Das Wichtigste in Kürze
- Der Gripen ist Schwedens Kampfjet: Saab hat ihn als Nachfolger von Draken und Viggen entwickelt, seit 1996 fliegt er bei der schwedischen Luftwaffe.
- Schnellster Erkennungsweg: Canards und Deltaflügel wie bei Eurofighter und Rafale, aber nur ein Triebwerk und ein sehr kleiner Rumpf.
- JAS steht für Jakt, Attack, Spaning – Luftkampf, Angriff und Aufklärung in einem Flugzeug.
- Versionen: A/B als erste Serie, C/D als heutiger Standard mit NATO-Kompatibilität und Luftbetankung, E/F als neue, größere Generation mit GE-F414-Triebwerk.
- In Europa siehst du ihn vor allem in Schweden, Ungarn (Kecskemét) und Tschechien (Čáslav) – und bei vielen Airshows.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Saab JAS 39 Gripen?
- 2.Gebaut für Straßenbasen und Wehrpflichtige
- 3.Die Versionen: A/B, C/D und E/F
- 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Gripen, Eurofighter, Rafale oder F-16?
- 6.Wer fliegt den Gripen?
- 7.Spotting-Tipps für den Gripen
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Erbe und Familie: von Draken bis Red Hawk
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Saab AB, Linköping (Schweden) |
|---|---|
| Rolle | Einstrahliges Mehrzweck-Kampfflugzeug (Luftkampf, Angriff, Aufklärung) |
| Erstflug | 9. Dezember 1988 (Prototyp); Gripen E: 15. Juni 2017 |
| Indienststellung | 1996 (Schwedische Luftwaffe) |
| Besatzung | 1 (A, C, E) oder 2 (B, D, F) |
| Triebwerk C/D | 1 × Volvo RM12 (Lizenzableger des GE F404), rund 54 kN ohne und rund 80 kN mit Nachbrenner |
| Triebwerk E/F | 1 × GE F414G, bis 98 kN mit Nachbrenner |
| Länge | C: 14,9 m · D: 15,6 m · E: 15,2 m · F: 15,9 m |
| Spannweite | C/D: rund 8,4 m · E/F: rund 8,6 m |
| Höhe | rund 4,5 m |
| Max. Startgewicht | C/D: rund 14 t · E/F: 16,5 t |
| Höchstgeschwindigkeit | rund Mach 2 in großer Höhe |
| Bordkanone | 1 × Mauser BK-27 (27 mm), nur bei den Einsitzern |
| Außenlaststationen (E) | 10 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Nur ein Triebwerk mit einer einzelnen Düse im Heck, darüber ein einzelnes Seitenleitwerk
- Canards direkt an den Lufteinlässen, dicht vor der Flügelwurzel – nicht weit vorn am Cockpit wie beim Eurofighter
- Zwei seitliche, halbrunde Lufteinlässe links und rechts hinter dem Cockpit
- Deltaflügel ohne Höhenleitwerk und insgesamt sehr kompakte Abmessungen – deutlich kleiner als Eurofighter oder Rafale
- Gripen D und F: verlängerte Cockpithaube mit zwei Sitzen hintereinander
- Gripen E: etwas längerer Rumpf, Hauptfahrwerk in einer Verkleidung unter dem Rumpf und ein IRST-Sensor vor der Cockpitscheibe
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner grauer Jet rollt an, die einzelne Düse glüht, nach kurzer Strecke hebt er ab und zieht steil weg. Von unten siehst du einen Deltaflügel mit kleinen Entenflügeln davor – aber eben nur ein Triebwerk. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Saab JAS 39 Gripen. Der schwedische Kampfjet ist kompakter als Eurofighter und Rafale, fliegt aber nicht nur in Skandinavien: Ungarn und Tschechien nutzen ihn mitten in Europa, und bei Airshows ist er ein Dauergast. Hier erfährst du, woran du ihn sicher erkennst, wie sich die Versionen C/D und E/F unterscheiden und wo du die besten Chancen auf eine Sichtung hast.
Gripen im Hangar
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Was ist der Saab JAS 39 Gripen?
