Das Wichtigste in Kürze
- Die E-3 Sentry ist das klassische AWACS-Flugzeug: eine umgebaute Boeing 707 mit drehender Radarschüssel auf dem Rücken.
- 68 Maschinen entstanden zwischen 1977 und 1992 für die USA, die NATO, Großbritannien, Frankreich und Saudi-Arabien.
- Die NATO-Flotte mit heute 14 E-3A ist in Geilenkirchen stationiert und trägt luxemburgische Kennzeichen.
- Schnellster Erkennungsweg: Radarschüssel plus vier Triebwerke – die E-767 hat zwei, die E-7 einen flachen Radarbalken statt Schüssel.
- Die Ablösung läuft: Großbritannien hat die E-3 2021 ausgemustert, Frankreich und eine NATO-Gruppe setzen auf die Saab GlobalEye, die USA auf die E-7.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Boeing E-3 Sentry?
- 2.Entstehung: ein Radar, das nach unten schaut
- 3.Technik: was in der E-3 steckt
- 4.Versionen und Modernisierungen
- 5.Die Betreiber im Überblick
- 6.So erkennst du die E-3
- 7.E-3 und ihre Verwechslungskandidaten
- 8.Wo du die E-3 siehst
- 9.Fototipps für Zaun und Airshow
- 10.Ausmusterung und Nachfolge
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Boeing (Flugzeug und Systemintegration), Radar von Westinghouse, heute Northrop Grumman |
|---|---|
| Basis | Boeing 707-320B |
| Rolle | Luftgestütztes Frühwarn- und Führungssystem (AWACS) |
| Gebaute Maschinen | 68 (1977 bis 1992) |
| Erstflug | Prototyp EC-137D am 9. Februar 1972 |
| Erstauslieferung | März 1977 an die US Air Force (Tinker AFB) |
| Betreiber | US Air Force, NATO, Frankreich, Saudi-Arabien, Chile; früher Royal Air Force |
| Radar | AN/APY-1 bzw. AN/APY-2 (Puls-Doppler, 360 Grad) |
| Rotodom | rund 9,1 m Durchmesser, in der Mitte etwa 1,8 m dick, rund 3,4 m über dem Rumpf |
| Triebwerke | 4 × Pratt & Whitney TF33-PW-100A (USAF, NATO) oder 4 × CFM56 (Frankreich, Saudi-Arabien, ehemals Großbritannien) |
| Länge | rund 46,6 m |
| Spannweite | rund 44,4 m |
| Max. Startgewicht | rund 157 t |
| Besatzung | 4 Cockpit, 13 bis 19 Missionsbesatzung |
| Flugdauer | mehr als 8 Stunden ohne Luftbetankung (TF33-Version) |
| Status | in mehreren Luftstreitkräften aktiv, Flotten schrumpfen (Stand Oktober 2026) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- 707-Silhouette: schlanker, langer Rumpf, gepfeilte Flügel mit vier Triebwerken an Einzelpylonen
- Große, flache Radarschüssel (Rotodom) auf zwei Streben über dem hinteren Rumpf
- TF33-Triebwerke (USAF, NATO) sind lang und schmal; CFM56 (Frankreich, Saudi-Arabien, Chile) haben dicke, runde Gondeln
- Kaum Kabinenfenster, Lackierung in hellem bis mittlerem Grau
- NATO-Maschinen: Kennzeichen LX-N… und NATO-Stern am Leitwerk
- Kein Tankausleger am Heck und keine Triebwerke im Leitwerk – damit klar abgrenzbar von KC-135 und Tankern
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grauer Vierstrahler zieht tief über die Felder bei Teveren, auf dem Rücken eine riesige, flache Scheibe: Das ist eine Boeing E-3 Sentry, das wohl bekannteste fliegende Radar der Welt. Seit den späten 1970ern ist sie das Sinnbild für „AWACS“ und gehört für viele Spotter im Westen Deutschlands fast zum Alltag. Hier erfährst du, wie die E-3 entstanden ist, was sie technisch auszeichnet, welche Länder sie fliegen, wie du die Versionen auseinanderhältst und wie es mit dem Typ weitergeht.
