Boeing T-7A Red Hawk

Ein Triebwerk, zwei Seitenleitwerke, ein erhöhter Hintersitz: Die T-7A Red Hawk von Boeing und Saab löst die betagte T-38 als Fortgeschrittenen-Trainer der US Air Force ab. So erkennst du sie – und so steht es um das Programm.

Auch bekannt als: Boeing-Saab T-7 Red Hawk · eT-7A · Boeing T-X · BTX-1

USABoeingMilitärflugzeuge13 Min. Lesezeit

2016

Erstflug Prototyp

351

Jets im Basisauftrag

1

Triebwerk, zwei Seitenleitwerke

T-38

Vorgänger

Das Wichtigste in Kürze

  • Die T-7A Red Hawk ist der neue Fortgeschrittenen-Trainer der US Air Force und ersetzt die Northrop T-38 Talon, die seit 1961 im Dienst ist.
  • Boeing und Saab haben den Jet gemeinsam entwickelt; Saab steuert die hintere Rumpfsektion bei.
  • Schnellster Erkennungsweg: ein Triebwerk, zwei Seitenleitwerke und ein erhöhter Hintersitz unter einer großen Haube.
  • Digital entwickelt: Konstruktion, Bau und Tests liefen über ein durchgängiges Modell – Boeing nutzt das Programm als Aushängeschild für diese Methode.
  • Programmstatus Oktober 2026: erste Maschine in Randolph, Freigabe für die Kleinserie im Mai 2026, volle Einsatzbereitschaft frühestens 2027, Vollratenproduktion laut Rechnungshof erst 2029.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die T-7A Red Hawk?
  2. 2.Die Geschichte: vom T-X-Wettbewerb zur Red Hawk
  3. 3.Woran du die T-7A erkennst
  4. 4.Technik und Cockpit
  5. 5.Digital entwickelt: was das bedeutet
  6. 6.Saabs Anteil
  7. 7.Programmstatus: lange Erprobung, langsamer Hochlauf
  8. 8.Varianten und Exportpläne
  9. 9.Die T-7A im Vergleich mit anderen Trainern
  10. 10.Wo du die T-7A sehen kannst
  11. 11.Fototipps für kleine, schnelle Trainer
  12. 12.Häufige Verwechslungen
  13. 13.Fazit

Steckbrief

HerstellerBoeing (St. Louis) mit Saab als Partner
RolleZweisitziges Strahlflugzeug für die fortgeschrittene Pilotenausbildung
VorgängerNorthrop T-38 Talon
Erstflug Prototyp BTX-120. Dezember 2016 in St. Louis
Typauswahl US Air ForceSeptember 2018 (Programm T-X)
NamensgebungSeptember 2019
Besatzung2 (Flugschüler und Fluglehrer, hintereinander)
Triebwerk1 × General Electric F404 mit Nachbrenner
Längerund 14,5 m (Herstellerangabe, gesamt)
Spannweiterund 9,3 m
Treibstoff im Rumpfrund 2.040 kg
HöchstgeschwindigkeitMach 0,975 (erwarteter Wert laut Boeing)
Max. Lastvielfaches8 g (erwarteter Wert laut Boeing)
Max. Flughöherund 13.700 m (45.000 ft, erwarteter Wert)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Ein einziges Triebwerk mit runder Düse am Heck, aber zwei Seitenleitwerke – diese Kombination ist bei Trainern selten
  • Zwei Sitze hintereinander unter einer großen, durchgehenden Haube; der hintere Sitz liegt sichtbar höher als der vordere
  • Lufteinläufe seitlich am Rumpf unter dem Cockpit, darüber lange Flügelvorderkanten-Wurzeln, die bis zur Haube nach vorn laufen
  • Kompakte Zelle mit rund 14,5 m Länge und gut 9 m Spannweite – deutlich kleiner als ein F-15 oder F/A-18
  • Kein festes Bewaffnungsbild: Die T-7A ist ein reiner Ausbildungsjet ohne Bordkanone

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner Jet mit nur einem Triebwerk, aber zwei Seitenleitwerken zieht über die texanische Ebene, unter der großen Haube sitzen zwei Personen – die hintere deutlich erhöht: Das ist die Boeing T-7A Red Hawk, der neue Ausbildungsjet der US Air Force. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, was hinter dem Etikett „digital entwickelt“ steckt, welche Rolle Saab spielt und wie es nach Jahren der Verzögerung um das Programm steht.