Der Gripen ist ein einstrahliges Mehrzweck-Kampfflugzeug des schwedischen Konzerns Saab. Die drei Buchstaben im Namen beschreiben das Konzept: Jakt für den Luftkampf, Attack für Angriffe auf Boden- und Seeziele, Spaning für Aufklärung. Statt für jede Aufgabe eine eigene Variante zu bauen, wie es Schweden zuvor beim Saab 37 Viggen getan hatte, sollte ein einziges Flugzeug alles können. „Gripen“ ist das schwedische Wort für Greif.
Die Entwicklung begann Ende der 1970er-Jahre mit Studien zur Nachfolge von Viggen und Saab 35 Draken. 1982 bestellte Schweden fünf Prototypen und eine erste Serie von 30 Flugzeugen. Der erste Prototyp startete am 9. Dezember 1988 in Linköping. Die ersten Jahre verliefen holprig: Schon im Februar 1989 ging ein Prototyp bei der Landung verloren, 1993 stürzte ein Serienflugzeug bei einer Flugvorführung über Stockholm ab. Ursache war in beiden Fällen die Flugsteuerungssoftware, die anschließend überarbeitet wurde. 1996 stellte die schwedische Luftwaffe den Typ in Dienst.
Technisch setzt der Gripen auf dasselbe Grundprinzip wie Eurofighter und Rafale: einen Deltaflügel mit Canards davor, eine bewusst instabile Auslegung und eine digitale Flugsteuerung, die das Flugzeug stabil hält. Der große Unterschied liegt in der Größe und im Antrieb. Der Gripen ist kleiner, leichter und hat nur ein Triebwerk. Das hält die Betriebskosten niedrig und war für viele Exportkunden ein zentrales Argument.
Gebaut für Straßenbasen und Wehrpflichtige
Wer den Gripen verstehen will, muss die schwedische Verteidigungsdoktrin kennen. Im Kalten Krieg plante Schweden, seine Kampfflugzeuge im Ernstfall auf zahlreiche Behelfspisten zu verteilen, darunter gerade, verbreiterte Abschnitte normaler Landstraßen. Ein Flugzeug für dieses Konzept muss mit kurzen Pisten auskommen, robust sein und von kleinen Teams versorgt werden können.
Genau darauf ist der Gripen ausgelegt. Er startet und landet auf vergleichsweise kurzen Strecken, die Canards dienen bei der Landung zusätzlich als Bremsklappen. Wartung und Betankung erledigen in Schweden zum Teil Wehrpflichtige mit wenig Spezialwerkzeug. Saab nennt für den Gripen E eine Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft für Luftkampfmissionen von rund 15 Minuten, für schwerere Beladungen bis zu 25 Minuten.
Für dich als Spotter heißt das: Bei schwedischen Übungen mit Straßenbasen entstehen ungewöhnliche Motive – Kampfjets zwischen Bäumen, auf Asphalt mit Mittellinie. Solche Termine werden allerdings selten weit im Voraus angekündigt.
Die Versionen: A/B, C/D und E/F
Der Gripen hat sich in drei großen Generationen entwickelt. Wie bei vielen Kampfjets stehen die geraden Buchstaben für Doppelsitzer.
| Version | Typ | Was sie ausmacht |
|---|---|---|
| JAS 39A | Einsitzer | Erste Serie für Schweden, schwedische Cockpitbeschriftung, nicht für den Export |
| JAS 39B | Doppelsitzer | Trainer auf Basis der A, ohne Bordkanone, mit kleinerem Tank |
| JAS 39C | Einsitzer | Glascockpit mit größeren Farbbildschirmen, Luftbetankungssonde, NATO-kompatible Bewaffnung und Datenlink; heutiger Standard |
| JAS 39D | Doppelsitzer | Voll einsatzfähiger Zweisitzer zur C, ohne Bordkanone |
| JAS 39E | Einsitzer | Neue Generation: längerer Rumpf, GE F414G, AESA-Radar, IRST, mehr Treibstoff und Zuladung |
| JAS 39F | Doppelsitzer | Zweisitzer zur E, ohne Bordkanone; vor allem für Brasilien |
Die meisten älteren A- und B-Maschinen hat Schweden entweder ausgemustert oder auf den C/D-Standard umgebaut. Ein Teil dieser umgebauten Flugzeuge ging später per Leasing nach Ungarn und Tschechien.
