Das Wichtigste in Kürze
- IATA ICN, ICAO RKSI: Südkoreas wichtigster internationaler Flughafen, 2025 mit rund 74 Millionen Passagieren.
- Vier lange Bahnen in zwei Paaren, drei mit 3.750 Metern und eine mit 4.000 Metern Länge.
- Drehkreuz von Korean Air – mit 747-8I, A380, 777, 787 und einer großen Frachterflotte.
- Fracht ist hier Hauptsache: knapp 2,95 Millionen Tonnen im Jahr 2025, international einer der Top-Frachtflughäfen.
- Im Umbruch: Asiana gehört seit Ende 2024 zu Korean Air und ist seit Januar 2026 ebenfalls im Terminal 2 zu Hause.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Ein Flughafen aus dem Meer
- 7.Vier Bahnen, zwei Paare
- 8.Betriebsrichtung: 33/34 oder 15/16?
- 9.Korean Air: Das Herz des Drehkreuzes
- 10.Asiana: Abschied auf Raten
- 11.Fracht: Die zweite Hauptrolle
- 12.Terminals: Wer wo abfertigt
- 13.Koreas Low-Cost-Szene
- 14.Spotten in Incheon: Was du wissen musst
- 15.Umsteigen und Spotten
- 16.Incheon im Vergleich
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | ICN |
|---|---|
| ICAO-Code | RKSI |
| Betreiber | Incheon International Airport Corporation, eine staatliche Gesellschaft; Eigentümer ist das südkoreanische Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr |
| Lage | Auf der Insel Yeongjong im Stadtgebiet von Incheon, auf aufgeschüttetem Land zwischen Yeongjong und Yongyu, rund 48 km westlich von Seoul |
| Start- und Landebahnen | Vier Bahnen: 15R/33L, 15L/33R und 16R/34L mit je 3.750 m sowie 16L/34R mit 4.000 m |
| Passagierterminals | Terminal 1 mit dem über unterirdische Bahnen angebundenen Concourse, dazu Terminal 2 (seit 2018, Ausbau Ende 2024 abgeschlossen) |
| Terminal 2 | Heimat von Korean Air und vieler SkyTeam-Partner, seit 14. Januar 2026 auch von Asiana Airlines |
| Wichtigster Nutzer | Korean Air – internationales Drehkreuz, Heimat von Passagier- und Frachtflotte |
| Verkehr 2025 | Rund 74,1 Mio. Passagiere, gut 425.000 Flugbewegungen, knapp 2,95 Mio. t Luftfracht |
| Fracht | 2024 laut Branchenranking Nummer 6 der Welt und Nummer 3 in Asien beim Frachtaufkommen |
| Eröffnung | Im März 2001 als Ersatz für den überlasteten Flughafen Gimpo |
| Anbindung | AREX-Flughafenbahn mit Stationen an beiden Terminals, Verbindungen nach Gimpo und in die Seouler Innenstadt |
| Offizielle Website | www.airport.kr |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Seoul-Incheon aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Seoul-Incheon
- Die Betriebsrichtung vor dem Besuch geprüft – bei Nordwind wird in Richtung 33/34 gestartet und gelandet, bei Südwind in Richtung 15/16
- Eine Boeing 747-8I von Korean Air gesehen – einer der wenigen Betreiber der Passagierversion
- Einen Airbus A380 von Korean Air oder Asiana erwischt, solange beide den Superjumbo noch fliegen
- Einen Frachter von Korean Air Cargo fotografiert, etwa eine Boeing 747-8F oder 777F
- Eine Maschine von Asiana in der alten Lackierung festgehalten, bevor die Marke in Korean Air aufgeht
- Einen Korean-Air-Jet in der neuen Lackierung von 2025 neben einem in der klassischen Bemalung notiert
- Eine koreanische Low-Cost-Airline wie Jeju Air, Jin Air oder t'way Air erwischt
- Das HL-Kennzeichen jeder koreanischen Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Korean Air mit 747-8I, A380, 777 und 787 in hoher Dichte
- Großer Frachtverkehr mit 747-Frachtern, 777F und internationalen Cargo-Airlines
- Viele koreanische Low-Cost-Carrier mit bunten Lackierungen
