Die 228 auf die Wunschliste
Setz Dornier 228 und 328JET auf die Wunschliste deines Hangars. Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt. Die App startet bald, trag dich in die Warteliste ein.
Dornier 328 und 328JET
Ende der Achtziger fällt die Entscheidung für ein größeres Regionalflugzeug. Die Dornier 328 fliegt am 6. Dezember 1991 erstmals und erhält 1993 ihre Zulassung. Sie ist ein Turboprop mit T-Leitwerk und bis zu 33 Sitzen, angetrieben von zwei Pratt-&-Whitney-Turboprops. Gebaut wird sie in Oberpfaffenhofen bei München. Inzwischen gehört Dornier allerdings längst einem Großkonzern: 1985 übernimmt Daimler-Benz die Mehrheit, ab 1989 hängt Dornier unter dem Dach der Deutschen Aerospace (DASA).
1996 verkauft der Konzern die Flugzeugbausparte Dornier Luftfahrt an den US-Hersteller Fairchild. Aus der Fusion entsteht Fairchild Dornier. Das neue Unternehmen setzt auf Strahlantrieb: Die 328JET nutzt im Kern den Rumpf der 328, hängt aber zwei Strahltriebwerke unter den Flügel. Sie fliegt am 20. Januar 1998 erstmals. Darauf aufbauend plant Fairchild Dornier eine ganze Regionaljet-Familie, allen voran die größere 728.
Dazu kommt es nicht mehr. Nach dem Einbruch der Luftfahrt im Herbst 2001 verliert das 728-Programm wichtige Kunden, 2002 meldet Fairchild Dornier Insolvenz an. Die 728 fliegt nie. Bis zum Produktionsende entstehen 107 Turboprops und 110 Jets, dazu Prototypen.
| Typ | Antrieb | Sitze (typisch) | ICAO-Code | Erstflug |
|---|---|---|---|---|
| Dornier 228 | 2 × Turboprop (Garrett/Honeywell TPE331) | bis 19 | D228 | 1981 |
| Dornier 328 | 2 × Turboprop (Pratt & Whitney PW119) | bis 33 | D328 | 1991 |
| Dornier 328JET | 2 × Turbofan (Pratt & Whitney PW306) | 30–33 | J328 | 1998 |
Was aus der 328 wurde
Nach der Insolvenz übernimmt zunächst AvCraft Teile des Programms. Die Betreuung der Flotte und die Musterzulassung wandern später zu 328 Support Services in Oberpfaffenhofen, die 2015 an die Sierra Nevada Corporation geht. Anfang der 2020er-Jahre tritt die Firma als Deutsche Aircraft wieder als Flugzeughersteller auf. Ihr Projekt ist der D328eco, eine um gut zwei Meter gestreckte 328 für bis zu 40 Passagiere mit neuen Triebwerken und modernem Cockpit. Das erste Testflugzeug rollte am 28. Mai 2025 in Oberpfaffenhofen aus; die Endmontage ist am Flughafen Leipzig/Halle vorgesehen. Den Stand der Erprobung (Stand Oktober 2026) verfolgst du am besten direkt beim Hersteller, denn der Zeitplan wurde mehrfach angepasst.
Im Betrieb ist die 328JET heute vor allem bei kleinen Charter- und Regionalbetreibern zu Hause. Als größter ziviler Betreiber gilt Sun-Air of Scandinavia mit Sitz am Flughafen Billund, deren Flotte ausschließlich aus 328JET besteht. Ihre Einsätze wechseln mit Aufträgen und Flugplänen, prüf vor einem Ausflug also die aktuellen Verbindungen.
Was vom Konzern übrig blieb
Nach 1996 zerfällt Dornier in mehrere Stränge, und genau das macht den Namen heute schwer greifbar:
- Luftfahrt: Fairchild Dornier (1996–2002), danach Insolvenz. Das 328-Erbe liegt bei Deutsche Aircraft, das 228-Programm über RUAG bei General Atomics.
- Raumfahrt und Verteidigung: Die verbliebene Dornier GmbH geht 2004 vollständig in der EADS auf, aus der der heutige Airbus-Konzern hervorging. Raumfahrttechnik entsteht weiterhin am Bodensee.
- Medizintechnik: Dornier Medizintechnik, 1985 gegründet, wurde mit Geräten zur Zertrümmerung von Nierensteinen bekannt und hat mit Flugzeugbau heute nichts mehr zu tun.
- Namensvettern: Lindauer Dornier hat ebenfalls Wurzeln in der Familie Dornier, baut aber Webmaschinen und keine Flugzeuge.