Gripen C/D
Die C/D ist die Version, die du in Europa mit Abstand am häufigsten siehst. Angetrieben wird sie vom Volvo RM12, einer schwedischen Weiterentwicklung des amerikanischen GE F404. Ohne Nachbrenner liefert es rund 54 Kilonewton, mit Nachbrenner rund 80 Kilonewton. Die Luftbetankungssonde ist einziehbar und im eingefahrenen Zustand kaum zu sehen.
Gripen E/F
Der Gripen E ist weit mehr als ein Update. Saab hat die Zelle vergrößert, das Hauptfahrwerk in eine Verkleidung unter dem Rumpf verlegt und die interne Tankkapazität deutlich erhöht. Das GE F414G von GE Aerospace bringt mit Nachbrenner bis zu 98 Kilonewton. Dazu kommen ein AESA-Radar, ein Infrarot-Suchsensor (IRST) und zehn Außenlaststationen. Der erste Gripen E flog am 15. Juni 2017 in Linköping. Die offizielle Übergabe an die schwedische Luftwaffe fand im Oktober 2025 statt; Brasilien erhielt seine ersten Serienmaschinen bereits 2022.
C oder E? So schaust du hin
Achte beim Rollen auf das Hauptfahrwerk: Bei der C fährt es seitlich in den Rumpf ein, bei der E sitzt es in einer deutlich sichtbaren Verkleidung unter dem Rumpf. Vor der Cockpitscheibe der E ist außerdem der kugelförmige IRST-Sensor zu erkennen.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Unter den europäischen Kampfjets mit Canards ist der Gripen der kleinste. Drei Blicke genügen meist.
Triebwerke zählen
Im Heck sitzt nur eine einzelne Düse unter einem Seitenleitwerk. Das trennt ihn sofort von Eurofighter und Rafale.
Canards suchen
Die Entenflügel sitzen direkt an den Lufteinlässen, eng vor der Flügelwurzel. Im Überflug wirken Canards und Delta fast wie eine durchgehende Fläche.
Einlässe prüfen
Zwei halbrunde Lufteinlässe liegen seitlich hinter dem Cockpit. Unter dem Rumpf ist kein Einlass – anders als bei F-16 und Eurofighter.
Am Ende bestätigt die Kennung den Typ und das Land. Die Hoheitszeichen helfen zusätzlich: Schweden trägt blaue Kreise mit drei gelben Kronen, Ungarn rot-weiß-grüne Dreiecke, Tschechien das blau-weiß-rote Rondell mit Keilen. Einzelne Seriennummern schlägst du am besten in einer Militärdatenbank wie Scramble nach.
Gripen, Eurofighter, Rafale oder F-16?
Canards und Delta machen den Gripen auf Distanz leicht verwechselbar. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Jet mit Deltaflügel
Saab JAS 39 Gripen
Ein Triebwerk, Canards dicht am Flügel und seitliche Einlässe – das ist der Gripen. Prüf jetzt noch Hoheitszeichen und Kennung.
Eurofighter Typhoon
Zwei Triebwerke und ein breiter Einlass unter der Nase sprechen für den Eurofighter.
Dassault Rafale
Zwei Düsen, seitliche Einlässe und Canards vor dem Flügel: Das passt zur Rafale, die deutlich größer ist als der Gripen.
F-16 Fighting Falcon
Kein Delta, keine Canards, aber ein Einlass unter dem Rumpf: Das ist eher eine F-16.
Mit der F-35 Lightning II wirst du den Gripen kaum verwechseln: Sie hat zwei schräg gestellte Seitenleitwerke und ein klassisches Höhenleitwerk. Interessant ist der Vergleich trotzdem, weil die F-35A in Tschechien den Gripen ablösen wird. In Tschechien löste der Gripen die MiG-21 ab, in Ungarn flogen vorher MiG-29 und MiG-21. Einen breiten Überblick gibt der Guide Kampfjets in Europa erkennen.
Wer fliegt den Gripen?