- SkyTeam-Partner aus Europa, Asien und Nordamerika am Terminal 2
- Gute Bahnanbindung mit der AREX bis direkt an beide Terminals
Wo es hakt
- Kein ausgewiesener, gut dokumentierter Spotterplatz wie in Europa
- Weitläufiges Inselgelände – ohne Auto sind die Bahnenden schwer erreichbar
- Lange Anreise aus Europa, Umsteigezeiten oft zu knapp für einen Ausflug ans Vorfeld
- Militärisch sensible Region – Fotoregeln und Absperrungen strikt beachten
- Asiana verschwindet als eigene Marke, der Flottenmix ist im Umbruch
Wer eine Boeing 747-8 in Passagierversion sehen will, einen A380 neben einem Jumbo-Frachter und dazu ein halbes Dutzend koreanischer Low-Cost-Airlines in knalligen Farben, landet früher oder später in Incheon. Der Flughafen westlich von Seoul ist das Drehkreuz von Korean Air und gleichzeitig einer der größten Frachtflughäfen der Welt. Für europäische Spotter ist er weit weg – aber genau deshalb siehst du dort Muster und Airlines, die bei uns selten oder gar nicht auftauchen.
Dein ICN-Logbuch beginnt hier
Sichtungen mit Kennzeichen, Typ und Airline festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Ein Flughafen aus dem Meer
Bis 2001 lief fast der gesamte Luftverkehr Seouls über Gimpo im Westen der Stadt. Mit dem rasanten Wachstum Südkoreas stieß der Flughafen an seine Grenzen, und Ausbauflächen gab es im dicht bebauten Großraum Seoul kaum. Die Regierung entschied sich deshalb für einen kompletten Neubau – und suchte den Platz dafür im Meer. Ab November 1992 wurde der Bereich zwischen den Inseln Yeongjong und Yongyu aufgeschüttet, sodass eine zusammenhängende Fläche für Bahnen, Terminals und Vorfelder entstand.
Eigentlich sollte der Bau bis 1997 abgeschlossen sein, doch die Asienkrise bremste das Projekt. Im März 2001 übernahm Incheon schließlich den internationalen Verkehr. Gimpo blieb als Stadtflughafen erhalten und bedient heute vor allem Inlandsziele wie die Ferieninsel Jeju sowie einige kurze Pendelstrecken in Nachbarländer. Für dich als Spotter bedeutet das: Die Langstrecke, die Großraumflugzeuge und die Frachter findest du praktisch ausschließlich in Incheon.
Vier Bahnen, zwei Paare
Das Layout ist auf Wachstum ausgelegt. Incheon verfügt über vier Start- und Landebahnen, die alle in Nordnordwest-Südsüdost-Richtung verlaufen und sich in zwei Paare gliedern. Drei davon messen 3.750 Meter, die längste kommt auf 4.000 Meter und ging 2008 mit der zweiten Ausbauphase in Betrieb. Die vierte Bahn kam später im Rahmen der vierten Ausbauphase hinzu. Zwischen den Bahnen liegen die beiden Terminals, der Concourse und die ausgedehnten Vorfelder, auf denen auch die Frachtpositionen untergebracht sind.
| Bahn | Länge | Inbetriebnahme | Hinweis für Spotter |
|---|---|---|---|
| 15R/33L | 3.750 m | 2001 | Teil des ursprünglichen Bahnpaars |
| 15L/33R | 3.750 m | 2001 | Teil des ursprünglichen Bahnpaars |
| 16R/34L | 3.750 m | vierte Ausbauphase | jüngste Bahn des Flughafens |
| 16L/34R | 4.000 m | 2008 | längste Bahn, Teil der zweiten Ausbauphase |
Welche Bahn gerade für Starts und welche für Landungen genutzt wird, hängt von Verkehrslage, Tageszeit und Vorgaben der Flugsicherung ab. Statt dich auf Faustregeln zu verlassen, schaust du am besten live in eine Flugverfolgung, wo die Maschinen gerade einschweben. Wie das geht, erklärt der Beitrag zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Betriebsrichtung: 33/34 oder 15/16?
