Saab 37 Viggen

Großer Deltaflügel, Canards dahinter, Schubumkehr im Heck: Die Saab 37 Viggen war Schwedens Kampfjet des Kalten Krieges. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, welche Versionen es gab und wo du sie heute noch fliegen siehst.

Auch bekannt als: Viggen · AJ 37 · AJS 37 · JA 37 · SF 37 · SH 37 · Sk 37 · Sk 37E · Thunderbolt

SchwedenSaabMilitärflugzeuge11 Min. Lesezeit

1967

Erstflug

329

gebaute Maschinen

Mach 2

Höchstgeschwindigkeit

2

flugfähige Viggen (Historic Flight)

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Viggen war das erste in größerer Serie gebaute Kampfflugzeug mit Canard-Auslegung – lange vor Gripen, Rafale und Eurofighter.
  • Gebaut für den Krieg von der Straße: Canards und Schubumkehr erlaubten Starts und Landungen auf Pisten von nur rund 500 m, auch auf Straßenabschnitten.
  • 329 Maschinen in sechs Grundversionen flogen von 1971 bis 2007 bei der schwedischen Luftwaffe; exportiert wurde die Viggen nie.
  • Erkennen ist leicht: Delta plus Canards hinter den Einläufen, riesiges Seitenleitwerk und Tandemräder am Fahrwerk.
  • Fliegen siehst du sie noch bei der Swedish Air Force Historic Flight: die AJS 37 SE-DXN und die zweisitzige Sk 37 SE-DXO.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Saab 37 Viggen?
  2. 2.Die Technik: Canards, Schubumkehr und ein Airliner-Triebwerk
  3. 3.Die Versionen im Überblick
  4. 4.So erkennst du die Viggen
  5. 5.Viggen, Draken, Gripen oder Eurofighter?
  6. 6.Einsatzgeschichte: Wachdienst über der Ostsee
  7. 7.Die flugfähigen Viggen der Historic Flight
  8. 8.Wo du die Viggen im Museum siehst
  9. 9.Fototipps: Viggen im Museum und auf der Airshow
  10. 10.Häufige Verwechslungen ausschließen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerSaab, Linköping (Schweden)
RolleErdkampf, Aufklärung, Jagd und Schulung – je nach Version
Erstflug8. Februar 1967, Testpilot Erik Dahlström
Indienststellung1971 (AJ 37) bei der schwedischen Luftwaffe
Gebaut329 Maschinen, überwiegend 1970 bis 1990
Triebwerk1 × Volvo Flygmotor RM8 mit Nachbrenner und Schubumkehr (Lizenzableitung des Pratt & Whitney JT8D)
Schub RM8A (Angriffs- und Aufklärungsversionen)rund 66 kN trocken, rund 116 kN mit Nachbrenner
Schub RM8B (JA 37)rund 72 kN trocken, rund 125 kN mit Nachbrenner
Längerund 16,4 m
Spannweiterund 10,6 m
Höherund 5,9 m
Max. Startgewichtrund 19,3 t
Höchstgeschwindigkeitrund Mach 2,1 in großer Höhe
Ende im TruppendienstAbschied der Frontverbände am 25. November 2005, letzter Flug der Luftwaffe am 26. Juni 2007
Heute flugfähigAJS 37 SE-DXN und Sk 37 SE-DXO bei der Swedish Air Force Historic Flight

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Großer Deltaflügel hinten am Rumpf, davor ein zweites, kleineres Flügelpaar – die Canards mit eigenen Landeklappen
  • Die Canards sitzen hoch und direkt hinter den Lufteinläufen – nicht vorn an der Nase wie beim Eurofighter – und sind groß, mit eigenen Klappen
  • Sehr hohes, breites Seitenleitwerk über dem einzelnen Triebwerk
  • Große, runde Düse am Heck, darüber und darunter die Klappen der Schubumkehr
  • Hauptfahrwerk mit zwei hintereinander liegenden Rädern pro Bein
  • Klassisch in schwedischer Vierfarben-Splittertarnung, spätere Jäger teils in Grau; die SE-DXN fliegt unlackiert

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein gescheckt getarnter Deltajet setzt auf, und kaum berührt das Bugrad die Piste, faucht es am Heck nach vorn: Die Maschine bremst mit umgekehrtem Schub und steht nach erstaunlich kurzer Strecke. Das ist die Saab 37 Viggen, Schwedens Kampfjet des Kalten Krieges. Mit Deltaflügel, Canards und Schubumkehr war sie ihrer Zeit voraus – und sie ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein kleines, bündnisfreies Land seine Luftverteidigung selbst gedacht hat. Diese Seite zeigt dir, woran du die Viggen erkennst, welche Versionen es gab, was technisch hinter ihr steckt und wo du sie heute noch fliegen oder im Museum sehen kannst.