Bis 2025 waren nach Angaben aus Nachschlagewerken mehr als 280 Gripen ausgeliefert. Die folgende Übersicht zeigt die Nutzer mit Stand Oktober 2026; Stückzahlen sind gerundet bzw. auf die öffentlich bekannten Bestellungen beschränkt.
| Land | Status (Stand Oktober 2026) |
|---|---|
| Schweden | Größter Nutzer, Flotte aus C/D; 60 Gripen E bestellt, Auslieferung läuft seit 2025 |
| Ungarn | 14 geleaste C/D seit 2006/2007, dazu vier weitere C; Übernahme ins Eigentum nach Leasingende 2026 vereinbart |
| Tschechien | 14 geleaste C/D seit 2005, Nutzung bis voraussichtlich 2027 mit Verlängerungsoption; Nachfolger F-35A bestellt |
| Südafrika | C/D-Flotte (South African Air Force) |
| Thailand | C/D-Flotte; im August 2025 erste Gripen E/F bestellt |
| Brasilien | Gripen E/F als F-39E/F, erste Serienmaschinen seit 2022; Teile der Produktion im eigenen Land |
| Großbritannien | Ein geleaster Gripen D bei der Testpilotenschule ETPS |
| Kolumbien | Vertrag über 17 Gripen E/F im November 2025 unterschrieben |
| Ukraine | Vertrag über 16 Gripen E im Juni 2026; Schweden will zusätzlich gebrauchte C/D abgeben |
In Brasilien arbeitet Saab eng mit Embraer zusammen, ein Teil der F-39E wird dort im Land gefertigt. Im März 2026 stellte Brasilien die erste im Inland gefertigte Maschine vor.
Schweden
Die schwedische Luftwaffe (Flygvapnet) betreibt den Gripen derzeit vor allem bei drei Geschwadern: F 7 in Såtenäs am Vänern-See, F 17 in Ronneby in Südschweden und F 21 in Luleå im hohen Norden. Dazu kommen Erprobungsflugzeuge bei Saab in Linköping, wo auch die Endmontage sitzt. Seit dem NATO-Beitritt Schwedens im März 2024 sind schwedische Gripen häufiger bei Übungen und Einsätzen im Bündnisgebiet zu sehen.
Ungarn
Die ungarischen Gripen fliegen von Kecskemét südöstlich von Budapest. Ungarn beteiligt sich mit ihnen regelmäßig an der NATO-Luftraumüberwachung, etwa im Baltikum. Wer ohnehin in Budapest ist – etwa für Linienverkehr am Flughafen Budapest –, kann einen Abstecher zu Flugtagen in Kecskemét einplanen, sofern einer stattfindet.
Tschechien
Die tschechischen Gripen sind in Čáslav östlich von Prag stationiert. Die dortige 211. Taktische Staffel trägt den Tiger im Wappen und ist beim NATO Tiger Meet aktiv – entsprechend gibt es tschechische Gripen mit spektakulären Tiger-Sonderlackierungen. Ob die tschechischen Maschinen gerade eine Sonderlackierung tragen, wechselt von Jahr zu Jahr. Hintergründe findest du in den Beiträgen NATO Tiger Meet und NATO Tiger Meet und militärische Sonderlackierungen.
Tiger-Gripen nicht verpassen
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Spotting-Tipps für den Gripen
In Deutschland gibt es keine Gripen-Basis. Trotzdem hast du realistische Chancen: bei Airshows, bei multinationalen Übungen und bei Verlegungen, wenn ungarische, tschechische oder schwedische Maschinen auf deutschen Fliegerhorsten zwischenlanden.
Airshows
Der Gripen ist auf vielen europäischen Flugtagen vertreten, oft auch mit Solo-Display, das seine Wendigkeit zeigt. Gute Gelegenheiten bieten:
- das Royal International Air Tattoo in Fairford, wo Gripen regelmäßig im Flying Display oder in der Static zu sehen sind
- die AIRPOWER in Zeltweg in Österreich, zu der auch Nachbarländer wie Ungarn und Tschechien Jets schicken
- das NATO Tiger Meet, wenn die tschechischen Tiger teilnehmen
Einen Überblick über weitere Termine gibt dir Airshows in Europa. Wie du dort zu guten Bildern kommst, erklärt Airshows fotografieren.