Wie überall starten und landen Flugzeuge gegen den Wind. Kommt er aus nördlicher Richtung, laufen die Bewegungen in Richtung 33 und 34 – die Maschinen landen also von Süden kommend und starten nach Norden. Bei südlichem Wind dreht sich das Bild, dann gelten 15 und 16. Gerade auf einer Insel, wo der Wind übers offene Wasser streicht, kann die Richtung im Tagesverlauf wechseln.
Für Anflugbilder ist das entscheidend: Du musst an dem Ende stehen, auf das die Flugzeuge gerade zufliegen. Wie du Wind und Betriebsrichtung vor dem Losfahren einschätzt, zeigt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Da die Bahnen ungefähr in Nord-Süd-Richtung liegen, spielt auch die Sonne eine große Rolle – von der Ostseite hast du nachmittags eher Gegenlicht, von der Westseite morgens. Den Sonnenstand planst du mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot.
Wind und Pisten auf einen Blick
Mit Planetrack siehst du Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen direkt in der App und planst damit, an welchem Bahnende du am besten stehst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Korean Air: Das Herz des Drehkreuzes
Incheon ist das internationale Drehkreuz von Korean Air, Gründungsmitglied der Allianz SkyTeam. Die Airline betreibt eine der vielseitigsten Großraumflotten Asiens – und für Spotter einige echte Raritäten. Laut Flottenübersicht Anfang 2026 gehören dazu die Boeing 747-8I, von der weltweit nur wenige Airlines Exemplare in der Passagierversion fliegen, sowie der Airbus A380. Der ursprünglich für 2026 angedachte Abschied vom Superjumbo wurde verschoben.
Dazu kommen Boeing 777-300 und 777-300ER, die 787-9 und 787-10, der A330-300 und der A350-900. Auf der Kurz- und Mittelstrecke fliegen unter anderem der Airbus A220-300, der A321neo sowie Boeing 737 in mehreren Varianten bis zur 737 MAX 8. Angekündigt sind außerdem A350-1000, 777-9 und neue Frachter.
Optisch ist die Flotte gerade in Bewegung. Im März 2025 stellte Korean Air ein überarbeitetes Erscheinungsbild vor: Das Taegeuk-Symbol erscheint nun als dunkelblaue Kontur, der Schriftzug in einer neuen, serifenlosen Hausschrift. Weil nicht alle Maschinen sofort umlackiert werden, stehen alte und neue Bemalung noch eine Weile nebeneinander auf dem Vorfeld – ein dankbares Motiv für Vergleichsbilder. Was die Allianz-Lackierungen ausmacht, die du hier ebenfalls siehst, erklärt der Beitrag zu den Allianz-Lackierungen.
747-8 und A380 im Blick behalten
Mit Planetrack setzt du Typen, Airlines und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und wirst bei Anflug und Landung benachrichtigt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Asiana: Abschied auf Raten
Jahrzehntelang war Incheon ein Flughafen mit zwei großen Heimat-Airlines. Neben Korean Air baute Asiana Airlines hier ihr Drehkreuz auf, als Mitglied der Star Alliance und damit als Gegenpol zum SkyTeam-Netz von Korean Air. Im Dezember 2024 schloss Korean Air die Übernahme ab und hält seitdem rund 64 Prozent der Anteile. Für Ende 2026 ist die vollständige Verschmelzung mit Korean Air angekündigt; danach verschwindet die eigene Marke nach fast vier Jahrzehnten schrittweise vom Vorfeld.
Am Flughafen ist der Zusammenschluss schon sichtbar. Seit dem 14. Januar 2026 fertigt Asiana nicht mehr im Terminal 1, sondern zusammen mit Korean Air im Terminal 2 ab. Die Frachtsparte der Airline ging bereits 2025 an die koreanische Frachtgesellschaft Air Incheon, die seit August 2025 als AirZeta auftritt und unter anderem Boeing 747-400F betreibt.