Wenn du in einem alten Logbuch also „Dornier“, „Fairchild Dornier“ oder „FD“ findest, meinen alle dasselbe Flugzeugprogramm – nur zu unterschiedlichen Zeiten. Ähnlich verwinkelte Herstellergeschichten haben übrigens Fokker und, auf andere Weise, ATR als Gemeinschaftsunternehmen.
So erkennst du Dornier-Typen
Weil die Typen selten sind, lohnt sich ein sicherer Blick. Die folgenden Schritte helfen dir, wenn ein kleiner Zweimot auftaucht und du zwischen Dornier, ATR, Dash 8 und Regionaljet entscheiden musst. Ausführlich vergleicht der Beitrag Turboprops unterscheiden die gängigen Muster.
Größe einschätzen
Die 228 ist deutlich kleiner als jede ATR und wirkt neben einem A320 fast wie ein Spielzeug. Die 328 ist größer, aber etwas kürzer als eine ATR 42.
Leitwerk ansehen
Die 228 hat ein konventionelles Leitwerk mit tief angesetztem Höhenruder. 328 und 328JET tragen ein T-Leitwerk – wie ATR und Dash 8, aber auf einem kürzeren Rumpf.
Antrieb prüfen
Propeller oder Strahltriebwerk? Die 328JET hat ihre Triebwerke unter dem Flügel, ein Regionaljet von Embraer oder Bombardier dagegen am Heck oder unter einem Tiefdecker-Flügel.
Hochdecker oder Tiefdecker
Alle drei Dornier-Typen sind Hochdecker. Ein zweistrahliger Jet mit Flügel oben auf dem Rumpf ist in dieser Größe fast immer eine 328JET.
Kennzeichen notieren
Bei so kleinen Flotten ist die Registrierung oft schnell nachgeschlagen. So weißt du auch, ob du eine 228 oder eine 228NG vor dir hast.
Wie du solche Merkmale grundsätzlich nutzt, erklärt der Einsteigerartikel Flugzeugtypen erkennen. Für Jets in der Klasse bis 100 Sitze hilft zusätzlich Regionaljets erkennen.
Achtung bei der Flugverfolgung
In Tracking-Diensten tauchen 328 und 328JET unter verschiedenen Codes auf: D328 für den Turboprop, J328 für den Jet. Filterst du nur nach einem Code, verpasst du die Hälfte. Bei Behörden- und Forschungsflügen werden Daten außerdem manchmal eingeschränkt angezeigt.
Wo du Dornier heute siehst
Plan Dornier-Sichtungen eher als Jagd denn als Pflichtprogramm. Die besten Chancen hast du an drei Arten von Orten.
Museen. Das Dornier Museum Friedrichshafen zeigt die Firmengeschichte mit Originalen von der Do 27 über die Do 31 E1 bis zu 228 und 328, dazu Nachbauten von Wal und Merkur. Es liegt direkt am Bodensee-Airport, wo du zusätzlich Vorfeld und Zeppelin NT im Blick hast. Die Flugwerft Schleißheim ergänzt mit der Do 31 E3 – und lässt sich gut mit einem Nachmittag am Besucherhügel des Flughafens München verbinden.
Messen und Fly-ins. Bei Veranstaltungen wie der AERO Friedrichshafen oder bei Veranstaltungen am Dornier Museum tauchen gelegentlich Do 27, Do 28 oder andere Dornier-Oldtimer auf. Welche Maschinen kommen, steht meist erst kurz vorher fest. Eine Übersicht über die Saison bietet der Beitrag Airshows in Europa.
Regionalflughäfen. Charterflüge mit 328JET landen eher an kleineren Plätzen als an großen Drehkreuzen. Wie du solche Ziele planst, steht in Spotting an kleinen Regionalflughäfen. Für Propellermaschinen lohnt außerdem der Blick auf die richtige Verschlusszeit, damit die Propellerscheibe nicht einfriert.
Gute Chancen, wenn du …
- Museen in Friedrichshafen und Schleißheim besuchst
- Flugverfolgung mit den Codes D228, D328 und J328 nutzt
- an Regionalflughäfen mit Charterverkehr spottest
Mit Glück, wenn du …
- bei Fly-ins und Messen nach Do 27 oder Do 28 suchst
- auf Forschungs- und Vermessungsflüge mit der 228 hoffst
Eher aussichtslos, wenn du …
- an einem großen Drehkreuz auf einen Zufallstreffer wartest
- eine Do X im Original sehen willst
Mehr Strategien für Typen, die nur selten auftauchen, findest du im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten. Und wer eine 328JET nicht nur fotografieren, sondern selbst fliegen will, liest in Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen, wie du solche Flüge findest.