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Was ist die Boeing E-3 Sentry?
Die E-3 ist ein AWACS-Flugzeug – Airborne Warning and Control System. Solche Maschinen kreisen in großer Höhe über einem Einsatzgebiet, erfassen mit ihrem Radar Flugzeuge, Hubschrauber und Marschflugkörper in weitem Umkreis und leiten eigene Jets, Tanker und Transporter. Im Grunde ist die E-3 eine fliegende Radarstation mit integrierter Flugleitzentrale.
Das Flugzeug darunter ist ein alter Bekannter: eine Boeing 707-320B, also das Langstreckenmuster, mit dem Boeing in den 1950ern das Jetzeitalter im Linienverkehr eingeläutet hat. Die Geschichte des Airliners erzählt der Beitrag Boeing 707. Für die E-3 wurde der Rumpf innen komplett umgebaut, verstärkt und mit der markanten Radarschüssel versehen. Mehr zum Hersteller findest du auf der Seite zu Boeing.
Gebaut wurden 68 Maschinen zwischen 1977 und 1992. Die zivile 707 war zu diesem Zeitpunkt längst ausgelaufen; die AWACS-Flugzeuge gehörten – neben militärischen Schwestermodellen wie der E-6 – zu den letzten 707-Zellen, die Boeing überhaupt fertigte.
Entstehung: ein Radar, das nach unten schaut
Ende der 1960er wollte die US Air Force die alternden Frühwarnflugzeuge auf Basis der Super Constellation ersetzen. Deren Radare hatten ein grundsätzliches Problem: Über Land gingen tieffliegende Ziele im Bodenecho unter. Gesucht war ein Radar mit „Look-down“-Fähigkeit, das ein Flugzeug auch vor dem Hintergrund von Gelände sicher erkennt – und ein Träger, der lange genug in der Luft bleibt.
Boeing gewann den Wettbewerb mit dem Vorschlag, die 707 als Plattform zu nutzen. Zwei Radarhersteller traten mit Prototypen gegeneinander an, das Rennen machte Westinghouse mit einem Puls-Doppler-Radar. Der erste Testträger mit der Bezeichnung EC-137D startete am 9. Februar 1972 zum Erstflug. Ab 1975 wurden die Systeme gemeinsam erprobt, und im März 1977 übernahm die US Air Force auf der Tinker Air Force Base in Oklahoma ihre erste E-3.
Technik: was in der E-3 steckt
Von außen zählt vor allem die Schüssel, im Inneren ist die E-3 aber ein kompletter Gefechtsstand. Die wichtigsten Punkte:
- Rotodom: Die Radarschüssel misst rund 9,1 Meter im Durchmesser, ist in der Mitte etwa 1,8 Meter dick und sitzt auf zwei Streben gut drei Meter über dem Rumpf. Im Betrieb dreht sie sich etwa sechsmal pro Minute, ihre Vorderkante ist leicht nach unten geneigt, um den Luftwiderstand zu senken.
- Radar: Unter der Haube arbeitet ein Puls-Doppler-Radar der Familie AN/APY-1/APY-2. Tieffliegende Ziele erfasst es auf mehr als 400 Kilometer, Flugzeuge in mittlerer und großer Höhe in einem Zusatzmodus noch deutlich weiter. In der Schüssel steckt außerdem die Antenne der Freund-Feind-Kennung.
- Triebwerke: Die Maschinen der USAF und der NATO fliegen mit vier Pratt & Whitney TF33-PW-100A mit je rund 96 kN Schub. Saudi-Arabien, Großbritannien und Frankreich wählten die sparsameren CFM56, die mehr Reichweite und Flugzeit bringen. Mehr zu den Herstellern findest du bei Pratt & Whitney und CFM International.
- Besatzung: Vorn sitzen vier Personen im Cockpit, hinten je nach Auftrag 13 bis 19 Spezialisten an Konsolen für Überwachung, Waffeneinsatzleitung und Kommunikation.