Red Hawk im Hangar

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Was ist die T-7A Red Hawk?

Die T-7A ist ein zweisitziger Fortgeschrittenen-Trainer. Wer bei der US Air Force später Kampfjets oder Bomber fliegen will, lernt nach der Grundschulung auf Propellermaschinen die schnellen Strahlflugzeuge kennen – Formationsflug, Kunstflug, Instrumentenflug, Manöver mit hoher Belastung. Genau für diesen Abschnitt ist die Red Hawk gebaut.

Sie ersetzt die Northrop T-38 Talon. Die erste T-38 flog 1959, ab 1961 kam sie zur Truppe, bis 1972 entstanden fast 1.200 Exemplare. Die T-38 gilt als erster Überschalltrainer der Welt und ist ein Klassiker – aber eben ein Klassiker aus der Zeit vor Glascockpit und digitaler Flugsteuerung. Moderne Kampfjets wie die F-35 verlangen andere Fähigkeiten: Sensoren auswerten, mit Datenlinks umgehen, bei großen Anstellwinkeln sicher manövrieren. Die T-38 kann das nur begrenzt nachbilden, zudem altert die Flotte. Die US Air Force hält die verbliebenen Maschinen deshalb mit Modernisierungs- und Strukturprogrammen in der Luft, bis der Nachfolger übernimmt.

Entwickelt wurde die T-7A von Boeing in St. Louis gemeinsam mit dem schwedischen Konzern Saab. Die US Air Force wählte den Entwurf im September 2018 als Sieger des Wettbewerbs T-X aus.

351Flugzeuge im Basisauftrag, Optionen bis 475
46Simulatoren gehören zum Paket
2016Erstflug des Prototyps BTX-1

Die Geschichte: vom T-X-Wettbewerb zur Red Hawk

Erste Überlegungen für einen T-38-Nachfolger reichen bis in die Mitte der 2000er-Jahre zurück. Haushaltsdruck hat das Projekt mehrfach nach hinten geschoben. Als die US Air Force den Wettbewerb T-X schließlich ausschrieb, traten mehrere Teams an, teils mit umgebauten bestehenden Trainern. Boeing und Saab gingen einen anderen Weg und entwarfen ein komplett neues Flugzeug.

Am 13. September 2016 stellte das Team seine beiden Prototypen vor, am 20. Dezember 2016 hob der erste, BTX-1 mit der zivilen Registrierung N381TX, in St. Louis zum Erstflug ab. Im September 2018 fiel die Entscheidung: Boeing gewann den Auftrag mit einem Volumen von bis zu 9,2 Milliarden US-Dollar für bis zu 351 Flugzeuge und 46 Simulatoren. Für Boeing war der Preis knapp kalkuliert – der Konzern verbuchte im selben Jahr eine Belastung, die auch auf das T-X-Programm zurückging.

Im September 2019 bekam der Jet seinen Namen: T-7A Red Hawk. Er ehrt die Tuskegee Airmen, die erste afroamerikanische Kampffliegertruppe der US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg, deren Jäger an den rot lackierten Leitwerken zu erkennen waren. Der zweite Namensteil erinnert an die Curtiss P-40 Warhawk, die ihre 99th Fighter Squadron flog. Bemerkenswert: Die Ausbildungsstaffel in Randolph, die heute die ersten T-7A übernimmt, trägt ebenfalls die Nummer 99 – die 99th Flying Training Squadron führt die Tradition der Red Tails fort.