Für dich heißt das: Asiana-Maschinen in der klassischen Lackierung – darunter A380 und A350-900 – sind ein Motiv mit Ablaufdatum. Ob und wie lange einzelne Muster nach der Fusion weiterfliegen, ist offen. Wer die Marke noch dokumentieren möchte, plant den Besuch am besten zeitnah und notiert dabei das HL-Kennzeichen jeder Maschine. Wie du A380 und 747 sicher auseinanderhältst, zeigt der Beitrag A380 oder Boeing 747?.
Fracht: Die zweite Hauptrolle
Incheon ist kein Passagierflughafen mit etwas Fracht nebenbei, sondern einer der großen Frachtknoten der Welt. 2025 wurden knapp 2,95 Millionen Tonnen Luftfracht umgeschlagen; im Ranking für 2024 lag der Flughafen weltweit auf Platz 6 und innerhalb Asiens auf Platz 3. Die Lage zwischen China, Japan, Südostasien und Nordamerika macht Incheon zu einem natürlichen Umschlagpunkt – viele Sendungen fliegen über den Pazifik weiter, häufig mit Zwischenstopp am Flughafen Anchorage.
Den größten Anteil hat die Frachtsparte von Korean Air mit Boeing 747-400ERF, 747-8F und 777F. Daneben ist Incheon für Polar Air Cargo und FedEx Express ein wichtiger Knoten. Regelmäßig zu Gast sind außerdem internationale Frachtairlines wie Atlas Air, Cargolux, Lufthansa Cargo, UPS Airlines und China Cargo Airlines.
| Frachtairline | Rolle in Incheon | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Korean Air Cargo | Heimatbasis, größter Frachtnutzer | 747-400ERF, 747-8F, 777F |
| AirZeta | Heimatbasis, übernahm 2025 die Asiana-Fracht | 747-400F, 747-400BDSF, 737-800SF |
| Polar Air Cargo | Drehkreuz im Pazifikverkehr | 747-Frachter |
| FedEx Express | Drehkreuz in Nordostasien | Großraum-Frachter |
| Weitere Gäste | Atlas Air, Cargolux, Lufthansa Cargo, UPS u. a. | 747F, 777F und weitere Frachter |
Genaue Flottenzahlen und eingesetzte Muster ändern sich laufend – nimm die Tabelle als Orientierung, nicht als Fahrplan. Woran du die einzelnen Frachter im Feld erkennst, erklärt der Beitrag Frachtflugzeuge erkennen, die Unterschiede zwischen den Jumbo-Generationen findest du unter Boeing 747-Varianten erkennen.
Terminals: Wer wo abfertigt
Incheon hat zwei Passagierterminals und einen Concourse auf dem Vorfeld. Terminal 1 ist das ursprüngliche Gebäude von 2001; der Concourse wurde 2008 ergänzt und ist über unterirdische Verbindungen angebunden. Terminal 2 eröffnete im Januar 2018 und wurde im Rahmen der vierten Ausbauphase bis Dezember 2024 erweitert.
Die Aufteilung folgt grob den Allianzen. Terminal 2 ist die Heimat von Korean Air und vieler SkyTeam-Partner – zum Start zogen Delta, Air France und KLM mit um, später folgten weitere Partner wie China Airlines. Seit 2023 ist die Korean-Air-Tochter Jin Air dort, 2025 folgten Air Busan und Air Seoul, im Januar 2026 kam Asiana hinzu. Alle übrigen Airlines nutzen Terminal 1 und den Concourse.
| Bereich | Hauptnutzer | Typisches Flugzeugbild |
|---|---|---|
| Terminal 2 | Korean Air, Asiana, SkyTeam-Partner, Konzerntöchter | 747-8I, A380, 777, 787, A321neo, 737 |
| Terminal 1 | Airlines außerhalb von SkyTeam, viele Low-Cost-Carrier | Schmalrumpfjets, Großraumflugzeuge anderer Allianzen |
| Concourse | Abfertigung für Airlines aus Terminal 1 | gemischt, häufig ausländische Airlines |
| Frachtvorfelder | Korean Air Cargo, AirZeta, internationale Frachtairlines | 747F, 777F, 767F und weitere Frachter |
Koreas Low-Cost-Szene
Neben den beiden großen Netzwerk-Airlines hat Südkorea eine lebendige Low-Cost-Landschaft, die in Incheon viel Verkehr auf Strecken nach Japan, China und Südostasien bringt. Zu den bekanntesten Namen gehören Jeju Air, t’way Air und Jin Air. Mit Air Premia ist zudem eine koreanische Airline aktiv, die mit Boeing 787 auf längeren Strecken unterwegs ist.