- Ausdauer: Ohne Luftbetankung bleibt eine TF33-E-3 mehr als acht Stunden in der Luft, mit CFM56 rund elf Stunden. Mit Betankung verlängert sich das vor allem durch die Grenzen der Besatzung.
Praxis-Tipp für Fotos
Die Schüssel wirkt im Profil am stärksten. Frontal verschwindet sie fast hinter dem Rumpf. Bei Landungen bekommst du Rotodom, Streben und die vier Triebwerke am besten von schräg seitlich ins Bild – ideal ist ein Standpunkt neben der Anfluglinie statt direkt darunter.
Versionen und Modernisierungen
Weil die E-3 über fast fünf Jahrzehnte im Dienst ist, gibt es eine ganze Reihe von Bezeichnungen. Für Spotter ist das hilfreich, weil sich daraus Betreiber und Triebwerk ableiten lassen:
| Version | Betreiber | Triebwerk | Hinweis |
|---|---|---|---|
| E-3A | NATO, Saudi-Arabien, anfangs USAF | TF33 (NATO), CFM56 (Saudi-Arabien) | erste Serienversion |
| E-3B / E-3C | US Air Force | TF33 | modernisierte US-Standards |
| E-3G | US Air Force | TF33 | aktueller US-Standard nach Block 40/45 |
| E-3D (Sentry AEW1) | Royal Air Force, heute Chile | CFM56 | in Großbritannien 2021 ausgemustert |
| E-3F | Frankreich | CFM56 | vier Maschinen in Avord |
Die wichtigsten Modernisierungen liefen in Etappen. Das Block-30/35-Paket brachte ab Ende der 1980er elektronische Aufklärungssensoren, Datenlink 16 und GPS. Das gemeinsam von USA und NATO aufgelegte Radar System Improvement Program (RSIP) verbesserte die Empfindlichkeit des Radars; Großbritannien und Frankreich zogen nach. Mit Block 40/45 bekamen die US-Maschinen ab den 2010ern neue Zentralrechner und Konsolen, daraus wurde die Bezeichnung E-3G.
Die NATO ging einen eigenen Weg: Sie erneuerte unter anderem ab 2019 die Cockpits mit Bildschirmen und modernisiert mit dem Final Lifetime Extension Programme (FLEP) Missions- und Kommunikationssysteme. Laut NATO hat das Programm einen Umfang von rund einer Milliarde US-Dollar und soll die Flotte bis 2035 einsatzfähig halten.
Die Betreiber im Überblick
US Air Force
Mit 34 Maschinen war die USAF der größte Kunde. Heimat der Flotte ist die Tinker Air Force Base in Oklahoma, dazu kommen Staffeln auf Kadena in Japan und in Elmendorf in Alaska. Seit 2023 baut die Air Force ihre E-3-Flotte deutlich ab, um Geld für den Nachfolger freizumachen. Die geplante Beschaffung der Boeing E-7 Wedgetail war in Washington zwischenzeitlich gestrichen und wurde 2026 politisch wieder aufgenommen; Stückzahlen und Zeitplan waren im Oktober 2026 noch nicht endgültig geklärt. Wie US-Seriennummern aufgebaut sind, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Den schwersten Unfall des Typs erlebte die USAF am 22. September 1995: Kurz nach dem Start in Elmendorf geriet eine E-3 in einen Schwarm Kanadagänse, zwei Triebwerke fielen aus, und alle 24 Menschen an Bord kamen ums Leben.
NATO
Die NATO-Flotte ist ein Unikat: 18 E-3A, die dem Bündnis gemeinsam gehören und von gemischten Besatzungen vieler Mitgliedsstaaten geflogen werden. Beschlossen wurde die Beschaffung im Dezember 1978, ausgeliefert zwischen 1982 und 1985. Die E-3A Component gilt als erste multinationale fliegende Einheit der Allianz. Registriert sind die Maschinen in Luxemburg, daher die Kennzeichen mit dem Präfix LX-N.