Eine Zeit lang lief der Typ als eT-7A. Das „e“ hob die digitale Entwicklung hervor; für die an die Truppe ausgelieferten Serienjets ist die Bezeichnung T-7A gebräuchlich.

Woran du die T-7A erkennst

Die Red Hawk ist klein und hat ein paar Merkmale, die sie von anderen Trainern klar abheben. Drei Beobachtungen reichen meistens.

Triebwerke zählen

Am Heck sitzt nur eine runde Düse. Die T-38 hat zwei Triebwerke nebeneinander – das ist der schnellste Unterschied zum Vorgänger.

Leitwerk anschauen

Trotz nur eines Triebwerks trägt die T-7A zwei Seitenleitwerke. Fast alle anderen modernen Trainer wie Hawk, M-346 oder L-39 haben ein einzelnes.

Auf die Haube achten

Unter der großen Haube sitzen Schüler und Lehrer hintereinander, der hintere Sitz liegt deutlich höher. Der Lehrer sieht so über den Kopf des Schülers hinweg nach vorn.

Dazu kommen die seitlichen Lufteinläufe unter dem Cockpit und die langen Flügelwurzel-Verlängerungen, die sich von der Flügelvorderkante bis fast zur Haube ziehen. Sie helfen bei hohen Anstellwinkeln und geben der T-7A von schräg vorn ein Profil, das an kleine Kampfjets erinnert. Wer sie aus der Ferne sieht, könnte im ersten Moment an eine verkleinerte F/A-18 Hornet denken – nur mit einem Triebwerk statt zwei.

Praxis-Tipp: Größe einschätzen

Mit gut 14 Metern Länge und rund 9 Metern Spannweite ist die T-7A deutlich kleiner als jeder Kampfjet, mit dem sie sich einen Platz teilt. Steht sie neben einer F-15 oder F-16, wirkt sie fast zierlich – ein guter erster Hinweis, dass du einen Trainer vor dir hast.

Technik und Cockpit

Angetrieben wird die T-7A von einem einzelnen General Electric F404 mit Nachbrenner. Das Triebwerk ist ein alter Bekannter: Die F404-Familie treibt unter anderem die klassische F/A-18 Hornet an, und eine in Schweden gebaute Ableitung steckt im Saab Gripen der Versionen C/D. Die größere F/A-18E/F Super Hornet nutzt dagegen das stärkere F414. Laut gängigen Angaben liefert es rund dreimal so viel Schub wie die beiden J85-Triebwerke der T-38 zusammen. Dieser Überschuss macht steile Steigflüge und kräftige Beschleunigung möglich.

Auffällig ist, was die T-7A nicht kann: Überschall. Boeing nennt als erwartete Höchstgeschwindigkeit Mach 0,975. Für die Ausbildung spielt das kaum eine Rolle; wichtiger sind die Belastbarkeit bis 8 g, Anstellwinkel bis rund 30 Grad und eine Flughöhe bis etwa 45.000 Fuß. Alle diese Leistungswerte führt Boeing als erwartete Werte – endgültig bestätigt sind sie erst mit Abschluss der Erprobung.

Die Flugsteuerung arbeitet digital per Fly-by-Wire. Sie soll das Flugverhalten moderner Kampfjets nachbilden, damit Schüler nicht erst auf dem Muster ihrer späteren Staffel umlernen müssen. Das Cockpit ist mit großen Bildschirmen ausgestattet. Ein offenes Missionssystem erlaubt es, neue Sensoren, Software und Trainingsinhalte nachzurüsten. Dazu gehören simulierte Szenarien: Der Jet kann seinen Insassen Radarbilder oder gegnerische Flugzeuge vorspielen, die real gar nicht existieren.