Viggen im Hangar

Mit Planetrack hältst du jede Viggen fest, die du auf einer Airshow oder im Museum siehst – mit Foto, Version, Kennzeichen und Ort – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Saab 37 Viggen?

Die Viggen ist ein einstrahliges, überschallschnelles Kampfflugzeug des schwedischen Herstellers Saab. Sie löste in den 1970er-Jahren die A 32 Lansen und schrittweise die Saab 35 Draken ab und war bis zur Ankunft des JAS 39 Gripen das Rückgrat der schwedischen Luftwaffe.

Hinter der Konstruktion steckt eine sehr schwedische Idee: Im Kriegsfall sollte die Luftwaffe nicht auf wenigen großen Flugplätzen sitzen, die ein Gegner mit dem ersten Schlag ausschalten kann. Stattdessen verteilten sich die Staffeln auf viele kleine Basen, Behelfspisten und vorbereitete Straßenabschnitte. Das Konzept hieß zunächst Bas 60, später Bas 90. Für den Jet bedeutete das: kurze Starts und Landungen, einfache Wartung durch Wehrpflichtige und robuste Technik.

Den Erstflug absolvierte der Prototyp am 8. Februar 1967 mit Saab-Chefpilot Erik Dahlström am Steuer. 1971 übernahm die Luftwaffe die ersten Serienmaschinen der Angriffsversion AJ 37. Bis 1990 entstanden insgesamt 329 Viggen, die in neun Geschwadern (schwedisch: Flottiljer) flogen.

1967Erstflug des Prototyps am 8. Februar
~500 mPistenlänge, die Canards und Schubumkehr möglich machten
329gebaute Viggen – keine einzige wurde exportiert

Die Technik: Canards, Schubumkehr und ein Airliner-Triebwerk

Delta mit Entenflügeln

Die Viggen war das erste Kampfflugzeug mit Canard-Auslegung, das in größerer Serie gebaut wurde. Vor dem großen Deltaflügel sitzt ein zweites, kleineres Flügelpaar. Anders als bei modernen Canard-Jets sind diese Vorflügel nicht voll beweglich, sondern fest montiert und tragen eigene Klappen. Ihre Aufgabe: zusätzlichen Auftrieb bei niedriger Geschwindigkeit liefern und die Strömung über dem Hauptflügel stabilisieren. So konnte die Viggen steil und langsam anfliegen, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Der Name passt dazu. Er spielt auf die „åskvigg“ an, einen Blitz-Begriff aus dem schwedischen Volksglauben rund um den Donnergott Thor. Gleichzeitig ist „vigg“ die Reiherente – und Canard heißt bekanntlich Ente.

Schubumkehr am Kampfjet

Das zweite Kurzlande-Werkzeug sitzt im Heck. Die Viggen hat eine Schubumkehr, die der Pilot schon im Anflug vorwählen kann. Federt nach dem Aufsetzen das Bugfahrwerk ein, klappen Umlenkklappen in den Abgasstrahl und leiten ihn nach vorn. Ein überschallschneller Kampfjet mit Nachbrenner und Schubumkehr war damals eine echte Ausnahme. Mit beiden Hilfen zusammen kam die Viggen mit Pisten von rund 500 Metern aus.

Ein Verkehrsflugzeug-Triebwerk unter Nachbrenner

Als Antrieb wählte Saab kein reines Militärtriebwerk, sondern das Pratt & Whitney JT8D – genau das Triebwerk, das auch die Boeing 737-200 antrieb. Volvo Flygmotor baute es in Lizenz, verstärkte es stark und ergänzte einen Nachbrenner. Heraus kam das RM8: In der Angriffsversion leistete es mit Nachbrenner rund 116 kN, in der stärkeren Jägerversion RM8B rund 125 kN. Damit erreichte die Viggen in großer Höhe gut Mach 2.