Heimatbasis ist die NATO Air Base Geilenkirchen (ICAO: ETNG) bei Teveren, direkt an der niederländischen Grenze. Dazu kommen vorgeschobene Basen in Konya (Türkei), Aktion (Griechenland) und Trapani (Italien) sowie ein Stützpunkt im norwegischen Ørland. Eine Maschine ging 1996 bei einem Startabbruch in Aktion verloren, drei weitere wurden ausgemustert. Heute umfasst die Flotte 14 E-3A.
Die NATO-AWACS waren unter anderem nach dem 11. September 2001 über den USA im Einsatz, über dem Balkan, über Libyen 2011 und in Afghanistan. Seit 2014 und verstärkt seit 2022 überwachen sie den Luftraum an der Ostflanke des Bündnisses.
Wissen, wann die AWACS zurückkommt
Richte einen Sichtungs-Alarm für die E-3 oder einzelne LX-N-Kennzeichen ein, und Planetrack meldet dir, wenn sie im Anflug sind. Wind, Wetter und aktive Piste am Flughafen siehst du gleich mit. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Frankreich
Frankreich betreibt vier E-3F mit CFM56-Triebwerken, unabhängig von der NATO-Flotte. Stationiert sind sie auf der Base aérienne 702 in Avord im Département Cher. Seit ihrer Indienststellung um 1990 wurden sie mehrfach modernisiert, unter anderem mit dem Radar-Upgrade RSIP. Ende 2025 hat Frankreich zwei Saab GlobalEye mit Option auf zwei weitere bestellt; die Auslieferung ist für 2029 bis 2032 vorgesehen, bis dahin bleibt die E-3F im Dienst. Was beim Fotografieren in Frankreich gilt, fasst Fotografieren an französischen Flughäfen zusammen.
Saudi-Arabien
Die Royal Saudi Air Force bestellte 1983 fünf E-3A, die in der zweiten Hälfte der 1980er ausgeliefert wurden – anders als die US- und NATO-Maschinen mit CFM56-Triebwerken. Ab 2013 erhielten die Maschinen ebenfalls das Radar-Upgrade RSIP. Saudi-Arabien gehört damit zu den Betreibern, deren E-3 noch aktiv sind; Details zur Zukunft der Flotte sind öffentlich kaum bekannt.
Großbritannien und Chile
Die Royal Air Force flog sieben E-3D, offiziell Sentry AEW1, von RAF Waddington aus. Äußerlich fielen sie durch Sensorbehälter an den Flügelspitzen und einen zusätzlichen Betankungsrüssel über dem Cockpit auf. Der letzte Flug in britischen Diensten fand im August 2021 statt, früher als ursprünglich geplant. Nachfolger ist die E-7 Wedgetail. Drei der britischen Maschinen gingen an Chile, wo sie 2022 eintrafen; zwei davon sind für den Flugbetrieb vorgesehen, die dritte gilt als Ersatzteilspender.
So erkennst du die E-3
Bei einer Radarschüssel ist die Sache fast erledigt – jetzt geht es nur noch um Plattform und Betreiber.
Rotodom bestätigen
Eine runde, flache Scheibe auf zwei Streben über dem hinteren Rumpf heißt: Frühwarnflugzeug. Ein länglicher Balken wäre dagegen eine E-7 oder GlobalEye.
Triebwerke zählen
Vier Triebwerke an einem schlanken Rumpf – das ist die 707-Plattform und damit die E-3. Zwei Triebwerke an einem breiten Rumpf deuten auf die E-767.
Triebwerke und Kennzeichen lesen
Lange, schmale TF33 plus LX-N-Kennzeichen: NATO. Dicke CFM56-Gondeln: Frankreich, Saudi-Arabien oder Chile. US-Maschinen tragen Seriennummern und oft Staffelkürzel am Leitwerk.
Allgemeine Tipps zu Frühwarn- und Aufklärungstypen findest du in AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen.
E-3 und ihre Verwechslungskandidaten
Schnellbestimmung: E-3 oder Verwandter?
Boeing E-3 Sentry
Runde Schüssel auf einem vierstrahligen 707-Rumpf gibt es nur bei der E-3. LX-N-Kennzeichen verraten die NATO-Flotte.