Für Spotter ist diese Vielfalt ein Gewinn: Viele der Gesellschaften setzen auf auffällige, einfarbige Lackierungen, die du in Europa nicht siehst. Im Zuge des Zusammenschlusses von Korean Air und Asiana sortieren sich auch deren Billigtöchter neu. Welche Marken am Ende übrig bleiben und unter welchem Namen sie fliegen, ist im Herbst 2026 noch in Bewegung – prüf vor dem Besuch, was aktuell im Flugplan steht.
Spotten in Incheon: Was du wissen musst
Einen offiziellen Besucherhügel wie in München oder eine ausgewiesene Spotterterrasse wie an manchen europäischen Flughäfen gibt es in Incheon nach dem, was gut dokumentiert ist, nicht. Viele Spotter fotografieren deshalb aus den Terminals heraus, wo große Glasfronten Blick auf Vorfeld und rollende Maschinen bieten, oder suchen sich Standorte auf der Insel Yeongjong in Bahnnähe. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kommt deutlich flexibler an die Bahnenden als mit Bahn und Bus.
Gleichzeitig ist Incheon kein europäischer Flughafen, und das merkst du am Zaun. Die Küstenregion um Incheon liegt in der Nähe der Grenze zu Nordkorea und ist sicherheitspolitisch sensibel. Absperrungen, Militärgelände und Hinweise der Behörden gelten ohne Ausnahme; Drohnen haben in der Nähe eines internationalen Flughafens ohnehin nichts verloren. Was in Europa grundsätzlich gilt, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen – vor Ort informierst du dich zusätzlich über die lokalen Regeln.
Wind und Betriebsrichtung prüfen
Nordwind heißt Richtung 33/34, Südwind Richtung 15/16. Daraus ergibt sich, an welchem Ende die Landungen hereinkommen.
Frachtwellen heraussuchen
Viele Frachter landen gebündelt zu bestimmten Tageszeiten. Ein Blick in die Flugverfolgung zeigt dir, wann die Jumbos kommen.
Anreise klären
Die AREX bringt dich zu beiden Terminals. Für Standorte am Bahnende brauchst du meist ein Auto oder Taxi.
Lokale Regeln respektieren
Militärische Bereiche und Absperrungen sind tabu. Im Zweifel nicht fotografieren und nachfragen.
Kennzeichen mitschreiben
Koreanische Flugzeuge tragen HL-Kennzeichen. Gerade bei vielen gleichen 737 und A321 ist das der Schlüssel zur sauberen Sichtungsliste.
Grenznähe ist kein Detail
Im Juni 2011 wurde ein anfliegender Asiana-Jet von zwei Marinesoldaten beschossen, die ihn für ein nordkoreanisches Flugzeug hielten; die Maschine landete unversehrt. Der Vorfall zeigt, wie angespannt die Lage an der Küste sein kann. Halte Abstand zu militärischen Anlagen und richte die Kamera nie auf Sperrgebiete.
Umsteigen und Spotten
Für viele Europäer ist Incheon kein Reiseziel, sondern ein Umsteigepunkt auf dem Weg nach Japan, Südostasien oder Australien. Auch das lässt sich nutzen. Aus den Terminals und dem Concourse siehst du oft Großraumflugzeuge aus nächster Nähe, und bei einer langen Wartezeit lohnt sich ein bewusster Platz am Fenster. Mehr dazu, wie du solche Stunden sinnvoll füllst, steht im Beitrag Spotting beim Umsteigen.