Digitale Pionierarbeit

Weniger sichtbar, aber ebenso bemerkenswert: Die Viggen flog mit einem digitalen Zentralrechner (CK 37), der Navigationsaufgaben übernahm, für die andere Jets einen zweiten Mann im Cockpit brauchten. So blieb die Viggen ein Einsitzer. Die späte Jägerversion bekam zudem Datenlinks zwischen den Flugzeugen – für die 1980er-Jahre fortschrittlich.

Die Versionen im Überblick

Schwedische Militärflugzeuge tragen Rollenkürzel vor der Typnummer: J für Jagd, A für Attack (Erdkampf), S für Spaning (Aufklärung), Sk für Skol (Schulung). Damit kannst du die Viggen-Versionen auf Museumsschildern sofort einordnen.

Version Rolle Typisches Merkmal
AJ 37 Erdkampf und Seezielbekämpfung Erste Serienversion ab 1971, Splittertarnung
Sk 37 Doppelsitzer zur Schulung Zweites Cockpit hinter dem ersten, eigene Haube
SF 37 Fotoaufklärer Kamerafenster in der umgebauten Nase
SH 37 Seeaufklärer Radar für die Überwachung der Ostsee
JA 37 Jäger Stärkeres RM8B-Triebwerk, fest eingebaute Kanone, später teils grau
AJS / AJSF / AJSH 37 Mehrzweck-Umbauten der 1990er Aufgewertete AJ, SF und SH mit neuer Elektronik
Sk 37E Elektronische Kampfführung Umgebaute Doppelsitzer, letzte aktive Viggen bis 2007

Der Wechsel zu den S-Versionen hatte einen konkreten Grund: Der Gripen war im Anflug, und die Luftwaffe wollte schon vorher üben, dass eine Maschine mehrere Rollen übernimmt. Die umgebauten Viggen konnten deshalb je nach Ausrüstung angreifen, aufklären oder Luftziele bekämpfen.

So erkennst du die Viggen

Die Viggen gehört zu den Jets, die du nach einem bewussten Blick kaum noch verwechselst. Drei Merkmale reichen.

Zwei Flügelpaare zählen

Hinten der große Deltaflügel, vorn – direkt hinter den Lufteinläufen und hoch am Rumpf – die kleineren Canards mit eigenen Klappen. Beim Eurofighter sitzen die Canards weit vorn an der Nase, bei der Rafale sind sie deutlich kleiner und voll beweglich.

Aufs Leitwerk schauen

Das Seitenleitwerk ist auffällig hoch und breit, fast schon überdimensioniert. Im Profil ist das neben den Canards das stärkste Erkennungszeichen.

Fahrwerk und Heck prüfen

Pro Hauptfahrwerksbein sitzen zwei Räder hintereinander. Am Heck siehst du die große Düse mit den Klappen der Schubumkehr.

Dazu kommt die Lackierung: Die meisten Viggen trugen die schwedische Vierfarben-Splittertarnung aus scharf abgegrenzten, eckigen Farbfeldern. Diese Tarnung ist für Fotografen ein Geschenk, weil sie selbst auf Museumsfotos sofort „Schweden“ sagt.

Praxis-Tipp für die Dreiviertelansicht

Fotografiere die Viggen schräg von vorn und leicht erhöht. So siehst du Canards und Deltaflügel gleichzeitig und erkennst das typische Doppelflügel-Bild auch später noch auf dem Display.

Viggen, Draken, Gripen oder Eurofighter?

Gerade in Museen stehen schwedische Jets oft nebeneinander, und auf Airshows treffen Delta-Canard-Muster aufeinander. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: Deltaflügler

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennung oder Museumsschild bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Saab 37 Viggen

Große Canards mit Klappen, riesiges Leitwerk und Schubumkehr am Heck: Das ist die Viggen. Die Version verrät dir das Museumsschild oder die Kennung.

Wahrscheinlich

Saab JAS 39 Gripen

Kleiner, leichter und mit voll beweglichen Canards: Das ist der Nachfolger der Viggen, heute noch aktiv in Schweden und mehreren Exportländern.