Boeing E-767
Gleiche Schüssel, aber zwei Triebwerke an einem 767-Rumpf: das japanische AWACS. In Europa extrem selten.
Boeing E-7 Wedgetail
Ein fest eingebauter Radarbalken auf einer 737 zeigt die E-7 – den Nachfolger in Großbritannien und den USA.
Grumman E-2 Hawkeye
Radarschüssel auf einem kleinen Propellerflugzeug mit vier Seitenleitwerken: das trägergestützte Frühwarnflugzeug, das auch Frankreich fliegt.
KC-135 oder RC-135
Ähnlicher Vierstrahler ohne Schüssel: mit Ausleger ein Tanker, mit dicker Nase und Antennenwülsten ein Aufklärer der C-135-Familie.
| Merkmal | E-3 Sentry | E-767 | E-7 Wedgetail | KC-135 |
|---|---|---|---|---|
| Basisflugzeug | 707-320B | 767-200ER | 737-700 | eigener Entwurf, 707-verwandt |
| Triebwerke | 4 | 2 | 2 | 4 |
| Radar | runde Schüssel | runde Schüssel | flacher Balken | keins |
| Tankausleger | nein | nein | nein | ja |
Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit der E-767, weil die Schüssel praktisch identisch ist – die Triebwerkszahl klärt das sofort. Ohne Schüssel sieht ein grauer Vierstrahler schnell nach E-3 aus, ist aber oft eine KC-135 oder eine RC-135: Diese Familie ist kürzer und hat eine andere Rumpfform, auch wenn sie mit der 707 verwandt ist. Die E-6 Mercury der US Navy nutzt ebenfalls die 707-Zelle, hat aber keine Schüssel. Und die E-2 Hawkeye trägt zwar eine Radarschüssel, ist aber ein deutlich kleineres Propellerflugzeug.
Wo du die E-3 siehst
In Europa ist die Antwort eindeutig: Geilenkirchen. Die gesamte NATO-Flotte startet und landet auf der einzigen Piste 09/27. Geflogen wird nach Spottererfahrungen vor allem werktags, typisch sind wenige Missionen am Tag mit langen Pausen dazwischen. Einen öffentlichen Flugplan gibt es nicht.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| NATO Air Base Geilenkirchen | hoch | Heimatbasis aller 14 NATO-E-3A |
| BA 702 Avord, Frankreich | gut | Heimat der vier E-3F |
| Große Airshows und Flugtage | gelegentlich | E-3 als Static Display, etwa beim RIAT |
| Tinker AFB, USA | hoch | Hauptbasis der US-Flotte |
| Vorgeschobene NATO-Basen | gelegentlich | Konya, Aktion, Trapani, Ørland |
Alle Standorte, Brennweiten und Windregeln für Geilenkirchen findest du auf der Spotseite Spotterhügel Teveren, Hintergründe zur Basis in Planespotting in Geilenkirchen. Bei Westwind läuft der Betrieb meist über die 27, bei Ostwind über die 09 – vor dem Losfahren lohnt ein Blick auf die Windvorhersage.
Ein guter Weg zu Nahaufnahmen sind Flugtage: Beim Royal International Air Tattoo in Fairford standen E-3 schon mehrfach im Static Display, und bei offenen Tagen der Luftwaffe, die der Beitrag Tag der Bundeswehr vorstellt, ist die NATO-Flotte gelegentlich vertreten. Ob eine E-3 dabei ist, siehst du erst kurzfristig in den offiziellen Teilnehmerlisten.
Fotografieren an Militärflugplätzen
Bleib auf öffentlichem Grund, respektiere Absperrungen und fotografiere keine Tore, Wachen oder Sicherheitseinrichtungen. Allgemeine Hinweise gibt der Beitrag Militärflugplatz fotografieren: die Regeln.
Unterwegs verfolgen kannst du die E-3 nur eingeschränkt: Viele Militärflüge senden nicht durchgehend ADS-B, und Rufzeichen wechseln. Wie du trotzdem einen Überblick bekommst, zeigt Militärflugzeuge online verfolgen.
Bereit für deinen AWACS-Tag?