An Militärflugplätzen
Militär-Spotting heißt: Geduld haben und Regeln beachten. Bleib auf öffentlichem Grund, beachte Sperrschilder und Fotografierverbote – in anderen Ländern können die Vorschriften strenger sein als in Deutschland. Die Grundlagen stehen im Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln. Informiere dich vor einer Reise nach Kecskemét, Čáslav oder zu schwedischen Basen zusätzlich über die lokalen Bestimmungen.
Bereit für deine Gripen-Tour?
- Ich habe geprüft, ob am Standort gerade Flugbetrieb ist oder eine Airshow stattfindet.
- Ich kenne die Fotoregeln des Landes und bleibe außerhalb militärischer Sperrbereiche.
- Ich habe die Startrichtung anhand des Windes abgeschätzt.
- Kurze Verschlusszeit und Serienbild sind eingestellt.
- Gehörschutz ist eingepackt – auch ein einzelner Nachbrenner ist laut.
Fototipps
Kleiner Jet, längere Brennweite
Der Gripen ist kompakt. Wo beim Eurofighter 400 mm reichen, brauchst du für ein formatfüllendes Bild oft mehr.
Draufsicht im Display
Bei engen Kurven zeigt der Gripen Delta und Canards von oben. Das ist das typische Motiv – genau dann auslösen.
Kurze Startstrecke einplanen
Er hebt früh ab. Stell dich eher an den Anfang oder die Mitte der Piste als ans Ende.
Licht planen
Bei Airshows kennst du die Display-Linie. Berechne den Sonnenstand vorab und such dir eine Position mit Licht im Rücken.
Wie das mit dem Licht funktioniert, erklärt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Mit Planetrack hast du dafür den Sonnenstand-Planer direkt am Spot dabei, und mit Wetter, Wind und Pistenrichtung am Flughafen schätzt du die Startrichtung ab.
Gripen im Museum
Wer die Geschichte der schwedischen Kampfjets komplett sehen will, fährt ins Flygvapenmuseum in Linköping; Tipps für den Besuch am Flugplatz Malmen findest du beim Spot Flygvapenmuseum am Flugplatz Linköping. Dort stehen die Vorgänger Draken und Viggen, und die Stadt ist zugleich der Sitz der Gripen-Fertigung. Wenn du Glück hast, siehst du über Linköping sogar Testflüge.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Gripen, wenn …
- nur eine Triebwerksdüse im Heck sitzt
- die Canards direkt an den seitlichen Einlässen liegen
- der Jet auffällig klein und zierlich wirkt
- schwedische, ungarische oder tschechische Hoheitszeichen zu sehen sind
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Jet nur frontal oder im Gegenlicht siehst
- eine Tiger-Lackierung die Konturen auflöst
- die Entfernung sehr groß ist – dann ähneln Gripen und Rafale sich stark
Es ist kein Gripen, wenn …
- zwei Triebwerksdüsen nebeneinander liegen
- ein Höhenleitwerk am Heck sitzt
- der Lufteinlass unter dem Rumpf liegt
- zwei Seitenleitwerke zu sehen sind
Erbe und Familie: von Draken bis Red Hawk
Der Gripen steht in einer langen Linie schwedischer Eigenentwicklungen. Der Draken mit seinem markanten Doppeldelta flog ab den 1950er-Jahren, der Viggen brachte ab den 1970ern bereits Canards an einem Deltaflügel – allerdings deutlich größer und fester eingebaut. Der Gripen übernahm diese Idee und kombinierte sie mit digitaler Flugsteuerung. Saab baut neben Kampfjets auch zivile Flugzeuge wie die Saab 340 und ist an der Entwicklung des Strahltrainers Boeing T-7A Red Hawk beteiligt.
Fazit
Der Saab JAS 39 Gripen ist der kleine, effiziente Vertreter der europäischen Canard-Delta-Jets: ein Triebwerk, kurze Pisten, schnelle Bodenzeiten. Für Spotter in Mitteleuropa ist er ein lohnendes Ziel, weil er nicht vor der Haustür fliegt, aber erreichbar bleibt – in Ungarn, Tschechien, Schweden und bei den großen Airshows. Mit dem Gripen E kommt eine neue Generation dazu, die du am Fahrwerk und am IRST-Sensor von der älteren C unterscheidest.