Wahrscheinlich

Saab 35 Draken

Keine Canards, dafür der markante Doppeldelta-Flügel mit Knick in der Vorderkante: Das ist der Vorgänger der Viggen.

Wahrscheinlich

Eurofighter oder Rafale

Zwei Triebwerke plus Canards sprechen für einen modernen Zweistrahler. Mehr dazu auf den Seiten zum Eurofighter und zur Rafale.

Mehr zu den Unterschieden findest du auf den Seiten zum Eurofighter Typhoon und zur Dassault Rafale. Einen kompakten Überblick über aktuelle Muster bietet der Guide Kampfjets in Europa erkennen.

Einsatzgeschichte: Wachdienst über der Ostsee

Die Viggen war nie in einem Krieg im Einsatz, hatte aber während des Kalten Krieges einen anspruchsvollen Alltag. Schweden lag zwischen den Blöcken, und über der Ostsee kreuzten regelmäßig Aufklärer aus Ost und West. Die Jägerversion JA 37 stand in Bereitschaft, die Aufklärer SF 37 und SH 37 beobachteten Schiffsverkehr und Militärbewegungen.

Eine Episode hat es in die Luftfahrt-Folklore geschafft: Viggen-Piloten gelang es mehrfach, Aufklärer vom Typ Lockheed SR-71 Blackbird mit dem Radar aufzuschalten, als diese entlang der schwedischen Grenze flogen. Nach gängigen Darstellungen gilt das als einer der ganz wenigen bekannten Fälle, in denen ein Jäger überhaupt eine Feuerlösung auf die Blackbird bekam.

Im Export blieb die Viggen glücklos. Saab bot sie unter anderem Norwegen, Indien und Australien an und schickte eine Variante in den US-Wettbewerb um einen neuen leichten Jäger, den letztlich die F-16 gewann. Der Indien-Deal scheiterte, weil die USA die Ausfuhr des Triebwerks mit seiner US-Technik nicht genehmigten. So blieben alle 329 Maschinen in Schweden.

Ab Ende der 1990er-Jahre übernahm der Gripen. Am 25. November 2005 verabschiedeten sich die Frontverbände mit einem letzten Flug von zwei Maschinen des Geschwaders F 21. Die letzten Flüge überhaupt absolvierten am 26. Juni 2007 zwei Sk 37E der Erprobungsstelle.

Die flugfähigen Viggen der Historic Flight

Dass du die Viggen heute noch im Flug erleben kannst, verdankst du der Swedish Air Force Historic Flight (SwAFHF). Der Verein arbeitet seit 1998, ist beim Geschwader F 7 in Såtenäs untergebracht und betreibt eine ganze Sammlung historischer Militärflugzeuge mit zivilen schwedischen Kennzeichen – darunter Draken, Lansen, Tunnan und Hunter.

Zwei Viggen gehören dazu:

Kennzeichen Version Ex-Militärnummer Zivil zugelassen und eingeflogen Lackierung
SE-DXN AJS 37 (ursprünglich als AJ 37 gebaut) 37098 27. März 2012 unlackiert, ohne Geschwadernummer und Hoheitszeichen der Luftwaffe
SE-DXO Sk 37 (zuletzt als Sk 37E geführt, Doppelsitzer) 37809 15. Mai 2018 Vierfarben-Splittertarnung

Die SE-DXN ist das Aushängeschild: Ohne Tarnanstrich sieht sie in der Sonne völlig anders aus als die getarnten Museumsstücke. Die SE-DXO zeigt dagegen das klassische Bild mit Splittertarnung und zweitem Cockpit.

Auftritte gibt es vor allem bei Flugtagen in Schweden, gelegentlich auch auf großen Airshows im Ausland. Ein fester Kalender existiert nicht: Ob eine Viggen kommt, hängt von Technik, Budget und Einladungen ab. Prüfe deshalb kurzfristig die Programme der Veranstalter und die Kanäle der Historic Flight. Einen Überblick über lohnende Veranstaltungen findest du im Beitrag Airshows in Europa für Planespotter.