- Ich unterscheide eine E-3 (vier Triebwerke) von E-767 und E-7.
- Ich habe die Windrichtung für Geilenkirchen geprüft und kenne die passende Pistenseite.
- Ich plane einen Werktag statt eines Wochenendes.
- Ich kenne die Fotoregeln an Militärflugplätzen.
Fototipps für Zaun und Airshow
- Seitenprofil suchen: Schüssel, Streben und der lange 707-Rumpf wirken im Profil am besten. Landungen sind ideal, weil die E-3 dabei langsam und gleichmäßig fliegt.
- Belichtung anpassen: Grauer Rumpf vor hellem Himmel wird schnell zu dunkel. Eine leichte Plus-Korrektur hilft, ohne die helle Schüssel ausbrennen zu lassen.
- Kennzeichen lesbar halten: Bei 14 NATO-Maschinen ist jedes LX-N-Kennzeichen ein eigener Sammelpunkt. Achte darauf, dass es am Leitwerk erkennbar bleibt.
- Rauch mitnehmen: Die alten TF33 ziehen beim Start sichtbare Abgasfahnen hinter sich her – ein Detail, das mit der Ablösung der Flotte verschwindet.
- Licht planen: Wann die Sonne zu deinem Standpunkt passt, erklärt Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Ausmusterung und Nachfolge
Die E-3 ist ein Typ im Übergang. Großbritannien hat sie 2021 außer Dienst gestellt, die USA verkleinern ihre Flotte seit 2023. Für die NATO war 2023 zunächst die E-7 Wedgetail als Nachfolger ausgewählt, sechs Maschinen sollten beschafft werden. Nachdem die USA ihre eigenen E-7-Pläne zwischenzeitlich infrage gestellt hatten, rückten die beteiligten Staaten 2025 davon ab und suchten nach Alternativen.
Im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara am 7. Juli 2026 kündigten dann elf Staaten – Belgien, Dänemark, Deutschland, Kanada, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Rumänien und Schweden – an, gemeinsam bis zu zehn Saab GlobalEye zu beschaffen. Die GlobalEye basiert auf einem Businessjet der Bombardier-Global-6000-Familie, stammt vom schwedischen Hersteller Saab und trägt statt einer Schüssel einen länglichen Radarbalken. Saab betonte, dass damit noch kein Vertrag unterschrieben ist; die Verhandlungen laufen über die NATO-Beschaffungsagentur. Wo die neuen Flugzeuge dauerhaft stationiert werden, war im Oktober 2026 öffentlich noch nicht abschließend geklärt. Langfristig will die NATO die E-3A durch ein ganzes Netz aus Sensoren ersetzen; die bisherige Flotte soll bis etwa 2035 fliegen.
Es spricht für die E-3, wenn …
- eine runde Radarschüssel auf einem vierstrahligen Rumpf sitzt
- das Kennzeichen mit LX-N beginnt
- du am Flugplatz Geilenkirchen oder in Avord stehst
Sieh genauer hin, wenn …
- ein grauer Vierstrahler ohne Schüssel vorbeizieht – dann eher KC-135, RC-135 oder E-6
- die Maschine sehr weit weg ist und du die Triebwerke nicht zählen kannst
Es ist keine E-3, wenn …
- nur zwei Triebwerke unter den Flügeln hängen – dann E-767 oder E-7
- ein länglicher Radarbalken statt einer Schüssel montiert ist
- die Schüssel auf einem kleinen Propellerflugzeug sitzt – dann E-2 Hawkeye
Fazit
Die E-3 Sentry hat die Vorstellung davon geprägt, wie ein fliegendes Radar aussieht: eine graue 707 mit Schüssel auf dem Rücken. Fast fünf Jahrzehnte nach der ersten Auslieferung fliegt sie noch bei mehreren Betreibern, doch die Nachfolger stehen fest oder sind bestellt. Für Spotter heißt das: Die Zeit, die E-3 mit ihren rauchenden TF33 am Zaun zu erleben, ist begrenzt – und Geilenkirchen ist dafür in Europa der beste Ort.