Merkmal Northrop T-38C Talon Boeing T-7A Red Hawk
Erstflug 1959 (Prototyp) 2016 (Prototyp BTX-1)
Triebwerke 2 × General Electric J85 1 × General Electric F404
Seitenleitwerke 1 2
Höchstgeschwindigkeit Überschall knapp unter Schall (Mach 0,975, erwartet)
Flugsteuerung mechanisch digital (Fly-by-Wire)
Sitzanordnung hintereinander hintereinander, Hintersitz erhöht

Digital entwickelt: was das bedeutet

Kaum ein Militärprogramm wird so stark mit dem Begriff „Digital Engineering“ verbunden wie die T-7A. Boeing beschreibt, dass Konstruktion, Bau und Erprobung entlang eines durchgängigen „digitalen Fadens“ liefen: Alle Beteiligten arbeiten mit demselben dreidimensionalen Modell, und Systeme werden bereits virtuell getestet, bevor ein Bauteil gefertigt oder ein Testflug angesetzt wird.

Für die Praxis heißt das: Teile passen beim Zusammenbau besser, weil sie vorher am Rechner gegeneinander geprüft wurden, und Änderungen fließen ohne Umwege in Fertigung und Dokumentation. Boeing bezeichnet die T-7A selbst als das einzige „digital geborene“ Trainerprogramm mit militärischer Zulassung.

Die Kehrseite: Ein digitales Modell ersetzt nicht jede Erkenntnis aus dem echten Flug. Die Verzögerungen der vergangenen Jahre zeigen, dass auch ein am Rechner durchgeplantes Flugzeug in der Erprobung Überraschungen erlebt. Die Probleme lagen dabei weniger in der Zelle als in Software und Sicherheitssystemen.

Saabs Anteil

Saab ist kein bloßer Zulieferer, sondern war von Anfang an Partner im Entwurfsteam. Im Serienflugzeug verantworten die Schweden die hintere Rumpfsektion, also den Teil, in dem Triebwerk und Leitwerk sitzen, samt zugehöriger Subsysteme. Für die Fertigung in den USA kündigte Saab im Mai 2019 ein eigenes Werk in West Lafayette, Indiana, an, in der Nähe der Purdue University. Für Saab ist die T-7A damit eines der wichtigsten Standbeine auf dem US-Markt.

Wer sich für Saab als Hersteller interessiert, findet mit dem JAS 39 Gripen den bekanntesten Kampfjet des Konzerns; den Hintergrund zum Unternehmen liefert die Seite zu Saab.

Programmstatus: lange Erprobung, langsamer Hochlauf

Ursprünglich sollte die T-7A schon um 2023/2024 einsatzbereit sein. Daraus wurde nichts – die Termine rutschten um mehrere Jahre. Ein Überblick über die wichtigsten Etappen:

Zeitpunkt Ereignis
Dezember 2016 Erstflug des Prototyps BTX-1 in St. Louis
September 2018 Auswahl durch die US Air Force, Auftrag über bis zu 351 Jets
September 2019 Name „Red Hawk“ wird bekannt gegeben
Februar 2021 Beginn der Phase Entwicklung und Fertigungsvorbereitung (EMD)
April 2022 Roll-out der ersten T-7A
Juni 2023 Erstflug der ersten T-7A aus der Entwicklungsphase in St. Louis
September 2023 Erste Maschine geht zur Flugerprobung nach Edwards AFB
Dezember 2025 Erste T-7A beim 12th Flying Training Wing in Randolph, Texas
Mai 2026 Freigabe für die Serienfertigung in kleiner Stückzahl
Juli 2026 US-Rechnungshof meldet Verschiebung der Vollratenproduktion auf 2029

Der US-Rechnungshof GAO wies bereits im Mai 2023 auf Probleme mit Software und Sicherheitssystemen hin. Ein Punkt war das Rettungssystem: Der Schleudersitz musste so angepasst werden, dass er für ein breiteres Spektrum an Körpergewichten sicher funktioniert – eine Vorgabe, die Pilotinnen und Piloten jeder Statur die Ausbildung ermöglichen soll. Die US Air Force schob daraufhin die Produktionsentscheidung mehrfach nach hinten.