Kurzfazit
Canards an den Einlässen, Deltaflügel, ein Triebwerk und kompakte Maße: Das ist der Gripen. Die besten Chancen hast du in Kecskemét, Čáslav und an schwedischen Basen sowie bei RIAT, AIRPOWER und dem NATO Tiger Meet.
Zusammenfassung
- Der Saab JAS 39 Gripen flog 1988 zum ersten Mal und ist seit 1996 das Rückgrat der schwedischen Luftwaffe.
- Mit einem Triebwerk, Canards an den Einlässen und kompaktem Deltaflügel ist er von Eurofighter und Rafale gut zu unterscheiden.
- Der Gripen E löst schrittweise die C/D-Flotte ab; Brasilien fliegt ihn bereits als F-39E, weitere Länder haben bestellt.
- In Mitteleuropa bieten Ungarn und Tschechien die besten Chancen, dazu Airshows wie RIAT, AIRPOWER oder das NATO Tiger Meet.
Häufige Fragen
Was bedeutet „JAS“ beim Gripen?
JAS ist eine schwedische Abkürzung für Jakt (Luftkampf), Attack (Angriff auf Bodenziele) und Spaning (Aufklärung). Der Gripen sollte von Anfang an alle drei Aufgaben erfüllen, für die Schweden zuvor verschiedene Viggen-Varianten brauchte. „Gripen“ heißt auf Schwedisch Greif.
Wie unterscheide ich Gripen und Eurofighter?
Beide haben Canards und einen Deltaflügel. Der Gripen hat aber nur ein Triebwerk, seitliche Lufteinlässe und Canards direkt vor dem Flügel. Der Eurofighter hat zwei Triebwerke, einen Einlass unter dem Rumpf und Canards weit vorn unter dem Cockpit. Zudem ist der Gripen sichtbar kleiner.
Was ist der Unterschied zwischen Gripen C und Gripen E?
Der Gripen E ist eine stark überarbeitete Generation: etwas länger, schwerer, mit stärkerem GE-F414G-Triebwerk, AESA-Radar, Infrarot-Suchsensor (IRST) und mehr Treibstoff. Von außen erkennst du ihn am Fahrwerk, das unter dem Rumpf in einer Verkleidung verschwindet, und am IRST-Sensor vor dem Cockpit. Der Gripen C nutzt das Volvo RM12, einen Lizenzableger des GE F404.
Welche Länder fliegen den Gripen?
Schweden, Ungarn, Tschechien, Südafrika, Thailand und Brasilien betreiben den Gripen. Dazu fliegt die britische Testpilotenschule ETPS einen geleasten Gripen D. Kolumbien hat im November 2025 Gripen E/F bestellt, die Ukraine im Juni 2026 Gripen E; die Auslieferungen an beide Länder sind erst für die kommenden Jahre vorgesehen.
Gehören die ungarischen und tschechischen Gripen den Ländern selbst?
Beide Länder haben ihre Gripen von Schweden geleast. Ungarn hat laut den verfügbaren Angaben vereinbart, die Flugzeuge nach Ende des Leasings 2026 zu übernehmen, und zusätzlich vier weitere Gripen C beschafft. Tschechien nutzt seine Maschinen bis voraussichtlich 2027 mit Option auf Verlängerung und hat als Nachfolger 24 F-35A bestellt.
Kann der Gripen von Straßen aus starten?
Ja, das ist ein Kernmerkmal des Konzepts. Schweden plante seine Verteidigung jahrzehntelang mit verstreuten Straßenbasen. Saab gibt an, dass der Gripen E von unvorbereiteten Straßen und Behelfspisten aus operieren kann und mit kleiner Bodenmannschaft in 15 bis 25 Minuten wieder einsatzbereit ist.
Wie verfolge ich Gripen online?
Militärjets senden oft keine oder nur eingeschränkte Positionsdaten. Welche Wege es trotzdem gibt, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Saab JAS 39 Gripen sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Saab
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HerstellerGE Aerospace
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