Wer länger Zeit hat, kann laut Reiseführern kostenlose Transit-Touren nutzen, die vom Flughafen aus starten und je nach Dauer bis in die Umgebung führen. Ob du dafür das Gelände verlassen darfst, hängt von deinen Einreisebestimmungen ab – kläre das vorher.
Incheon passt zu dir, wenn …
- du die 747-8I und viele Jumbo-Frachter sehen willst
- dich koreanische Airlines und ihre Lackierungen interessieren
- du Asiana noch vor dem Ende der Marke dokumentieren möchtest
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur einen kurzen Umsteigestopp hast
- du ohne Auto an die Bahnenden willst
Eher woanders, wenn …
- du einen offiziellen, bequemen Spotterplatz mit Infrastruktur suchst
- du dich nicht mit lokalen Sicherheitsregeln befassen willst
Incheon im Vergleich
In Nordostasien konkurriert Incheon mit mehreren großen Drehkreuzen. Der Flughafen Tokio-Narita ist das Gegenstück auf der Langstrecke in Japan und bietet mit festen Spotterpunkten deutlich bessere Bedingungen; der stadtnahe Flughafen Tokio-Haneda lockt mit Aussichtsdecks direkt an den Terminals. Mehr dazu findest du im Beitrag Planespotting in Tokio.
Beim Frachtaufkommen bewegt sich Incheon in einer Liga mit dem Flughafen Hongkong und dem Flughafen Shanghai-Pudong. Wer Drehkreuze mit ähnlichem Anspruch vergleichen will, schaut sich zusätzlich den Flughafen Singapur Changi an – ebenfalls ein Inselflughafen mit einer starken Heimat-Airline. Und wer den Frachtstrom über den Pazifik weiterverfolgt, landet beim Planespotting in Anchorage.
Jeder Jumbo zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Hangar mit Wunschliste, Sichtungs-Alarme und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Incheon ist ein Flughafen der Superlative, aber kein bequemer Spotterflughafen. Vier lange Bahnen, ein Drehkreuz mit 747-8I und A380, eine der größten Frachtdrehscheiben der Welt und eine bunte koreanische Low-Cost-Szene sorgen für einen Flottenmix, den du so in Europa nicht findest. Dazu kommt ein Moment des Umbruchs: Asiana verschwindet als eigene Marke, Korean Air bekommt ein neues Gesicht.
Wer hinfliegt, plant sorgfältiger als zu Hause – mit Blick auf Wind, Licht, Anreise und die besonderen Sicherheitsregeln an der Küste. Dann wird Incheon zu einem der lohnendsten Ziele für Großraum- und Frachterfans in Asien.
Kurzfazit
ICN ist das Drehkreuz von Korean Air und ein Frachtriese mit fast drei Millionen Tonnen im Jahr. Für 747-8, A380 und Frachter ist es ein Top-Ziel – plane aber Anreise, Betriebsrichtung und lokale Regeln sorgfältig, denn einen offiziellen Spotterplatz gibt es nicht.
Zusammenfassung
- Incheon ist das internationale Tor Südkoreas – gebaut auf aufgeschüttetem Land im Meer, mit Platz zum Wachsen und vier langen Bahnen.
- Korean Air prägt das Bild auf dem Vorfeld, ergänzt durch Asiana, eine ganze Reihe koreanischer Low-Cost-Airlines und viele SkyTeam-Partner.
- Mit fast drei Millionen Tonnen Fracht im Jahr ist Incheon auch für Frachter-Fans ein Pflichtziel in Asien.
- Für Spotter heißt das: viel Großraumverkehr und Frachter, aber kein so bequemer, offizieller Spotterplatz wie in München oder Zürich.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Seoul-Incheon?
Der IATA-Code ist ICN, der ICAO-Code RKSI. ICN steht auf Bordkarten und Gepäckanhängern, RKSI nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Incheon?
Vier. Die Bahnen 15R/33L, 15L/33R und 16R/34L sind je 3.750 Meter lang, die Bahn 16L/34R misst 4.000 Meter. Die vier Bahnen sind in zwei parallele Paare gegliedert.
Was ist der Unterschied zwischen Incheon und Gimpo?