Deine Dornier-Sammlung
Poste Museumsmaschinen und Sichtungen im Betrieb mit Foto, Typ, Kennzeichen und Flughafen, finde auf der Spot-Karte die passenden Standorte und tausch dich mit der Community über seltene Typen aus. Genau dafür gibt es Planetrack. Planetrack startet bald – sichere dir mit der Warteliste frühen Zugang.
Fazit
Dornier ist ein Hersteller, den du in Etappen verstehen musst: Metallflugboote vom Bodensee, Rüstungsproduktion im Krieg, Neustart mit der Do 27, Experimente mit Senkrechtstartern und schließlich die Regionalflugzeuge 228 und 328. Das Unternehmen ist in Konzernen aufgegangen und in der Insolvenz zerfallen – doch seine Flugzeuge haben überlebt.
Für dich als Spotter bleibt Dornier eine dankbare Sammelaufgabe. Die großen Kapitel siehst du im Museum, die 228 und die 328JET mit etwas Planung im echten Betrieb. Und mit dem D328eco könnte der Name in neuer Form auf die Vorfelder zurückkehren.
Kurzfazit
Historischer Hersteller vom Bodensee mit großer Typenvielfalt: Do X als Legende, Do 27 als Nachkriegserfolg, 228 und 328JET als seltene, aber aktive Motive – plus zwei Museen, in denen du die Geschichte komplett abhaken kannst.
Zusammenfassung
- Dornier steht für über achtzig Jahre deutschen Flugzeugbau – von Metallflugbooten über Kurzstarter bis zu Regionalflugzeugen.
- Als Unternehmen ist Dornier Geschichte, doch Dornier 228 und 328JET begegnen dir im Betrieb, vor allem bei kleinen Airlines, Behörden und Forschungseinrichtungen.
- Für Spotter heißt das: gezielt planen, Flugverfolgung nutzen und Museen einbeziehen, um die ganze Typenfamilie zu sammeln.
- Wer die Erkennungsmerkmale kennt, trennt 228, 328 und 328JET sicher von ATR, Dash 8 und Regionaljets.
Häufige Fragen
Gibt es Dornier heute noch?
Nicht als eigenständigen Flugzeughersteller. Die Luftfahrtsparte ging 1996 an Fairchild und 2002 in die Insolvenz. Die übrigen Teile landeten über DASA und EADS im heutigen Airbus-Konzern. Das 228-Programm gehört inzwischen General Atomics, die Rechte an der 328 liegen bei Deutsche Aircraft.
Was war die Dornier Do X?
Ein Riesenflugboot mit zwölf Motoren in sechs Tandemgondeln und 48 Metern Spannweite, gebaut in Altenrhein am Bodensee. Erstflug war im Juli 1929; im Oktober 1929 flog sie mit 169 Menschen an Bord. Es entstanden drei Exemplare. Mehr dazu steht im Beitrag Dornier Do X.
Ist eine Do X erhalten?
Nein. Die erste Do X wurde 1943 bei einem Bombenangriff in Berlin beschädigt und nach dem Krieg weitgehend verschrottet, die beiden italienischen Maschinen wurden schon 1937 zerlegt. Einzelne Teile sind in Museen erhalten, etwa im Deutschen Technikmuseum Berlin.
Wird die Dornier 228 noch gebaut?
Ja, in Indien: Hindustan Aeronautics fertigt die 228 seit den Achtzigern in Lizenz in Kanpur. Das deutsche Programm ging 2020/2021 von RUAG an General Atomics, deren Tochter AeroTec Systems eine neue Version namens 228 NXT angekündigt hat. Den aktuellen Produktionsstand prüfst du am besten direkt beim Hersteller.
Was ist der Unterschied zwischen Dornier 328 und 328JET?
Rumpf und Flügel sind weitgehend gleich. Die 328 ist ein Turboprop mit zwei Propellern (ICAO-Code D328), die 328JET hat zwei Strahltriebwerke unter dem Flügel (J328). Gebaut wurden 107 Turboprops und 110 Jets.
Was hat Deutsche Aircraft mit Dornier zu tun?
Deutsche Aircraft ging aus 328 Support Services hervor, der Firma, die nach dem Produktionsende die 328-Flotte betreute und die Musterzulassung hält. Sie entwickelt auf Basis der 328 den gestreckten Turboprop D328eco und sitzt wie früher die 328-Fertigung in Oberpfaffenhofen.
Wo sehe ich Dornier-Flugzeuge in Deutschland?