Die Erprobung läuft bei der 416th Flight Test Squadron in Edwards, Kalifornien, mit insgesamt fünf Maschinen im Entwicklungsstandard. Am 5. Dezember 2025 traf die T-7A mit der Seriennummer 21-7005 in Joint Base San Antonio-Randolph ein, am 9. Januar 2026 folgte die offizielle Übergabezeremonie. Im Mai 2026 gab die US Air Force grünes Licht für die erste Serienfertigung in kleiner Stückzahl und nannte 2027 als Ziel für die erste Einsatzbereitschaft. Im selben Monat qualifizierten sich Führungskräfte der 99th Flying Training Squadron als erste Piloten des Ausbildungskommandos auf dem Muster.

Zahlen immer mit Datum lesen

Ein Bericht des GAO vom Juli 2026 nennt deutliche Verzögerungen beim Abschluss der Entwicklungstests; die Entscheidung über die volle Serienproduktion rutscht demnach von 2027 auf 2029. Liefertermine, Stückzahlen und der Zeitpunkt, an dem die letzte T-38 ausgemustert wird, können sich weiter verschieben. Prüf aktuelle Meldungen, bevor du dich auf ein Datum verlässt.

Varianten und Exportpläne

Neben der T-7A für die US Air Force bringt Boeing eine ganze Reihe von Ableitungen ins Gespräch. Gebaut ist davon Stand Oktober 2026 keine; es handelt sich um Angebote und Vorschläge.

  • T-7B / T-7 für die US Navy: Boeing bewirbt den Jet für die Ausbildungs- und Übungsprogramme der Marine, die bisher auf die T-45 Goshawk setzt.
  • Bewaffnete Versionen: Diskutiert werden ein Fortgeschrittenen-Trainer mit taktischen Fähigkeiten und ein leichter Kampfjet, teils unter der Bezeichnung F-7. Auch eine Rolle als Übungsgegner („Aggressor“) wird genannt.
  • Export: Boeing hat die T-7 unter anderem in Australien, Japan und Großbritannien angeboten, wo jeweils ältere Trainer wie die BAE Hawk ersetzt werden müssen. Auch Serbien hat Interesse gezeigt.

Gegen die T-7 stehen dort etablierte Muster wie die Leonardo M-346, die in Europa und Asien bereits in mehreren Luftwaffen fliegt. Ein fester Exportauftrag ist bis Oktober 2026 nicht bekannt geworden.

Die T-7A im Vergleich mit anderen Trainern

Für Spotter in Europa sind andere Jet-Trainer viel präsenter als die Red Hawk. Eine kurze Einordnung hilft beim Bestimmen:

Typ Triebwerke Seitenleitwerke Typisch zu sehen
Boeing T-7A Red Hawk 1 2 USA (Edwards, Randolph, St. Louis)
Northrop T-38 Talon (Schwester der F-5) 2 1 USA, Ausbildungsbasen
BAE Systems Hawk 1 1 Großbritannien, Red Arrows, Finnland
Leonardo M-346 2 1 Italien, Polen, Israel
Aero L-39 Albatros 1 1 Osteuropa, private Halter

Die T-38 ist übrigens eng mit der Northrop F-5 verwandt – beide gehen auf dasselbe Grundkonzept zurück. Wer eine F-5 kennt, erkennt auch die schlanke T-38 schnell wieder.

Wo du die T-7A sehen kannst

Eine Red Hawk vor die Linse zu bekommen, ist für europäische Spotter eine Reiseaufgabe. Die Jets fliegen derzeit an wenigen Orten in den USA:

St. Louis, Missouri

Boeing baut die T-7A in St. Louis, Erstflüge starten vom Flughafen Lambert. Werkstattflüge sind unregelmäßig und kaum planbar.