Gimpo war bis 2001 der Hauptflughafen Seouls. Seit der Eröffnung von Incheon wickelt Gimpo vor allem Inlandsflüge und einige kurze Strecken in Ostasien ab. Den Großteil des internationalen Verkehrs und praktisch die gesamte Langstrecke findest du in Incheon. Beide Flughäfen sind über die AREX-Bahn verbunden.
Welche Airlines fliegen vom Terminal 2?
Terminal 2 ist die Heimat von Korean Air und vieler SkyTeam-Partner wie Delta, Air France, KLM und China Airlines. Dazu kamen nach und nach Jin Air, Air Busan, Air Seoul und am 14. Januar 2026 auch Asiana. Die übrigen Airlines fertigen im Terminal 1 und am Concourse ab.
Was passiert mit Asiana Airlines?
Korean Air hat die Übernahme im Dezember 2024 abgeschlossen und hält seitdem die Mehrheit. Für Ende 2026 ist angekündigt, dass Asiana vollständig in Korean Air aufgeht. Die Frachtsparte wurde bereits 2025 an AirZeta abgegeben. Wer Asiana-Maschinen in der eigenen Lackierung fotografieren will, wartet besser nicht mehr lange.
Wie groß ist der Frachtverkehr in Incheon?
2025 wurden knapp 2,95 Millionen Tonnen Luftfracht umgeschlagen. In der Rangliste 2024 lag Incheon weltweit auf Platz 6 und in Asien auf Platz 3. Neben Korean Air Cargo fliegen viele internationale Frachtairlines den Flughafen an, darunter Polar Air Cargo, FedEx, Atlas Air und Cargolux.
Wie komme ich vom Flughafen nach Seoul?
Am schnellsten mit der AREX-Flughafenbahn. Sie hält an beiden Terminals und fährt als Express ohne Zwischenhalt oder als Nahverkehrszug mit Halt in Gimpo bis zur Seoul Station. Die Expresszüge brauchen ab Terminal 1 gut 40 Minuten. Fahrpläne und Preise ändern sich, prüf sie vor der Reise.
Kann ich in Incheon beim Umsteigen spotten?
Aus den Terminals heraus hast du an vielen Stellen Blick aufs Vorfeld, die großen Glasfronten eignen sich gut für Übersichtsbilder. Achte auf Spiegelungen und halte dich an die Regeln im Sicherheitsbereich. Tipps für solche Situationen findest du im Beitrag Spotting beim Umsteigen.
Sichtungen rund um Flughafen Seoul-Incheon sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Korean Air
Südkoreas Flag Carrier aus Seoul: SkyTeam-Gründungsmitglied, einer der letzten Betreiber von A380 und Boeing 747-8I, große Frachtsparte – und seit der Asiana-Übernahme im Umbau zur einzigen großen Netzwerk-Airline des Landes.
OZ / AARAsiana Airlines
Südkoreas zweite große Netzwerk-Airline aus Seoul: Star-Alliance-Mitglied seit 2003, A380 und A350 auf der Langstrecke – und seit Dezember 2024 eine Tochter von Korean Air, die schrittweise in den neuen Konzern aufgeht.
KJ / AIHAirZeta (Air Incheon)
Aus der kleinen Frachtairline Air Incheon wurde 2025 AirZeta: Mit der übernommenen Frachtsparte von Asiana Airlines fliegen jetzt Boeing-747-Frachter unter südkoreanischer Flagge auch nach Frankfurt.
7C / JJAJeju Air
Südkoreas größte Low-Cost-Airline: gegründet 2005 auf der Insel Jeju, heute mit einer reinen Boeing-737-Flotte zwischen Korea, Japan, China und Südostasien unterwegs.
LJ / JNAJin Air
Die Low-Cost-Tochter von Korean Air: Boeing 737 auf Asien-Strecken, ausgerechnet dazu eine Handvoll großer 777-200ER – dazu der Kern der neuen gemeinsamen Billigairline mit Air Busan und Air Seoul.