Kurzfazit
Radarschüssel, vier Triebwerke, schlanker 707-Rumpf: Das ist die E-3. In Europa siehst du sie am zuverlässigsten werktags in Geilenkirchen, die französischen E-3F in Avord. Plane deine Besuche nicht zu spät – die Ablösung durch E-7 und GlobalEye ist eingeleitet.
Zusammenfassung
- Die USAF suchte ab Ende der 1960er ein fliegendes Radar, das auch tieffliegende Ziele über Land erkennt. Boeing setzte dafür eine Radarschüssel auf die 707; der Prototyp EC-137D flog 1972.
- Ab 1977 ging die E-3 an die US Air Force, ab 1982 an die NATO, später auch an Saudi-Arabien, Großbritannien und Frankreich. 1992 endete die Produktion nach 68 Exemplaren.
- In den folgenden Jahrzehnten wurden Radar, Rechner und Cockpits mehrfach modernisiert. Die NATO-Flotte soll mit dem letzten Lebensdauerprogramm bis 2035 fliegen.
- Für Spotter in Europa ist Geilenkirchen die erste Adresse; französische E-3F fliegen von Avord, und bei Airshows tauchen E-3 regelmäßig als Static Display auf.
Häufige Fragen
Was ist die Boeing E-3 Sentry?
Ein luftgestütztes Frühwarn- und Führungsflugzeug, kurz AWACS (Airborne Warning and Control System). Boeing hat dafür eine 707-320B mit einem großen Rundsuchradar in einer drehenden Schüssel ausgestattet. Die E-3 überwacht aus großer Höhe einen weiten Luftraum und führt eigene Flugzeuge.
Wie viele E-3 wurden gebaut?
Insgesamt 68: 34 für die US Air Force, 18 für die NATO, 7 für Großbritannien, 5 für Saudi-Arabien und 4 für Frankreich. Die Produktion lief von 1977 bis 1992; die E-3 gehörte damit zu den letzten Flugzeugen, die Boeing auf 707-Basis fertigte.
Warum tragen die NATO-AWACS luxemburgische Kennzeichen?
Die Flugzeuge gehören dem Bündnis gemeinsam und nicht einem einzelnen Staat. Registriert werden mussten sie trotzdem, und das übernimmt Luxemburg. Deshalb beginnen alle Kennzeichen mit LX-N.
Wo sehe ich die E-3 in Deutschland?
Am NATO-Flugplatz Geilenkirchen im Kreis Heinsberg. Dort ist die gesamte NATO-Flotte stationiert. Geflogen wird vor allem werktags, einen veröffentlichten Flugplan gibt es nicht. Gute Standorte beschreibt die Spotseite zum Spotterhügel Teveren.
Wie unterscheide ich E-3 und E-767?
Zähl die Triebwerke: Die E-3 hat vier an einem schlanken 707-Rumpf, die japanische E-767 nur zwei an einem deutlich breiteren 767-Rumpf. Die Radarschüssel sieht bei beiden fast gleich aus.
Was ist der Unterschied zwischen E-3A, E-3D, E-3F und E-3G?
Die Buchstaben stehen für Versionen und Betreiber. E-3A war die erste Serienversion und ist bis heute die Bezeichnung der NATO- und Saudi-Maschinen. E-3B und E-3C sind modernisierte US-Varianten, E-3G der aktuelle US-Standard nach dem Block-40/45-Upgrade. E-3D war die britische Version (Sentry AEW1), E-3F die französische – beide mit CFM56-Triebwerken.
Wer ersetzt die E-3?
Das ist je nach Land verschieden. Großbritannien setzt auf die Boeing E-7 Wedgetail, die USA nach längerem Hin und Her ebenfalls. Frankreich hat Ende 2025 Saab GlobalEye bestellt, und elf NATO-Staaten haben im Juli 2026 angekündigt, bis zu zehn GlobalEye gemeinsam zu beschaffen. Verträge und Zeitpläne waren im Oktober 2026 teils noch offen.
Boeing E-3 Sentry sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Boeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
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HerstellerCFM International
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Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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