Edwards AFB, Kalifornien

Hier läuft die Flugerprobung. Der Stützpunkt liegt abgeschieden in der Mojave-Wüste und ist für Besucher nur zu besonderen Anlässen zugänglich.

JBSA-Randolph, Texas

Das Ausbildungsgeschwader nordöstlich von San Antonio übernimmt die ersten Serienjets. Hier steigt die Zahl der T-7A in den kommenden Jahren am deutlichsten.

Für Europäer ist ein Punkt besonders spannend: Auch angehende Kampfjetpiloten der Luftwaffe und anderer NATO-Staaten lernen das Jetfliegen traditionell in Texas – im gemeinsamen Ausbildungsprogramm auf der Sheppard AFB, bisher mit der T-38. Ob und wann dort T-7A eingesetzt werden, war bis Oktober 2026 nicht offiziell festgelegt.

Wie du amerikanische Militärjets eindeutig zuordnest, erklärt der Guide zu US-Militärkennzeichen. Hinweise zum Verfolgen von Militärflügen findest du unter Militärflugzeuge online verfolgen. Und was beim Fotografieren an Militärplätzen erlaubt ist, steht im Beitrag Militärflugplätze fotografieren.

Bereit für die Red-Hawk-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, an welchen US-Standorten die T-7A aktuell fliegt.
  • Ich kenne die Regeln für Fotos an Militärflugplätzen in den USA.
  • Ich habe geprüft, ob es am Reiseziel einen Tag der offenen Tür oder eine Airshow gibt.
  • Ich habe eine lange Brennweite eingepackt – kleine Jets brauchen viel Zoom.
  • Ich kann T-7A und T-38 sicher auseinanderhalten.

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Fototipps für kleine, schnelle Trainer

Trainer fliegen viele Platzrunden, Durchstartmanöver und Landungen kurz hintereinander – ideal für Fotos, wenn du einen guten Standpunkt findest.

  • Brennweite: Die T-7A ist klein. Was bei einem Airliner formatfüllend ist, wird bei ihr zum Punkt. Plane 400 bis 600 mm ein.
  • Licht: Helle Lackierungen überstrahlen schnell. Belichte eher etwas knapper und such dir einen Standort mit der Sonne im Rücken. Wie du das vorab planst, erklärt der Beitrag Sonnenstand planen für deinen Fotospot; Planetrack zeigt dir dazu auf der Spot-Karte das beste Licht.
  • Serien nutzen: Platzrunden wiederholen sich. Wenn ein Anflug nicht klappt, kommt der nächste oft wenige Minuten später.
  • Airshows: Bei Flugtagen in den USA lässt sich die Red Hawk am Boden aus der Nähe betrachten. Wie du solche Events optimal fotografierst, steht unter Airshows fotografieren.

Einen Überblick über die Kampf- und Trainingsjets, die dir in Europa begegnen, liefert der Beitrag Kampfjets in Europa erkennen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die T-7A, wenn …

  • du nur eine Triebwerksdüse, aber zwei Seitenleitwerke siehst
  • der hintere Sitz deutlich höher liegt als der vordere
  • der Jet auffallend klein und unbewaffnet ist
  • du in Texas, Kalifornien oder bei St. Louis unterwegs bist

Sieh genauer hin, wenn …

  • du den Jet nur von vorn siehst – dann sind Leitwerk und Düse schwer zu beurteilen
  • eine Maschine mit zwei Leitwerken und Doppelsitz größer wirkt – das kann ein zweisitziger Kampfjet wie die F-15E sein

Es ist keine T-7A, wenn …

  • zwei Düsen nebeneinander und nur ein Seitenleitwerk zu sehen sind – dann eher T-38 oder M-346
  • nur ein Seitenleitwerk über einer einzelnen Düse sitzt – typisch für Hawk oder F-16
  • die Leitwerke stark nach außen geneigt und der Jet deutlich größer ist – eher F-35