YP / APZAir Premia
Südkoreas Hybrid-Airline fliegt ausschließlich Boeing 787-9 ab Seoul-Incheon – mit großer Premium-Economy statt Business Class, nach Asien und Nordamerika. 2023 war sie sogar ein halbes Jahr in Frankfurt zu Gast.
TW / TWBt'way Air (Trinity Airways)
Südkoreas Low-Cost-Airline mit Langstrecken-Ambitionen: 737-Flotte für Asien, A330 und 777-300ER für Europa und Australien – und seit September 2026 unter dem neuen Namen Trinity Airways unterwegs.
PO / PACPolar Air Cargo
Die Jumbo-Frachtairline im Atlas-Konzern: Polar Air Cargo flog ab 1993 mit Boeing 747 über den Pazifik, war von 2007 bis 2025 ein Gemeinschaftsunternehmen mit DHL und ist heute eine hundertprozentige Tochter von Atlas Air Worldwide.
Typische Flugzeuge
Boeing 747-8
Der letzte Jumbo: Die 747-8 ist die längste und modernste Version der Boeing 747. So erkennst du Passagierversion und Frachter und grenzt sie von der 747-400 ab.
FlugzeugtypBoeing 747-8F
Kurzer Buckel, langer Rumpf, keine Fenster und Flügelspitzen ohne Winglets: Die 747-8F ist der modernste Jumbo-Frachter – und die allerletzte gebaute 747 war genau so eine. So erkennst du sie und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.
FlugzeugtypAirbus A380-800
Zwei durchgehende Passagierdecks, vier Triebwerke, fast 80 Meter Spannweite: Der A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Die Produktion ist beendet, sehen kannst du ihn trotzdem noch regelmäßig.
FlugzeugtypBoeing 777F
Ein 777-Rumpf ganz ohne Fensterreihe, ein riesiges Tor hinter dem Flügel und zwei GE90 unter den Tragflächen: Die 777F ist der wichtigste Langstrecken-Frachter unserer Zeit. So erkennst du sie und findest sie in Frankfurt und Leipzig.
FlugzeugtypBoeing 777-300ER
Der meistverkaufte 777-Ableger: Die 777-300ER ist länger als eine A380, fliegt nur mit GE90-Triebwerken und prägt seit 2004 die Langstrecke. So erkennst du die 77W sicher.
FlugzeugtypBoeing 787-10 Dreamliner
Die längste Dreamliner-Version: Die 787-10 streckt die 787-9 um gut fünf Meter, wird nur in South Carolina gebaut und fliegt vor allem auf mittleren Langstrecken. So erkennst du die B78X sicher.
FlugzeugtypAirbus A350-900
Schwarze Cockpit-Maske, elegant hochgebogene Flügelspitzen, zwei mächtige Trent-XWB-Triebwerke: Die A350-900 ist Airbus’ moderner Langstrecken-Twin. So erkennst du sie sicher.
Weitere Einträge
SkyTeam
Die jüngste der drei großen Airline-Allianzen: im Jahr 2000 von Delta, Air France, Aeroméxico und Korean Air gegründet, heute mit Schwerpunkt in Amsterdam und Paris – und mit einer silbernen Sonderlackierung, die Spotter gezielt suchen.
AllianzStar Alliance
Die 1997 gegründete Luftfahrtallianz rund um Lufthansa, United und Air Canada – mit Sitz in Frankfurt am Main und eigener Allianz-Sonderlackierung.
FlughafenFlughafen Tokio-Narita
Kein großer Flughafen der Welt hat eine so umkämpfte Vorgeschichte wie Narita: Jahrzehnte des Widerstands, eine gestürmte Kontrollzentrale, eine zu kurze zweite Bahn. Heute ist NRT Japans wichtigstes Tor für Langstrecke, Fracht und Low-Cost – und mit seinen Spotterhügeln ein Ziel, das auf jede Asien-Liste gehört.
FlughafenFlughafen Tokio-Haneda
Einer der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, gebaut auf Neuland in der Tokioter Bucht: vier Bahnen, drei Terminals, Heimat von JAL und ANA – und mit offiziellen Aussichtsdecks auf allen Terminals ein Paradies für Spotter.
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