Keine Garantie für den Auftritt

Historische Jets fallen kurzfristig aus – wegen Wetter, Technik oder Ersatzteilen. Plane eine Airshow-Reise nicht allein für die Viggen und halte dich an die aktuellsten Ankündigungen.

Viggen-Sichtung nicht verpassen

Setz die SE-DXN oder die SE-DXO auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an einem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wo du die Viggen im Museum siehst

Viel öfter als in der Luft triffst du die Viggen in Ausstellungen. Ein paar Adressen, die auf Spotter-Touren gut erreichbar sind:

Museum Land Was dich erwartet
Flygvapenmuseum Linköping Schweden Viggen in der Reihe der schwedischen Militärjets
Aviodrome Lelystad Niederlande Laut Nachschlagewerken eine AJSH 37 (Seeaufklärer)
Polnisches Luftfahrtmuseum Krakau Polen Laut Nachschlagewerken eine AJSF 37 (Fotoaufklärer)
Museo del Aire Madrid Spanien Laut Nachschlagewerken eine AJS 37 – in Südeuropa ein seltener Anblick
Flugausstellung Hermeskeil Deutschland Laut Nachschlagewerken eine AJSF 37
Letecké muzeum Kbely Tschechien Laut Nachschlagewerken eine AJSF 37
Musée de l’Air et de l’Espace Frankreich Laut Nachschlagewerken eine Sk 37E

Wer die ganze schwedische Linie an einem Tag sehen will, fährt nach Linköping. Am Flygvapenmuseum am Flugplatz Malmen kannst du Draken, Viggen und Gripen in einem Besuch sehen. In Krakau lohnt der Blick auf den Spot am ehemaligen Flugplatz Rakowice, in Lelystad der Besuch im Aviodrome.

Aufstellungen ändern sich

Museen tauschen Exponate, verlegen Flugzeuge ins Depot oder schließen Hallen für Umbauten. Prüf vor deinem Besuch auf der Museumsseite, ob die Viggen gerade zu sehen ist.

Fototipps: Viggen im Museum und auf der Airshow

Weitwinkel einpacken

Mit gut 16 Metern Länge und dem hohen Leitwerk passt die Viggen in engen Hallen selten aufs Bild. Ein Weitwinkel oder ein leicht erhöhter Standpunkt hilft.

Die Landung abwarten

Auf Airshows ist der Moment nach dem Aufsetzen spannend: Die Schubumkehr wirbelt Staub und Wasser vor der Maschine auf. Bleib nach der Landung dran.

Metall gegen Gegenlicht schützen

Die unlackierte SE-DXN spiegelt stark. Fotografiere sie mit der Sonne im Rücken, sonst brennen die Flächen schnell aus.

Details sammeln

Canard-Klappen, Umkehrklappen, Tandemräder und Splittertarnung sind eigene Motive. Für die Bestimmung später sind sie Gold wert.

Tipps für Dynamik und Belichtung bei Vorführungen stehen im Guide Airshows fotografieren. Wie du alte Muster sicher einordnest, erklärt Oldtimer am Himmel erkennen, und wie selten deine Sichtung tatsächlich ist, zeigt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen ausschließen

Es spricht für die Viggen, wenn …

  • vor dem Deltaflügel große Canards mit Klappen sitzen
  • das Seitenleitwerk auffällig hoch und breit ist
  • du zwei Räder hintereinander pro Hauptfahrwerksbein siehst
  • die Kennung mit 37 beginnt oder SE-DXN bzw. SE-DXO lautet

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Maschine schwedische Splittertarnung trägt, aber keine Canards hat – dann könnte es ein Draken sein
  • du nur die Unterseite im Überflug siehst
  • das Flugzeug deutlich kleiner wirkt als erwartet – der Gripen ist kompakter

Es ist keine Viggen, wenn …

  • zwei Triebwerke nebeneinander im Heck sitzen
  • die Canards klein und voll beweglich sind und kein Klappenpaar tragen
  • du einen reinen Deltaflügel ohne Vorflügel siehst, wie bei der Mirage 2000

Fazit

Die Saab 37 Viggen ist ein Stück schwedische Ingenieursgeschichte, das du auch heute noch erleben kannst. Delta mit Canards, Schubumkehr und ein aufgebohrtes Airliner-Triebwerk machten sie zu einem Jet für kurze Pisten und Straßen. Im Museum findest du sie quer durch Europa, und mit etwas Glück zeigt dir die Historic Flight, wie laut und kurz eine Viggen-Landung tatsächlich ist.