Im Museum am sichersten: im Dornier Museum Friedrichshafen und in der Flugwerft Schleißheim. Im Betrieb begegnen dir 228 und 328JET eher sporadisch, etwa bei Charterflügen, Forschungseinrichtungen oder Gastbesuchen kleinerer Airlines.
Sichtungen rund um Dornier sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Sun-Air of Scandinavia
Die Familien-Airline aus Billund flog fast drei Jahrzehnte im Look von British Airways – zuletzt mit Dornier 328JET. Seit Ende März 2025 gibt es keine Linienflüge mehr, Sun-Air fliegt nur noch Charter.
GR / AURAurigny
Die Airline der Kanalinsel Guernsey gehört der Inselregierung, fliegt heute fast nur noch ATR 72-600 und war Erstbetreiberin der dreimotorigen Britten-Norman Trislander.
Typische Flugzeuge
Dornier Do X
Zwölf Motoren auf dem Flügel, ein Rumpf wie ein Schiff und 169 Menschen an Bord: Die Dornier Do X war 1929 das größte Flugzeug der Welt. Hier liest du ihre Geschichte, woran du sie auf alten Fotos erkennst und wo du ihr heute noch begegnest.
FlugzeugtypDornier 228
Langer, kantiger Rumpf, schlanker Hochdeckerflügel mit schräg abgeschnittenen Spitzen: Die Dornier 228 fliegt seit 1981 Inselstrecken, Küstenwache und Forschung. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypDornier 328
Schlanker Rumpf, T-Leitwerk, sechs Propellerblätter pro Seite und erstaunlich schnell: Die Dornier 328 ist das letzte komplett in Deutschland entwickelte Verkehrsflugzeug. So erkennst du den seltenen Turboprop aus Oberpfaffenhofen.
FlugzeugtypFairchild Dornier 328JET
Ein Jet mit Flügel oben auf dem Rumpf, zwei Triebwerken darunter und T-Leitwerk: Die 328JET aus Oberpfaffenhofen ist einer der seltensten Regionaljets überhaupt. So erkennst du sie, und hier fliegt sie heute.
FlugzeugtypDornier Do 27
Freitragender Hochdeckerflügel, Spornrad und riesige Kabinenfenster: Die Do 27 war das erste Serienflugzeug aus Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und flog bei der Bundeswehr in großer Zahl. Heute triffst du sie an Vereinsflugplätzen und Oldtimertreffen.
FlugzeugtypDornier Do 24
Drei Motoren auf einem hohen Flügel, seitliche Stummelflügel am Rumpf, doppeltes Leitwerk: Die Do 24 ist eines der markantesten Flugboote der Luftfahrtgeschichte. Hier findest du Varianten, Einsatzgeschichte und alles zur einzigartigen Do 24 ATT vom Bodensee.
FlugzeugtypDassault/Dornier Alpha Jet
Hoch angesetzter, gepfeilter Flügel, zwei Triebwerke seitlich am Rumpf, gestufte Tandemkanzel: Der Alpha Jet ist das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt der 1970er-Jahre – bei der Luftwaffe Leichtkampfflugzeug, in Frankreich Trainer und Kunstflug-Ikone.
Spotting-Spots rund um Dornier
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Weitere Einträge
Dornier Museum Friedrichshafen
Das Dornier Museum in Friedrichshafen erzählt die Geschichte eines der wichtigsten deutschen Flugzeugbauer – in einem Hangar direkt am Bodensee-Airport. Originale wie die Do 31, die Dornier 228 und die 328 stehen neben Nachbauten von Wal und Merkur, dazu Satelliten und Raumfahrttechnik. Von der Terrasse schaust du aufs Vorfeld.
HerstellerDeutsche Aircraft
Der einzige deutsche Hersteller von Regionalverkehrsflugzeugen: Deutsche Aircraft betreut aus Oberpfaffenhofen die Dornier 328 und baut auf ihrer Basis die gestreckte D328eco. Seit September 2026 steht dafür eine eigene Endmontagelinie am Flughafen Leipzig/Halle.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
MuseumFlugwerft Schleißheim
Die Flugwerft Schleißheim ist die Luftfahrt-Außenstelle des Deutschen Museums im Norden von München. Auf einem der ältesten Flugplätze Deutschlands stehen rund 70 Fluggeräte – vom Lilienthal-Gleiter über Senkrechtstarter bis zum ersten Eurofighter-Prototyp –, verteilt auf historische Bauten von 1912 bis 1918 und eine moderne Ausstellungshalle.
Passende Guides aus dem Blog
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- AERO Friedrichshafen: Die Messe der Allgemeinen Luftfahrt für Spotter