Fazit

Die T-7A Red Hawk ist der erste komplett neue Ausbildungsjet der US Air Force seit Jahrzehnten – entwickelt von Boeing und Saab, digital konstruiert und mit einem Cockpit, das auf die Welt moderner Kampfjets vorbereitet. Der Weg in den Dienst war steiniger als geplant: Software, Rettungssystem und Erprobung haben das Programm um Jahre verzögert. Stand Oktober 2026 steht die erste Maschine in Randolph, die Kleinserie ist freigegeben, die volle Produktion folgt frühestens Ende des Jahrzehnts.

Kurzfazit

Ein Triebwerk, zwei Seitenleitwerke, ein erhöhter Hintersitz: Das ist die T-7A. Wer sie sehen will, muss in die USA – am besten nach Texas, wo die Red Hawk in den nächsten Jahren nach und nach die T-38 ablöst.

Zusammenfassung

  • Boeing gewann 2018 mit dem gemeinsam mit Saab entwickelten Entwurf den Wettbewerb T-X der US Air Force um einen T-38-Nachfolger.
  • Der Basisauftrag umfasst bis zu 351 Flugzeuge und 46 Simulatoren, Optionen reichen bis 475 Jets.
  • Software- und Sicherheitsthemen, darunter das Rettungssystem, haben das Programm um Jahre verzögert.
  • Seit Dezember 2025 steht die erste T-7A beim 12th Flying Training Wing in Randolph, Texas; im Mai 2026 folgte die Freigabe für die Serienfertigung in kleiner Stückzahl.

Häufige Fragen

Was ist die Boeing T-7A Red Hawk?

Ein zweisitziger Strahltrainer, mit dem die US Air Force angehende Kampf- und Bomberpiloten auf moderne Jets vorbereitet. Er ersetzt die Northrop T-38 Talon und wurde von Boeing gemeinsam mit Saab entwickelt.

Warum heißt der Jet Red Hawk?

Der Name erinnert an die Tuskegee Airmen, die erste afroamerikanische Kampfflieger-Einheit der US-Streitkräfte, die die Leitwerke ihrer Flugzeuge rot lackierte. „Hawk“ spielt auf die Curtiss P-40 Warhawk an, die ihre 99th Fighter Squadron flog. Die US Air Force gab den Namen im September 2019 bekannt.

Ist die T-7A schneller als die T-38?

Nein. Boeing nennt als erwartete Höchstgeschwindigkeit Mach 0,975 – die T-7A bleibt also knapp unter Schallgeschwindigkeit, während die T-38 als erster Überschalltrainer der Welt gilt. Wichtiger für die Ausbildung sind hohe Lastvielfache, große Anstellwinkel und ein Cockpit, das modernen Kampfjets ähnelt.

Was hat Saab mit der T-7A zu tun?

Saab ist Partner im Programm und fertigt die hintere Rumpfsektion. Für die Serie hat der schwedische Konzern ein eigenes Werk in West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana aufgebaut, das 2019 angekündigt wurde.

Wann ist die T-7A einsatzbereit?

Die US Air Force rechnet mit der ersten Einsatzbereitschaft (IOC) im Jahr 2027. Die Entscheidung über die volle Serienproduktion hat sich laut einem Bericht des US-Rechnungshofs GAO vom Juli 2026 auf 2029 verschoben. Im Mai 2026 qualifizierten sich die ersten Piloten des Ausbildungskommandos auf dem Muster.

Kann ich eine T-7A in Europa sehen?

Im Alltag kaum. Die Jets fliegen in den USA, vor allem bei der Erprobung in Edwards (Kalifornien), beim Ausbildungsgeschwader in Randolph (Texas) und rund um das Boeing-Werk in St. Louis. In Europa ist der Typ höchstens als Gast auf Messen oder Airshows denkbar.

Boeing T-7A Red Hawk sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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