Kurzfazit

Großer Delta, Canards mit Klappen, riesiges Leitwerk, Schubumkehr: Das ist die Viggen. Fliegend siehst du sie nur noch als SE-DXN und SE-DXO der Swedish Air Force Historic Flight – im Museum dagegen von Linköping bis Madrid.

Zusammenfassung

  • Saab entwickelte die 37 in den 1960er-Jahren als Nachfolger von Lansen und Draken; der Erstflug war am 8. Februar 1967.
  • Aus dem Grundmuster entstanden Angriffs-, Aufklärungs-, Jagd- und Schulversionen, die in den 1990er-Jahren teils zu Mehrzweckmaschinen umgebaut wurden.
  • Der Frontdienst endete im November 2005, die letzte Viggen der Luftwaffe flog im Juni 2007; Nachfolger ist der JAS 39 Gripen.
  • Heute stehen Viggen in Museen in Schweden und ganz Europa, zwei Maschinen fliegen mit zivilen Kennzeichen bei der Historic Flight.

Häufige Fragen

Was bedeutet der Name „Viggen“?

Der Name spielt auf die „åskvigg“ an, einen Begriff aus dem schwedischen Volksglauben, der mit dem Blitz und dem Gott Thor verbunden ist. Im Englischen wird er deshalb oft mit „Thunderbolt“ übersetzt. Nebenbei steckt im Wort auch die Reiherente („vigg“) – ein Augenzwinkern in Richtung Canard, also Ente.

Warum hat die Viggen Canards?

Schweden wollte einen Jet, der im Ernstfall von verstreuten Behelfspisten und Straßen aus operiert. Die Canards mit eigenen Klappen erzeugen bei langsamem Flug zusätzlichen Auftrieb und machen steile, langsame Anflüge möglich. Zusammen mit der Schubumkehr sank die benötigte Pistenlänge auf rund 500 m.

Wie funktioniert die Schubumkehr der Viggen?

Der Pilot konnte sie schon in der Luft vorwählen. Sobald das Bugfahrwerk nach dem Aufsetzen einfederte, lenkten Klappen am Heck den Abgasstrahl nach vorn um und bremsten die Maschine stark ab. Für einen Überschall-Kampfjet mit Nachbrenner war das sehr ungewöhnlich.

Welche Versionen der Viggen gab es?

Die Grundversionen waren AJ 37 (Erdkampf), Sk 37 (Doppelsitzer zur Schulung), SF 37 (Fotoaufklärer), SH 37 (Seeaufklärer) und JA 37 (Jäger). In den 1990er-Jahren wurden AJ, SF und SH zu Mehrzweckversionen mit dem Zusatz S umgebaut, also AJS, AJSF und AJSH 37. Aus Sk 37 entstand zudem die Sk 37E für die elektronische Kampfführung.

Kann man die Viggen heute noch fliegen sehen?

Ja. Die Swedish Air Force Historic Flight, ansässig beim Geschwader F 7 in Såtenäs, hält zwei Viggen flugfähig: die unlackierte AJS 37 SE-DXN (seit 2012) und die zweisitzige Sk 37 SE-DXO in Tarnlackierung (seit 2018). Wann und wo sie auftreten, steht in den Programmen der jeweiligen Airshows.

Wurde die Viggen exportiert?

Nein. Saab bot sie unter anderem Norwegen und Indien an, bewarb sich in den USA beim Air-Combat-Fighter-Wettbewerb und verhandelte mit Australien. Den Indien-Deal verhinderten die USA, weil sie die Ausfuhr des Triebwerks und weiterer US-Technik nicht genehmigten. Alle 329 Viggen blieben in Schweden.

Wo steht eine Viggen im Museum?

Zum Beispiel im Flygvapenmuseum Linköping, im Aviodrome Lelystad, im Polnischen Luftfahrtmuseum Krakau, im Museo del Aire Madrid und in der Flugausstellung Hermeskeil. Die Aufstellung kann wechseln, prüf vorab die Angaben des Museums.

Saab 37 Viggen sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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TT

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